Verfahren zur Nachbearbeitung einer fehlerhaften Schweißverbindung einer
Hairpin-Wicklung
BESCHREIBUNG:
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Nachbearbeitung einer fehlerhaften Schweißverbindung einer Hairpin-Wicklung für einen Rotor oder Stator einer elektrischen Maschine. In elektrischen Maschinen, also beispielsweise in Motoren oder Generatoren, wird typischerweise ein Stator mit daran angebrachten Spulen genutzt, um durch eine zeitlich veränderliche Bestromung der Spulen einen Rotor anzu treiben oder ein aufgrund einer Rotation auftretendes zeitlich veränderliches Magnetfeld in einen Induktionsstrom umzusetzen. Hierbei kann beispielswei- se ein zylinderartig geformter Wicklungsträger genutzt werden, der eine Viel zahl von in Axialrichtung verlaufenden Nuten aufweist, durch die ein die Spu len bildender Leiter geführt ist. Prinzipiell ist es möglich, um jeden der die Nuten begrenzende Spulenzähne separate Wicklungen zu winden. Es kann jedoch vorteilhaft sein, einen zusammenhängenden Leiter mäandernd durch mehrere Nuten zu führen.
Bei elektrischen Maschinen mit hoher Leistungsdichte, beispielsweise bei Antriebsmaschinen für Kraftfahrzeuge, wird mittlerweile häufig eine soge nannte Hairpin-Bauweise genutzt, um derartige durch Nuten mäandernde Windungen zu fertigen. Hierbei wird ein Profildraht, meist ein Rechteckdraht, zunächst in eine U-Form, also in die Form einer Haarnadel bzw. eines „Hair- pin“, gebogen. Die Schenkel dieses Hairpins werden anschließend kreisför mig angeordnet und in die Nuten eines Statorblechpakets eingesetzt. Die freien Enden der jeweiligen Hairpins werden im nächsten Schritt konzent-
risch zur Statorachse bzw. zur Drehachse der elektrischen Maschine um ei nen definierten Winkel verdreht. Hierbei werden alle Enden, die auf einem jeweiligen Durchmesser, das heißt, auf einer bestimmten Lage in den Nuten, liegen, abwechselnd im und gegen den Uhrzeigersinn verdreht. Dies wird auch als „Twisten“ bezeichnet. Die nebeneinander liegenden Enden werden leitend miteinander verbunden. Je nach Wicklungsschema werden Ver schaltbrücken auf den Wicklungskopf aufgesetzt und mit entsprechenden Enden von Hairpins leitend Verbunden, um die Hairpins zu einer Ge samtwicklung zu verschalten. Gegebenenfalls werden die Pinenden an schließend isoliert und der gesamte Stator imprägniert. Diese Technik er möglicht eine hohe Automatisierung und einen hohen Kupferfüllfaktor in den Statornuten, also ein hohes Verhältnis zwischen Kupferfläche und Nutfläche. Diese Hairpin-Bauweise wird beispielsweise in dem Dokument DE 10 2018 200 035 A1 verwendet. Um hohe Durchsätze zu erreichen, erfolgt die Her stellung der leitenden Verbindungen zwischen den einzelnen Hairpins häufig durch Schweißen, z.B. durch Laserschweißen.
