DE557713A - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Wertstempelapparat zur Stempelung von verschiedenen
Werten mittels eines drehbaren, auf mehrere Werte einstellbaren Stempelkörpers, dessen
jeweils eingestellter Wertbetrag auf ein Zählwerk oder mehrere Zählwerke durch die für
alle Wertbeträge gleich große Drehung einer mit dem Antriebswerk des Apparates verbundenen
Schaltklinke übertragen wird, deren Eingriffsdauer in ein nur in einer Richtung
drehbares, mit den Zählwerken in dauerndem Eingriff stehendes Schaltrad durch von den
Einstellgliedern verstellte Steuerorgane geregelt wird. Bei bekannten Vorrichtungen
dieser Art wird der wirksame Schaltweg der Schaltklinke durch die von der Verstellung
des Einstellhebels abhängige Lage einer einstellbaren Anschlagrolle gegenüber einer
festen Anschlagrolle bestimmt. Die mit dem Einstellhebel verstellte Anschlagrolle gibt die
Schaltklinke früher oder später je nach der Verstellung des Einstellhebels zum Eingriff
in die Zähne des Schaltrades frei. Die feste Rolle hebt die Schaltklinke gegen Ende des
Klinkenweges aus den Zähnen des Schaltrades aus. Da die Klinke hierbei unter Druck ausgehoben
wird, unterliegt sie einer großen Abnutzung. Erfindungsgemäß wird dieser Nachteil
dadurch vermieden, daß die Schaltklinke auf dem Nocken einer den Stempelkörper auf
die verschiedenen Werte einstellenden drehbaren Nockenscheibe unter Federdruck derart
geführt ist, daß sie nur über den letzten Teil ihres Hubes entsprechend der Einstellung
der Nockenscheibe und dem eingestellten Stempehvert in das Zählwerkschaltrad eingreift.
Das Ausheben der Klinke, während sie unter Druck steht, ist hierbei nicht erforderlich,
da das Ende des wirksamen Schaltweges mit dem Ende des Schalthubes der Klinke zusammenfällt und anschließend an
den Schalthub die Klinke in die Ausgangslage zurückgedreht wird.
Eine Ausführungsform des Erfmdungsgegenstandes ist in den Zeichnungen veranschaulicht.
Abb. ι zeigt eine Vorderansicht des Apparates, teilweise im Schnitt, -nach. Entfernung
der Blechschutzhülle und einiger anderer Teile;
Abb. 2 ist ein senkrechter Schnitt nach der Linie H-II der Abb. 1 in der Pfeilrichtung
gesehen, wobei sämtliche Teile in ihrer Ruheoder Ausgangsstellung dargestellt sind;
Abb. 3 ist ein senkrechter Schnitt nach der Linie IH-III der Abb. 1 in der Pfeilrichtung
gesehen, wobei sämtliche Teile in ihrer Ruhestellung dargestellt sind;
Abb. 4 zeigt, teilweise im senkrechten Schnitt, die Einrichtung zum Antrieb des
Stempels und zum Einfärben desselben, wobei die Teile die Lage einnehmen, in welcher die
Stempelung erfolgt;
Abb. 5 zeigt, ebenfalls teilweise im Schnitt, den Übertragungsmechanismus zwischen der
Hauptwelle des Apparates und dem Stempel in der Lage, bei welcher die Stempelung erfolgt.
Mit gestrichelten Linien ist die Lage der Teile nach Entkuppelung des Stempels von der Hauptwelle gezeigt;
Abb. 6 zeigt, teilweise im Schnitt, eine Einzelheit der Sperrvorrichtung des Appa-
rates und des subtrahierenden Zählwerkes, wobei das letztere zwecks Einstellung ausgelöst
ist;
Abb. 7 zeigt dieselbe Sperrvorrichtung de; Apparates in der Verriegelungsstellung;
Abb. 8 zeigt eine Einzelheit der Sperrvorrichtung für die Stempeleinstellung.
In der Zeichnung ist ι eine Grundplatte, welche zwei senkrechte Seiten wände 2 trägt,
ίο die zur Lagerung der nicht verschiebbaren Wellen des Wertstempelapparates dienen. So
ist die Hauptwelle 3 in diesen Seitenwänden drehbar gelagert und mit einem bügeiförmigen
Handgriff 4 starr verbunden, so daß sie um einen gewissen Winkel nach der einen oder anderen Richtung gedreht werden kann.
