DE564648C - Schiffsform - Google Patents
SchiffsformInfo
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- B63—SHIPS OR OTHER WATERBORNE VESSELS; RELATED EQUIPMENT
- B63B—SHIPS OR OTHER WATERBORNE VESSELS; EQUIPMENT FOR SHIPPING
- B63B1/00—Hydrodynamic or hydrostatic features of hulls or of hydrofoils
- B63B1/02—Hydrodynamic or hydrostatic features of hulls or of hydrofoils deriving lift mainly from water displacement
- B63B1/04—Hydrodynamic or hydrostatic features of hulls or of hydrofoils deriving lift mainly from water displacement with single hull
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Description
Eine wichtige Aufgabe der Schiffbautechiiik
besteht darin, das Schiff mit möglichst kleinem Widerstand zu entwerfen. Zahlreiche
hierauf abzielende Verbesserungen an Schiffsformen sind bekannt, unter anderen hohle
oder S-schlagförmige Wasserlinien mit im Bereiche der Konstruktionswasserlinie eingezogenen
Vorschiffsspanten, auch neuerdings sich verbreiternde bulbförmige Vorderschiffe
to usw. Bisher werden die im Einzelfall günstigsten Formen durch Schleppversuche ermittelt;
es fehlte an einer praktischen Regel, nach der derartige Schiffsformen von vornherein
so entworfen werden konnten, daß ohne Vornahme kostspieliger Versuche die
erwartete Wirkung in jedem Fall, d. h. bei jeder Schiffslänge und Konstruktionsgeschwindigkeit,
eintrat. Insbesondere war es für die hohle Wasserlinie nicht genau bestimmt, an welcher Stelle die Einziehung für verschiedene
Geschwindigkeiten stattfinden sollte. Deshalb geschah es oft, daß solche Wasserlinien
und Spanten statt der erwarteten Widerstandsverminderung eine Vergrößerung des Schiffswiderstandes hervorriefen,- so daß man
schließlich z. B. die S-schlagförmigen Wasserlinien ganz verlassen hat.
Die Auffindung eines Gesetzes ermöglicht es nun, die S-schlagförmige oder hohle
Wasserlinie des Vorderschiffes mit stets gleichbleibender Sicherheit zwecks Widerstandsverminderung
anzuwenden.
Bekanntlich setzt sich der Widerstand der Fortbewegung von Schiffen aus zwei Faktoren
zusammen, nämlich aus dem Reibungswiderstand und dem Formwiderstand. Ersterer ist,
abgesehen von der Geschwindigkeit, im wesentlichen durch die Größe der benetzten Oberfläche
und deren Zustand bedingt. Der Formwiderstand wird erfindungsgemäß durch die Wahl einer bestimmten Schiffsform mit im
Bereich der Konstruktionswasserlinie eingezogenen Vorschiffsspanten verringert, welche
dadurch gekennzeichnet ist, daß das Maximum der Einziehung der Längsrichtung nach in
einer Entfernung von 1 -7= — 1J — vom vorderen
Lot liegt, wobei V die Schiffsgeschwindigkeit in Knoten und L die Schiffslänge in
Meter bedeutet.
Zahlreiche Modellschleppversuche ' haben erwiesen, daß von Schiffen gleicher Verdrängung
und Abmessung dasjenige stets kleineren Widerstand zur Fortbewegung erleidet, welches an der formelmäßig bestimmten Stelle
eine Einziehung der Spanten im Bereiche der Konstruktionswasserlinie am Vorderschiff
aufweist.
Die Erfindung soll nunmehr an Hand der Zeichnungen näher erläutert werden.
Abb. ι stellt die Risse verschiedener Schiffsspanten der gewöhnlichen Bauarten wie
auch derjenigen gemäß der Erfindung dar und
Abb. 2 die Spantenskala sowohl für eine gewöhnliche Schiffsform als auch für eine
solche gemäß der Erfindung. In dieser Abbildung ist in gleicher Weise der Linienriß
eines Schiffes schematisch angedeutet mit dem Profil der Wellen, die sich bei gewöhnlicher
Schiffsform (X) bzw. bei jener gemäß der Erfindung (Y) bilden.
Abb. 3 ist ein horizontaler Halbschnitt in der Höhe der Wasserlinie durch eine gewöhnliche
Schiffsform und durch jene gemäß der Erfindung.
