DE633463C - Topfartiger Behaelter zum Transport von Pflanzen - Google Patents
Topfartiger Behaelter zum Transport von PflanzenInfo
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Description
- Topfartiger Behälter zum Transport von Pflanzen Die Erfindung behandelt die Aufgabe, einen topfähnlichen Behälter zum Befördern von Pflanzen mit Wurzelballen herzustellen. Der Behälter besteht aus Halmen, z. B. aus Strohhalmen.
- Bekannt ist es, Pflanzen und deren Wurzelballen in Sackleinwand oder auch in lose aneinandergelegtes Stroh, gegebenenfalls mit Hilfe von Packmaschinen, einzuschnüren. Ferner sind kleine Behälter als sog. Anzuchttöpfe aus vegetabilischen Stoffen, die gleichzeitig zur Ernährung dienen, wenigstens in der Literatur bekanntgeworden. Die bekannten Behälter werden meistens aus Moostorf und ähnlichem kurzfaserigem Material mit Wasser, Lehm oder bindiger Erde gemischt im Preßverfahren hergestellt. Soweit als Ausgangsmaterial Halme oder Korbweiden dienen, geschieht die Anfertigung durch Verflechten und Verdrahten der Einzelhalme untereinander; wobei der Boden und die Stoßecken sich als nicht hinreichend fest erweisen. Allgemein haben in der gärtnerischen Praxis sog. Papptöpfe mit durchlochten Wänden Eingang gefunden, die in kleiner Ausführung keinen Boden besitzen und in größerer Ausführung durch das Einklammern sog. Bodenstege einen bodenschließenden Abschluß erhalten.
- Demgegenüber bezieht sich der Erfindungsgegenstand auf ein neues Herstellungsverfahren für Behälter aus Stroh oder Halmen, durch welche die Verwendung derartiger Behälter im Betriebe, insbesondere auch zum Befördern von Pflanzen, ermöglicht werden soll. Bei den Behältern nach der Erfindung werden den Faserwurzeln der Pflanze durch die nach oben offenstehenden Halme nach dem Einpflanzen Luftsauerstoff und Wasser, nebst Nährstoffen in erhöhtem Maße zugeführt. D'ie Behälterwandungen, besonders der Bodenteil" haben haben eine solche Festigkeit, daß ein sicheres Befördern auch großer und schwerer Pflanzen, wie Koniferen und Immergrüne, mit tätigem Wurzelballen gewährleistet wird. Nach der Erfindung sind die Behälter mit einer Grundschnürung versehen, derart, daß die den Boden und Mantel des Behälters in einer Richturig durchlaufend bildenden Halme an einer Einstülpung des Bodens fest zusammengeschnürt sind. Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung wird die Verschnürungsstellung in bezug auf die Halmlänge derart angeordnet, daß die durch die Zusammenschnürung in das Behälterinnere hindurchnagenden Halmenden zur Verstärkung der Behälterwandungen in Form eines doppelten Bodens oder gleichzeitig auch verdoppelter Mantelwandungen benutzbar sind. Zweckmäßig erfolgt die Herstellung des Behälters nach der Erfindung in der Weise, daß die zu einem Bündel geordneten Halme, z. B. geglättetes Richtstroh, in gefeuchtetem Zustande nach Zusammenschnürung an der für die Bodenverbindung bestimmten Stelle gegeneinander @gepreßt werden, derart, daß zwes<i fächerartig, aufeinanderliegende scheibenW-= mige Gebilde :entstehen, die unter Benutzün. i von Formkernen in die gewünschte Form ge preßt und je nach Bedarf durch Verbindungsmittel untereinander verbunden und abgedichtet werden.
- Bei dieser Herstellungsart vom Boden her wird gegenüber dem Verflechten oder Verdrahten der Halme untereinander eine wesentliche Vereinfachung und gegenüber der Herstellung aus kleinfaserigem Pflanzenmaterial unter Beigabe eines Bindemittels der Vorteil erzielt, daß die Festigkeit der Einzelhalme selbst zum Tragen ausgenutzt wird. Dabei dienen die von oben nach unten unversehrt durchlaufenden Halme der Zuleitung von Luft und Feuchtigkeit an das Wurzelwerk. Demselben Zweck dient die Einstülpung am Boden, unter der sich eine feuchte Luftschicht bildet, die der Ernährung durch die Faserwurzeln und dem Anwachsen der Pflanze förderlich ist. Durch den Umstand,` daß die Halme ununterbrochen in den Mantel und die Bodenwandung, gegebenenfalls unter Bildung verstärkter Mantelflächen, durchlaufen, erhält der Behälter unter Ausnutzung der natürlichen Zugfestigkeit der Halme eine solche Festigkeit, daß selbst schwere und große Pflanzen anstandslos auf weite Strekkan befördert werden können. Es ist wesentlich, daß ein Herausziehen der Halme aus ihrer Grundverschnürung nicht möglich ist, weil die zu befördernde Last die sich nach innen erstreckenden Halmenden gegen die Behälterwandungen und hauptsächlich gegen den Boden fest anpreßt. Die Bodenverschnürung ist von außen unsichtbar. Nach außen vorstehende Teile sind nicht vorhanden, so daß der Behälter fest steht und den Transport auf der Eisenbahn, mit Schiffen und sonstigen Fahrzeugen gut durchhält.
