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GEBIET UND AUSGANGSSITUATION
DER ERFINDUNG
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Diese Erfindung bezieht sich auf
ein Lenksystem für
Luft-Luft-Flugkörper,
die mit Infrarotsuchsensoren oder Radarsystemen ausgestattet sind.
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Die Funktion von herkömmlichen
Lenksystemen für
Luft-Luft-Flugkörper,
die bei Flugkörpern
mit Infrarotsuchsensoren oder Radarsystemen verwendet werden, ist
allgemein bekannt. Die meisten dieser Flugkörper arbeiten nach dem Fire-and-Forget-Prinzip (d.
h., nach dem Abfeuern verfolgt der Flugkörper eigenständig ihr
Ziel). Zum Zeitpunkt des Flugkörperstarts
von einem Flugzeug wird das Ziel in das Sichtfeld des Sensors oder
der Radarantenne des Flugkörpers
gebracht. Nachdem der Flugkörper
gestartet ist, verwendet er sein Eigenlenksystem, um das Ziel zu
verfolgen und genau darauf zuzufliegen, indem das Ziel durch ständige Aktualisierung
des Flugwegs des Flugkörpers
in der Mitte des Sichtfelds gehalten wird.
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Bei dem speziellen Beispiel eines
Flugkörpers,
der mit Infrarotsuchsensoren ausgestattet ist, erfolgt der Prozess
der Aktualisierung des Flugwegs des Flugkörpers wie folgt. Zum Zeitpunkt
des Starts wird der Sensor im Wesentlichen auf das Ziel gerichtet,
so dass im oder neben dem Mittelpunkt des Sichtfelds ein Hot Spot
der Infrarotstrahlung des Ziels geortet wird. Wenn sich das Ziel
von der Mitte des Sichtfelds des Flugkörpersensors wegbewegt, so dass sich
der Flugweg des Flugkörpers
entsprechend vom Ziel wegbewegt, rotiert der Sensor unabhängig vom Flugkörperkörper, um
den Hot Spot der Infrarotstrahlung zurück in die Mitte des Sichtfelds
zu bringen. Ein Signal, das repräsentativ
für den
Raumdrehwinkel ist, um den sich der Sensor während seines Manövers drehte,
wird an eine Steuereinheit übertragen, die
wiederum das Lageregelungssystem des Flugkörpers betätigt, welches vermittels eines
nicht einschränkenden
Beispiels die Flossen des Flugkörpers aktiviert,
um den Flugkörper
neu auszurichten, um dadurch sicherzustellen, dass dessen Flugweg
wieder auf das Ziel gerichtet ist. Dieser Vorgang der Drehung des
Flugkörpersensors
und der Neuausrichtung des Flugkörpers
muss kontinuierlich oder quasikontinuierlich erfolgen, da ein Flugkörper keine
plötzlichen
Richtungsänderungen
vollführen
kann, d. h., sein Flugweg ist immer glatt, selbst wenn der Flugkörpersensor
auf Kardanringen angebracht ist, die ziemlich große Drehwinkel
ermöglichen.
Flugkörper, die
mit Sensoren ausgestattet sind, welche sich unabhängig vom
Flugkörper
drehen und deshalb Ziele sehen, die von der Ziellinie abweichen, werden Off-Boresight
Missiles genannt. Der Winkel, um den der Sensor von der Ziellinie
rotiert, wird Off-boresight Angle genannt. Eine Rezension über die
Eigenschaften verschiedener hochleistungsfähiger Off-Boresight-Kurzstreckenraketen
ist zu finden in: Aviation Week and Space Technology, S. 36–49, 16.10.1995), das
Sichtfeld des Sensors ist relativ klein (ungefähr 3°). Damit der Flugkörper das
Ziel nicht vollständig „aus den
Augen verliert", ist die Aktualisierung des Flugwegs des Flugkörpers kontinuierlich
vorzunehmen. Der Prozess bei der Aktualisierung eines mit einem
Radarsystem ausgestatteten Luft-Luft-Flugkörpers ist ähnlich,
wobei der Hauptunterschied darin besteht, dass in diesem Fall das
Ziel mittels der Radarantenne in der Mitte des Sichtfelds gehalten
wird, indem ein maximales Zielecho beibehalten wird, welches vom
Radarsystem empfangen wird.
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Die herkömmlichen Fire-and-Forget-Flugkörper haben
somit eindeutig eine Reihe von ernsthaften Nachteilen. Zunächst muss
der Flugkörper
ab dem Startzeitpunkt im Suchmodus sein. Somit darf für solche
Flugkörper
das Ziel weder zum Zeitpunkt des Starts des Flugkörpers noch
zu einem anderen Zeitpunkt nach dem Start außerhalb des Sichtfelds des Flugkörpers liegen.
Das bedeutet, dass Ziele außerhalb
des Sichtfelds des Flugkörpers,
z. B. hinter oder neben dem Flugzeug (d. h., in einem Winkel von mehr
als 90° von
der Ziellinie entfernt), an welchem der Flugkörper befestigt ist, zum Zeitpunkt
des Starts nicht von dem Flugkörper
erreicht werden können. Ein
weiterer Nachteil solcher Flugkörper
besteht darin, dass, wenn das Ziel nach dem Start vollständig aus
dem Sichtfeld des Flugkörpers
verschwindet, es keine Möglichkeit
gibt, den Flugkörper
zurück
auf einen Zielanflugweg zum Ziel zu bringen. Ein weiterer allgemein
bekannter Nachteil ist die Anfälligkeit
dieser Flugkörper
auf Abwehrmaßnahmen,
die normalerweise bei Infrarotsuchraketen die Form von Leuchtsignalen
annehmen und Flugkörper
verwirren, die mit Radar ausgestattet sind. In beiden Fällen wirken
die Abwehrmaßnahmen
als Lockvogel, die, soweit es die Flugkörper betrifft, gültige Ziele
sind.
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Obwohl für künftige Flugkörpersysteme
verschiedene Gegenabwehrmaßnahmen
(Counter Counter Measures – CCM)
geplant sind, z. B., Gegenabwehrmaßnahmen, bei denen Mikroprozessoren
zum Vergleichen verschiedener Kennwerte des Lockvogels mit denen
des Ziels verwendet werden (z. B. könnten im Falle des Infrarotsensors
dies die Kennwerte Spektrum, Intensität und Geschwindigkeit der Strahlung
sein, die von einem Leuchtpunkt und durch die Abgase des Ziels ausgestrahlt
wird), so würde
dies die Anbringung eines geeigneten Untersystems an dem Flugkörper erfordern.
Natürlich müssten dann
vorhandene Flugkörper
mit einem derartigen Untersystem ausgestattet werden, um im Falle
von Lockvögeln
die Fähigkeit
zur Einleitung von Gegenabwehrmaßnahmen zu haben.
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Ein weiteres und allgemein bekanntes
Problem von Off-Boresight-Missiles besteht darin, dass sie, wenn
sie beim Anflug auf ein Ziel eine plötzliche großwinklige Kurve fliegen (d.
h., unmittelbar nach dem Start), ebenso ein befreundetes Flugzeug
als Ziel ausmachen könnten.
Die Fähigkeit
zur Unterscheidung zwischen befreundeten Flugzeugen und feindlichen
Zielen (ganz gleich ob Flugzeuge oder Flugkörper), um Situationen zu vermeiden,
dass auf befreundete Ziele geschossen wird, wäre eindeutig ein wünschenswertes
Merkmal bei solchen Flugkörpern.
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Selbst in scheinbar günstigen
Situationen, bei denen das Ziel im Sichtfeld des Flugkörpersensors
ist, kann das Infrarotsignal, das den Flugkörper vom Ziel erreicht, sehr
schwach sein. Eine derartige Situation könnte beispielsweise entstehen,
wenn sich das Ziel dem Flugkörper
so nähert,
dass der Hot Spot des Ziels (an seiner Rückseite) dem Sichtfeld des Sensors
eindeutig entzogen ist. Deshalb besteht Bedarf an Flugkörperlenksystemen,
die ein Ziel verfolgen und anfliegen können, dass sich entweder zum Zeitpunkt
des Starts des Flugkörpers
oder einem anderen Zeitpunkt nach dem Start außerhalb des Sichtfelds des
Flugkörpers
befindet. Es besteht weiterhin Bedarf an Flugkörperlenksystemen, die ein Ziel selbst
bei Vorhandensein von Lockvogel-Abwehrmaßnahmen verfolgen und anfliegen
können,
oder wenn das Signal, das vom Sensor entdeckt wird, sehr schwach
ist. Das vorgeschlagene Flugkörperlenksystem
sollte vorzugsweise die Fähigkeit
zur Einleitung von Gegenabwehrmaßnahmen (CCM-Fähigkeit)
beinhalten, ohne dass die Notwendigkeit eines zusätzlichen
CCM-Untersystems besteht.
