OPTISCHE ANORDNUNG UND LITHOGRAPHIEANLAGE
Die vorliegende Erfindung betrifft eine optische Anordnung und eine Lithogra phieanlage.
Der Inhalt der Prioritätsanmeldung DE 10 2019 204 165.5 wird durch Bezug nahme vollumfänglich mit einbezogen.
Die Mikrolithographie wird zur HersteUung mikrostrukturierter Bauelemente, wie beispielsweise integrierter Schaltkreise, angewendet. Der Mikrolithogra- phieprozess wird mit einer Lithographieanlage durchgeführt, welche ein Be leuchtungssystem und ein Projektionssystem aufweist. Das Bild einer mittels des Beleuchtungssystems beleuchteten Maske (Retikel) wird mittels des Projektions systems auf ein mit einer hchtempfindlichen Schicht (Photoresist) beschichtetes und in der Bildebene des Projektionssystems angeordnetes Substrat, beispiels weise einen Siliziumwafer, projiziert, um die Maskenstruktur auf die lichtemp findliche Beschichtung des Substrats zu übertragen.
In für den EUV-Bereich ausgelegten Lithographieanlagen, d.h. bei Wellenlängen von z.B. etwa 13 nm, werden mangels Verfügbarkeit geeigneter lichtdurchlässi- ger refraktiver Materialien Spiegel als optische Komponenten für den Abbil dungsprozess verwendet.
Es ist bekannt, in dem Beleuchtungssystem F acettenspiegel einzusetzen, um das EUV-Licht geeignet zu formen und zur Maske zu leiten. Ein solcher Facetten spiegel umfasst eine Vielzahl von Einzelspiegeln.
Um zunehmend kleinere Strukturen auf dem Substrat (beispielsweise Silizium wafer) fertigen können, ist es wünschenswert, die Anzahl der Einzelspiegel zu erhöhen und gleichzeitig deren Größe zu reduzieren. Dies kann dadurch erreicht werden, dass die Einzelspiegel als Mikrosysteme (EngL MEMS oder Micro- Electro-Mechanical Systems) gefertigt werden.
Jeder Einzelspiegel ist um zwei zueinander senkrecht stehende Achsen mittels Aktuatoren verkippbar. Um entsprechende Kippwinkel geeignet regeln zu kön nen, sind Sensoren vorgesehen, welche den jeweiligen Ist-Kippwinkel erfassen. Insoweit ist es bekannt, kapazitive Sensoren zu verwenden.
Insbesondere in EUV-Systemen stellt jedoch die Erzielung eines für die Regelung der Kippwinkel geeigneten Signal-Rausch-Verhältnisses eine Schwierigkeit dar. Denn EUV-Strahlenquellen erzeugen das EUV-Licht in Pulsgruppen (Engl.: bursts). Die Pulsgruppen treten mit einer Frequenz von etwa 50 bis 100 Hz auf. Pulse innerhalb einer jeweiligen Pulsgruppe haben eine Frequenz von um die 100 kHz. Die dabei auftretenden elektrischen Felder sorgen für unerwünschte Störungen in dem Frequenzbereich, welcher für die Regelung mittels kapazitiver Sensoren relevant ist.
Hinzu kommt, dass auch eine Vielzahl anderer Komponenten im Nahbereich der Sensoren kapazitiv arbeitet. Die Fertigung der Facettenspiegel als Mikrosystem und die damit verbundene weitere Annährung der Komponenten verstärkt die kapazitive Wechselwirkung nachteilig weiter.
Vor diesem Hintergrund besteht eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung darin, eine verbesserte optische Anordnung und eine verbesserte Lithographieanlage bereitzustellen.
Demgemäß wird eine optische Anordnung für eine Lithographieanlage vorge schlagen. Diese umfasst:
ein Mikrosystem mit einem Spiegelarray, wobei ein jeweiliger Spiegel des Spiegelarrays dazu eingerichtet ist, Arbeitshcht der Lithographieanlage an sei ner Vorderseite sowie einen Messstrahl an seiner Rückseite zu reflektieren,
eine oder mehrere Strahlenquellen, welche dazu eingerichtet sind, den je weiligen Messstrahl bereitzustellen, und
eine oder mehrere Sensoreinheiten, welche dazu eingerichtet sind, einen Kippwinkel eines jeweiligen Spiegels in Abhängigkeit des jeweils reflektierten Messstrahls zu erfassen.
Indem der Kippwinkel mithilfe eines Messstrahls erfasst wird, wird der Kipp winkel auf optischem - und nicht kapazitivem - Wege und entsprechend in einer anderen (Regelungs-)Domäne erfasst. Das Signal-Rausch-Verhältnis wird dadurch verbessert und die Empfindlichkeit gegenüber elektrischen Störungen vermindert. Ferner ist mit optischen Messsystemen eine höhere Genauigkeit er zielbar als mit kapazitiven, was insbesondere im Hinblick auf die miniaturisier ten Strukturen des Mikrosystems vorteilhaft ist. Schließlich lassen sich optische Systeme auch einfacher kalibrieren.
Die Anordnung ist insbesondere für eine Lithographieanlage, insb. EUV- oder DUV-Lithographieanlage, geeignet. Die Anordnung kann aber auch für ein Mess system zum optischen Vermessen einer Lithographieanlage oder für ein sonstiges optisches System geeignet ausgebildet sein.
Unter einem Mikrosystem werden vorliegend solche Systeme verstanden, deren Einzelkomponenten eine Größe (maximale Kantenlänge) zwischen 0,001 und 5 mm besitzen. Kennzeichnend für Mikrosysteme ist weiter, dass sie nach Metho den der Halbleiterfertigung hergestellt werden können. Hierzu gehören insbe sondere das Ätzen und Funkenerodieren sowie das Verwenden von Dünnschicht technologien (bspw. Sputtern).
Unter einem Spiegelarray ist ein Feld von Mikrospiegeln zu verstehen. Jeder Mikrospiegel kann bspw. eine Spiegelfläche kleiner oder gleich 5, 1 oder 0,5 mm2 aufweisen. Beispielsweise kann ein Spiegelarray 32 x 32 oder 64 x 64 Spiegel aufweisen.
Ein jeweiliger Spiegel ist bevorzugt dazu eingerichtet, Arbeitslicht der Lithogra phieanlage (oder sonstiges Licht innerhalb des optischen Systems, welches die Anordnung aufweist) an seiner Vorderseite zu reflektieren. Mit Arbeitslicht ist im Zusammenhang mit einer Lithographieanlage dasjenige Licht gemeint, wel ches die Struktur auf dem Substrat (insbesondere Wafer) erzeugt. Es kann sich hierbei um EUV- oder DUV- Licht handeln. Im Fall eines anderen optischen Sys-
tems ist das Arbeitslicht dasjenige Licht, welches dem Hauptzweck des optischen Systems dient. Ist das optische System beispielsweise als Messsystem zur opti¬ schen Vermessung einer Lithographieanlage ausgebildet, so ist das Arbeitslicht ein entsprechender Lichtstrahl zur optischen Vermessung.
Ferner ist ein jeweiliger Spiegel dazu eingerichtet, den bereitgestellten Mess¬ strahl an seiner Rückseite zu reflektieren. Die Reflexion kann mittelbar oder unmittelbar an der Rückseite geschehen. Insbesondere kann der bereitgestellte Messstrahl an einem Abschnitt einer an der Rückseite des Spiegels angeordneten Lagerung, insbesondere einer mit einer Oberfläche der Rückseite des Spiegels fest verbundenen Lagerung, reflektiert werden (dies als Beispiel einer mittelba¬ ren Reflexion). Die Lagerung dient der Verkippung eines jeweihgen Spiegels zwecks Änderns des Kippwinkels. Alternativ oder zusätzlich kann das Licht un¬ mittelbar auf der Oberfläche der Rückseite des Spiegels auftreffen, also ohne Re¬ flexion an einer zwischen Rückseite und reflektierenden Oberfläche zwischenge¬ schalteten weiteren Komponente (wie etwa der Lagerung).
Die Spiegel des Spiegelarrays können Bestandteil eines Facettenspiegels sein. Der Facettenspiegel kann im Beleuchtungssystem der Lithographieanlage ange¬ ordnet sein.
Der Messstrahl kann Licht mit einer Wellenlänge von lOOnm bis 3000nm, bevor¬ zugt zwischen 380 und 800 nm (sichtbares Licht) oder zwischen 800 und 1650 nm (infrarotnaher Bereich) aufweisen.
Als Strahlenquelle kommt beispielsweise eine Leuchtdiode (Engl.: light emitting diode - im Weiteren "LED") oder Laser, z.B. der Continuously Tunable Laser der Fa. TOPTICA Photonics AG, in Betracht. Es kann in Ausführungsformen genau eine Strahlenquelle pro Mikrosystem, Spiegelmodul oder Facettenspiegel vorge¬ sehen sein.
Eine (ggf. jeweilige) Sensoreinheit kann als Photodiode ausgebildet sein.
