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Drahtglas mit sich nicht kreuzenden Einzeldrähten Die Erfindung bezieht
sich auf eine neue, besonders zweckmäßige Anordnung der Drahteinlage bei sogenanntem
Drahtglas, durch welche gegenüber gewöhnlichem Drahtglas mit rechteckiger oder sechseckiger
Drahtgeflechteinlage und mit Drahteinlage in Form von geraden parallelen Drähten
bedeutende Vorteile erreicht werden. Im wesentlichen besteht die Erfindung darin,
daß die eingelegten Drähte sich nicht kreuzen, wie bei den Drahteinlagen aus, Drahtgeflecht
herkömmlicher Art. Es, sind gewissermaßen nur Drähte verwendet, die in einer Hauptrichtung,
also vorzugsweise in der Längs- oder Querrichtung, eingelegt sind, die aber wiederum
nicht, wie bereits bekannt, geradlinig und parallel verlaufen, sondern in Wellenlinien
angeordnet sind. In besonderen Fällen kann auch vorteilhaft an Stelle mehrerer wellenförmig
eingelegter Drähte ein einziger fortlaufender wellenförmiger Draht verwendet werden,
der nahe den Glastafelrändern entsprechend umgebogen ist.
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In der Zeichnung sind drei Ausführungsbeispiele dargestellt. Abb.
i ist ein Grundriß eines Ausschnitts aus einer Drahtglastafel mit wellenförmig eingelegten
Drähten. Abb. 2 ist ein schematischer Querschnitt nach Linie A-B der in Abb. i dargestellten
Drahtglasart. Abb. 3 ist ein Grundriß einer Drahtglastafel mit nur einem wellenförmigen
Draht. Abb. q. ist ein Querschnitt nach Linie C-D der Abb.3. Abb.5 ist ein Grundriß
einer anderen Ausführungsart des einzelnen wellenförmig eingelegten Drahtes. Abb.6
ist ein Querschnitt der Abb. 5 nach Linie F-F.
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Bei der Ausführungsform nach Abb. i liegen in dem Glasa eingebettet
mehrere Einzeldrähte b, in wellenförmiger Weise angeordnet. Zweckmäßig haben die
einzelnen Wellenlinien immer gleichen Abstand voneinander. Die Wellen greifen so
tief ineinander ein, d aß eine Tangente G an die eine Wellenlinie e die benachbarte
Wellenlinie f schneidet. Auf diese Weise wird erreicht, daß, falls eine solche Glastafel
zerbricht, die beiden Bruchteile stets durch mehrere Drahtquerschnitte zusammengehalten
werden, einerlei, in welcher Richtung die Bruchlinie des Glases verläuft. Hierin
besteht der Vorteil des Drahtglases mit wellenförmiger Drahteinlage gegenüber dem
Drahtglas mit parallelen geradlinigen Einzeldrähten. Beim letzteren besteht die
Möglichkeit, daß bei einem Riß parallel zu den Drähten die beiden Bruchteile vollständig
voneinander getrennt werden, was, je nach Lage der .eingebauten Tafel, beispielsweise
an der Windschutzscheibe, an, Trenn- oder Seitenwänden eines Personenautos oder
im Glasdache einer Fabrik, das Herausfallen der beiden Hälften zur Folge haben kann,
wodurch eine erhebliche Gefahr entsteht.
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Bei der Ausführungsform nach Abb. 3 und q. liegt ein wellenförmiger
Einzeldraht rl im Glas a eingebettet. Die einzelnen Querstrekken
des
Drahtes d sind bei dieser Ausführungsform einander parallel angeordnet und haben
zweckmäßig gleichleibenden Abstand voneinander. Nahe dem Glastafelrand ist der Draht
umgebogen, so daß die eine der Parallelstrecken in die andere übergeführt wird.
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Wenn eine solche Glastafel zerbricht, so werden die beiden Bruchteile
stets durch mindestens einen Drahtquerschnitt noch zusammengehalten, selbst dann,
wenn die Bruchstelle parallel der quer liegenden Drahtstrekken liegt. Dann muß nämlich
die Bruchlinie immer noch durch die Umkehrstelle des Drahtes gehen.
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Bei der Ausführungsform nach Abb. 5 und 6 sind auch bei diesem ungünstigsten
Bruch mindestens drei Drahtquerschnitte vorhanden, welche die Bruchstelle zusammenhalten,
wie aus dem Querschnitt (Abb.6) ersichtlich.
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So wenig es nötig ist, daß der Draht an den Wendestellen nach einem
Halbkreis gebogen ist, so wenig ist es nötig, daß die quer liegenden Drahtstrecken
gemäß Abb. 3 gerade gestreckt oder gemäß Abb.5 nur einmal abgewinkelt sind. Es können
auch irgendwelche andere Formen gewählt werden; wesentlich ist nur, daß bei dieser
Ausführungsform nur ein entsprechend langer, gewellter Draht im Glas untergebracht
wird. Zweckmäßig wird man natürlich die Entfernung der einzelnen Bahnen des Drahtes
voneinander gleichmäßig halten.