In sämtlichen Abbildungen beziehen sich ίο die schwachen Linien auf die gewöhnliche
Schiffsform und die starken, sowohl voll ausgezogenen als auch gestrichelten Linien auf
jene gemäß der Erfindung.
Das mechanische Ähnlichkeitsgesetz, das auch für Schiffe anwendbar ist, besagt, daß
sich die Geschwindigkeiten geometrisch ähnlicher Körper wie die Quadratwurzeln der
linearen Dimension verhalten. Um die Geschwindigkeiten von Schiffen zu vergleichen,
bedient man sich gewöhnlich der Verhältniszahl —=, wobei V die Geschwindigkeit in
Knoten und L die Länge des Schiffes in Meter bezeichnet.
Schleppversuche und die auch in der tatsächlichen Schiffahrtspraxis gewonnenen Beobachtungen
haben gezeigt, daß die Form, Höhe und Ausbildung des Systems der vom Bug divergierenden und durch das in Fahrt
befindliche Schiff erzeugten Bugwellen zufolge des direkten Widerstandes außerordentlich
vom Riß des Vorderschiffes abhängig sind.
Eine theoretische Erklärung für die Wider-Standsverringerung bei Anwendung einer Einziehung
im Vorschiff nach der Erfindung läßt sich in folgender Weise geben:
Bei einem verhältnismäßig kleinen Koeffi-
V
zienten -=, von beispielsweise dem Wert I,
zienten -=, von beispielsweise dem Wert I,
YL
entsteht fast keine Bugwelle, weil die Wasserfäden die Möglichkeit haben, die Schiffsform
zu umströmen, und weder Wellen noch Wirbel bilden. Wenn dagegen die Geschwindigkeit
zunimmt, stößt der Bug sozusagen eine Wassermasse vor sich her (die in den beiden
nachstehend erläuterten Abb. 4 und 5 durch die schraffierte FlächeJi dargestellt wird).
Es wird nun bei vorliegender Erfindung davon ausgegangen, daß der Angriffspunkt
des Formwiderstandes auf jeder Schiffsseite in einem Punkte C liegt (s. Abb. 4), der sich
entsprechend dem Anwachsen der Geschwindigkeit immer mehr gegen die Mitte des
Schiffes in der Längsrichtung verschiebt.
Wenn angenommen wird, daß für —= — 1 der
Angriffspunkt des Formwiderstandes am
Vorsteven, für —= = 3 auf halber Schiffs-YL
länge liegt, ergibt sich der Abstand X dieses Punktes, gemessen in Meter vom Bug des
Schiffes, für beliebige —= Werte zu T L
]/L
Vor dem Punkte C, welcher durch die Abszisse X bestimmt wird, sind die durch die
Wassermasse auf die Schiffsfianken ausgeübten dynamischen Drucke beträchtlich, während
sie hinter dem Punkte C rasch auf unbedeutende Werte fallen.
In Abb. 5 stellt die Linie A die halbe Wasserlinie eines Schiffes der üblichen Form
dar. Die Linie B stellt die halbe Wasserlinie einer Schiffsform gemäß der Erfindung dar.
An einem Punkt der variablen Abszisse x, der vor dem Punkt X liegt, und für dieselbe
Größe der Resultierenden P der senkrecht zu einem Flächenelement der Schiffsflanke in
diesem Punkte gerichteten Drucke (Po = Py)
geht hervor, daß die Komponente dieses Druckes in der Fahrtrichtung für die Schiffsform
B wesentlich kleiner ist als diejenige für die Schiffsform^:
Kr <-Ko ■
Die zur Fahrtrichtung senkrechten Korn- go ponenten Q heben sich wegen der Symmetrie
der Wasserlinien paarweise auf.
Das Umgekehrte tritt ein für einen Punkt der variablen Abszisse.ν hinter dem PunktX,
für den
R'V>K
ist. Dies ist jedoch ohne Bedeutung, da, wie gesagt, die absolute Größe der dynamischen
Drucke sehr gering ist, so daß die Summe der Horizontalkomponenten R vor dem
Punkte .ΛΓ bei weitem die unwesentliche Vergrößerung
der Summe der Horizontalkomponenten/? hinter dem Punkte X überwiegt.
Hieraus geht mit aller Deutlichkeit der Vorteil hervor, der aus der Verkleinerung des
Angriffswinkels des Schiffes vor dem Punkt X gemäß der Erfindung resultiert:
<P<a.