Der Kippwinkel ist der Winkel, der sich ergibt, wenn sich der Spiegel (Einzel¬ spiegel) um eine Achse dreht, die in oder im Wesentlichen in der Ebene der Spie¬ gelfläche liegt. In der Regel sind zwei solcher Achsen vorgesehen, welche senk¬ recht zueinander stehen können. Entsprechend wird mittels einer jeweiligen Sensoreinheit ein erster und/oder zweiter Kippwinkel gemessen.
Eine (ggf. jeweihge) Strahlenquelle kann dazu eingerichtet sein, den Messstrahl phasen- oder frequenzmoduliert zu erzeugen. Dies kann die Messung unempfind¬ licher gegen das einleitend beschriebene Rauschen machen.
Gemäß einer Ausführungsform weist das Mikrosystem ein Substrat auf, auf wel¬ chem das Spiegelarray angeordnet ist, wobei ein jeweiliger Spiegel an dem Sub¬ strat verkippbar gelagert ist.
Zwecks der Lagerung können Festkörper gelenke vorgesehen sein. Die Festkör¬ pergelenke können jeweils einerseits am Substrat und andererseits an einem je¬ weiligen Spiegel befestigt, insbesondere einstückig mit diesen gebildet sein. Wei¬ ter sind bevorzugt zwei oder mehr Spiegel an ein und demselben Substrat (mono¬ lithisches Substrat) verkippbar gelagert. Das Substrat kann aus einem Halb¬ leitermaterial gefertigt sein. Das Halbleitermaterial kann Silizium und/oder In- diumphosphid aufweisen. Silizium eignet sich besonders als Trägermaterial für elektronische Komponenten, wohingegen Indiumphosphid als Trägermaterial für optische Komponenten besonders geeignet ist. Z.B. kann in dem Substrat aus Halbleitermaterial zumindest eine Leiterbahn für elektrischen Strom (insbeson¬ dere zur Bildung einer elektrischen integrierten Schaltung) und/oder zumindest ein Lichtleiter (insbesondere zur Bildung einer photonischen integrierten Schal¬ tung) ausgebildet sein.
Gemäß einer Ausführungsform sind die ein oder mehreren Strahlenquellen au¬ ßerhalb des Mikrosystems vorgesehen. Bevorzugt sind die ein oder mehreren Strahlenquellen zusätzlich außerhalb eines Vakuumbereichs der Anordnung bzw. Lithographieanlage angeordnet.
LEDs und Laser als Strahlenquelle verlangen oftmals einen Austausch aufgrund eines Defekts. Indem die Strahlquelle nun außerhalb des Mikrosystems oder so gar außerhalb des Vakuumbereichs angeordnet wird, ist ein Zugang und damit ein Austausch erheblich erleichtert. Mit Vakuumbereich ist insbesondere derje nige Bereich innerhalb einer EUV- Lithographieanlage gemeint, welcher den Strahlengang aufweist. Dieser Bereich (auch als Mini -Environment bezeichnet) muss besonders rein gehalten werden. Im Vakuumbereich herrscht ein Druck von beispielsweise 0,1 Pa.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform weist das Mikrosystem eine integrierte Optik auf, welche dazu eingerichtet ist, den bereitgestellten Messstrahl hin zu einem jeweiligen Spiegel zu leiten.
Die Fertigung des Mikrosystems mit einer integrierten Optik erlaubt es, diesen Schritt als Massenfertigung zu niedrigen Kosten auszugestalten. Gleichzeitig bauen integrierte Optiken sehr klein. Unter einer integrierten Optik (EngL pho- tonic integrated circuit) wird vorliegend eine Optik verstanden, welche zumin dest zwei photonische Funktionseinheiten (Lichteinkopplung, Lichtauskopplung, Strahlenquelle, Wellenleiter, Strahlteiler, Intensitäts- oder Phasen-Modulatoren, Filter, Schalter usw.) aufweist, die in oder auf einem Substrat verwirkhcht sind. Die Funktionseinheiten verwenden Licht im sichtbaren oder infrarotnahen Be reich, wie vorstehend definiert, zur oder bei der Erfüllung ihrer jeweihgen Funk tion. Die Funktionseinheiten bilden mit dem Substrat ein monolithisches Bau teil. Das Substrat kann dasjenige sein, auf welchem das Spiegelarray angeordnet ist. Insbesondere ist die integrierte Optik dazu eingerichtet, den bereitgestellten Messstrahl hin zur Rückseite eines jeweiligen Spiegels zu leiten.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist die integrierte Optik dazu eingerich tet, den jeweils reflektierten Messstrahl oder ein in Abhängigkeit von diesem er zeugtes Signal zu den ein oder mehreren Sensoreinheiten zu leiten.
Hierzu weist die integrierte Optik bevorzugt zumindest einen Lichtleiter auf, welcher den reflektierten Messstrahl oder das erzeugte Signal zu den ein oder
mehreren Sensoreinheiten leitet. Insbesondere kann das Signal weiter in Abhän gigkeit des jeweils bereitgestellten Messstrahls erzeugt werden. Beispielsweise kann es sich bei dem Signal um die Zeitdifferenz zwischen dem Aussenden des bereitgestellten Messstrahls und dem Empfang des reflektierten Messstrahls o- der eine diese Zeitdifferenz repräsentierendes Signal handeln. Diese Zeitdifferenz kann insbesondere durch Messen einer Wellenlängendifferenz zwischen dem be reitgestellten Messstrahl (mit zeitvariabler Wellenlänge) und dem reflektierten Messstrahl ermittelt werden, wie nachfolgend noch näher für das FMCW-LIDAR- Verfahren erläutert. Bei dem Signal kann es sich insbesondere um ein Interfe renzsignal zwischen dem bereitgestellten und reflektierten Messstrahl handeln.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform weist das Mikrosystem eine integrierte Schaltung auf, welche die ein oder mehreren Sensoreinheiten umfasst.
Die Sensoreinheiten können vorteilhaft kostengünstig und bauraumsparend als Teil einer integrierten Schaltung gefertigt werden. Außerdem vermeidet die In tegration der ein oder mehreren Sensoreinheiten in das Mikrosystem einen Da tentransfer nach außen, was im Hinblick auf die Datenverarbeitungsgeschwin digkeit vorteilhaft sein kann. Außerdem kann somit ein Regelkreis im Mikrosys tem selbst verwirklicht werden, welcher tendenziell weniger störanfälhg ist als eine Datenübertragung zu einer (bezogen auf das Mikrosystem) externen Schal tung zur Verwirklichung des Regelkreises. Unter einer integrierten Schaltung wird vorhegend eine elektrische Schaltung verstanden, welche auf ein Substrat aufgebracht ist, das ein Halbleitermaterial, insbesondere Silizium, aufweist. Die elektrische Schaltung und das Substrat bilden ein monolithisches Bauteil. Das Substrat kann dasjenige sein, auf welchem das Spiegelarray angeordnet ist.
Insbesondere kann vorgesehen sein, dass das Mikrosystem ein erstes und ein zweites Substrat übereinander aufweist. Das erste Substrat enthält die integrier te Optik, das zweite Substrat die integrierte Schaltung. Das Spiegelarray kann auf dem ersten oder zweiten Substrat angeordnet sein, d.h. dessen Spiegel sind verkippbar an dem ersten oder zweiten Substrat angebracht. Bevorzugt ist das Spiegelarray auf dem ersten Substrat und das zweite Substrat unter dem ersten
Substrat angeordnet. In diesem Fall wird ein jeweils reflektierter Messstrahl o- der das erzeugte Signal durch eine jeweilige Öffnung (Lichteintrittsbereich) in dem ersten Substrat zu dem zweiten Substrat durchgelassen und dort von einer jeweiligen Sensoreinheit erfasst.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform umfasst das Mikrosystem ein Substrat, das sowohl die integrierte Optik wie auch die integrierte Schaltung aufweist. D.h., das Substrat bildet mit den optischen Funktionseinheiten und der elektri¬ schen Schaltung ein monolithisches Bauteil.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform sind die ein oder mehreren Sensorein¬ heiten außerhalb des Mikrosystems vorgesehen.
Dadurch kann die Komplexität im Mikrosystem verringert werden.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist die Strahlenquelle dazu eingerichtet, den Messstrahl mit einer Wellenlänge bereitzustehen, welche über die Zeit vari¬ iert, wobei einem jeweiligen Spiegel ein oder mehrere Filter zugeordnet sind, welche dazu eingerichtet sind, die reflektierten Messstrahlen oder daraus er¬ zeugte Signale ausschheßhch in einem vorbestimmten Wellenlängendurchlassbe¬ reich zu den ein oder mehreren Sensoreinheiten durchzulassen, wobei sich die Wellenlängendurchlassbereiche der Filter voneinander unterscheiden.