Die Hauptwelle 3 trägt ferner zwei auf ihr starr befestigte Nockenscheiben S und 6,
welche zur Übertragung der Bewegung der ao Hauptwelle 3 auf den Stempel während eines
Teiles seiner Bewegung dienen und von denen die eine 5 mit einem Sperrzahnbogen 7 versehen
ist. Auf der Hauptwelle 3 sitzen drehbar zwei Schalträder 8 und 9 und ein Zahnrad
10. Diese Räder 8, 9, 10 sind miteinander
starr verbunden und als Ganzes um die Hauptwelle 3 drehbar. Die Zähne der Schalträder
8 und 9 haben die gleiche Teilung und sind so gegeneinander versetzt, daß jeder Zahn des einen Rades gerade vor einer Zahnlücke
des anderen Rades liegt. In Abb. 2 stellt das mit gestrichelten Linien gezeichnete
Schaltrad das Rad 8 dar, welches in dieser Abbildung hinter dem Schaltrad 9 liegt. Vor
dem Schaltrad 9 ist ein Teil des Zahnrades 10 sichtbar.
Mit dem Schaltrad 8 steht eine auf einer zweiten Welle 1 r drehbar angeordnete Sperrklinke
12 ständig in Eingriff. Diese Welle 11
trägt auch eine zweite Sperrklinke 13, welche mit dem Schaltrad 9 stets in Eingriff steht.
Durch diese zwei Sperrklinken wird das aus den Rädern 8, 9, 10 bestehende System gegen
Drehung in der einen Richtung gesichert und kann sich also nur entgegen der Uhrzeigerrichtung
in Abb. 2 drehen. Die Schaltklinke 14 dieses Rädersystems ist bei 15 drehbar auf
der Nockenscheibe 6 gelagert und wird durch eine Feder 16 gegen das Schaltrad 8 gedrückt.
An der Schaltklinke 14 ist ferner ein Stift 17 angeordnet, welcher auf einer durch Drehung
verstellbaren Nockenscheibe 18 gleitet, deren erhöhter Teil bei 19 in einen niedrigeren Teil
übergeht (Abb. 8). Wenn die Nockenscheibe 6 mit der Welle 3 entgegengesetzt zur Uhrzeigerrichtung
in Abb. 2 gedreht wird, schleift der Stift 17 anfangs auf dem höheren Nocken
der Nockenscheibe 18, um bei Vorbeigang am Punkt 19 auf den niedrigeren Teil abzugleiten,
so daß die Schaltklinke 14 mit dem nächsten Zahn des Schaltrades 8 in Eingriff
gebracht wird und dieses bei der weiteren Drehung der Nockenscheibe 6 mitgenommen
wird. Die Nockenscheibe 18 ist ferner mit einem Zahnsegment 20 und einem Einstellgriff
21 versehen. Der Zahnbogen 20 steht mit einem Zahnrad 22 in Eingriff, welches
mit dem in Gestalt eines drehbaren Prismas von zehneckigem Querschnitt ausgeführten
Stempelkörpers 23 starr verbunden ist oder mit diesem aus einem Stück besteht. Jede
der zehn rechteckigen Seitenflächen des Stempelkörpers 23 trägt eine Gravierung, welche
einer Wertangabe entspricht, z. B. für Briefmarkenstempel (Frankostempel) die Ziffern
005, 010, 015, 020, 045, 050,
welche also einem Wertzeichen von 5, 10, — 50 Pfennigen entsprechen. Der Stempelkörper
23 ist auf einer Welle 24 drehbar gelagert, welche ihrerseits in einem nach oben
und unten beweglichen Rahmen gelagert ist, der aus einer Grundplatte 25 und mit der
Grundplatte aus einem Stück hergestellten senkrechten Ständern 26 besteht. Die Form
der Ständer ist aus den Abb. 3 bis 5 am besten ersichtlich. Gemäß Abb. 1 ist neben
dem Wertstempel 23 noch ein Datumstempel 27 oder ein anderer Stempel bekannter Bauart
auf dem Stempelrahmen angeordnet. Die unteren Stempelflächen der Stempel 23 und 27 ragen bei 28 und 29 genügend weit aus
dem Stempelrahmen heraus, um beim Niederdrücken einen Abdruck zu geben; wobei
selbstverständlich auch die Unterseite des Stempelrahmens feste Gravierungen tragen
kann, welche zusammen mit den einstellbaren Wertangaben des Stempels 23 und den Datumangaben
des Stempels 27 ein Ganzes bilden. Der Stempelrahmen 25, 26 ist auf zwei bügeiförmigen Doppelarmen 30 und 31 gelagert,
welche auf zwei in den Seitenwänden 2. gelagerten Achsen 32 und 33 drehbar angeordnet
sind. Die Ständer 26 des Stempelrahmens sind mittels der bereits erwähnten Welle 24 und einer zweiten Welle 34 drehbar
mit den Armen 30 bzw. 31 verbunden, so daß der Stempelrahmen 25, 26 und die Arme 30,
31 ein System nach Art eines Gelenkparallelogramms bilden. Da die Achsen 32 und 33
senkrecht übereinander angeordnet sind, bleiben die Achsen 34 und 24 auch stets senkrecht
übereinander, so daß der Stempelrahmen immer in der senkrechten Lage bleibt. Eine
Feder 35 drückt den Arm 30 und damit auch den Stempelrahmen aufwärts.
