DED0016170MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 21. Oktober 1953 Bekanntgemacht am 12. Juli 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Beim Schmelzen von Quarzsand zu Quarzgut mittels elektrisch beheizter, im Schmelzgut nebeneinanderliegender
Heizstäbe aus Graphit, wobei das erschmolzene Quarzgut zwischen den Heizstäben
absinkt und neuer zu schmelzender Quarzsand von oben zu den Heizstäben rieselt, zeigten
die Heizstäbe einen sehr starken Verschleiß, so daß sie nach einer meist nur wenige Stunden
zählenden Betriebsdauer ausgewechselt werden mußten. Die dadurch bedingte Unterbrechung des
Schmelzvorganges machte es unmöglich, große Blöcke, insbesondere solche größerer Länge zu erzeugen oder gar einen kontinuierlichen Betrieb
aufrechtzuerhalten.
Die vorliegende Erfindung bezweckt eine Erhöhung der Lebensdauer der Heizstäbe, um damit
die Voraussetzung für einen kontinuierlichen Be^
trieb des Ofens zu erzielen.
Nach der Erfindung wird jeder Heizstab gegen eine Berührung mit dem Schmelzgut und insbesondere
der Schmelze durch eine ihn in seiner ganzen Länge abdeckende, ganze oder teilweise
Umhüllung abgeschirmt. Entweder werden die Heizstäbe ganz umfaßt oder so weit abgedeckt, daß
die fließende Schmelzmasse die Heizstäbe nicht berührt.
Es wurde beobachtet, daß sich beim Schmelzen von Qiuarzsand in der Oberflächenschicht der
Graphitheizstäbe Silizkimcarbid bildet, das sich in
Form einer Schicht auf die Heizstäbe legt. Diese Schicht verbleibt fest an den Heizstäben, wenn eine
Berührung der Heizstäbe mit der geschmolzenen
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Masse verhindert wird. Sie wird jedoch ganz oder teilweise abgerissen, wenn sie in Berührung mit
der Schmelze kommt. Auf der freigelegten Graphitfläche bildet sich dann sofort wieder eine neue
Siliziumcarbidschicht, die ebenfalls wieder abgerissen wird. Die dauernde Wiederholung dieser
Vorgänge — Bildung von Siliziumcarbidschichten und Abreißen derselben — bewirkt in sehr kurzer
Zeit eine Verringerung des Querschnittes der Heizstäbe bis zu einer Stärke, bei der die Heizstäbe für
den Stromdurchgang überlastet sind und unter
Lichtbogenbildung eine Stromunterbrechung eintritt. Es genügt schon der Ausfall eines Stabes von
mehreren hintereinandergeschalteten Heizstäben zur Unterbrechung des Schmelzvorganges. Da aber
solche Ausfälle schon nach kurzer Betriebszeit eintreten, können größere einheitliche Schmelzblöcke
nicht erzeugt werden, da die Schmelzzeit nicht für die Erzeugung solcher großer Blöcke ausreicht.
Durch die erfindungsgemäß vorgenommene Abschirmung der Heizstäbe gegen eine Berührung
mit der geschmolzenen Masse durch ganze oder teilweise Umhüllung der Heizstäbe wird das Abreißen
der gebildeten Siliziumcarbidschicht auf den Heizstäben vermieden und dadurch deren frühzeitige
Zerstörung verhindert. Die Lebensdauer wird verlängert, die Schmelze kann längere Zeit
durchgeführt werden, und dadurch ist die Erschmelzung
großer einheitlicher Blöcke, insbesondere solcher größerer Länge, sowie ein kontinuierliches
Schmelzen möglich.
