DE86840A - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE. 42: Instrumente.
Patentirt im Deutschen Reiche vom ig. September 1894 ab.
Während bei den meisten bisher bekannten Kassen-Controleinrichtungen eine Controle des
Verkäufers oder Kassirers durch den Käufer dadurch erzielt wird, dafs an dem Controlapparat
der gezahlte Betrag für den Käufer ablesbar ist, soll bei der nachfolgend beschriebenen
Einrichtung jedem Käufer über den von ihm gezahlten Betrag eine Quittung — auf einem mit Vordruck versehenen Billet
■ oder Zettel — ertheilt und die quittirten Beträge selbstthätig registrirt werden. Die Annehmlichkeit
, welche . es für den Käufer — insbesondere auch bei Einkauf durch Dienstboten
— bietet, über jeden noch so kleinen Betrag eine Quittung zu erhalten, wird von
selbst dazu führen, dafs die Kunden auf die regelmäfsige und richtige. Ertheilung der Quittung
weit mehr achten, als auf die Bethätigung eines Anzeigeapparates.
Die Einrichtung besteht aus einer vereinfachten Schreibmaschine, welche nur die Typen
der Ziffern ο bis 9 enthält und mittelst welcher der Betrag auf die Quittung gedruckt wird, in
Verbindung mit einem Zählwerk, welches jedesmal den aufgedruckten Betrag selbstthätig zu
seiner vorherigen Angabe addirt. Ist die Angabe des Zählwerks anfangs mit dem Kassenbestande
in Uebereinstimmung gebracht worden, so zeigt dasselbe nachher stets den Soll-Bestand
der Kasse an.
Der Apparat kann zweckmäfsig in der durch die beiliegenden Zeichnungen erläuterten Weise
construirt werden. Fig. 1 zeigt den Gesammtaufbau der Vorrichtung von oben gesehen,
Fig. 2 eine Seitenansicht der ersten Theile, Fig. 3 die folgenden Theile im Schnitt 1-2,
Fig. 4 den Schnitt 3-4, Fig. 5 den Schnitt 5-6 und Fig. 6 die Ansicht einiger Theile in der
Pfeilrichtung (Fig. 1) gesehen. Auf einer in den Lagern L drehbar gelagerten Welle K
sind die zehn Tasten ■ M, mit den Zahlen 0 bis 9 bezeichnet, drehbar angeordnet. Dieselben
werden durch leichte Federn, welche in der Figur nicht angegeben sind, nach oben
gedrückt und in ihrer Ruhelage gehalten. Jede dieser Tasten trägt (Fig. 1, 2 und 3) einen
Stift P, einen Stift Q und einen Arm R. Die Stifte P, welche für die verschiedenen Tasten
von verschiedener Länge sind, stofsen beim Niederdrücken der Tasten auf die Schiene JS,
welche an zwei Armen befestigt und um dieselbe Welle K drehbar ist. Wird durch eine
Taste die Schiene B niedergedrückt, so wird das mit ihrem Arm verbundene Zahnsegment Z
(Fig. ι und 2) gehoben und dadurch das Zahnrad Zy — und mit ihm seine Welle w — entgegen
der Kraft der Spiralfeder V gedreht. An jedem Arm R sitzt mittelst eines Gelenkes ein
Stift S, welcher durch eine Bohrung in der Stange / geführt ist. Beim . Niederdrücken
einer Taste wird dieser Stift 5 vorgeschoben und tritt aus der Bohrung der Stange J hervor.
Auf der Welle w sitzen zehn Haken H (Fig. 1
und 3), welche um je 1^0 des Kreisumfanges
gegen einander versetzt und so angeordnet sind, dafs sie gegen den etwa aus der Stange /
hervorgetretenen Stift S anschlagen. Drückt man also die Taste 4, so wird, wie in der
Figur punktirt gezeichnet, der dieser Taste entsprechende Stift 5 aus der Stange J hervortreten
und die Welle w sich so weit drehen, bis der entsprechende Haken H an diesen vortretenden
Stift schlägt.
Die Länge der Stifte P ist nun so gewählt, dafs man alle Tasten gleich weit niederdrücken
mufs, bis dieses Anschlagen erfolgt. Bei der Taste ο ist der Stift P am kürzesten, die
Schiene B wird erst im letzten Stückchen ihrer Bewegung niedergedrückt und die Welle w
dreht sich daher nur um einen ganz kleinen Winkel bis zum Anschlag. Bei der Taste 4
dreht sich dieselbe um 4/20 des Kreisumfanges
mehr wie bei der Taste ο und bei der Taste 9 um fast einen halben Kreisumfang. Läfst man
die Taste los, so dreht die Feder V die Welle w und mithin das Zahnsegment Z in die Ruhelage
zurück.
