Anordnung zur Druckabsicherung eines Druckbehälters
Die Erfindung bezieht sich auf eine Anordnung zur Druckabsi¬ cherung eines Druckbehälters, insbesondere für eine Druckhal- testation im Primärkreis eines Druckwasserreaktors.
Der im Primärkreis eines Druckwasserreaktors herrschende Be¬ triebsdruck, beispielsweise etwa 155 bar, darf nicht wesentlich überschritten werden, um eine Überbeanspruchung der Primär- kreiskomponenten zu vermeiden, wenn die im Inneren des Reak¬ tordruckbehälters freigesetzte Wärme durch das Kühlmittel nicht in ausreichendem Umfang abgeführt werden kann.
Um den Druck innerhalb des Primärkreises unterhalb des zulässi- gen Maximaldruckes, beispielsweise etwa 170 bar, zu halten, sind sogenannte Druckhaltestationen vorgesehen, die einen an den Primärkreis angeschlossenen Druckhalter umfassen, der über eine Ventilanordnung an eine Ausblaseleitung angeschlossen ist. Die Armatur ist in der Regel ein durch das im Druckhalter be- findliche Medium betätigtes Sicherheitsventil. Das Sicherheits¬ ventil kann hierzu durch einen mit Druck beaufschlagbaren und in einem Zylinder verschiebbar angeordneten Kolben geöffnet werden. Die Druckbeaufschlagung erfolgt über eine an den Druckhalter angeschlossene Druckentnahmeleitung, die über ein Steuerventil an den Steuerraum des Zylinders angeschlossen ist. Über diese Druckentnahmeleitung wird im Bedarfsfall der im Druckhalter herrschende statische Druck bei geöffnetem Steuer¬ ventil auf den Kolben des Sicherheitsventils geleitet und be¬ wirkt ein Öffnen des Sicherheitsventils.
In der Druckentnahmeleitung herrscht immer der Innendruck des Druckhalters. Im Ansprechfall ist zusätzlich die zwischen dem Steuerventil und dem Zylinder des Sicherheitsventils ange¬ ordnete Steuerleitung ebenfalls mit Hochdruck beaufschlagt. Aus Gründen der Redundanz sind für ein Sicherheitsventil meh¬ rere, beispielsweise vier, voneinander unabhängig arbeitende
Steuerventile vorgesehen. Die hierzu erforderlichen Rohrlei¬ tungen stellen jedoch im Falle eines Berstens einen zusätz¬ lichen Risikofaktor dar.
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, eine Anordnung zur Druckabsicherung eines Druckbehälters anzugeben, bei dem dieser Nachteil vermieden ist.
Die genannte Aufgabe wird gemäß der Erfindung mit einer Anord- nung zur Druckabsicherung eines Druckbehälters gelöst, die eine Ventilanordnung mit wenigstens einem über ein aus dem Druckbehälter herangeführtes Medium hydraulisch betätigbaren Sicherheitsventil enthält, wobei zum Heranführen des Mediums an das Sicherheitsventil Leitungen vorgesehen sind, die keine freiliegenden Abschnitte enthalten.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung ist a) eine unmittelbar an einem Stutzen des Druckbehälters ange¬ ordnete Ventilanordnung vorgesehen, die mehrere,einen ge- meinsamen Gehäuseblock bildende Ventile enthält, wobei b) die Ventilanordnung ein Sicherheitsventil enthält, das c) durch ein über wenigstens eine Druckentnahmeleitung sowie wenigstens eine Steuerleitung aus dem Druckbehälter heran¬ geführtes Medium hydraulisch betätigbar ist, wobei d) die Druckentnahmeleitungen und die Steuerleitungen inner¬ halb des Druckbehälters, des Stutzens und des Gehäuse¬ blockes angeordnet sind.
