Einsatz für Schusswaffen zum Verschiessen kleinerkalibriger Munition sowie Verfahren zur Herstellung des zugehörigen
Einsatzlaufes
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Einsatz für eine Schusswaffe, zum Beispiel für ein Gewehr oder eine Faust¬ feuerwaffe, mittels dessen eine Munition kleineren Kalibers verschiessbar ist, als jene, für welche die betreffende Schusswaffe gebaut ist. Ausserdem hat die Erfindung ein Ver¬ fahren zum Gegenstand, mittels dessen der zu diesem Einsatz gehörige Einsatzlauf herstellbar ist. Solche Einsätze werden vorallem in grosskalibrigen Gewehren oder Faustfeuerwaffen für Uebungszwecke verwendet, so dass der Schütze das Zielen und die Schussabgabe auch auf kleinere Distanzen üben kann. Ausserdem ist diese kleinerkalibrige Munition erheblich preisgünstiger und deren Verschiessen erzeugt im Vergleich zur grosskalibrigen Munition einen erheblich geringeren Schiesslärm. Deswegen sind solche Einsätze für das Schiess-
training sehr gefragt. Gerade auch für die Ausbildung von Schiessanfängern eignet sich das Verschiessen von Munition kleineren Kalibers hervorragend, indem der Schütze bereits an die Handhabung der grosskalibrigen Schusswaffe angewöhnt wer¬ den kann und Erfahrungen mit dem Zielen und der Schussabgabe sammeln kann. Die Schiessausbildung ist durch Verwendung sol¬ cher Einsätze preisgünstiger oder bei vergleichbaren Kosten viel effizienter, da mehr Munition verschossen werden kann. Zudem ist das Verschiessen von Munition dieses Kalibers nicht an besondere Vorschriften gebunden, sodass nicht stets ein Schiessstand aufgesucht werden muss, sondern auf öffentlichem Gelände, zum Beispiel in einem Wald oder auf Wiesland, aber auch auf Privatgrund die grosskalibrige Schusswaffe zum Verschiessen solcher Munition verwendet werden kann. Typischerweise schiesst man mit einer 4 mm Munition, die un¬ ter der Bezeichnung M20 im Handel erhältlich ist, auf eine Distanz von 10 Metern.
Derartige Einsätze für grosskalibrige Schusswaffen gehören in einigen Ausführungen zum Stand der Technik. Für den Schweizer Karabiner ist gegen Ende der Dreissiger Jahre der sogenannte Lienhard-Einsatz bekanntgeworden. Dieser kann auch im Schwei¬ zer Sturmgewehr 57 eingesetzt werden, der dasselbe Kaliber aufweist wie der Karabiner. Dieser Lienhard-Einsatz umfasst einerseits einen Einsatzlauf und andrerseits eine Ladehülse. Der Einsatziauf besteht aus einem Rohr mit einem Aussendurch¬ messer, welcher dem Kaliber des Gewehrlaufes entspricht, also für die genannten Gewehre einen Durchmesser von 7,55 mm auf¬ weist. Ueber die Länge des Einsatzlaufes verteilt sind in
dessen Aussenseite wenigstens zwei umlaufende Nuten eingelas¬ sen, in die je eine Schnürpackung oder je ein O-Ring aus gum¬ mielastischem Material eingelegt ist. Der Einsatzlauf weist einen Innendurchmesser auf, welcher überall mindestens 4 mm beträgt. Aus der Innenseite des Einsatzlaufes sind Züge mit einer Tiefe von 0.15 mm ausgehobelt, die sich über die Länge des Laufes um eine Viertel-Drehung winden. Der Innendurchmes¬ ser zwischen zwei gegenüberliegenden Zügen beträgt also 4.3 mm, und zwischen zwei gegenüberliegden Feldern 4 mm. Eine durch den Lauf geschossene Kugel des Kalibers 4 mm, die in Tat und Wahrheit einen Durchmesser von 4.3 mm aufweist, wird in die Züge gepresst und es wird ihr durch die Verwindungen der zwischen den Zügen verlaufenden Felder ein Drall mitgege¬ ben, der die Flugbahn stabilisiert. Zur Benützung wird der Lienhard-Laufeinsatz verschlussseitig in den Lauf des betref¬ fenden Gewehres eingesetzt. Danach wird die