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Die vorliegende Erfindung bezieht sich im allgemeinen auf Elektrodensysteme und
insbesondere auf ein medizinisches Elektrodensystem, mit welchem gewünschte
physiologische Reaktionen für die Beurteilung oder Behandlung von Krankheiten und Verletzungen
bei Menschen erhalten werden können. Dies beinhaltet das Erfassen von elektrischen
Signalen, für Elektrographen (EKG), Elektroenzephalographen (EEG) und
Elektromyographen (EMG), und Ausgeben von elektrischen Impulsen für transkutane elektrische
Vorrichtungen, wie beispielsweise transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS),
elektrische Muskelstimulation (EMS), neuromuskuläre Stimulation (NMS) und funktionelle
elektrische Stimulation (FES) sowie Interferential- und Iontophorese-Therapie.
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Im allgemeinen sind Überwachungselektroden für EKG, EEG und EMG-Vorrichtungen
klein, da ein relativ kleiner Kontakt mit einer Hautoberfläche für den Empfang von
elektrischen Signalen ausreicht.
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Andererseits erfordern Stimulationselektroden für TENS, EMS, Interferential- und
Iontophorese-Vorrichtungen im allgemeinen einen größeren Hautflächenkontakt, um einen
ausreichenden transkutanen elektrischen Strom bereitzustellen, damit eine gewünschte
physiologische Reaktion bewirkt wird.
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Insbesondere müssen Elektrodensysteme, die zur Verwendung bei der Nerven- und
Muskelstimulation geeignet sind, natürlich ein ausreichendes elektrische Spannung
aufweisen, um einen angemessenen Strom entgegen der Impedanz des leitfähigen Mediums zu
führen. Diesbezüglich sind elektrische Stimulatoren entweder als Stimulatoren mit
konstantem Strom oder konstanter Spannung ausgebildet.
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Es hat sich herausgestellt, daß grundlegende physiologische Reaktionen und klinische
Ergebnisse normalerweise identisch sind, unabhängig davon, ob Stimulatoren mit
konstanter Spannung oder konstantem Strom verwendet werden. Der Vorteil der
Vorrichtungen mit konstanter Spannung besteht jedoch in der automatischen Stromreduktion,
wenn die Elektrodengröße reduziert wird oder wenn sich der Elektrodenkontakt mit der
Haut löst. Wenn andererseits der Druck zwischen dem Gewebe und der Elektrode
plötzlich steigt, sinkt die Impedanz und die Stromintensität steigt automatisch an, wodurch
sich der Stimulationspegel intensiviert.
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Die Vorteile der Vorrichtungen mit konstantem Strom sind ein konstanter
Stimulationspegel, was jedoch möglicherweise nicht der Fall ist, wenn die Elektrodengröße oder der
Druck auf die Haut oder beides sich verringert, was zu einem plötzlichen Anstieg der
Stimulationsspannung führt. Somit sind solche Elektroden geeignet, die eine einheitliche
elektrische Kopplung quer über die Haut für eine richtige elektrische Grenzfläche
bereitstellen.
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Früher wurde bei der Muskel- und Nervenstimulationstherapie eine Anzahl Elektroden mit
einer Vielzahl von leitenden Elementen verwendet, einschließlich mit Kohlenstoff
imprägniertes Gummi sowie Metallfolien und feuchte Schwämme.
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Viele der bekannten Vorrichtungen sind nicht flexibel genug und dieser Nachteil hat zur
Aufgabe vieler der älteren Elektrodensysteme geführt. Somit muß eine erfolgreiche
Elektrodenvorrichtung flexibel genug sein, um die Unebenheiten des menschlichen Körpers
auszugleichen und auch um eine relative Bewegung der Haut des Patienten darunter
während der Therapie aufzunehmen, da eine Nerven- und/oder Muskelstimulation
Muskelkontraktionen und eine begleitende Hautbewegung bewirken kann, wie sie bei EMS
auftritt.
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Während langer Therapieperioden kann sich durch Hautschweiß die Elektrode von ihrer
Position auf der Haut lockern oder lösen. Dies hängt natürlich direkt mit der
Elektrodengröße zusammen, wobei, je größer die Elektrode, umso länger der Verdunstungsweg
oder Abstand ist, den der Schweiß, welcher in den Mittelbereichen der Elektrode auftritt,
wandern muß, um zu verdunsten oder an die Atmosphäre abgegeben zu werden.
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Es hat sich bei bekannten Elektroden ebenfalls herausgestellt, daß einfache
Kompressionssysteme, bei welchen medizinische Haftstreifen oder dergleichen verwendet werden,
die Tendenz haben, sich aufgrund von Schweiß und Bewegung der Haut des Patienten
während der Behandlung anzuheben.
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Einfaches Halten einer medizinischen Elektrode auf der Haut bietet unter Umständen
keinen geeigneten elektrischen Kontakt weder für EKG, EEG und EMG-Anwendungen noch
für TENS, EMS und FES-Anwendungen.
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Wie oben festgestellt wurde, mag eine Nerven- und Stimulationstherapie über lange
Zeitspannen hinweg angewendet werden. Dies trifft insbesondere auf Sportverletzungen zu.
Es hat sich erwiesen, daß mangelhaftes Biegen eines Elektrodensystems eine starke
Reizung der Haut des Patienten in Form von elektrischen "heißen Punkten" aufgrund des
unebenen elektrischen Hautkontakts zur Folge haben kann, was sich in Form von
Hautausschlag und Hautbrennen manifestiert.
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Im Hinblick auf die Probleme beim elektrischen Koppeln hat man sich in letzter Zeit
leitfähigen Elektrolyten in Form von Fluiden und Gels zugewandt, um eine ausreichende
elektrische Kopplung zwischen der Elektrode und Haut bereitzustellen.
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Eine Elektrodenart, die zur vorübergehenden Anwendung der
Muskelstimulationselektroden verwendet wird, beinhaltet eine flache, glatte Kontaktfläche und eine separate
leitfähige Creme oder Gel, welche auf die Haut aufgetragen werden, um die Elektrode damit
elektrisch zu koppeln. Die Erfahrung mit diesem System hat gezeigt, daß die Verwendung
und das Entfernen der Creme oder des Gels unsauber ist und daß die Elektroden nicht für
gekrümmte Körperteile geeignet sind. Nach der Verwendung muß die Creme oder das Gei
von der Haut und Elektrode gereinigt oder abgewaschen werden. Ungleichmäßiges
Aufbringen des Gels kann ebenfalls "heiße" Punkte von hoher Stromdichte erzeugen, was
Hautbrennen hervorruft.
