Verfahren zum Verhindern von Drehschwingungen in einer Fadenspeicher- und -liefervorrichtung und Fadenspeicher- und -liefervorrichtung.
Beschreibung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 sowie eine Fadenspeicher- und -liefervorrichtung.
Bei einem aus der US-PS 42 26 379 bekannten Verfahren der eingangs genannten Art liegen die gehäusefesten Magneten radial außerhalb der Komponentengruppe und die in der Komponentengruppe angeordneten Magnete unter der Speicherfläche. Die magnetischen Haltekräfte wirken in größtmöglichem Abstand von der Welle. Die Kennlinie der Haltekraft, die einer Verdrehung der Komponentengruppe entgegenwirkt, verläuft zunächst mit einem flachen Anstieg und steigt dahinter steil an. Bei modernen Fadenspeicher- und -liefervorrichtungen treten wegen außerordentlich hoher Fadengeschwindigkeiten hohe Wellendrehzahlen auf. Infolge unvermeidbarer Unwuchten, der in Drehrichtung variablen Gegenkraft des Fadens, der fliegenden Lagerung der Komponentengruppe auf der Welle, im Betrieb auftretender Beschleunigungen und Verzögerungen und weiterer Störeinflüsse kann es zu Drehkrafti pulsen an der Komponentengruppe kommen, die dann aus der durch die Magneten definierten Haltelage nach beiden Drehrichtungen zu oszillierenden Bewegungen angeregt wird. Wegen der Haltekraft-Kennlinie beginnt die Komponentengruppe eine sich aufschaukelnde Drehschwingung um die Sollage, die einen Resonanzzustand
mit großer, z.B. mehrere Millimeter, Amplitude erreicht. Die Drehschwingungen bedeuten eine hohe Belastung für die Halterungen der Magnete und erschweren das präzise Abtasten des Fadenvorrats und das Einhalten einer möglichst gleichmäßigen Fadenabzugsspannung. Ist die Fadenspeicher- und -liefervorrichtung mit einer eingegliederten Schußfaden-Zumeßvorrichtung ausgestattet, dann stören die Drehschwingungen die Schußfaden-Zumessung.
Es ist zwar aus der DE-PS 28 43 548 ein Verfahren zum Festhalten der Komponentengruppe in einer Fadenspeicherund -liefervorrichtung bekannt, bei dem die Kompentengruppe kontinuierlich und rein mechanisch am Gehäuse abgestützt wird. Der Nachteil eine um die Sollage schwachen magnetischen Haltekraft wird zwar vermieden, jedoch ergibt sich eine aufwendige und ganz spezielle Bauweise der Vorrichtung.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs genannten Art zu schaffen, mit dem beim Festhalten der Komponentengruppe mittels magnetischer Haltekraft störende Drehschwingungen vermieden werden, sowie eine Fadenspeicherund -liefervorrichtung mit magnetisch festgehaltener Komponentengruppe anzugeben, bei der auch bei hohen Drehzahlen ein weitgehend drehschwingungsfreier Betrieb möglich ist.
Die gestellte Aufgabe wird mit den im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 1 angegebenen Merkmalen gelöst.
Die vorübergehend hergestellte
Drehschwingungs-Dämpf-Verbindung zwischen dem Gehäuse und der Komponentengruppe verhindert das Aufschaukeln
der Komponentengruppe gegen die um die Sollage schwache Haltekraft der Magneten. Da die Drehschwingungen eine bestimmte Zeit benötigen, um einen Resonanzzustand und eine störende Amplitude zu erreichen, wird durch die vorübergehende Drehschwingungs-Dämpfverbindung die Aufschaukeltendenz von vornherein gestört, so daß gar keine schädlichen Drehschwingungen mehr entstehen. Die während der vorübergehenden Drehschwingungs-Dämpfverbindung auf die Komponentengruppe ausgeübten Kräfte können relativ klein sein, weil sie das relativ freie Schwingungssystem der Komponentengruppe außerordentlich wirkungsvoll und so beeinflussen, daß sich die Komponentengruppe gar nicht mehr zu spürbaren Oszillationen anregen läßt.