dazugehörige Lienhard-Ladehüise vorbereitet. Diese besteht im wesentlichen aus einem Hohlzylinder, auf dessen vorderes Ende die zu ver- schiessende Kugel aufgesetzt wird und auf dessen Hinterseite ein von der Kugel getrenntes Zündhütchen eingesetzt wird. Bei der Schussabgabe schlägt der Zündstift des Gewehrverschlusses auf den Boden des Zündhütchens und der entstehende Explosi¬ onsdruck wirkt durch die Ladehülse hindurch und treibt die Kugel durch den Einsatzlauf. Zum Nachladen muss die Ladehülse umständlich aus dem Patronenlager herausgekramt und mittels einer Durchstossnadel vom verschossenen Zündhütchen befreit werden. Dann muss die Ladehülse neu mit Kugel und Zündhütchen versehen und danach wieder in den Lauf eingesetzt werden. Das
Nachladen erfordert deshalb eine zeitraubende Manipulation. Es ist zum Lienhard-Einsatz auch eine Ladehülse aus zwei trennbaren Teilen bekanntgeworden. Die vordere nahm vorne die zu verschiessende Kugel auf und hinten die von der Kugel ge¬ trennte Ladung, das Zündhütchen. Nach dem Zusammensetzen der beiden Teile konnte mittels einer Verschraubung eine Vorspan¬ nung des hinteren Teiles auf den Zündhütchenboden erreicht werden, sodass sich ein Schlag auf das hintere Ende der Lade¬ hülse auf den Boden des Zündhütchens fortplanzte und so die Ladung zum Explodieren brachte.
Als Alternative ist der sogenannte Walter-Einsatzlauf bekannt gewerden. Dieser hat aussen die Form der Gewehrpatrone GP 11, welche sowohl mit dem Karabiner als auch mit dem Sturmgewehr 57 verschossen wird. Er ist somit 70 mm lang und weist eine axial verlaufende Durchgangsbohrung von 4 mm Durchmesser auf, in welche Züge mit einer Verwindung eingehobelt sind, sodass zwischen zwei Zügen der Durchmesser 4.3 mm beträgt. Aussen weist dieser Einsatziauf, welcher gewissermassen durch die Patrone selbst gebildet wird, zwei umlaufende Nuten auf, in denen gummielastische O-Ringe eingelegt sind. Der Walter-Ein¬ satzlauf wird geladen, indem auf seiner Hinterseite die Muni¬ tion eingesetzt wird. Diese zu verschiessende Munition be¬ steht aus einer Patronenhülse, die direkt mit dem Geschoss, einer Kugel von 4,3 mm Durchmesser, versehen ist und unter der Bezeichnung M20 bekannt ist. Es können mehrere solche Walter-Einsatzläufe genau wie echte Gewehrpatronen in ein Ma¬ gazin abgespitzt werden. Beim Laden wird ein solcher Einsatz¬ lauf in das Patronenlager des Jewehrs befördert und die
Schussabgabe erfolgt dann, indem der Zündstift des Ge- wehrverschiusses, der bei der echten Gewehrpatrone auf deren Boden schlägt, nun auf den Boden der Patronenhülse der einge- setzen Munition M20 aufschlägt. Die Kugel wird dann durch den Einsatzlauf getrieben und verschossen, wobei ihr wiederum ein Drall mitgegeben wird. Der Nachteil dieses Einsatzlaufes ist darin zu sehen, dass er nur im Patronenlager des Gewehres mittels der gummielastischen O-Ringe gehalten ist. Durch im¬ mer wieder neues Einsetzen wird die Positionierung relativ ungenau und eine erhebliche Streuung der Schüsse ist deshalb unvermeidlich. Die Schussgenauigkeit lässt also zu wünschen übrig. Will der Uebungsschütze ausserdem nicht nach jedem Schuss das Magazin entfernen, um die mit dem Einsatzlauf kom¬ binierte Patrone neu zu laden, so muss er mehrere solche kom¬ plette Einsatzläufe erstehen. Er kann diese dann alle vorbe¬ reiten und in das Magazin einsetzen, wonach er die einzelnen Ladungen der Reihe nach verschiessen kann. Es bedarf bloss noch einer Ladebewegung zwischen den einzelnen Schüssen. Das Anschaffen mehrerer solcher kompletter Ensatzläufe ist jedoch recht kostspielig.
