DE885084C - Bereitung von Edelbranntwein mit Rauchgeschmack (Whisky) - Google Patents
Bereitung von Edelbranntwein mit Rauchgeschmack (Whisky)Info
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Description
- Bereitung von Edelbranntwein mit Rauchgeschmack (Whisky) Whisky ist ein Edelbranntwein, der aus Gerstenmalz, Roggen und Weizen hergestellt wird und einen rauchigen Geschmack besitzt. Der Rauchgeschmack wird dadurch hervorgerufen, daß das Malz auf einer Rauchdarre über Torffeuer gedarrt wird und daß der schließlich erhaltene 96%ige Sprit herabgesetzt und in Fässer eingelagert wird, deren zi Innenwandung durch Verkohlung über offenem Holzfeuer mit einer etwa 3 mm starken Kohleschicht überzogen ist. In diesen Fässern lagert der Whisky etwa acht Jahre, wobei er auf einen Alkoholgehalt von 6o% steigt. Danach wird er auf Trinkstärke herabgesetzt.
- Man hat festgestellt, daß der typische Whisky-,geschmack auch schon nach kürzerer Lagerzeit erreicht wird, wenn der Whisky lange Transportwege zurücklegt. Daher ist die in den angelsächsischen Ländern kursierende Redensart entstanden, der Whisky sei bereits trinkfertig, wenn man ihn einmal um die Erde gefahren habe.
- Welche Vorgänge sich bei dem achtjährigen Lagern abspielen und warum die »Reise des Whiskys um die Erde« ein Abkürzen der Lagerzeit ermöglicht, darüber ist man sich bisher nicht klar gewesen. Das Verfahren der bekannten Herstellung von Whisky ist ein rein empirisches Verfahren.
- Die Erfindung gründet sich auf die Erkenntnis der Vorgänge bei der bisherigen Whiskyherstellung und gelangt auf Grund dieser Erkenntnis zu dem Vorschlage eines neuen Verfahrens, das es ermöglicht, die große Dauer der üblichen Whiskyherstel-Jung auf einen Bruchteil abzukürzen und dabei gleich gute Ergebnisse zu erhalten.
- Die erwähnte Erkenntnis. ist folgende.- Die Bestandteile des Torfrauches werden beim Darren an der Oberfläche der Malzkörner adsorbiert und diffundieren zum Teil in diese hinein. Nach der #Tergärung- gehen diese Bestandteile, soweit sie Z> C, flüchtig sind, beim Brennen in das Destillat über z# und verleihen diesem einen rauchigen Geschmack. Bei der Vorbehandlung der Fässer wird durch die Verkohlung eine oberflächliche Zersetzung der Faßwandung erreicht, indem wie bei' der trockenen Destillation des Holz-es als Rückstand Holzkohle hinterbleibt, dile noch -den gleichzeitig gebildeten .Holzteer enthält. Da die Holzkohle aber zugleich eine starke Adsorptionskraft aufweist, bindet sie auch außerdem noch einen großen Teil der flüchtigen l#auchbestandteile, die durch das Ausbrennen über offenem Holzfeuer an ihre Oberfläche gelangen. Bei der Einlagerung des gewonnenen Kornsprits in diese Fässer gibt die Kohle die von ihr gebundenen Stoffe an den Alkohol ab, soweit diese darin löslich sind. Wegen der hohen Adsorptionskraft der Kohle vollzieht sich dieser Vorgang naturgemäß sehr langsam und benötigt daher etwa 8 Jahre. Damit steht nicht in Widerspruch die. erwähnte Redensart, daß Whisky bereits trinkfertig sei, wenn man ihn einmal um die Erde gefahren habe. Es ist leicht einzusehen, daß die durch die Verlade- und Schiffsbewegungen in den Fässern auftretende Turbulenz das Herauslösen der durch die Kohle gebundenen Stoffe beschleunigt.
- Der charakteristische und zum Teil geheimnisumwobene Prozeß der Whiskyherstellung beruht demnach kurz gesagt darauf, daß reinem Kornsprit die Bestandteile natürlichen Rauches zugeführt werden. - Diese Erkenntnis führt zu dern Erfindungsvorschlag, den gleichen Effekt wie bisher viel wirksamer und in viel kürzerer Zeit dadurch zu erreichen, daß dem von Rauchgeschmack - noch freien Sprit Bestandteile konzentrierten Rauches in Rauchform zugeführt werden.