Bei dem Verschweißen von Hairpin-Wicklungen für einen Rotor beziehungs weise Stator sind sehr viele Schweißverbindungen, typischerweise über 200 Schweißverbindungen, erforderlich. Somit können bereits sehr geringe Feh lerraten des Schweißprozesses zu einem hohen Ausschuss führen. Bei spielsweise würde bereits eine Fehlerrate von ungefähr 0,5% dazu führen, dass durchschnittlich eine Schweißverbindung pro Stator fehlerhaft ist. Sol len beispielsweise 200 Statoren pro Tag gefertigt werden und jeder dieser Statoren weist 216 Schweißstellen auf, würde dies selbst bei einer Fehlerrate von 0,1% pro Schweißvorgang immer noch zu einem Ausschuss von bis zu 432 Statoren pro Tag führen, die nicht in Ordnung sind. Da ein derart hoher Ausschuss sowohl aus ökonomischen als auch aus ökologischen Gründen vermieden werden sollte, ist es zweckmäßig, eine Nacharbeitslösung zu nut zen, bei der soweit wie möglich fehlerhafte Schweißstellen nachbearbeitet werden, um zu einem voll funktionsfähigen Stator zu gelangen. Ähnliches gilt für die Herstellung von Rotoren mit aufgebrachten Hairpin-Wicklungen.
Im einfachsten Fall würde die Nachbearbeitung durch ein Laserschweißen erfolgen, das typischerweise auch genutzt wird, um die ursprüngliche Schweißverbindung herzustellen. Hierbei ist es jedoch problematisch, dass die erste fehlerhaftete Schweißung die vorliegende Schweißsituation für die Nachbearbeitung auf Undefinierte Weise verändert, da die aus der fehlerhaf teten Schweißung resultierende Oberfläche unbekannt ist. Dies führt typi scherweise dazu, dass die Oberfläche nicht mehr senkrecht auf dem einge strahlten Laser steht, was in Verbindung damit, dass das häufig für solche Wicklungen verwendete Kupfer ohnehin bereits eine relativ geringe Absorpti on für Infrarotlaser aufweist, zu einem geringen Energieeintrag führt. Somit resultiert für unterschiedliche Schweißvorgänge bei einer solchen Nachbear beitung ein unterschiedlicher Energieeintrag, was wiederum erneut zu feh lerhaften Schweißverbindungen beziehungsweise zu einem Undefinierten Leitverhalten der Wicklung führen kann.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, eine demgegenüber ver besserte Lösung zur Nachbearbeitung von fehlerhaften Schweißverbindun gen einer Hairpin-Wicklung anzugeben.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren zur Nachbearbei tung einer fehlerhaften Schweißverbindung einer Hairpin-Wicklung für einen Rotor oder Stator einer elektrischen Maschine gelöst, das die folgenden Schritte umfasst:
Bereitstellen der auf einen Wicklungsträger aufgebrachten Hairpin- Wicklung, wobei die Hairpin-Wicklung wenigstens einen aus mehreren Leiterabschnitten gebildeten Leiter aufweist, wobei die Leiterabschnitte des jeweiligen Leiters paarweise an einer jeweiligen Schweißverbindung durch ein erstes Schweißverfahren verschweißt sind, wobei wenigstens eine der Schweißverbindungen eine fehlerhafte Schweißverbindung ist, Trennen der fehlerhaften Schweißverbindung, und Verbinden der vorangehend durch die fehlerhafte Schweißverbindung verbundenen, zu verschweißenden Leiterabschnitte durch ein von dem ersten Schweißverfahren unterschiedliches Verbindungsverfahren, ins besondere durch ein zweites Schweißverfahren.
Erfindungsgemäß wird zunächst die fehlerhafte Schweißverbindung getrennt, insbesondere durch Abtrennen des die Schweißverbindung aufweisenden Bereichs. Hierdurch kann eine definierte Geometrie der zu verbindenden En den der Leiterabschnitte bereitgestellt werden, so dass die eingangs erläuter ten Probleme bezüglich einer Undefinierten Ausgangsgeometrie für die Nachbearbeitung, vermieden werden können.