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ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Gegenstand dieser Erfindung ist die
Schaffung eines Lenksystems für
Luft-Luft-Flugkörper, die mit
Infrarotsuchsensoren oder Radarsystemen ausgestattet sind, die Navigationsdaten
tiefem können, welche
erforderlich sind, um den Flugkörper
zum Ziel zu lenken, wenn das Ziel innerhalb des Sichtfelds des Flugkörpersensors
ist, aber das vom Ziel ausgestrahlte und vom Sensor empfangene Signal
(Infrarotstrahlung für
Infrarotsensoren oder Radarrückführung für Radarsysteme)
derart gering ist, dass das Eigenlenksystem des Flugkörpers nicht
genau oder überhaupt
nicht arbeitet, oder wenn das Ziel außerhalb des Sichtfelds des
Flugkörpers
liegt.
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Ein weiterer Gegenstand dieser Erfindung besteht
in der Schaffung eines Lenksystems für Luft-Luft-Flugkörper, die
mit Infrarotsuchsensoren oder Radarsystemen ausgestattet sind, die
Navigationsdaten liefern können,
die notwendig sind, um zu bestimmen, ob eine Rakete einen Lockvogel
oder ein anderes befreundetes Flugzeug anstelle eines Ziels ansteuert
und den Flugweg angemessen korrigiert, um den Flugkörper zurück auf das
Ziel zu lenken.
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In der folgenden Beschreibung und
den zugehörigen
Ansprüchen
wird der Begriff Sensor sowohl für
einen in einem Flugkörper
installierten Infrarotsensor als auch für eine Radarantenne verwendet, die
mit einem in einem Flugkörper
installierten Radarsystem verbunden ist. Wenn der Sensor um einen gegebenen
Winkel gedreht wird, wird davon ausgegangen, dass es im Falle eines
mit einem Infrarotsuchsensor ausgestatteten Flugkörpers der
Sensor ist, der um den gegebenen Winkel gedreht wird, während es
im Falle eines mit einem Radarsystem ausgestatteten Flugkörpers die
Radarantenne ist, die um den gegebenen Winkel gedreht wird. Weiterhin
ist es wünschenswert,
dass der Flugkörper
in verschiedenen Lenkmodi arbeiten kann. Der herkömmliche
Modus ist dabei der, wenn der Flugkörper sein eigenes Lenksystem
ohne externe Unterstützung
verwendet. Dies wird als Normalsuchmodus bezeichnet. Das Lenksystem
der Erfindung, zwei zusätzliche
Modi, die bei herkömmlichen
Flugkörperlenksystemen nicht
vorhanden sind, werden hier Nichtsuchmodus und Dualsuchmodus genannt.
Bei ersterem wird der Sensor des Flugkörpers abgeschaltet (d. h.,
er führt den
Suchmodus nicht aus) und der Flugkörper wird vollständig durch
die Ziellinienbefehle gelenkt, die von außerhalb des Flugkörpers empfangen
werden und am Flugkörpersensor
anliegen und somit den normalen Suchmodus nachahmen. Die Ziellinie
des Flugkörpersensors
wird definiert als Einheitsvektor entlang der Ziellinie, die die
Mitte des Sensors mit dem vom Sensor registrierten Objekt verbindet.
Die Ziellinie kann auch ausgelegt werden in Form von Polwinkeln
(oder Raumdrehungswinkel des Sensors), die den Einheitsvektor entlang
der Ziellinie in Bezug auf ein an einem Flugkörper befestigtes Koordinatensystem
definieren. In diesem Fall wird die Ziellinie des Flugkörpers gewöhnlich als
die Richtung angenommen, für
welche beide Polwinkel des Einheitsvektors entlang der Ziellinie
Null sind. Beim Doppelsuchmodus verwendet der Flugkörper sein
eigenes Lenksystem, d. h., der Sensor ist im Suchmodus, während gleichzeitig
Ziellinienbefehle empfangen werden, die den Sensor entsprechend
veranlassen zu rotieren, und die den Suchmodus des Sensors überlagern,
wenn der Sensor veranlasst worden ist, in die falsche Richtung zu
schauen. Dieser Modus wird zur Überwindung
von Lockvogelabwehrmaßnahmen
(oder befreundetem Feuer) verwendet, indem die Flugkörperflugbahn
korrigiert wird, so dass der Flugkörper das Ziel ansteuert und
nicht den Lockvogel (oder das befreundete Flugzeug).
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Nach einer ersten Ausführungsform
dieser Erfindung wird ein Lenksystem zum Lenken eines mit einem
Sensor ausgestatteten Flugkörpers
geschaffen, das Folgendes umfasst:
einen in dem Flugkörper installierten
GPS-Empfänger
(GPS – Globales
Positionierungssystem) zum Empfangen von GPS-Satelliten gesendeten GPS-Daten;
einen
in dem Flugkörper
installierten Sender zum Senden der genannten GPS-Daten und der aktuellen Sensorzielliniendaten
an ein Flugzeug;
einen in dem Flugkörper installierten Empfänger zum Empfangen
der ermittelten Sensorzielliniendaten und der Sensormodusdaten vom
Flugzeug;
einen im Flugzeug installierten Empfänger zum
Empfangen der GPS-Daten und der aktuellen Sensorzielliniendaten
vom Flugkörper;
im
Flugzeug installierte Positionsbestimmungsmittel zum Bestimmen der
Positionsdaten des Flugkörpers aus
den GPS-Daten, die das Flugzeug vom Flugkörper empfangen hat;
im
Flugzeug installierte Eigenortungsmittel zum Bestimmen der Eigenposition
des Flugzeugs;
im Flugzeug installierte Mittel zum Bestimmen
der relativen Position, die mit den Positionsbestimmungsmitteln
und den Eigenpositions-Bestimmungsmitteln gekoppelt sind und auf
die Flugkörperpositionsdaten und
die Eigenpositionsdaten zum Ermitteln der Position des Flugkörpers in
Bezug zur Position des Flugzeugs ansprechen;
ein im Flugzeug
installiertes Radarsystem zum Orten und Nachverfolgen eines Ziels
und zum Ermitteln der Position des Ziels;
im Flugzeug installierte
Flugbahnanalysemittel, die mit dem Radarsystem und den Mitteln zum
Bestimmen der relativen Position gekoppelt sind und auf die Ziel-
und Flugkörperpositionsdaten
zum Voraussagen der Flugbahn des Ziels und zum Ermitteln der Flugbahn
des Flugkörpers
ansprechen, was erforderlich ist, um sicherzustellen, dass der Flugkörper das Ziel
abfängt,
und zum Spezifizieren des Sensormodus;
im Flugzeug installierte
Ziellinienbestimmungsmittel, die verknüpft sind mit den Flugbahnanalysemitteln und
die auf die ermittelten Flugkörperflugbahndaten und
die Flugkörperpositionsdaten
zum Ermitteln der Sensorziellinie ansprechen, was erforderlich ist,
um den Flugkörper
entlang der ermittelten Flugkörperflugbahn
zu lenken;
einen im Flugzeug installierten Sender zum Senden der
ermittelten Zielliniendaten und der vorgeschriebenen Sensormodusdaten
vom Flugzeug an den Flugkörper;
und
in dem Flugkörper
installierte Mittel zum Übertragen der
ermittelten Sensorzielliniendaten an die Sensordrehungs-Steuereinheit
des Flugkörpers
und die beim Arbeiten im Nichtsuchmodus auf die Sensormodusdaten
ansprechen, wodurch der Sensor in die ermittelte Sensorziellinie
rotiert.
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Wenn der Flugkörper im Normalsuchmodus arbeitet,
verwendet er sein Eigenlenksystem und verfolgt das Ziel und steuert
auf dieses zu, indem er das Ziel in der Mitte seines Sichtfelds
hält, wie
bereits erläutert.
Nach der ersten Ausführung
der Erfindung kann der Flugkörper
teilweise oder während
der gesamten Erfassungsphase im Nichtsuchmodus arbeiten. Beim Arbeiten
im Nichtsuchmodus ist der Flugkörpersensor
abgeschaltet und das Suchen erfolgt extern durch das Lenksystem
der Endung, das aus den ermittelten Positionsdaten des Flugkörpers und des
Ziels die Zielliniendaten ermittelt (d. h., die Polwinkel, bis zu
denen der Flugkörpersensor
in Bezug auf die Achse des Flugkörpers
zu drehen ist), was erforderlich ist, um den Flugkörper entlang
eines Flugwegs zum Ziel zu lenken. Die ermittelten Zielliniendaten
werden an die Sensordrehungs-Steuereinheit übertragen, die den Sensor in
die ermittelte Ziellinie dreht und somit den Normalsuchmodus imitiert.