Hieraus ist zunächst ersichtlich, dafs beim Niederdrücken und Loslassen einer Taste die
Welle n> eine hin- und herdrehende Bewegung um so viel Zwanzigstel des Kreisumfanges ausführt,
als der Zahl der Taste entspricht.
Auf der Welle n> ist nun ferner das halbkreisförmige Typenrad α (Fig. 1, 4 und 5)
befestigt, welches die Typen von ο bis 9 derart enthält, dafs in der Ruhelage die ο unten
steht und die einzelnen Typen ebenfalls um Y20 des Kreisumfanges gegen einander versetzt
sind. Beim Niederdrücken einer Taste wird also diejenige Type nach unten kommen,
welche der Taste entspricht, beim Loslassen der Taste geht auch das Typenrad in die
Ruhelage zurück.
Unter dem Typenrade ist auf zwei Pfeilern ρ (Fig. 6) ein Rahmen q befestigt, in welchen die
zu bedruckende Karte eingeschoben wird. Zwischen der Karte und dem Typenrade läuft das
Farbband C. Beim Niederdrücken einer Taste drückt ihr Stift Q. auf die Schiene D und
dreht damit auch die Welle K, an welcher diese Schiene mittelst zweier Arme befestigt
ist. Hierdurch wird der Hammer T nach oben geschleudert und schlägt durch die Oeffnung
des Rahmens q Karte und Farbband gegen die betreffende Type des Rades a, so dafs sich
diese auf der Karte abdruckt.
Die Pfeiler p, welche den Rahmen q tragen,
sitzen fest auf einer Platte Y, welche sich zwischen den Schienen X schlittenartig bewegen
kann und durch eine Feder U gezogen wird. Auf dieser Platte ist auch die Zahnstange W
befestigt, durch welche der Schlitten in seiner Bewegung gehemmt ist, indem einer der
Zähne gegen die Schneide F1 anschlägt. Die Schneide F1 sitzt gelenkartig an einem Arm F,
welcher aufserdem die feste, kreisbogenförmige Schneide F2 trägt. Der Arm F ist an der
Welle K befestigt. In der Ruhelage liegt, wie erwähnt, ein Zahn gegen die Schneide F1.
Sobald mit dem Niederdrücken der Taste die Welle K sich zu drehen beginnt, gleitet
dieser Zahn von . der Schneide F1 ab auf die Schneide F'2, wobei der Schlitten nebst dem
Rahmen und der Karte einen kleinen Sprung seitwärts macht. Wenn nach erfolgtem Druck
der Type die Taste und mit ihr die Welle K zurückgeht, gleitet der Zahn auch von der
Schneide F'1 ab und der Schlitten macht nun einen grofsen Sprung, bis der nächste Zahn
gegen die Schneide F1 anschlägt. Hierdurch wird erreicht, dafs beim Niederdrücken einer
zweiten Taste die zweite Ziffer auf eine andere Stelle des Papiers gedruckt wird, und zwar ist
die Anordnung so getroffen, dafs. durch den ersten Tastendruck die Einer, durch den
zweiten die Zehner etc. gedruckt werden.
Es erübrigt nun noch zu beschreiben, .in welcher Weise die gedruckten Beträge selbstthätig
addirt werden.
Das Zählwerk, welches dies besorgt, ist ebenfalls an der Welle W befestigt und aus
Fig. i, 5 und 6 zu ersehen. Auf der Welle fest sitzen die beiden Arme h und h1 und
zwischen ihnen drehbar auf derselben Welle eine Anzahl Sperrräder r mit je 20 Zähnen,
jedes fest verbunden mit einer Scheibe f, die auf ihrem Umfange die Ziffern ο bis 9 zweimal
enthält. Die gerade oben stehenden Ziffern sind zur Ablesung bestimmt. In jedes Sperrrad
r greift ein um eine feste Drehachse beweglicher Sperrkegel d, ferner ein Sperrkegel e,
dessen Drehachse mit den Armen h h fest verbunden ist, und endlich ein Sperrkegel f,
dessen Achse an einem Hebel m sitzt. Die Hebel m, welche eine Nase η besitzen, sind
ihrerseits ebenfalls um eine an den Armen Λ/2· befestigte Achse drehbar und werden durch
die Plattfedern gegen einen Anschlag gedrückt. Der Hebel m mit Nase η und Sperrkegel f
ist jedoch bei demjenigen Zahnrade fortgelassen, dessen Zahlenscheibe den Einern entspricht,
welche also in Fig. 1 am weitesten rechts angeordnet ist. Auf die Verlängerung der Sperrkegel
d drückt die Gleitschiene g mit Auskerbung k, welche stets nur einem der Sperrkegel
d in das Zahnrad einzufallen gestattet. Die Gleitschiene g ist, durch die Verbindungsstange gl (Fig. ι und 6) mit dem Schlitten Y
fest verbunden und bewegt sich mit diesem. Im Anfange steht die Gleitschiene g, wie in
der Figur gezeichnet, so, dafs nur der den Einern entsprechende Sperrkegel d eingefallen
ist.
