DE68913282T2 - Sammelröhrchen für Flüssigkeiten. - Google Patents

Sammelröhrchen für Flüssigkeiten.

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Description

  • Diese Erfindung betrifft ein Flüssigkeitssammelröhrchen zur Verwendung bei klinischen Tests oder Untersuchungen, wie Bluttests.
  • Ein solches Flüssigkeitssammelröhrchen, z.B. zur Verwendung für Bluttests oder -untersuchungen, umfaßt ein aus Glas oder Kunststoff bestehendes Rohrelement (einen Kolben) mit einem Boden und ein ein offenes Ende des Rohrelements verschließendes Verschlußelement. Letzteres hält die Gasdichtheit des Rohrelements aufrecht, und es kann auch in enger Berührungsbeziehung zum Rohrelement mit diesem (klebend) verbunden sein und einen durchstochenen Teil nach dem Herausziehen einer Einstichnadel wieder verschließen. Typischerweise wird ein Gummistopfen-Verschlußelement, wie es in der US-A-4 257 886 offenbart ist, verwendet. Bei der in neuerer Zeit erfolgten Automatisierung von Testsystemen ergeben sich jedoch Schwierigkeiten bei der Handhabung des angegebenen Gummistopfen-Verschlußelements; neuerdings wurde daher ein Film- oder Folienabdicht-Verschlußelement vorgeschlagen, das aus einem Film oder einer Folie mit einem Abdichtelement, das einen Teil desselben wieder zu verschließen vermag, besteht.
  • Bei der Untersuchung von im Flüssigkeitssammelröhrchen gesammeltem Blut wird dieses (zunächst) aus dem Röhrchen entnommen, wozu üblicherweise eine Pipette als Entnahmewerkzeug benutzt wird. Bei der Entnahme des Bluts muß die Pipette in das Röhrchen eingeführt werden. Im Fall eines Röhrchens mit einem Gummistopfen-Verschlußelement muß letzteres vom Röhrchen entfernt werden, damit die Pipette eingeführt werden kann. Bei einem Filmabdicht-Verschlußelement wird die Pipette nach dem Abziehen des gesamten Films eingeführt, weil das wiederverschließende Element des Verschlußelements mit der Pipette nicht durchstochen werden kann.
  • Im Fall eines Blutsammelröhrchens für die Zentrifugen abtrennung eines Serums oder von Plasma vom Blut wird der Film abgezogen, nachdem das im Röhrchen enthaltene, gesammelte Blut durch Umdrehen des Röhrchens mit einem Reagenz o.dgl. vermischt worden ist. Beim Abziehen des Films kann daher auch bei Ausübung entsprechender Sorgfalt beim Abziehen des Films an diesem haftendes Blut verspritzt werden, was Anlaß zu einer Verunreinigung durch das verspritzte Blut und auch zu einer gefährlichen Krankheitsübertragung auf die Bedienungsperson gibt. Da ferner beim Abziehen des Films kurzzeitig eine die erforderliche Kraft übersteigende Kraft ausgeübt wird, kann nicht nur das anhaftende Blut, sondern auch das im Röhrchen enthaltene Blut infolge von Schwingung oder Rüttelbewegung verspritzt werden, wodurch sich die oben angegebenen Probleme noch verstärken und auch die Handhabung des Röhrchens noch schwieriger wird.
  • Ein in der US-A-4 187 893 offenbarter Zugabe- und Verabreichungsanschluß (port) umfaßt ein Abdichtelement 15 (durchstechbare innere Membran), das im Inneren eines rohrförmigen Führungselements 20 angeordnet ist, an dessen Oberseite eine Anschlußabdeckung 18 vorgesehen ist. Ein als Wiederverschließ- oder -abdichtelement dienender Wiederverschließknopf 23 ist mit Schnappsitz in den zentralen Durchgang der Anschlußabdeckung 18 eingesetzt. Ferner verbleibt dabei zwischen dem Wiederverschließknopf 23 und dem Dichtelement 15 eine Hohlraumkammer. Nach dem Durchstechen mittels einer Nadel kann etwas Flüssigkeit in diese Kammer eintreten, was zu der Gefahr für ein Verspritzen der Flüssigkeit, wenn die trennbaren Teile 23, 38 abgenommen oder voneinander getrennt werden, führt.