Wie beim Normalsuchmodus werden als Reaktion auf die Drehung des
Sensors Signale an das Lageregelungssystem des Flugkörpers gesendet,
um den Flugkörper
auf die aktuelle Sensorziellinie zu lenken. Wenn der Flugweg des
Flugkörpers
gekrümmt
ist, wird dieser Vorgang kontinuierlich durchgeführt um sicherzustellen, dass
der Flugkörper
schließlich
das Ziel abfängt.
Wie jedoch dargelegt, muss der Nichtsuchmodus nicht notwendigerweise
bis zum Abfangzeitpunkt angewendet werden.
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Normalerweise arbeitet der Flugkörper nur
in der Endabfangphase im Normalsuchmodus, wenn das Ziel nicht mehr
manövrieren
kann, um den Flugkörper
abzuschütteln,
und wenn es zu spät
ist, um Gegenmaßnahmen
zu ergreifen.
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Wenn das Ziel vor dem Start des Flugkörpers vom
Flugzeug erfassbar ist, d. h., das Ziel sich in einem Winkel von
der Ziellinie des Flugkörpers
befindet, der nicht größer ist
als der maximale von der Ziellinie abweichende Winkel, bis zu dem
der Sensor rotieren kann, dann hat der Pilot des Flugzeugs die Möglichkeit,
den Sensor auf das Ziel zu richten, bevor der Flugkörper gestartet
wird. Eine Möglichkeit
des Richtens des Sensors auf das Ziel vor dem Start besteht darin,
das an sich bekannte Helmvisiersystem zu verwenden. Der Pilot sieht
einfach in Richtung des Ziels und die entsprechenden Zielliniendaten,
die die Winkelposition des Ziels in Bezug auf die Ziellinie definieren,
werden demzufolge an die Sensordrehungs-Steuereinheit des Flugkörpers gesendet,
welche wiederum den Sensor zum Ziel hin dreht.
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Es ist angebracht, dass nach der
obigen Ausführung
der Erfindung alle Bestimmungs- und Analysemittel in einem Flugzeug
installiert sind.
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Im Allgemeinen ist das Flugzeug,
in dem die Bestimmungs- und Analysemittel installiert sind, das Flugzeug,
von dem der Flugkörper
gestartet wurde. Alternativ können
die Bestimmungs- und Analysemittel in einem Flugzeug installiert
werden, das nicht das Flugzeug ist, von welchem aus der Flugkörper gestartet
wurde. Noch allgemeiner gesagt, können jedoch die Bestimmungs-
und Analysemittel nicht nur in dem Flugzeug installiert werden,
von welchem aus der Flugkörper
gestartet wurde, sondern auch in wenigstens einem anderen Flugzeug.
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Abgesehen von der oben beschriebenen Konfiguration,
bei der die Ziellinien- und die Flugbahnanalysemittel in einem Flugzeug
installiert sind, ist es möglich,
diese Mittel auf dem Flugkörper
zu installieren, so dass die vom Flugzeug ausgeübte Funktion weitergeleitet
wird, um den Flugkörper
mit den Zielpositionsdaten zu versorgen, die vom Radarsystem des
Flugzeugs ermittelt werden. In beiden Fällen ist es wichtig zu betonen,
dass das Lenksystem der Erfindung eine minimale Abänderung
des vorhandenen Lenksystems des Flugkörpers aufweist.
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In der Tat besteht die einzige Funktion
des Lenksystems der Erfindung darin, den Flugkörpersensor mit Zielliniendaten
zu versorgen. Im Nichtsuchmodus wird der Flugkörpersensor in die neu ermittelte
Ziellinie entsprechend gedreht und im Dualmodus wird der Sensor
nach Bedarf gedreht. Mit anderen Worten, das Lenksystem der Erfindung
sendet Daten nicht direkt an den Lageregelungsmechanismus des Flugkörpers, es
bewirkt nur, dass der Sensor seine Ausrichtung nach Erfordernis ändert.
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Nach einer zweiten Ausführungsform
der Erfindung wird ein Lenksystem zum Lenken eines mit einem Sensor
ausgestatteten Flugkörpers
geschaffen, das Folgendes umfasst:
im Flugzeug installierte
Positionsbestimmungsmittel zum Ermitteln der Eigenpositionsdaten
des Flugzeugs;
ein im Flugzeug installiertes Radarsystem zum
Orten und Verfolgen eines Ziels und zum Ableiten der Positionsdaten
des Ziels;
einen im Flugzeug installierten Sender zum Senden der
Flugzeug-Eigenpositionsdaten
und der Zielpositionsdaten vom Flugzeug an den Flugkörper;
im
Flugzeug installierte Mittel zum Bestimmen der Zielliniendaten;
im
Flugzeug installierte Mittel zur Spezifizierung der Modusdaten;
einen
ersten im Flugkörper
installierten Empfänger zum
Empfang der Flugzeug-Eigenpositionsdaten, Zielpositionsdaten,
Zielliniendaten und Betriebsmodusdaten, die vom Flugzeug an den
Flugkörper übertragen
weiden;
einen zweiten im Flugkörper installierten Empfänger, der
in der Lage ist, Daten von GPS-Satelliten zu empfangen;
im
Flugkörper
installierte Positionsbestimmungsmittel zum Ermitteln der Flugkörper-Eigenpositionsdaten
aus den vom Globalen Positionierungssystem empfangenen Daten;
im
Flugkörper
installierte Mittel zum Ermitteln der relativen Positionsdaten,
die verknüpft
sind mit dem Positionsbestimmungsmitteln und dem ersten Empfänger und
die auf die Eigenpositionsdaten des Flugkörpers und die Eigenpositionsdaten
des Flugzeugs zum Ermitteln der Eigenpositionsdaten des Flugkörpers bezogen
auf das Flugzeug ansprechen;
im Flugkörper installierte Flugbahnanalysemittel,
die verknüpft
sind mit den Mitteln zum Bestimmen der relativen Position und dem
ersten Empfänger
und auf die Eigenpositions- und Zielpositionsdaten des Flugkörpers zum
Voraussagen der Flugbahn des Ziels und zum Ermitteln der Flugbahn
des Flugkörpers
ansprechen, um sicherzustellen, dass er das Ziel abfängt, und
zum Ermitteln des erforderlichen Modus des Flugkörpers;
im Flugkörper installierte
Ziellinien- und Modus-Bestimmungsmittel, die verknüpft sind
mit den Flugbahn- und Analysemitteln und auf die vorgeschriebenen
Modusdaten, die ermittelten Modusdaten und die ermittelte Flugkörperflugbahn
zum Ableiten der neuen Sensorzielliniendaten ansprechen, die erforderlich
sind zur Anwendung durch den Sensor, um den Flugkörper entlang
der ermitelten Flugkörperflugbahn
zu lenken, wenn der Nichtsuchmodus vorliegt; und
im Flugkörper installierte
Mittel zum Übertragen
der neuen Sensorzielliniendaten an die Sensordrehungs-Steuereinheit
des Flugkörpers.
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Wie oben dargelegt, überträgt das Lenksystem
der Erfindung die spezifischen Lenkdaten nicht direkt zum Lageregelungsmechanismus
des Flugkörpers.
Es sendet nur neue Zielliniendaten an die Sensordrehungs-Steuereinheit,
die den Sensor entsprechend in die neue Ziellinie dreht. Im Ergebnis
der Drehung des Sensors wird an das Lageregelungssystem des Flugkörpers ein
Signal gesendet (wie bei einem herkömmlichen Flugkörper), das
zum Beispiel die Flugkörperflossen
aktiviert. Es ist somit offensichtlich, dass ungeachtet der Ausführungsform
in Bezug auf Hardware beim Lageregelungssystem des Flugkörpers keine Änderungen
vorgenommen werden, und deshalb bei Anwendung des Lenksystems der
Erfindung auf einen herkömmlichen
Flugkörper durch
Anbau der oben beschriebenen erforderlichen Module die Kosten und
der erforderliche Aufwand geringer sind als dies der Fall wäre, wenn
am Lageregelungssystem des vorhandenen Flugkörpers Änderungen vorgenommen werden
müssten.
Das Lenksystem der Erfindung ist jedoch nicht auf den Anbau von
Modulen an vorhandene Flugkörper
und Flugzeuge beschränkt.
Natürlich
können
die oben beschriebenen erforderlichen Module auch in künftig zu bauende
Flugkörper
und Flugzeuge integriert werden.
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Normalerweise arbeitet der Flugkörper nur
in der Endabfangphase im Nichtsuchmodus, wenn das Ziel nicht mehr
manövrieren
kann, um den Flugkörper
abzuschütteln,
und wenn es zu spät
ist, um Gegenmaßnahmen
einzuleiten.
