Beschreibung
Verfahren und Einrichtung zum Bedienen einer elektronischen Einrichtung und/ oder
Applikationen
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bedienen mindestens einer elektronischen Einrichtung und/oder Applikation auf einer Anzeigeeinrichtung, beispielsweise in einem Kraftfahrzeug, bei dem eine Mehrzahl von auswählbaren Objekten dargestellt ist. Die vorliegende Erfindung betrifft weiter eine Einrichtung zum Durchführen dieses Verfahrens.
Es sind vielfältige Bedieneinrichtungen bekannt, welche eine Anzeigeeinrichtung umfassen. Beispielweise sind Anzeigeeinrichtungen bekannt, welche eine berührungsempfindliche
Oberfläche aufweisen. Derartige Anzeigeeinrichtungen werden als sogenannte Touchscreens bezeichnet. Eine andere Art von berührungsempfindlicher Oberfläche wird als Touchpads bezeichnet. Es ist weiterhin bekannt, dass derartige Anzeigeeinrichtungen zum Bedienen einer Mehrzahl von auswählbaren Objekten von Applikationen oder elektronischen Einrichtungen, beispielweise Objekten von Navigationssystemen, Audio- oder Videowiedergabe von
Mediendaten oder Telefoneinrichtungen, verwendet werden.
Aus der WO 2007/003464 A1 ist ein Verfahren zur Auswahl einer Bezeichnung aus einer Vielzahl von einem Speicherelement abgespeicherten Bezeichnungen durch handschriftliche Eingaben bekannt. Aus der DE 100 42 983 B4 und der DE 10 2008 049 636 A1 sind Verfahren zur Eingabe von alphanumerische Zeichen in ein Navigationssystem, um einen Zielort zu bestimmen, bekannt. Nachteilig bei diesen Lösungen ist, dass die Daten in einer Liste gespeichert und dargestellt sind, das bedeutet, dass viele Funktionen zum Teil in Untermenüs versteckt sind. Im diesen Fall sind mehrere Interaktionsschritte zur Funktionsauswahl wegen des geringen Platzes auf der grafischen Anzeigefläche notwendig.
Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren und eine Einrichtung der eingangs genannten Art bereitzustellen, durch welche den Benutzer, beispielsweise einem Fahrer eines Kraftfahrzeugs, die Möglichkeit geschaffen wird, auf einer Anzeigeeinrichtung dargestellte Objekte einer elektronischen Einrichtung und/oder Applikation einfach und intuitive
auszuwählen.
Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren mit den Merkmalen von Anspruch 1 und eine Einrichtung mit den Merkmalen von Anspruch 7. Vorteilhafte Aus- und Weiterbildungen ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
Gemäß einer Ausbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens, werden die Objekte räumlich in einer 2-dimensionalen Landschaft dargestellt und intuitiv sortiert und/oder gefiltert. Eine 2- dimensionalen Landschaft ist eine 2-dimensionale Darstellung von Objekten, vorzugsweise von Bildobjekten auf einer Anzeigefläche.
Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, dass sich durch die Darstellung, Sortierung und Filterung eine direkte Interaktion mit den sichtbaren Objekten auf der Anzeigefläche ergibt. Eine direkte Interaktion mit den dargestellten Objekten hat weiterhin den Vorteil, dass sich alle Objekte, die für die gewünschte Auswahl notwendig sind, sich erkennbar auf dem Anzeigefläche darstellen und sich diese mit einfachen, intuitiven Gesten manipulieren lassen. Zudem bietet diese Methode einen schnellen und manuell einfach anzupassenden Zugriff auf Funktionen im Vergleich zu der Nutzung von Untermenüs und Tasten gesteuerten Konzepten. Auf diese Weise werden die Objekte schnell und jederzeit mit einer einfachen Filtermethode in nur einem Schritt ausgewählt.
