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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Übertragung
eines Zeitmultiplex-Rahmens, im Folgenden als TDM bezeichnet, über ein
MPLS-Netzwerk, wobei der Rahmen eine Vielzahl von Zeitschlitzen
mit speziellen Bandbreiten enthält.
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Das
europäische
und asiatische SDH (Network Node Interface for the Synchronous Digital
Hierarchy; siehe International Telecommunication Union, Empfehlung
G.707, März
1996) und sein amerikanisches Gegenstück SONST (Synchronous Optical
Network Transport Systems; siehe GR-253-CORE, Ausgabe 2, Revision
A, Dezember 1997) sind unflexible, auf TDM (Time Division Multiplexing,
Zeitmultiplex) basierende Übertragungs-Architekturen.
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Diese
optischen Netzwerke haben eine große Bandbreite, eine gute Zuverlässigkeit
und werden meistens zur Sprachübertragung
benutzt, was einen immer größeren Erfolg
hat. SDH/SONET schlägt
eine Rahmenstruktur vor, in der die verschiedenen Zubringersignale
durch synchronisierte Verschachtelung von Oktetten gemischt oder
gemultiplext werden, und in virtuelle Container einer gegebenen
Größe zusammengefasst werden.
Eine gegebene Anzahl von zusammenhängenden Containern wird in
Zeitschlitzen gesendet. Die Bandbreite (Größe, Datenrate) der Zeitschlitze
hängt von
der optischen Hierarchie von SDH/SONET und von der Übertragungsstruktur
des Netzwerks aus optischen Fasern ab (siehe ITU; Standard G.803
Architectures of Transport networks based an the synchronous digital
hierarchy).
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Die
Hierarchieebene gibt die Leitungs-Datenrate der Kommunikation in
der in Tabelle 1 für
SDH und SONST angegebenen Art und Weise an, wobei STM (Synchronous
Transport Module) und OC (Optical Container) Datenträger-Einheiten
sind.
| Optische
SDH-Ebene | Optische
SONST-Ebene | Leitungs-Datenrate
I (MBit/s) |
| | OC-1 | 51 |
| STM-1 | OC-3 | 155 |
| STM-4 | OC-12 | 622 |
| STM-16 | OC-48 | 2500 |
| STM-64 | OC-192 | 10000 |
| STM-128 | OC-384 | 20000 |
| STM-256 | OC-768 | 40000 |
Tabelle
1
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Die Übertragungsstruktur
von SDH/SONET begründet
die Anzahl von Kanälen,
die für
die Übertragung
bei der SDH/SONET-Leitungs-Datenrate
benutzt werden.
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Die
gesamte Leitungs-Datenrate kann auf einem "verketteten" (oder "freien") Kanal übertragen werden, was bedeutet,
dass die gesamte Leitungs-Datenrate als einzelner Kommunikationskanal
zur Verfügung steht,
und dass die gesamte Leitungs-Datenrate durch einen einzigen Fluss
von Zeitschlitzen benutzt werden kann.
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Andernfalls
kann die Leitungs-Datenrate "kanalisiert" werden, und die
Leitungs-Datenrate wird in mehrere Kanäle mit fester Datenrate unterteilt.
Zum Beispiel kann die Nutzinformation einer OC-48-Verbindung in vier
OC-12-Kanäle
unterteilt werden. In diesem Fall ist die Datenrate eines einzelnen
Zeitschlitz-Flusses durch und auf die Bandbreite eines einzelnen
Kanals begrenzt.
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Zusammenfassend
kann man sagen, dass SDH/SONET-Rahmen auf synchronisierte Weise
durch Aufeinanderfolge von Zeitschlitzen einer vordefinierten Bandbreite übertragen
werden, wobei die Bandbreite des Zeitschlitzes von den Bedingungen
der SDH/SONET-Übertragung
abhängt.
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MPLS-Netzwerke
(Multiprotocol Label Switching Architecture; siehe Internet Engineering
Task Force, RFC 3031) sind drahtgebundene Netzwerke, die eine gute
Handhabbarkeit für
die Bandbreiten-Verwaltung und die Entwicklung der Dienstgüte hinsichtlich
der Skalierbarkeit, der Leitweglenkung und der Anpassungsfähigkeit
bereitstellen. In einem MPLS-Netzwerk
werden die Daten durch Pakete auf LSPs (Label Switched Paths) übertragen,
die spezielle Bandbreiten haben.