Das vordere Ende des bügeiförmigen Doppelarmes 30 ist in der aus Abb. 5 ersichtlichen
Weise nach oben gebogen und wird von der Hauptwelle 3 zur Ausführung der Stempelbewegung bewegt. Dies geschieht in
zweifacher Weise, und zwar teils durch die fest auf der Hauptwelle 3 sitzenden Nocken-
scheiben 5, 6, die auf die seitlich herausragenden Enden der Achse 34 wirken (Abb. 1
und 3), wodurch der erste Teil des Abwärtshubes der Stempelträger zustande kommt, 'und
teils durch einen Kolbenmechanismus, der den letzten Teil des Abwärtshubes bewirkt.
Der Zylinder 36 dieses Kolbenmechanismus ist auf zwei Zapfen 37 an dem freien Ende
des bügeiförmigen Armes 30 drehbar gelagert, während der zugehörige Kolben mit seiner Stange 38 auf Querzapfen 39 eines um
die Hauptwelle 3 drehbaren Bügels 40 drehbar gelagert ist. Der Zylinder 36 ist an
seinem unteren Teil mit einer Umleitung 41 versehen. Der Kolben und die Umleitung
sind in Abb. 2 mit gestrichelten Linien eingezeichnet. Der Zylinder ist oben geschlossen
und mit einem geeigneten Druckmittel, z. B. Ol oder Luft, gefüllt.
Der Bügel 40 wird von einem Stift 42, welcher seitlich an der auf der Hauptwelle 3
fest sitzenden Nockenscheibe 5 befestigt ist, bei der Drehung der Hauptwelle 3 durch den
Handgriff 4 mitgenommen und bei der Zurückdrehung durch Anschlag des Stiftes 42
gegen eine Nase 43 in seine ursprüngliche Lage zurückgeführt.
Das Zahnrad 10 kämmt mit einem auf der Welle 11 drehbar angeordneten Zahnrad 44,
welches mit einer an dem ersten Ziffernrad 46 eines aus vier Ziffernrädern 46, 47, 48, 49
bestehenden Zählwerkes üblicher Bauart vorgesehenen Verzahnung 45 in Eingriff steht.
Dieses Zählwerk ist derart gebaut, daß bei der Drehung des Zahnrades 10, welches sich ja
nur entgegengesetzt zur Uhrzeigerrichtung (Abb. 2) drehen kann, eine entsprechende
Subtraktion in dem Zählwerk 46 bis 49 stattfindet. Das Zahnrad 44 kämmt ferner mit
einem Zahnrad 50, welches das erste Ziffernrad eines addierenden Zählwerkes darstellt.
Die üblichen Zehnerübertragungszahnräder dieses Zählwerkes, d. h. die Zahnräder, welche
die dekadische Übertragung von zehn Einem in einen Zehner, von zehn Zehnern in einen
Hunderter usw. bewirken, sind mit 51 bezeichnet.