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Eine weitere Elektrodenart, welche für langfristige Anwendung von elektrischer
Stimulation zum Überwachen von Elektroden geeignet ist, beinhaltet ein flexibles leitfähiges Tuch
oder Material. Im allgemeinen beinhaltet diese Elektrodenart ein elektrisch leitfähiges,
gewobenes, gewirktes oder maschiges Material mit einem darin imprägnierten
Gelelektrolyt, um die elektrische Leitfähigkeit in der Elektrode zu verbessern.
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Es wurden leitfähige Gels entwickelt, die haften, so daß sie eine Doppelfunktion ausüben,
indem sie die Elektrode sowohl mit dem Körper elektrisch verbinden als auch die
Elektrode an dem Körper befestigen. Eine typische Elektrode dieser Art ist in den
US-Patenten Nr. 4,708,149 und 4,722,354 bekanntgemacht. Diese Elektroden beinhalten ein
leitfähiges Tuch mit einem flexiblen leitfähigen Klebstoff, welcher auf einer Seite des
leitfähigen Materials angebracht ist, um die flexible transkutane elektrische Nerven- und/oder
Muskelstimulationselektrode an der Haut eines Patienten zu befestigen. Während diese
Elektrodenart effektiv ist, mag eine große Anzahl an Elektroden erforderlich sein, um eine
langfristige Behandlung für bestimmte Verletzungen, wie Sportverletzungen,
bereitzustellen.
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Da die meisten der bekannten Elektrodensysteme Einwegsysteme sind und aufgrund der
Körperhygiene nur für relativ kurze Zeitspannen benutzt werden können, sind beachtliche
Kosten bei der Behandlung von Patienten zu erwarten, die sich einer Langzeittherapie
unterziehen müssen.
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Ein wichtiger Aspekt bei der Elektrodenstimulation ist die geeignete Anordnung der
Elektrode. Diesbezüglich werden zwei Grundtechniken verwendet: monopolare und bipolare.
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Bei der monopolaren Technik wird nur eine von zwei Elektroden über einem zu
behandelnden Zielbereich angeordnet. Diese Elektrode wurde herkömmlicherweise als
Behandlungs- oder Stimulationselektrode identifiziert. Eine weitere, nicht eine Behandlung
ausführende oder disperse Elektrode wird über einem Bereich angeordnet, welcher nicht
stimuliert werden soll. Der Zielbereich kann einen Muskel, Gelenke, Bursae, Hämatome,
Hautgeschwüre, sowie Auslöse- und Akupunkturpunkte beinhalten, je nach klinischem
Problem und seiner geeigneten Behandlung.
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Die nicht zur Behandlung vorgesehene Elektrode ist im allgemeinen als die disperse
Elektrode bekannt, da sie normalerweise, jedoch nicht immer eine große Elektrode ist.
Durch die große Größe wird die Stromdichte minimiert, wodurch verhindert wird, daß
Strom darunter wahrgenommen wird. Wenn die Behandlungselektrode sehr klein ist,
muß die nicht für eine Behandlung vorgesehene Elektrode nur etwas größer sein. Es
können eine oder mehr Behandlungselektroden vorgesehen sein.
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Bei der bipolaren Technik werden zwei Elektroden über oder neben einen zu
behandelnden Zielbereich gelegt. Auf diese Weise werden der Leitstrom und Stromfluß auf den
Zielbereich beschränkt. Im Gegensatz zur monopolaren Technik werden
Anregungsreaktionen unter beiden Elektronen des Stromkreises wahrgenommen. Offensichtlich haben
die zwei Elektroden normalerweise, jedoch nicht unbedingt, dieselbe Größe und die nicht
zur Behandlung vorgesehene, disperse Elektrode wird nicht verwendet.
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Bipolare Anordnung der Elektroden kann mit beliebigen TENS oder EMS verwendet
werden, einschließlich Hochspannungs-Stimulation und der Strom kann ein gepulster,
monophasiger, biphasiger oder polyphasiger Strom sein.
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Bei moderner Stimulation werden zwei oder mehr Kanäle oder elektrische Ausgänge
verwendet. Wenn zwei Kanäle gleichzeitig über demselben Zielbereich verwendet
werden, kann jeder Kanal bipolar angeordnet werden. Bei zwei Kanälen sind jedoch mehrere
Anordnungen möglich, um die Schmerzlinderung zu verbessern.
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Bei einer Anordnung liefert ein Kanal ein elektrisches Ausgangssignal an zwei separate
Elektroden, die auf einer Seite eines Zielbereichs angeordnet sind, während ein zweiter
Kanal elektrischen Strom an zwei separate Elektroden liefert, die auf einer anderen Seite
des Zielbereichs angeordnet sind. Dies ist unter der Bezeichnung Klammer-Verfahren
(bracket method) bekannt.
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Bei einer anderen Anordnung liefert ein Kanal einelektrisches Ausgangssignal an ein
erstes Paar von separaten Elektroden, die jeweils auf einander gegenüberliegenden Seiten
eines Zielbereichs angeordnet sind, während ein anderer Kanal ein elektrisches
Ausgangssignal an ein zweites Paar Elektroden liefert, die jeweils auf einander
gegenüberliegenden Seiten des Zielbereichs und neben dem ersten Paar Elektroden angeordnet sind.
Dies ist als überkreuztes Verfahren bekannt. Wenn ein Interferenz-Stimulator mit dieser
Elektrodenanordnung verbunden ist, bietet eine Niederfrequenz-Interferenzfrequenz
zwischen den zwei Hochfrequenz-Strömen jedes Kanals eine therapeutische tiefe
Gewebedurchdringung.
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Bei Interferenz-Stimulatoren werden zwei sinusförmige Stromquellen verwendet, deren
Frequenzen sich etwas voneinander unterscheiden. Wenn sich diese zwei
Ausgangssignale schneiden, bewirkt der Frequenzunterschied, daß die Impulsintensitäten kombiniert
werden, was einen sogenannten Überlagerungs- oder durch eine Umhüllende geformten
Impuls zur Folge hat. Jede dieser Überlagerungen stellt tatsächlich einen einzelnen
polyphasigen Impuls dar und jeder polyphasige Impuls wirkt in ähnlicher Weise wie ein
einzelner monophasiger oder biphasiger Impuls eines herkömmlichen TENS-Stimulators.