- Zwar ist beim Verfahren der Erfindung wie auch bei dem bekannten Verfahren der Rauchgeeschmack dem Rauch von verbrennendem Torf und Holz zu verdanken. Während aber bisher der Übergang der Rauchbestandteile in den Sprit auf den langen Umwegen über das Malz und das Material der Lagerfässer vor sich ging, geschieht dies erfindungsgemäß auf direktem Wege, indem dem von Rauchgeschmack noch freien Sprit Bestandteile konzentrierten Rauches zugeführt werden.
- In einer Druckschrift findet sich der Hinweis, daß man in den bei der trockenen Holzdestillation anfallenden empyreumatischen Destillationsprodukten brauchbare Ersatzstoffe findet, die sich in gereinigter Form und frei von Methylalkohol ganz gut zur Erzeugung eines natürlichen Rauchgeschmackes eignen würden. Demgegenüber verwendet die Erfindung Bestandteile natürlichen konzentrierten Rauches in Rauchform. Diese ermöglichen eine Geschmackssteuerung in weitesten Grenzen, da sich Dosierung und Zusammensetzung des Rauches gut kontrollieren und genau jedem Bedürfnis anpassen lassen.
- Am zweckmäßigsten erscheint diese Aromatisierung unmittelbar vor der Rektifizierung des Rohsprits, da die nachfolgende Rektifikation eine weitgehende Fraktionierung bzw. Separierung der zugeführten Rauchbestandteile ermöglicht. Die Zuführun- der Rauchbestandteile kann auf verschiedelle Weist erfolgen. Man kann den nach besonderen Methoden erzeugten Rauch, nachdem man ihn bestimmten Reinigungsverfahren unterzogen hat, durch den Alkohol leiten und so die alkohollöslichen B estandteile herauslösen. Man kann auch die Rauchbestandteile erst einem Adsorptionsmittel zuführen und danach die gebundenen Bestandteile durch Alkohol herauslösen. Durch Änderung der Raucherzeugungsmethodeni der Art und Aufbereitung der verwendeten Brennstoffe, der Reinigung des Rauches, der Oberfläche der reagierenden Bestandteile, der Einwirkungsdauer usw. kann man den erzielten Rauchgeschmack in -weitesten Grenzen variieren. Das so erhaltene Produkt wird dann in Fässern.' die innen verkohlt sind, einer mehrmonatigen Lagerung unterzogen. Diese Lagerung dient der Alterung des Whiskys, eine Alterung, die bei der bisherigen Whiskylagerung nur zweitrangig ist, was sich daraus ergibt, daß die Lagerung bis jetzt 6 bis 8 Jahre währt, eine natürliche Alterung aber solchen langen Zeitraum bei weitem nicht benötigt. Bei dem Verfahren nach der Erfindung kann die Lagerzeit für diesen Zweck, auf wenige Monate beschränkt werden.
- In der Zeichnung ist das neue Verfahren an Hand einer schematischen Darstellung der Einrichtung erläutert, mit der das Verfahren durchgeführt werden kann.
- Diese Einrichtung besteht im wesentlichen aus dem Schwelofen i, dem Teerabscheider 2" der Pumpe 3, -dem Adsorptionsturm 4 und der Rauchwäsche 5.
- In den Schwelofen i wird eine bestimmte Gewichtsmenge Sägemehl eingebracht und zu einem Hohlzylinder gepreßt. Danach wird die Förderpumpe 3 in Betrieb gesetzt, in die das vom Schwelofen herführende Rohr einmündet. Sobald die Pumpe läuft, wird der Sägemehlpreßzylinder an seiner Innenwand entzündet. Der vermittels der Pumpe durch den Rauchofen gusaugte Luftstrom unterhält die Verbrennung und bewirkt ein gleichmäßiges Weiterschwelen des Holzmehls. Der erzeugte Rauch wird angesaugt und passiert hierbei den Teerabscheider. Hierin kondensieren sich die schwerflüchtigen Rauchbestandteile, während die leichtflüchti-(Yen hindurchgehen. In dem Adsorptionsturm 4 befindet sich die Rohspritmenge, die der Blasenfüllung des Rektifizierapparates entspricht. Damit das Rauchgas möglichst lange mit dein Sprit in Berührung bleibt, ist der Turm schmal und hoch gebaut. Das Rauchgas steigt in Blasendurch den Sprit lind wird durch eingebaute Prallflächen innig mit dem Alkohol vermischt. Die aus dem Adsorptionsturm 4 austretenden Rauchgase werden in der auf - gesetzten 3 Wäsche 5 vom Alkohol befreit, so daß keine Verluste auftreten.