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Die Übertragung
von SDH/SONET-Rahmen über
ein MPLS-Netzwerk
ist erforderlich, wenn ein SDH/SONET-Netzwerk durch ein MPLS-Netzwerk
geht, weil kein anderer Pfad vorhanden ist, oder weil ein Netzbetreiber
die auf dem SDH/SONET-Netzwerk übertragene
Information steuern und überwachen
möchte.
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Ein
Prozess zur Übertragung
eines SDH/SONET-Rahmens über
ein MPLS-Netzwerk wird in der internationalen Patentanmeldung
WO 02/17542 beschrieben.
Er besteht darin, den SDH/SONET-Rahmen,
oder genauer jeden zugehörigen
Zeitschlitz zu beschneiden, wenn er in das MPLS-Netzwerk eintritt,
um Pakete mit gegebener Bandbreite zu erzeugen, welche die bereits
existierenden LSPs des MPLS-Netzwerks durchlaufen können. Der
Schnitt erfolgt entsprechend der Bandbreite der vorhandenen LSPs.
Die Zeitschlitze und somit der SDH-SONET-Rahmen werden dann am Ausgang
des MPLS-Netzwerks rekonstruiert (wieder zusammengesetzt), indem
alle Pakete nacheinander neu angeordnet werden. Der Schnitt und
die Rekonstruktion des SDH/SONET-Rahmens erfolgen jeweils in Eingangs-
und Ausgangs-Routern
des MPLS-Netzwerks.
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Dieser
Prozess garantiert keine optimale Übertragung der SDH/SONET-Rahmen,
weil die Zeitschlitze zerschnitten werden müssen und die Rekonstruktion
kompliziert ist. Darüber
hinaus wird die Dynamik des SDH/SONET-Rahmens nicht berücksichtigt.
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Es
ist die Aufgabe der Erfindung, die oben erwähnten Nachteile zu beseitigen,
indem ein Verfahren bereitgestellt wird, bei dem die Übertragung
in das MPLS-Netzwerk dynamisch an die TDM-Rahmen angepasst wird,
insbesondere an SDH/SONET-Rahmen,
und die komplizierte Rekonstruktion der TDM-, bzw. SDH/SONET-Rahmen
vermieden wird.
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung wird ein Prozess bereitgestellt, einen Zeitmultiplex-(TDM)-Rahmen über ein
MPLS-Netzwerk zu übertragen,
wobei der Rahmen eine Vielzahl von Zeitschlitzen mit speziellen Bandbreiten
umfasst, und durch folgende Schritte gekennzeichnet ist:
- – Bestimmung
der entsprechenden Bandbreite der Zeitschlitze des Rahmens;
- – Für jeden
Zeitschlitz des Rahmens Erzeugung und Reservierung eines Label Switched
Path (LSP) in dem MPLS-Netzwerk,
der eine Bandbreite hat, die im Wesentlichen identisch zur Bandbreite
des Zeitschlitzes ist;
- – Weiterleitung
jedes Zeitschlitzes über
das MPLS-Netzwerk in einem entsprechenden Label Switched Path.
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Entsprechend
einer anderen Ausführung
der Erfindung ist der TDM-Rahmen ein SDH/SONET-Rahmen.
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Demzufolge
können
die Zeitschlitze des SDH/SONET-Rahmens über das MPLS-Netzwerk gesendet werden,
ohne abgeschnitten zu werden, was die Rekonstruktion des Rahmens
erleichtert und den Übertragungsprozess
verkürzt.
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Weiterhin
gemäß der vorliegenden
Erfindung wird ein Router zur Übertragung
eines TDM-Rahmens über
ein MPLS-Netzwerk bereitgestellt, wobei der Rahmen eine Vielzahl
von Zeitschlitzen mit speziellen Bandbreiten enthält, dadurch
gekennzeichnet, dass er für
folgendes ausgelegt ist:
- – Erkennung der entsprechenden
Bandbreite der Zeitschlitze des Rahmens;
- – Für jeden
Zeitschlitz des Rahmens Erzeugung und Reservierung eines Label Switched
Path (LSP) in dem MPLS-Netzwerk,
der eine Bandbreite hat, die im Wesentlichen identisch zur Bandbreite
des Zeitschlitzes ist;
- – Weiterleitung
jedes Zeitschlitzes über
das MPLS-Netzwerk in einem entsprechenden Label Switched Path.
