DEO0000213MA - Verfahren zum Aufschließen von Stroh - Google Patents

Verfahren zum Aufschließen von Stroh

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DEO0000213MA
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English (en)
Inventor
Erik Öman
Original Assignee
Öman, Erik, Stocksund
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Description

Es wurde bereits ein Verfahren zur Herstellung von Fasermaterial aus Stroh durch Behandlung mit einer Lösung oder Suspension von Kalk oder eines geeigneten Kalkpräparates z.B. Kalkwasser oder Kalkmilch, mit oder ohne Zusätze, sowie gegebenenfalls unter mechanischer Bearbeitung des behandelten Strohmaterials vor der Herstellung des Fasermaterials vorgeschlagen. Das Kochen der Strohmasse erfolgt hierbei bei einer Temperatur von höchstens 100°C, d.h. ohne Ueberdruck, sodass die Anlagekosten niedrig sind.
Gemäss der Erfindung ist festgestellt worden, dass das Aufschliessen oder Kochen in einfacherer und günstigerer Weise ausgeführt werden kann, wenn es mit einer Mischung von Lauge aus einem vorhergehenden ähnlichen Strohmassekochprozeß unter Zusatz von Kalk oder eines Kalkpräparates in geeigneter Menge vorgenommen wird. Dieser Zusatz erfolgt vorzugsweise in Portionen. Das Mischen geschieht zweckmässig dadurch, dass man die Kochflüssigkeit zirkulieren lässt, z.B. in der Weise, dass sie am Boden des Kochgefässes entnommen und am Oberteil des Gefässes eingepumpt wird. Die Zirkulation kann jedoch auch in entgegengesetzter Richtung erfolgen. Die erforderliche Temperatur kann im Kocher z.B. durch Erwärmung der umlaufenden Lösung aufrechterhalten werden.
Als Beispiel für die Zusammensetzung der beim Kochen angewandten Kochflüssigkeit kann erwähnt werden, dass man für 1 kg Stroh eine Mischung von etwa 2 - 4 kg, zweckmässig 3 kg, Lauge aus einem vorhergehenden Kochprozess mit etwa 6 - 8 kg, zweckmässig 7 kg, neu zugesetztem Wasser und etwa 0,1 kg CaO anwenden kann. Bei Beginn des Kochens kann das spezifische Gewicht der Mischung beispielsweise 1,001 - 1,010 betragen. Diese Ziffern können jedoch im Rahmen der Erfindung schwanken. Vorzugsweise wird eine Mischung von Wasser mit alter Lage in einem Verhältnis angewandt, dass das spezifische Gewicht zu Beginn etwa 1,004 beträgt, worauf der Kalk portionsweise während etwa einer Stunde zugesetzt wird. Die Temperatur beträgt hierbei 95 - 100°C, und nach abgeschlossenem Kalkzusatz wird die Temperatur auf dieser Höhe während einer weiteren Stunde unter Zirkulation der Lauge gehalten. Eine solche Zirkulation kann auch während der Anlaufperiode erfolgen.
Ein Vorteil des Verfahrens gemäß der Erfindung liegt darin, dass das Kochen bedeutend schneller erfolgt (z.B. in 1 1/2 - 3 Stunden) als wenn man das Kochen mit Wasser beginnt und Kalk zusetzt. Ausserdem kann die hergestellte Masse leichter im Holländer gemahlen werden als Masse, die nur mit Wasser und Kalk gekocht wird.
Beim Kochen bildet sich, insbesondere am Schluss, eine Ausfällung, die zum grössten Teil aus CaCO(sub)3 sowie zu einem Teil aus organischen Substanzen besteht. Die Ausfüllung, die aus dem Kalkhydrat und gewissen organischen Stoffen des Strohs gebildet wird, kann, falls erwünscht, völlig oder teilweise während der Zirkulation der Lauge abgeschieden werden, kann jedoch auch zurückbleiben und gegebenenfalls nach dem Kochen abgeschieden werden.
Nach beendigtem Kochen wird die gelbe Lösung zusammen mit der Masse oder getrennt von ihr abgelassen. Falls erwünscht, wird die Masse gewaschen, dies ist jedoch für gewisse Zwecke nicht erforderlich. Die Masse kann defibriert und gemahlen oder in anderer Weise behandelt werden, je nach dem gewünschten Zweck, und sie kann zur Herstellung von z.B. Papier, Pappe, Platten oder anderen Faserprodukten verwendet werden.
Im Vergleich mit dem Kochen von Stroh mittels Natronlauge ergibt die oben beschriebene Methode des Kochens mit Kalk (Kalkhydrat) eine bessere Ausbeute und ausserdem wird der unbehagliche Geruch vermieden, der oft bei der Natronlauge gekochter Strohmasse bemerkbar ist.

Claims (7)

1. Verfahren zum Aufschliessen von Stroh durch Behandlung mit einer Lösung oder Suspension von Kalklauge oder eines geeigneten Kalkpräparates z.B. Kalkwasser oder Kalkmilch, vorzugsweise ohne Ueberdruck, dadurch gekennzeichnet, dass eine Mischung von Lauge aus einem vorhergehenden ähnlichen Strohmassekochprozess unter Zusatz von Kalk oder eines Kalkpräparates als Aufschliessungsflüssigkeit angewandt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Zusatz von Kalk oder eines Kalkpräparates portionsweise erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Umrühren im Kocher durch mittels einer Pumpe vorgenommener Zirkulation der Aufschliessungsflüssigkeit, zweckmässig vom Boden nach dem Oberteil des Kochbehälters erfolgt, wobei die umlaufende Flüssigkeit gegebenenfalls erwärmt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Kalkzusatz, berechnet als CaO, etwa 10% der Strohmenge beträgt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Laugenmenge vom vorhergehenden Kochprozess etwa 30 - 50% der neuzugeführten Wassermenge beträgt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das spezifische Gewicht der Flüssigkeitsmischung bei Beginn der Aufschliessung etwa 1.001 - 1.010 beträgt.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufschliessen innerhalb einer zeit von etwa 1 1/2 bis 3 Stunden beendigt wird.

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