Würden keine weiteren Maßnahmen ergriffen, würde hierbei das Problem resultieren, dass bei üblichen Schweißverfahren zur Herstellung von Hairpin- Wicklungen, beispielsweise bei einem Laserschweißen, relativ hohe Ener gieeinträge erfolgen. Eine trennen der fehlerhaften Schweißverbindung kann jedoch, beispielsweise wenn es durch Ablängen erfolgt, dazu führen, dass eine geringere abisolierte Länge vorliegt als beim ursprünglichen Schweißen, so dass ein erneuter Schweißvorgang mit dem gleichen Schweißverfahren aufgrund des kürzeren Abstands zu einer Isolation der Leiterabschnitte po tentiell zu einer Beschädigung dieser Isolation führen würde, womit wiede rum ein fehlerhafter Stator beziehungsweise Rotor resultieren würde.
Zudem würde für die nachbearbeitete Schweißverbindung eine deutlich an dere Form, insbesondere eine deutlich andere Länge in Axialrichtung des Rotors beziehungsweise des Stators, resultieren als für nicht nachbearbeite te Schweißverbindungen, was für nachfolgende Schritte, beispielsweise für die Isolation der Schweißverbindungen, nachteilig sein kann.
Daher wird erfindungsgemäß ein unterschiedliches Verbindungsverfahren, insbesondere ein zweites Schweißverfahren, genutzt, um die vorangehend getrennten Leiterabschnitte erneut zu verbinden. Hierdurch können die vo rangehend genannten Probleme vermieden oder zumindest ihre Auswirkun gen reduziert werden. Geeignete Verbindungsverfahren werden später noch diskutiert.
Die Leiterabschnitte können insbesondere klammerförmig sein, also z. B. durch zwei durch eine jeweilige Nut des Wicklungsträgers geführte Nutab-
schnitte und einen diese verbindenden Verbindungsabschnitt gebildet sein. Entsprechende klammerförmige Leiterabschnitte, auch Hairpins genannt, sind in Hairpin-Wicklungen üblich und bekannt. Es können jedoch auch an ders geformte Leiterabschnitte, beispielsweise lineare Leiterabschnitte, auch I-Pins genannt, genutzt werden.
Schweißverbindungen können aus verschiedenen Gründen fehlerhaft sein. Beispielsweise können Lunker oder Poren, das heißt Lufteinschlüsse, auftre- ten. Bei diesen Fehlern wird der Kupferquerschnitt an der Schweißstelle re duziert, wodurch die Lebenszeit des Rotors beziehungsweise Stators redu ziert sein kann, da lokal höhere thermische Belastungen auftreten. Zudem können mechanische Belastungen aufgrund des resultierenden geringeren Verbindungsquerschnitts zu einem Brechen der Verbindung im Betrieb des Rotors bzw. Stators führen. Wird beim Schweißen zu viel Energie einge bracht, kann die Isolation des jeweiligen Leiterabschnitts beschädigt werden, was wiederum zu einer Reduktion der Lebenszeit des Rotors beziehungs weise Stators führen kann. Problematisch kann jedoch auch eine zu geringe eingebrachte Schweißenergie sein, da dies zu einer unzulänglichen Ver schweißung der Leiterabschnitte führt, wodurch lokal ein höherer Widerstand und somit wiederum die bereits obig diskutierte höhere thermische Belastung auftreten kann, die die Lebenszeit des Rotors beziehungsweise Stators re duzieren kann. Eine solche unzulängliche Verschweißung kann zudem bei mechanischen Belastungen im Betrieb leichter brechen. Ein weiterer mögli cher Fehler ist die Ausprägung einer geometrisch schlecht geformten Schweißstelle, also z.B. von Schweißstellen mit einem seitlichen Überhang, scharfen Kanten oder eingesunkenen Perlen. Dies kann z.B. zu Problemen bei einem nachfolgenden Dipping-Prozess führen.
