-
Vorrichtung zum Anfeuchten des Rahmenstreifens für Rahmeneinstechmaschinen
Der zur Bildung des Rahmens bei Rahmenschuhwerk erforderliche, derEinstechmaschine
zuzuleitende Lederstreifen muß angefeuchtet werden, damit er die beim Einstechen
eintretende Formänderung ausführen kann. Es ist bei manchen Lederarten nicht zweckmäßig,
zu diesem Zweck den ganzen Rahmen in Wasser einzutauchen, weil dadurch die Färbung
der nach außen kommenden Narbenseite leiden und sogar die Färbung des Oberleders
durch Berührung mit dem nassen Rahmen geschädigt werden kann. Man hat daher schon
vorgeschlagen, den Rahmen nur an der Kante anzufeuchten, an welcher die Einstechnaht
liegt, und zu diesem Zweck den Rahmen hochkant stehend durch das Wasserbad hindurchzuleiten.
Wenn eine solche Einrichtung mit einer Rahmeneinstechmaschine verbunden werden soll,
so ist es zweckmäßiger, den Rahmen nicht senkrecht stehend durch das Wasserbad hindurchzuführen,
sondern in schräger Richtung, derart, daß die Narbenseite nicht befeuchtet wird,
sondern nur die Abschärfung und der auf . der Fleischseite liegende genutete Teil
in das Wasser eintaucht. Dadurch wird vermieden, daß die mit dem sichtbaren Teil
des Schaftes in Berührung kommende Rahmenfläche Wasser aufnimmt. Da aber die Abschärfung
and Breite des genuteten Teiles wechselt, muß die Schräglage des Rahmens regelbar
sein, damit die anzufeuchtenden Stellen und nur diese mit Sicherheit in das Wasser
eintauchen. Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet eine Vorrichtung an
Einstechmaschinen, die in dieser Weise eingerichtet ist.
-
In -der Zeichnung sind mehrere Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes
dargestellt.
-
Abb. i ist eine Hinteransicht der den Rahmen durch den Anfeuchtkessel
leitenden Rahmenführung.
-
Abb. z ist eine Vorderansicht der Rahmenführung.
-
Abb. 3 ist eine Seitenansicht, teilweise im Schnitt, des Kessels,
der Rahmenführung und der Vorrichtung zum Geraderichten des Rahmens.
-
Abb. q. ist eine Vorderansicht der Vorrichtung zum Geraderichten des
Rahmens.
-
Abb. 5 ist ein Grundriß der ganzen Vorrichtung, deren Grundplatte
an einer Rahmeneinstechnähmaschine befestigt ist.
-
Abb. 6 ist eine Einzelansicht.
-
Abb. 7 stellt eine abgeänderte Ausführungsform der Rahmenführung dar.
-
Abb. 8 ist eine Vorderansicht der in der Abb. 7 dargestellten Rahmenführung.
Abb..
9 ist eine Seitenansicht der mit- der abgeänderten Ausführungsform der Rahmenführung-
ausgerüsteten Vorrichtung.
-
Abb. io ist ein Längsschnitt gewisser Teile der Abb. 8: Die in den
Abb. i bis 5 dargestellte Rahmenführung ist als Ganzes durch das Bezugszeichen io
angedeutet und ist entsprechend der Beschaffenheit verschiedenartiger Rahmen einstellbar.
Die Rahmenführung io ist oberhalb eines Wasserkessels z2 an einen Träger oder Konsole
14 angehängt. Der Träger 14 kann auf seitlichen Führungsstiften 13, 15
des
Kessels r2 senkrecht eingestellt werden.