Andererseits bildet die durch das Schiff gemäß der Abb. 4 vor sich her geschobene
Wassermasse M eine Art von Puffer vor dem Schiff und erzeugt eine Abweichung in der
natürlichen Bildung der divergierenden Bugwelle^ indem sie ihre Ausdehnung, ihre Höhe
und ihren natürlichen Öffnungswinkel Ui1 vergrößert,
der bei einer Wasserlinienform B ge mäß der Erfindung nicht vergrößert wird,
sondern der nur bei der üblichen Form .4 auf einen Wertd/, anwächst (Abb. 4, links).
In vorstehendem ist nur die Arbeitshypothese wiedergegeben, aus der die Schiffsform
nach der Erfindung entwickelt worden ist. Die angestellten Schleppversuche haben in
jedem Fall ergeben, daß eine Widerstandsverminderung dann eintritt, wenn die Einziehung
nach der Erfindung geformt ist.
Es sollen nunmehr die Abbildungen im einzelnen näher erläutert werden.
ίο In Abb. ι sind rechts die verschiedenen
Spanten des Vorschiffes und links diejenigen des Hinterschiffes dargestellt. Wie oben erwähnt,
stellen die schwachen Linien i, 2, 3 usw. die Spanten dar,' die in der bisherigen
Weise entworfen sind; die starken Linien, und zwar die voll ausgezogenen. A, B, C usw.,
sowie die gestrichelten, a, b, c usw., stellen zwei Varianten der Bauart nach der Erfindung
dar; die schraffierten Teile lassen den
?" Unterschied erkennen, der zwischen den entsprechenden
Spantenrissen besteht.
Bei den gewöhnlichen Bauarten sind meist die Spanten am Vorschiff in Höhe der Wasserlinie
auswärts geneigt, wie dies in Abb. 1 an den Spanten 1 und 2 ersichtlich ist.
Wie nun leicht verständlich ist, übt während der Fortbewegung des Schilfes das
Spant I, wenn es sich in Bewegung befindet, auf das Wasser nicht nur verschiedene waagerecht
gerichtete Einzelkräfte aus, deren Resultierende in Richtung der Achse des Schiffes
verläuft, sondern es entsteht außerdem auf der ganzen Länge des oberen eingetauchten
Teiles des Spants eine senkrecht gerichtete Kraft in der Krümmung des Spants, sozusagen
an jedem seiner Punkte, wodurch das Spant ι das Bestreben hat, das Wasser unterhalb
des waagerechten Risses, wenn es an dem fraglichen Punkt vorbeikommt, zurückzustoßen,
falls das Spant an diesem Punkte zur Senkrechten geneigt ist. Diese Kraft ist es,
die die Höhe der Bugwelle vermehrt, die eine Folge des Formwiderstandes ist.
Indem man nun die verschiedenen Spanten des Schiffes, insbesondere die am Vorschiff
derart anordnet, daß die in dem unterhalb der Wasserlinie gelegenen Teil merklich senkrecht
gerichtet sind, wie dies bei den Spanten A, B, C der Abb. 1 der Fall ist, vermindert
man in sehr merklichem Grade den Formwiderstand.
Gibt man sogar diesen Spanten eine deutlich konkave Form, wie in Abb. 1 gestrichelt
dargestellt, so erreicht man, daß die Höhe der Bugwelle noch mehr abfällt; die konkave
Gestaltung verschlingt sie gewissermaßen. Der Krümmungsmittelpunkt wandert bis an
die Wasseroberfläche nach oben gehend und in Längsrichtung bis zum Teil des Schiffes,
wo die Welle die Neigung hat zu fallen und ein Wellental zu bilden.
In Abb. 2 ist ein Längsschnitt eines Schiffsrumpf es dargestellt; in dieser Abbildung sind,
wie in Abb. i, die Höhen der Bugwellen λ'
und Y eingezeichnet, die in den beiden betrachteten Fällen entstehen und die eine
Folgeerscheinung des direkten Widerstandes sind. Man erkennt, daß diese Höhe sehr
merklich vermindert wird bei einer Schiffsform gemäß der Erfindung.