  • Die vorliegende Erfindung ist im Hinblick auf die oben geschilderten Probleme entwickelt worden; Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines Blutsammelröhrchens, welches die einfache Durchführung eines Entnahmevorgangs mittels einer Pipette oder eines ähnlichen Entnahmewerkzeugs ohne die Notwendigkeit für die Ausübung besonderer Sorgfalt beim Abtrennen des Films zum Entnehmen der gesammelten Flüssigkeit unter Vermeidung eines Verspritzens der anhaftenden Flüssigkeit ermöglicht und auch ein Verspritzen der gesammelten Flüssigkeit vermeidet, so daß Umweltverschmutzung und Gefährdung der Bedienungsperson sicher ausgeschaltet sind.
  • Mit der Erfindung wird ein Flüssigkeitssammelröhrchen zur Verwendung bei klinischen Tests geschaffen, umfassend ein rohrförmiges Element bzw. einen Kolben mit einem offenen Ende und einem geschlossenen Boden zum Aufnehmen einer Flüssigkeit. Das offene Ende des Kolbens ist durch ein Verschlußmittel aus einem Werkstoff, der mittels einer Einstichnadel durchstechbar ist, verschlossen. Wie beansprucht, weist das Verschlußmittel einen zweilagigen Aufbau mit einem filmartigen Dicht(ungs)element und einem abtrennbaren Element auf. Das Dichtelement ist unter Abdichtung des offenen Endes des Kolbens mit diesem Ende mit einer ersten Klebefestigkeit verbunden (verklebt) und hält das offene Ende des Kolbens bei der Entnahme von Flüssigkeit aus dem Kolben mit Hilfe eines Entnahmewerkzeugs abgedichtet bzw. dicht verschlossen. Ferner ist das abtrennbare Element auf das Dichtelement an seiner dem offenen Ende des Kolbens gegenüberliegenden Seite auflaminiert bzw. -kaschiert und mit dem Dichtelement mit einer zweiten Klebefestigkeit (klebend) verbunden, die geringer ist als die erste Klebefestigkeit. Mit der Außenseite des abtrennbaren Elements ist ein Wiederverschließelement zum Wiederverschließen des durchstochenen Bereichs nach dem Entfernen der Einstichnadel verbunden (verklebt).
  • Beim Flüssigkeitssammelröhrchen gemäß der Erfindung wird die Gefahr für ein Verspritzen der Flüssigkeit vermieden, weil der Zweilagenaufbau in vorteilhafter Weise eine solche innere Kammer (ihre Bildung) verhindert. Außerdem weist das Sammelröhrchen gemäß der Erfindung weniger Teile auf; das Dichtelement ist unmittelbar am offenen Ende des Kolbens befestigt. Zudem muß eine geringere mechanische Kraft aufgewandt werden, wenn das Wiederverschließelement mit dem abtrennbaren Element verbunden (verklebt) ist bzw. wird.
  • Im Aufbau des Flüssigkeitssammelröhrchens gemäß der Erfindung weist das Verschlußelement vorzugsweise einen in einem zentralen Bereich geformten Einschnitt zum Führen des Entnahmewerkzeugs beim Einführen desselben auf. Ferner weist das abtrennbare Element vorzugsweise eine Gasbarrieren- oder -sperrenschicht an der auf das Dichtelement auflaminierten Seite auf.