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Falls gewünscht, bestehen die im Flugzeug installierten
Eigenpositions-Bestimmungsmittel
zum Bestimmen der Eigenpositionsdaten des Flugzeugs aus einem GPS-Empfänger zum
Empfangen von Signalen von GPS-Satelliten, die mit Verarbeitungsmitteln
zum Bestimmen der Eigenpositionsdaten des Flugzeugs aus den empfangenen
Signalen verbunden sind.
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Falls weiterhin gewünscht, bestehen
die im Flugzeug installierten Eigenpositions-Bestimmungsmittel zum Bestimmen der
Eigenpositionsdaten des Flugzeugs aus einem Trägheitsnavigationssystem.
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Das Lenksystem der Erfindung ist
nicht nur auf diese Eigenpositions-Bestimmungsmittel beschränkt und
ein TERCOM-System könnte
gleichermaßen
verwendet werden. Wie allgemein bekannt, wird bei einem TERCOM-System
die Position eines Flugzeugs mittels eines Trägheitssystems, einer Flächendatenbank
und durch Messen der Höhe
des Flugzeugs bestimmt.
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Selbst bei der zweiten Ausführungsform,
bei der die Mittel zum Bestimmen der Ziellinie und des Sensormodus
und die Flugbahnanalysemittel im Flugkörper installiert sind, hat
der Pilot des Flugzeugs eindeutig die Möglichkeit, den Sensor vor dem Start
des Flugkörpers
auf das Ziel zu richten, indem er das Helmvisiersystem wie oben
beschrieben verwendet.
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Nach der ersten Ausführungsform
dieser Erfindung wird ebenfalls eine Methode zum Lenken eines von
einem Flugzeug gestarteten Flugkörpers
auf ein Ziel geschaffen, wobei der Flugkörper ein Selbstlenksystem einschließlich eines
drehbaren Sensors umfasst, der in der Lage ist, sich in Bezug auf
die Flugkörperziellinie
zu drehen und dadurch einen Raumdrehungswinkel bildet, weiterhin
ein Lageregelungssystem, das auf das Selbstlenksystem zum Neuausrichten
des Flugkörpers
anspricht, so dass der Raumdrehungswinkel im Wesentlichen auf Null zurückgeht;
wobei die Methode folgende Schritte einschließt, die in wohl überlegter
Weise ablaufen:
Empfangen der von GPS-Satelliten gesendeten
Daten durch den Flugkörper;
Senden
der Sensorzielliniendaten und der von GPS-Satelliten empfangenen
Daten vom Flugkörper an
ein Flugzeug;
Empfangen der von dem Flugkörper gesendeten Sensorzielliniendaten
und der GPS-Daten, die der Flugkörper
von GPS-Satelliten empfangen hat, durch das Flugzeug;
Ermitteln
der Positionsdaten des Flugkörpers
aus den Daten, die der Flugkörper
vom GPS-System empfangen und zum Flugzeug gesendet hat, durch das
Flugzeug und dadurch Ermitteln der aktuellen Flugbahn des Flugkörpers aus
den Flugkörperpositionsdaten
zu aufeinander folgenden Zeitpunkten;
Ermitteln der Eigenpositionsdaten
durch das Flugzeug;
Ermitteln der Eigenpositionsdaten des Flugkörpers in Bezug
auf die Flugzeugposition durch das Flugzeug,
Orten und Verfolgen
eines Ziels durch ein in einem Flugzeug installiertes Radarsystem
zum Ableiten der Positionsdaten des Ziels;
Voraussagen der
Flugbahn des Ziels aus den Zielpositionsdaten durch das Flugzeug;
Ableiten
der zum Abfangen des Ziels durch den Flugkörper erforderlichen Flugkörperflugbahn
aus den Flugkörperpositionsdaten
und der vorausgesagten Flugbahn des Ziels durch das Flugzeug;
Ermitteln
der zum Anwenden auf den Flugkörpersensor
erforderlichen Sensorzielliniendaten aus der abgeleiteten Flugkörperflugbahn
und den Flugkörperpositionsdaten
durch das Flugzeug, um den Flugkörper
entlang der bestimmten Flugkörperflugbahn
zu lenken;
Vorschreiben des erforderlichen Sensormodus durch das
Flugzeug;
Senden der ermittelten Zielliniendaten und der vorgeschriebenen
Sensormodusdaten an den Flugkörper durch
das Flugzeug; und
Übertragender
ermittelten Sensorzielliniendaten und des vorgeschriebenen Sensormodus
an die Flugkörper-Sensordrehungs-Steuereinheit
im Flugkörper, wobei
der Sensor in die ermittelte Ziellinie gedreht wird, wenn der vorgeschriebene
Sensormodus anzeigt, dass dies zu erfolgen hat.
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Nach der zweiten Ausführungsform
dieser Erfindung wird ebenfalls eine Methode zum Lenken eines von
einem Flugzeug gestarteten Flugkörpers auf
ein Ziel geschaffen; dabei umfasst der Flugkörper ein Eigenlenksystem einschließlich eines
drehbaren Sensors, der in der Lage ist, sich in Bezug auf die Ziellinie
des Flugkörpers
zu drehen und dadurch einen Raumdrehungswinkel bildet, ein Lageregelungssystem,
das auf das Selbstlenksystem zum Neuausrichten des Flugkörpers anspricht,
so dass der Raumdrehungswinkel im Wesentlichen auf Null zurückgeht;
wobei die Methode folgende Schritte einschließt, die in wohl überlegter
Weise ablaufen:
im Flugzeug installierte Positionsbestimmungsmittel zum
Ermitteln der Eigenpositionsdaten des Flugzeugs;
Ableiten der
Positionsdaten des Ziels mittels eines im Flugzeug installierten
Radarsystems durch das Flugzeug;
Ermitteln der Sensorzielliniendaten
und Vorschreiben der Sensormodusdaten vom Flugzeugbediener;
Senden
der Flugzeug-Eigenpositionsdaten, der Zielpositionsdaten, der ermittelten
Sensorzielliniendaten und der vorgeschriebenen Sensormodusdaten
vom Flugzeug an den Flugkörper;
Empfangen
der gesendeten Flugzeug-Eigenpositionsdaten, der Zielpositionsdaten,
der ermittelten Sensorzielliniendaten und der vorgeschriebenen Sensormodusdaten
durch den Flugkörper;
Empfangen
der von GPS-Satelliten gesendeten Daten durch den Flugkörper;
Ermitteln
der Flugkörper-Eigenpositionsdaten
von den vom GPS-System empfangenen Daten durch den Flugkörper;
Ermitteln
der Eigenposition in Bezug auf die Flugzeugposition durch den Flugkörper;
Voraussagen
der Flugbahn des Ziels durch den Flugkörper;
Ableiten der erforderlichen
Eigenflugbahn durch den Flugkörper,
um sicherzustellen, dass er das Ziel abfängt;
Ermitteln der Sensorzielliniendaten
durch den Flugkörper,
die erforderlich sind, um den Flugkörper entlang der abgeleiteten
Flugkörper-Eigenflugbahn
zu lenken, und Vorschreiben des für den Sensor erforderlichen
Modus;
Übertragen
der ermittelten Sensorzielliniendaten und des vorgeschriebenen erforderlichen
Sensormodus im Flugkörper
an die Sensordrehungs-Steuereinheit des Flugkörpers; und
Drehen des
Sensors in die ermittelte Sensorziellinie, wenn der Sensormodus
anzeigt, dass dies zu erfolgen hat.
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Es ist offensichtlich, dass, wenn
die aktuelle Sensorziellinie und die ermittelte Sensorziellinie gleich
sind (von einigen tolerierbaren Fehlern abgesehen), der Sensormodus
dann anzeigt, dass keine Korrekturmaßnahmen erforderlich sind,
und dass der Sensor weiterhin in die vom Sensor ermittelte Richtung
sieht, da er versucht, das Ziel durch kontinuierliche Aktualisierung
seiner Flugbahn in der Mitte des Sichtfelds zu halten.
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In der vorangehenden Zusammenfassung
ist der Ausdruck „Methode,
die die folgenden Schritte (einschließt), die in wohl überlegter
Weise ablaufen" so zu verstehen, dass die Reihenfolge der durchzuführenden
Schritte notwendigerweise nicht so sein muss wie vorgeschrieben.
Zum Beispiel die Schritte, „Ermitteln
von Positionsdaten des Flugkörpers
aus den vom Flugkörper
empfangenen Daten ... durch das Flugzeug" und „Ermitteln von Eigenpositionsdaten
durch das Flugzeug ..." könnten
in der Reihenfolge der Durchführung
ebenso gut ausgetauscht werden, ohne das endgültige Resultat der Methode
zu verändern.