Da einerseits der sich auf seinem Weg vom Fadenwickelorgan zum Verbraucher ständig um die Komponentengruppe bewegende Faden den direkten Zugriff außerordentlich erschwert, und da andererseits der Aufbau störender Drehschwingungen eine bestimmte Zeitspanne erfordert, braucht die Drehschwingungs-Dämpf-Verbindung nur über einen Bruchteil einer vollen Wellenumdrehung und wenigstens einmal hergestellt zu werden (Anspruch 2) .
Infolge der zum Aufbauen störender Drehschwingungen erforderlichen Zeit reicht es, die
Drehschwingungs-Dä pf-Verbindung in größeren Abständen als durch die Wellendrehzahl bestimmt herzustellen. Diese Abstände können regelmäßig oder unregelmäßig sein. (Anspruch 3) .
Die Drehschwingungs-Dämpf-Verbindung wird zeitlich präzise und zuverlässig gesteuert, wenn sie pneumatisch,
mechanisch oder magnetisch hergestellt wird. (Anspruch
Wird der Faden aus einem aus der Speicherfläche gebildeten Vorrat intermittierend abgezogen, ist es zweckmäßig, die Drehschwingungs-Dämpf-Verbindung jeweils in Abzugspausen des Fadens herzustellen. Dies kann dann an der Abzugsseite der Speicherfläche und gerade dort erfolgen, wo kein Faden vorliegt (Anspruch 5) .
Bei einer Fadenspeicher- und -liefervorrichtung, die in der Komponentengruppe einen Vorschubkörper aufweist, ist zweckmäßigerweise ein relativ zur Komponentengruppe stationär abgestütztes Drehschwingungs-Dämpfglied auf ein Widerlager am Vorschubkörper ausgerichtet und ein Bewegungsantrieb vorgesehen, mit dem vorübergehend ein Form- und/oder Kraftschluß herstellbar ist, um Drehschwingungen schon beim Entstehen zu stören und weitgehend zu vernichten. Der Vorschubkörper ist ohnedies gegen ein Mitdrehen mit der Welle gehindert und wird taumelnd und den Faden auf der Speicherfläche vorwärts schiebend getrieben. Dabei ist es zweckmäßig, die Taumelbewegung für den vorübergehenden Form¬ und/oder Kraftschluß heranzuziehen. Es bildet dann sozusagen die Welle den Bewegungsantrieb für die vorübergehende Zusammenarbeit zwischen dem Drehschwingungs-Dämpf-Glied und dem Vorschubkörper. Ist der Vorschubkörper anderer Art, z.B. ein exzentrisch und schräggestellt auf der Welle gelagerter Stabkäfig, der den Faden nicht nur den Vorschub erteilt, sondern auch zwischen den Fadenwindungen Absätnde herstellt, so kann der die Taumelbewegung u.U. nicht ausreichen, den vorübergehenden Form- und/oder Kraftschluß herzustellen. Dann ist es zweckmäßig, das Drehschwingungs-Dämpf-Glied zwangsweise in und außer Eingriff zu bringen. Im
erstgenannten Fall wird der Eingriff praktisch bei jeder Wellenumdrehung wenigstens einmal hergestellt. Im letztgenannten Fall sind die Abstände zwischen den Eingriffen weitgehend unabhängig von der Wellendrehzahl. Durch die eliminierten störenden Drehschwingungen werden die Belastungen der Halterungen der Magneten geschont, läßt sich der Faden fehlerfrei abtasten und sind unerwünschte Spannungsänderungen im abgezogenen Faden beseitigt. (Anspruch 6) .