Die Druckentnahmeleitung und die an sie angeschlossene Steuer- leitung verlaufen vollständig innerhalb einer kompakten Ge¬ häuseeinheit, die durch den Druckbehälter, den Stutzen und den Gehäuseblock der Ventilanordnung gebildet ist. Da die das Sicherheitsventil enthaltende Ventilanordnung direkt und ohne Zwischenschaltung von freiliegenden Rohrleitungen an einem Stutzen des Druckbehälters angeordnet ist und die Druckent¬ nahmeleitungen sowie die Steuerleitungen in Gestalt von
innerhalb des Druckbehälters und des Stutzens, bzw. innerhalb des Gehäuseblockes der Ventilanordnung angeordneten Kanälen ausgeführt sind, ist ein Bruch der Druckentnahme- und der Steuerleitungen praktisch ausgeschlossen. Außerdem wird eine kompakte Gestaltung der gesamten Anordnung ermöglicht.
Vorzugsweise sind zur hydraulischen Betätigung des Sicher¬ heitsventils innerhalb des Druckbehälters und des Stutzens Mittel zur Entnahme des vom Strömungsvorgang während des Ab- blasens unbeeinflußten statischen Behälterdruckes vorgesehen, und die Mittel zur Druckentnahme sind direkt an einen im Gehäuseblock verlaufenden Druckentnahmekanal angeschlossen.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist ein rohr- förmig verlängerter Stutzen vorgesehen, der mit einer Druck¬ entnahmeöffnung versehen ist, die durch eine in das Innere des Druckhalters führende Manschette vom Strömungskanal des auszublasenden Mediums räumlich getrennt ist. Durch diese Maßnahme ist gewährleistet, daß stets der volle im Inneren des Druckbehälters herrschende statische Druck zur Betätigung des Steuerventils und damit im Steuerraum des Sicherheitsventils auch dann zur Verfügung steht, wenn der Druck im Strömungskanal durch den einsetzenden Abblasevorgang absinkt.
Eine Instabilität des Steuerventils und damit des Sicherheits¬ ventils wird dadurch vermieden.
In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist die Ven¬ tilanordnung radial am rohrförmig verlängerten Stutzen ange- ordnet. Zur Erhöhung der Redundanz können dadurch mehrere bau¬ gleiche Ventilanordnungen sternförmig am Stutzen angeordnet werden.
Zur weiteren Erläuterung der Erfindung wird auf das Ausfüh- rungsbeispiel der Zeichnung verwiesen, in deren einziger Figur eine erfindungsgemäße Anordnung zur Druckabsicherung eines
Druckbehälters schematisch in einem Schnitt veranschaulicht ist.
Entsprechend der Figur ist ein Druckbehälter 2 mit einem bei- spielsweise zylindrischen Stutzen 4 versehen, an dem direkt eine mehrere Ventile enthaltende Ventilanordnung 6 mit ihrem Gehäuseblock 7 radial angeflanscht ist. Der Gehäuseblock 7 kann aus mehreren Gehäuseteilen zusammengesetzt sein. Der Stutzen 4 ist im Beispiel der Figur an einen kurzen Stutzen 3 des Druck- behälters 2 angeflanscht. Der Stutzen 4 kann jedoch auch di¬ rekt an den Druckbehälter 2 angeschweißt sein.
Die Ventilanordnung 6 verbindet den Innenraum des Druckbehäl¬ ters 2 über den Stutzen 4 und ein Sicherheitsventil 8 mit einer Ausblaseleitung 12. Das Sicherheitsventil 8 enthält einen in einem Zylinder 14 beweglichen Kolben 16, der auf seiner von einem Verschlußstück 18 abgewandten Fläche 20 mit Druck beauf¬ schlagt werden kann.