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Es ist ersichtlich, dass die vorausgesagte Zielflugbahn
durch das verwendete Voraussagemodell beschränkt wird. Ganz gleich welches
Modell verwendet wird, so können
in jedem Fall Situationen, bei denen das Ziel Manöver in einer
Weise ausführt, dass
dessen Flugbahn von der vorausgesagten Flugbahnart auf eine andere
abweicht, nicht berücksichtigt
werden können.
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KURZE BESCHREIBUNG
DER ZEICHNUNGEN
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In den Zeichnungen zeigen:
-
1 die
Darstellung eines typischen Operationsszenarios mit dem Lenksystem
der Erfindung;
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2 die
Darstellung einer Situation, bei der der Flugkörper von einem befreundeten
Flugzeug gestartet wird, aber wo die Sensorzielliniendaten von einem
zweiten befreundeten Flugzeug ermittelt werden;
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3 die
Darstellung eines Falls, bei dem das feindliche Flugzeug zum Zeitpunkt
des Starts im Sichtfeld des Flugkörpersensors ist;
-
4 ein
Blockschema mit der schematischen Darstellung der Konfiguration
und der Verbindungen der Komponenten des Lenksystems der Erfindung
nach einer Ausführungsform;
-
5 ein
Blockschema mit der schematischen Darstellung der Konfiguration
und der Verbindungen der Komponenten des Lenksystems der Erfindung
nach einer anderen Ausführungsform;
-
6 ein
Fließschema
mit den Schritten bei der Methode des Lenksystems der Erfindung
nach der in 4 gezeigten
Ausführungsform;
und
-
7 ein
Fließschema
mit den Schritten bei der Methode des Lenksystems der Erfindung
nach der in 5 dargestellten
Ausführungsform.
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AUSFÜHRLICHE
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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Unter Bezugnahme auf die Zeichnungen
ist in 1 ein typisches
Operationsszenario dargestellt, bei dem das Lenksystem der Erfindung
gemäß den Prinzipien
der einen Ausführungsform
dieser Erfindung funktioniert.
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Ein Flugzeug 1, ausgestattet
mit einem Flugkörper 2,
der einen drehbaren Sensor aufweist, der in der Lage ist, in Bezug
auf die Ziellinie des Flugkörpers
zu rotieren, und ein Eigenlenksystem (beides nicht dargestellt),
ist an einem Zusammenstoß mit
einem feindlichen Flugzeug 3 beteiligt, auf das ebenfalls
als „Ziel"
Bezug genommen wird. Das Flugzeug 1 ist weiterhin ausgestattet
mit einem Radarsystem (nicht dargestellt) und einem Kommunikationskanal zum
Kommunizieren mit dem Flugkörper 2.
Der Flugkörper
verwendet einen GPS-Empfänger (nicht
dargestellt) zum Empfangen der Daten von drei oder mehreren GPS-Satelliten 4,
aus denen die Position des Flugkörpers
ermittelt werden kann.
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Das Flugzeug 1 verfolgt
das Ziel 3 (dargestellt in Strichlinien) mit seinem Radarsystem
und sagt in der an sich bekannten Weise die voraussichtliche Flugbahn 5 des
Ziels voraus, aus welcher es den Flugweg 6 ermittelt, den
der Flugkörper 2 benötigt, damit
er das Ziel 3 zu einem künftigen Zeitpunkt und an einem
künftigen
Ort abfängt
(in Strichlinien dargestellt). Tatsächlich ist es bei manchen Flugkörpern nicht
erforderlich, dass der Flugkörper
tatsächlich
den Flugkörper
abfängt.
Bei Flugkörpern
mit einem Annäherungszünder ist
es ausreichend, dass sie nahe dem Ziel explodieren. Somit wird ein
Abfangbereich definiert, der den Abfangfall an einem Punkt (d. h.,
den physischen Zusammenstoß)
beinhaltet. Im Allgemeinen wird dann der Flugweg 6 des Flugkörpers so
ermittelt, dass er das Ziel 3 zu einem bestimmten Zeitpunkt
im Abfangbereich abfängt. Wenn,
wie in 1 dargestellt,
das Ziel 3 zum Zeitpunkt des Starts außerhalb des Sichtfelds des
Flugkörpers 2 liegt,
dann sendet das Flugzeug 1 Daten zum Flugkörper 2,
die nach der Verarbeitung ein Signal erzeugen, das den Raumdrehwinkel
darstellt, bis zu dem der Sensor zu drehen ist, um den echten Suchmodus
des Sensors nachzubilden, selbst wenn das Ziel im ersten Abschnitt
des Flugwegs des Flugkörpers
nicht innerhalb des Sichtfelds ist. Im Ergebnis der Drehung des
Flugkörpersensors
wird an das Lageregelungssystem des Flugkörpers ein entsprechendes Signal übertragen,
wie es im normalen Suchmodus wäre,
wenn sich das Ziel innerhalb des Sichtfelds des Sensors befindet.
Das Lageregelungssystem reagiert durch angemessene Neuausrichtung des
Flugkörpers,
wodurch der Raumdrehwinkel des Sensors auf Null zugeht und der Flugkörper entlang des
Flugwegs 6 gelenkt wird.
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Bei einem bestimmten Punkt 7 entlang
des Flugwegs 6 des Flugkörpers tritt das Ziel in das
Sichtfeld des Sensors ein und von diesem Punkt an kann die Lenksteuerung
auf das Eigenlenksystem des Flugkörpers übertragen werden und der Sensor
im normalen Suchmodus arbeiten und sein Selbstlenksystem verwenden,
bei dem er kontinuierlich rotiert, um das Ziel auf der Ziellinie
zu halten, und, wie oben beschrieben; spricht das Lageregelungssystem
an, indem der Flugkörper
entlang des Flugwegs gerichtet wird, bis der Flugkörper 2 schließlich das
Ziel 3 abfängt.
Es ist nicht unbedingt erforderlich, dass der Flugweg 6 des
Flugkörpers
bis unmittelbar zum Abfangbereich bestimmt wird. In einem solchen
Fall kann die Lenksteuerung auf das Eigenlenksystem des Flugkörpers übertragen
werden, und zwar entweder bevor sie den Endpunkt des bestimmten
Flugwegs erreicht oder am Endpunkt.
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Selbst wenn der Sensor im Normalsuchmodus
arbeitet, stellt das Flugzeug 1 dem Flugkörper auch
weiterhin Daten zum Rotieren des Flugkörpersensors in Richtung des
ermittelten Flugwegs 6 zur Verfügung. Wenn der Flugkörpersensor
in die Richtung gerichtet ist, die von Flugzeug 1 bestimmt
wird, dann bewirken die vom Flugzeug empfangenen Daten keine weitere
Drehung des Sensors. Wenn der Flugkörper jedoch in einem bestimmten
Stadium seines Flugs auf ein Lockvogelziel oder ein befreundetes
Flugzeug zusteuert, weicht sein Flugweg vom ermittelten optimalen
Flugweg 6 ab. Sollte dies passieren, dann zeigen die vom
Flugzeug empfangenen Daten die Ziellinie („ermittelte Ziellinie") für den Sensor
an, die sich von der tatsächlichen
aktuellen Ziellinie des Sensors unterscheidet. In diesem Fall überlagert
die ermittelte Ziellinie die aktuelle Ziellinie und der Sensor wird
in erstere gedreht. Wie oben näher erläutert, wird
dieser Modus, bei dem der Flugkörper im
Suchmodus arbeitet, aber gleichzeitig die Daten der ermittelten
Sensorziellinie vom Flugzeug erhält, Dualsuchmodus
genannt.
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Das Lenksystem der Erfindung bietet
nicht nur einen optimalen Flugweg für den Flugkörper, der so ermittelt wird,
dass er das Ziel abfängt,
sondern bietet auch einen eigenen Flugwegkorrekturmechanismus, der
eine wirksame Gegenabwehrmaßnahme gegen
Lockvögel
ist und ebenfalls als Sicherheitsmaßnahme gegen befreundetes Feuer
dient. Zusätzlich
bewirkt das Lenksystem der Erfindung bei einem Flugkörper, der
mit einem Infrarotsuchsensor ausgestattet ist, dass der Flugkörper genau
auf das Ziel zufliegt, selbst wenn ungünstige Witterungsbedingungen
herrschen, bei denen der Flugkörper
das Ziel (bei Regen, Wolken, Sandstürmen, usw., die das vom Ziel
ausgehende Infrarotsignal absorbieren oder zerstreuen) „aus den
Augen" verliert, und bewirkt, dass dessen Flugweg vom ermittelten
Flugweg 6 abweicht. Dies erfolgt in der oben beschriebenen
Weise, bei der die Sensorziellinie, wie vom Flugzeug ermittelt,
vom Flugkörper
verwendet wird, solange sich die tatsächliche aktuelle Ziellinie
des Sensors von der ermittelten Sensorziellinie unterscheidet.
