"Behältnis aus flexiblem Kunststoff zur Befestigung an einer starren Haftfläche und Verfahren zur Befestigung des Behältnisses an einer starren Haftfläche"
Die Erfindung betrifft ein Behältnis aus flexiblem Kunststoff zur Befestigung an einer starren Haftfläche und ein Verfah¬ ren zur Befestigung des flexiblen Behältnisses an der star¬ ren Haftfläche; darüber hinaus betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Befüllung von Druckgaspackungen, welche aus einem Druckgasbehälter, welcher ein Druckmittel enthält, und mindestens einem darin befindlichen flexiblen Püllbeutel, wel¬ cher der Aufnahme von Füllgut dient, bestehen, wobei der In¬ nenraum des flexiblen Füllbeutels mittels eines Ventils ver¬ schlossen ist, welches im Bereich der Öffnung des Druckgas¬ behälters angeordnet ist, sowie die Druckgaspackung und die mit dem Füllbeutel versehene Ventil-Beutel-Einheit.
Es sind Druckgaspackungen, welche vielfach als Aerosolgebinde bezeichnet sind, bekannt, bei denen das Füllgut und das Druck¬ mittel miteinander vermischt, ineinander gelöst und/oder dis- pergiert sind. Nach Betätigen des Ventils treten das Füllgut und das Druckmittel gemeinsam aus.
Weiterhin ist es bekannt, die Druckgaspackungen als sog.
Zweikammer-Sprühsysteme auszuführen, um- zu vermeiden, daß das Füllgut mit dem Druckgasbehälter und/oder mit dem Druck¬ mittel in Berührung gelangt. Auf diese Weise ist es möglich, aggressive und pastöse Füllgüter in Metallgehäusen, z.B. Weißblechdosen, abzufüllen und aus diesen auszusprühen, aus- zuschäumen oder auszuquetschen, ohne daß eine Vermischung mit dem Druckmittel erfolgt.
Bei den Zweikammer-Sprühsystemen findet als Außenbehälter ein Metall- oder Glasgehäuse Verwendung, wie sie als Aerosolge¬ binde seit Jahrzehnten zur Abfüllung von Gütern als Körper¬ pflegemittel, Haarpflegemittel, Insektizide, Imprägniersprays und technische Aerosole usw. eingesetzt werden. Die Innenbe¬ hälter, die zur Aufnahme des auszubringenden Füllgutes dienen, sind Füllbeutel aus flexiblem Material, wie Z.B. thermoplasti¬ schem Kunststoff oder Aluminium. Der Füllbeutel, der unter dem Überdruck des Druckmittels steht, wird bei Druckentlastung zusammengedrückt, wobei das Füllgut dann durch Betätigen eines Ventils in Sprühform, als Schaum oder Pastenstrang aus der Ventilöffnung der Druckgaspackung herausgefördert wird.
Als Druckmittel finden alle Arten von komprimierten Gasen, wie vorzugsweise auch umweltgerechte Druckluft, Verwendung, ebenso wie unter Druck kondensierende Gase.
Allen diesen bekannten Zweikammer-Sprühsystemen ist der Nachteil gemeinsam, daß sich in einem druckfesten Druck¬ gasbehälter an dessen Boden oder in einem anderen Bereich eine Öffnung befindet. Der flexible Füllbeutel wird an dem Rand einer im Druckgasbehälter vorgesehenen Mündung beim Verschließvorgang durch Einquetschung aufgehängt. Um Raum für die Wandstärke des Füllbeutels zu gewinnen, wird die an den Aerosolgebinden standardmäßig vorhandene Mündung auf¬ geweitet. Durch die dennoch vergleichsweise enge Öffnung des Druckgas- bzw. Druckmittelbehälters muß der einen vergleichs¬ weise größeren Querschnitt aufweisende Füllbeutel unter zwangs¬ läufiger, zeitweiliger Verformung in den Druckgas- bzw. Druckmittelbehälter eingeführt werden. Hierbei kann es zu Beschädigungen des Füllbeutels kommen, aufgrund deren eine ungewollte Vermischung des Füllguts mit dem Druckmittel auf¬ treten kann.