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Weiterhin
entsprechend der vorliegenden Erfindung wird ein SDH/SONET-Netzwerk
bereitgestellt, das den oben beschriebenen Router enthält.
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Die
vorliegende Erfindung wird besser verstanden und eingeschätzt, wenn
man auf die folgende Beschreibung in Verbindung mit den Zeichnungen
Bezug nimmt, in denen:
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1 ein
schematisches Blockdiagramm des Prozesses der Übertragung eines SDH/SONET-Rahmens über ein
MPLS-Netzwerk gemäß der Erfindung
ist.
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2 ein
schematisches Blockdiagramm des SDH/SONET-/MPLS-Routing-Prozesses
gemäß der Erfindung
ist.
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1 zeigt
schematisch den Prozess der Übertragung
eines SDH/SONET-Rahmens 1 über ein MPLS-Netzwerk 2.
Ein eintreffender SDH/SONET-Rahmen 1, der auf einem SDH/SONET-Netzwerk 3 übertragen
wird, besteht aus mehreren Zeitschlitzen TS, zum Beispiel in 1 aus
drei, TS1, TS2, TS3. Diese Zeitschlitze TS1, TS2, TS3 haben gegebene
Bandbreiten entsprechend der Struktur und der Konfiguration des SDH/SONET-Netzwerks 3.
Die Zeitschlitze TS1, TS2, TS3 gelangen über einen Eingangs-SDH/SONET-/MPLS-Border-Router 4 in
das MPLS-Netzwerk 2.
Jeder Zeitschlitz TS1, TS2, TS3 wird aus dem SDH/SONET-Rahmen entnommen,
dann weitergeleitet und entsprechend in den Eingangs-Router 4 auf
einem speziellen Label Switched Path LSP1, LSP2, LSP3 in das MPLS-Netzwerk 2 bis
zu einem Ausgangs-SDH/SONET-/MPLS-Border-Router 5 als MPLS-Datenpaket
TS1', TS2, TS3' übertragen. In diesem Ausgangs-Router 5 werden
die MPLS-Datenpakete TS1',
TS2', TS3' als Zeitschlitze
TS1, TS2, TS3 rekonfiguriert, die wieder zusammengesetzt werden,
um einen abgehenden SDH/SONET-Rahmen 1 zu bilden, der zu
dem eintreffenden SDH/SONET-Rahmen 1 identisch ist und
auf einem empfangenen SDH/SONET-Netzwerk 3 übertragen
wird.
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2 zeigt
im Detail einen Teil des Prozesses aus 1, spezieller
wie der SDH/SONET-Rahmen 1 im Eingangs-Router 4 verarbeitet
wird. Der Eingangs-Router 4 besteht aus einem Überwachungs-Modul 6,
einer adaptiven Lastausgleichs-Anwendungs-Komponente 7 und
einem Leitweglenkungs- und Weiterleitungs-Modul 8.
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Das
eingebettete Überwachungs-Modul 6 erkennt
die Zusammensetzung des eintreffenden SDH/SONET-Rahmens 1.
Es erkennt automatisch die Anzahl und die Art der Zeitschlitze und
die Bandbreiten der Zeitschlitze des Rahmens. Entsprechend der Art
des Rahmens fordert das Überwachungs-Modul 6 die
adaptive Lastausgleichs-Anwendungs-Komponente 7 auf, eine
automatische Anpassung der Rahmen-Übertragung zwischen den beiden
Netzwerken 2, 3 durchzuführen. Die adaptive Lastausgleichs-Anwendungs-Komponente 7 löst eine
Lastausgleichs-Sitzung zwischen den beiden Routern 4, 5 (siehe 1)
an der Grenze des MPLS-Netzwerks 2 aus, welche die Wege
zwischen den SDH/SONET-Netzwerken 3 definiert. Während der Lastausgleichs-Sitzung
fordert die Lastausgleichs-Anwendungs-Komponente 7 eine
angepasste Zuordnung der Bandbreiten zwischen den beiden Routern 4, 5,
um Label Switched Paths LSP1, LSP2, LSP3 zu erzeugen und zu reservieren,
die im Wesentlichen die gleiche Bandbreite haben, wie die Bandbreite
der Zeitschlitze TS1, TS2, TS3 des SDH/SONET-Rahmens 1.
