DE802755C - Vorrichtung zum Reinhalten der Oberflaeche von geschmolzenem Glas oder Email - Google Patents
Vorrichtung zum Reinhalten der Oberflaeche von geschmolzenem Glas oder EmailInfo
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Description
Es ist bekannt, an jenen Stellen der Arbeitswanne, des Glashafens oder sonstigen Behälters von
geschmolzenem Glas, Email o. dgl., wo das flüssige Schmelzgut entnommen wird, Schamotteringe,
Schiffchen oder Schwimmer aus Schamotte anzubringen, um die oberflächlichen Verunreinigungen
fernzuhalten. Ein solcher Schamottekörper schwimmt auf dem Glasspiegel und bildet eine Barriere gegen
den Zustrom von Oberflächenverunreinigungen zur
ίο Entnahmestelle, aber er bringt den Nachteil mit
sich, daß bei der hohen Temperatur des Schmelzgutes Teile von seiner Oberfläche in Lösung gehen
und Schlieren verursachen, so daß die Schutzwirkung um den Preis der Schaffung einer neuen
Störungsquelle erkauft wird.
Es ist auch schon bekanntgeworden, das Glas in einer Zone zu schöpfen, deren Temperatur durch
ein diese Zone ganz oder teilweise umgebendes Kühlorgan gegenüber dem Hauptteil der Schmelze
vermindert wird. Zu diesem Zwecke benutzte man eine wasserdurchströmte schachtförmige Kühlschlange,
die unterhalb des Glasspiegels angeordnet war. Diese Einrichtung diente nicht zur Reinhaltung
der Oberfläche des geschmolzenen Glases, sondern sollte es ermöglichen, verhältnismäßig
reines Glas mit einem gekühlten Schöpforgan, das auch in Form einer Rohrschlange ausgebildet war,
aus der Tiefe herauszuholen.
Demgegenüber wird gemäß der Erfindung ein kühlmitteldurchflossenes Metallrohr in den Glas-
spiegel so eingesenkt, daß es aus ihm teilweise herausragt und den Teil der Oberfläche, wo das flüssige
Schmelzgut entnommen wird, begrenzt.
Die Wirkungsweise ist folgende: Taucht man ein kühlmitteldurchströmtes Metallrohr, beispielsweise
ein mit Zuleitung und Ableitung versehenes ringförmig gebogenes Eisen- oder Nickelrohr, das von
Wasser durchflossen ist, in die Glasschmelze ein, so bildet sich sehr rasch ein Überzug aus erstarrtem
Glas, der die 'Berührung des Rohres mit dem flüssigen Glas verhindert und zusammen mit der
ihn umgebenden, aus zähflüssigem Gut bestehenden Rinde die Schmelze vor allzu großen Wärmeverlusten schützt. Wenn das Rohr im Glasspiegel nicht
vollständig untergetaucht ist, sondern teilweise aus ihm herausragt, z. B. so, daß die Achse des durch
die Rohrschleife gebildeten Toroides auf dem Glasspiegel senkrecht steht, so daß ein kreisförmiger
Teil der Spiegeloberfläche abgegrenzt wird, so wird der Oberflächenschmutz von der Entnahmestelle in
idealer Weise ferngehalten, ohne daß die Gefahr bestünde, daß der Schutzring Verunreinigungen an
die Schmelze abgeben würde.
Bei der Erprobung hat es sich ergeben, daß die erfindungsgemäße Schutzvorrichtung nicht nur den
Oberflächenschmutz von der Entnahmestelle fernhält, sondern daß auch außerhalb der Schutzvorrichtung
eine_ Säuberung des Glasspiegels eintritt. Dies läßt sich vielleicht dadurch erklären (ohne daß
die Erfindung aber an diese Erklärung gebunden wäre), daß das kühlmitteldurchflossene Rohr eine
Strömung in der Glasmasse hervorruft, die an der Glasoberfläche zum gekühlten Rohr hin gerichtet
ist; der Oberflächenschmutz schwimmt daher zum Kühlrohr und friert dort fest, während das reine
Glas, das durch die Abkühlung dichter wird, zu Boden sinkt. Auch diese Wirkung setzt voraus, daß
das Kühlrohr teilweise aus dem Glasspiegel herausragt ; zwar würde eine Glasströmung sich auch dann
ausbilden, wenn das Kühlrohr völlig untergetaucht wäre, der Schmutz könnte aber nicht gebunden
werden, sondern würde an der Oberfläche weiter zirkulieren, da er spezifisch leichter ist als das Glas.