Der Abfüllvorgang geschieht in der Weise, daß zunächst das Füllgut in den zuvor in den Druckgas- bzw. Druckmittelbe¬ hälter eingebrachten leeren Füllbeutel eingefüllt wird, bis der Füllbeutel wieder in seine ursprüngliche Gestalt zurück¬ versetzt und mit dem Füllgut gefüllt ist.
In einem weiteren, getrennten Arbeitsgang wird das Ventil aufgesetzt und dessen Tellerrand zusammen mit der krempenför-
mig ausgebildeten Mündung des Füllbeutels durch Verclinchung oder Vercrimpung mit dem Druckgasbehälter dauerhaft verbun¬ den.
Die Befüllung des Druckgas- bzw. Druckmittelbehälters der herkömmlichen Zweikammer-Systeme mit Druckmittel bedingt eine aufwendige Technologie, weil am Boden der Behälter oder im das Ventil umgebenden Bereich der Behälter zunächst eine Öffnung ausgebildet werden muß. Mit einer speziellen Vor¬ richtung wird durch diese Öffnung das Druckmittel eingebracht. Danach wird die Öffnung mit einem elastischen Stopfen ver¬ schlossen. Nunmehr wird auf das Ventilgehäuse der zur manuel¬ len Betätigung erforderliche Sprühkopf oder Pastenstrangkopf aufgesetzt. Bei Betätigen des Ventilkopfes strömt das Füll¬ gut unter der Einwirkung des den Füllbeutel beaufschlagenden Druckmittels aus der Druckgaspackung aus.
Mit der Erkenntnis, daß die in Aerosolgebinden bis vor kurzem in der Regel enthaltenen Treibmittel, nämlich Fluorchlorkoh¬ lenwasserstoffe, die Ozonhülle der Erde beschädigen, wächst das Interesse, diese Treibmittel durch weniger gefährliche kondensierbare Gase zu ersetzen oder auf solche Druckmittel * überhaupt zu verzichten. Die Zweikammer-Sprühsysteme, bei denen Druckluft als Druckmittel und damit als Treibmittel verwendet wird, bieten eine gute Alternative. Allerdings weist
dieses Zweikammer-System verschiedene Nachteile auf. Der in die Öffnung eingesetzte elastische Stopfen führt bei längeren Standzeiten infolge mangelhafter Abdichtung wegen unregelmäs- siger Ausbildung der Öffnung und/oder Ermüdung des Materials zu Druckverlust, durch welchen die Punktionsfähigkeit dieser Gebinde eingeschränkt, wenn nicht gar zunichte gemacht wird. Das Aufweiten der serienmäßigen Öffnung sowie das Einbringen der Öffnung bei den Blechdosen geschieht in der Regel mecha¬ nisch und in mehr oder weniger unkontrollierter Weise, so daß unregelmäßige Verformungen bei der Auf eitung bzw. bei der Lochung nicht zu vermeiden sind. Außerdem entsprechen solchermaßen bearbeitete Druckbehälter nicht mehr der ur¬ sprünglich von der Behörde dem Dosenhersteller hinsichtlich des Baumusters erteilten Zulassung. Darüber hinaus erweist sich der Füllprozeß dieser Gebinde als zeitraubend, umständ¬ lich und kostspielig.
Insbesondere bei pastösem Füllgut ist das Einschleppen von Luftblasen unvermeidlich. Luftblasen, in pastösem Füllgut eingeschlossen, sind deswegen recht lästig, weil sie sich beim Ausbringen des Füllguts spontan entspannen, wodurch es zum partiellen Aufplatzen des Füllgutstrangs kommen kann.