Ansätze zur Erkennung entsprechender fehlerhafter Schweißverbindungen sind prinzipiell bekannt und werden bereits genutzt, um fehlerhaft ver schweißte Rotoren beziehungsweise Statoren auszusondern beziehungs weise einer anderweitigen Nachbearbeitung zuzuführen. Hierbei kann bei spielsweise eine optische Inspektion genutzt werden, die manuell und/oder automatisiert durchgeführt werden kann. Beispielsweise können Algorithmen
zur Bilderkennung genutzt werden oder Ähnliches. Ergänzend oder alternativ können beispielsweise Leiterfähigkeitsmessungen durchgeführt werden, um lokal erhöhte Widerstände zu erkennen, es kann eine Untersuchung durch bildgebende Röntgenverfahren, insbesondere durch ein CT-Verfahren, erfol gen oder Ähnliches.
Als das Verbindungsverfahren kann ein Verbindungsverfahren verwendet werden, das zusätzliches Material auf die zu verschweißenden Leiterab schnitte aufbringt. Hierdurch kann insbesondere erreicht werden, dass die resultierende Verbindung auch dann, wenn das Trennen der fehlerhaften Schweißverbindung durch Kürzen der Leiterabschnitte erfolgt, im Wesentli chen die gleiche Form und Länge aufweist wie andere, nicht nachbearbeitete Schweißverbindungen. Zudem können Verbindungsverfahren, die zusätzli ches Material aufbringen, wie später noch erläutert werden wird, bei geringe ren Temperaturen durchgeführt werden, beziehungsweise weniger Energie in die Leiterenden der Leiterabschnitte einbringen als Strahlschweißverfah ren. Zudem bewegt sich der Ort, an dem die Energie eingetragen wird, mit zunehmenden Materialeintrag von einer Isolation des jeweiligen Leiterab schnitts weg. Diese beiden Faktoren können dazu beitragen, die bereits dis kutierte Beschädigung der Isolation, die bei einer Nachverarbeitung bei spielsweise durch Laserschweißen auftreten kann, zu vermeiden.
Nachteilig an Verbindungsverfahren, die zusätzliches Material aufbringen, ist es, dass diese typischerweise längere Prozesszeiten erfordern. Dies ist je doch im Rahmen einer Nacharbeitslösung weniger relevant, so dass diese Verbindungsverfahren dennoch gut für die Nachbearbeitung geeignet sind.
Das Aufbringen von zusätzlichem Material kann bei Schweißverfahren dadurch erfolgen, dass die Schweißelektrode abgeschmolzen und zum Teil auf die Schweißstelle aufgebracht wird. Alternativ zu einem zweiten Schweißverfahren kann als das Verbindungsverfahren beispielsweise ein 3D-Druckverfahrengenutzt werden, wie es in der bereits eingangs zitierten Druckschrift DE 102018200035 A1 offenbart ist.
Das erste Schweißverfahren kann ein Strahlschweißverfahren sein. Bei spielsweise kann ein Laserschweißen oder ein Elektronenstrahlschweißen verwendet werden. Im ersten Schweißprozess wird insbesondere aus schließlich Material der Leiterabschnitte genutzt, das aufgeschmolzen wird, um diese zu verbinden. Vorteilhaft an Strahlschweißverfahren sind die er reichbaren kurzen Prozesszeiten. Dies ist insbesondere relevant, da bei der Herstellung der Hairpin-Wicklung eine Vielzahl von Schweißverbindungen hergestellt werden sollen.
Als das Verbindungsverfahren kann ein Metallschutzgasschweißen verwen det werden. Hierbei kann, neben einem Hitzeeintrag durch den zum Schwei ßen verwendeten Lichtbogen, verwendetes Schutzgas Wärme auf die Leiter abschnitte übertragen. Es kann daher vorteilhaft sein, ein herabströmen des Gases am Leiter in die isolierten Bereichen des jeweiligen Leiterabschnitts durch ein Werkzeug zu verhindern, das die zu verschweißenden Enden der Leiterabschnitte beispielsweise manschettenartig umgreift.