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Die Vorteile des, neuen Drahtglasers, gegenüber dem gewöhnlichen Drahtglas
mit Drahtgeflechteinlage sind ohne weiteres klar. Die Lichtdurchlässigkeit ist größer,
der Drahtaufwand ist bei der Verwendung von Einzeldrähten geringer.
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Ein weiterer wesentlicher Vorteil dieses Drahtglases liegt darin,
daß die Tragfähigkeit der Glasplatten mit Einzeldrähten größer ist als diejenige
von Glasplatten mit Drahtgeflechteinlagen. Die Verhältnisse liegen bei Glas gerade
umgekehrt wie bei Eisenbeton. Die Tragfähigkeit des Glases wird nämlich durch die
Einlagen des Drahtgewebes geschwächt; Glas ohne Drahteinlage hat größere Festigkeit
als solches mit Drahteinlage, weshalb erstrebenswert ist, den Drahtquerschnitt auf
einem Mindestmaß zu halten. Außer der größeren Querschnittschwächung, die das Drahtglas
mit gefleckt- oder gewebeförmiger Einlage durch die Einlage selbst erfährt, ist
zu beachten, daß dieses Drahtglas leichter zum Brechen neigt als z. B. Rohglas,
d. h. Glas ohne Drahteinlage, weil an den Knoten- und Kreuzung stellen der eingebetteten
Drahtgewebe sich immer Luftbläschen bilden werden, die eine Verminderung .des Glasquerschnittes
zur Folge haben und die meist die Ausgangspunkte für Risse bilden. Zu diesem verminderten
Glasquerschnitt, der sich rein mechanisch auswirken wird, kommt noch die physikalische
Erscheinung hinzu, daß Glas und Eisen verschiedene Ausdehnungskoeffizienten besitzen,
weshalb beim Einschmelzen der Drahteinlage im Glase selbst innere Spannungen hervorgerufen
werden. Diese Spannungen sind um so größer., je größer die eingebetteten Eisenquerschnitte
sind, und sind natürlicherweise besonders gefährlich an den Knoten- und Kreuzungsstellen
der eingebetteten Drahtgewebe. Nach den Beobachtungen des Erfinders, die über eine
Dauer von mehreren Jahren hindurch angestellt worden sind, zeigen sich die Glasrisse
häufiger an diesen Knotenpunkten und springen von dort aus weiter.
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Durch Vermeidung dieser Knotenpunkte wird somit eine der hauptsächlichsten
Ursachen der Entstehung von Sprüngen in Drahtglas beseitigt und dadurch der Bruchschaden
bedeutend vermindert, ohne daß die Aufgabe, welche die Drahteinlage im Glas zu erfüllen
hat, weniger erfüllt wird.
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Hierin aber liegt die fortschrittliche Wirkung des. erfindungsgemäßen
Drahtglases gegenüber dem bisher üblichen Drahtglas mit geradlinigen parallelen
Drahteinlagen. Dieses Drahtglas mit geraden und parallelen Drahteinlagen vermeidet
wohl die Mängel des Drahtglases mit eingebiettetem Drahtgewebe, aber diese Verbesserung
der Tragfähigkeit und der Lichtdurchlässigkeit sowie die Verbilligung durch den
geringeren Aufwand an eingebettetem Draht muß auf Kosten der Bruchsä:cherheit erkauft
werden. Bei dem Drahtglas mit geradlinigen parallelen Drahteinlagen bedeutet der
Draht nur mehr eine beschränkte Sicherung gegen Bruch bei Rissen, die senkrecht
zur Drahtrichtung verlaufen oder die Drahtrichtung in einem Winkel schneiden. Bei
Rissen -aber, die parallel zu den Drähten oder in sehr spitzen Winkeln zu diesen
verlaufen, besteht immer noch die Möglichkeit eines Durchbrechens der Glastafeln,
da die Rißlinie hierbei keinen Drahtquerschnitt kreuzt.
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Das erfindungsgemäße Drahtglas mit wellenförmiger Drahteinlage verbindet
also die erhöhte Sicherheit des Drahtglases mit Gewebe- oder Geflechteinlage mit
den Vorteilen, die das Drahtglas mit Einzeldrähten besitzt. Man erzielt dadurch
eine fortschrittliche Wirkung, die durch Erreichung von erhöhtem Sicherheitsgrad
bei größerer Tragfähigkeit auf den verschiedensten Gebieten, wie beispielsweise
bei Automobilschutzscheiben, Wohnungs- und Fabriksverglasungen aller Art, kittlosen
Glasdächern, von größter Bedeutung ist.