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Dieser Lösungsweg mit mehreren Elektroden kann dann verwendet werden, wenn ein
schmerzender Zielbereich oder die gewünschten ipsilateralen Stimulationspunkte
hyperästhetisch oder reizbar sind, wie posttherapeutische Neuralgie, Causalgie und
reflexsympathetische Dystrophie.
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Auf einem anderen Gebiet im Bereich der klinischen Elektrotherapie findet die
vorliegende Erfindung auch Anwendung bei der Iontophorese, wie bereits zuvor beschrieben
wurde.
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Bei der Iontophorese wird eine elektrische Elektrode zum Bereitstellen eines elektrischen
Feldes verwendet, um eine Wechselwirkung zwischen ionisierten Molekülen eines
Medikaments zu bewirken, wodurch die ionisierten Moleküle durch die Haut wandern.
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Bis jetzt wurde diese Migration durch Anordnen von zwei Elektroden auf der Haut eines
Patienten erreicht, welche mit einer elektrischen Stromzufuhr verbunden sind, wobei eine
der Elektroden mit einer Medikamentlösung gefüllt ist und die andere Elektrode mit einer
Elektrolytlösung gefüllt ist. Es ist wohlbekannt, daß ein zwischen den Elektroden
erzeugtes elektrisches Feld bewirkt, daß sich geladene Medikamentmoleküle bewegen oder von
der das Medikament enthaltenden Elektrode durch die Haut eines Patienten wandern.
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Die Vorteile der Iontophorese sind vielfach und verhindern hypodermische Einspritzung
und weiterhin eine mögliche Umwandlung (Metabolismus) des Medikaments bei oraler
Verabreichung.
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Das bedeutet, daß, wenn ein Medikament oral eingenommen und von dem
Verdauungstrakt in den Blutstrom aufgenommen wird, das das Medikament enthaltende Blut zuerst
durch die stoffwechselaktive Leber gelangt, bevor sie in das gewünschte Zielgewebe
geführt wird. Somit kann eine große Menge an oral eingenommenem Medikament
stoffwechsel-inaktiviert werden, bevor sie die Möglichkeit hat, ihre pharmakologische Wirkung
auszuüben. Alle diese Wirkungen sind gut bekannt.
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Jegliche Elektrode, die für die Iontophorese geeignet ist, sollte auch eine beachtliche
Größe haben, um eine angemessene leitfähige Oberfläche bereitzustellen, um ein
Brennen der Haut des Patienten während der Drogenübertragung zu verhindern. In dieser
Hinsicht ist die Größe der Elektrode vergleichbar mit einer TENS-, EMS- und
FES-Elektrode im Gegensatz zu einer EKG, EEG und EMG-Elektrode.
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In Verbindung mit solchen Elektroden sollte die Vorrichtung vorzugsweise ein
Medikamentvolumen aufweisen, welches für eine individuelle Behandlungssitzung ausreichend
ist.
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Bei früheren Iontophorese-Vorrichtungen wurde eine Elektrode mit einem Behälter zur
Aufnahme des Medikaments oder des aktiven Mittels verwendet. Solche Elektroden sind
natürlich relativ teuer in der Herstellung und folglich sind solche Systeme aufgrund der
Tatsache, daß solche Elektroden normalerweise nach einer einzigen Behandlung
weggeworfen werden, teuer.
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Die jüngsten Entwicklungen auf dem Gebiet von leitfähigen Gels, welche für die
transdermale Medikamentanwendung geeignet sind, beinhalteten chemisch vernetzte
Hydrogels, welche einen inaktiven Bestandteil für einen längeren Kontakt mit der Haut zur
verbesserten Medikamentanwendungen beinhalten, siehe beispielsweise US-Patent Nr.
5,069,908, erteilt am 3.12.1991. Diese Arten von Hydrogels können in Iontophorese-
Elektroden in der in den oben beschriebenen US-Patenten Nr. 4,708,149 und 4,722,354
beschriebenen Weise beinhaltet sein.
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Bei allen Anwendungen der vorliegenden Erfindung ist die Kontrolle der Stromverteilung
am wichtigsten. Wenn die Stromverteilung richtig kontrolliert wird, ist es durch einen
bequemen Übergang zwischen stimulierten und nicht stimulierten Bereichen einem
Patienten möglich, höhere Spannungen und Ströme zu tolerieren, was nicht nur einen
bes
seren therapeutischen Effekt zur Folge hat, sondern auch einen größeren Übergang eines
aktiven Mittels durch die Haut.
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Die vorliegende Erfindung richtet sich auf ein medizinisches Elektrodensystem, bei
welchem der grundlegende elektrisch leitende und elektrisch verteilende Abschnitt der
Elektrode wiederverwendbar und tatsächlich waschbar ist.
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In Kombination damit und entsprechend der vorliegenden Erfindung wird ein separates
haftendes elektrisch leitfähiges Kissen verwendet, um die "trockene" Elektrode mit der
Haut zu koppeln. Somit muß nur ein verbrauchbares Gelkissenmaterial während der
Behandlung des Patienten wegwerfbar sein. Dies ist insbesondere bei der Iontophorese
wichtig. Dementsprechend kann die Elektrode wiederverwendet werden, während nur das
das Medikament enthaltende leitende Haftmittel weggeworfen wird. Weiterhin kann
dasselbe das Medikament enthaltende Gel-Haftkissen verwendet werden, um verschiedene
unterschiedliche Dosen in Abhängigkeit der Elektrodenanordnung zuzuführen.
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Außerdem wird bei einer Ausführungsform der Erfindung auch eine Anzahl an Elektroden
und ein System zum Sicherstellen einer korrekten Anordnung des Elektrodensatzes an
dem Körperteil verwendet.
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Das US-Patent Nr. 4,763,660 offenbart einen flexiblen wegwerfbaren Elektrodengürtel für
die medizinische Anwendung mit einem nicht leitenden Rückenmaterial und einem
flexiblen elektrisch leitenden Flicken auf dem Rückenmaterial. Ein elektrisch nicht leitendes
vorderes Material ist auf dem Flicken angeordnet, wobei das vordere Material eine
Öffnung zum Freigeben eines Abschnitts des Flickens hat. Die Elektrode beinhaltet auch ein
separates und wegwerfbares elektrisch leitendes Gelkissen zum lösbaren Koppeln des
Kissens an einem Körperteil. Das Gelkissen ist größer als die Öffnung in dem vorderen
Material.