Die Zehnerübertragungszahnräder 52 des subtrahierenden Zählwerkes 46 bis 49 sind
auf einer Welle 53 drehbar angeordnet, die in einer Wiege 54 gelagert ist, welche ihrerseits
um eine in den Seitenwänden 2 gelagerte Welle 55 drehbar ist. Der Steg 56 dieser
Wiege 54 wird gewöhnlich durch Anpressung gegen eine an einem Deckel 58 angeordnete
Nase 57 in einer solchen Lage gehalten, daß die Zehnerübertragungsräder 52 mit den
Ziffernrädern 46, 47, 48, 49 in Eingriff stehen. Der Deckel 58 ist auf einer Achse 59 drehbar
gelagert und trägt einen Exzenter 60, welcher beim Öffnen des Deckels in der aus Abb. 6
ersichtlichen Weise durch Auflaufen auf den Steg 56 die Wiege 54 dreht, so daß die
Zehnerübertragungsräder 52 außer Eingriff mit den Ziffernrädern 46 bis 49 kommen und
infolgedessen die drei Ziffernräder 47 bis 49 frei um ihre Welle drehbar sind und auf jeden
beliebigen Wert eingestellt werden können. Das Rad 46 ist jedoch nicht frei drehbar, da
es ja ständig mit dem Zahnrad 44 in Eingriff steht. Der Deckel 58 wird durch eine herausziehbare
Stange 61, welche durch in den Seitenwänden 2 vorgesehene Löcher und
durch Bohrungen 63 in den an dem Deckel angebrachten Lappen hindurchgesteckt ist, in
geschlossener Lage gehalten. Die Stange 61 weist an dem einen Ende einen festen Kopf
62 und an dem anderen Ende eine Bohrung 63 auf, welche zur Anbringung einer Plombe bestimmt
ist.
Auf der Welle 11 ist eine Sperrvorrichtung
gelagert, welche den ganzen Apparat sperrt, wenn sämtliche Ziffernräder 46 bis 49 des
subtrahierenden Zählwerkes auf Null stehen. Die Bauart dieser Sperrvorrichtung ist am
besten aus Abb. 3, 6 und 7 ersichtlich. Die um die Welle n drehbare Sperrklinke 64
wird durch eine Feder 65 gegen den Sperrzahnbogen 7 der mit der Hauptwelle 3 fest
verbundenen Nockenscheibe 5 gepreßt und ist mit dem Arm 66 starr verbunden, so daß
diese beiden Teile zusammen einen Winkelhebel bilden. Der Arm 66 ist oben gegabelt
und trägt vier miteinander starr verbundene Finger 67, welche in je einer Nut 68 der
Ziffernräder 46 bis 49 schleifen und dadurch die Sperrklinke 64 außer Eingriff mit dem
Sperrzahnbogen 7 halten. An einer Stelle ist am Boden der Nuten 68 eine Vertiefung 69
vorgesehen, welche am Umfang des betreffenden Ziffernrades eine solche Lage hat, daß der
betreffende Finger 67 in diese Vertiefung einschnappen kann, wenn das Ziffernrad auf
Null steht (Abb. 7). Da sämtliche Finger 67 starr miteinander verbunden sind, können sie
in die Vertiefungen 69 nur dann einschnappen, wenn sämtliche Ziffernräder 46 bis 49 gleichzeitig
auf Null stehen, und niur in diesem
Falle wird also die Sperrklinke 64 zum Eingriff mit dem Zahnbogen 7 gebracht und dadurch
die Hauptwelle 3 mit dem Handgriff 4 gesperrt und so der ganze Apparat außer Tätigkeit gesetzt. Beim Öffnen des Deckels
58 werden die Finger 67 von den Ziffernrädern 46 bis 49 abgehoben, und zwar mittels
eines an der Wiege 54 angeordneten Stiftes 601, der die Finger 67 in der aus Abb. 6
und 7 ersichtlichen Weise durch Auflaufen auf an den Fingern vorgesehene Schrägflächen
602 verschiebt. iao
Die Einfärbevorrichtung (Abb. 3 und 4) wird durch zwei auf der Hauptwelle 3 be-
festigte Nockenscheiben 70 und 71 (Abb. 1)
betätigt. Diese Nockenscheiben wirken auf zwei auf der Welle 11 drehbar gelagerte
Hebel 72, welche an einem Ende mittels Gelenkverbindungen die Farbrollen 73 tragen,
welche in ihrer hin und her gehenden Bewegung durch Führungen 74 geführt sind. Die
Farbkissen 75 werden durch eine in den Seitenwänden 2 vorgesehene Öffnung 76 (Abb. 2) seitwärts in den Apparat eingeschoben
und können leicht zum Auftragen neuer Farbe herausgezogen werden. Bei der Drehung der Hauptwelle 3 mittels des Handgriffes
4 wirken die Nockenscheiben 70, 71 auf die Hebel 72, so daß die Farbrollen zuerst
über die Farbkissen 75 und dann über die Unterseiten der Stempel 23 und 27 rollen.