-
Der Kessel 12, wird durch einen Wasserbehälter 16 (Abb. 9) mit Wasser
gespeist. Durch Verstellung der Konsole 14 wird die Tiefe, bis zu der die Rahmenführung
den Rahmen in das Wasser in dem Kessel 12 eintaucht, vorherbestimmt. Ein Ende der
Konsole 14 trägt eine Muffe 2o, durch die der Führungsstift 13 hindurchragt. Oberhalb
der Muffe 2o ist an dem Stift 13 ein Bund 24 vorgesehen, der durch eine Stel_tschraube
25 (Abb: 5) in senkrechter Lage gesichert wird. Ein hohler Fortsatz 23 des Bundes-
24 bildet ein Lager, in dem sich die Muffe zö verschieben kann. Ein mit einem Handgriff
28 versehener Kurbelarm 26 ist drehbar an dem Bund 24 angebracht und durch ein senkrechtes
Lenkstück 30 mit der Muffe 2ö verbunden. Der Kurbelarm 26 und das Lenkstück
3o bilden ein Kniegelenk, das durch einen Anschlag-Stift 3 i des Bundes 24 gestreckt
gehalten wird, wenn der Handgriff 28 nach links (Abb. i) bewegt worden ist. Bei
gestreckter Läge des Kniegelenkes nimmt die Konsole oder Träger =q: der Rahmenführung
io eine durch die Einstellung des Bundes 24 bestimmte Tieflage ein. Bei gelockerter
Lage der- Stellschraube ä5 kann die Konsole 14 mit der Rahmenführung io mit Rücksicht
auf die Kniegelenkverbindung mit Bezug auf den Wasserspiegel bewegt werden. Ein
Bügel 22 des Trägers 14 umfaßt den Führungsstift 15. Auf das untere Ende des Stiftes
13 ist eine Mutter 32 aufgeschraubt, die einen festen, die senkrechte Lage der Rahmenführung
bestimmenden Anschlag bildet. Eine Gegenmutter 33 sichert die Mutter 32 in eingestellter
Lage.
-
Die Rahmenführung io besteht aus drei Teilen. An dem Körperteil 34
sind Stifte 36 und 38 angebracht, die einen rechten Winkel miteinander bilden.
Auf dem Stift 36 gleitet ein seitliches Glied 4o der Rahmenführung, und auf dem
Stift 38 kann sich ein Endglied 4z verschieben. Die Glieder 40, 42 der Rahinenführung
werden durch Stellschrauben 44 43 in eingestellter Lage gesichert. Das seitliche
Glied 4o kann längsweise auf dem Stift 36 bewegt werden und wird durch.eine Fläche
44 von Drehung abgehalten. Das Glied 42 -wird von Drehung durch einen Bügel
45 abgehalten, welcher das abgesetzte Ende eines seitlichen Schenkels 46 des Gliedes
40 umfaßt. Abb. i und 2 fassen erkennen, daß die Teile der Rahmenführung so eingestellt
werden können, daß ihre Öffnung der jeweiligen Breite und Dicke des Rahmens entspricht.
-
Es ist besonders wichtig, daß der durch das sich in dem Kessel befindliche
Wasser geleitete Rahmen in einer Lage gehalten wird, in der nur sein genuteter Rand
angefeuchtet wird. Die in dem fertiggemachten Schuh zur Schau getragene Narbenseite
des Rahmens muß gegen Anfeuchten geschützt werden. Gemäß der Erfindung ist die'Anordnung
derart getroffen, daß der durch die Öffnung der Rahmenführung hindurchgehende Rahmen
so -,zu dem Wasserspiegel geneigt- ist, daß seine Narbenseite nach oben weist und
daß nur der genutete Rand des Rahmens durch das Wasser hindurchgezogen wird. An
dem Körper 34 der Rahmenführung ist ein Kopf 48 vorgesehen, der in einer bogenförmigen
Nut 5o des Trägers i4 verschoben werden kann. Die Führung io wird durch eine Sperrschraube
49 mit Bezug auf den Träger 14 in eingestellter Lage gesiclhert. Die beschriebene
Anordnung ist derart, daß die Narbenseite des Rahmens während des Anfeuchtens des
genuteten Randes vollständig trocken bleibt. Abb. i und 2 lassen erkennen, daß das
untere Ende des Teiles 34 der Rahmenführung _ bei 5.2- ausgeschnitten ist,
wodurch eine halbkreisförmige Öffnung geschaffen wird. Die untere Ecke 54 einer
Wandung dieser Öffnung kann unmittelbar an dem Rahmen anliegen. Der Krümmungsmittelpunkt
der kurvenförmigen Nut 50 fällt mit der Ecke 54 zusammen, so daß alle Winkelbewegungen
des Rahmens mit Bezug auf den Wasserspiegel um einen festen. Mittelpunkt stattfinden.