  • Wenn beim Flüssigkeitssammelröhrchen gemäß der Erfindung das Dichtelement zum Entnehmen der Flüssigkeit abgezogen wird, kann nur das äußere abtrennbare Element ohne weiteres abgetrennt werden, während das filmartige Dichtelement zurückbleibt und das offene Ende des Kolbens verschlossen hält. Das filmartige Dichtelement verhindert somit ein Verspritzen der im Röhrchen enthaltenen Flüssigkeit. Da ferner das filmartige Element leicht aufgebrochen werden kann, so daß es mit dem Entnahmewerkzeug durchstechbar ist, kann der Entnahmevorgang ungehindert oder zügig über das filmartige Dichtelement stattfinden.
  • In bevorzugter Ausgestaltung gemäß der Erfindung ist weiterhin das Verschlußelement mit einem Einschnitt zur Begünstigung des Einführens des Entnahmewerkzeugs versehen, so daß letzteres einfach in das Röhrchen eingeführt werden kann, indem das filmartige Dichtelement unter Benutzung des Einschnitts als Führung durchstochen wird.
  • Durch Ausbildung des abtrennbaren Elements aus einer Gassperrenschicht und einem Abdichtelement können darüber hinaus die Gasdichtheit des Röhrchens und die Aufrechterhaltung eines Unterdrucks in seinem Inneren effektiv gewährleistet werden.
  • Im folgenden ist die Erfindung in einer bevorzugten Ausführungsform anhand der Zeichnungen näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen:
  • Fig. 1 eine Schnittansicht einer Ausführungsform des Flüssigkeitssammelröhrchens gemäß der Erfindung,
  • Fig. 2 eine perspektivische Darstellung des Flüssigkeitssammelröhrchens, von der Bodenseite her gesehen,
  • Fig. 3 eine Darstellung des Flüssigkeitssammelröhrchens, in welcher ein abtrennbares Element eines Dichtelements abgetrennt dargestellt ist,
  • Fig. 4 eine perspektivische Teilansicht des Flüssigkeitssammelröhrchens, von der Oberseite her gesehen und speziell zur Veranschaulichung eines in einem filmartigen Dichtelement geformten Einschnitts, und
  • Fig. 5 eine in vergrößertem Maßstab gehaltene Schnittansicht eines Dichtelements eines mehrlagigen Aufbaus.
  • Im folgenden ist eine spezielle Ausführungsform des Flüssigkeitssammelröhrchens gemäß der Erfindung anhand der Zeichnungen beschrieben.
  • In den Fig. 1 und 2 ist ein Flüssigkeitssammelröhrchen dargestellt. Ein rohrförmiges Element bzw. Kolben 1 des Röhrchens weist ein offenes Ende 1a auf, das durch ein Verschlußelement 2 in Form eines Filmabdicht-Verschlußelements verschlossen ist. Das Verschlußelement 2 weist einen zweilagigen Aufbau aus einem inneren filmartigen Dichtelement 3 und einem äußeren abtrennbaren Element 4 auf. Das filmartige Dichtelement 3 ist mit dem offenen Ende 1a des einen geschlossenen Boden 1b aufweisenden Kolbens 1 (klebend) verbunden. Das Verschlußelement 2 weist eine über das offene Ende 1a hinausragende Randverlängerung mit einer angeformten Lasche 2a auf, die unter Abbiegung längs des Umfangs des Kolbens 1 verläuft. Der Kolben 1 besitzt im Bereich des offenen Endes 1a eine vergrößerte Dicke zur Bereitstellung einer vergrößerten Verbindungs- bzw. Klebefläche. Das abtrennbare Element 4 ist auf die äußere oder obere Seite des Dichtelements 3 so auflaminiert oder aufkaschiert, daß das Dichtelement 3 auch nach dem Abtrennen des abtrennbaren Elements 4 in einem verschließenden Zustand am offenen Ende 1a verbleiben kann. Mit anderen Worten: die Klebefestigkeit zwischen dem Dichtelement 3 und dem Abtrennelement 4 ist kleiner als die Klebefestigkeit zwischen dem Dichtelement 3 und dem offenen Ende 1a des Kolbens 1. Ferner ist ein scheibenförmiges Abdichtelement 6 mit dem Mittelbereich der Außenfläche des abtrennbaren Elements 4 (klebend) verbunden. Das Abdichtelement 6 besteht aus Gummi bzw. Kautschuk und vermag einen durchstochenen Bereich nach dem Herausziehen einer Einstichnadel 5 wieder abzudichten. Es weist eine an der Außenseite geformte zentrale Vertiefung 6a und eine an der Unterseite koaxial zur Vertiefung 6a ausgebildete Ringnut 6b auf.