Eine erfindungsgemäße Filtermethode ist eine Vorauswahl der Objekte mit einer Geste auf der Anzeigeeinrichtung. Die auf der Anzeigefläche dargestellten Objekte werden zur Vorauswahl mit einer Pinch-Geste eingekreist. Eine Pinch-Geste ist eine Zoom-Geste, beispielsweise mit Daumen und Zeigefinger, die den Radius der Auswahl erweitert oder verkleinert. Als weitere Lösung wird die Vorauswahl der Objekte durch Markieren eines Bereichs auf der
Anzeigeeinrichtung, insbesondere von Ecken oder Schnittpunkten eines Bereichs, ausgeführt.
Gemäß einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die Filterung und Sortierung der Objekte mit einer Auswahl von Attributen oder Tags ausgeführt. Attribute können zum Beispiel Buchstaben des Alphabets sein, beispielsweise um Objekte mit einem bestimmten Anfangsbuchstaben zu separieren. Tags können im Medienkontext beispielweise Genre oder Jahr sein, die benutzt werden können, um Objekte zu filtern und zu sortieren.
Gemäß einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann die Filterung und Sortierung der auf der Anzeigeeinrichtung dargestellten Objekte über die Eingabe von alphanumerischen Zeichen per Handschrift auf einem über der Anzeigeeinrichtung
angeordneten Touchscreen oder einem von der Anzeigeeinrichtung getrennt angeordnete
Touchpad erfolgen. Hierbei wird zum Beispiel ein Zeichen oder eine Zeichenfolge als ein bestimmtes Suchkriterium zur Auswahl einer gewünschten Menge von Objekten auf der berührungsempfindlichen Oberfläche ausgeführt.
Die erfindungsgemäße Einrichtung zum Durchführen eines der Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 6 weist eine Verarbeitungseinrichtung auf, welche derart ausgebildet ist, dass die auswählbaren Objekte räumlich in einer 2-dimensionalen Landschaft auf der
Anzeigeeinrichtung dargestellt sind oder werden und intuitiv sortierbar und/oder filterbar sind.
Die erfindungsgemäße Einrichtung ist insbesondere eingerichtet, dass die
Verarbeitungseinrichtung ausgebildet ist, dass die auswählbaren Objekte mit einer Pinch-Geste oder durch Markieren eines Bereichs auf der Anzeigeeinrichtung, insbesondere von Eckpunkten eines Bereichs filter- oder auswählbar sind.
Gemäß einer weiteren Ausbildung der Erfindung ist, die Verarbeitungseinrichtung ausgebildet, die Filterung und Sortierung der Objekte mit einer Auswahl von Attributen oder Tags
durchzuführen. In einer anderen Ausführung erkennt die Verarbeitungseinrichtung ferner die Filterung und Sortierung der Objekte über die Eingabe von alphanumerischen Zeichen per Handschrift auf einem über der Anzeigeeinrichtung angeordneten Touchscreen oder einem von der Anzeigeeinrichtung getrennt angeordneten Touchpad.
Die erfindungsgemäße Einrichtung ist insbesondere ausgebildet, das vorstehend beschriebene erfindungsgemäße Verfahren vollständig oder teilweise auszuführen. In einer Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Einrichtung sind Attribute, Tags und alphanumerischen Zeichen in einem Speicher hinterlegt, der der entsprechenden elektronischen Einrichtung/ Applikation zugeordnet ist.
Die Erfindung wird im Folgenden unter Hinweis auf die beigefügten Zeichnungen anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert. Die dort dargestellten Merkmale und auch die bereits oben beschriebenen Merkmale können nicht nur in der genannten Kombination, sondern auch einzeln oder in anderen Kombinationen erfindungswesentlich sein. Es zeigen:
Fig. 1 schematisch ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Einrichtung zum
Bedienen mindestens einer elektronischen Einrichtung und/oder Applikation.
Fig. 2 ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur Auswahl von
Objekten mit einer Finger-Geste.