Besonders aufwendig ist das herkömmliche Verfahren, weil an¬ schließend die zunächst drucklose, verschlossene Druck-
packung zwecks Beaufschlagung mit einem Überdruck im Inneren zwischen Füllbeutel und Behälterwand im Bereich der zweiten, oben bereits erwähnten Öffnung abgedichtet werden muß.
Durch diese Öffnung wird dann der gewünschte Überdruck mit einem druckerhöhenden Medium, wie Preßluft oder einem anderen Druckgas, erzeugt.
Unter Beibehaltung des Drucks im Inneren der Packung muß die Öffnung schließlich, wie oben erläutert, durch einen Stopfen abgedichtet werden.
Die Beständigkeit der Abdichtung ist erfahrungsgemäß bei dem oben beschriebenen, herkömmlichen Zweikammer-Verfahren nicht immer gewährleistet.
Von diesem Stand der Technik ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, unter Vermeidung vorerwähnter Nachtei¬ le das gattungsgemäße Verfahren sowie die dazugehörige Ven¬ tileinheit und Druckgaspackung dahingehend weiter zu ver¬ bessern, daß nicht nur beliebige Druckmittel, insbesondere Luft, sondern auch handelsübliche Gebinde Verwendung finden können und der gesamte Füllprozeß in vergleichsweise kurzer Zeit und damit mit entsprechend geringem Aufwand durchführ¬ bar ist. Insbesondere soll ein Behältnis aus elastisch ver-
formbarem, flexiblem Material geschaffen werden, das an einer Haftfläche so dauerhaft befestigbar ist, daß die mit¬ einander verbundenen Teile als Einheit gehandhabt, gelagert und transportiert werden können.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe in Bezug auf das Behält¬ nis mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Durch die be¬ sonderen Konturen im Bereich der Mündung des Behältnisses, die an diejenigen der Haftfläche angepaßt sind, wird das Behältnis bei der Evakuierung, die zugleich ein pneumati¬ scher BefestigungsVorgang ist, in sich zusammengezogen und an der Haftfläche fixiert. Die sichere Haftung wird dadurch erreicht, daß im Bereich der Mündung die Form des elasti¬ schen, flexiblen Kunststoffbehälters, welcher mit der Haft¬ fläche durch Anlegen eines Unterdrucks verbunden werden soll, der Kontur der Haftfläche angepaßt ist.
Durch die Ausgestaltung der Einschnürung gemäß Anspruch 2 wird das Behältnis hinsichtlich der Ausrichtung in bezug auf die Haftfläche orientiert. Darüberhinaus wird durch diese Einschnürung gewährleistet, daß der Mündungsbereich des Füllbeutels bei einer Evakuierung desselben sicher an der Haftfläche anhaftet. Fehlte diese Möglichkeit zur Abstützung des Füllbeutels am Ventilgehäuse, könnte es vergleichsweise häufig vorkommen, daß sich der Füllbeutel bei seiner Eva-
kuierung in seinem Mündungsbereich zusammenzieht, wodurch die abdichtende Haftung des Mündungsbereichs des Füllbeutels an der Haftfläche verloren gehen könnte.
Sofern das Behältnis gemäß Anspruch 3 ausgebildet ist, wird es infolge seiner Beschaffenheit und Gestalt im Augenblick der pneumatischen Befestigung zusammengezogen und an der Haft¬ fläche hinsichtlich der Gestalt und der Ausrichtung nach vorge¬ gebenem Muster orientiert und fixiert.
Hinsichtlich der Ventileinheit wird die der Erfindung zugrun¬ deliegende Aufgabe durch die im Anspruch 4 angegebenen Merk¬ male gelöst; hierbei ist die bereits erwähnte Haftfläche am Tellerrand eines Sitzventils für Druckgaspackungen ausgebil¬ det. Der flexible Kunststoffbehälter - der Einfachheit halber nachfolgend kurz als Füllbeutel bezeichnet - wird an die Un¬ terseite des Ventiltellerrands zunächst leicht angedrückt.