  • Wenn bei der beschriebenen Anordnung die im Flüssigkeitssammelröhrchen enthaltene Flüssigkeit entnommen werden soll, wird die Lasche 2a mit einer Hand vom Umfang des Kolbens 1 weggezogen. Da die Klebefestigkeit zwischen dem Dichtelement 3 und dem abtrennbaren Element 4 geringer ist als diejenige zwischen dem Dichtelement 3 und dem offenen Ende 1a und außerdem das Dichtelement 3 eine niedrigere mechanische Festigkeit als die Klebefestigkeit zwischen dem Dichtelement 3 und dem abnehmbaren Element 4 besitzt, wird durch Ziehen an der Lasche 2a eine Verlängerung 3c des Dichtelements 3, welche die Lasche 2a überlappt, längs einer Biegelinie 2b der Lasche aufgebrochen und zusammen mit dem abtrennbaren Element 4 auf die in Fig. 3 durch einen Pfeil angedeutete Weise abgetrennt. Das am offenen Ende 1a verbleibende Dichtelement 3 hält das Ende 1a geschlossen. Aus diesem Grund wird in keinem Fall an der Unterseite oder Innenfläche des Dichtelements 3 anhaftende Flüssigkeit 7 zur Außenseite des Röhrchens verspritzt.
  • Beim Sammeln von Blut 9 als im Flüssigkeitssammelröhrchen zu sammelnde Flüssigkeit wird die Einstichnadel 5 in den Kolben 1 eingeführt, indem das Abdichtelement 6, das abtrennbare Element 4 und das Dichtelement 3 durchstochen werden. Bei der Entnahme des gesammelten Bluts 9 bleibt mithin die Spur des Einstichs als kleines Loch im Dichtelement 3 zurück. Nach dem Entfernen des abtrennbaren Elements 4 mit dem Abdicht- oder Verschließelement 6 kann damit eine Pipette 8 oder ein ähnliches Entnahmewerkzeug ungehindert in den Kolben 1 eingeführt werden, und zwar ohne die Wahrscheinlichkeit für ein stärkeres Aufbrechen des Dichtelements 3, wenn die Pipette 8 o.dgl. unter Nutzung der Einstichspur als Führung eingeführt wird.
  • Das Einführen der Pipette 8 o.dgl. kann wesentlich erleichtert werden, wenn das Dichtelement 3 praktisch in seinem Mittelbereich, d.h. an der Stelle der Einstichspur der Einstichnadel 5, mit einem etwas größeren Einschnitt 10, wie in Fig. 4 gezeigt, versehen wird. Der Einschnitt 10 ist zweckmäßig vergleichsweise klein, damit die im Röhrchen enthaltene Flüssigkeit 9, wie Blut, nicht nach außen herausdringt.
  • Der Einschnitt 10 braucht nicht vorgesehen zu sein, wenn das Dichtelement 3 aus einem dünnen Werkstoff geformt ist, der mittels des Entnahmewerkzeugs 8 leicht aufgebrochen werden kann. Das Dichtelement 3 kann beispielsweise eine Dicke von 3 - 1000 um, vorzugsweise 5 - 20 um aufweisen.