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Die GB 1 566 211 offenbart ein Elektroden-Verpackungssystem mit einer Elektrode und
einer Abdeckung. Die Elektrode weist eine mit einem Haftmittel beschichtete
Grundschicht auf und hat einen Anschluß oder ein leitfähiges Verbindungsstück, welche an
einander gegenüberliegenden Seiten angreifen, vorzugsweise in Form eines Druckknopfes.
Ein Gelkissen ist über der Verbindungsanordnung auf der mit Haftmittel beschichteten
Seite der Grundschicht angeordnet. Die Abdeckungsstruktur kann entfernt werden und
überlagert sowohl die mit Haftmittel beschichtete Oberfläche und das Kissen und schützt
und bewahrt die Integrität des Haftstoffes und des Gel-Elektrolyts. Die
Elektrodenverpackung ist mit dem Basissubstrat verbunden und überlagert die Öffnungen mittels einer
zweiten Haftschicht, welche auf die gegenüberliegende Seite aufgebracht ist. Ein
Ab
schnitt des Anschlusses oder der Verbindungsanordnung jeder Elektrode erstreckt sich
von der Seite der Basisschichten entgegengesetzt zu dem Gelkissen in der
zusammengebauten Position und ist mit einer der Öffnungen ausgerichtet.
Zusammenfassung der Erfindung
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Gemäß dervorliegenden Erfindung beinhaltet ein medizinisches Elektrodensystem im
allgemeinen ein elektrisch nicht leitendes Rückenmaterial und ein flexibler elektrisch
leitender Flicken, welcher auf dem Rückenmaterial angeordnet ist.
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Außerdem ist ein elektrisch nicht leitfähiges vorderes Material über dem Flicken
angeordnet, wobei das vordere Material eine Einrichtung mit einer darin begrenzten Öffnung
aufweist, um einen Abschnitt des Flickens freizugeben. Bei dieser Ausführungsform ist die
Öffnung kleiner als die minimale Größe des Flickens.
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Ein Leitungsdraht ist elektrisch mit dem Flicken verbunden, um diesem einen elektrischen
Strom für TENS, EMS und FES-Vorrichtungen zuzuführen oder um elektrische Impulse bei
EKG, EEG und EMG-Vorrichtungen zu empfangen.
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Ein separates elektrisch leitfähiges Gel ist bedeutenderweise zum lösbaren Koppeln des
Flickens mit einem Körperteil vorgesehen. Die minimale Größe des Gels ist größer als die
maximale Größe der Öffnung und ist aus einem Material gebildet, welches ein Entfernen
des Gels in intaktem Zustand von dem Körperteil und Flicken ermöglicht. Auf diese Weise
ist das separate elektrisch leitfähige Gel der einzige wegwerfbare Abschnitt bei dem
vorliegenden System.
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Weiterhin kann das Gel gemäß der vorliegenden Erfindung ausreichend transparent sein,
um eine visuelle Ausrichtung durch es hindurch zu ermöglichen, um das Anordnen des
Gels über der Öffnung zu erleichtern. Dies ist wichtig, um die richtige Stromverteilung,
die das Elektrodensystem bietet, sicherzustellen. Durch Bereitstellen einer visuellen
Schärfe durch das Gel, wenn dieses über der Öffnung angeordnet ist, kann ein akkurates
Zentrieren oder eine koaxiale Ausrichtung des Gels und der Öffnung bewirkt werden.
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Verschiedene Verteilungsmuster können durch Variieren der relativen geometrischen
Form des Kissens, der Öffnung und des Gels erreicht werden, wobei eine
Ausführungsform der Erfindung einen kreisförmigen Flicken, Öffnung und Gel hat.
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Bei einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung beinhaltet die Rückenfläche eine
Öffnung zum Vereinfachen der Anordnung der Rückenfläche an einem Körperteil durch
Beobachten des Körperteils durch die Öffnung. Dieses Merkmal der vorliegenden
Erfindung ist besonders wichtig, wenn eine Mehrzahl von flexiblen elektrisch leitfähigen
Flicken auf dem Rückenmaterial in einer ausgewählten Anordnung angeordnet ist.
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Die Anordnung wird gewählt, um eine koordinierte Anordnung der Flicken an einem
ausgewählten Körperteil für eine spezielle Behandlung zu ermöglichen. Somit ermöglicht die
Öffnung in dem Rückenmaterial eine korrekte Anordnung der Elektrodenanordnung an
einem Körperteil, um eine korrekte Muskel- und/oder Nervenstimulation oder
Signalaufzeichnung oder Signalempfang bereitzustellen.
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Es ist wohlbekannt, daß in vielen Fällen eine Mehrzahl von untereinander wirkenden
Elektroden am geeignetsten ist, um eine korrekte Muskelstimulationstherapie
bereitzustellen. Wenn die Elektrodenanordnung nicht richtig an dem Körperteil angeordnet ist,
wird leider der synergetische Effekt des Elektrodensystems nicht ausgenutzt.
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Somit garantiert die elektrische Flickenanordnung des vorliegenden Elektrodensystems
zusammen mit der Einrichtung zum Erleichtern der Anordnung des Systems eine korrekte
Anordnung von mehreren elektrischen Flicken zur Sicherstellung einer optimalen
Stimulation.
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Bei einer anderen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann das Rückenmaterial
unterbrochen sein und in diesem Fall kann das vordere Material eine Einrichtung
aufweisen, die eine Öffnung begrenzt, um die Anordnung der Elektrode an einem Körperteil
durch Beobachten des Körperteils durch die Öffnung zu erleichtern.
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Alternativ dazu kann das Rückenmaterial und das vordere Material ein Tuch sein und ein
gewobenes Tuch aufweisen, mit einem Webmuster, das eine ausreichende Sichtschärfe
durch dieses hindurch bietet, um die Anordnung des Rückenmaterials auf dem Körperteil
zu erleichtern. Diese Ausführungsform der vorliegenden Erfindung funktioniert wie die
oben beschriebene Ausführungsform, ohne daß eine separate Öffnung durch das hintere
oder vordere Material erforderlich ist.
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Eine andere Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann eine Einrichtung
aufweisen, die ermöglicht, daß das Rückenmaterial auf den Körperteil gedrückt werden kann.