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In 1 ist
ebenfalls eine Radarantenne 8 dargestellt, die mit einem
Bodenradarsystem (nicht dargestellt) verbunden ist. Das Bodenradarsystem kann
offensichtlich nur innerhalb der Reichweite seines Radars verwendet
werden, d. h., über
befreundetem Territorium oder innerhalb seiner Umgebung. Trotz dieses
Nachteils ist es besonders für
defensive Kampfhandlungen nützlich,
bei denen es einem feindlichen Flugzeug gelungen ist, in den Luftraum über dem
zu verteidigenden Territorium einzudringen. Das Bodenradarsystem
kann die Rolle des Radarsystems im Flugzeug 1 übernehmen,
besonders in Situationen, in denen das Flugzeug 1 die Kommunikation
mit dem Flugkörper 2 verliert,
oder wenn sein Radar das Ziel 3 aus den Augen verliert.
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Es ist zu beachten, dass wenn mehr
als ein befreundetes Flugzeug an der Kampfhandlung beteiligt ist,
diese miteinander und mit der Bodenstation (wenn eine vorhanden
ist) in Verbindung stehen und sich ständig gegenseitig ihre Position
aktualisieren. Wenn dies der Fall ist, ist es offensichtlich, dass
von allen von einem Radarsystem eines befreundeten Flugzeugs (oder
dem Bodenradarsystem) erkannten Objekten das befreundete Flugzeug
immer von einem feindlichen Flugzeug unterschieden werden kann,
da die Positionen jedes befreundeten Flugzeugs jedem Teilnehmer
bekannt sind.
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Obwohl die Grundoperation des Lenksystems
der Erfindung in 1 für den Fall
veranschaulicht worden ist, bei dem die ermittelte Sensorziellinie vom
Flugzeug 1 bereitgestellt wird, von welchem der Flugkörper gestartet
wurde, sollte dies nicht als bindend ausgelegt werden. Genauso wie
das Bodenradarsystem 8 die Rolle des Radarsystems von Flugzeug 1 übernehmen
kann, kann dies auch das Radarsystem eines anderen befreundeten
Flugzeugs.
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2 veranschaulicht
eine Situation, in der der Flugkörper 2 von
einem befreundeten Flugzeug 1 gestartet wird, aber wo die
Sensorzielliniendaten von einem zweiten befreundeten Flugzeug 10 ermittelt und
von ihm an den Flugkörper 2 gesendet
werden. Bei dieser Ausführungsform übernimmt
das zweite befreundete Flugzeug 10 die von dem befreundeten Flugzeug 1 gespielte
Rolle sobald der Flugkörper 2 gestartet
wird. Das heißt,
es ist das zweite befreundete Flugzeug 10, das das Ziel 3 mit
seinem Radarsystem verfolgt und den zukünftigen Flugweg 5 des Ziels
voraussagt, aus dem es den optimalen Flugweg 6 ermittelt,
den der Flugkörper 2 benötigt, um
das Ziel 3 zu einem bestimmten künftigen Zeitpunkt abfangen zu
können.
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Im Allgemeinen kann bei dem Lenksystem der
Erfindung eine Vielzahl von befreundeten Flugzeugen beteiligt sein,
wobei die Flugzeuge untereinander in einer Weise kommunizieren,
die in der israelischen Patentanmeldung Nr. 115595 beschrieben ist,
auf die im Folgenden verwiesen wird und in der ein Luftkampfüberwachungssystem
beschrieben wird, bei dem in einer Vielzahl von Flugzeugen installierte
Radar- und Kommunikationssysteme unter anderem zur Klassifizierung
von Flugzeugen innerhalb des Radar- und Kommunikationsbereichs als
befreundete oder feindliche Flugzeuge verwendet werden.
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Es ist offensichtlich, dass obwohl
die zu Grunde liegenden Prinzipien der Arbeitsweise des Lenksystems
der Erfindung für
den Fall dargestellt worden sind, bei dem sich das feindliche Flugzeug vor
dem Start außerhalb
des Sichtfelds des Flugkörpersensors
befindet, es gleichermaßen
auf den Fall zutrifft, bei dem sich das feindliche Flugzeug zum Zeitpunkt
des Starts im Sichtfeld des Flugkörpersensors befindet. Wie in 3 für den Fall dargestellt, bei
dem das feindliche Flugzeug zum Zeitpunkt des Starts im Sichtfeld
des Flugkörpersensors
ist, kann sich der optimale Flugweg 6 des Flugkörpers 2 gut als
gerade Linie erweisen, abgesehen von einer anfänglichen Drehung in einen geradlinigen
Flugweg gleich nach dem Start, wohingegen der Flugweg 9, den
der Flugkörper
bei Anwendung seines Selbstlenksystems nähme, gekrümmt und somit länger wäre.
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Während
in der Beschreibung drei spezifische Kampfhandlungen veranschaulicht
werden, bei denen das Lenksystem der Erfindung verwendet wird, werden
Fachleute, die mit dem Stand der Technik vertraut sind, schnell
erkennen, dass dies nur drei von vielen möglichen Szenarien sind. So
können,
um ein Beispiel anzuführen,
zwei oder mehrere befreundete Flugzeuge zusammenwirken, um den Flugkörper mit
den benötigten
Zielliniendaten zu versorgen, damit er das Ziel abfängt.
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4 ist
ein Blockdiagramm mit der schematischen Darstellung der Konfiguration
und der Verbindungen der Komponenten des Lenksystems der Erfindung
gemäß einer
Ausführungsform.
Der Flugkörper 2 kann
irgendein bekannter Flugkörper
mit einem Sensor sein, in den die folgenden drei neuen Module nachträglich eingebaut
werden können:
ein GPS-Empfänger 22 und
die zugehörige
Antenne 23, ein Sender 24 und ein Empfänger 26.
Der Sender 24 und der Empfänger 26 sind mit einer
herkömmlichen Antenne 28 verbunden.
Diese Ausführungsform weist
damit im Wesentlichen ein Minimum an zusätzlicher Ausstattung für einen
bestehenden Flugkörper auf.
Andererseits trägt
Flugzeug 1, an welchem der Flugkörper 2 vor dem Start
angebracht wird, die Last der meisten zusätzlichen Ausrüstungsteile,
die nach dieser Erfindung benötigt
werden. Die Eigenpositions-Bestimmungsmittel 42 sind bei
der bevorzugten Ausführungsform
ein bereits vorhandenes Trägheitsnachweismodul
zum Berechnen der Flugzeugposition. Es könnte jedoch auch ein GPS-Empfänger sein, der
in diesem Fall auch eine zugehörige
Antenne haben würde
und mit den GPS-Positionsbestimmungsmitteln 52 verbunden
wäre.
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Der Empfänger 50, der sich
zusammen mit dem Sender 58 die herkömmliche Antenne 60 teilt, empfängt vom
Flugkörper
GPS-Daten, die vom GPS-Empfänger 22 des
Flugkörpers
empfangen werden. Die GPS-Daten werden in die GPS-Positionsbestimmungsmittel 52 eingegeben,
wo die Position des Flugkörpers
mittels Techniken bestimmt wird, die an sich bekannt sind. Die Mittel
zur Bestimmung der relativen Position 44 bestimmen die
Position des Flugkörpers
in Bezug auf das Flugzeug aus den Positionsbestimmungs-Daten, die
von den Einheiten 42 und 52 übertragen worden sind.
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Das Radarsystem 48 verfolgt
und lokalisiert das Ziel und führt
eine Reihe von Positionsmessungen aus und ermittelt dabei eine Reihe
von Werten für
die Raumposition und die Geschwindigkeit des Ziels in Bezug auf
das Flugzeug. Diese Positionsdaten des Ziels werden an die Flugbahnanalysemittel 46 weitergeleitet,
in die ebenfalls die Daten der relativen Position des Flugkörpers eingegeben
werden. Aus den Werten der Positionsdaten des Ziels und des Flugkörpers über einen
gegebenen Zeitraum wird von den Flugbahnanalysemitteln 46 der
künftige Flugweg
des Ziels (zum Beispiel durch lineare Interpolation) vorausgesagt
und der optimale Flugweg ermittelt, den der Flugkörper benötigt um
sicherzustellen, dass der Flugkörper
das Ziel an einer vorgeschriebenen Stelle entlang des vorausgesagten Flugwegs
des Ziels abfängt.
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Die ermittelten erforderlichen Flugwegdaten des
Flugkörpers
(d. h., die Koordinaten der Punkte, die den Flugweg beschreiben)
werden zu den Ziellinien- und
Sensormodus-Bestimmungsmitteln 54 übertragen, wo die Ziellinie
des Flugkörpersensors entlang
des erforderlichen Flugwegs ermittelt wird. Die ermittelte Sensorziellinie
ist die Richtung, in die der Sensor zu richten ist, um sicherzustellen,
dass der Flugkörper
sich tatsächlich
entlang des ermittelten optimalen Flugwegs bewegt. Modul 54 empfängt auch
die aktuellen Sensorzielliniendaten, die vom Flugkörpersender 24 über die
Antenne 28 gesendet und vom Empfänger 50 über Antenne 60 empfangen werden.