Greift das Drehschwingungs-Dämpf-Glied von außen in den Taumelbewegungsbereich des Vorschubkörpers ein, entsteht bei jeder Wellenumdrehung ein vorübergehender Eingriff, der das Entstehen der Drehschwingungen unterbindet. Trotzdem bleibt die Speicherfläche und bleiben die anderen Komponenten der Komponentengruppe von außen her gut zugänglich, da das Drehschwingungs-Dämpf-Glied wenig Platz beansprucht und in das Konzept der Vorrichtung einfach eingliederbar ist (Anspruch 7) .
Alternativ kann das Drehschwingungs-Dämpf-Glied bewegbar angeordnet sein, um den Eingriff zwangsweise herzustellen (Anspruch 8) .
Baulich einfach ist es, das Drehschwingungs-Dämpf-Glied in einer Halterung des Gehäuses festzulegen, weil das Gehäuse stationär gehalten ist und eine relativ große Masse darstellt, mit der die beim Abdämpfen jeglicher Drehschwingungen auftretenden Kräfte problemlos aufnehmbar sind. Das Drehschwingungs-Dämpf-Glied könnte aber ohne weiteres auch an einer wie das Gehäuse stationär angeordneten, vom Gehäuse getrennten Abstützung gehalten sein (Anspruch 9) .
Bei einer besonders einfachen, funktionssicheren und platzsparenden Ausführungsform ist das Drehschwingungs-Dämpf-Glied ein U-förmiger Bügel aus federndem Material, der mit seinem Quersteg mit dem Widerlager zusammenarbeitet. Die Eigenfederung des Bügels vermeidet einen störenden Einfluß auf den Betrieb des Vorschubkörpers. Trotzdem reicht der Eingriff zwischen diesen beiden Teilen zum Unterdrücken der Drehschwingungen. (Anspruch 10)
Eine dauerhaft gleichbleibende Dämpfwirkung wird mit einem reibaktiven Bereich am Drehschwingungs-Dämpf-Glied und/oder am Widerlager erreicht. Die Kraft, die im Eingriff zwischen diesen beiden Teilen übertragen wird, kann gering sein, weil der Reibschluß den Dämpfeffekt unterstützt (Anspruch 11) .
Den oft beengten Platzverhältnissen wird Rechnung getragen, wenn der Bügel an der der Speicherfläche zugewandten Axialseite des Fadenwickelorgans in etwa radial zum Vorschubkörper ragt und zu diesem abgebogen ist. In diesem Bereich und wegen der in Umfangsrichtung begrenzten Ausdehnung des Drehschwingungs-Dämpf-Glieds wird weder der Zugriff zur Komponentengruppe nennenswert beeinträchtigt noch der Faden in seinem Bewegungsweg gestört (Anspruch 12) .
Die Eingriffskraft kann sehr gering sein, wenn zwischen dem Drehschwingungs-Dämpf-Glied und dem Widerlager ein Formschluß erzeugt wird, der die Bewegung der Komponentengruppe aus der Sollage schlagartig unterbricht (Anspruch 13) .
Alternativ ist es auch zweckmäßig, den Eingriff über
Magneten herzustellen, die sich beim Eingriff berühren (Anspruch 14) .
Um Kollisionen mit dem Faden oder mit dem Fadenwickelorgan zu verhindern, ist es wichtig, den Bewegungsantrieb des Drehschwingungsdämpfgliedes auf bestimmte Weise zu steuern (Anspruch 15) .
Da es zum Unterdrücken störender Drehschwingungen ausreicht, in größeren regelmäßigen oder unregelmäßigen Abständen als die Wellendrehzahl den Eingriff herzustellen, kann der Bewegungsantrieb eine Taktsteuerung aufweisen (Anspruch 16) .