- Der Behälter läßt sich im Preßverfahren auf maschinellem Wege fertigen. Ferner wird es bei dem nach der Erfindung hergestellten Behälter unter voller Wahrung der obigen Vorteile ermöglicht, in den Behälter eine besondere Nährmasse entsprechend den biologischen Bedürfnissen der Pflanze, z. B. Knochen-, Horn- oder Kaseinleimmasse als Eiweißnahrung, einzuführen, die gleichzeitig zum Verkleben der Halme dienen kann. Ferner können auch Schädlingsbekämpfungsmittel, z. B. Uspulunbrei oder Schlämmkreide, dem Behälter beigegeben werden..
- Schließlich ist noch hervorzuheben, daß der Behälter infolge seiner elastischen Nachgiebigkeit im Gegensatz zu solchen Behältern, die aus Ton, Torf oder kurzer Faser hergestellt sind, den Vorteil der Umzerbrechlichkeit besitzt und daß er mit seinem oberen Rande dicht an die eingesetzte Pflanze hera.i@eschnürt werden kann, damit ein frost-'sicgerer Abschluß des Wurzelballens bei der Beförderung, - wie im Einschlag erzielt wird. Die Behälterwandungen sind außerdem so stark, daß die Pflanze, wenn sie zusammen mit dem Behälter in die Erde eingesetzt wird, aus ihm, sobald sich die Strohumhüllung im Erdreich zersetzt hat, Nahrung und Feuchtigkeit beziehen kann.
- In den Abbildungen sind verschiedene Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes beispielsweise und schematisch dargestellt. In Abb. i sind die Halmähren nur so weit durch die an der Einstülpung des Bodens angeordnete Grundsclmürung hindurchgeführt, daß sie sich nach Ausspreizung aus der Verschnür ung infolge der darauf ruhenden Last nicht mehr herausziehen können.
- In Abb. 2 und 3 sind für kleinere Formate die Halme so zusammengeschnürt, daß die unteren bzw. inneren Halmenden bis zur oberen Kante des Behälters hinaufreichen. Selbstverständlich können bei Wahl einer Ausführungsform nach Abb.2 die inneren Halme zur Verstärkung der Mantelwandungen durch ein entsprechendes Hineinarbeiten in dieselben, insbesondere an den Stoßecken, benutzt werden. Abb. q. zeigt einen um den Wurzelballen herumgelegten und an seinem oberen Rande dicht an die eingesetzte Pflanze herangeschnürten Behälter.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Topfartiger Behälter zum Transport von Pflanzen, der aus durch Verbindungsmittel zusammengehaltenen Halmen, z. B. Strohhalmen, besteht,. dadurch gekennzeichnet, daß die den Boden und den Mantel des Behälters in einer Richtung durchlaufend bildenden Halme an einer Einstülpung des Bodens zusammengeschnürt sind. z. Behälter nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschnürungsstelle in bezug auf die Halmlänge derart angeordnet ist, daß die durch die Zusammenschnürurig in das Behälterinnere hindurchragenden Halmenden zur Verstärkung des Bodens, der Stoßecken oder der Mantelwandungen benutzt sind. . 3. Verfahren zur Herstellung des Behälters nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die in die erforderlichen Längen geschnittenen, zu einem Bündel geordneten Halme, z. B. geglättetes Richtstroh, in gefeuchtetem Zustande nach Zusammenschnürung an der für die Bodenvcrbindung bestimmten Stelle gegeneinander gepreßt werden, derart, daß mit der Spitze aneinanderliegende kegelmantelförmige Gebilde entstehen, die unter Benutzung von Formkernen in die gewünschte Form gepreßt und darauf durch zusätzliche Verbindungsmittel zusammengehalten werden.
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| DE (1) | DE633463C (de) |
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1934
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