Als das Verbindungsverfahren kann CMT-Schweißen oder Metall- Inertgasschweißen oder Metall-Aktivgasschweißen verwendet werden. Me- tall-lnertgasschweißen und Metall-Aktivgasschweißen sind wohlbekannte Schweißprozesse, bei denen die Elektrode teilweise abgeschmolzen wird und einen Teil der Schweißstelle bildet. Diese Schweißverfahren werden zu sammenfassend zum Teil auch als Mig/Mag-Schweißen bezeichnet.
CMT-Schweißen ist ebenfalls ein Metallschutzgasschweißverfahren. Die Be zeichnung CMT-Schweißen leitet sich von dem englischen Ausdruck „cold metal transfer“ ab. Bei diesem Schweißverfahren handelt es sich um eine Weiterentwicklung des Mig/Mag-Schweißens, bei der der Schweißdraht mit hoher Frequenz vor- und zurückbewegt wird. Hierdurch wird die Tropfenab lösung von der Elektrode verbessert und es kann ein geringerer Temperatur eintrag in die zu verschweißenden Leiterabschnitte erreicht werden. Hier durch kann beispielsweise eine abisolierte Länge der Leiterenden von 5 bis 6 mm ausreichend sein, um die Leiterenden ohne eine Beschädigung der Iso-
lation zu verschweißen. Übliche Laserschweißprozesse benötigen eine ab isolierte Länge von ca. 10 mm.
Die fehlerhafte Schweißverbindung kann getrennt werden, indem ein die feh lerhafte Schweißverbindung umfassender Bereich von den zu verbindenden Leiterabschnitten abgetrennt wird. Dies wird auch als Ablängen bezeichnet und kann beispielsweise durch ein Abschneiden der Leiterenden der Leiter abschnitte implementiert werden. Hierdurch wird eine definierte Oberfläche für das Verbindungsverfahren bereitgestellt.
Durch das zweite Verbindungsverfahren kann ein Volumen des zusätzlichen Materials aufgebracht werden, das zwischen 50% und 200% oder zwischen 80% und 120% des Volumens des abgetrennten Bereichs liegt. Durch das Aufbringen ungefähr des gleichen Materialvolumens wie des Materialvolu mens, das abgetrennt wurde, kann eine ähnliche Form der nachbearbeiteten Schweißverbindung erreicht werden, wie sie auch die nicht nachbearbeiteten Schweißverbindungen aufweisen, was für nachfolgende Verarbeitungsschrit te, beispielsweise Isolationsprozesse, vorteilhaft sein kann.
Zumindest die Schweißverbindungen der Wicklung können nach dem Ver binden der zu verbindenden Leiterabschnitte in Axialrichtung des Rotors oder des Stators in ein Isoliermittelbad eingetaucht werden. Beispielsweise kann ein Eintauchen in Harz oder Pulverlack erfolgen. Um eine gleichmäßige Iso lierung zu erreichen, ist es vorteilhaft, wenn die Leiterenden der Leiterab schnitte beziehungsweise die Schweißverbindungen ungefähr gleich weit über den Wicklungsträger hinausragen. Dies kann durch das vorangehend erläuterte Aufbringen von zusätzlichem Material mit ungefähr gleichem Vo lumen wie der abgetrennte Bereich erreicht werden.
Das Bereitstellen der auf einen Wicklungsträger aufgebrachten Hairpin- Wicklung kann die folgenden Schritte umfassen:
Bereitstellen eines Wicklungsträgers und mehrerer klammerförmiger Lei terabschnitte,
Axiales Einschieben der Leiterabschnitte in den Wicklungsträger derart, dass zwei Nutabschnitte jedes Leiterabschnitts in einer jeweiligen Nut des Wicklungsträgers verlaufen,
Biegen der freien Enden der Nutabschnitte in eine jeweilige Richtung in Umfangsrichtung des Wicklungsträgers,
Verbinden eines jeweiligen freien Endes mit einem freien Ende eines jeweiligen weiteren Leiterabschnitts durch ein erstes Schweißverfahren zur Ausbildung wenigstens eines Leiters, wobei wenigstens eine der Schweißverbindungen eine fehlerhafte Schweißverbindung ist.