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Die aktuelle Sensorziellinie und
die ermittelte Sensorziellinie werden in Modul 54 verglichen,
und wenn der Unterschied zwischen ihnen größer ist als ein vorgegebener
Wert (abhängig
von der spezifischen Leistung des Flugkörpers), dann meldet Modul 54,
dass der Sensor des Flugkörpers
in die ermittelte Sensorziellinie gedreht wird und nicht in diejenige, die
vom Eigennavigationssystem des Flugkörpers bereitgestellt wird.
Zu diesem Zweck gibt Modul 54 einen Sensormodusindex vor,
der zusammen mit den ermittelten Sensorzielliniendaten vom Empfänger 58 über Antenne 60 zum
Flugkörper
gesendet wird, wo er vom Empfänger 26 über Antenne 28 empfangen wird.
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Im Normalsuchmodus wird der Sensor
von der Sensordrehungs-Steuereinheit 30 in die vom Eigennavigationssystem
des Flugkörpers
ermittelte Ziellinie gedreht. Die Sensordrehungs-Steuereinheit 30 wird
jedoch beim Empfängen
eines Modusindex, der anzeigt, dass der Flugkörper im „Nichtsuchmodus" arbeiten
soll, den Sensor 32 nur nach der Ziellinie drehen, die
von Modul 54 ermittelt und vom Empfänger 26 empfangen
wird, und wird die vom Eigennavigationssystem des Flugkörpers ermittelte
Ziellinie vollkommen ignorieren. Wenn andererseits die Sensordrehungs-Steuereinheit 30 einen
Modusindex empfängt,
der anzeigt, dass der Flugkörper
im Dualsuchmodus arbeiten soll, dann bewegt sie Sensor 32 in
die Ziellinie, die vom Eigennavigationssystem des Flugkörpers ermittelt
wird, sofern nicht der Sensormodusindex anzeigt, dass die von Modul 54 ermittelte
Ziellinie verwendet werden soll. Mit anderen Worten, es gibt für den Dualmodus
zwei Modusindizes; einen, der festlegt, dass die vom Eigennavigationssystem
des Flugkörpers
ermittelte Ziellinie zu verwenden ist, um den Sensor zu drehen,
und einen anderen, der festlegt, dass die von Modul 54 ermittelte Ziellinie
zu verwenden ist.
-
Wo auch immer die Neuausrichtung
des Sensors ihren Ursprung hat, das Ergebnis ist immer dasselbe,
nämlich,
dass ein Signal, das dem gewünschten
Raumdrehungswinkel des Sensors entspricht, um den der Sensor von
seiner früheren
Ziellinie zur neuen Ziellinie rotieren soll, zum Lageregelungssystem 34 übertragen
wird, welches wiederum den Flugkörper
entlang des entsprechenden Flugwegs lenkt.
-
Modul 56 stellt die vom
Bediener zu betätigende
Vorrichtung zum Ermitteln der Vorstart-Sensorziellinie dar und besteht
aus einem Helmvisiersystem, das an sich bekannt und mit dem Flugkörper verbunden
ist. Dieses Modul wird verwendet, wenn das Ziel innerhalb der maximalen
von der Ziellinie abweichenden Winkeldrehung des Sensors liegt.
Beim Start sieht der Bediener (Pilot) in die Richtung des Ziels
und die entsprechenden Sichtwinkeldaten werden an den Flugkörper zusammen
mit einem Dualmodusindex für
den Sensormodus übertragen.
Infolgedessen dreht sich der Sensor in die Richtung des Ziels und
der Flugkörper
kann dann gestartet werden: Die Funktion von Modul 56 ist
an sich bekannt und wird deshalb hier nicht weiter erläutert.
-
Wir möchten jetzt auf 5 verweisen, wo schematisch
in Form eines Blockdiagramms die Konfiguration und die Verbindungen
der Komponenten des Lenksystems der Erfindung nach einer anderen Ausführungsform
dargestellt werden. Wie bei einem Vergleich von 4 mit 5 zu
erkennen ist, können
die Unterschiede zwischen den zwei Ausführungsformen, soweit es die
Hardware betrifft, wie folgt zusammengefasst werden: Der Flugkörpersender 24 und
der Flugzeugempfänger 50 der
in 4 dargestellten Ausführungsform
werden nicht mehr benötigt
und aus dem System entfernt. Die folgenden vier Module, die sich
nach 4 im Flugzeug befinden,
werden aus dem Flugzeug entfernt und nach 5 in den Flugkörper eingebaut: die Mittel
zur Bestimmung der relativen Position 44, die Flugbahnanalysemittel 46,
die GPS-Positionsbestimmungsmittel 52 und
die Ziellinien- und Sensormodus-Bestimmungsmittel 54.
Nach dieser Ausführungsform
versorgt das Flugzeug 1 (oder ein anderes befreundetes Flugzeug)
den Flugkörper
mit den Eigenpositionsdaten des Flugzeugs und mit den Zielpositionsdaten, die
vom Radarsystem des Flugzeugs ermittelt wurden. Bei dieser Ausführungsform
wird das Flugzeug selbst nicht benötigt, um irgendeine Form der
Datenverarbeitung auszuführen,
da alle Bestimmungs- und Analysemittel jetzt in dem Flugkörper eingebaut
sind. Fachleute auf diesem Gebiet werden unschwer erkennen, dass
die Ausführungsformen
der in 4 und 5 dargestellten Erfindung
nur zwei von vielen möglichen
Ausführungsformen
sind, wobei sich die verschiedenen anderen Ausführungsformen dadurch unterscheiden
würden,
an welchem Ort die verschiedenen Module positioniert sind, d. h.,
durch Übertragen
verschiedener Kombinationen von Modulen vom Flugzeug auf den Flugkörper und
umgekehrt. Es ist auch erkennbar, dass verschiedene Module kombiniert
werden können
und dass die in 4 und 5 dargestellten Module nur
zum Zwecke der Darstellung gewählt
worden sind, um zwischen den verschiedenen Funktionen zu unterscheiden,
die beim Lenksystem der Erfindung beteiligt sind.
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In 5 verfolgt
das Flugzeug 1 oder ein anderes befreundetes Flugzeug das
Ziel mit dem Radarsystem 48 und überträgt die daraus resultierenden
Zielpositionsdaten (d. h., Raumposition und Geschwindigkeit des
Ziels in Bezug auf das Flugzeug) und die Eigenpositionsdaten des
Flugzeugs über
den Sender 58 und die dazugehörige Antenne 60 zum Flugkörper. Die
Daten werden vom Empfänger 26 des
Flugkörpers über dessen
Antenne 28 empfangen. Die GPS-Daten werden vom GPS-Empfänger 22 des
Flugkörpers über Antenne 23 empfangen.
Die GPS-Daten werden in die GPS-Positionsbestimmungsmittel 52 eingegeben,
wo die Position des Flugkörpers
durch an sich bekannte Techniken bestimmt wird. Die Mittel zum Ermitteln
der relativen Position 44 bestimmen die Position des Flugkörpers in Bezug
auf das Flugzeug aus den Daten, die ihm von Modul 52 und
Empfänger 26 übertragen
wurden. Von den Werten der Positionsdaten des Ziels und des Flugkörpers über einen
gegebenen Zeitraum sagen die Flugbahnanalysemittel 46 den
zukünftigen
Flugweg des Ziels voraus und ermitteln den optimalen Flugweg, den
der Flugkörper
benötigt,
um sicherzustellen, dass er das Ziel an einem vorgeschriebenen Punkt
entlang des vorausgesagten Flugwegs des Ziels abfängt. Die
Daten des ermittelten erforderlichen Flugwegs des Flugkörpers werden
zu den Ziellinien- und Sensormodus-Bestimmungsmitteln 54 übertragen,
wo die Ziellinie des Flugkörpersensors entlang
des erforderlichen Flugwegs ermittelt wird. Modul 54 empfängt ebenfalls
die aktuellen Zielliniendaten direkt vom Sensor 32. Die
aktuellen Sensorzielliniendaten und die ermittelten Sensorzielliniendaten
werden in Modul 54 miteinander verglichen. Wenn der Unterschied
zwischen den beiden größer ist
als ein vorgegebener Wert, dann versorgt Modul 54 die Sensordrehungs-Steuereinheit
mit den ermittelten Sensorzielliniendaten und einem Sensormodusindex,
der anzeigt, dass der Flugkörpersensor
in die ermittelte Sensorziellinie zu drehen ist und nicht in diejenige,
die vom Eigennavigationssystem des Flugkörpers bereitgestellt wird.
