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Einrichtung zur Durchführung von Dekatierproben an Gewebemustern Die
Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Durchführung von Dekatierproben an Gewebemustern.
Die Einrichtung nach der Erfindung ist gekennzeichnet durch einen mit einem Deckel
verschließbaren Behälter, eine scheibenförmige Zwischenwand, welche den vom Deckel
umschlossenen Raum vom Behälterraum trennt und welche perforierte, zur Aufnahme
von Gewebemustern dienende Platten aufweist, einen Teilraum im Behälter, der mittels
im Innern des Behälters angeordneter Kanäle mit dem vom Deckel umschlossenen Raum
verbunden ist, und durch Anschlußleitungen an den Behälterraum und an den Teilraum
zur Führung von Dampf bzw. Kondensat.
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Die Einrichtung nach der Erfindung dient dazu, die beim Dekatieren
von Gewebeteilen angewandte Wärmebehandlung mittels Dampf vorerst probeweise an
einzelnen Mustern durchzuführen und so die für die angestrebten Veränderungen des
Stoffes maßgeblichen Betriebsgrößen für das Dekatieren der ganzen Gewebebahnen auf
den dafür bekannten Einrichtungen versuchsweise festzulegen. Die erfindungsgemäße
Einrichtung ermöglicht, Qualitätseinbußen oder unter Umständen Materialverluste
infolge unsachgemäßer Behandlung der Stoffbahnen bei der Wahl ungeeigneter Betriebsbedingungen.
für das Dekatierverfahren zu verhindern. Sie gestattet zudem ein rasches und rationelles
Arbeiten unter leicht kontrollierbaren Verhältnissen.
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Die Behälteröffnung der Einrichtung nach der Erfindung weist vorteilhaft
einen ringförmigen Flansch auf, auf welchem die scheibenförmige Zwischenwand
aufliegt.
Diese wird zweckmäßig durch zwei herausnehmbare Platten gebildet, welche auf ihrem
Umfange auf Ringflächen aufeinanderliegen und in einem mittleren. perforierten Teil
einen Zwischenraum zur Aufnahme der Gewebemuster einschließen.
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Der im Behälter angeordnete Teilraum kann vorteilhaft ringförmig ausgebildet
und von der an den Flansch anstoßenden Behälterwand und einer im Abstand von .dieser
den. Flansch mit der Bodenpartie des Behälters verbindenden zylinderförmigen Wand
eingeschlossen sein. Dabei können die vom Teilraum in 'den vom Deckel umschlossenen
Raum führenden Verbindungskanäle durch eine Mehrzahl im Flansch angeordneter Löcher
gebildet sein, welche über den Umfang des Flansches gleichmäßig verteilt sind. Es
empfiehlt sich, den Deckel des Behälters auf seiner Innenseite mit Verstärkungsrippen
zu versehen, welche bei geschlossenem Behälter mittels Druckfedern die Plattender
Zwischenwand an deren Umfangspartie gegeneinanderpressen. Zwischen den Gewebemustern
und mindestens einer der perforierten Platten kann zweckmäßig eine dampfdurchlässige
Platte aus porösem Material eingelegt sein. Schließlich kann der Behälter mit einer
Einrichtung zur Erzeugung eines Vakuums verbunden sein.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist nachstehend an Hand der
Zeichnung näher erläutert. Fig. i zeigt einen Schnitt durch eine erfindungsgemäße
Einrichtung und Fig. 2: die schematische Anordnung der in Fig. i gezeigten Einrichtung
zusammen mit anderen Apparaten und Leitungen.
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Der in Fig. i dargestellte Behälter i besitzt einen nach außen gewölbten
Boden, welcher in eine WandpartiekreisförmigenQuerschnitts übergeht. An diese Wand
des Behälters ist ein ringförmiger Flansch 2 angeschweißt, welcher eine mit . Dichtungsmaterial
ausgefüllte Nut 3 aufweist. Diese Dichtungspartie verschließt bei angepreßtem Deckel
4 den Behälter hermetisch. Zur Erzeugung des dazu erforderlichen Anpreßdruckes ist
ein Bügel 5 vorgesehen, dessen Arme unter einen Bund des Flansches 2 geschoben werden
können. Der mit dem Bügel 5 verschraubte Bolzen6 ist an seinem unteren Ende drehbar
mit dem auf dem Deckel aufgeschweißten Körper 7 verbunden; diese Verbindung ist
durch Stifte 24 gesichert. Beim Verschließen wird der Deckel samt dem Bügel auf
den Behälter aufgeschoben und mittels Drehens des am Bolzen 6 befestigten Griffes
8 auf den Flansch 2 des Behältersi gepreßt.
