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Fernsehsender, bei dem die Ablenkgeschwindigkeit des Kathodenstrahlfleckes
einer Braunschen Röhre entsprechend den Punkthelligkeiten des zu übertragenden Gegenstandes
durch eine Photozelle gesteuert wird Bei den bisher bekanntgewordenen Fernsehverfahren
wird das Bild gleichmäßig zeilenweise in der einen und ebenso gleichmäßig in der
dazu senkrechten Richtung abgetastet. Zur Aufnahme eines jeden gleich großen Bildteiles
steht also praktisch stets die gleiche Zeit zur Verfügung.
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Nach einem bekannten Fernsehverfahren (Liniensteuerung) wird nun die
Geschwindigkeit der Abtastung in Abhängigkeit von der Helligkeit der einzelnen zu
übertragenden Bildelemente geändert.
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Eine entsprechende Anordnung ist in Abb. i dargestellt. Hier ist mit
i ein Filmstreifen bezeichnet, der senkrecht zur Zeichenebene zeilenweise weitergeschaltet
werden möge. Auf diesem Filmstreifen wird über eine Optik 2 der auf dem Schirm 3
einer Kathodenstrahlröhre q. sich bewegende Fluoreszenzpunkt abgebildet. Diese Kathodenstrahlröhre
besitzt eine Kathode 5, einen Wehneltzylinder b, eine Anode 7 und ein Ablenkplattenpaar
8 für die Ablenkung in Zeilenrichtung. Hinter dem Filmband i kann eine Mattscheibe
9 angebracht sein, so daß der diffus durch sie hindurchtretende Lichtstrahl eine
Photozelle io steuert. Der Photozellenstrom wird durch einen Verstärker ii verstärkt
und steuert die Ventilröhre 12, über welche der parallel zu dem Ablenkplattenpaar
8 liegende Kondensator 13 von der Spannungsquelle 14 aufgeladen wird. Parallel zum
Kondensator 13 liegt eine Glimmlampe 15, über welche bei Erreichen ihrer Zündspannung
der Kondensator 13 entladen wird. Hierdurch wird .der abtastende Kathodenstrahl
zum Zeilenanfang zurückgeführt; die Abtastung der Zeile kann dann von neuem erfolgen.
Falls ein weiteres Ablenkplattenpaar zur Weiterschaltung in Richtung senkrecht zur
Zeile vorgesehen, istin Abb. i ist es der Übersichtlichkeit halber nicht dargestellt
-, erscheint auf dem Schirm 3 der Röhre q. so das gleiche Bild, welches auf dem
Film i abgetastet wurde, und zwar j e nach der Polung als Positiv oder als Negativ.
Dies ist folgendermaßen zu erklären: Der auf die Photozelle io. entsprechend der
Schwärzung des abzutastenden Bildelementes auftreffende Lichtimpuls ruft eine gewisse
Spannungsänderung der Photozelle hervor. Diese Spannungsänderung wird durch den
Verstärker i i verstärkt dem Steuergitter der Röhre
i- zugeführt.
Durch die aus der Ladebatterie 14, dem Kippkondensator 13, der Entladungsröhre 15
und der Laderöhre 12 bestehende Kippanordnung wird dementsprechend eine modulierte
Kippschwingung erzeugt, und zwar wird mit positiver werdendem .Gitter der Röhre
12 eine Ladungsbeschleunigung, mit negativer werdendem Gitter der Röhre 12 eine
Ladungsverzögerung des Kondensators 8 auftreten:. Je nach der Polung von Photozellenv
erstärker und Gitterkreis der Röhre 12 wird also eine Lichtintensitätszunahme eine
Beschleunigung oder eine Verlangsamung der Bewegung des Abtaststrahles bewirken.
Wenn aber eine Lichtintensitätszunahme eine Beschleunigung des Abtaststrahles bewirkt,
so wird auf dem Bildschirm eine verhältnismäßig dunkle Stelle erscheinen, obwohl
die diesem Punkt entsprechende abgetastete Stelle eine erhöhte Helligkeit aufwies.
Bei Vorliegen einer solchen Polung würde also das auf dem Fluoreszenzschirm erscheinende
Bild ein Negativ des abgetasteten sein, bei umgekehrter Polung dagegen, d. h. wenn
mit wachsender Lichtintensität "auf die Photozelle io eine Verlangsamung des Ladevorganges
im Kippgerät stattfindet, ein Positiv.
