Beschreibung
Titel
Vorrichtung für Elektrolyt-Austausch bei Energiespeichern Stand der Technik
Bei Energiespeichersystemen wie zum Beispiel heute mehr und mehr im Kraftfahrzeugbereich eingesetzten wie Lithium-Ionen-Batterien, stellt der in den Batteriezellen des Energiespeichers bevorratete Elektrolyt in Bezug auf seine Lebensdauer, seine Leistungsfähigkeit und die Sicherheit den Engpass derzeitiger Batterietypen dar. Wesentliche Alterungsmechanismen des Elektrolyten gehen auf dessen Veränderung zurück. Der Elektrolyt ändert sich zum Beispiel innerhalb der Batteriezelle, dadurch dass dieser zur Deckschichtbildung neigt und parasitäre Nebenreaktionen, die an sich unerwünscht sind, auftreten, die jedoch gleichermaßen die freien Lithium-Ionen konsumie- ren. Dadurch sinkt einerseits die verfügbare Kapazität der Batteriezelle bzw. mehrerer
Batteriezellen. Zum anderen steigt der Innenwiderstand der jeweiligen Batteriezelle an, wodurch wiederum deren Leistungsfähigkeit vermindert wird. Die Zersetzungsprodukte des Elektrolyten sowie die sich bei den parasitär ablaufenden Nebenreaktionen ergebenden Reaktionsprodukte stellen zudem auch ein Sicherheitsrisiko für die Batteriezel- le dar, wenn diese beispielsweise eine geringere Siedetemperatur aufweisen sollten, als der in der Batteriezelle des Energiespeichers enthaltene Elektrolyt selbst.
Darstellung der Erfindung Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, eine Batteriezelle oder einen Verbund von Batteriezellen eines Energiespeichers, insbesondere einer Lithium-Ionen-Batterie, wie sie derzeit vermehrt im Kfz-Bereich eingesetzt wird, mit einer Dosiereinrichtung zu versehen. Mit der erfindungsgemäß vorgeschlagenen Dosiereinrichtung lässt sich ein schneller, sicherer und effizienter ablaufender Austausch des Elektrolyten einer Batte- riezelle erreichen. Durch die erfindungsgemäß vorgeschlagene Lösung kann zum einen der verbrauchte Elektrolyt, der noch einen niedrigen Gehalt an freiem Lithium-
Ionen aufweist und somit eine schlechte Leitfähigkeit besitzt, aus der Batteriezelle entfernt werden. Des Weiteren enthält der verbrauchte Elektrolyt unerwünschte Nebenprodukte, die negative Einflüsse auf die Kapazität der Batteriezelle ausüben können. Zum anderen kann die Leistungsfähigkeit der Batteriezelle durch einen neuen, unverbrauchten Elektrolyten wieder nahezu auf das anfängliche Niveau einer neuen Batteriezelle angehoben werden. Durch das Wiederbefüllen von elektrolytentleerten Batteriezellen kann deren Kapazität wieder erhöht werden und der Innenwiderstand um ein vielfaches verringert werden. Des Weiteren trägt der neu in die Batteriezelle eingebrachte Elektrolyt zur Erhöhung der Sicherheit der Batteriezelle bei, da dieser zum einen die Gefahr der Bildung von metallischem Lithium minimiert und zum anderen durch die Erneuerung des Elektrolyten keine unerwünschten Zersetzungsprodukte mehr enthält bzw. deren Konzentration innerhalb der Batteriezelle um ein Vielfaches herabsetzt.
Darüber hinaus kann durch die erfindungsgemäß vorgeschlagene Lösung erreicht werden, dass die Batteriezelle durch Befüllen mit neuem Elektrolyten auch an geänderte Anforderungen angepasst werden kann. Für diesen Fall ist sicherzustellen, dass nicht mehr die ursprünglich eingefüllte, d.h. die originär verwendete Elektrolytflüssigkeit eingefüllt wird, sondern auch ein modifizierter Elektrolyt eingesetzt wird, der an die entsprechenden Anforderungen angepasst ist. Eine Variation der Anforderungen kann zum Beispiel dadurch gegeben sein, dass die Batteriezelle in einem besonders hohen oder besonders tiefen Temperaturbereich eingesetzt werden soll, beziehungsweise sich die Temperaturgrenzen verschoben haben.