Anhand der Wellenlänge des durchgelassenen reflektierten Messstrahls, der Zu¬ ordnung der Filter zu unterschiedlichen Kippwinkeln eines Spiegels und ggf. zu unterschiedlichen Spiegeln sowie der Ist-Intensität des durchgelassenen reflek¬ tierten Messstrahls kann auf den Kippwinkel und ggf. den jeweihgen Spiegel ge¬ schlossen werden, der diesen Kippwinkel aufweist. Bevorzugt ist dabei folgende Implementierung vorgesehen: Über die Sensoreinheiten oder Lichteintrittsberei¬ che weist der reflektierte Messstrahl eine, beispielsweise Gauß'sche, Intensitäts¬ verteilung auf. Diese Intensitätsverteilung überspannt zumindest zwei, drei, be¬ vorzugt vier Sensoreinheiten oder Lichteintrittsbereiche. Durch eine Messung der Ist-Intensitäten in jeder Sensoreinheit und eine nachgelagerte Schwerpunkt-
bestimmung der (Gauß'schen) Intensitätsverteilung kann der Kippwinkel des den Sensoreinheiten bzw. Lichteintrittsbereichen zugeordneten Spiegels ermit telt werden.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform weist das Mikrosystem einen Mulitple- xer auf, welcher dazu eingerichtet ist, die reflektieren Messstrahlen oder daraus erzeugte Signale auf einen Lichtleiter zu muliplexen, und wobei ferner (insbe sondere außerhalb des Mikrosystems) ein Demulitplexer vorgesehen ist, welcher dazu eingerichtet ist, die auf den Lichtleiter gemultiplexten Messstrahlen oder Signale zu demultiplexen.
Damit ist es möglich, die Anzahl der benötigten Lichtleiter zu reduzieren. Ent sprechend vereinfacht sich der signaltechnische Anschluss des Mikrosystems an seine Umgebung. Der Lichtleiter ist mit einer Sensoreinheit verbunden, die den jeweils gemultiplexten Messstrahl oder das gemultiplexte Signal erfasst. Die Sensoreinheit kann in diesem F ah einfach außerhalb des Mikrosystems, und ggf. außerhalb des Vakuumbereichs angeordnet sein.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform sind die ein oder mehreren Sensorein heiten dazu eingerichtet, den Kippwinkel eines jeweiligen Spiegels in Abhängig keit einer Auslenkung des reflektierten Messstrahls bezüglich des bereitgestell ten Messstrahls zu erfassen.
Beispielsweise sind die Sensoreinheiten an unterschiedlichen Positionen in einer Ebene unterhalb eines jeweiligen Spiegels angeordnet. Je nach Kippwinkel fällt der reflektierte Messstrahl oder das erzeugte Signal - seinem Schwerpunkt nach - auf eine andere Sensoreinheit. Die Sensoreinheiten können in Form eines CCD (Engl.: charge coupled device - "CCD") Bildsensors bereitgestellt werden. Auf grund der damit vorhandenen Vielzahl von Sensoreinheiten kann der Kippwinkel vergleichsweise genau erfasst werden.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform weist das Mikrosystem ein erstes Sub strat mit mehreren Lichteintrittsbereichen und ein zweites Substrat mit den
mehreren Sensoreinheiten auf, wobei die mehreren Lichteintrittsbereiche dazu eingerichtet sind, den reflektierten Messstrahl zu den mehreren Sensoreinheiten zu leiten.
Die Lichteintrittsbereiche können als Durchbrüche, Glaseinsätze, Glasvias und/oder Gitterkoppler (Gräting- Coupler) in dem ersten Substrat ausgebildet sein. Alternativ können in dem ersten Substrat Lichtleiter vorgesehen sein, wel che einen jeweiligen Lichteintrittsbereich mit einer jeweiligen Sensoreinheit in dem zweiten Substrat lichtleitend verbinden. Das erste und zweite Substrat kön nen übereinander und angrenzend aneinander angeordnet sein. Die Lichtleiter können als integrierte Optik im ersten Substrat, die Sensoreinheiten als inte grierte Schaltungen im zweiten Substrat ausgebildet sein.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform weisen die mehreren Lichteintrittsbe- reiche Filter mit unterschiedlichen Wellenlängendurchlassbereichen auf.
Dadurch kann einfach das vorstehend beschriebene Multiplexing bewerkstelligt werden: Mittels der Filter werden unterschiedliche Kanäle bereitgestellt. Aus der Lichtintensität bzw. Signalstärke pro Kanal lässt sich der vorgenannte Schwer punkt der Lichtintensitätsverteilung und damit der Kippwinkel des entspre chenden Spiegels ermitteln.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform sind die ein oder mehreren Sensorein heiten dazu eingerichtet, den Kippwinkel eines jeweihgen Spiegels mithilfe einer Abstandsmessung in Abhängigkeit von dem bereitgestellten und reflektierten Messstrahl zu erfassen.
Die Abstandsmessung - im Unterschied zur Erfassung der Ablenkung des Mess strahls - beruht auf der Messung von Signallaufzeiten. Die Abstandsmessung erfolgt bevorzugt zwischen jeweils zumindest zwei (bevorzugt drei) Punkten an der Spiegelrückseite (insbesondere der Oberfläche der Spiegelrückseite) und ei ner Referenz am Substrat. Die zwei Punkte können insbesondere in Ecken der Spiegelrückseite liegen. Hier kann eine Messung oftmals besser erfolgen als in der Mitte der Spiegelrückseite, weil diese in der Regel von der Lagerung zur ver-
kippbaren Halterung des Spiegels (insbesondere in Form ein oder mehrerer Festkörper gelenke) belegt und daher für eine Reflexion des Messstrahls weniger gut zugänglich ist. Die Spiegelrückseite kann im Bereich eines jeweihgen Punk tes aufgeraut werden, um eine (teilweise diffuse) Reflexion des bereitgestehten Messstrahls in einen zugeordneten Lichteintrittsbereich oder in eine zugeordnete Sensoreinheit zu erlauben.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform sind die ein oder mehreren Sensorein heiten dazu eingerichtet, die Abstandsmessung gemäß einem FMCW-LIDAR- Verfahren durchzuführen.
FMCW steht für Frequency-Modulated Continuous-Wave (Deutsch: Frequenz- moduhertes Dauerstrichsignal) und beschreibt die Abstandsmessung durch Ver gleich eines frequenzmoduherten Sendesignals mit einem von einem Zielobjekt (hier: Spiegelrückseite) reflektierten Echo. Ein Frequenzvergleich von Sendesig nal und Echo zu einem gegebenen Zeitpunkt lässt sich signaltechnisch einfacher durchführen als eine bloße Laufzeitmessung zwischen Absenden des Sendesig nals und Empfang des Echos.
LIDAR steht für Light Imaging Detection and Ranging und meint die Abtastung von Zielobjekten mithilfe von Licht. Das FMCW-Verfahren wird hier also mithilfe von Licht als Sendesignal durchgeführt. Der Frequenz- bzw. Wellenlängenver gleich kann beispielsweise durch Interferometrie bewerkstelligt werden.
Das FMCW-LID AR- Verfahren ist also solches bekannt und beispielsweise in Va- silyev, Arseny, The optoelectronic swept-frequency laser and its apphcations in ranging, three-dimensional imaging, an roheren† heam combining of chirped- seed amplifiers. Dissertation (Ph.D. Thesis), California Institute of Technology, 2013. detailliert beschrieben.
Weiterhin wird eine Lithographieanlage mit der vorstehend beschriebenen opti schen Anordnung bereitgestellt.
"Ein" ist vorhegend nicht zwingend als beschränkend auf genau ein Element zu verstehen. Vielmehr können auch mehrere Elemente, wie beispielsweise zwei, drei oder mehr, vorgesehen sein. Auch jedes andere hier verwendete Zählwort ist nicht dahingehend zu verstehen, dass eine Beschränkung auf genau die genannte Anzahl von Elementen gegeben ist. Vielmehr sind zahlenmäßige Abweichungen nach oben und nach unten möglich, soweit nichts Gegenteiliges angegeben ist.
Die für die optische Anordnung beschriebenen Ausführungsformen und Merkma le gelten für die vorgeschlagene Lithographieanlage entsprechend und umge kehrt.
Weitere möghche Implementierungen der Erfindung umfassen auch nicht expli zit genannte Kombinationen von zuvor oder im Folgenden bezüglich der Ausfüh rungsbeispiele beschriebenen Merkmalen oder Ausführungsformen. Dabei wird der Fachmann auch Einzelaspekte als Verbesserungen oder Ergänzungen zu der jeweihgen Grundform der Erfindung hinzufügen.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Aspekte der Erfindung sind Gegen stand der Unteransprüche sowie der im Folgenden beschriebenen Ausführungs beispiele der Erfindung. Im Weiteren wird die Erfindung anhand von bevorzug ten Ausführungsformen unter Bezugnahme auf die beigelegten Figuren näher erläutert.