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Wenn das Ziel vor dem Start des Flugkörpers vom
Flugzeug aus innerhalb des maximalen von der Ziellinie abweichenden
Drehwinkels des Sensors ist, dann sieht der Bediener (Pilot) in
die Richtung des Ziels und die entsprechenden Sichtwinkeldaten werden
durch Modul 56 über
den Sender 58 an den Flugkörper zusammen mit einem Dualmodusindex
für den
Sensormodus übermittelt.
-
Wir verweisen jetzt auf 6, in welcher die Methode
der Erfindung nach der Ausführungsform gemäß 4 dargestellt wird. Diese
Schritte, die innerhalb des Flugzeugs ausgeführt werden, sind im gestrichelten
Kasten 91 enthalten, während
die Schritte, die im Flugkörper
ausgeführt
werden, im gestrichelten Kasten 92 enthalten sind. Wie
bereits vorher erläutert,
ist zu erkennen, dass die Reihenfolge der Ausführung der Schritte nicht unbedingt
in der vorgegebenen Reihenfolge geschehen muss. Schritt 107 ist
ein Vorstartschritt und ist einbezogen, wenn der Pilot mit einem
Helmvisier ausgestattet ist und wenn das Ziel in einem von der Ziellinie
abweichenden Winkel liegt, der kleiner ist als der maximale von der
Ziellinie abweichende Winkel, der vom Sensor erreicht wird. Wenn
diese Situation eintritt, sieht der Pilot des Flugzeugs in die Richtung
des Ziels und mittels Helmvisier wird die entsprechende Sensorziellinie
ermittelt und der Sensormodusindex auf Suchmodus gesetzt. Der Pilot
leitet durch Drücken
einer entsprechenden Taste den Startvorgang ein und das Flugzeug überträgt dem Flugkörper die
Sensorzielliniendaten und den Sensormodusindex. In Schritt 100 empfängt der
Flugkörper
Daten von den GPS-Satelliten, die er in Schritt 102 zum
Flugzeug überträgt zusammen
mit Daten, die die aktuelle Ziellinie des Flugkörpersensors darstellen. In
Schritt 108 ermittelt das Flugzeug seine Eigenpositionsdaten
vorzugsweise unter Verwendung eines Trägheitsnachweismoduls, wobei
alternativ GPS-Daten verwendet werden, die von GPS-Satelliten empfangen
wurden. In Schritt 110 bestimmt ein Prozessor die Position
des Flugkörpers
in Bezug auf die des Flugzeugs. Das Radarsystem des Flugzeugs ortet
und verfolgt in Schritt 112 ein Ziel und ermittelt die
Positionsdaten des Ziels. In Schritt 114 sagt ein Prozessor
die Flugbahn des Ziels aus den Zielpositionsdaten voraus, die vom
Radarsystem des Flugzeugs ermittelt werden. In Schritt 116 ermittelt
der Prozessor den Flugweg des Flugkörpers, der erforderlich ist,
um sicherzustellen, dass der Flugkörper das Ziel zu einem bestimmten
künftigen Zeitpunkt
abfängt.
In Schritt 118 wird aus der aktuellen Position des Flugkörpers und
der vorausgesagten Flugbahn des Ziels die Sensorziellinie berechnet, die
notwendig ist um sicherzustellen, dass sich der Flugkörper entlang
des Flugwegs bewegt, der zum Abfangen durch den Flugkörper ermittelt
wurde. Die aktuelle Ziellinie des Sensors und dessen ermittelte Ziellinie
werden in Schritt 120 verglichen, um einen Sensormodusindex
vorzuschreiben. In Schritt 122 sendet das Flugzeug die
neuen Zielliniendaten und den vorgeschriebenen Sensormodusindex
zum Flugkörper,
der wiederum in Schritt 104 diese Daten an die Sensordrehungs-Steuereinheit überträgt. In Schritt 106 wird
schließlich
der Sensor in die ermittelte Ziellinie gedreht. Wenn der Sensormodusindex
einen Normalsuchmodus oder einen Dualsuchmodus anzeigt, wobei der
Index anzeigt, dass die aktuelle und die ermittelte Sensorziellinie
gleich sind, dann wird der Sensor um den Betrag gedreht, der vom
Eigennavigationssystem des Flugkörpers
ermittelt wird. Wenn andererseits der Sensormodusindex einen Nichtsuch-
oder Doppelsuchmodus anzeigt, bei dem die ermittelte und die aktuelle
Ziellinie unterschiedlich sind, dann wird der Sensor in die vom
System der Erfindung ermittelte Ziellinie gedreht.
-
Wir verweisen jetzt auf 7, in welcher die Methode
der Erfindung nach der Ausführungsform gemäß 5 dargestellt wird. Die
Schritte, die innerhalb des Flugzeugs ausgeführt werden, sind im gestrichelten
Kasten 93 enthalten, während
die Schritte, die im Flugkörper
ausgeführt
werden, im gestrichelten Kasten 94 enthalten sind. Wie
bei den in 6 beschriebenen
Schritten ist ersichtlich, dass die Reihenfolge der Schrittausführung nach 7 nicht notwendigerweise
in der vorgeschriebenen Abfolge zu geschehen hat. In Schritt 200 ermittelt
das Flugzeug seine Eigenposition vorzugsweise mittels eines Trägheitsnachweismoduls
oder alternativ mittels eines GPS-Empfängers und GPS-Positionsbestimmungsmitteln.
In Schritt 202 wird mittels des Radarsystems eines Flugzeugs
ein Ziel entdeckt und verfolgt, wobei das Radarsystem ebenfalls
die Positionsdaten des Ziels ermittelt. Schritt 204 ist
ein Vorstartschritt und ist enthalten, wenn der Pilot mit einem Helmvisier
ausgestattet ist und wenn das Ziel in einem von der Ziellinie abweichenden
Winkel ist, der kleiner ist als der maximale von der Ziellinie abweichende
Winkel, der vom Sensor erreichbar ist. Wenn diese Situation eintritt,
sieht der Pilot des Flugzeugs in Richtung des Ziels und mittels
Helmvisier wird die entsprechende Sensorziellinie ermittelt und
der Sensormodusindex auf Suchmodus gesetzt. Der Pilot leitet durch
Drücken
einer entsprechenden Taste den Startvorgang ein und das Flugzeug übermittelt
in Schritt 206 dem Flugkörper die Sensorzielliniendaten und
den Sensormodusindex. Alle vom Flugzeug in Schritt 206 gesendeten
Daten werden vom Flugkörper
in Schritt 208 empfangen. In Schritt 210 empfängt der
Flugkörper
Daten von GPS-Satelliten, die in Schritt 212 verarbeitet
werden, um die Eigenpositionsdaten des Flugkörpers zu ermitteln. Aus den empfangenen
Zielpositionsdaten wird in Schritt 214 die Flugbahn des
Ziels vorausgesagt und in Schritt 216 ermittelt der Flugkörper den
Flugweg, den er nehmen müsste,
um sicherzustellen, dass er das Ziel zu einem bestimmten künftigen
Zeitpunkt abfängt. Nach
der Ermittlung seines eigenen Flugwegs, um das Abfangen des Ziels
sicherzustellen, wird in Schritt 218 die Sensorziellinie
ermittelt, die erforderlich ist, um den Flugkörper entlang des ermittelten Flugwegs
zu lenken. Der in Schritt 218 verwendete Prozessor vergleicht
dann die ermittelte Sensorziellinie mit der aktuellen Sensorziellinie.
um den Sensormodusindex vorzuschreiben, damit sichergestellt wird,
dass sich der Flugkörper
entlang des ermittelten erforderlichen eigenen Flugwegs bewegt.
In Schritt 220 wird die ermittelte Sensorziellinie zusammen
mit dem vorgeschriebenen Sensormodusindex an die Sensordrehungs-Steuereinheit übertragen.
In Schritt 222 wird der Sensor dann in Abhängigkeit
vom Wert des Sensormodusindex entweder in die durch das Lenksystem
der Erfindung oder durch das Eigenlenksystem des Flugkörpers ermittelte
Ziellinie gedreht.
-
FIGUREN
-
FIGUR 4
- 34
- Lenksystem
- 22
- GPS-Empfänger
- 32
- Sensor
- 24
- Sender
- 30
- Sensordrehungs-Steuermodul
- 26
- Empfänger
- 42
- Eigenortung
- 44
- Relative
Position
- 46
- Flugbahnanalyse
- 50
- Empfänger
- 52
- GPS-Positionsbestimmung
- 48
- Radarsystem
- 58
- Sender
- 54
- Sensorsteuerdaten
- 56
- Bediener