Fig. 3 ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Verfahrens von einer Auswahl von Objekte mit Attributen oder Tags.
Fig. 4 ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Verfahrens mittels einer
Eingabe von alphanumerischen Zeichen„A" per Handschrift.
Fig. 1 zeigt schematisch ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Einrichtung 1 zum Bedienen mindestens einer elektronischen Einrichtung und/oder Applikation 2. Die Einrichtung 1 umfasst einen Touchscreen 10, eine Verarbeitungseinrichtung 40, eine Steuereinrichtung zur Gesten- und Handschrifterkennung 50, einen Speicher 60, einen Tagspeicher 70 und einen Attributspeicher 80. Der Touchscreen 10 umfasst sowohl eine Anzeigefläche zum Anzeigen veränderlicher graphischer Objekte 20 als auch eine über der Anzeigefläche angeordnete Bedienoberfläche zum Eingeben von Befehlen durch einen Benutzer. Ein Befehl kann ein Umkreisen von dargestellten Objekten durch eine Geste oder eine Eingabe von
alphanumerischen Zeichen per Handschrift sein.
Der Touchscreen 10 ist über die Datenleitung mit der Verarbeitungseinrichtung 40 verbunden, wobei die Verarbeitungseinrichtung 40 die Daten zum Ansteuern der Anzeigefläche des
Touchscreens 10 verarbeitet. Über die Datenleitung werden auch Steuerdaten für die
eingegebenen Befehle von dem Touchscreen 10 zu der Verarbeitungseinrichtung 40
übertragen. Die Verarbeitungseinrichtung 40 umfasst eine Steuereinrichtung zur Gesten- und Handschrifterkennung 50. Die Verarbeitungseinrichtung 40 verarbeitet und analysiert mittels einer Steuereinrichtung zur Gesten- und Handschrifterkennung 50 die Daten der über den Touchscreen 10 eingegebenen Befehle.
Der Speicher 60 ist über Datenleitungen mit der Verarbeitungseinrichtung 40 verbunden. In dem Speicher 60 können verschiedene Informationen der zur Verfügung stehenden
elektronischen Einrichtungen und Applikationen, beispielsweise des Navigationssystems 120, der Audio- und Videowiedergabeeinrichtung 140 oder der Telefoneinrichtung 130, abgelegt sein. Zudem weist die Verarbeitungseinrichtung 40 die Steuereinrichtung zur Gesten- und Handschrifterkennung 50 auf, welche insbesondere Eingaben eines Benutzers analysiert und verarbeitet und davon abhängig Aktionen auslöst, beispielweise die Filterung und Sortierung der dargestellten Objekte auf dem Touchscreen 10 des Fahrzeuges durchführt.
Der Speicher 60 umfasst auch Tagspeicher 70, in dem Tags, beispielweise Genre oder Jahr hinterlegt sein können. Mit jedem erlaubten oder geltenden Tag kann eine Filterung und/oder Sortierung der Objekte der elektronischen Einrichtungen und/oder Applikationen z.B. der Audio- und Videowiedergabeeinrichtung 140 durchgeführt werden. Der Speicher 60 umfasst ferner einen Attributspeicher 80, in dem Attribute, zum Beispiel Buchstaben des Alphabets gespeichert sind. Mit dem erlaubten oder geltenden Attribut kann eine Filterung und Sortierung von Objekten der angeschlossenen elektronischen Einrichtungen und/oder Applikationen z.B. des Navigationssystems 120 auf der Anzeigeeinrichtung durchgeführt werden. Der Tagspeicher 70 und Attributspeicher 80 sind durch den Speicher 60 über eine Dateneinleitung mit der
Verarbeitungseinrichtung 40 verbunden. Die Verarbeitungseinrichtung 40 verarbeitet und analysiert die auf dem Touchscreen 10 ausgewählten Tags oder Attribute und löst davon abhängig Aktionen aus.