Diese Ausführungsform ist besonders nützlich in Kombination mit Wärme- und Eisbeuteln
für die therapeutische Behandlung, und das dergestalt verwendete medizinische
Elektrodensystem kann weiterhin eine Feuchtigkeitsbarriere aufweisen, welche zwischen dem
Kissen und dem hinteren Material angeordnet ist. Es ist bei der physischen Therapie und
Sportmedizin üblich, Weichgewebe-Verletzungen, wie Zerrungen, Verstauchungen,
Quet
schungen und Ödeme mit dem ICE-Verfahren (I = Ice (Eis), C = Compression
(Kompression), E = Elevation (Hochlegen)) zu behandeln und zu überwachen. Jüngste
Untersuchungen haben gezeigt, daß Hochlegen durch elektrische Stimulation ersetzt werden kann,
welche den Heilungsprozeß beschleunigt und gleichzeitig dem Patienten Mobilität erlaubt.
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Weiterhin kann eine Einrichtung zum Steuern der Stromverteilung vorgesehen sein, die
von dem Flicken über das Gel auf den Körperteil wirkt. Diese Einrichtung mag ein
elektrisch nicht leitendes Material aufweisen, welches über dem Flicken angeordnet ist,
welches die Öffnung mit unterschiedlichen Abmessungen beinhaltet. Durch Ändern der
Öffnungsgröße und -form können verschiedene Stromverteilungen durch das Gel
bereitgestellt werden.
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Eine weitere Ausführungsform der vorliegenden Erfindung beinhaltet ein separates
elektrisch leitfähiges Gel zum lösbaren Koppeln des Flickens mit einem Körperteil und mit
einer Droge zur iontophoretischen Zufuhr in den Körperteil. Wie oben beschrieben ist,
kann dieses Gel aus einem Material gebildet sein, welches ein intaktes Entfernen des Gels
von dem Körperteil und Flicken ermöglicht.
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Bei dieser Ausführungsform kann die zugeführte Medikamentmenge auf viele Arten
gesteuert werden. Zuerst kann die Größe der Öffnung und des vorderen Materials
eingestellt werden, zweitens kann die Medikamentmenge in dem Gel variiert werden und
weiterhin kann die elektrische Stromverteilung über das Gel so gesteuert werden, daß eine
vorbestimmte Menge des Medikaments über die Haut zugeführt wird.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
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Die Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung sind besser verständlich aus der
folgenden Beschreibung der Zeichnungen. Es zeigen:
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Fig. 1 eine perspektivische Ansicht eines medizinischen Elektrodensystems gemäß einer
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung, welche eine Einrichtung zeigt, die in der
vorliegenden Erfindung enthalten ist, um die Anordnung des Elektrodensystems an einem
Körperteil zu erleichtern;
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Fig. 2 eine Explosionsdarstellung des in Fig. 1 gezeigten medizinischen
Elektrodensystems, welches generell ein elektrisch nicht leitendes Rückenmaterial, einen flexiblen,
elektrisch leitenden Flicken, welcher auf dem Rückenmaterial angeordnet ist, und ein
elektrisch nicht leitendes vorderes Material zeigt, welches über dem Flicken zusammen
mit dem elektrisch mit dem Flicken und der separaten elektrisch leitenden Geleinrichtung
verbundenen Leitungsdraht angeordnet ist;
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Fig. 3 eine Ansicht im Querschnitt des in Fig. 1 gezeigten medizinischen
Elektrodensystems entlang der Linie 3-3;
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Fig. 4 eine alternative Ausführungsform der vorliegenden Erfindung mit separaten
Rückenmaterialsegmenten und einem transparenten vorderen Material zum Erleichtern der
Anordnung des medizinischen Elektrodensystems an einem Körperteil;
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Fig. 5 eine Explosionsdarstellung der medizinischen Elektrode von Fig. 4;
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Fig. 6 eine Ansicht im Querschnitt der in Fig. 4 gezeigten medizinischen Elektrode
entlang der Linie 6-6;
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Fig. 7 eine Explosionsdarstellung einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung mit einer separaten Feuchtigkeitsbarriere;
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Fig. 8 eine weitere Ausführungsform der Erfindung, bei welcher zwei Elektrodenflicken
und ein klettenverschlußartiges Bandsystem verwendet wird, um ein Anbringen der
medizinischen Elektrode unter Druck an dem Körperteil zu ermöglichen;
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Fig. 9 eine perspektivische Ansicht eines Merkmals der vorliegenden Erfindung, bei
welcher ein transparentes Gel zum Ermöglichen eines visuellen Anbringens des Gels über
einer Öffnung in dem Rückenmaterial verwendet wird;
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Fig. 10 korrektes Anordnen des Gelmaterials über der Öffnung, vereinfacht durch die
vorliegende Erfindung;
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Fig. 11 ein Problem im Zusammenhang mit undurchsichtigen Gels, was ein inkorrektes
Anordnen des Gels über der Öffnung zur Folge haben kann; und
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Fig. 12 eine Plotterzeichnung der Impedanzmessungen über dem Gel gemäß der
vorliegenden Erfindung, wenn es über der Öffnung angeordnet ist.
Detaillierte Beschreibung
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Die Fig. 1-3 zeigen ein medizinisches Elektrodensystem 10 gemäß der vorliegenden
Erfindung, welches generell ein nicht leitendes Rückenmaterial 12, eine Mehrzahl von
flexiblen elektrisch leitenden Flicken 14, welche auf dem Rückenmaterial 12 angeordnet
sind, und ein elektrisch nicht leitendes vorderes Material 16 aufweist, welches über den
Flicken 14 angeordnet ist.
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Es sollte beachtet werden, daß obwohl in Fig. 1 bis 3 für die Interferenz-Therapie vier
Flicken gezeigt sind, jedoch ein oder eine beliebige Anzahl an Flicken je nach der
vorgenommenen Behandlung verwendet werden kann.
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Das Rückenmaterial 12 kann ein beliebiges nicht leitendes Material sein, mit Kunststoff-
Filmen oder gewobenen Materialien, mit ausreichender Flexibilität um zu ermöglichen,
daß das Elektrodensystem 10 auf einem gewünschten gekrümmten Körperabschnitt
angebracht wird. Die flexiblen elektrisch leitenden Flicken 14 können aus einem beliebigen
leitfähigen, beispielsweise gewirktem oder gewobenem Material, sein, welches für die in
dem US-Patent Nr. 4,722,354 beschriebenen Elektroden geeignet ist.