Durch das anfängliche senkrechte Einstellen der Rahmenführung wird die Ecke 54 in
eine Lage gebracht, in der sie bündig mit dem Wasserspiegel oder etwas. oberhalb
des letzteren ist. Wenn der Winkel zwischen der Fleischseite des Rahmens und dem
Wasserspiegel verkleinert wird, um einen größeren Teil der Fleischseite anzufeuchten,
so verbleibt die Narbenseite des Rahmens dennoch in einer Lage, in der sie unter
keinen Umständen in das Wasser eingetaucht werden kann. Die Offnung 52 schafft eine
Wandung, die verhindert, daß Wasser durch Kapillarität mit der Narbenseite des Rahmens
in Berührung tritt. An der mit der Fleischseite des Rahmens in Berührung, tretenden
Wandung. der Rahmenführung ist eine Aussparung angebracht (Abb. .8)..
Die Glieder 40, 42 der Rahmenführung
sind mit Bezug auf
den Körper der Rahmenführung gegen den festen Punkt 54 und von dem letzteren hinweg
bewegbar. Hierdurch wird die Tiefe des Eintauchens des Rahmens in das Wasser entsprechend
der jeweiligen Breite und Dicke mit Genauigkeit vorherbestimmt.
-
Der von einer Haspel abgewickelte Rahmen läuft über eine Führungskante
56, über welche eine Deckschiene 58 hinübergelegt ist, weg zur vorderen Kante des
Kessels i2. Die Führungskante steht schräg (vgl. Abb. 6), entsprechend der Neigung
des Auges der Rahmenführung, so daß der Rahmen beim Durchziehen durch die Führung
nicht verdreht wird. ' Das Hindurchziehen des Rahmens durch die Rahmenführung wird
außerdem durch abgerundete Anschläge 59 erleichtert. Der in das Wasser eingetauchte
Rahmen läuft unterhalb einer Führungsrolle 6o, die sich um einen in eine Konsole
62 (Abb. 5) eingesetzten Stift, 61 drehen kann. Von der Rolle 6o läuft der angefeuchtete
Rahmen zu der üblichen Meßrolle 64 einer Rahmeneinstechnähmaschine.
-
An dem Werktisch 65 der Nähmaschine ist eine Rippe 66 ausgebildet,
die die Vorrichtung zum Anfeuchten des Rahmens trägt. Die Befestigung erfolgt durch
Löcher 69 und U-förmige Bolzen 70. Auf den abgesetzten Enden zweier Ständer
72 (Abb. 9) liegen Bunde 73 der Enden seitlicher Arme 74 des Kessels 12 auf.
-
In der in den Abb. 7 bis 9 dargestellten Ausführungsform besteht die
Rahmenführung aus einer Scheibe 8o, die eine Mehrzahl von Rahmenführungsaugen aufweist.
Die Scheibe 8o ist an einem zwingenartigen Teil 82 festgeklemmt, der an einer Konsole
84 angebracht ist und durch eine Klemmschraube 85 in seiner Lage gehalten wird.
An der mit der Fleischseite des Rahmens in Berührung tretenden Wandung jedes der
Führungsaugen ist eine Aussparung 86 und eine scharfe Ecke 54 vorgesehen, um Anfeuchten
oder Nässen der Narbenseite des Rahmens zu vermeiden. Die Scheibe 8o kann entsprechend
der jeweiligen Beschaffenheit des zu verwendenden Rahmens eingestellt werden, und
die Größe der vier Führungsaugen entspricht mehr oder weniger den Durchschnittsgrößen
aller Rahmen.
-
In den Abb. 3 und 4 ist die zum Geraderichten des etwa verdrehten
Rahmens dienende Vorrichtung dargestellt. An der vorderen Wandung des Kessels ist
eine Konsole 9o befestigt, die eine lose drehbare Leitrolle 92 trägt. Die Achse
der Rolle 92 bildet einen Winkel mit der Waagerechten, und zwar entspricht diese
Neigung derjenigen der Stange 56. An der Konsole 9o sind zwei herabhängende Stangen
94 angebracht, deren einwärts gebogene Enden 94 ein gegen den Rahmenstrang weisendes
Dreieck bilden. Der Rahmen geht durch die Enden 94 und einen an den letzteren angelöteten
Ring 98 hindurch und wird unter allen Umständen geradegerichtet weitergeleitet.