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Im Innern der Einrichtung ist eine scheibenförmige Zwischenwand angeordnet,
welche auf dem Flansch 2 aufliegt und den vom Deckel umschlossenen- Raum 9 vom Behälterraum
1o trennt. Diese Zwischenwand ist durch zwei herausnehmbare Platten i i und 12 gebildet,
welche an ihrem Umfange auf Ringflächen aneinanderliegen. Die zentrale Partie i
ja, 1211 dieser Platten ist perforiert und schließt einen Zwischenraum zur Aufnahme-
der zu behandelnden Gewebemuster 13 ein. Dabei sind zwischen den Gewebemustern und
den perforierten Platten dampfdurchlässige Platten 14 und 15 aus porösem Material,
beispielsweise Filz, eingelegt.
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Der Deckel des Behälters weist auf seiner Innenseite Verstärkungsrippen
16 auf. Diese pressen bei geschlossenem Behälter mittels Druckfedern 17 die Platte
i i gegen die auf dem Flansch 2 aufliegende Platte 12.
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Zur Führung des als Arbeitsmittel beim Dekatieren der Gewebemuster
verwendeten Dampfes sind Leitungen vorgesehen, welche an die Stutzen 18 und 19 angeschlossen
werden. Der Stutzen 18 mündet in einen im Innern des Behälters angeordneten ringförmigen
Teilraum 2o, welcher von der an den Flansch 2 anstoßenden Behälterwand i und einer
im Abstand von dieser angeordneten, den Flansch mit der Bodenpartie des Behälters
verbindenden zylinderförmigen Wand 21 eingeschlossen ist. Dieser Teilraum 2o steht
über im Flansch angeordnete Löcher 22 mit dem vom Deckel 4 umschlossenen Raum 9
in Verbindung. Die Löcher 22 sind gleichmäßig über den ganzen Umfang des Flansches
verteilt. Der Anschlußstutzen 19 mündet in den unterhalb der Platte i2, 122 befindlichen
Behälterraum 1o. Ein weiterer Stutzen 2:3 am Boden des Behälters dient zur Abfuhr
von Kondensat aus dem Behälterraum 1o. Der Stutzen 25 dient zum Anschluß einer Druckmeßeinrichtung.
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Die Durchführung einer Dekatierprobe mittels der erfindungsgemäßen
Einrichtung erfolgt folgendermaßen: Die zu behandelnden, Gewebemuster 13 werden
bei abgehobenem Deckel 4 und Platte 1i, ifa auf die Filzplatte 15 der unteren Platte
12, 1211 gelegt und mittels der die Filzplatte 14 enthaltenden Platte i i, i f a
zugedeckt. Hierauf wird der vom Bügel 5 gehaltene Deckel 4 auf den Flansch 2 aufgeschoben
und mittels. des Schraubenbolzens 6 fest auf die Dichtung 3 gepreßt. Der für die
Dekatierprobe an den Gewebemustern verwendete Dampf wird zweckmäßig durch den Stutzen
18 unter Druck in den Teilraum 2o eingeführt und strömt durch die Löcher 22 in den
vom Deckel umschlossenen Raum 9. Beim Durchströmen der perforierten Platten ria
und 12a sowie der in der Zwischenwand enthaltenen Filzplatten kommt der Dampf in
Berührung mit den Gewebemustern 13. Diese Dekatierbehandlung ruft die angestrebten
Veränderungen der Gewebemuster hervor, welche sich beispielsweise in einer Veränderung
des sogenannten Griffes äußern. Nach Durchströmen der Zwischenwand sammelt sich
der Dampf im Behälterraum 1o und kann durch den Stutzen, 19 abgeführt werden. Hierauf
kann die Dampfabfuhr durch die an den Stutzen 19 anschließende Leitung für eine
gewisse Zeit unterbrochen werden, so daß :sich im Innern der Einrichtung ein dem
Druck des verwendeten Dampfes entsprechender Innendruck und Temperatur einstellen.
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Die Behandlungsdauer sowie die Zustandsgrößen des verwendeten Dampfes
richten sich nach der gewünschten Dekatierwirkung. Das am Boden des. Behälterraumes.