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In bezug auf Fig. 2 können Leitungsdrähte 20 elektrisch mit den Flicken 14 durch
Kompression (Klebstoff, Ultraschall-Schweißen oder ein anderes Verbindungsverfahren)
zwischen den Flicken 14 und dem Rückenmaterial 12 verbunden sein. Alternativ dazu
können die Leitungsdrähte 20 mit den Flicken 14 vermascht sein, wobei die Flicken 14 mit
dem Rückenmaterial 12 in einer geeigneten Weise, wie durch Klebstoff zum Aufnähen auf
das vordere Material 16 verbunden sind.
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Wie oben beschrieben ist, kann, während eine Mehrzahl von leitenden Stofflicken 14 in
Fig. 1-3 gezeigt sind, ein einziger Flicken verwendet werden, je nach Art der
Behandlung. Die in Fig. 1-3 gezeigte Flickenanordnung ist nur repräsentativer Natur; es
ist jedoch wichtig, zu bemerken, daß das Befestigen eines leitfähigen Stofflickens 14 an
dem nicht leitfähigen Stoff 12 das Problem überwindet, welches bei der Verwendung von
mehreren Elektrodensätzen existiert. Eine beabstandete, fixe Positionierung der
Elektroden eliminiert die lästige und unhandliche Notwendigkeit, die Elektroden separat an
einem Körper zu befestigen.
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Außerdem kann bei einzelnen oder kleineren Elektrodensätzen ein Wandern während
längerer Stimulation oder Überwachung auftreten und es somit schwierig machen, eine
konsistente Anordnung der Elektroden in bezug zueinander sicherzustellen.
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Dies ist insbesondere bei der Anordnung von Überwachungselektroden wichtig, bei
welchen die visuelle Anzeige des Herzzustands eines Patienten durch eine inkorrekte
Anordnung der Überwachungselektroden gestört werden kann.
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Insbesondere kann der nicht leitende Stoff 12 gemäß der vorliegenden Erfindung, wie
hier beschrieben, aus einem geeigneten Material gebildet sein, ist jedoch vorzugsweise
maschinenwaschbar. Die Funktion des nicht leitenden Rückenmaterials 12 besteht darin,
eine Stütze für die leitenden Kissen 14 bereitzustellen und gleichzeitig eine nicht
erwünschte elektrische Verbindung zwischen den Elektroden oder Kontakt mit den
Elektroden zu verhindern, wenn die Flicken 14 in Kontakt mit einem Körper 34 angeordnet sind.
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In bezug auf Fig. 2 beinhaltet das vordere Material 16 eine Mehrzahl von Fenstern oder
Öffnungen 24, um einen Abschnitt 26 der Kissen 14 freizulegen, wobei die Öffnungen 24
eine maximale Abmessung haben, die kleiner ist als eine minimale Abmessung der
Flicken 14.
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Separate elektrisch leitfähige Gelkissen 30 stellen eine Einrichtung zum lösbaren Koppeln
der Flicken 14 an einen Körperteil oder Zielbereich 34 bereit. Um die Fenster oder
Öffnungen 24 komplett abzudecken, sollten die Gelkissen eine minimale Abmessung haben,
die größer ist als die maximale Abmessung der Fenster. Solange die Fenster 24 bedeckt
sind, besteht kein Risiko einer direkten Stimulation von den Elektrodenrändern.
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Dadurch entsteht weiterhin die im folgenden detaillierter beschriebene Stromverteilung,
welche über dem Fenster 24 gleichmäßig ist und sich glatt über den Abschnitt der
Gelkissen 30 und über das Fenster hinaus bewegt, da der elektrische Strom in Längsrichtung in
dem Gel wandert, welches eine Impedanz zwischen der der Elektrode und dem Körper 34
hat. Das Ergebnis ist ein komfortabler Übergang zwischen stimulierten und nicht
stimulierten Bereichen, wodurch die Patienten höhere Amplitudeneinstellungen tolerieren
können, was oft bessere therapeutische Wirkungen hat.
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Die Verwendung eines separaten Gelkissens gemäß der vorliegenden Erfindung hat viele
Vorteile, die bis jetzt für einheitliche medizinische Elektrodenvorrichtungen nicht zur
Verfügung standen.
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Zuerst kann die Stromverteilung durch Verwendung von separaten Gelkissen 30 von
unterschiedlicher Leitfähigkeit gesteuert werden. Wenn tatsächlich eine Mehrzahl von
Kissen 14 verwendet wird, können die entsprechenden Gelkissen 30 unterschiedliche
Leitfähigkeiten haben. Geeignete Gelkissen können gemäß der in dem US-Patent Nr.
4,989,607 gegebenen Beschreibung gefertigt sein.
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Obwohl leitende Haftgel-Anordnungen seit einiger Zeit bekannt sind, wurden sie nicht als
separate Einheit in Kombination mit einem oder mehr leitfähigen elektrischen Flicken
verwendet, wie sie in der vorliegenden Erfindung enthalten sind. Die elektrischen Flicken
sind hier allgemein mit dem Bezugszeichen 14 und einzeln mit 14a, 14b, 14c und 14d
beschrieben.
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Es sollte klar sein, daß durch Variieren der Leitfähigkeit der einzelnen Gelkissen 30
unterschiedliche Stromverteilungen mit derselben Stromzufuhr an die elektrischen Flicken 14
bereitgestellt werden kann. Umgekehrt kann die an die Flicken 14 gerichtete elektrische
Belastung so eingestellt werden, daß Gelkissen 30 mit vier unterschiedlichen
Leitfähigkeiten verwendet werden können.
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Gemäß der vorliegenden Erfindung kann das Gelkissen eine Gesamtdicke von zwischen
ca. einem halben Millimeter und zweieinhalb Millimeter haben. Diese Dicke stellt sicher,
daß das Kissen physisch integer bleibt, so daß es von dem Flicken 14 und dem
Zielbereich 34 in einem Stück, d. h. intakt entfernt werden kann.
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Das zweite Merkmal des separaten Kissens ermöglicht bedeutenderweise, daß die Flicken
14 und das vordere Material 16 von den Gelkissen 30 entfernt werden, wodurch die
Wiederverwendung der Flicken 14 vereinfacht wird, ohne daß ein Weg kratzen oder Entfernen
von Gelkissen 30 von diesen erforderlich ist. Außerdem können bei anhaltender
Verwendung, wie oben erwähnt, die Kissen 14, das Rückenmaterial 12 und das vordere Material
16 je nach Bedarf zwischen der Verwendung gewaschen werden.