Wenn sich die Stempel in ihrer untersten Lage befinden, liegen die Farbrollen 73 vor
den Stempeln, wie in Abb. 4 und 5 gezeigt ist. Bei der Zurückdrehung des Handgriffes 4
werden die Farbrollen durch auf die Hebel 72 wirkende Federn in ihre ursprüngliche
Lage zurückbewegt.
Die auf der Hauptwelle 3 befestigte Nockenscheibe 70 steht mit einer Sperrvorrichtung
in Verbindung, welche eine Umkehrung der Bewegungsrichtung dieser Hauptwelle und des Handgriffs 4 nur in den beiden
Endlagen dieses Handgriffs gestattet. Diese Sperrvorrichtung besteht, wie insbesondere
aus Abb. 3 und 4 hervorgeht, aus einer exzentrisch an der Nockenscheibe 70 drehbar angelenkten
Stange 77, deren anderes Ende an einem an der einen Seitenwand 2 gelagerten
Sperrad 78 in einem exzentrischen Punkt desselben angelenkt ist. Das Sperrad 78 wird
durch eine Sperrklinke 79 gegen Drehung in der einen Richtung gesichert und verhindert
also eine Umkehrung der Bewegungsrichtung des Handgriffs 4 in anderen Lagen als den
in Abb. 3 und 4 dargestellten Endlagen. Um die in diesen Endlagen entstehenden Totpunkte
des als Kurbelmechanismus wirkenden, aus der Stange jy und dem Sperrad 78
bestehenden Systems zu beseitigen, wird das Rad 78 in diesen Lagen durch Federwirkung
um einen kleinen Winkel vorwärts gedreht. Damit der zu stempelnde Brief fest gegen
die Stempel gedrückt wird, ist eine Anpreßvorrichtung für das Briefunterlagekissen vorgesehen
(Abb. 3, 4 und 5). Dieses Kissen 80, auf das also der durch den Schlitz 81 ein-
--. gesteckte Brief beim Stempeln gelegt wird, wird von einem in der Grundplatte 1 bei 82
gelagerten Winkelhebel 83 getragen. Durch eine am oberen Ende dieses Winkelhebels
vorgesehene öffnung ist eine Stange 84 lose hindurchgeführt, deren anderes Ende bei 86
drehbar mit der auf der Hauptwelle 3 fest sitzenden Nockenscheibe 5 ' verbunden ist.
Zwischen dem Kopf 86 der Stange 84 und dem Kniehebelarm 83 sind eine oder mehrere
Druckfedern 85 vorgesehen. Bei der Drehung des Handgriffs 4 und der Hauptwelle 3 in der e5
Pfeilrichtung (Abb. 3) wird also das Kissen 80 !und der darauf gelegte Brief nachgiebig
gegen die Stempel 23 und 27 gepreßt. Bei der Zurückdfehung des Handgriffes 4 geht die
Anpreßvorrichtung in ihre ursprüngliche 7<> Lage zurück.
In Abb. 8 ist eine Vorrichtung gezeigt, welche dazu dient, die Nockenscheibe 18 in
der durch den Griff 21 eingestellten Lage zu sperren, sobald der Handgriff 4 aus seiner
oberen Endlage gedreht wird. Auf der Hauptwelle 3 ist eine Scheibe 87 befestigt, \velche
eine Kurvennut 88 aufweist, in der ein Zapfen 89 gleitet. Dieser Zapfen ist an einem Ansatz
eines Armes 90 befestigt, und der Arm 90 ist um eine Achse 91 drehbar. Bei der Drehung
des Handgriffs 4 wird die Scheibe 87 mitgedreht, und der Zapfen 89, nachdem er das
kurze Kurvenstück 92 durchlaufen hat, hebt beim Übergang zum höher liegenden Kurvenstück
den Arm 90, so daß der in Abb. 8 mit gestrichelten Linien gezeichnete Sperrzahn mit dem Zahnbogen 20 in Eingriff kommt und
; die Scheibe 18 in der eingestellten Lage sperrt. Beim Zurückführen des Handgriffs 4
gehen die Teile in ihre ursprüngliche Lage ! zurück. Die Nockenscheibe 18 und somit auch
der Wertstempel 22 können also nur in der oberen Ruhelage des Handgriffs 4 verstellt
werden.