Fig. 1A zeigt eine schematische Ansicht eines Ausführungsbeispiels einer EUV- Lithographieanlagei
Fig. 1B zeigt eine schematische Ansicht eines Ausführungsbeispiels einer DUV- Lithographieanlagei
Fig. 2A zeigt schematisch in einer Draufsicht eine optische Anordnung für eine Lithographieanlage gemäß einem ersten AusführungsbeispieL
Fig. 2B zeigt einen Schnitt IIΊI aus Fig. 2A;
Fig. 3A zeigt schematisch in einer Draufsicht eine optische Anordnung gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel;
Fig. 3B zeigt einen Schnitt III-III aus Fig. 3A;
Fig. 4 zeigt in einer Draufsicht eine optische Anordnung gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel;
Fig. 5A zeigt schematisch in einer Draufsicht eine optische Anordnung gemäß einem vierten Ausführungsbeispiel;
Fig. 5B zeigt einen Schnitt V-V aus Fig. 5A;
Fig. 6 zeigt ein beispielhaftes Diagramm von Wellenlänge vs. Zeit;
Fig. 7 zeigt schematisch eine Strahlenquelle gemäß einem Ausführungsbeispiel;
Fig. 8 zeigt in einer Draufsicht eine optische Anordnung gemäß fünften Ausfüh¬ rungsbeispiel;
Fig. 9A zeigt schematisch in einer Draufsicht ein Mikrosystem aus Fig. 8;
Fig. 9B zeigt einen Schnitt ICΊC aus Fig. 9A;
Fig. 10A zeigt schematisch in einer Draufsicht ein Mikrosystem gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel;
Fig. 10B zeigt einen Schnitt X-X aus Fig. 10A;
Fig. 11 zeigt Teile eines FMCW-LID AR- Verfahrens; und
Fig. 12 zeigt die Anordnung aus Fig. 8 gemäß einer Variante unter Verwendung mehrerer Mikrosysteme gemäß Fig. 10A und B sowie des FMCW-LIDAR- Verfahrens gemäß Fig. 11.
In den Figuren sind gleiche oder funktionsgleiche Elemente mit denselben Be¬ zugszeichen versehen worden, soweit nichts Gegenteiliges angegeben ist. Ferner sollte beachtet werden, dass die Darstellungen in den Figuren nicht notwendi¬ gerweise maßstabsgerecht sind.
Fig. 1A zeigt eine schematische Ansicht einer EUV-Lithographieanlage 100A, welche ein Strahlform ungs- und Beleuchtungssystem 102 und ein Projektions¬ system 104 umfasst. Dabei steht EUV für„extremes Ultraviolett“ (Engl.: extreme ultraviolet, EUV) und bezeichnet eine Wellenlänge des Arbeitslichts zwischen 0, 1 nm und 30 nm. Das Strahlformungs- und Beleuchtungssystem 102 und das Pro¬ jektionssystem 104 sind jeweils in einem nicht gezeigten Vakuum-Gehäuse vor¬ gesehen, wobei jedes Vakuum-Gehäuse mit Hilfe einer nicht dargestellten Eva¬ kuierungsvorrichtung evakuiert wird. Die Vakuum -Gehäuse sind von einem nicht dargestellten Maschinenraum umgeben, in welchem Antriebs Vorrichtungen zum mechanischen Verfahren beziehungsweise Einstellen von optischen Elemen¬ ten vorgesehen sind. Ferner können auch elektrische Steuerungen und derglei¬ chen in diesem Maschinenraum vorgesehen sein.
Die EUV-Lithographieanlage 100A weist eine EUV-Strahlenquelle 106A auf. Als EUV-Strahlenquelle 106A kann beispielsweise eine Plasmaquelle (oder ein Syn¬ chrotron) vorgesehen sein, welche Strahlung 108A im EUV-Bereich (extrem ult¬ ravioletter Bereich), also beispielsweise im Wellenlängenbereich von 5 nm bis 20 nm, aussendet. Im Strahlformungs- und Beleuchtungs System 102 wird die EUV- Strahlung 108A gebündelt und die gewünschte Betriebs weilenlänge aus der EUV-Strahlung 108A herausgefiltert. Die von der EUV-Strahlenquelle 106A er¬ zeugte EUV Strahlung 108A weist eine relativ niedrige Transmissivität durch Luft auf, weshalb die Strahlführungsräume im Strahlformungs- und Beleuch¬ tungssystem 102 und im Projektionssystem 104 evakuiert sind.
Das in Fig. 1A dargestellte Strahlformungs- und Beleuchtungssystem 102 weist fünf Spiegel 110, 112, 114, 116, 118 auf. Nach dem Durchgang durch das Strahl· formungs- und Beleuchtungs System 102 wird die EUV Strahlung 108A auf eine Photomaske (EngU reticle) 120 geleitet. Die Photomaske 120 ist ebenfalls als re- flektives optisches Element ausgebildet und kann außerhalb der Systeme 102,
104 angeordnet sein. Weiter kann die EUV-Strahlung 108A mittels eines Spie¬ gels 122 auf die Photomaske 120 gelenkt werden. Die Photomaske 120 weist eine Struktur auf, welche mittels des Projektionssystems 104 verkleinert auf einen Wafer 124 oder dergleichen abgebildet wird.
Das Projektionssystem 104 (auch als Projektionsobjektiv bezeichnet) weist sechs Spiegel Ml bis M6 zur Abbildung der Photomaske 120 auf den Wafer 124 auf. Dabei können einzelne Spiegel Ml bis M6 des Projektionssystems 104 symmet¬ risch zu einer optischen Achse 126 des Projektionssystems 104 angeordnet sein. Es sollte beachtet werden, dass die Anzahl der Spiegel Ml bis M6 der EUV- Lithographieanlage 100A nicht auf die dargestellte Anzahl beschränkt ist. Es können auch mehr oder weniger Spiegel Ml bis M6 vorgesehen sein. Des Weite¬ ren sind die Spiegel Ml bis M6 in der Regel an ihrer Vorderseite zur Strahlfor¬ mung gekrümmt.
Fig. 1B zeigt eine schematische Ansicht einer DUV-Lithographieanlage 100B, welche ein Strahlformungs- und Beleuchtungssystem 102 und ein Projektions¬ system 104 umfasst. Dabei steht DUV für„tiefes Ultraviolett“ (Engl.: deep ultra- violet, DUV) und bezeichnet eine Wellenlänge des Arbeitshchts zwischen 30 nm und 250 nm. Das Strahlformungs- und Beleuchtungssystem 102 und das Projek¬ tionssystem 104 können - wie bereits mit Bezug zu Fig. 1A beschrieben - in einem Vakuumgehäuse angeordnet und/oder von einem Maschinenraum mit entspre¬ chenden Antriebs Vorrichtungen umgeben sein.
Die DUV-Lithographieanlage 100B weist eine DUV-Strahlenquelle 106B auf. Als DUV-Strahlenquelle 106B kann beispielsweise ein ArF-Excimerlaser vorgesehen sein, welcher Strahlung 108B im DUV-Bereich bei beispielsweise 193 nm emit¬ tiert.
Das in Fig. 1B dargestellte Strahlformungs- und Beleuchtungssystem 102 leitet die DUV-Strahlung 108B auf eine Photomaske 120. Die Photomaske 120 ist als transmissives optisches Element ausgebildet und kann außerhalb der Systeme 102, 104 angeordnet sein. Die Photomaske 120 weist eine Struktur auf, welche mittels des Projektionssystems 104 verkleinert auf einen Wafer 124 oder derglei¬ chen ab gebildet wird.
Das Projektionssystem 104 weist mehrere Linsen 128 und/oder Spiegel 130 zur Abbildung der Photomaske 120 auf den Wafer 124 auf. Dabei können einzelne Linsen 128 und/oder Spiegel 130 des Projektionssystems 104 symmetrisch zu ei¬ ner optischen Achse 126 des Projektionssystems 104 angeordnet sein. Es sollte beachtet werden, dass die Anzahl der Linsen 128 und Spiegel 130 der DUV- Lithographieanlage 100B nicht auf die dargestellte Anzahl beschränkt ist. Es können auch mehr oder weniger Linsen 128 und/oder Spiegel 130 vorgesehen sein. Des Weiteren sind die Spiegel 130 in der Regel an ihrer Vorderseite zur Strahlformung gekrümmt.
Ein Luftspalt zwischen der letzten Linse 128 und dem Wafer 124 kann durch ein flüssiges Medium 132 ersetzt sein, welches einen Brechungsindex > 1 aufweist. Das flüssige Medium 132 kann beispielsweise hochreines Wasser sein. Ein sol¬ cher Aufbau wird auch als Immersionslithographie bezeichnet und weist eine erhöhte photolithographische Auflösung auf. Das Medium 132 kann auch als Immersionsflüssigkeit bezeichnet werden.
Fig. 2A zeigt schematisch in einer Draufsicht eine optische Anordnung 200 ge¬ mäß einem ersten Ausführungsbeispiel. Fig. 2B zeigt einen Schnitt ILII aus Fig. 2A. Die Anordnung 200 ist beispielsweise bei einer der Lithographieanlagen 100A, 100B einsetzbar.