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Ein weiterer Vorteil des separaten Gelkissens 30 zeigt sich, wenn das Gelkissen 30 ein
aktives Medikament beinhaltet, was in Fig. 5 als Partikel 40 gezeigt ist.
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Bei dieser Ausführungsform stellen die separaten elektrisch leitfähigen Gelkissen 30 nicht
nur eine Einrichtung zum lösbaren Koppeln der Flicken 14 an einem Körperteil 34
sondern bedeutenderweise auch iontophoretische Zufuhr des Medikaments in den Körper 34
bereit, während elektrische Spannung an dem Gelkissen 30 anliegt.
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Die meisten elektrisch geladenen Medikamente sind für eine solche Zufuhr geeignet und
Aufnahme eines solchen Medikaments in einem Gel ist in dem US-Patent Nr. 5,069,908
beschrieben.
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Es ist ersichtlich, daß die Verwendung von separaten Gelkissen 30, die jeweils
verschiedene Mengen an Medikamenten beinhalten, verwendet werden können, um einen weiten
Bereich der Anforderungen bei der Medikamentzufuhr zu bewältigen. Diese Wirkung ist
natürlich übereinstimmend mit der an die Elektrode angelegten elektrischen Spannung.
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Somit ermöglicht die Kombination der vorliegenden Erfindung eine zugeschnittene
Verschreibung der Dosis und Dosierungsrate durch verschiedene Gel-
Medikamentkonzentrationen und unterschiedliche elektrische Spannungen als zuvor
durch die Verwendung von einheitlichen iontophoretischen Elektrodensystemen möglich
war.
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Wiederum, in bezug auf Fig. 1 ist ein zusätzliches Merkmal der vorliegenden Erfindung
durch eine Öffnung 44 in dem Rückenmaterial 12 und vorderen Material 16 vorgesehen,
welches eine Einrichtung zum Beobachten des Körperteils durch die Öffnung 44
bereitstellt, wodurch die Anordnung des Rückenmaterials 12 und Elektrodensystems 10 an dem
Zielbereich 34 vereinfacht wird.
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Wie oben beschrieben ist, ist die korrekte kritische Anordnung des Elektrodensystems,
insbesondere mit einer ausgewählten Flickenanordnung 14, wichtig bei der
therapeutischen Behandlung.
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Wie in Fig. 1 dargestellt ist, löst die vorliegende Erfindung dieses Problem, welche das
Beobachten einer Markierung 48 auf dem Körper 34 durch die Öffnung 44 ermöglicht. Die
in Fig. 1 gezeigte Elektrodenanordnung kann mit einem nicht gezeigten Stimulator in der
Art eines Halters oder verkreuzt verbunden sein. Bei der Art eines Halters ist ein Kanal
eines Stimulators (nicht gezeigt) mit Flicken 14a, 14b verbunden, während ein anderer
Kanal mit Flicken 14c, 14d verbunden ist. Bei der verkreuzten Weise ist ein Kanal eines
Stimulators (nicht gezeigt) mit Flicken 14a, 14d verbunden, während ein anderer Kanal
mit Flicken 14b, 14c verbunden ist.
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Eine alternative Ausführungsform 52 des medizinischen Elektrodensystems gemäß der
vorliegenden Erfindung, ist in Fig. 4-6 gezeigt, wobei gleiche Elemente gleiche
Bezugszeichen haben.
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Das medizinische Elektrodensystem 52 ist im wesentlichen äquivalent zu dem in Fig.
1 bis 3 gezeigten System 10, außer, daß anstelle eines kontinuierlichen Rückenmaterials
12 (Fig. 1-3) separate Segmente 56 verwendet werden, welche größer sind als die
Flicken 14, um einen elektrischen Kontakt mit den Flicken 14 zu verhindern.
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Außerdem ist das vordere Material 62 aus einem gewobenen oder gewirkten Stoff
gebildet, wobei ein Web- oder Strickmuster ausreichend getrennt ist, um ein deutliches Sehen
durch dieses hindurch zu ermöglichen, um eine Anordnung des Rückenmaterials an dem
Körperteil 34 zu erleichtern. Somit kann eine Markierung oder ein Punkt 48 direkt durch
das vordere Material 62 beobachtet werden. Wenn ein kontinuierliches Rückenmaterial
bei dieser Ausführungsform verwendet wird, kann dieses auch eine ausreichend offene
Web- oder Strickstruktur haben, um eine Beobachtung der Markierung 48 durch das
Rücken- und vordere Material hindurch zu ermöglichen.
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Wie in Fig. 7 gezeigt ist, werden bei einer weiteren Ausführungsform 70 gemäß der
vorliegenden Erfindung separate Feuchtigkeitsbarrieren 72 verwendet, die zwischen den
Flicken 14 und dem Rückenmaterial 12 angeordnet sind. Es sollte jedoch bemerkt
werden, daß das Rückenmaterial selbst eine Feuchtigkeitsbarriere sein kann. Ein beliebiges
geeignetes undurchlässiges Material, wie Kunststoff, kann verwendet werden, welches
vorzugsweise in einer Position zwischen dem Flicken 14 und dem Rückenmaterial 12
festgeklebt ist. Andere Komponenten oder Elemente des Systems 70, gezeigt in Fig. 7,
entsprechen den Ausführungsformen 10 und 52, wobei entsprechende Elemente
dieselben Bezugsziffern oder -nummern haben.
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Die Ausführungsformen 10, 70 sind in Fig. 8 perspektivisch gezeigt und beinhalten
weiterhin dehnbare Bänder 76, 78, die auf beiden Seiten des Rückenmaterials 12 befestigt
sind, und ermöglichen, daß das medizinische Elektrodensystem 70 durch Druck auf dem
Körperteil 34 angeordnet werden kann. Die Bänder 76, 78 können auch Verlängerungen
des Rückenmaterials 12 sein. Die Bänder 76, 78 können so fang sein, daß sie mehrere
male um ein Körperteil gewickelt werden können, wie eine ACE-Bandage.
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Bei dieser Ausführungsform ist es bevorzugt, daß das Rückenmaterial 12 ein dehnbares
Material ist, wie oben beschrieben. Das Band 76, 78 kann vorzugsweise dehnbar sein und
miteinander durch ein herkömmliches Klettenverschlußsystem 80 verbunden sein. Diese
Ausführungsform erleichtert weiterhin die Verwendung eines Eisbeutels oder
Wärmebeutels 82 in Kombination mit diesem System, wobei die Barriere 72 verhindert, daß
Feuchtigkeit in die Elektrodenflicken 14 eindringt, was ansonsten bei der Verwendung von
Eisbeuteln passieren kann.
