DE929606C - Verfahren zur Gewinnung von Cyanverbindungen aus Abfallfluessigkeiten melasseverarbeitender Industrien - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Cyanverbindungen aus Abfallfluessigkeiten melasseverarbeitender Industrien

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DE929606C
DE929606C DEN5918A DEN0005918A DE929606C DE 929606 C DE929606 C DE 929606C DE N5918 A DEN5918 A DE N5918A DE N0005918 A DEN0005918 A DE N0005918A DE 929606 C DE929606 C DE 929606C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01CAMMONIA; CYANOGEN; COMPOUNDS THEREOF
    • C01C3/00Cyanogen; Compounds thereof
    • C01C3/02Preparation, separation or purification of hydrogen cyanide
    • C01C3/0208Preparation in gaseous phase
    • C01C3/0245Preparation in gaseous phase from organic nitriles, e.g. acetonitrile

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Description

  • Verfahren zur Gewinnung von Cyanverbindungen aus Abfallflüssigkeiten melasseverarbeitender Industrien Die Abfallflüssigkeiten melasseverarbeitender Industrien, z. B. der Schlempe der Melassespiritusfabriken, werden üblicherweise derart aufgearbeitet, daß der beim Eindampfen erhaltene Rückstand mit einem Luftüberschuß verbrannt wird. Hierbei werden anorganische Salze, insbesondere Kaliumcarbonat und Kaliumsulfat erhalten. Nach einem in der deutschen Patentschrift 805 514 beschriebenen Verfahren wird die eingedampfte Abfallflüssigkeit derart mit einer beschränkten Menge von Luft verbrannt, daß das vorhandene Kaliumsulfat völlig oder größtenteils zu Kaliumsulfid reduziert wird und dieses anschließend mit Kohlensäure in wertvolles Kaliumcarbonat übergeführt wird.
  • Es wurde nun gefunden, daß bei der Verbrennung der eingedampften Abfallflüssigkeiten unter reduzierenden Bedingungen eine Asche erhalten werden kann, welche nicht unbeträchtliche Gehalte an Cyanverbindungen aufweist.
  • Die Erfindung bezieht sich dementsprechend auf ein Verfahren zur Nutzbarmachung von Abfallprodukten melasseverarbeitender Industrien, das darin besteht, daß man die Abfallflüssigkeit in an sich bekannter Weise mit einer beschränkten Menge Luft verbrennt, das in der Schlempe vorhandene Kaliumsulfat völlig oder weitgehend zum Kaliumsulfid reduziert und die hier verbleibende Asche unmittelbar auf Cyanverbindungen nach an sich bekannter Weise verarbeitet wird, z. B. derart, daß die Asche in Wasser gelöst, die wäßrige Lösung mit Kohlensäure behandelt und aus dem hierbei gebildeten Gasgemisch die Blausäure als solche oder in Form von Cyanverbindungen abgetrennt wird. Die Menge der in der Asche vorhandenen Cyanverbindungen ist natürlich in hohem Maße abhängig von dem Stickstoffgehalt des verarbeiteten Abfallstoffes. Bei Verarbeitung einer aus Rohrzuckermelasse erhaltenen Flüssigkeit, die etwa o,9% Stickstoff, auf Trockenstoff berechnet, enthält, wurde eine Asche gewonnen, deren Gehalt an Kaliumcyanid bis etwa 4,5 "/u betrug. Bei Verarbeitung einer aus Rübenzuckermelasse gewonnenen Flüssigkeit, die etwa 3,1 °/o Stickstoff, auf Trockenstoff berechnet, enthielt, wurde eine Asche gewonnen, die bis zu 15°/o, Kaliumcyanid enthielt.
  • Im allgemeinen gelingt es nicht, -diel gesamte in der Abfallflüssigkeit vorhandene Stickstoffmenge in Cyanid überzuführen; es geht vielmehr ein Teil des Stickstoffes in Ammoniak über.
  • Zur Gewinnung von Cyanverbindungen aus der erfindungsgemäß erhaltenen Asche kann mähverschiedene, zum Teil an sich bekannte Verfahren anwenden. Man kann z. B. eine fraktionierte Kristallisation vornehmen, wobei die Cyanverbindungen in Form von Cyaniden oder komplexen Salzen isoliert werden können. Vorzugsweise wird aber in der oben angegebenen Weise die Asche in Wasser gelöst und die wäßrige Lösung mit Kohlensäure behandelt. Es entweicht dann ein Gemisch von Schwefelwasserstoff und Blausäure, aus dem die Blausäure abgetrennt werden kann. Diese Ausführungsform ermöglicht die Gewinnung von Cyanverbindungen aus der Abfallflüssigkeit mit der praktisch vollständigen oder teilweisen überführung des in der Abfallflüssigkeit vorhandenen Kaliumsulfats in das wertvolle Kaliumcarbonat.
  • Die Abtrennung der Blausäure aus dem obenerwähnten Schwefelwasserstoff und Blausäure enthaltenden Gasgemisch kann in verschiedener Weise erfolgen. Man kann z. B. das Gasgemisch mit Eisensalzen oder Eisenoxyden in Reaktion bringen und das Reaktionsgemisch mit gelöschtem Kalk behandeln. Hierbei bilden sich u. a. Calciumferrocyanid, das mit Kaliumchlorid und Kaliumcarbonat in Kaliumferrocyanid übergeführt werden kann. Diese Verbindung kann dann durch einfaches Eindampfen der Lösung in Kristallform gewonnen werden.
  • Die Aufarbeitung des Gasgemisches kann auch derart vorgenommen werden, daß es mit Wasser gewaschen wird. Hierbei löst sich die Blausäure in dem Wasser, während die übrigen Gase nur zu einem geringfügigen Teil gelöst werden. Durch fraktionierte Destillation kann die Blausäure aus der wäßrigen Lösung in ziemlich reiner Form isoliert werden. Die Blausäure kann gewünschtenfalls durch Behandlung mit Lauge in Alkalicyanid oder nach obigem Prinzip in komplexe Cyanverbindungen übergeführt werden.
  • Das oben beschriebene Verfahren zur Gewinnung von Cyanverbindungen durch Zersetzen des in der Asche vorhandenen Cyanids mit Kohlensäure und Abtrennung der Blausäure aus dem gebildeten Gasgemisch läßt sich auch auf die bei der fraktionierten Kristallisation der Asche erhaltenen größere oder kleinere Menge von Cyanid enthaltenden Lösungen anwenden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Nutzbarmachung von Abfallprodukten melasseverarbeitender Industrien, dadurch gekennzeichnet, daß die Abfallflüssigkeit in an sich bekannter Weise mit einer beschränkten Menge Luft unter Bedingungen verbrannt wird, bei denen das in der Schlempe enthaltene Kaliumsulfat völlig oder weitgehend zu Kaliumsulfid reduziert wird und die hierbei verbleibende Asche unmittelbar auf Cyanverbindungen nach an sich bekannten Verfahren verarbeitet wird, z. B. derart, daß die Asche in Wasser gelöst, die wäßrige Lösung mit Kohlensäure behandelt und aus dem hierbei gebildeten Gasgemisch die Blausäure als solche oder in Form von Cyanverbindungen abgetrennt wird.
DEN5918A 1951-08-17 1952-08-13 Verfahren zur Gewinnung von Cyanverbindungen aus Abfallfluessigkeiten melasseverarbeitender Industrien Expired DE929606C (de)

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