Die optische Anordnung 200 umfasst eines oder mehrere Mikrosysteme 202, von denen im Ausführungsbeispiel nur eines dargestellt ist. Das Mikrosystem 202 umfasst ein Spiegelarray 204 mit einer Vielzahl von Spiegeln 206. Die Spiegel
206 sind in Fig. 2A strichpunktiert dargestellt, um den Blick auf Strukturen un¬ terhalb eines jeweiligen Spiegels 206 freizugeben.
Die Spiegel 206 sind feldartig angeordnet, also in einer Ebene, die eben oder (auch mehrfach) gekrümmt sein kann. Die Spiegel 206 können in Reihen und Spalten angeordnet sein, insbesondere derart, dass sie eine quadratische Fläche belegen. Beispielsweise können 32 x 32 oder 64 x 64 Spiegel 206 pro Mikrosystem 200 vorgesehen sein. Ein so ausgebildetes Mikrosystem 202 kann auch als "brick" bezeichnet werden. Die Spiegelfläche 208 (im Weiteren auch "Vorderseite") eines jeweihgen Spiegels 216 kann beispielsweise kleiner oder gleich 5, 1 oder 0,5 mm2 betragen. An der Vorderseite 208 oder Oberfläche der Vorderseite 208 reflektiert ein jeweiliger Spiegel 206 einen Teil des Arbeitslichts 108A, 108B während eines Belichtungsvorgangs in der Lithographieanlage 100A, 100B. Mehrere Hundert der Mikrosysteme 202 können zu einer Einheit zusammengefasst beispielsweise einen Facettenspiegel 118 (siehe Fig. 1A) innerhalb des Beleuchtungssystems 102 ausbilden.
Weiter umfasst das Mikrosystem 202 ein flächiges monolithisches Substrat 210. "Monolithisch" heißt, dass es als ein einstückiges oder einkristalhnes Bauteil ge¬ fertigt ist. Gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel ist das Substrat 210 aus Halbleitermaterial, bspw. Silizium, gefertigt.
Das Spiegelarray 204 ist auf dem Substrat 210 angeordnet. Dabei ist ein jeweili¬ ger Spiegel 206 mithilfe einer Lagerung 212 an dem Substrat 210 verkippbar ge¬ lagert. Beispielsweise kann die Lagerung 212 ein oder mehrere Festkörpergelen¬ ke aufweisen. Das Verkippen kann vorzugsweise um zwei zueinander senkrecht stehende Achsen x, y erfolgen. Die von den Achsen x, y aufgespannte Ebene ist bevorzugt parallel zu der Haupterstreckungsebene (entsprechend der Papierebe¬ ne in Fig. 2A) des Substrats 210 orientiert. Der in Fig. 2B links dargestellte Spie¬ gel 206 ist in einer um einen Kippwinkel a um die c-Achse verkippten Stellung gezeigt. Durch Ändern des Kippwinkels a wird das einfallende Arbeitshcht 108A, 108B gelenkt und somit die Belichtung geeignet beeinflusst.
Zum Verkippen eines jeweiligen Spiegels 206 um die Achsen x, y sind ein oder mehrere Aktoren 214 vorgesehen. Ein jeweiliger Aktor 214 kann sich aus zwei Kämmen 216, 218 zusammensetzen, wobei der eine Kamm 216 an dem Substrat 210 und der andere Kamm 218 an einer Rückseite 220 des Spiegels 206, insbe sondere einer Oberfläche 219 der Rückseite 220 des Spiegels 206, angeordnet ist. Die Kämme 216, 218 greifen ineinander. Die Eingriffstiefe wird durch die elekt rische Ladung der Kämme 216, 218 bestimmt. Die Relation von jeweiliger Ein griffstiefe und geometrischer Anordnung der Aktoren 214 an der Rückseite 220 des Spiegels 206 ergeben den Kippwinkel a um die c-Achse und einen nicht ge zeigten Kippwinkel um die y-Achse. Die Aktoren 214 sind demnach kapazitiv ausgebildet. Es sind jedoch auch andere Arten der Ansteuerung denkbar, bspw. mithilfe von Lorentzaktoren.
Das Substrat 210 weist mehrere Strahlenquellen 222 auf, und zwar bevorzugt eine Strahlenquelle 222 pro Spiegel 206. Die Strahlenquellen 222 sind beispiels weise als LEDs ausgebildet. Jede Strahlenquelle 222 erzeugt einen Messstrahl 224. Der Messstrahl 224 kann Licht im sichtbaren Spektrum oder infrarotnahen Spektrum umfassen.
Der Strahlenquelle 222 kann eine Optik 226, beispielsweise eine Linse, nachge schaltet sein, welche den Messstrahl 224 modifiziert. Der modifizierte Messstrahl 224 trifft vorliegend auf einen Abschnitt 228 der Lagerung 212 und wird von die sem reflektiert. Der Abschnitt 228 ist mit der Oberfläche 219 der Rückseite 220 des Spiegels 206 fest verbunden, folgt also dessen Verkippung exakt. Der reflek tierte Messstrahl ist mit 224' bezeichnet. Durch die Reflexion des Messstrahls 224 an dem Abschnitt 228 der Lagerung 212 erfolgt eine mittelbare Reflexion des Messstrahls 224 an der Rückseite 220 des Spiegels 206.
Um eine jeweihge Strahlenquelle 222 herum sind mehrere Sensoreinheiten 230 angeordnet. Die Sensoreinheiten 230 können als Photodioden ausgebildet sein.
Je nach dem, auf welcher Sensoreinheit 230 der Messstrahl 224' auftrifft, lässt sich auf dessen Ablenkung und damit auf den Kippwinkel a des Spiegels 206 schließen. Hat der Messstrahl 224' eine endliche Ausdehnung, beispielsweise ein
Gaußprofil, so können anhand der Verhältnisse der einfallenden Anteile des Messstrahls 224‘ in die Sensoreinheiten 230 die Kippwinkel des Spiegels 206 er¬ mittelt werden, wie bereits vorstehend erläutert (Schwerpunkt).
Beispielsweise können vier Sensoreinheiten 230 vorgesehen sein, welche in Quadranten um die Strahlenquelle 222 herum angeordnet sind. Eine genauere Erfassung der Ablenkung des Messstrahls 224‘ und damit des Kippwinkels a lässt sich erzielen, wenn ein bildgebender CCD- oder CMOS-Chip mit einer Viel¬ zahl von Sensoreinheiten 230, beispielsweise mehreren Hundert oder mehreren Tausend, eingesetzt wird.
Die Ermittlung des Kippwinkels a kann mithilfe eines Mikroprozessors 232 er¬ folgen. Dem Mikroprozessor 232 können nicht gezeigt Speichermittel, wie ROM, RAM, EEPROM oder Flash-Speicher zugeordnet sein. Der Mikroprozessor 232 regelt die Spiegel 206 in Abhängigkeit von Soll-Kippwinkeln und Ist- Kippwinkeln. Die Soll-Kippwinkel erhält der Mikroprozessor von einer zentralen Steuereinheit der Lithographieanlage 100A, 100B. Der Mikroprozessor 232 ist mit den Sensoreinheiten 230 signaltechnisch verbunden. Aus dem von diesen be¬ reitgestellten Sensorsignalen, welche diese in Abhängigkeit von dem Schwer¬ punkt des reflektierten Messstrahls 224' erzeugen, errechnet der Mikroprozessor 232 die Ist -Kippwinkel.
Auch der Mikroprozessor 232 samt Sp eichermittel kann, wie gezeigt, auf dem Substrat 210 angeordnet sein.
Bevorzugt sind sämtliche Bauteile des Mikrosystems 202 (ausgenommen das Substrat 210 selbst), also die Spiegel 206, die Lagerungen 212, die Aktoren 214, die Strahlenquelle 222, die Sensoreinheiten 230 und/oder der Mikroprozessor 232 samt Sp eichermittel in Mikrosystemtechnik gefertigt. Dabei kommen Methoden der Halbleiterfertigung wie etwa das Ätzen und Funkenerodieren sowie das Ver¬ wenden von Dünnschichttechnologien (bspw. Sputtern) zum Einsatz. Die ge¬ nannten Einzelkomponenten weisen jeweils eine Größe (maximale Kantenlänge) zwischen 0,001 und 5 mm oder kleiner auf.
Weiter dient bei diesem ersten Ausführungsbeispiel das Halbleitermaterial des Substrats 210 als Trägermaterial für eine integrierte Schaltung 234, welche die Strahlenquellen 222, Sensoreinheiten 230 und ggf. Kämme 216 der Aktoren 214 und/oder den Mikroprozessor 232 samt Sp eichermitteln als integrierten Bestand¬ teil umfasst.