Da es zum Unterdrücken der störenden Drehschwingungen darauf ankommt, zusätzlich zur um die Sollage schwachen magnetischen Haltekraft, eine Störkraft aufzubringen, kann das Drehschwingungs-Dämpf-Glied auch eine Druckgasdüse sein, die eine Strömung auf das als Leitelement ausgebildete Widerlager richtet. (Anspruch 17).
Bei einer Fadenspeicher- und -liefervorrichtung, bei der das Widerlager an der Komponentengruppe keine für einen vorübergehenden Eingriff ausreichende Eigenbewegung ausführt, wird das Drehschwingungs-Dämpf-Glied annähernd radial zur Welle zwischen einer Passivstellung und einer EingriffStellung mittels eines an eine Steuerung angeschlossenen Bewegungsantriebes bewegt. Es ist dafür gesorgt, daß das Drehschwingungs-Dämpf-Glied nicht mit dem bewegten Faden oder dem Fadenwickelorgan kollidiert. Für das Unterdrücken störender Drehschwingungen ist es unerheblich, in welchem Bereich der Komponentengruppe die Störkraft aufgebracht wird. Zweckmäßig wird sie
allerdings in möglichst großem radialem Abstand von der Welle aufgebracht. Die Eingriffszeit kann außerordentlich kurz sein. In der Praxis reicht es aus, die Komponentengruppe jeweils nur, z.B. über Millisekunden, anzutippen. (Anspruch 18)
Dabei ist es vorteilhaft, einen Magneten bzw. eine Magnetspule zu verwenden, für die das Drehschwingungs-Dämpf-Glied einen stößeiförmigen Anker bildet. Damit lassen sich kurzenund präzise gesteuerte Eingriffszeiten einfach erreichen. Die Ansteuerung kann mittels der Signale erfolgen, die in der Vorrichtung ohnedies für deren Betriebssteuerung benutzt werden (Anspruch 19) .
Um bei kurzen Eingriffszeiten die Störkraft zuverlässig aufzubringen, ist es zweckmäßig zwischen dem Kopfende des Drehschwingungs-Dämpf-Gliedes und einer Vertiefung in der Speichertlache einen Form- und/oder Kraftschluß herzustellen. Auf diese Weise wird die Komponentengruppe schlagartig in der Sollage zentriert (Anspruch 20) .
Diese Wirkung tritt besonders präzise auf, wenn die Vertiefung der Form des Kopfendes angepaßt ist (Anspruch 21) .
Alternativ ist es auch denkbar, in der Vertiefung oder am Kopfende ein elastisches, reibaktives Kissen vorzusehen. Dies schont das Drehschwingungs-Dämpf-Glied und die Komponentengruppe. Der Störkraftimpuls ist besonders gut geeignet, das Entstehen der störenden Drehschwingungen zu unterdrücken. Auch werden unerwünschte Geräusche und Verschleiß vermieden (Anspruch 22) .
Bei einer Fadenspeicher- und -liefervorrichtung, bei der der Speichertlache eine ein Stopelement enthaltende Fadenstopvorrichtung zugeordnet ist, ist es zweckmäßig, das Drehschwingungs-Dämpf-Glied axial oder/und in Umfangsrichtung gegenüber dem Stopelement zu versetzen, um hier gegenseitige Störungen zu vermeiden. Das Drehschwingungs-Dämpf-Glied kommt zweckmäßigerweise dann zum Eingriff, wenn der Faden durch das Stopelement festgelegt ist. Als Eingriffsdauer kann die gleiche Zeitspanne benutzt werden, wie sie für das Festhalten des Fadens vorbestimmt ist. Der Eingriff braucht nicht notwendigerweise bei jeder Betätigung der Stopvorrichtung zu erfolgen. Auch bei größeren Abständen zwischen den Eingriffen wird das Entstehen störender Drehschwingungen unterdrückt (Anspruch 23) .
Das Drehschwingungs-Dämpf-Glied kann mit seinem Bewegungsantrieb auch in die Stopvorrichtung eingegliedert sein, was Platz spart und den Zugriff zur Komponentengruppe freiläßt (Anspruch 24) .