- Der so behandelte Rohsprit wird anschließend rektifiziert, wobei ein großer Teil der im Alkohol gelösten Rauchbestandteile in den Mittellauf mit Übergeht. Diese Methode hat den Vorteil, daß die beim Räuchern gegebenenfalls entstehenden Trübstoffe aus dem Destillat abgeschieden werden. Außerdem kommen durch die fraktionierende Wirkung des Rektifikationsvorgangs nicht mehr alle cyelÖsten Rauchbestandteile in den Mlittellauf hinein, so daß sich eine Nuancierung des erhaltenen Geschmacks ergibt.
- Das Verfahren kann derart abgewandelt werden, daß nicht der zu rektifizierende Rohsprit, sondern der nach dem Rektifizieren des Rohsprits erhaltene Mittellauf geräuchert wird. Dieses Verfahren komnit in Frage, wenn möglichst viele Bestandteile des zugeführten Rauches in dem behandelten Alkohol verbleiben sollen, wobei allerdings Trübungen auftreten können.
- Eine weitere Modifikation des Verfahrens bestelit darin, daß die Rauchbestandteile durch ein Adsorptionsmittel festgehalten und durch den zu behandelnden Alkohol wieder herausgelöst werden. Verivendet man hierzu z. B. Aktivkohle, so ist es nicht notwendig, -den Gehalt des zu behandelnden Alkohols zwischen 40 und 500/0 zu wählen, da es ,gar nicht darauf ankommt, die Adsorptionskraft der Kohle auszunutzen, sondern, im Gegenteil, zu überwinden. Bei diesem Verfahren wird ein Zylinder mit dem körnigen Adsorptionsmittel beschickt. Nachdem der Rauch das so gebildete Filter passiert ki hat, wird anschließend Sprit hindurchgeleitet, der so einen Teil der gebundenen Rauchbestandteile wieder herauslöst. Dieses Verfahren hat den Vorteil apparativer Einfachheit. Durch Hintereinanderschaltung mehrerer Filter kleineren Ausmaßes kann inan beim Durchleiten des Rauches eine fraktionierte Adsorption erhalten, so daß der Sprit jeweils einen anderen Geschmack erhält, je nachdem, durch welches der benutzten Filter man ihn hindurchleitet.
Claims (3)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Bereitung von Edelbranntwein mit Rauchgeschmack (Whisky), dadurch gekennzeichnet, daß dem von Rauchgeschmack noch freien Sprit Bestandteile konzentrierten Rauches in Rauchforin zugeführt werden.
- 2. Verfahren nach Ans ruch i, dadurch gep . . t' kennzeichnet, daß der Rauch nach Reinigung durch den Sprit geleitet wird, so daß, die alkohollöslichen Rauchbestandteile herausgelöst werden. 3. Verfahren nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet daß die Zuführung der Rauchbestandteile unmittelbar vor der Rektifizierung des Rohsprits vorgenommen wird. -[. Verfahren nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Rauchbestandteile nach der Rektifizierung dem Mittellauf zugeführt werden. 5. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß Bestandteile des zugeführten Rauches durch ein Adsorptionsmittel, z. B. Aktivkohle, festgehalten und durch den züi behandelnden Sprit aus diesem herausgelöst Z3 werden. 6. Einrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch i, gekennzeichnet durch einen schmalen, hohen Adsorptionsturm (4), dessen Volumen der Blasenfüllung des Rektifizierapparates entspricht. 7. Einrichtung nach Anspruch6, dadurch gekennzeichnet, daß der Adsorptionsturm (4) an den Druckstutzen einer Pumpe (3) angeschlossen ist, welche Rauchgase aus einem Schwelofen (i) über einen Teerabscheider (2) ansaugt. Angezogene Druckschriften: Praktikus Getränke-Industrie,
- 3.Bd., IQ:27.
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1949
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