1o sich .sammelnde Kondensat wird durch den Stutzen 23 abgeführt. Nach der
Durchführung
der Dekatierprobe wird die Dampfzufuhr unterbrochen,
worauf nach erfolgter Drucksenkung im Innern der Deckel abgehoben und die behandelten
Gewebemuster aus der Zwischenwand entfernt werden können. Sie können nunmehr noch
getrocknet und auf den hervorgerufenen Dekatiereffekt untersucht werden. Sofern
dieser den gewünschten Veränderungen entspricht, bildet diese Dekatierprobe die
Grundlage für das auf den Maschinen üblicher Bauart durchgeführte Dekatierverfahren
für ganze Gewebebahnen. Ist der beabsichtigte Effekt nicht oder nur unvollkommen
bei der Dekatierprobe erzielt worden, so können weitere Muster desselben Gewebes
bei veränderten Bedingungen der Behandlung mittels Dampf ausgesetzt werden, bis
die für die angestrebten Veränderungen erforderlichen Maßnahmen ermittelt sind.
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Fig. 2 zeigt die in Fig. i dargestellte Einrichtung zusammen mit weiteren
Apparaten und den für den Betrieb erforderlichen Leitungen für die Führung von Dampf
und Kondensat. Dampf von beispielsweise 1,5 atü Betriebsdruck strömt durch. die
Leitung 3 1 und das Regulierventil 3,2 in den Wasserabscheider 33 üblicher
Bauart, in welchem vom Dampf mitgerissene Wasserteilchen am Boden des Abscheders
gesammelt und durch die Leitung 34 in den Kondensatableiter 35 abgeführt werden.
Der so getrocknete Dampf wird durch die Leitung 36 in den Anschlußstutzen 18 der
in Fig. i gezeichneten Einrichtung geführt und dient hier zur Durchführung von Dekarierproben
an den im Innern des Behälters, i enthaltenen Gewebemustern. Das am Boden des Behälters
i sich sammelnde Kondensat wird durch die am Stutzen 2@3 angeschlossene Leitung
37 in einen weiteren Kondensatableiter 3:8 geführt. Am Stutzen i9 ist eine mit einem
Ventil 39 -versehene Abführleitung 40 angeordnet; bei geöffnetem Ventil
39 wird die durch die Gewebemuster geleitete und nicht kondensierte Dampfmenge
durch dis Leitung 4o abgeführt. Manometer 43 und 44 dienen zur Kontrolle des Dampfdruckes
in der Leitung 31 bzw. des durch die Leitung 45 übertragenen Druckes im Innern der
erfindungsgemäßen Einrichtung.
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Bei der Durchführung einer Dekatierprobe kann wie folgt vorgegangen
werden. Nach Aufsetzen des Deckels 4 auf den die zu behandelnden Gewebemuster enthaltenden
Behälter i wird bei, geöffnetem Ventil 39 Dampf aus der Leitung 31 in den Anschlußstutzen
18 und durch die Gewebemuster geleitet und durch die Leitung 4o aus dem Behälter
i abgeführt. Nach einiger Zeit kann diese Behandlung abgebrochen und die behandelten
Gewebemuster auf Veränderungen untersucht werden. Es kann aber auch bei fortdauernder
Dampfzufuhr das Ventil 39 geschlossen werden, worauf sich im Innern des Behälters
der entsprechende Dampfdrucke bei zugehöriger Dampftemperatur einstellt. Diese Behandlung
kann ebenfalls beliebige Zeit fortgesetzt werden, bis die Untersuchung der behandelten
Gewebemuster die gewünschten Veränderungen anzeigt. In vielen Fällen ist es zweckmäßig,
die Gewebemuster unmittelbar anschließend an die Behandlung mit Dampf zu trocknen.
Zu diesem Zweck ist die Leitung 4o über die Leitung 4i mit einer Einrichtung zur
Erzeugung eines Vakuums verbunden, beispielsweise mit einer Wasserstrahlpumpe. Bei
geschlossenem Ventil 39 und geöffnetem Ventil42 wird sich im Innern des Behälters
ein unter der Atmosphäre liegender Druck einstellen, so daß die in den Gewebemustern
und den Filzplatten enthaltene Feuchtigkeit teilweise verdampft.
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Die Erfindung ist nicht auf die in der Zeichnung veranschaulichtenAusführungsbeispiele
beschränkt. Beispielsweise könnte eine Umschaltvorrichtung für die dampfführenden
Leitungen vorgesehen sein, welche erlauben würde, Dampf wahlweise durch die Anschlußstutzen
18 und i9 ein- bzw. abzuführen.