DEP0010995MA - - Google Patents

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DEP0010995MA
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tUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 14. Dezember 1953 Bekanntgemacht am 24. November 1955
DEUTSCHES PATENTAMT
Bekanntlich werden auf Straßen zur Verkehrsregelung Markierungen der verschiedensten Art angebracht. Besonders häufige Markierungen sind die Farbstreifen und Fugendichtungsstreifen zwischen Fahr- und Überholspur auf der Autobahn. Diese Farbstreifen werden im allgemeinen nur dann befahren, wenn Fahrzeuge zum Überholen ansetzen. Da mit dem Überholen meistens eine Geschwindigkeitssteigerung erfolgt, ist eine erhöhte _ Gefährdung der Verkehrsteilnehmer unumgänglich. Diese wird aber noch dadurch erhöht, daß der bisher übliche Markierungsstreifen bei Nässe die Fahrbahn an Glätte noch übertrifft, da der Farbstreifen im allgemeinen aus Lack besteht, welcher sich beim Erhärten an der Luft von selbst mit einem glatten Oberflächenfilm überzieht. Denn bei Grenzflächenerscheinungen ist jedes physikalische .System bestrebt, seine Oberflächenspannung so gering wie möglich zu halten. Die auf diese Weise entstehende Oberfläche ist nun nicht in der Lage,
509 596/54
P 10995 V/19c
dir Oberflächenspannung des Wassers zu überwinden, (1. h., sie wird von Wasser nicht benetzt.
I >er Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Markierungsstreifen zu schallen, der bei hoher I .ebensdauer bei Nässe keine (Hätte aufweist.
Pas erfmdungsgcmäße Verfahren zur Herstellung einer rutschsicheren Stral.ienmarkierung, die Kunststoff, Kautschuk", liittinien und oberflächenaktive Stoffe, \vi<· ΊιίίΙκτο Säuren, Alkohole, Amine od. dgl., enthält, besieht darin, daß der Markierungsstreifen eine!' chemischen oder physikalischen Nachbehandlung untcrjiYorfen wird, und zwar wird der Streifen chemisch mit oxydierenden —säureabspaltenden Stollen, Säuren oder Alkalien im frischen oder aufgefrischten Zustand bzw. physikalisch mit Stoffen hohe!' Oberflächenspannung wie Wasser behandelt. I )icse chemische Methode wird besonders dann geeignet sein, wenn der Markierungsstreifen auf dei' Basis von Kunststollen, wie Umsetzungsprodukteii von Polyestern mit Polyisocyanaten, aufgebaut ist. Diese Nachbehandlung führt zu einer chemischen Veränderung der Obcrlläche, die mit einer bedeutenden Steigerung der kutschsicherheit bei Nässe verbunden ist.
I lurch die physikalische Nachbehandlung des Markierungsstreifens wird erreicht, daß unter der Wirkung der veränderten Oberflächenkräfte die oberlläehenaktivcn Stoffe in der Oberfläche angereichert werden; dabei ragen die hydrophilen Gruppen als Mo1ekulbiirste.il nach außen. Verwendet man das Abdeckungsmittel bei höherer Temperatur oder etwa sogar in I )ainpfforni, so wird nicht nur der Vorgang in Richtung der gewünschten Wirkung beschleunigt, sondern es erfolgt sogar noch eine Steigerung der Wirkung selbst, weil eine orientierende Kiiistcllung bei erhöhter Temperatur auch noch an solchen Molekülen erfolgen kann, bei denen sonst aus energetischen Gründen keine Einstellung mehl' möglich ist. Sind zur Behandlung Temperaturen über ioo° erforderlich, so kann man Salzlösungen oder überheizten Wasserdampf verwenden, wodurch die Rutschsicherheit ganz erheblich gesteigert wird.
I )em Markierungsstreifen können ohne weiteres auch Farbstoffe zugesetzt werden, bei denen es sich ebensogut um Pigmente wie um lösliche Farbstoffe handeln kann. Sie haben keinerlei nachteiligen Einfluß auf die Wirkung des Herstellungsverfahrens. Unter Umständen kann es zweckmäßig sein, dem Färbst reifen auch phosphoreszierende Stoffe zuzusetzen, wobei ihre Wirksamkeit durch radioaktive Zusätze noch erhöht werden kann.
Die Durchführung des Verfahrens soll an den folgenden Beispielen erläutert werden.
B e i s ]) i e 1 ]
Man gehl von einem Unisetzungsprodukt aus, das vorwiegend aus linearen aliphatischen Kompo-
nenten aufgebauten Polyestern besteht, welche mit Di- bzw. Polyisocyanaten umgesetzt worden sind: 6c
loo kg Unisetzungsprodukte,
250 kg Methylenchlorid,
25 kg Lithopone.
Diese Mischung wird in einem Streifen auf die Fahrbahn aufgebracht und nach dem Trocknen zur chemischen Nachbehandlung mit lo'Vo Schwefelsäure behandelt.
Beispiel TT
Es wird eine Mischung aus folgenden Bestandteilen hergestellt:
100 kg Bitumen (hell),
200 kg Benzol,
20 kg Titandioxyd,
3 kg Zinkblende,
1 kg Kupfer-(l)-chlorid,
ι kg ] larzsäuren.
Diese Mischung wird in einem Streifen auf die Fahrbahn aufgebracht. Noch vor dem Trocknen wird der Streifen so lange mit Wasserdampf behandelt, bis eine hinreichende Anreicherung der zugegebenen bzw. von Natur aus im Bitumen vorhandenen, oberflächenaktiven Stoffe erfolgt ist.
Beispiel 111
Ein bereits befahrener bitumenhaltiger Fugendichtungsstreifen Avird nach dem erlindungsgemäßen Verfahren mit Wasserdampf behandelt, bis die Bitumeiimasse weich geworden ist. Dann setzt man die Behandlung noch etwa 20 Alinuten fort, wobei die oberflächenaktiven Stoffe in die Oberfläche wandern. Die Dauer der Bchandiungszeit ist je nach der Art des Bitumens verschieden, da es dementsprechend unterschiedliche Mengen an oberflächenaktiven Stoffen enthält. Bei geringem Gehalt muß die Behandlungsdauer verlängert werden.

Claims (2)

PATENTANSPRÜCHE: 1Q(
1. Verfahren zum Herstellen rutschsicherer Straßenmarkierungen, Fugendichtungsstreifen auf Straßen, insbesondere Farbstreifen auf Autobahnen, die Kunststoff, Kautschuk, Bitumen und o1>erflächenaktive Stoffe, wie höhere ioj Säuren, Amine, Alkohole od. dgl., enthalten, dadurch gekennzeichnet, daß der Streifen chemisch mit oxydierenden—säureabspaltcnden Stoffen, Säuren oder Alkalien im frischen oder aufgefrischten Zustand bzw. physikalisch mit nc Stoffen hoher Oberflächenspannung wie Wasser behandelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei physikalischer Behandlung heißes Wasser oder Wasserdampf verwen- ii£ det wird.
© 509 596 54 11.55

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