An den Seitenwänden 2 ist eine Blechschutzhülle festgeschraubt, welche das Innere
des Apparates vollständig abgedeckt und nur mit Fenstern zum Ablesen der beiden Zählwerke
46 bis 49 und 50 versehen ist und einen Schlitz aufweist, durch welchen der Wert-
: einstellgriff 21 hindurchragt, und welcher die
Winkelbewegung dieses Griffes begrenzt, so daß der Zahnbogen 20 nicht außer Eingriff
mit dem Zahnrad 22 kommen kann. Bei der normalen Verwendung des Apparates sind also nur die Handgriffe 4 und 21 zu verstellen.
Wenn ein Datumstempel 27 vorgesehen ist, ist in der Schutzkappe noch ein kleines
Fenster vorgesehen, welches die Einstellung na des Datumstempels von außen ermöglicht.
Die Wirkungsweise der Vorrichtungen ist folgende:
Vor der Verwendung wird im kontrollierenden Amt, beispielsweise im Postamt,
das subtrahierende Zählwerk 46 bis 49 auf einen gewissen Wert eingestellt, welcher z. B.
einer im voraus einbezahlten Summe für Postgebühren entspricht. Diese Summe kann
dann mit dem Apparat in der Form von Wertzeichen gestempelt werden. Zur Einstellung
zieht der kontrollierende Beamte die Stange
6i aus und hebt den Deckel 58, wodurch die kleinen Übertragungszahnräder 52 und die
Finger 67 außer Eingriff mit den Ziffernrädern 46 bis 49 gebracht werden. Die drei
Ziffernräder 47 bis 49 sind dann frei und werden auf die gewünschte, im zugehörigen
Fenster der Schutzhülle abzulesende Summe eingestellt. Das Ziffernrad 46, welches beispielsweise
die um fünf oder zehn Einer schrittweise fortschreitende Summe der Pfennige
darstellt, während die Ziffernräder 47 bis 49 eine Summe in Mark anzeigen, braucht
und kann nicht verstellt werden. Nach Einstellung des subtrahierenden Zählwerkes 46
bis 49 auf den gewünschten Wert, schließt der Beamte den Deckel und steckt die Stange 61
durch und versiegelt sie, z. B. mittels einer durch das Loch 63 hindurchgehenden Schnur
und einer Plombe. Der Apparat ist jetzt gebrauchsfertig.
Der zu stempelnde Brief wird durch den Schlitz 81 eingeführt und ruht dann auf der
Andrückplatte 80. Die Teile nehmen jetzt die in Abb. 1, 2 und 3 gezeigte Ruhelage ein.
Man stellt jetzt durch den Griff 21 den Wertstempel 23 auf den gewünschten Wert ein
und bewegt dann mit der Hand den Handgriff 4 in der Pfeilrichtung in Abb. 2 und 3.
Dadurch wird die Hauptwelle 3 um einen entsprechenden Winkel gedreht, die ihrerseits
sämtliche Einzeleinrichtungen des Apparates unmittelbar oder mittelbar antreibt.
Die Winkel drehung der Hauptwelle wird auf die Nockenscheiben 5 und 6 übertragen,
deren Nocken auf die Zapfen 34 wirken und somit den Stempelrahmen 25, 26 um eine gewisse
Strecke nach abwärts drücken. Die Exzentrizität dieser Nocken ist jedoch so bemessen,
daß der Stempelträger durch ihre Einwirkung nur um etwa die Hälfte seines Abwärtshubes bewegt wird. Die weitere Abwärtsbewegung
des Stempelträgers bewirkt der Zylinder 36 und dessen Kolben, und zwar
dadurch, daß der Stift 42 der Nockenscheibe 5 bei der Drehung der Hauptwelle 3 gegen den
Bügel 40 anschlägt und diesen nebst dem Kolben nach unten drückt. Der Kolben drückt
das in dem Zylinder 36 befindliche Druckmittel zusammen und übt dadurch auf diesen
einen Druck aus, der durch den Arm 30 auf den Stempelträger übertragen wird und den
Stempel auf das Kissen 80 und den darauf gelegten Brief niederpreßt. Die untere Endlage
dieser Teile ist in Abb. 5 mit voll ausgezogenen Linien dargestellt. Das Druckmittel
unter dem Kolben strömt an dessen Umfang allmählich nach der Oberseite des Kolbens über, und wenn der Kolben nach dem
vollständigen Niederdrücken des Stempels bis unter die obere Mündung des Rohres 41 gedrückt
ist, strömt das Druckmittel durch dieses Rohr nach der Oberseite des Kolbens, so daß der Druck auf den Zylinder 36 aufhört
und die Feder 35 den Zylinder 36 eine kurze Strecke aufwärts drücken kann. Die Teile
nehmen dann die in Abb. 5 mit gestrichelten Linien gezeigte Lage ein. Der Stempel wird
hierbei etwas von dem Kissen 80 abgehoben und ist von dem Handgriff 4 ganz entkuppelt.