Die nachfolgenden Ausführungsbeispiele nehmen jeweils auf die jeweils voran¬ gehenden Bezug, soweit nichts Gegenteiliges angegeben ist. Fig. 3A zeigt sche¬ matisch in einer Draufsicht eine optische Anordnung 200 gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel. Fig. 3B zeigt einen Schnitt III-III aus Fig. 3A.
Fig. 3A zeigt erstes Substrat 300, welches ein Halbleitermaterial, z.B. Indiump- hosphid, aufweist. Dieses dient als Trägermaterial für eine integrierte Optik 302. Die integrierte Optik 302 umfasst einen Lichtleiter 304, Lichtaustrittsbereiche 306 sowie Lichteintrittsbereiche 307. Der (integrierte) Lichtleiter 304 ist über einen Anschluss 309 mit einer Strahlenquelle 310 außerhalb des Mikrosystems 202 lichtleitend verbunden. Hierzu ist ein Lichtleiterkabel 312 oder dergleichen vorgesehen, das mit dem Anschluss 309 verbunden ist. Die Strahlenquelle 310 erzeugt Licht im sichtbaren oder infrarotnahen Bereich.
In einer alternativen, nicht gezeigten Ausführungsform weist die integrierte Op¬ tik 302 mehrere der Lichtleiter 304 auf. Diese verbinden jeweils eine Teilmenge der Lichtaustrittsbereiche 306 mit einem jeweiligen Anschluss 309.
Die Lichtaustrittsbereiche 306 sind jeweils mit dem Lichtleiter 304 hchtleitend verbunden, der Licht L an diesen bereitstellt. Jedem der Lichtaustrittsbereiche 306 kann beispielsweise eine Linse 314 nachgeschaltet sein, welche den Mess¬ strahl 224 bereitsteht und auf den Abschnitt 228 der Lagerung 212 lenkt. Der an dem Abschnitt 228 reflektierte Messstrahl 224' fällt in Abhängigkeit von dem Kippwinkel a auf einen der Lichteintrittsbereiche 307. Gemäß dem Ausfüh¬ rungsbeispiel sind vier Lichteintrittsbereiche 307 vorgesehen, welche in Quad¬ ranten um den Lichtaustrittsbereich 306 bzw. dessen Linse 314 angeordnet sind.
Eine genauere Erfassung der Ablenkung des Messstrahls 224 und damit des Kippwinkels a lässt sich erzielen, wenn eine größere Anzahl Lichteintrittsberei che 307, beispielsweise mehrere Hundert oder mehrere Tausend, eingesetzt wird.
Unterhalb des ersten Substrats 300 ist - das hier zweite - Substrat 210 vorgese hen. Die integrierte Schaltung 210 weist hier - im Unterschied zu dem ersten Ausführungsbeispiel - keine Strahlenquelle 222 auf. Die Sensoreinheiten 230 sind mit den Lichteintrittsbereichen 307 des ersten Substrats 300 lichtleitend verbunden. Außerdem ist der Mikroprozessor 232 mithilfe von elektrischen Durchkontaktierungen 316 (EngL vias) durch das erste Substrat 210 hindurch mit den Aktoren 214 bzw. diesen vorgeschalteten Verstärkern (nicht gezeigt) sig naltechnisch verbunden. In Abhängigkeit der Lichtmengen, die bei den Sen soreinheiten 230 ankommen, bestimmt der Mikroprozessor 232 den Kippwinkel a eines jeweiligen Spiegels 206 (Gauß'sche Intensitätsverteilung und Schwer punktbestimmung, wie vorstehend erläutert). Die Regelung des Kippwinkels a findet also wie bei dem Ausführungsbeispiel gemäß den Fig. 2A und 2B im Mik rosystem 202 statt.
In einer nicht gezeigten Ausführungsform könnte ein einziges Substrat vorgese hen sein, welches sowohl die integrierte Optik 302 wie auch die integrierte Schal tung 234 aufweist.
Bei dem zweiten Ausführungsbeispiel genügt es, wenn nur eine Strahlenquelle 310 pro Mikrosystem 202 vorhanden ist. Oder es kann auch eine Strahlenquelle 310 vorgesehen sein, welche mehrere Mikrosysteme 202 mit Licht versorgt. Die ser Fall ist in Fig. 4 illustriert.
Fig. 4 zeigt in einer Draufsicht eine optische Anordnung 200 gemäß einem drit ten Ausführungsbeispiel, wie etwa in einem Ausschnitt aus einer der Lithogra phieanlagen 100A, 100B gesehen.
Diese umfasst beispielsweise einen Facettenspiegel 118 (siehe auch Fig. 1A), wel cher mehrere Spiegelmodule 400 (der Übersichtlichkeit halber ist nur eines dar-
gestellt), beispielsweise mehrere Hundert, aufweist. Jedes Spiegelmodul 400 hat wiederum eine Vielzahl von Mikrosystemen 202 wie in Zusammenhang mit den Fig. 3A und 3B beschrieben. Beispielsweise kann ein jeweiliges Spiegelmodul 400 zwischen 2 und 1000 Mikrosystemen 202 aufweisen.
Jedes Spiegelmodul 400 oder alle Spiegelmodule 400 werden von einer einzigen Strahlenquelle 310 mit Licht L versorgt. Die Strahlenquelle 310 kann, wie im in Fig. 4 gezeigten Ausführungsbeispiel, nicht nur außerhalb des Facettenspiegels 118, sondern außerhalb des diesen umfassenden Vakuumbereichs 402 angeord¬ net sein. Eine den Vakuumbereich 402 von der restlichen Lithographieanlage 100A abgrenzendes Gehäuse ist mit 404 bezeichnet.
Das von der Strahlenquelle 310 erzeugte Licht L wird mithilfe einer Schnittstelle 406 (VFT - Vacuum Feedthrough bzw. Vakuum durchtritt) von außerhalb nach innerhalb des Vakuumbereichs 402 geführt. Mittels Lichtleiter 408 wird das Licht L auf die Mikrosysteme 202 verteilt. Es kann genau ein Kanal 410 (bei¬ spielsweise in Form eines Lichtleiterkabels) vorgesehen sein, welcher die
Schnittstelle 406 mit allen Mikrosystemen 202 oder einem Teil der Mikrosysteme 202 des Facettenspiegels 118 oder der Spiegelmodule 400 oder eines jeweiligen Spiegelmoduls 400 hchtleitend verbindet.
Auch bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 4 kann die Kippwinkelregelung wiederum innerhalb eines jeden Mikrosystems 202 für die von diesem jeweils umfassten Spiegel 206 erfolgen, und zwar insbesondere mithilfe eines jeweiligen Mikroprozessors 232.
Fig. 5A zeigt schematisch in einer Draufsicht eine optische Anordnung 200 (ins¬ besondere für eine der Lithographieanlagen 100A, 100B) gemäß einem vierten Ausführungsbeispiel. Fig. 5B zeigt einen Schnitt V-V aus Fig. 5A.
Die Strahlenquelle 310 erzeugt Licht L und damit den Messstrahl 224 mit einer zeitvariablen Wellenlänge (auch als "Chirp" bezeichnet). Ein solches Licht L zeigt Fig. 6 beispielhaft. Dort ist mit t die Zeit und mit l die Wellenlänge des Lichts
bezeichnet. Der Änderung der Wellenlänge l über die Zeit entspricht hier einem Sägezahnsignal. Es sind aber beliebige andere Signalformen denkbar.
Jedem der Lichteintrittsbereiche 307 ist ein anderer optischer Filter 308 vorge schaltet. Entsprechend sind hier vier Filter 308- 1 bis 308-4, 308-5 bis 308-n (wo bei "n" die Gesamtzahl der Filter 308 pro Mikrosystem 202 ist) usw. pro Licht- austrittsbereich 306 bzw. Linse 314- 1, 314-2, 314-m (wobei "m" die Gesamtzahl der Lichtaustrittsbereiche 306 bzw. Linsen 314 pro Mikrosystem 202 ist) bzw. Spiegel 206- 1, 206-k (wobei "k" die Gesamtzahl der Spiegel 206 pro Mikrosystem 202 ist) vorgesehen, welche sich jeweils hinsichtlich ihres Wellenlängendurch lassbereiches unterscheiden. Die Wellenlängendurchlassbereiche sind in Fig. 6 dargestellt und mit W308-1 bis W308-11 bezeichnet.
Die Ist- Wellenlänge XiSt des Lichts L ist zu einem jeweiligen Zeitpunkt t bekannt. Hierzu kann die Strahlenquelle 310 den in Fig. 7 gezeigten Aufbau aufweisen. Von einem durchstimmbaren Laser 700 erzeugtes Licht L wird aufgespalten. Ein Teil davon wird den ein oder mehreren Mikrosystemen 202 bereitgestellt. Ein anderer Teil des Lichts L wird durch ein Mach-Zehnder-Interferometer 702 ge führt und trifft anschließend auf einer Photodiode 704 auf, welche wiederum mit einer Auswerteelektronik 706 verbunden ist. Ein weiterer Teil des Lichts L trifft auf einen optischen Filter 708, welcher ausschließlich Licht einer vorbestimmten Wellenlänge lo durchlässt. Das durchgelassene Licht trifft auf eine Photodiode 710, die wiederum mit der Auswerteelektronik 706 verbunden ist.