Das Spiel des Apparates ist folgendes:
Sind z. B. 54 Pf. vereinnahmt worden, so
wird zuerst die Taste 4, nachher die Taste 5 gedrückt. Beim Niederdrücken der Taste 4
springt, wie oben beschrieben, zunächst der Schlitten Y um ein kleines Stück nach links,
doch bleibt der den Einern entsprechende
Claims (1)
- Sperrkegel d noch in der Kerbung k liegen; die Welle w dreht sich um 4/.,0, die Type 4 des Typenrades α kommt nach unten und der Hammer t schlägt das Papier und Farbband gegen dieselbe, so dafs die 4 sich abdruckt; • gleichzeitig drehen sich die Arme h h mit der Welle w und nehmen dabei die Zahnräder und Zahlenscheiben, welche durch ihre Sperrkegel d nicht festgehalten werden, um 4/.,0 des Umfanges mit, so dafs die Zahl 6 nach oben kommt; nur das den Einem entsprechende Zahnrad bleibt stehen, weil es durch seinen Sperrkegel d gehemmt ist. Beim Rückgange der Taste und der Welle W werden dann sämmtliche Zahnräder um den gleichen Winkel in der entgegengesetzten Richtung gedreht, das den Einem entsprechende Zahnrad wird also hierbei bis auf die 4 vorgeschoben, während die übrigen bis auf die o, d. h. bis auf ihren ursprünglichen Standpunkt, zurückgehen. Das Additionswerk hat also zunächst vier Einer registrirt. Beim Rückgange springt nun, wie oben beschrieben, · der Schlitten Y um die Länge eines Zahnes der Stange W seitwärts. Dadurch kommt die Auskerbung der Schiene g über den dem Zehnerrade entsprechenden Sperrkegel d zu stehen. Wird, nun die Taste 5 gedrückt, so macht die Welle w einen Hin- und Hergang um 5/20, auf der Karte wird die Ziffer 5 vor die Ziffer 4 gedruckt und das Zählwerk schiebt jetzt das zweite, den Zehnern entsprechende Rad in derselben Weise, wie vorher das den Einem entsprechende, um fünf Ziffern weiter. Das Zählwerk hat also thatsächlich die Zahl 54 addirt.Die kleinen Sperrkegel f bewirken, dafs jedes Rad um einen Zahn weitergeschoben wird, wenn das der nächst geringeren Einheit entsprechende Rad bei seiner Bewegung die ο überschreitet. In diesem Falle stöfst nämlich einer der Stifte s des letzteren Rades gegen die Nase η des ersteren und bewegt dadurch mittelst des Sperrkegels f das letztere Rad um einen Zahn weiter. Nachdem die Zahl fertig gedruckt ist, wird die Karte mit der aufgedruckten Quittung aus dem Rahmen q herausgezogen und der Papierführungsschlitten von Hand in seine ursprüngliche Lage zurückgeführt. Letzteres ist möglich, da die Schneide F1 beweglich angeordnet ist und also die Zähne in der dem Zuge der Feder U entgegengesetzten Richtung unter derselben hinweggeführt werden können.Pateντ-Anspruch:Eine Vorrichtung zur Controle von Verkäufern oder Kassirern, bestehend aus einer Schreibmaschine, welche nur die Typen . der Ziffern enthält und geeignet ist, durch Aufdrucken des gezahlten Betrages auf einen Zettel oder eine Karte dem Käufer eine Quittung auszustellen, in Verbindung mit einem Zählwerk, welches jedesmal selbstthätig den Betrag, über welchen quittirt wird, zu seiner vorherigen Angabe addirt.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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