Schließlich kann in einer Doppelfunktion des Stopelementes das Drehschwingungs-Dämpf-Glied durch das Stopelement der Stopvorrichtung selbst gebildet sein. Zum Festhalten des Fadens wird das Stopelement in umfangsrichtung der Speicherfläche als Hindernis gebraucht. Zum Unterdrücken störender Drehschwingungen wird lokal davon getrennt der Eingriff zwischen dem Stopelement und der Speicherfläche benutzt. (Anspruch 25)
Anhand der Zeichnung werden Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen Längsschnitt einer Faden¬ speicher- und -liefervorrich¬ tung,
Fig. 2 eine Hälfte einer Stirnansicht zu Fig. 1,
Fig. 3 einen vergrößerten Teillängs¬ schnitt zu den Fig. 1 und 2 in einer anderen Betriebslage,
Fig. 4 eine Perεpektiv-Detailansicht zu Fig. 3,
Fig. 5a - 5i verschiedene Detailvariationen,
Fig. 6 schematisch eine weitere Detail¬ variation,
Fig. 7 eine Längsschnittansicht einer weiteren Ausführungsform einer Fadenspeicher- und -liefervor¬ richtung, und
Fig. 8 eine Stirnansicht zu Fig. 7, wobei in den Fig. 7 und 8 zwei Ausbildungsvarianten nebenein¬ ander gezeigt sind.
Eine Fadenspeicher- und -liefervorrichtung F gemäß den Fig. 1 bis 3 enthält in einem stationär gelagerten Gehäuse G einen Antriebsmotor M für eine ein schräg
abstehendes Wickelrohr 2 tragende Welle 1. Im Gehäuse ist eine Steuereinrichtung C für den Antriebsmotor M angeordnet, die mit nicht näher dargestellten Fühleinrichtungen in signalempfangender Verbindung steht. Das Wickelrohr 2 ist in einen Ringkörper R integriert, der ein Fadenwickelorgan W enthält. Am Gehäuse ist eine Abstützung A für ein
Drehschwingungs-Dämpf-Glied X vorgesehen, das mit einem Widerlager Y jeweils vorübergehend in Eingriff bringbar ist, um eine Drehschwingungs-Dämpf-Verbindung D (Fig. 3) herzustellen.
Auf dem über den Ringkörper R vorstehenden freien Ende der Welle 1 ist in Lagern 3 eine Komponentengruppe K gelagert, die neben nicht näher bezeichneten Bestandteilen einen aus einzelnen Segmenten bestehenden Speicherkörper 4 mit axial verlaufenden Armen 4b enthält. Die Arme 4b definieren eine polygonale Speicherfläche S. Ferner ist auf dem freien Ende der Welle 1 in Lagern 5 ein Vorschubkörper 6 drehbar gelagert, der nach außen über die Speicherfläche S bis in die Nähe des Ringkörperε R ragt. Die Drehachse 6a des Vorschubkörpers 6 ist gegenüber der Drehachse la der Welle 1 schräggestellt, derart, daß der Vorschubkörper 6 zum Fadenwickelorgan W hin gekippt ist. Im Gehäuse G sind Magneten 10 angeordnet und auf Magneten 11 in der Komponentengruppe K ausgerichtet. Zwischen den Magneten 10, 11 liegt ein den Durchgang des Wickelrohrs 2 zulassender Spalt vor, über den hinweg magnetische Haltekräfte wirken, die die Komponentengruppe K und das Vorschubelement 6 an einem Mitdrehen mit der Welle 1 hindern. Bei der Drehung der Welle 1 wird der am Mitdrehen gehinderte Vorschubkörper 6 zu einer Taumelbewegung angeregt (Taumelbereich 7) .