  • Obgleich das Verschlußelement 2 einen zweilagigen Aufbau aus dem Dichtelement 3 und dem abtrennbaren Element 4 aufweist, ist sein genauer Aufbau in Fig. 5 näher veranschaulicht. Wie dargestellt, weist das abtrennbare Element 4 eine Verstärkungsschicht 4a aus Polyethylenterephthalat (PET) und eine durch Vakuumaufdampfung von Aluminium auf die Schicht 4a geformte Gassperrenschicht 4b auf, während das Dichtelement oder Dichtungselement 3 eine durch Auftragen einer Polyethylenterephthalat enthaltenden Lösung auf eine Gassperrenschicht und Verdampfung des Lösungsmittels geformte Schicht 3a sowie eine durch Auftragen von denaturiertem Polyethylen auf die Schicht 3a gebildete Klebmittelschicht 3b aufweist. Das Dichtelement 3 kann zusammen mit der Lasche 2a ausgestanzt und durch Schmelzkleben der Klebmittelschicht 3b am offenen Ende 1a des Kolbens 1 an letzterem angebracht sein.
  • Die zur Verstärkung der Gassperrenschicht 4b und des Dichtelements 3 dienende Verstärkungsschicht 4a kann aus Nylon, Polycarbonat und dgl. oder (auch) aus Polyethylenterephthalat bestehen. Obgleich die Gassperrenschicht 4b durch Aufdampfung von Aluminium geformt ist, ist dies keineswegs als einschränkend zu verstehen; beispielsweise kann ein beliebiger Werkstoff mit zufriedenstellenden Gassperreneigenschaften gewählt werden, die insbesondere dann wirksam sind, wenn das Innere des Röhrchens speziell zur Sicherung einer vorbestimmten Menge an gesammelter Flüssigkeit unter einem Unterdruck gehalten wird, um damit eine vorbestimmte Gasdichtheit gewährleisten zu können. Das Abdichtelement 6 dient zum Wiederverschließen eines Bereichs des Verschlußelements mit einer Einstichspur der Einstichnadel zwecks Verhinderung eines Herausdringens der gesammelten Flüssigkeit zur Außenseite des Röhrchens bzw. - genauer gesagt - zur Isolierung der gesammelten Flüssigkeit gegenüber der Außenseite.
  • Die Schicht 3a und die Klebmittelschicht 3b, wie oben erwähnt, sollen ebenfalls keineswegs als die Erfindung einschränkend verstanden werden.
  • Obgleich die Erfindung vorstehend in Verbindung mit einer bevorzugten Ausführungsform beschrieben ist, ist sie keineswegs darauf beschränkt, sondern innerhalb des Rahmens der Erfindung verschiedenen Abwandlungen zugänglich. Obgleich sich die beschriebene Ausführungsform beispielsweise auf ein Flüssigkeitssammelröhrchen zum Sammeln von Blut 9 bezieht, ist die Erfindung auch auf ein Flüssigkeitssammelröhrchen zum Sammeln von anderen Flüssigkeiten als Blut anwendbar. Obgleich das Verschlußelement 2 einen mehrlagigen Aufbau aufweist, ist die Erfindung auch hierauf nicht beschränkt; nötig ist lediglich, daß das Dichtelement 3 filmartig ist, so daß es leicht vom Entnahmewerkzeug 8 durchstechbar ist und am offenen Ende 1a des Kolbens 1 verbleiben kann, um das offene Ende 1a geschlossen zu halten.
  • Im folgenden ist ein Versuch unter Benutzung eines Ausführungsbeispiels der Erfindung beschrieben.
  • Das rohrförmige Element bzw. der Kolben 1 mit geschlossenem Boden gemäß Fig. 1 wurde durch Spritzgießen von Polyesterharz (geliefert von der Firma Mitsui PET Co., Ltd. unter der Handelsbezeichnung "J025/B010" mit einem Gewichtsverhältnis von 7:3) geformt. Der Innendurchmesser des offenen Endes 1a des Kolbens 1 betrug 13,4 mm; die Verjüngung bzw. Erweiterung vom geschlossenen Boden 1b zum offenen Ende 1a betrug 15/1000, während die Dicke am offenen Ende 1a 2,0 mm (bei einem Außendurchmesser voh 17,3 mm am offenen Ende) und im restlichen Teil 1,2 mm betrug.