* Durch Niederdrücken der Federpfanne des Ventils gegen die Fe¬ derkraft wird mittels einer Hohlnadel eine offene Verbindung zwischen Umfeld und dem Inneren des an die entsprechende Haftfläche angedrückten elastischen Füllbeutels geschaffen und durch diese die im Füllbeutel enthaltene Luft evakuiert.
■ Die Kombination aus Ventil und Füllbeutel kann als Einheit betrachtet werden. Wie herkömmliche Aerosolventil-Kombina¬ tionen, bestehend aus Ventil und eingeschobenem oder aufge-
setztem Steigrohr, kann die erfindungsgemäße Ventil-Beutel- Einheit, bestehend aus dem Ventil und dem daran pneumatisch befestigten, elastischen Füllbeutel, vormontiert, gelagert, transportiert und manuell oder maschinell in die Mündung eines leeren Druckgasbehälters eingebracht werden und in bekannter Weise mit entsprechend veränderten Werten mit die¬ sem durch Verclinchung oder Vercrimpung dauerhaft verbunden werden. Dank der zusammengezogenen, in Volumen und Querschnitt wesentlich verringerten Gestalt kann die Ventil-Beutel-Einheit mit dem am Ventilteller befestigten Füllbeutel mühelos manuell oder maschinell durch die Öffnung der leeren Druckgaspackung in dieselbe eingelegt und anschließend mit derselben an de¬ ren Rollrand verclincht werden.
Durch die Ausbildung einer Einschnürung gemäß Anspruch 5 kann der Füllbeutel in bezug auf den Ventilteller bei der Evakuierung exakt ausgerichtet und orientiert werden.
Gemäß Anspruch 6 ist der Füllbeutel in seiner Form und sei¬ nem Profil durch Ausbuchtungen und/oder durch Längsnuten so gestaltet, daß bei dem pneumatischen Befestigungsprozeß durch den Unterdruck eine gestreckte und senkrecht zur Achse der Haftfläche stehende Ausrichtung erfolgt und der Beutel zu einem mehrzackig sternförmigen Strang, einer plattge¬ drückten, leicht gekrümmten, längsgestreckten Blase oder
einer anderen, durch die Formung des Füllbeutels vorgeb¬ baren Gestalt zusammengezogen wird. Der Querschnitt des Füllbeutels wird dabei wesentlich verringert; der am Ven¬ til angebrachte Füllbeutel wird beispielsweise bei Anbrin¬ gung von drei oder mehr Längsnuten im Rumpfbereich als gerad¬ linig gestreckter, mehrzackig sternförmiger Strang ausgebil¬ det, der senkrecht zum Ventilteller ausgerichtet ist.
Sind gemäß Anspruch 7 am Beutel lediglich zwei Längsnuten an gegenüberliegenden Seiten angebracht, verformt sich der Füllbeutel nach Anlegen des Unterdrucks zu einer längsge¬ streckten, leicht gekrümmten, plattgedrückten Blase, die unschwer zusammengewickelt werden kann.
Gemäß Anspruch 8 wird eine besonders feste Anhaftung des Mündungsbereichs des Füllbeutels am Tellerrand des Ventil¬ tellers erreicht.
Die Dichtigkeitseigenschaften der Verbindung zwischen dem Ventilteller und dem Füllbeutel können durch die gemäß An¬ spruch 9 vorgeschlagenen Maßnahmen erheblich verbessert wer¬ den.
Hinsichtlich der Druckgaspackung wird die der Erfindung zu¬ grundeliegende Aufgabe durch die im Anspruch 10 vorgeschla-
genen Maßnahmen gelöst. Durch die als einteiliges Bauteil ausgestaltete Ventil-Beutel-Einheit wird eine erhebliche Ver¬ einfachung der Montage der erfindungsgemäßen Druckgaspacküng erreicht.