Ein durch die hohl ausgebildete Welle 8 zugeführter Faden 8 verläuft durch das Wickelrohr 2 und das Fadenwickelorgan W, von dem er in Form eines Fadenvorrats 9 aus einzelnen Windungen auf die Speicherfläche S aufgelegt wird. Strichpunktiert ist angedeutet, wie der Faden überköpf von der Speicherfläche S abgezogen wird. Das Vorschubelement 6 schiebt bei seiner Taumelbewegung den Fadenvorrat 9 fortwährend vom Fadenwickelorgan W axial weiter.
Das Drehschwingungs-Dämpf-Glied ist ein aus Federstahldraht gebildeter, U-förmiger Bügel 12 (Fig. 2) , der mit einem Spannelement 13 und einer Spannschraube 15 in einer Aufnahme 14 des Gehäuses festgeklemmt ist. Die mit 16 und 17 bezeichneten U-Schenkel des Bügels 12 sind abgekröpft und erstrecken sich über die Umlaufbahn des Fadenwickelorgans W hinweg zum Vorschuborgan 6. Ein die Schenkel 16, 17 verbindender Querbügel 18 liegt annähernd tangential zur Welle 1. Er ist mit einem reibaktiven Bereich, z.B. einem Überzug 19, versehen. Der Bügel 12 ist im Bereich des Querεtegs 18 zum Vorschubelement 6 hin abgebogen.
Die Vorrichtung F gemäß Fig. 1 ist als Schußfaden-Zumeßvorrichtung ausgebildet, die aus dem Fadenvorrat 9 jeweils in der Länge genau bemesεene Abschnitte zum Abzug freigibt. Zu diesem Zweck ist am Gehäuse eine Stopvorrichtung 21 angebracht, an der eine Magnetspule oder ein Magnet als Bewegungsantrieb 22 für ein stößeiförmiges Stopelement 23 angebracht ist. Das Stopelement 23 ist in eine in der Speicherfläche S vorgesehene Vertiefung 24 einfahrbar, um den beim Abzug umlaufenden Faden 8 festzuhalten. Ist das Stopelement 23
zurückgezogen, läuft der Faden ungehindert durch.
In Fig. 2 ist erkennbar, daß die Längsstäbe 4b des Speicherkörpers 4 in radiale Schlitze 20 des Vorschuborgans 6 eingreifen. Der mit 6a bezeichnete, ringförmige Rand des Vorschuborgans 6 (Fig. 4) dient an einer Stelle des Umfangs als das Widerlager Y für das Drehschwingungs-Dämpf-Glied X. Gegebenenfalls ist dort ein reibaktiver Belag vorgesehen oder eine Vertiefung, die mit dem Bügel 12 einen Formschluß einzugehen vermag, wenn sich der Rand 6a im Taumelbereich 7 des Vorschubkörpers 6 an den Bügel 12 legt, um eine vorübergehende Drehschwingungs-Dämpf-Verbindung herzustellen.
Der Durchmesser der Speicherfläche S läßt sich verändern. Zu diesem Zweck sind die Segmente des Speicherkörpers 4 radial verstellbar.
In Fig. 3 ist das Fadenwickelorgan W gegenüber seiner Lage in Fig. 1 um annähernd 180° verdreht. Das Vorschuborgan 6 hat sich axial zum Bügel 12 bewegt, bis daß die Drehschwingungs-Dämpf-Verbindung D durch einen Eingriff zwischen dem Quersteg 18 und der Oberfläche 6a eingetreten ist. Der Quersteg 18 hat eine Länge, die in Umfangsrichtung des Vorschubkörpers 6 auf wenige Winkelgrade begrenzt ist, derart, daß der Eingriff über annähernd 1/4 einer vollen Umdrehung der Welle 1 aufrechterhalten wird, ehe sich der Vorschubkörper 6 wieder vom Quersteg 18 löst und einen Spalt freigibt (Fig. 1) , in dem der Faden 8 den Bügel 12 passiert, ohne gefangen zu werden. Während des Eingriffs werden im Entstehen begriffene Drehschwingungen der Komponentengruppe K unterdrückt, so daß die
Komponentengruppe in der durch die Magneten 10, 11 bestimmten Sollage verharrt.