Die Anforderung und Reservierung von LSPs einer gegebenen Bandbreite
erfolgt durch Anforderung beim Netzwerk-Verwaltungs-Element, das
nicht dargestellt ist, und durch Senden von Meldungen und von Leitweglenkungs-Information
in das MPLS-Netzwerk.
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Gleichzeitig
konfiguriert die Lastausgleichs-Anwendungs-Komponente 7 das Leitweglenkungs-
und Weiterleitungs-Modul 8 mit der Information über die
Zeitschlitze TS1, TS2, TS3 und ihre zugeordneten reservierten Label
Switched Paths LSP1, LSP2, LSP3. Auf diese Weise wird im Leitweglenkungs-
und Weiterleitungs-Modul 8 jeder Zeitschlitz TS1, TS2,
TS3 in ein MPLS-Paket TS1',
TS2'/TS3' umgewandelt und
auf den zugeordneten Label Switched Path LSP1, LSP2, LSP3 abgebildet.
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Die
korrekte Aufteilung der Zeitschlitze, die den SDH/SONET-Rahmen 1 bilden,
auf verschiedene LSPs derselben Lastausgleichs-Sitzung erleichtert
die Rekonstruktion des Rahmens 1 in einem nicht gezeigten
Basis-Rekonstruktions-Modul des Ausgangs-Routers 5 des
MPLS-Netzwerks.
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Wie
in 1 gezeigt, wird am Ausgang des MPLS-Netzwerks
2 im Ausgangs-Router 5 jedes MPLS-Paket TS1', TS2, TS3' in Zeitschlitz TS1,
TS2, TS3 rekonfiguriert, und der SDH/SONET-Rahmen 1 wird identisch wie
vor der Eingabe in das MPLS-Netzwerk 2 wieder
hergestellt, indem die Reihenfolge der Zeitschlitze TS1, TS2, TS3
beachtet wird.
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Entsprechend
dieser Erfindung müssen
die Zeitschlitze des SDH/SONET-Rahmens nicht zerschnitten werden,
um über
das MPLS-Netzwerk
gesendet zu werden, so dass die Rekonstruktion des Rahmens erleichtert
und der Übertragungs-Prozess
verkürzt
wird.
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Die
vorliegende Erfindung erlaubt eine dynamische Anpassung der Übertragung
von SDH/SONET-Rahmen über
ein MPLS-Netzwerk.
Die Art des eintreffenden Rahmens wird automatisch bestimmt, und das
MPLS-Netzwerk passt sich selbst entsprechend an.
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Weiterhin
kann die adaptive Lastausgleichs-Anwendungs-Komponente eine neue Lastausgleichs-Sitzung
auslösen
oder eine bestehende anpassen, zum Beispiel durch Erzeugung und
Hinzufügung
eines neuen LSP.
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Die
adaptive Lastausgleichs-Anwendungs-Komponente kann weiterhin die
verschiedenen Dienstguten (QOS, Quality of Service) und Dienstklassen
(CoS, Class of Service) der Netzwerk-Benutzer berücksichtigen,
zum Beispiel die Prioritätsreihenfolge
für die
Abbildung der verschiedenen Rahmen.
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Diese
Erfindung führt
für die
Netzbetreiber zu einer ziemlichen Verringerung der Anschaffungs-
und Betriebskosten der MPLS-SDH/SONET-Netzwerke, da die topologischen
Ressourcen der Netzwerke optimiert werden.
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Es
versteht sich, dass die Erfindung nicht auf das beschränkt ist,
was hier an einem Beispiel beschrieben wird, und für die Übertragung
von Rahmen in anderen Netzwerk-Arten benutzt werden kann, zum Beispiel kann
sie auf andere TDM-Rahmen
erweitert werden, die in ein MPLS-Netzwerk hineinkommen. Die Erfindung wird
nur durch die folgenden Ansprüche
begrenzt.