Es ist nicht unbedingt notwendig, daß das kühlmitteldurchflossene
Metallrohr die Entnahmestelle allseitig begrenzt, wohl aber, daß es nicht zu tief in
das Glas eingetaucht wird. Um dies trotz der dauernden Schwankungen in der Höhe des Glasspiegels
zu sichern, kann entweder eine Vorrichtung vorgesehen sein, die das Metallrohr in seiner
Höhenlage verstellbar macht, oder man kann dafür sorgen, daß es auf der Glasschmelze schwimmt. Im
letzteren Falle muß das Volumen des beispielsweise ringförmigen Metallrohres und sein Gewicht einschließlich
des Gewichtes des Kühlmittels so bemessen sein, daß das mittlere spezifische Gewicht
kleiner ist als das des Glases. Man kann auch den Kühlrohrring nach oben zu durch eine Abschir- |
mung nach Art eines Entnahmestiefels fortsetzen, um die Ofengase von der Arbeitsöffnung fernzuhalten.
Versuche haben ergeben, daß der Wärmeentzug, den das erfindungsgemäße Verfahren mit sich
bringt, innerhalb tragbarer Grenzen bleibt, insbesondere dann, wenn die vom Kühlmittel aufgenommene
Wärme nicht nutzlos abgeführt wird, sondern zu Heizzwecken verwendet wird. Beispielsweise
entzog ein wasserdurchströmtes eisernes Rohr von 26 mm Durchmesser, das toroidförmig gebogen
war und mit einer Gesamtlänge von 134 cm etwa bis zur Hälfte des Querschnittes in den Glasspiegel
eintauchte, der Schmelze bei einer Temperatur von 11500 C pro Stunde 25 600 Kalorien. Hierbei war
die Strömungsgeschwindigkeit des Wassers so eingestellt, daß es mit einer Temperatur von 400 C
abfloß.
Obgleich Eisen die gefürchtetste Verunreinigung bei der Glasherstellung ist, kann man doch unbedenklich
die erfindungsgemäßen Kühlvorrichtungen aus Eisenrohren herstellen, weil jener Teil
der Glasmasse, der mit dem Eisen in Berührung kommt, augenblicklich erstarrt und daher von dem
Schmelzgut ferngehalten wird. Eine Gefährdung des Betriebes würde nur stattfinden, wenn unvorhergesehenerweise
der Wasserzustrom ausbleibt. Es empfiehlt sich daher, die kühlmitteldurchströmten
Metallgefäße herausnehmbar anzubringen, so daß sie beispielsweise während der Betriebspausen
sich oberhalb des Glasspiegels befinden, wodurch auch vermieden wird, daß unnötig Kalorien verlorengehen.
Claims (5)
1. Vorrichtung zum Reinhalten der Oberfläche von geschmolzenem Glas oder Email, insbesondere
an der Entnahmestelle, gekennzeichnet durch ein kühlmitteldurchflossenes Metallrohr,
das in den Glasspiegel so eingesenkt ist, daß es aus ihm teilweise herausragt und den
Teil der Oberfläche, wo das flüssige Schmelzgut entnommen wird, begrenzt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Metallrohr die Form eines mit Zu- und Abflußleitung versehenen Toroides hat, dessen Achse auf dem Glasspiegel
senkrecht steht.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Metallrohr in
seiner Höhenlage verstellbar ist, um den no Schwankungen des Glasspiegels folgen zu
können.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß das in den Glasspiegel
eingesenkte Kühlrohr den unteren Rand eines Entnahmestiefels bildet.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß das kühlmitteldurchströmte
Metallrohr herausschwenkbar angeordnet ist, so daß es während der Entnahme- iao
pausen aus dem Glasspiegel herausgehoben werden kann.
Q 3475 2.51
Applications Claiming Priority (1)
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| DE802755C true DE802755C (de) | 1951-02-22 |
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1949
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Also Published As
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| NL146808C (de) | |
| FR989908A (fr) | 1951-09-14 |
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