Durch das im Anspruch 11 angegebene Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen Ventil-Beutel-Einheit wird nach dem Abdichten des Ventils durch Entlasten der Federpfanne und Aufhebung des äußeren Überdrucks der zusammengezogene Füll¬ beutel unter der Wirkung des in seinem Innenraum herrschen¬ den Unterdrucks so stark an der Haf fläche festgehalten, daß er erst unter Anlegen einer die beträchtlich hohe Ansaugkraft übersteigenden Zugkraft wieder abgelöst werden kann. Das er- erfindungsgemäße Verfahren unterscheidet sich demnach von allen bekannten bei Zweikammer-Systemen angewendeten Verfahren da¬ durch, daß der Füllbeutel vor der Befüllung mit Füllgut luft¬ leer gemacht wird.
Gemäß Anspruch 12 wird die erwünschte Orientierung des Füll¬ beutels in bezug auf den Ventilteller erreicht. Darüber hinaus wird mittels der Einschnürung sichergestellt, daß der Füll¬ beutel während der Evakuierung fest am Ventilteller fixiert wird. Fehlte diese Möglichkeit zur Abstützung des Füllbeutels am Ventilgehäuse, könnte es vergleichsweise häufig vorkommen, daß sich der Füllbeutel bei seiner Evakuierung in seinem
Mündungsbereich zusammenzieht, wodurch die abdichtende Haftung des Mündungsbereichs des Füllbeutels an der Unterseite des Ventiltellers verloren gehen könnte.
Hinsichtlich des Verfahrens zur Montage und Füllung einer Druckgaspackung wird die der Erfindung zugrundeliegende Auf¬ gabe erfindungsgemäß durch die im Anspruch 13 angegebenen Merkmale gelöst. Durch die Volumenvergrößerung des im gefüll¬ ten Druckgasbehälter seinerseits gefüllten Füllbeutels wird im Zwischenraum zwischen der Innenwand des Druckgasbehälters und dem nunmehr ausgedehnten Füllbeutel ein Überdruck erzeugt, ohne daß ein solcher Überdruck, wie im Zusammenhang mit den herkömmlichen, sog. Zweikammer-Verfahren beschrieben, durch eine zusätzliche Öffnung im Druckgasbehälter erst im nach¬ hinein aufgebaut werden müßte. Das Füllgut kommt nicht mit der Innenwandung des Behälters in Berührung und kann unter Luftabschluß in den im Druckgasbehälter befindlichen Füllbeutel eindosiert werden.
Durch die gemäß Anspruch 14 vorgeschlagene Vorgehensweise kann verhindert werden, daß der Füllbeutel innerhalb des Druckgasbehälters bei äußeren Beanspruchungen des letzteren, wie sie z.B. beim Transport und Umschlag auftreten können, durch Anschlagen an die Innenwand des Druckgasbehälters be¬ schädigt werden kann. Darüber hinaus wird durch weitgehende
Ausfüllung des Innenraums des Druckgasbehälters durch den Füllbeutel der zum Austreiben des Füllguts zur Verfügung stehende Überdruck erhöht.
Durch die gemäß Anspruch 15 vorgeschlagene Vorgehensweise können durch Recken des flexiblen, vorzugsweise thermoplasti¬ schen Materials des Füllbeutels dessen Molekularstruktur so¬ wie physikalischen Eigenschaften, insbesondere die Permeabi¬ lität, verbessert werden. Überraschenderweise wurde heraus¬ gefunden, daß eine Difussion, wie sie bei bekannten unge- reckten Füllbeuteln im Laufe der Zeit eintrat, nicht mehr erfolgt. Durch die Ausdehnung des Beutels während der Be- füllung mit Füllgut wird dieser zur Berührung mit dem Bo¬ den des Druckgasbehälters und/oder mit dessen Innenwandung gebracht, wodurch sich zudem ein fest verankerter Sitz des Füllbeutels im Druckgasbehälter ergibt.