Anders ausgedrückt können die an sich bekannten Schritte zur Herstellung einer Hairpin-Wicklung eines Rotors oder Stators auch Teil des erfindungs gemäßen Verfahrens sein, so dass das erfindungsgemäße Verfahren eine fehlerbehafte Herstellung der Hairpin-Wicklung und die anschließende Nachbearbeitung umfassen kann.
Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den fol genden Ausführungsbeispielen sowie den zugehörigen Zeichnungen. Hierbei zeigen schematisch:
Fig. 1 eine geschnittene Detailansicht einer Hairpin-Wicklung für ei nen Rotor oder Stator einer elektrischen Maschine, und
Fig. 2 den Zustand einer nachzubearbeitenden Schweißverbindung in verschiedenen Schritten eines Ausführungsbeispiels des erfin dungsgemäßen Verfahrens.
Fig. 1 zeigt eine Detailansicht eines Stators 1 einer elektrischen Maschine. Der Stator 1 umfasst einen Wicklungsträger 2 mit mehreren Nuten 15, der mehrere durchgehende Leiter 3, 4 einer Hairpin-Wicklung trägt. Die Leiter 3, 4 können beispielsweise Wicklungen für verschiedene Phasen bilden oder parallel geschaltete Wicklungen einer Phase sein. Aus Übersichtlichkeits gründen sind in Fig. 1 nur zwei solche Leiter 3, 4 dargestellt, wobei in realen
elektrischen Maschinen ein oder mehrere Leiter 3, 4 für typischerweise drei Phasen genutzt werden.
Die durch die Leiter 3, 4 gebildeten Windungen sind durch ein Verfahren hergestellt, bei dem der Wicklungsträger 2 sowie eine Vielzahl von klammer förmigen Leiterabschnitten 5 bereitgestellt werden, wonach die Leiterab schnitte korbförmig angeordnet werden und derart axiale in den Wicklungs träger 2 eingeschoben werden, dass zwei Nutabschnitte 6, 7 jedes Leiterab schnitts 5 in einer jeweiligen Nut 15 des Wicklungsträgers verlaufen, wobei die Nutabschnitte 6, 7 durch einen Verbindungsabschnitt 8 verbunden sind. Die freien Enden 9 bis 12 der Nutabschnitte 6, 7 beziehungsweise der Lei terabschnitte 5 werden auf die in Fig. 1 dargestellte Weise gebogen, so dass jeweils zwei freie Enden 10, 11 beziehungsweise 9, 12 unmittelbar benach bart zueinander zum Liegen kommen. Dies wird auch als Twisten bezeich net. Die freien Enden 10, 11 und 9, 12 werden anschließend durch ein erstes Schweißverfahren, beispielsweise Laserschweißen oder ein anderes Strahl schweißverfahren, verschweißt, um jeweilige Schweißverbindungen 13, 14 herzustellen.
Bei dem beschriebenen Vorgehen werden eine Vielzahl von Schweißverbin dungen 13, 14 zwischen verschiedenen Leiterabschnitten 5 hergestellt, bei spielsweise über 200 Schweißverbindungen, so dass selbst bei einer relativ geringen Fehlerrate des Schweißprozesses von beispielsweise 0,1% ein re lativ hoher Anteil von fehlerbehafteten Statoren resultiert, bei denen wenigs tens eine der Schweißverbindungen 13, 14 fehlerhaft ist.
Fehlerhafte Schweißstellen 13, 14 können beispielsweise durch eine manu elle oder automatische Inspektion erkannt werden. Im Folgenden wird davon ausgegangen, dass die Schweißverbindung 13 fehlerbehaftet ist. Für die Schweißverbindung 13 wird somit anschließend ein Verfahren zur Nachbe arbeitung dieser Schweißverbindung 13 durchgeführt, das im Folgenden mit Bezug auf Fig. 2 näher erläutert wird.