Bei Druckbeaufschlagung mit einem Druck, der beispielsweise dem statischen Druck im Druckbehälter 2 entspricht, bewegt sich aufgrund der gegenüber dem Verschlußstück 18 größeren wirksamen Fläche 20 des Kolbens 16 im Beispiel der Figur das Verschlußstück 18 nach links und öffnet den Innenraum 10 des Stutzens 4 zur Ausblaseleitung 12. Die Druckbeaufschlagung des Kolbens 16 erfolgt im Ansprechfall durch das im Druckbehälter 2 befindliche Medium. Der Steuerraum 22 des Zylinders 14 ist zu diesem Zweck an einen Steuerkanal 30 angeschlossen, der über ein Steuerventil 32 mit einem Druckentnahmekanal 34 in Verbin- düng steht. Steuerkanal 30 und Druckentnahmekanal 34 verlaufen beispielsweise in Form von Bohrungen innerhalb des Gehäuse¬ blockes 7 der Ventilanordnung 6, so daß keine freien Rohrlei¬ tungen erforderlich sind.
Die Druckentnahmeleitung 34 ist an eine im Stutzen 4 befind¬ liche Druckentnahmeöffnung 36 angeschlossen. Die Druckent-
nah eöffnung 36 führt in einen ringförmigen Innenraum 38, der durch eine Manschette 40 vom zur Ausblaseleitung 12 führenden Strömungskanal 42 getrennt ist. Die hohlzylindrische Man¬ schette 40 erstreckt sich bis in das Innere des Druckhalters 2, so daß der an der Druckentnahmeöffnung 36 anstehende Druck dem im Druckbehälter 2 herrschenden Druck auch dann entspricht, w&nn beim Ansprechen des Sicherheitsventils 8 der Strö¬ mungskanal 42 vom Druckmedium durchströmt wird.
Das Steuerventil 32, das beispielsweise über eine Druckfeder 33 auf einen beispielsweise etwa 170 bar entsprechenden Druck vor¬ gespannt ist, bleibt bei Überschreiten dieses Druckes im Druck¬ halter 2 zuverlässig geöffnet, da die innerhalb der Manschette 40 und im Innenraum 10 des Stutzens 4 einsetzende Strömung ohne Einfluß auf den in der Druckentnahmeleitung 34 herrschen¬ den Druck ist.
Nach Erreichen des Schließdruckes, der z.B. 10 % unter dem An¬ sprechdruck liegen kann, schließt das Steuerventil 32 und der mit Druck beaufschlagte Steuerraum 22 des Zylinders 14 wird über einen mit einer Drossel 44 versehenen Entlüftungskanal 46 in die Ausblaseleitung 12 entlüftet.
Im Beispiel der Figur ist eine Armatur 6 mit nur einem Steuer- kanal 30, einem Steuerventil 32 und einem Druckentnahmekanal 34 dargestellt. Aus sicherheitstechnischen Gründen können je¬ doch in der Armatur 6 mehrere Druckentnahmekanäle 34 sowie Steuerventile 32 und Steuerkanäle 30 vorgesehen sein. Darüber hinaus kann jeder Steuerkanal 30 und jeder Druckkanal 34 zu- sätzlich mit handbetätigbaren Ventilen versehen sein, um bei¬ spielsweise ein während des Betriebes undicht gewordenes Steuerventil 32 wegzuschalten und dafür ein bis dahin in Re¬ serve gehaltenes abgesperrtes Steuerventil zuzuschalten.
Die in der Figur dargestellte bevorzugte Ausführungsform er¬ möglicht durch die rohrförmig verlängerte Gestaltung des
Stutzens 4 die sternförmige Anbringung mehrerer baugleicher Ventilanordnungen. Dadurch wird die Redundanz beträchtlich erhöht.
Bei geringeren Sicherheitsanforderungen ist ein verlängerter Stutzen 4 nicht erforderlich, und die Ventilanordnung 6 kann direkt auf die Stirnseite des kurzen Stutzens 3 angeordnet werden.
Zur Entnahme des statischen Druckes kann auch anstelle eines ringförmigen Kanals gemäß dem in der Figur dargestellten Aus¬ führungsbeispieles eine oder mehrere am Druckentnahmekanal 34 der Ventilanordnung 6 angeschlossene und innerhalb des Druck¬ behälters 2 in eine von der Strömung im wesentlichen unbeein- flußte Zone führende Kanäle vorgesehen sein.