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Der auf den Körperteil 34 ausgeübte Druck kann durch Verwendung verschiedener
Kombinationen von dehnbarem Rückenmaterial 12, Flicken 14 und Bändern 76, 78 modifiziert
werden. Das heißt; daß das Rückenmaterial, der Flicken 14 und die Bänder 76, 78
unterschiedliche Dehneigenschaften haben können, um einen gewählten Druck ausüben zu
können.
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Außerdem kann der Eis- oder Wärmebeutel 82 zwischen den Bändern gewickelt sein, da
die Bänder 76, 78 um den Körperteil 34 herum gewickelt sind, um eine Kombination von
Stimulation, Wärmebehandlung für einen gewählten Körperteil 34 bereitzustellen.
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Fig. 9 zeigt ein weiteres Merkmal der vorliegenden Erfindung, welches eine richtige
Stromverteilung durch die Verwendung von separaten Gelkissen 30 und vorderem
Material 16 sicherstellt. Die Gelkissen können aus einem klaren Gelklebstoff gebildet sein, wie
er z. B. erhältlich ist von Promeon in Minneapolis, Minnesota.
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Bei Gelkissen von ausreichender Transparenz erleichtert die visuelle Ausrichtung der
Gelkissen 30 das Anordnen der Gelkissen über den Öffnungen 24, gezeigt in Fig. 10. Dies ist
wichtig, um eine einheitliche elektrische Leitfähigkeit über dem Kissen 14 sicherzustellen,
welches durch die Öffnung 24 freigelegt ist. Eine korrekte Anordnung ist in Fig. 10
gezeigt, wobei die Öffnung durch das transparente Gel klar sichtbar ist, wodurch eine
richtige Anordnung des Gelkissens über der Öffnung 24 sichergestellt wird.
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Fig. 11 zeigt, daß bei Verwendung eines undurchsichtigen Gelkissens 88, z. B. von
Valleylab, Inc., in Bouider, Colorado, dieses über der Öffnung 24 in einer Position
angeordnet werden kann, in welcher seine Ränder 92 bzw. 94 ungefähr übereinstimmen. Die
Nähe des Öffnungsrandes 94 und Gelkissenrandes 92 kann eine uneinheitliche elektrische
Verteilung bewirken, was durch das undurchsichtige Gelkissen 88 nicht beobachtet
werden kann. Natürlich ist die Verwendung des undurchsichtigen Gelkissens 88 für das
Koppeln von elektrischer Energie von dem Flicken 14 zu dem Körperteil 34 ausreichend,
wenn dieses mit der Öffnung 24 korrekt ausgerichtet ist.
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Wenn alternativ dazu das undurchsichtige Gel 88 verwendet wird, kann eine Außenlinie,
oder Schablone in Form einer Markierung auf dem Substrat 12 angebracht werden, um
die Anordnung des undurchsichtigen Gels 88 zu erleichtern. In diesem Fall sollte die
Markierung einen Radius haben, der mindestens dem Radius des undurchsichtigen Gels 88,
wenn dieses eine runde Form hat, entspricht.
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Wieder in bezug auf Fig. 9 kann ein Gitter 98 in dem Gelkissen 30 angeordnet werden,
um zu ermöglichen, daß das Gelkissen 30 von dem Körperteil 34 entfernt werden kann,
während die Haftung an dem Flicken 14 und dem vorderen Material 16 beibehalten wird.
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Wiederum in bezug auf Fig. 9 und 10 ist eine nicht elektrische Einrichtung zum
Steuern der Medikamentmenge, die von dem Gelkissen 30 abgegeben wird, sowie die
Kontrolle der Stromverteilung gezeigt.
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Diese Merkmale der vorliegenden Erfindung sind möglich durch die Auswahl
unterschiedlicher geometrischer Anordnungen für den Flicken 14, die Öffnung 24 und das Gelkissen
30. Wie in Fig. 10 gezeigt ist, kann z. B. eine ovale Öffnung 24a verwendet werden, um
die Stromverteilung durch ein kreisförmiges Gelkissen 30 zurechtzuschneiden. Außerdem
kann die Gelkissen-Leitfähigkeit variiert werden, so daß sie bei der Bestimmung der
Medikamentabgabe über die Elektrode eine Rolle spielt.
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Wie oben bemerkt wurde, ist die Stromverteilung über das Fenster 24 gleichmäßig, wo
der Strom das Gel überquert und verschwindet allmählich (siehe Fig. 12) über dem
Abschnitt 100 des Gels und erstreckt sich über das Fenster oder Öffnung 24, 24a. Die in
Fig. 12 gezeigte Stromverteilung gilt für eine kreisförmige Öffnung 24 und kreisförmiges
Gel 30, wobei die Daten hierfür in Tabelle 1 gezeigt sind.
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Die vorliegende Erfindung bietet ein System zum Bereitstellen eines bequemen
Übergangs zwischen stimulierten und nicht stimulierten Bereichen des Körpers 34, wodurch
Patienten höhere Spannungen und Ströme ertragen können, was oft effektivere
therapeutische Wirkungen hat.
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Das medizinische Elektrodensystem 10 gemäß der vorliegenden Erfindung wird
verwendet, indem zuerst das Gelkissen 30 an dem vorderen Material 16 und über dem Flicken
14 angebracht wird und danach die Flicken mit dem Körperteil 34 gekoppelt werden. Zur
Anwendung unter Druck wird das System 70 so verwendet, daß das Band 76, 78 Druck
auf das medizinische Elektrodensystem auf den Körperteil 34 ausübt.
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Obwohl oben eine spezifische Anordnung eines medizinischen Elektrodensystems gemäß
der vorliegenden Erfindung beschrieben ist, um darzustellen, wie die Erfindung vorteilhaft
verwendet werden kann, ist klar, daß die Erfindung nicht auf diese beschränkt ist.
Demgemäß werden jegliche und alle Variationen und Modifikationen, die sich dem Fachmann
ergeben, als im Rahmen der vorliegenden Erfindung liegend, wie sie in den beiliegenden
Ansprüchen definiert ist, betrachtet.
TABELLE 1
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Row = Zeile
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Col. = Spalte