Durch die Vorgehensweise gemäß Anspruch 16 kann der zum Aus¬ treiben des Füllguts aus der Druckgaspackung zur Verfügung stehende Überdruck weiter erhöht werden.
Im folgenden wird die Erfindung an Hand von Ausführungsformen unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert. Es zeigen;
Figur 1 eine Seiten- und Unteransicht eines
an einem Ventilteller befestigbaren Füllbeutels;
Figur 2 eine Ventileinheit aus Ventilteller, Gehäuse, Element und Füllbeutel;
Figur 3 die in einen Druckgasbehälter einge¬ setzte Ventileinheit und
Figur 4 die in den Druckgasbehälter eingesetzte Ventileinheit, wobei der Püllbeutel ge¬ füllt ist.
Die in Figur 1 gezeigte, als Aerosolventil ausgebildete Ven¬ tileinheit 4 hat einen Ventilteller 3, ein als Federpfanne ausgebildetes Ventilelement 9, ein Ventilgehäuse 8, das an seinem oberen Bereich durch Eincrimpung mit dem Ventilteller 3 verbunden und in dem die Federpfanne 9 aufgenommen ist, und einen Püllbeutel 2. In der Darstellung ist der Füllbeutel 2 noch nicht am Ventilteller 3 befestigt.
Der Füllbeutel 2 besteht aus einem flexiblen Kunststoffma¬ terial, vorzugsweise aus Polyethylen, ist von der Grundform her etwa zylindrisch ausgebildet und hat einen konvex nach unten gekrümmten Bodenbereich 20 sowie einen sich daran an¬ schließenden Rumpf 19. Oberhalb des Rumpfs 19 ist eine Ein¬ schnürung 13 ausgebildet, die in einem Erweiterungsbereich 18 in den Rumpf 19 übergeht. An ihrem oberen Ende geht die
Einschnürung 13 in einen sich erweiternden Mündungsbereich 1 über; der Mündungsbereich 1 hat im Anschluß an die Ein¬ schnürung 13 zunächst einen sich stark radial erweiternden Unterabschnitt 21, einen sich daran anschließenden, etwa zylindrisch ausgebildeten Mittelabschnitt 24 und eine sich oben an den Mittelabschnitt 24 anschließende, umlaufende und im Querschnitt muldenförmig ausgebildete Krempe 5. Am Rumpf 19 des Füllbeutels 2 sind nach innen eingebuchtete Längsnuten 14, die sich bis in den Bodenbereich 20 des Füll¬ beutels erstrecken, und nach außen vorstehende Ausbuchtun¬ gen 22, die sich bis in den Erweiterungsbereich 18 des Füll¬ beutels 2 erstrecken, ausgebildet.
Der Ventilteller 3 ist an seinem Tellerrand 6 muldenförmig gebogen. Im Bereich des Tellerrands 6 entspricht die untere Fläche 15 des Ventiltellers 3 von ihrer Formgebung her der Krempe 5 des Füllbeutels 2. Am Scheitel der Krempe 5 oder an der entsprechenden Stelle an der Unterfläche 15 des muldenför¬ migen Tellerrands 6 kann eine nicht dargestellte kreisför¬ mige Dichtlippe angeordnet werden.