  • Als Verschlußelement 2 wurde dasjenige mit dem mehrlagigen Aufbau gemäß Fig. 4 verwendet, wobei Polyethylenterephthalat für die Verstärkungsschicht 4a (Dicke = 12 um), Aluminiumfolie für die Gassperrenschicht 4b (Dicke = 30 um), Polyethylenterephthalat als Schicht 3a (Dicke = 12 um) und denaturierter Polyester für die Klebmittelschicht 3b (Dicke = 25 um) benutzt wurden. Das verwendete Abdichtelement 6 besaß die in Fig. 1 dargestellte Form. Es bestand aus Naturkautschuk. Dabei betrugen sein Durchmesser 7,0 mm, seine Dicke bis zu 2,0 mm, sein Durchmesser und die Tiefe seiner Vertiefung 6a bis zu 3,0 mm bzw. 0,8 mm sowie Durchmesser, Tiefe und Breite seiner Ringnut 6b bis zu 6,0 mm, 0,2 mm bzw. 0,5 mm. Dieses Abdichtelement 6 wird durch Auftropfen von 2 mg eines Sofortklebers mit dem Mittelbereich der Außenfläche des abtrennbaren Elements 4 verklebt.
  • Polypropylenglycol wurde durch Tauchen auf die Innenflächen des Kolbens 1 und des Dichtelements 3 aufgetragen. In diesen Kolben 1 wurde 1 mg eines eine Blutverfestigung begünstigenden Stoffs mit Glasteilchen (mittlere Größe von 2 um) und Polyvinylpyrrolidon (Gewichtsverhältnis von Glasteilchen zu Polyvinylpyrrolidon = 5:1) eingebracht. Das Innere des Röhrchens wurde anschließend unter einen Unterdruck (43330 Pa bzw. 325 mmHg) gesetzt, worauf das Röhrchen durch Bestrahlung mit γ-Strahlung von 1,0 Mrad sterilisiert wurde; damit wurde ein Versuchs-Flüssigkeitssammelröhrchen erhalten.
  • Ein getrenntes Versuchs-Flüssigkeitssammelröhrchen wurde dadurch bereitgestellt, daß anstelle der Glasteilchen und des Polyvinylpyrrolidons, wie oben angegeben, 3,0 mm Teilchen von EDTA-2K eingefüllt wurden und das Innere des Röhrchens unter einem Unterdruck von 77993 Pa bzw. 585 mmHg gehalten wurde.
  • Unter Benutzung dieser Flüssigkeitssammelröhrchen wurde von 10 Personen Blut abgenommen. Genauer gesagt von jeder Person wurde Blut in 4 Röhrchen abgenommen, d.h. in zwei Flüssigkeitssammelröhrchen mit Glasteilchen sowie zwei andere Röhrchen mit EDTA-2K, so daß von den 10 Personen Blut in insgesamt 40 Röhrchen abgenommen wurde. Das abtrennbare Element 4 wurde eine Stunde nach dem Abnahmevorgang abgezogen. Bei allen 40 Röhrchen blieb das Dichtelement 3 (sicher) am Kolben 1 zurück, wobei kein Verspritzen von Blut festgestellt wurde.
  • Wie vorstehend beschrieben, wird beim erfindungsgemäßen Flüssigkeitssammelröhrchen durch Auseinanderziehen des Verschlußelements 2 für die Entnahme von Flüssigkeit nur das abtrennbare Element 4 abgetrennt, während das filmartige Dichtelement 3, das mit dem Entnahmewerkzeug 3 durchstochen werden kann, am offenen Ende 1a des Kolbens 1 zurückbleibt und dieses offene Ende 1a verschlossen hält. Damit kann im Gegensatz zum Stand der Technik die Wahrscheinlichkeit für ein Verspritzen von am Verschlußelement anhaftender Flüssigkeit beim Entfernen des Verschlußelements 2 ausgeschaltet sein, so daß eine Verschmutzung oder Verunreinigung (der Umgebung) verhindert sein kann. Außerdem kann das Dichtelement 3 einfach mittels einer Pipette oder eines ähnlichen Flüssigkeitsentnahmewerkzeugs durchstochen werden, wodurch ein sicherer Entnahmevorgang gewährleistet wird. Es ist damit möglich, ein Flüssigkeitssammelröhrchen bereitzustellen, das einfach aufgebaut ist und sicher abgedichtet sein kann.