Es ist daher unmöglich, etwa durch vorsiehtiges Heben des , einmal niedergedrückten
Handgriffes 4 den Stempel etwas zu heben, so daß der gestempelte Brief gegen einen ungestempelten
umgetauscht und letzterer auch gestempelt werden kann, ohne daß das Zählwerk beeinflußt wird. Ein betrügerisches
Stempeln ist also bei der Verwendung des Apparates völlig ausgeschlossen.
Bei der Zurückdrehung des Handgriffes nach erfolgtem Stempeln schlägt der Stift 42
gegen die Nase 43 und bringt dadurch diese Teile in ihre Ruhelage zurück.
Bei dieser Winkeldrehung der Hauptwelle 3 wird auch das Rädersystem 8, 9, 10 so weit
mitgenommen, wie es der jeweiligen Einstellung des Griffes 21 entspricht, d. h. eine
dieser Einstellung und dem davon abhängigen gestempelten Wert entsprechende Anzahl Einheiten
(z. B. Pfennige) wird über das Zahnrad 44 in das subtrahierende und das addierende
Zählwerk übertragen. Die jeweilige Einstellung des Griffes 21 bestimmt ja die
jeweilige Lage des Nockens 19 (Abb. 2 und 8), und letztere bestimmt ihrerseits den Umfangspunkt,
an welchem die anfangs auf dem höheren Teil des Umfanges dieser Scheibe 18
schleifende Schaltklinke 14 zum Eingriff mit dem Schaltrad 8 gebracht wird. Das Schaltrad
8 und das damit starr verbundene Zahnrad 10 machen also nur einen den jeweiligen
Stempelwert entsprechenden Teil der Winkelbewegung der Hauptwelle mit und eine diesem Wert entsprechende Anzahl Einheiten
wird auf die beiden Zählwerke übertragen. Diese Anzahl wird dabei von der im subtränierenden
Zählwerk 46 bis 49 eingestellten ■ Summe subtrahiert, jedoch zur Summe im
addierenden Zählwerk 50 addiert. Letzteres Zählwerk dient hauptsächlich als eine zusätzliche
Kontrolle. Bei der Zurückbewegung des Handgriffes 4 bleiben die beiden Zählwerke
unbeeinflußt.
Bei der genannten hin und her gehenden Winkelbewegung der Hauptwelle 3 werden
auf die schon beschriebene Weise die Stempel 23 und 27 durch das Farbwerk eingefärbt
und das Kissen 80 nebst dem daraufgelegten Brief nachgiebig gegen die Stempel gepreßt,
wobei gleichzeitig die in Abb. 8 gezeigte Sperrvorrichtung die Drehung des Stempels
23 und des Einstellgriffes 21 verhindert. Die letztgenannte Anordnung verhindert also, daß
man betrügerisch anfangs den Stempel auf einen kleinen Wert einstellt und diesen
kleinen Wert auf die Zählwerke überträgt, um kurz vor dem Ende des Stempelhubes
einen höheren Wert einstellen und diesen fälschlich auf den Brief zu stempeln. Jeder
Betrug ist also bei dem Apparat von vornherein ausgeschlossen.
Am Ende des Abwärtshubes des Stempels, ίο d.h. in dem Augenblick, in welchem das
Stempeln geschieht, nehmen die Teile die in den Abb. 4, 5 und 8 gezeigte Lage ein. Die
Benutzung der Vorrichtung ist so lange freigegeben, als noch eine genügende Summe im
subtrahierenden Zählwerk angezeigt bleibt. Während des Subtrahierens bleiben die Ziffernräder
49, 48 und 47 in der genannten Ordnung in bekannter Weise auf Null stehen, wenn die Hunderter bzw. Zehner bzw. Einer
verbraucht sind. Die starr miteinander verbundenen Finger 67 bleiben dabei neben den
Ziffernrädern 49, 48 und 47 gerade vor den betreffenden. Vertiefungen 69 stehen, können
aber nicht darin einschnappen, da der vierte Finger am Boden der Nut 68 des Rades 46
schleift und nicht vor der entsprechenden Vertiefung 69 liegt. Sobald aber auch das
Rad 46 auf Null kommt, schnappen sämtliche Finger 67 in die dann zum erstenmal in
einer Gerade liegenden, d. h. sich deckenden Vertiefungen 69 ein und die Sperrklinke 64
wird ausgelöst und verhindert ein weiteres Stempeln, bis der Apparat wieder auf dem
Kontrollamt auf eine neue beliebige Summe eingestellt worden ist.