Gemäß Fig. 3 sind im Inneren der Komponentengruppe elastische Füllkörper 26, 27 angeordnet. Dank der Elastizität der Füllkörper 26, 27 wird die Taumelbewegung des Vorschubkörpers 6 nicht beeinträchtigt.
Die Fig. 5a bis 5i repräsentieren verschiedene Ausführungsformen des Drehschwingungs-Dämpf-Gliedeε X und seines zugehörigen Widerlagers Y.
In Fig. 5a ist das Drehschwingungs-Dämpf-Glied X ein Zapfen 28 mit einem am Kopfende angebrachten Reibbelag 29, der auf eine ebene Fläche 30 des Widerlagers Y aufgedrückt wird.
In Fig. 5b ist das Drehschwingungs-Dämpf-Glied X ein Stößel 31, der mit seinem Kopfende 32 in eine, vorzugsweise kegelig aufgeweitete, Vertiefung 33 des Widerlagers Y eintritt.
In Fig. 5c ist das Drehschwingungs-Dämpf-Glied X ein Stößel 34 mit einem gerundeten Kopfende 35, das in einen elastischen Belag 36 des Widerlagers Y eingedrückt wird.
In Fig. 5d wird das gerundete Kopfende 35 des Drehschwingungs-Dämpf-Gliedes X in eine Vertiefung oder Bohrung 37 des Widerlagers Y eingeführt. Die Bohrungswandungen können gerundet oder kegelförmige aufgeweitet sein.
In Fig. 5e hat das Drehschwingungs-Dämpf-Glied X die
Form eines Pilzes 39 mit einer unterseitigen Vertiefung 40, die auf einen Vorsprung 38 des Widerlagers Y aufgesetzt wird.
In Fig. 5f ist das Drehschwingung-Dämpf-Glied X ein Zapfen 41 mit schrägem Kopfende 42. Das Widerlager Y hat die Form einer sägezahnförmigen Vertiefung 43 mit einem einseitigen Anschlag 44. Es reicht aus, zum Unterdrücken von Drehschwingungen einen sicheren Formschluß in nur einer Drehrichtung sicherzustellen.
In Fig. 5g ist das Drehschwingungs-Dämpf-Glied X ein Stößel 45, der an seinem Kopfende einen Magneten 46 trägt. Das Widerlager Y besteht entweder aus magnetischem Material oder ist mit einem Magneten 47 bestückt, der bei Anliegen des Magneten 46 einen Kraftschluß herstellt. Das Widerlager Y kann im Vorschubkörper 6 enthalten sein.
Gemäß Fig. 5h ist das Drehschwingungs-Dämpf-Glied X eine Druckluftdüse 48, die an eine Druckquelle Q angeschlossen und auf das Widerlager Y ausgerichtet ist, das die Form eines Leitelementes 49 hat. Der aus der Düse 48 austretende Strahl erzeugt an der Leitfläche 49 eine Störkraft, die das Entwickeln einer Drehschwingungs-Dämpfung verhindert. Die Schlitze 20 im Vorschubkörper 6 dienen als Strömungsdurchgänge beiderseits des Leitele entes 49.
Gemäß Fig. 5i ist das Drehschwingungs-Dämpf-Glied X ein Stößel 50, der mit seinem Kopfende 51 in eine Vertiefung 52 des Widerlagers Y einführbar ist. Am Grund der Vertiefung 52 ist ein elastischer Reibbelag 53 angebracht. Das Widerlager Y kann nicht nur im
Vorschubkörper 6 angeordnet sein, oder - wie hier angedeutet - in einem der Längsstäbe 4b des Speicherkörpers 4. Es benötigt das
Drehschwingungs-Dämpf-Glied X einen Bewegungsantrieb, der ihm die in Richtung eines Doppelpfeils angedeuteten Bewegungen erteilt.