  • Obgleich sich die beschriebene Ausführungsform auf Blut als gesammelte Flüssigkeit bezieht, ist die Erfindung selbstverständlich auch auf von Blut verschiedene Flüssigkeiten, beispielsweise Körperflüssigkeit, anwendbar.

Claims (6)

1. Flüssigkeitssammelröhrchen zur Verwendung bei klinischen Tests oder Untersuchungen, umfassend:
- ein rohrförmiges Element bzw. einen Kolben (1) mit einem offenen Ende (1a) und einem geschlossenen Boden (1b) zum Aufnehmen einer Flüssigkeit (9) darin,
- ein zum Verschließen des offenen Endes dienendes Verschlußmittel (2) aus einem Werkstoff, der mittels einer Einstichnadel (5) durchstechbar ist,
- wobei das Verschlußmittel einen zweilagigen Aufbau aus einem filmartigen Dicht(ungs)element (3) und einem abtrennbaren Element (4) aufweist,
- wobei das Dichtelement (3) unter Abdichtung des offenen Endes (1a) des Kolbens (1) mit diesem Ende mit einer ersten Klebefestigkeit (klebend) verbunden ist und das offene Ende des Kolbens beim Entnehmen von Flüssigkeit aus dem Kolben mittels eines Entnahmewerkzeugs (8) (dicht) verschlossen hält,
- wobei das abtrennbare Element (4) abtrennbar auf das Dichtelement an seiner dem offenen Ende des Kolbens gegenüberliegenden Seite auflaminiert oder -kaschiert und mit dem Dichtelement (3) mit einer zweiten Klebefestigkeit, die niedriger ist als die erste Klebefestigkeit, (klebend) verbunden ist,
- und wobei ein Wiederverschließelement (6) zum Wiederverschließen des durchstochenen Bereichs nach dem Entfernen der Einstichnadel (5) mit der Außenseite des abtrennbaren Elements (4) (klebend) verbunden ist.
2. Flüssigkeitssammelröhrchen nach Anspruch 1, wobei das Dichtelement (3) einen in einem zentralen Bereich geformten Einschnitt (10) zur Führung des einzuführenden Entnahmewerkzeugs (8) aufweist.
3. Flüssigkeitssammelröhrchen nach Anspruch 1 oder 2, wobei das abtrennbare Element (4) eine an der auf das Dichtelement (3) auflaminierten Seite vorgesehene Gassperrenschicht (4b) aufweist.
4. Flüssigkeitssammelröhrchen nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei das Verschlußmittel (2) eine angeformte Lasche (2a) aufweist, die sich über den Bereich des offenen Endes (1a) des Kolbens (1) hinaus erstreckt und an einem Biegungsabschnitt (2b) längs des Umfangs des Kolbens verlaufend abgebogen ist, wobei die Lasche eine Verlängerung (3c) des Dichtelements (3) umfaßt, (und) wobei die Verlängerung vom Rest des Dichtelements abbrechbar (abreißbar) ist, wenn die Lasche vom Umfang des Kolbens weggezogen wird.
5. Flüssigkeitssammelröhrchen nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei das Dichtelement (3) eine Dicke von 3 - 1000 um aufweist.
6. Flüssigkeitssammelröhrchen nach Anspruch 5, wobei das Dichtelement (3) eine Dicke von 5 - 20 um aufweist.
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