Um den Füllbeutel 2 mit dem Ventilteller 3 zu verbinden und so die einteilige Ventileinheit bzw. Ventil-Beutel-Einheit 4 herzustellen, wird der Füllbeutel 2 in bezug auf den Ventil¬ teller 3 so positioniert, daß die Krempe 5 des Füllbeutels 2
ggf. unter Zwischenschaltung der oben erwähnten Dichtlippe in Anlage an die im Bereich des Tellerrands 6 muldenförmige Unterfläche 15 des Ventiltellers 3 gerät. Bei dieser Positio¬ nierung des Füllbeutels 2 gerät die Innenfläche der Ein¬ schnürung 13 des Füllbeutels 2 in die Nähe oder sogar in An¬ lage an die Außenfläche des Ventilgehäuses 8. Nunmehr wird mittels einer Hohlnadel 7 die Federpfanne 9 innerhalb des Ventilgehäuses 8 eingedrückt; von außen wird das Ventilgehäuse 8 mit Unterdruck beaufschlagt, woraufhin der Innenraum 17 des Füllbeutels 2 evakuiert wird. Bei dieser Evakuierung haf¬ tet der Mündungsbereich 1 des Füllbeutels 2 fest an der Un¬ terfläche 15 des Ventiltellers 3 an, wobei insbesondere die Krempe 5 und der etwa zylindrische Mittelabschnitt 24 des Mündungsbereiches 1 aufgrund der Wirkung des Unterdrucks fest an die Unterfläche 15 des Ventiltellers 3 angepreßt werden. Auch die Innenfläche der Einschnürung 13 gerät in feste Anlage an die Außenfläche des Ventilgehäuses 8, woraus eine Positionierung des evakuierten Füllbeutels 2 etwa senk¬ recht zum Ventilteller 3 resultiert. Aufgrund seiner Ausbil¬ dung mit den vier Längsnuten 14 und den vier Ausbuchtungen 22 nimmt die Querschnittsform des Füllbeutels 2 im darge¬ stellten Ausführungsbeispiel nach der Evakuierung die in •Figur 2 unten dargestellte Gestalt an.
Es ist auch möglich, im Füllbeutel 2 lediglich zwei einan-
der diametral gegenüberliegende Längsnuten 14 auszubilden, woraufhin der Füllbeutel 2 nach seiner Evakuierung in ein¬ facher Weise in Richtung auf den Ventilteller 3 aufgerollt werden kann.
Durch eine entsprechende Formgebung des Füllbeutels 2 kann dieser nach der Evakuierung jede gewünschte Gestalt anneh¬ men.
Nach der Evakuierung, d.h. nach der Entlüftung des Innen¬ raums 17 des Füllbeutels 2, wird die Hohlnadel 7 abgezogen. Aufgrund der Federspannung der Federpfanne 9 wird das Ven¬ tilgehäuse 8 automatisch geschlossen. Der Füllbeutel 2 haf¬ tet mit seinem Mündungsbereich 1 fest an der Unterfläche 15 des Ventiltellers 3 an. Eine Trennung ist nur unter Auf¬ bringung einer enorm großen Zugkraft möglich und daher sehr unwahrscheinlich.
Somit ist nach der Evakuierung die in Figur 2 dargestellte Ventil- bzw. Ventil-Beutel-Einheit 4 hergestellt. Diese kann als einheitliches Bauteil gelagert, transportiert und weiter gehandhabt werden.
Zum Einbau in eine Druckgaspackung wird die Ventil-Beutel- Einheit durch die Öffnung 16 in einer Stirnseite eines zy-
lindrischen Druckgasbehälters 10 in das- Innere des Druck¬ gasbehälters 10 eingesetzt. Der Druckgasbehälter 10 ist am die Öffnung 16 umgrenzenden Randbereich mit einem Rollrand 11 ausgebildet. Dieser Rollrand 11 ist von seiner Formgebung her so ausgebildet, daß er flächig an der durch die Krempe 5 bzw. den Tellerrand 6 ausgestalteten Mulde anliegt. Zur Ver¬ besserung der Dichtigkeitseigenschaften kann am Scheitel der Mulde eine O-Ring-Dichtung 12 eingelegt werden.