In Fig. 6 ist schematisch ein Bewegungsantrieb für ein als Doppelhebel 54 ausgebildetes Drehschwingungs-Dämpf-Glied X angedeutet. Der Doppelhebel 54 ist in der Abstützung A um eine Achse 55 schwenkbar und wird an einem Ende von einem Bewegungsantrieb 56, der eine Taktsteuerung enthält, beaufschlagt. Eine Rückstellfeder 57 wirkt dem Bewegungsantrieb 56 entgegen. Das Widerlager Y kann entweder am Vorschubkörper 6 oder an einem Längsstab 4b des Speicherkörpers 4 angeordnet sein.
Bei einer weiteren Ausführungsform einer Fadenspeicherund -liefervorrichtung F gemäß den Fig. 7 und 8 wird die Drehschwingungs-Dämpf-Verbindung D zwischen einer relativ zur Komponentengruppe K feststehenden Abstützung A, 58 und der Speicherfläche S hergestellt. Das Drehschwingungs-Dämpf-Glied X hat die in Fig. 5i gezeigte Ausbildung , d.h. der Stößel 50 wird mit seinem Kopfende an die Speicherfläche S radial angesetzt, um den Eingriff herzustellen. In der Abstützung 58, die dem Gehäuse G angehören kann aber nicht muß, ist eine Halterung 59 für einen Bewegungsantrieb 60 gehalten. Der Bewegungsantrieb 60 steht zweckmäßigerweise mit einer Steuerung in Verbindung, die das Drehschwingungsdämpfglied X nur dann betätigt, wenn der Faden 8 gerade in einer Abzugspause bewegungslos verharrt. Der weitere Aufbau der
Vorrichtung F gemäß Fig. 7 entspricht dem Aufbau der Fig. 1 bis 3. Ist die Vorrichtung F mit einer Stopvorrichtung 21 ausgestattet, wird das Drehschwingungs-Dämpf-Glied X immer dann in Eingriff gebracht, wenn das Stopelement 23 den ablaufenden Faden festhält. Gemäß den Fig. 7 und 8 ist das Drehschwingungs-Dämpf-Glied X in Umfangsrichtung relativ zur Stopvorrichtung 21 versetzt. Denkbar wäre es auch, das Drehschwingungs-Dämpf-Glied in axialer Richtung gegenüber der Stopvorrichtung 21 zu versetzen. In Fig. 7 beträgt die Versetzung 180° in Umfangsrichtung, in Fig. 8 nur 90°.
In diese Ausführungsform ist getrennt von der Stopvorrichtung 21 das Drehschwingungs-Dämpf-Glied X in einer eigenen Abstützung A, 58 angeordnet. Dieses Prinzip könnte auch für eine Fadenspeicher- und -liefervorrichtung ohne Stopvorrichtung benutzt werden, sofern der Bewegungsantrieb 60 in Abhängigkeit von der Abzugsbewegung des Fadens gesteuert wird.
Es kann das Drehschwingungs-Dämpf-Glied X mit seinem Bewegungsantrieb 60 jedoch auch baulich in die Stopvorrichtung 21 integriert sein. Besonders zweckmäßig ist es, wenn das Stopelement 23 gleichzeitig das Drehschwingungs-Dämpf-Glied X bildet, indem es mit der Vertiefung 23 formschlüssig zusammenarbeitet oder darin auf einen elastischen Belag 53 aufgedrückt wird, um die vorübergehende Drehschwingungs-Dämpfungs-Verbindung D immer dann herzustellen, wenn der Faden anzuhalten ist. In diesem Fall ist kein zusätzliches Drehschwingungs-Dämpf-Glied X erforderlich.