Darüber umfassen die Applikationen 2 im Ausführungsbeispiel ein Radio 1 10,
Navigationssystem 120, Telefon 130 und Audio- und Videowiedergabeeinrichtung 140, die über einen Can-Bus 100 mit der Verarbeitungseinrichtung 60 der Einrichtung 1 verbunden sind.
Fig. 2 zeigt schematisch ein weiteres Ausführungsbeispiel mit einer erfindungsgemäßen Einrichtung 1 zum Bedienen mindestens einer elektronischen Einrichtung und/oder Applikation 2. Die Einrichtung 1 umfasst einen Touchscreen 10, ein Touchpad 30, eine
Verarbeitungseinrichtung 40, eine Steuereinrichtung zur Gesten- und Handschrifterkennung 50, einen Speicher 60, einen Tagspeicher 70 und einen Attributspeicher 80. Der Touchscreen 10 umfasst sowohl eine Anzeigefläche zum Anzeigen veränderlicher graphischer Objekte 20 als auch eine über der Anzeigefläche angeordnete Bedienoberfläche zum Eingeben von Befehlen durch einen Benutzer. Das Touchpad 30 ist eine berührungsempfindliche Oberfläche zum Eingeben von Befehlen durch einen Benutzer und der eingegebene Befehl wird auf der
Anzeigeeinrichtung dargestellt.
Der Touchscreen 10 und der Touchpad 30 sind über die Datenleitungen mit der
Verarbeitungseinrichtung 40 verbunden, wobei die Verarbeitungseinrichtung 40 die Daten zum Ansteuern der Anzeigefläche des Touchscreens 10 und die zum Ansteuern das Touchpad 30 verarbeitet. Über die Datenleitungen werden auch Steuerdaten für die eingegebenen Befehle von dem Touchscreen 10 und/ oder Touchpad 30 zu der Verarbeitungseinrichtung 40 übertragen. Die Verarbeitungseinrichtung 40 umfassen eine Steuereinrichtung zur Gesten- und Handschrifterkennung 50. Die Verarbeitungseinrichtung 40 verarbeitet und analysiert mittels
einer Steuereinrichtung zur Gesten- und Handschrifterkennung 50 die Daten der über den Touchscreen 10 und/oder Touchpad 30 eingegebenen Befehle. In einer Ausführungsform ist es denkbar dass der Touchpad 30 über eine Datenleitung direkt mit der Touchscreen 10 verbunden ist.
Fig. 3 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer elektronischen Einrichtung auf einem Touchscreen 10 zur Auswahl von Objekten 20 mit einer Finger-Geste. Ein Bediener kann von einer Menge die gewünschten Objekte auf dem Touchscreen 20 umkreisen und dann nur die umkreisten Objekte werden jetzt dargestellt.
Fig. 4 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer elektronischen Einrichtung auf einem Touchscreen 10 zur Auswahl von Objekten mit Tags oder Attributen. Der Bediener kann auf dem
Touchscreen 10 ein Tag beispielsweise Tag 2 auswählen. Nur die Objekte die diesem Tag zugeordnet sind, werden dargestellt.
Fig. 5 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel wobei einer Eingabe von alphanumerischen Zeichen„A" per Handschrift auf dem Touchscreen 10 aufgezeichnet wird. Zu jedem erlaubten Schriftzug z.B.„A", werden die Objekte die mit Buchstabe„A" anfangen, gefiltert und auf dem Touchscreen 10 dargestellt. Dabei ist es auch möglich, Buchstabenkombinationen der
Buchstaben-Zahlenkombinationen zu verwenden.
Bezugszeichenliste
Elektronische Einrichtung
Applikationen
Touchscreen
Objekte
Touchpad
Verarbeitungseinrichtung
Steuereinrichtung zur Geste-und Handschrifterkennung
Speicher
Tagspeicher
Attributspeicher
Can Bus
Radio
Navigationssystem
Telefon
Audio/Video