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Es ist nun von wesentlicher Bedeutung, einen Modulationswiderstand
(Röhre 12) zu verwenden, der bei konstanter Modulationsspannung, d. h. bei einem
Bild, welches eine einheitliche Helligkeit über die ganze Fläche aufweist, eine
lineare Aufladung des Kippkondensators zuläßt. Beispielsweise weist die beschriebene
Schaltung den Nachteil auf, daß die Ladegleichspannung im Verlauf des Ladevorganges
künstlich erhöht werden muß, denn sonst würde mit steigender Kondensatorladung die
Anode der Ventilröhre negativer werden und sich dem Potential der Kathode nähern,
die Anodenspannung der Röhre 12 also sinken. Um diese Schwierigkeiten zu vermeiden,
wird nun erfindungsgemäß der Kondensator 13 über den konstanten inneren Widerstand
einer im Sättigungsgebiet arbeitenden Röhre aufgeladen; die Aufladung wird dabei
durch eine parallel zum Kondensator liegende photomodulierte Saugröhre verzögert.
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Eine derartige Anordnung ist in der Abb. 2 dargestellt. Der Kondensator
13 wird von der Batterie 14 über eine gesättigte Elektronenröhre 16 aufgeladen.
Die Aufladung des Kondensators wird durch die ihm parallel liegende und von dem
Verstärker i i gesteuerte Röhre 17 verzögert, über die ein Teil des Ladestroms fließt.
Zweckmäßig wählt man für- 17 eine Schirmgitterröhre, deren Strom bei konstanter
Schirmgitterspannung bekanntlich von der wechselnden Anodenspannung weitgehend unabhängig
ist. Bei den bekannten Fernseheinrichtungen ist es erforderlich, die Bildablenkung
mit der Zeilenablenkung durch ein Zeilenzählwerk zu verketten. Die bisher hierfür
angewendeten Einrichtungen sind verhältnismäßig verwickelt. Es hat sich gezeigt,
daß es genügt, zwei an sich voneinander unabhängige Generatoren für die Zeilen-
und Bildwechselfrequenz durch den gleichen Zeilenmodulator zu beeinflussen. Es muß
lediglich dafür Sorge getragen werden, daß die Bildablenkspannung im geringeren
Maße als die Zeilenablenkspannung durchmoduliert wird.
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Eine derartigeModulation vonBildwechsel-und Zeilenablenkspannung ist.
bei der Anordnung nach Abb. 3 vorgenommen. Diese Abbildung entspricht der Abb.2;
es ist jedoch die Steuerung der Bildwechselablenkspannung hinzugefügt. Diese wird
durch das Kippgerät i8, welches entsprechend wie das für die Zeilenablenkspannung
aus einer Spannungsquelle, einer gesättigten Elektrodenröhre; einem Ladekondensator
und einer Entladeglimmstrecke bestehen kann, bewirkt. Die sägezahnförmige Kippspannung
dieses Kippgerätes liegt an den Bildahlenkplatten ig. Der Filmstreifen i wird bildweise
weitergeschaltet. Die Bildablenkspannung wird durch die parallel zum Ladekondensator
liegende Röhre 20 moduliert. Wie oben erwähnt, werden die Röhren 17 und 2o vorteilhaft
als Schirmgitterröhren ausgeführt, um den Einfluß einer schwankenden Anodenspannung
möglichst klein zu halten.
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Am vorteilhaftesten läßt sich dies jedoch erreichen, wenn Zeilen-
und Bildwechselspannung durch eine besondere Braunsche Röhre moduliert werden. In
Abb. 4 sind 21 und 22 Zeilen- bzw. Bildkippgerät, deren Spannungen an den Ablenkplatten
der Braunschen Senderöhre 23 liegen. Der jeweilige Spannungsanstieg an den Ablenkplatten
von 23 wird durch eine weitere Braunsche Röhre 24 moduliert, deren Ablenkplatten
parallel zu denen der ersten Braunschen Röhre liegen. Die Modulation bewirkt der
(beispielsweise mit Hilfe des Wehneltzylinders 27) helligkeitsgesteuerte Elektronenstrahl
.durch Änderung der Leitfähigkeit des Gases zwischen den Ablenkplattenpaaren 25
und 26 dieser Röhre. Zu diesem Zwecke sind die Platten der Plattenpaare 25 und 26
dicht zusammengerückt. Der Modulationsgrad wird z. B. durch Einfügen von Widerständen
in die Entladekreise von Bild- und Zeilenkippgerät eingestellt. Die Verwendung der
Braunschen Röhre 24 als Leitfähigkeitsmodulator hat den wesentlichen Vorteil, daß
die Leitfähigkeiten zwischen ihren Plattenpaaren von den Spannungs- bzw. Widerstandsverhältnissen
des- zu steuernden Kreises, d. h. des Kippkreises, weitgehend unabhängig sI:nd-