Beschreibung der Zeichnungen
Anhand der Zeichnung wird die Erfindung nachstehend eingehender beschrieben:
Die Figur zeigt ein Schnittbild durch eine zylindrisch ausgebildete Batteriezelle mit E- lektrolyt-Dosiereinrichtung am Boden der Batteriezelle.
Ausführungsvarianten
Die Figur zeigt einen Schnitt durch eine zylindrisch ausgebildete Batteriezelle, insbesondere eine Lithium-Ionen-Zelle mit einer Elektrolyt-Dosiereinrichtung, die am Boden der Batteriezelle vorgesehen ist.
Wie aus der Zeichnung hervorgeht, ist eine Batteriezelle 10, insbesondere eine Lithium-Ionen-Batteriezelle 10, durch eine Wand 18, einen Boden 12 und eine deckeiförmige Abdeckung 32 begrenzt. Die genannten Komponenten umschließen einen Raum 16, in dem ein Elektrolyt 20 aufgenommen ist. In dem Raum 16 befindet sich der Elektroden sowie den Elektrolyt 20 umfassende Wickel der Batterie. Aus der Darstellung gemäß der Zeichnung geht hervor, dass sich durch den Raum 16 in vertikaler Richtung orientiert, ein rohrförmiger Einsatz 14 erstreckt, der einerseits in der deckeiförmigen Abdeckung 32 und andererseits im Boden 12 der Batteriezelle 10 fixiert ist. Der Einsatz 14 ist ein Dorn, um den der Elektrodenwickel bei der Herstellung der Batteriezelle gewickelt wird.
Innerhalb des Raumes 16 ist der Batteriewickel der Batterie aufgenommen, umfassend Anode, Kathode und Separator.
Die Komponenten des Elektrodenwickels, Anode, Kathode und Separator umfassend, sind mit dem flüssigen Elektrolyten 20 getrennt. Gegebenenfalls können Passivie- rungsschichten an den Oberflächen von Anode und Kathode ausgebildet sein.
Der Darstellung gemäß der Zeichnung ist zu entnehmen, dass im Bodenbereich 12 eine Dosiereinrichtung 22 angeordnet ist. Die Dosiereinrichtung 22 dient einem ein- oder mehrfachen Austausch des Elektrolyten 20. Dazu umfasst die Dosiereinrichtung 22 ein elektrisch oder manuell betätigbares Ventil 24, welches eine Austrags-/Eintragsleitung 26 öffnet bzw. verschließt. So kann im Falle eines Anlegens eines Unterdruckes an der
Austrags-/Eintragsleitung 26 der Elektrolyt 20 aus dem Raum 16 der Batteriezelle 10 abgesaugt werden.
Nach vollständiger Entleerung des Raums 16 kann dieser ebenfalls über die Austrags- /Eintragsleitung 26 wieder mit einem frischen, unverbrauchten Elektrolyten befüllt werden. Dieser wird durch Anlegen eines Überdruckes und Öffnen des Ventils 24 über den rohrförmigen Einsatz 14 im Raum 16 der Batteriezelle 10 eingetragen.
Ein gemäß des oben stehend skizzierten Entleerens bzw. Wiederbefüllens des Raums 16 der Batteriezelle 10, insbesondere einer Lithium-Ionen-Batteriezelle, kann mehrfach erfolgen.
Durch ein mehrmaliges Wiederholen der oben stehend skizzierten Prozedur kann der Austausch des Elektrolyten 20 vollständig durchgeführt werden und es bleiben weniger Verunreinigungen bzw. Nebenkomponenten des alten, verbrauchten Elektrolyten 20 zurück. Darüber hinaus können durch das mehrmalige Spülen mit frischem, unverbrauchtem Elektrolyten 20 auch Deckschichten bzw. Passivierungsschichten, die sich aufgrund der parasitären Nebenreaktionen bzw. Zersetzungsreaktionen des alten, verbrauchten Elektrolyten im Raum 16 gebildet haben, teilweise abgetragen werden. Dies verringert u.a. den Innenwiderstand der erfindungsgemäß vorgeschlagenen Batteriezelle 10, insbesondere der Lithium-Ionen-Batteriezelle 10, so dass die Lebensdauer derselben entscheidend verringert werden kann. Des Weiteren lässt sich durch ein gezielt mehrfach erfolgendes Austragen von Verunreinigungen und Nebenprodukten auch dem Raum 16 und der Batteriezelle 10 dessen vollständige Reinigung erreichen.