Die Abschirmung der Heizstäbe kann in verschiedener Weise erfolgen. Es können die Heizstäbe
völlig umhüllt werden, z. B. durch ein Rohr, das unter Einhaltung eines Zwischenraumes über
die Heizstäbe geschoben wird. Dieses Schutzrohr darf nicht vom elektrischen Strom durchflossen
werden. Dementsprechend ist es anzuordnen und an den Elektrodenblöcken zu befestigen. Als· Baustoff
für die Schutzrohre wählt man einen möglichst gut wärmeleitenden feuerfesten Stoff. Hochfeuerfeste
Oxyde, z. B. Zirkonoxyd, auch Nitride, z. B. Titannitrid, Zirkonnitrid, oder Boride, z. B. Titanborid,
Zirkonborid, sind geeignet, aber auch Karbide können Verwendung finden, z. B. Siliziumcarbid
oder Titancarbid. Sogar aus Graphit können die Schutzrohre hergestellt werden. Schutzrohre aus
Graphit überziehen sich zwar mit einer Schicht Siliziumcarbid, diese bleibt aber festliegend und
wird von der fließenden Schmelze nicht abgerissen, da kein Stromdurchflu'ß erfolgt und infolgedessen
die durch den Stromdurchfluß bewirkte sehr hohe Oberflächentemperatur fehlt und somit bei der bedeutend
niedrigeren Temperatur der Schutzrohre auch kein Absprühen der gebildeten Siliziumcarbidschicht
eintritt. Die Schicht bildet eine Schutzschicht, welche die Lebensdauer des Schutzrohres
verlängert. Eine solche Schutzschicht oder aus anderen Stoffen, kann man schon vor dem Einbau
der Schutzrohre, auch bei Schutzrohren aus anderen' Stoffen, auf diese aufbringen.
Der Querschnitt der Schutzrohre kann beliebig gewählt sein. Zweckmäßig wählt man eine
Querschnittsform, die einen guten Fluß der Schmelzmasse gestattet, z. B. kreisrund, hochstehend
oval oder oval mit nach unten liegender Spitze. Die Schutzrohre können auch zwecks Vergrößerung,
der wärmeabgebenden Fläche in der. Längsrichtung mit nebeneinanderliegenden zweckmäßig
runden Rippen und ebensolchen Furchen ausgestattet sein, und sie können an der höchsten
Rohrstelle eine in der Längsrichtung verlaufende, senkrecht gestellte Rippe besitzen, die gleichzeitig
dem Schutzrohr einen größeren Widerstand gegen Durchbiegung gibt. .
Es genügt jedoch auch, die in einer Ebene nebeneinanderliegenden Heizstäbe durch eine Überdachung
abzuschirmen, die oberhalb der Heizstäbe angeordnet wird und mit den Traiufen so weit nach
beiden Seiten des Schutzstabquerschnittes ausladet, daß zwar ein Durchfluß der Schmelze erfolgt, diese
aber beim Abwärtsfließen nicht an die Heizstäbe kommen kann. Eine solche Überdachung hat den
Vorteil, daß ein Großteil der von den Heizstäben ausstrahlenden Wärme das Schmelzgut unmittelbar
trifft. Die Dachflächen können dabei gerade oder gekrümmt sein. Der First kann eine aufrecht
stehende Längsrippe tragen, und auch die Dachflächen können im Längsschnitt wellenförmig gestaltet
oder auf der Länge verteilt mit Querrippen versehen sein. Werden an den Traufenkanten Aussparungen
angeordnet, so daß gezackte Traufen entstehen, so werden Brückenbildungen des Schmelzgutes zwischen den Traufenkanten zweier
nebeneinanderliegender Schutzabdeckungen vermieden.
Wendet man Umhüllungen aus einem Baustoff an, der die gleiche oder gar eine noch bessere elektrische
Leitfähigkeit besitzt als die Graphitheizstäbe, so muß aus den oben angegebenen Gründen
ein Stromdurchfluß durch die Umhüllungen verhindert werden. Bei Umhüllungen, die eine
schlechtere elektrische Leitfähigkeit als die Graphitheizstäbe besitzen, z. B. aus Siliziumcarbid,
darf die Umhüllung die Heizstäbe auch berühren oder sogar mit ihnen verschweißt sein.
In diesem Falle sind die Schutzabdeckungen an dem Stromdurchgang nicht oder nur in geringem
Maße beteiligt, da der Strom stets dem guten Leiter nachgeht. Infolgedessen tritt in solchen Fällen
auch keine Zerstörung ein.