Hierbei wird im Schritt S1 zunächst die auf den Wicklungsträger 2 aufge brachte Hairpin-Wicklung bereitgestellt, wie vorangehend erläutert wurde. Nach einer Erkennung der fehlerhaften Schweißverbindung 13 wird in Schritt S2 ein die fehlerhafte Schweißverbindung 13 umfassender Bereich 15 von den zu verbindenden Leiterabschnitten 5 beziehungsweise von den freien Enden 10, 11 abgetrennt, beispielsweise durch einen Schneideprozess.
Wie in Fig. 2 zu erkennen ist, wird hierdurch die abisolierte Länge 16 der Lei terenden auf eine kürzere abisolierte Länge 17 reduziert. Würde nun zur er neuten Verbindung der Leiterabschnitte 5 beziehungsweise der freien Enden 10, 11 wiederum ein Strahlschweißverfahren genutzt, würde hieraus einer seits potentiell ein großer Wärmeeintrag im Bereich der Isolation resultieren, wodurch diese beschädigt werden kann. Andererseits wäre die Schweißver bindung 13 nach einer solchen Nachbearbeitung erheblich kürzer als die nicht nachbearbeiteten Schweißverbindungen 14, was beispielsweise nach teilig wäre, wenn die Schweißverbindungen 13, 14 nach dem Verbinden in ein Isoliermittelbad eingetaucht werden, da in diesem Fall die nachbearbeite ten Schweißverbindungen 13 unter Umständen nicht zuverlässig isoliert wer den.
Daher wird im Schritt S3 ein von dem ersten Schweißverfahren unterschied liches Verbindungsverfahren, also insbesondere kein Strahlschweißverfah ren, verwendet, um die Leiterabschnitte 5 beziehungsweise ihre freien Enden 10, 11 erneut zu verbinden. Um die obig erläuterten Nachteile zu vermeiden, wird hierbei ein Verbindungsverfahren verwendet, das zusätzliches Material 18 auf die zu verschweißenden Leiterabschnitte 5 beziehungsweise ihre freien Enden 10, 11 aufbringt. Als Verbindungsverfahren kann ein Metall schutzgasschweißen verwendet werden, bei dem die Schweißelektrode zum Teil aufgeschmolzen wird und einen Teil der Schweißverbindung bildet. Be sonders vorteilhaft kann CMT-Schweißen verwendet werden, da in diesem Fall ein besonders geringer Wärmeeintrag erfolgt und somit eine Beschädi gung der Isolation der Leiterabschnitte 5 besonders zuverlässig vermieden werden kann.
Vorzugsweise wird in dem Verbindungsverfahren ein Volumen von zusätzli chem Material 18 aufgebracht, das im Wesentlichen dem Volumen des abge trennten Bereichs 15 entspricht, so dass, wie sich in Fig. 2 aus einem Ver gleich des Zustands in Schritt S1 und dem Zustand nach Schritt S3 ergibt, insgesamt eine zumindest ähnliche Form der Schweißverbindung 13 resul tiert, wie vor der Nachbearbeitung. Insbesondere kann die abisolierte Länge 16 beziehungsweise die Länge, mit der die Schweißverbindung 13 über den Wicklungsträger 2 hinausragt, nach einer solchen Nachbearbeitung im We sentlichen den entsprechenden Längen für andere Schweißverbindungen 14 entsprechen, für die keine Nachverarbeitung erfolgt ist.
Nach der Nachbearbeitung aller fehlerbehafteten Schweißverbindungen 13 können Verschaltbrücken aufgesetzt werden und/oder die Schweißverbin dungen 13, 14 können isoliert werden, beispielsweise indem die Schweiß- Verbindungen in Axialrichtung des Rotors beziehungsweise Stators in ein Isoliermittelbad eingetaucht werden, um die Herstellung des Rotors bezie hungsweise Stators abzuschließen.