Es ist denkbar, den Spülprozess sowie die gleichzeitige Erneuerung des Elektrolyten 20 als regelmäßige Wartung einer Batteriezelle 10, insbesondere einer Lithium-Ionen- Batteriezelle 10, durchzuführen. Dadurch kann die Lebensdauer der Batteriezelle 10, insbesondere ausgebildet als Lithium-Ionen-Batteriezelle 10, entscheidend, d.h. um ein Vielfaches gesteigert werden.
Durch die erfindungsgemäß vorgeschlagene Vorrichtung und das erfindungsgemäß vorgeschlagene Verfahren zum Austausch eines Elektrolyten 20 einer Batteriezelle, insbesondere einer Lithium-Ionen-Batteriezelle 10, durch Austausch des Elektrolyten 20 im ungeöffneten Zustand der Batteriezelle 10 mittels einer Dosiereinrichtung 22 kann der verbrauchte Elektrolyt 20, der nur noch einen niedrigen Gehalt an freien Li-
thium-lonen und somit eine schlechte Leitfähigkeit aufweist, aus dem Inneren, d.h. dem Raum der Batteriezelle 10, entfernt werden. Zum anderen kann die Leistungsfähigkeit der Batteriezelle 10 durch den neuen Elektrolyten 20 wieder nahezu auf das anfängliche Niveau einer Batteriezelle 10 im Neuzustand angehoben werden. Die Kapazität wird durch Wiederbefüllung des zuvor entleerten Raumes 16 mit einem Elektrolyten erhöht und der Innenwiderstand entscheidend verringert. Der neue Elektrolyt 20, d.h. der in Wiederbefüllrichtung 30 durch die Austrags-/Eintragsleitung 26 in den Raum 16 eingeleitete frische Elektrolyt, trägt auch zur Erhöhung der Sicherheit der Batteriezelle 10 bzw. mehrerer miteinander verbundener Batteriezellen 10 bei, da er zum einen die Gefahr der Bildung von metallischem Lithium minimiert und zum anderen durch die Erneuerung des Elektrolyten 20 keine unerwünschten Zersetzungsprodukte mehr enthält, da dieser vorher bei mehrfachen Spülgängen, beispielsweise aus dem Raum ausgetragen wurde.
Des Weiteren kann neben den oben stehend genannten Vorteilen durch die erfindungsgemäß vorgeschlagene Lösung eine Batteriezelle 10 durch Befüllung mit einem neuen, unverbrauchten Elektrolyten 20 auch an geänderte Anforderungen angepasst werden. In diesem Falle wird nicht mehr die ursprünglich originär eingefüllte Elektrolytflüssigkeit eingeführt, sondern eine, von deren Zusammensetzung abweichende, modifizierte Elektrolytflüssigkeit 20, die an entsprechende Anforderungen angepasst ist. So kann zum Beispiel nach Entleerung des Raumes 16 der Batteriezelle 10, insbesondere einer Lithium-Ionen-Batteriezelle 10, deren Raum 16 mit einem Elektrolyt 20 befüllt werden, der an einen besonders hohen oder tiefen Temperaturbereich angepasst ist.
In Weiterbildung der vorstehend skizzierten erfindungsgemäßen Lösung kann auch ein Verbund von mehreren miteinander verbundenen Batteriezellen 10, insbesondere ausgebildet als Lithium-Ionen-Batteriezellen 10, gespült werden, wenn die Dosiereinrichtungen 22 einer jeden zu spülenden Batteriezelle 10 miteinander verbunden sind und alter, verbrauchter Elektrolyt 20 samt Verunreinigungen aus mehreren Batteriezellen 10 gleichzeitig erneuert werden kann. Dadurch lässt sich in vorteilhafter und ökonomischer Weise auch ein großes Batteriesystem, welches eine Vielzahl von Batteriezellen 10, insbesondere Lithium-Ionen-Batteriezellen 10, umfasst, mit einem ähnlich geringem Aufwand wie eine einzelne Batteriezelle 10 spülen bzw. der enthaltene, verbrauchte Elektrolyt 20 unter Vermeidung eines Öffnens der jeweiligen Batteriezelle 10 oder der Batteriezellen 10 erreichen.