Nach dem Einsetzen der Ventil-Beutel-Einheit 4 in den Druck¬ gasbehälter 10 wird der letztere mit dem Druckgas gefüllt. Hierzu wird die Ventil-Beutel-Einheit 4 aus der in Figur 3 dargestellten Stellung in bezug auf den Druckgasbehälter 10 leicht angehoben. Hierdurch bildet sich zwischen der Außen¬ seite des an der Unterfläche 15 des Ventiltellers 3 haften¬ den Mündungsbereichs 1 des evakuierten Füllbeutels 2 und dem die Öffnung 16 umgebenden Rollrand 11 des Druckgasbehälters 10 ein Zwischenraum. Durch diesen Zwischenraum wird der In¬ nenraum 23 des Druckgasbehälters 10 mit dem Druckgas gefüllt. Während dieser Füllung wird das Ventil-Beutel-Element 4 mag¬ netisch, pneumatisch und/oder mechanisch in der den Zwischen¬ raum ausbildenden Stellung gehalten. Mit der Füllung des Druckgasbehälters 10 mit Druckgas wird fortgefahren, bis der gesamte, den evakuierten Füllbeutel 2 umgebende Innenraum 23 des Druckgasbehälters 10 mit Druckgas gefüllt ist. Daraufhin
wird die Ventil-Beutel-Einheit 4 ganz in den Druckgasbehäl¬ ter 10 eingesetzt. Hierbei legt sich der mit dem Ventiltel¬ ler 3 verbundene Mündungsbereich 1 des Füllbeutels 2 mit der Krempe 5 auf den Rollrand 11 des Druckgasbehälters 10. Hiernach wird der Tellerrand 6 des Ventiltellers 3 mit dem Rollrand 11 des Druckgasbehälters 10 verclincht. Bei der Verclinchung fügt sich die zwischen der Krempe 5 und dem Rollrand 11 eingelegte O-Ring-Dichtung abdichtend zwischen die Krempenunterseite und den Rollrand 11 ein.
Wird die Füllung des Druckgasbehälters 10 mit Druckmittel bzw. -gas unter einem definierten Überdruck vorgenommen, was durch Verwendung eines an sich bekannten Überdruck-Füllkopfes geschehen kann, wird dieser definierte Überdruck aufrecht erhalten, bis die Ventil-Beutel-Einheit 4 mit dem evakuier¬ ten Füllbeutel 2 am Druckgasbehälter 10 in der vorstehend beschriebenen Weise befestigt bzw. verclincht worden ist. Hierdurch kann im Innenraum 23 des Druckgasbehälters 10 ein definierter Überdruck vorgelegt werden. Um diesen vorgelegten Überdruck erhöht sich der Überdruck im Innenraum des Druck¬ gasbehälters 10 über den durch die Einbringung des flüssigen oder pastösen Füllgutes und durch die Überdehnung des Füllbeu¬ tels erzeugten Überdruck hinaus.
Nach der Verclinchung der Ventil-Beutel-Einheit 4 am Druck-
gasbehälter 10 und ggf. nach Entfernung des zur Schaffung eines definierten Überdrucks benutzten Überdruck-Füllkopfs wird die im Ventilgehäuse 8 aufgenommene Federpfanne 9 ge¬ öffnet, wonach unter Überdruck das Füllgut, bei dem es sich um ein Gas, ein flüssiges oder pastöses Gut handeln kann, beispielsweise mittels eines an sich bekannten Flüssiggas- Füllkopfes in den bis dahin luftleeren bzw. evakuierten Füllbeutel 2 eingefüllt wird. Der bis dahin zusammengezo¬ gene Füllbeutel 2 entfaltet sich, bis er seine ursprüng¬ liche Gestalt wieder angenommen hat.
Wird daraufhin mit der Befüllung fortgefahren, erfolgt eine Überdehnung des Füllbeutels 2 mit dem gasförmigen, flüssigen oder pastösen Füllgut über die ursprüngliche Gestalt des Füll beuteis 2 hinaus.
Die Füllung bzw. Überdehnung des Füllbeutels 2 wird fortge¬ setzt, bis der Füllbeutel mit seiner Außenfläche weitgehend an der Innenfläche des Druckgasbehälters 10 anliegt.