Die Auswerteelektrik 706 integriert die mithilfe der Photodiode 704 gemessene Änderung der WeUenlänge l des Lichts L über die Zeit. Mit lo zu einem be stimmten Zeitpunkt als Referenz kann die Auswertelektronik die Ist- Wellenlänge Aist zu jedem Zeitpunkt t ausgeben. Die Ist- WeUenlänge lI wird dem Mikroprozessor 232 (siehe Fig. 5B) eines jeweihgen Mikrosystems 202 be reitgestellt.
Empfängt der Mikroprozessor 232 sodann in dem Zeitraum tl bis t2 (siehe Fig. 6) ein (elektrisches) Signal von den Sensoreinheiten 230 (siehe Fig. 5B) kann er,
aufgrund der Kenntnis der Ist -Wellenlän e XiSt ohne Weiteres auf die dem Filter 308- 1 zugeordnete Sensoreinheit 230 (nicht gezeigt, weil verdeckt) als diejenige schließen, auf welche der aktuell reflektierte Messstrahl 224' aufgetroffen ist. Genauso bedeutet ein Signal im Zeitraum ts bis U (Fig. 6), dass der Messstrahl 224' auf die dem Filter 308-2 zugeordnete Sensoreinheit 230-2 aufgetroffen ist. Wird weiter die Ist-Intensität des reflektierten Messstrahls 224' (Schwerpunkt) erfasst und ausgewertet, kann jeweils der Ist-Kippwinkel a ermittelt werden. Diese Art der Schaltung erlaubt eine schnelle Kippwinkelregelung.
Je nach zur Verfügung stehender Bandbreite des Lichts L und Wellenlängen¬ durchlassbereichen W308-1 bis W308 n der Filter 308- 1 bis 308-n kann vorgesehen sein, dass die aufsummierten Wellenlängendurchlassbereiche W308- 1 bis W308-4, W308-5 bis W308-8 usw. eines jeweiligen Spiegels 206- 1, 206-k die gesamte zur Ver¬ fügung stehende Bandbreite des Lichts L abdecken. Dies kann beispielweise der Fall sein, wenn pro Spiegel 206 eine große Zahl Sensoreinheiten 307 samt zuge¬ ordneter Filter zur Verfügung stehen oder die Wellenlängendurchlassbereiche sehr breit gefasst sind. In diesem Fall benötigt der Mikroprozessor 232 eine Zu¬ satzinformation, welche eine Zuordnung der von den Sensoreinheiten 230 emp¬ fangenen Signale zu einem jeweihgen Spiegel 206 erlaubt. Dies kann beispiels¬ weise dadurch erfolgen, dass die Signale für einen jeweihgen Spiegel 206 auf un¬ terschiedlichen Kanälen (für jeden Spiegel 206 einen) an den Mikroprozessor 232 übermittelt werden.
Gemäß einer weiteren Variante kann vorgesehen sein, dass die über ein Mikro¬ system 202 aufsummierten Wellenlängendurchlassbereiche W308-1 bis W308 n die gesamte zur Verfügung stehende Bandbreite des Lichts L abdeckt (wie in Fig. 6 illustriert). In diesem Fall benötigt der Mikroprozessor 232 die vorstehend be¬ schriebene Zusatzinformation nicht.
Schließlich ist es denkbar, dass erst die über ein Modul 400 oder den Facetten¬ spiegel 118 (siehe Fig. 4 oder Fig. 8) aufsummierten Wellenlängendurchlassbe¬ reiche W308- 1 bis W308 m (wobei M die Gesamtzahl unterschiedlicher Wellenlän-
gendurchlassbereiche in einem jeweiligen Modul 400 oder im Facettenspiegel 118 ist) die gesamte zur Verfügung stehende Bandbreite des Lichts L abdecken.
Fig. 8 zeigt in einer Draufsicht eine Anordnung 200 gemäß einem fünften Aus¬ führungsbeispiel wie etwa in einem Ausschnitt aus einer der Lithographieanla¬ gen 100A, 100B gesehen.
Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 8 findet die in Fig. 7 gezeigte Strahlen¬ quelle 310 Anwendung. Diese versorgt über eine Schnittstelle 406 Mikrosysteme 202 in mehreren Modulen 400 eines Facettenspielgels 118 mit Licht L, wie dies im Zusammenhang mit Fig. 4 beschrieben wurde. Allerdings ändert sich - im Unterschied zu dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 4 - die Wellenlänge des Lichts L über die Zeit t.
Die Mikrosysteme 202 weisen den in Fig. 9A und 9B nachfolgend für ein solches System beschriebenen Aufbau auf. Fig. 9A zeigt schematisch eine Draufsicht.
Fig. 9B zeigt einen Schnitt ICΊC aus Fig. 9A.
Das Mikrosystem 202 weist das in den Fig. 5A und 5B beschriebene Substrat 300 mit der integrierten Optik 302 auf. Ein Substrat 210 mit einer integrierten elektrischen Schaltung 234 besitzt das Mikrosystem 202 bevorzugt nicht.
Die integrierte Optik 302 umfasst, über die zu Fig. 5A und 5B beschriebenen Komponenten hinausgehend, einen Lichtleiter 900, welcher das Licht L' des re¬ flektierten Messstrahls 224' von den Lichteintrittsbereichen 307 hin zu einem Anschluss 902 am Substrat 300 leitet. Am Anschluss 902 wird das Licht L' an ein Lichtleiterkabel (nicht gezeigt) oder dergleichen übergeben und, wie in Fig. 8 ge¬ zeigt, zu einer Schnittstelle 800 an dem Gehäuse 404 geführt. Es könnte auch vorgesehen sein, dass mehrere Lichtleiter 900 vorgesehen sind, die jeweils Licht L' von einer Teilmenge der Lichteintrittsbereiche 307 zu einem jeweiligen An¬ schluss 902 leiten (nicht gezeigt). Die Lichteinlassbereiche 307 samt Filtern 308- 1 bis 308-n sind wie bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 5A und 5B ausge¬ führt.
Wie anhand von Fig. 8 gezeigt, wird das Licht L' von einem Modul 400 umfas¬ send mehrere Mikrosysteme 202 über genau einen Kanal 802 (beispielsweise in Form eines Lichtleiterkabels) zu der Schnittstelle 800 geleitet. Alternativ kann vorgesehen sein, dass das Licht L' der Mikrosysteme 202 von mehreren Modulen 400 oder sogar das Licht L' der Mikrosysteme 202 aller Module 400, also des Fa¬ cettenspiegels 118 insgesamt, über genau einen Kanal 802 zu der Schnittstelle 800 geleitet wird.
Der Schnittstelle 800 nachgeschaltet ist eine Sensoreinheit 804, auf welche das Licht L' auftrifft. Ein von der Sensoreinheit 804 erzeugtes elektrisches Signal wird in einem Verstärker 806 verstärkt und mittels eines Analog-Digital - Wandlers 808 einer Steuer- und Auswerteeinheit 810 bereitgestellt. Die Steuer- und Auswerteeinheit 810 ist als Mikroprozessor, insbesondere programmierbare Logik oder ASIC (Application Specific Interated Circuit), ausgebildet und kann geeignete Speichermittel wie ROM, RAM etc. aufweisen.
Die Steuer- und Auswerteeinheit 810 ist weiter mit der Strahlenquelle 310 sig¬ naltechnisch verbunden. Von dieser erhält die Steuer- und Auswerteeinheit 810 die Ist- Wellenlänge XiSt des zu einem jeweiligen Zeitpunkt t ausgesandten Lichts L. Somit kann die Steuer- und Auswerteeinheit 810 aus der Detektion von Sig¬ nalstärken an der Sensoreinheit 804 über eine Zeitspanne hinweg, welche bei¬ spielsweise vier der Wellenlängendurchlassbereiche W308 i bis W308-11 umfasst, mithilfe einer entsprechenden Schwerpunktberechnung (siehe oben) auf den Ist- Kippwinkel aist eines jeweiligen Spiegels 206 schließen. Vorteilhaft wird also (insbesondere aufgrund der zeitabhängigen Wellenlänge des Lichts L und der Filter 308- 1 bis 308-n) die Information über den Ist-Kippwinkel a^t eines jeweili¬ gen Spiegels 206 auf dem Kanal 802 in einem Multiplexing-Verfahren auf die Steuer- und Auswerteeinheit 810 übertragen. Mithilfe der Information über die Ist- Wellenlänge XiSt von der Strahlenquelle 310 wird die Information über den Ist-Kippwinkel a^t mittels der Steuer- und Auswerteeinheit 810 wieder einem jeweiligen Spiegel 206 zugeordnet und damit gedemultiplext.