Wenn die Umhüllungen in radialem Abstand von den Heizstäben angeordnet sind, bleibt infolge
der hohen Viskosität der Schmelze unterhalb der Umhüllung um die Heizstäbe stets ein Hohlraum
bestehen. Auch bei an den Heizstäben anliegenden Umhüllungen werden unter diesen Hohlräume gebildet.
In allen diesen Hohlräumen sammeln sich Gase, die sich beim Schmelzvorgang bilden, bzw.
Dämpfe; z. B. CO, Si, SiO, SiO2, die zweckmäßig
seitlich abgezogen werden. Führt man in die langgestreckten Hohlräume an einem Ende ein Gas
unter Druck ein, z. B. ein inertes Gas, wie Stickstoff, so kann man die in dem Hohlraum angesammelten Gase schnell und vollständig auf der
der Einführungsstelle gegenüberliegenden Seite der
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Schutzabdeckung herausdrücken bzw. absaugen. Dadurch werden Gaseinschlüsse in der Schmelzmasse
vermieden, und diese wird blasenfrei.
Die Abschirmung der Heizstäbe gegen eine Berührung mit der Schmelzmasse kann man für alle
Arten Heizstäbe zum Schmelzen verschiedenartiger Stoffe anwenden, bei dem die Heizstäbe
vor einer Berührung mit dem Schmelzfuß geschützt werden sollen oder eine Abführung von
ίο entstehenden Gasen erforderlich ist.
Claims (10)
1. Heizstabschutz elektrischer Widerstands-. Wärmeerzeugier für Schmelzöfen, bei denen das
zu schmelzende Gut den Heizstäben zufließt und die geschmolzene Masse zwischen nebeneinanderliegenden Heizstäben abfließt, insbesondere
für Öfen zum Erschmelzen von Quarzgut aus Qiuarzsand, dadurch gekennzeichnet,
daß jeder Heizstab gegen eine Berührung mit dem Schmelzgut und insbesondere der Schmelze durch eine ihn in seiner ganzen
Länge abdeckende, ganze oder teilweise Umhülliung abgeschirmt ist.
2. Heizstabschutz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Umhüllung den Heizstab
dachartig überdeckt.
3. Heizstabschutz nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Umhüllung in
■ einem Abstand von der Heizstaboberfläche liegt.
4. Heizstabschutz nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Umhüllung an der Oberfläche des Heizstabes anliegt.
5. Heizstabschutz nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Umhüllungen
an ihrer obersten Stelle der Außenseite eine über die ganze Länge sich erstreckende, senkrecht
stehende Rippe tragen.
6. Heizstabschutz nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Umhüllung im
Längsschnitt einen wellenförmigen oder rippentragenden Querschnitt besitzt.
7. Heizstabschutz nach Anspruch 1 bis 6, 4-5
dadurch gekennzeichnet, daß die Traufen der dachförmigen Umhüllung beiderseits so weit
seitlich vom Heizstab abliegen, daß die abwärts fließende Schmelze den Heizstab nicht berühren
kann. ,
8. Heizstabschutz nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Traufen der
dachförmigen Umhüllungen gezackt sind.
9. Heizstabschutz nach Anspruch 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Abschirmungen
aus hochfauerfesten nicht metallischen Baustoffen, wie hochfeuerfesten Oxyden, Nitriden,
Boriden, Karbiden und Graphit, bestehen und gegebenenfalls auf ihrer zum Schmelzgut zu gelegenen Oberfläche mit einer
gegen die mechanischen und chemischen Einwirkungen des Schmelzgütes besonders widerstandsfähigen
Schutzschicht versehen sind.
10. Heizstabschutz nach Anspruch 3 bis 6 und 9, dadurch gekennzeichnet, daß in dem
zwischen Abschirmung und Heizstab . liegenden und/oder in dem unterhalb der Umhüllung
oder der Heizstäbe gebildeten länglichen Hohlraum an einem Längsende ein Gas eingeführt
wird, das am anderen Längsende ausströmt.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 715407, 609157, 518666.
Deutsche Patentschriften Nr. 715407, 609157, 518666.
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