Es können zwei oder mehrere unabhängig voneinander einstellbare, aber gemeinsam auf
die Zählwerke wirkende Einstellscheiben nach Art der Scheibe 18 vorgesehen werden, welche
je eine Ziffer (Einer, Zehner usw.) im Wertstempel einstellen. Das Fassungsgebiet der
einstellbaren Werte wird dadurch erheblich vergrößert.
Zweckmäßig wird der Apparat außerdem mit sonstigen von Rechenmaschinen her bekannten
Einrichtungen versehen. So kann man die federbelastete Sperrklinke 13 am
Ende des Hubes des Handgriffes 4 zwangsläufig (von der Welle 3 aus) zum Eingriff
mit dem Schaltrad 9 bringen, damit letzteres sicher zum Stillstand gebracht wird und
nicht infolge der bei der Drehung in Bewegung gesetzten Schwungmasse des Systems
weiterläuft. Ferner kann an dem Zahnrad 22 des Stempels 23 ein Kugeigesperre o. dgl. angeordnet
werden, teils um die Einstellung des Stempels in der richtigen Lage mit einer Seitenfläche parallel zur Grundplatte 1 zu erleichtern
und teils uni durch eine geeignete Steuerung mittels Anschlägen oder Gleitflächen
den Stempel in der eingestellten Lage zu sperren, wenn er am Ende seines Abwärtshubes
außer Eingriff mit dem Zahnbogen 20 ■ kommt.
Die 'aus den Fingern 67 und den zugehörigen Teilen bestehende Sperrvorrichtung kann
selbstverständlich auch bei addierenden Zählwerken verwendet werden, um die Sperrung
des Wertstempelapparates bei der Erreichung eines bestimmten Betrages zu bewirken.
Schließlich brauchen die Finger oder Haken 67 nicht starr miteinander verbunden zu
sein, sondern jeder derselben kann einzeln drehbar und mit Vorsprüngen ausgestattet
sein, welche den nächstfolgenden Finger am Einschnappen in die betreffende Vertiefung
69 hindern, bevor der nächstvorangehende eingeschnappt ist, so daß also der Vorsprung des
Hunderterhakens das Einschnappen des Zehnerhakens usw. verhindert. Sämtliche Finger 67 können also auch in diesem Falle
erst dann einschnappen, wenn sämtliche Ziffernräder 46 bis 49 auf Null stehen.
Gegebenenfalls kann auch das Ziffernrad 46 mittels eines auf der Wiege 54 gelagerten
Zwischenrades mit dem Zahnrad 44 verbunden sein, so daß auch das Ziffernrad 46 beim
Heben des Deckels 58 frei wird und mit den übrigen Ziffernrädern 49 bis 47 eingestellt
werden kann.
Claims (1)
- Patentanspruch :Wertstempelapparat zur Stempelung von verschiedenen Werten mittels eines drehbaren, auf mehrere Werte einstellbaren Stempelkörpers, dessen jeweils eingestellter Wertbetrag auf ein Zählwerk oder mehrere Zählwerke durch die für alle Wertbeträge gleich große Drehung einer mit dem Antriebswerk des Apparates verbundenen Schaltklinke übertragen wird, deren Eingriffsdauer in ein nur in einer Richtung drehbares, mit den Zählwerken in dauerndem Eingriff stehendes Schaltrad durch \ron den Einstellgliedern verstellte Steuerorgane geregelt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaltklinke (14) auf dem Nocken einer den Stempelkörper (23) auf die verschiedenen Werte einstellenden drehbaren Nockenscheibe (18) unter Feder druck derart geführt ist, daß sie nur über den letzten Teil ihres Hubes entsprechend der Einstellung der Nockenscheibe (18) und dem eingestellten Stempelwert in das Zählwerksschaltrad (18) eingreift. 'Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Family
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