In Abb. 2 ist ebenfalls die Spantenskala der beiden entsprechenden Schiffe eingetragen,
d. h. die Kurven, welche über der Abszisse gleich der Länge des Schiffes so gezeichnet werden, daß ihre Ordinaten den
Flächeninhalt der Spanten an den betreffenden Stellen angeben und ihre Flächen die
Verdrängungen darstellen. Die Betrachtung dieser Spantenskala zeigt, daß ein Schiffsrumpf
gemäß der Erfindung viel geringere Spantenflächen an den äußeren Teilen und viel größere Spantenflächen an dem mittleren
Teil als sonst üblich hat. Die größte Entziehung an Spantenflächen in dem durch die
obige Formel bestimmten Abstandet tritt dadurch in Erscheinung, daß an der betreffenden
Stelle der kleinste Krümmungshalbmesser für die Spantenskala besteht.
In der Abb. 3, die schematisch den horizontalen Halbschnitt in Höhe der Wasserlinie
für eine gewöhnliche Schiffsform und jene gemäß der Erfindung darstellt, sind die
verschiedenen Lagen der Angriffspunkte des Formwiderstandes, durch die Formel
— bestimmt, auf der Ab-
szisse aufgetragen. Für den Wert 77== = 1 befindet
sich der Angriffspunkt am vorderen
Lot und für den Wert r~= ~ 3 in der Schiffs-
\ L.
mitte.
mitte.
Nimmt man nun an, daß man ein Schiff bauen will mit einer gegebenen Wasserverdrängung
sowie mit gegebener Länge und Geschwindigkeit, so ergibt die obige Formel die Stelle, wo für ein solches Schiff der Angriffspunkt
für den Formwiderstand liegt. So wird z. B. für ein Schiff von 225 m Länge und 24 Knoten Geschwindigkeit
X= -4= Ä* —
wobei 24
I/225
225
33,75
I/225
ist.
Der Vorgang beim Entwerfen besteht gemäß der Erfindung darin, daß man an dieser
Stelle dem Schiffsrumpf eine so scharf geschnittene Form gibt, als dies mit Rück-
sieht auf die innere Einrichtung möglich ist. Diese Verminderung der Breite des Vorschiffes
an dieser Stelle wird ausgeglichen durch eine Verbreiterung an anderen Stellen, derart, daß die gleiche Wasserverdrängung
beibehalten wird.
Um ζ. B. das obenerwähnte Schiff mit dem
γ
Koeffizienten -— = i,6 zu bauen, ist es nötig,
Koeffizienten -— = i,6 zu bauen, ist es nötig,
ίο daß der Rumpf an dem entsprechenden Punkt
des Schaubildes der Abb. 3 so eingezogen als möglich ist, was gestattet, die ganze Gestalt
des Rumpfes zu entwerfen unter Berücksichtigung der übrigen Bedingungen. Man erhält
so z. B. den in starker Linie dargestellten Riß, während der gewöhnliche Riß in schwach
ausgezogener Linie veranschaulicht ist.
Claims (1)
- Patentanspruch:Schiffsform mit im Bereich der Konstruktionswasserlinie eingezogenen Vorschiffsspanten, dadurch gekennzeichnet, daß das Maximum der Einziehung der Längsrichtung nach in einer Entfernungij vom vorderen Lot liegt, 2^vonI V χ\ι —. j. ι\VL Jwobei V die Schiffsgeschwindigkeit in Knoten und L die Schiffslänge in Meter bedeutet.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEY549D DE564648C (de) | 1928-05-08 | 1928-05-08 | Schiffsform |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEY549D DE564648C (de) | 1928-05-08 | 1928-05-08 | Schiffsform |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE564648C true DE564648C (de) | 1932-11-21 |
Family
ID=7617373
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEY549D Expired DE564648C (de) | 1928-05-08 | 1928-05-08 | Schiffsform |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE564648C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1097844B (de) * | 1958-05-20 | 1961-01-19 | Cantieri Riuniti Dell Adriatic | Bugform fuer Schiffe, auch mit Bugwulst, insbesondere fuer Tanker und Frachtschiffe |
| DE1179821B (de) * | 1960-03-17 | 1964-10-15 | Maierform Holding Sa | Vorschiffsform |
-
1928
- 1928-05-08 DE DEY549D patent/DE564648C/de not_active Expired
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1097844B (de) * | 1958-05-20 | 1961-01-19 | Cantieri Riuniti Dell Adriatic | Bugform fuer Schiffe, auch mit Bugwulst, insbesondere fuer Tanker und Frachtschiffe |
| DE1179821B (de) * | 1960-03-17 | 1964-10-15 | Maierform Holding Sa | Vorschiffsform |
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