Außerdem kann vorgesehen sein, dass die Steuer- und Auswerteeinheit 810 die durchstimmbare Strahlenquelle 310 zur Erzeugung des Lichts L mit einer Soll- Wellenlänge Äsoii steuert. Schließlich kann die Steuer- und Auswerteeinheit 810 dazu eingerichtet sein, die Aktoren 214 zur Einstellung des Soll-Kippwinkels aS0n eines jeweiligen Spiegels 206 anzusteuern. Der Soll -Kippwinkel aS0n kann eben¬ falls mittels Lichtwellenleiter (nicht gezeigt) einem jeweiligen Aktor 214 bereit - gestellt werden.
Die Komponenten 804, 806, 808 und 810 sind sämtlich außerhalb des Vakuum¬ bereichs 402 angeordnet. Die von den Komponenten 804, 806, 808 und 810 be¬ reitgestellten Funktionen können auch durch eine andere Schaltung verwirklicht werden; die hier gezeigte ist rein beispielhaft. Beispielsweise können Teile der Auswerteeinheit 810 nicht digital, sondern analog umgesetzt sein.
Fig. 10A zeigt schematisch in einer Draufsicht ein Mikrosystem 202 (insbesonde¬ re für eine der Lithographieanlagen 100A, 100B) gemäß dem fünften Ausfüh¬ rungsbeispiel. Fig. 10B zeigt einen Schnitt X-X aus Fig. 10A.
Der Aufbau entspricht dem aus den Fig. 5A und 5B, wobei das Substrat 1000 dem Substrat 300 aus den Fig. 5A und 5B entspricht, jedoch mit dem Unter¬ schied, dass Lichtaustritts- und Lichteintrittsbereiche 1002 (beispielsweise in Form eines Gitterkopplers bzw. grating coupler) vorgesehen sind. Diese sind je¬ weils unterhalb von Randbereichen 1004 der Spiegel 206 in dem Substrat 1000 vorgesehen und Bestandteil der integrierten Optik 302. Ein jeweiliger Lichtaus¬ tritts- und Lichteintrittsbereich 1002 stellt aus dem mittels des Lichtleiters 304 zugeführten Licht L einen Messstrahl 224 bereit, welcher an dem Randbereich 1004 in den Lichtaustritts- und Lichteintrittsbereiche 1002 zurückreflektiert wird. Der reflektierte Messstrahl 224' ist in Fig. 10B nahezu deckungsgleich mit dem Messstrahl 224 dargestellt. Die Randbereiche 1004 bilden einen Teil der Oberfläche 219 der Rückseite 220 der Spiegel 206. Durch die Reflexion des Mess¬ strahls 224 an den Randbereichen 1004, also an der Oberfläche 219, erfolgt eine unmittelbare Reflexion des Messstrahls 224 an der Rückseite 220 des Spiegels 206. Die Randbereiche 1004 oder die Oberfläche 219 können aufgeraut ausgebil-
det sein, um den Messstrahl 224 etwas zu streuen. Dadurch kann der reflektierte Messstrahl 224' an den Licht austritts- und Lichteintrittsbereichen 1002 besser erfasst werden.
Der reflektierte Messstrahl 224' wird über den Lichtaustritts· und Lichteintritts· bereich 1002 zurück in den Lichtleiter 304 oder einen weiteren Lichtleiter 900 (das im Lichtleiter zurückgeführte Licht ist mit L' bezeichnet) eingekoppelt und in der Sensoreinheit 1200 (siehe Fig. 12) mit dem Licht L optisch überlagert. Das Ausgangslicht L wird an der Sensoreinheit 1200 mittels einer Verbindung 1202 (siehe Fig. 12) von der Strahlenquelle 310 bereitgestellt. Aus dem Interferenzsig nal kann in Anwendung des FMCW-LIDAR-Verfahrens der Abstand Ai, A2 zwi schen einem jeweiligen Lichtaustritts- und Lichteintrittsbereich 1002 und einem jeweiligen Randbereich 1004 bestimmt werden. In dem vorgenannten Fall, dass das reflektierte Licht L' in demselben Lichtleiter 304 zurückwandert, ist ein Zir kulator (nicht gezeigt) vorgesehen, welcher das Licht L' zu der Sensoreinheit 1200 hin aus dem Lichtleiter 304 auskoppelt.
Dieses FMCW-LIDAR-Verfahren ist in Fig. 11 illustriert. Das Licht L des Mess strahls 224 weist eine Wellenlänge l bzw. eine entsprechende Frequenz auf, wel che sich über die Zeit t verändert. Der reflektierte Messstrahl 224' (also das Echo) weist - aufgrund der Signallaufzeit zu dem jeweihgen Randbereich 1004 und zurück - am Licht austritts- und Lichteintrittsbereich 1002 eine andere Wel lenlänge bzw. Frequenz auf als der zum gleichen Zeitpunkt ti am Lichtaustritts· und Lichteintrittsbereich 1002 austretende Messstrahl 224. Die Wellenlängendif ferenz Al bzw. Frequenz differenz wird mithilfe des vorstehend genannten Inter ferenzsignals ermittelt. Aus der Wellenlängendifferenz Al bzw. Frequenz diffe renz wird die Signallaufzeit und damit der Abstand Ai, A2 errechnet. In einer Variante des FMCW-LIDAR-Verfahrens wird zusätzlich oder alternativ eine Phasen differenz zwischen dem ausgesandten und reflektierten Messstrahl 224, 224' gemessen und bei der Ermittlung des Abstands Ai, A2 verwendet.
Werden drei oder mehr der Lichtaustritts· und Lichteintrittsbereich 1002 pro Spiegel 206 (hier im Beispiel vier) vorgesehen, kann der Kippwinkel a exakt be¬ stimmt werden. Abgesehen von der vorstehend beschriebenen andersartigen Erfassung des
Kippwinkels a eines jeweiligen Spiegels 206 gelten die vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiele für das Ausführungsbeispiel gemäß den Fig. 10A und 10B entsprechend.
Besonders vorteilhaft lässt sich das Ausführungsbeispiel gemäß den Fig. 10A und 10B mit denjenigen Ausführungsbeispielen kombinieren, welche eine durch¬ stimmbare Strahlenquelle 310 vorsehen, weil diese das für das FMCW-LIDAR verfahren erforderliche Licht L mit zeitabhängiger Wellenlänge bzw. Frequenz bereits vorsehen. Dies ist beispielhaft in Fig. 12 illustriert. Diese zeigt die modifi¬ zierte Darstellung der Fig. 8. Hier ist eine Sensoreinheit 1200 vorgesehen, welche das gemultiplexte Signal von den Lichtaustritts· und Lichteintrittsbereichen 1002 erfasst.
Obwohl die vorliegende Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen beschrie¬ ben wurde, ist sie vielfältig modifizierbar.
BEZUGSZEICHENLISTE
100A EUV Lithographieanlage
100B DUV-Lithographieanlage
102 Strahlform ungs- und Beleuchtungssystem
104 Projektionssystem
106A EUV Strahlenquelle
106B DUV Strahlenquelle
108A EUV Strahlung
108B DUV Strahlung
110 Spiegel
112 Spiegel
114 Spiegel
116 Spiegel
118 Spiegel / Facettenspiegel
120 Photomaske
122 Spiegel
124 Wafer
126 optische Achse
128 Linse
130 Spiegel
132 Medium
200 Anordnung
202 Mikrosystem
204 Spiegelarray
206 Spiegel
208 Vorderseite
210 Substrat
212 Lagerung
214 Aktor
216 Kamm
218 Kamm
219 Oberfläche
220 Rückseite
222 Strahlenquelle
224 Messstrahl
224 reflektierter Messstrahl
226 Optik
228 Abschnitt
230 Sensoreinheit
232 Mikroprozessor
234 Schaltung
300 Substrat
302 Optik
304 Lichtleiter
306 Lichtaustrittsbereich
307 Lichteintrittsb er eich
308 Filter
309 Anschluss
310 Strahlenquelle
312 Lichtleiterkabel
314 Linse
316 Durchkont aktier un g 400 Spiegelmodul
402 V akuumbereich
404 Gehäuse
406 Schnittstelle
408 Lichtleiter
410 Kanal
700 Laser
704 Photodiode
706 Auswerteelektronik 708 optischer Filter
710 Photodiode
800 Schnittstelle
802 Kanal
804 Sensoreinheit
806 Verstärker
808 Analog-Digital· Wandler
810 Steuer- und Auswerteeinheit
900 Lichtleiter
902 Anschluss
1000 Substrat
1002 Lichtaustritts- und Lichteintrittsbereich
1004 Randbereich
1200 Sensoreinheit
1202 Verbindung
A Abstand
L Licht
L’ Licht
Ml Spiegel
M2 Spiegel
M3 Spiegel
M4 Spiegel
M5 Spiegel
M6 Spiegel
W Wellenlängendurchlassbereich t Zeit
x Achse
y Achse a Kippwinkel
l Wellenlänge