Eine weitere Lösung für das Uebungsschiessen mit grosska¬ librigen Gewehren bietet ein als C02-Einsatz bekanntgeworde¬ ner Gewehreinsatz, der für das Kurzdistanz-Schiessen mit dem neuen schweizer Sturmgewehr 90, das als Privatwaffe unter der Bezeichnung EP 90 bekannt ist, entwickelt wurde. Dieser Ge¬ wehreinsatz besteht aus einem Verschlussstück, in das eine handelsübliche C02~Patrone eingesetzt werden kann, wie solche zum Beispiel zum Füllen von Rahmbläsern bekannt sind. Ver-
schössen wird mit diesem Gewehreinsatz eine Kugel des Kali¬ bers 5,5 mm, welches dem tatsächlichen Kaliber dieses Geweh¬ res entspricht. In Wirklichkeit mögen die Kugeln einen ge¬ ringfügig grösseren Durchmesser aufweisen, um der Lauf uswei- tung Rechnung zu tragen, welche sich durch dessen Ausschies¬ sen einstellt. Zum Schiessen mit diesem CO^-Einsatz wird eine solche Kugel in das Patronenlager des Gewehres gesteckt, die dann durch eine Ladebewegung vom speziell konstruierten Ver¬ schlussstück, in das zuvor eine C02~Patrone eingesetzt wurde, etwas in den Lauf hineingepresst wird. Das Verschlussstück weist einen Mechanismus auf, sodass bei Betätigung des Abzu¬ ges das Ventil der C02~Patrone schlagartig geöffnet wird und der Druck auf die im Lauf steckende Kugel wirkt. Der Nachteil dieses Einsatzes besteht vor allem darin, dass die so erzeug¬ bare Anfangsgeschwindigkeit des Geschosses zu niedrig ist, um eine hohe Treffergenauigkeit zu erzielen. Es muss denn auch mit einem speziellen Aufsatz zur bestehenden Zielvorrichtung gezielt werden, die der relativ niedrigen Anfangsgeschwindig¬ keit des Geschosses durch einen grösseren Anstellwinkel des Gewehres Rechnung trägt.
Bisher gibt es für das Sturmgewehr 90 beziehungsweise EP 90 mit dem Kaliber 5,55 mm keinen Einsatz zum Verschiessen von 4 mm Zentralfeuermunition M20 als Uebungsmunition, welcher in der Schussgenauigkeit mit jenem des Lienhard-Einsatzes ver¬ gleichbar wäre. Dies liegt im technischen Problem begründet, dass es unmöglich ist, in einen Lauf mit 4 mm Innendurchmes¬ ser und einem Aussendurchmesser von bloss 5,55 mm Züge einzuhobeln. Der Lauf würde von den auftretenden Barbeitungs-
kräften unweigerlich verzogen oder gar zerrissen. Wohl kann ein derartiger Einsatzlauf hergestellt werden, indem man in einen 4 mm Lauf mit grösserem Aussendurchmesser erst die Züge einhobelt und hernach den Aussendurchmesser auf das ge¬ wünschte Mass hinuter abdreht. Dieses Verfahren ist aber viel zu kostspielig. Erstens sind für das Herausschneiden von etwa 0.15 mm tiefen Zügen sechs bis zwölf Hobelzüge erforderlich. Bei einem Lauf mit üblicherweise acht Zügen ergibt dies eine sehr hohe Anzahl von auszuführenden Hobelbewegungen, was die Kosten der Bearbeitung enorm verteuert. Zweitens wird der Lauf unweigerlich verzogen und muss demzufolge nachgerichtet werden. Drittens muss sein Aussendurchmesser auf das ge¬ wünschte Mass abgedreht werden. Zur Vermeidung hoher Bearbei¬ tungskräfte kann bei jedem Durchgang nur eine ganz dünne Schicht abgedreht werden, weshalb wiederum eine Vielzahl von Abdrehdurchgängen erforderlich ist. Ein derart hergestellter Einsatzlauf käme so teuer zu stehen, dass er auf dem Markt kaum Absatzchancen fände. Bei den wirklichen Gewehrläufen werden die Züge oftmals nicht ausgehobelt, sondern der Lauf wird um einen entsprechenden Kern kaltverformt. Dieses Kalt¬ schmieden oder Kaltverformen ist nach Ansicht der Fachwelt bei so kleinen Durchmessern wie bei einem 4 mm Einsatzlauf für eine Schusswaffe des Kalibers 5,5 mm unmöglich, da das Material zerrissen werde.
Aus den obengenannten technischen Gründen ist bisher kein Einsatz für das Sturmgewehr 90 erhältlich, der einen Einsatz¬ lauf einschliesst, welcher tatsächlich, in den Lauf dieses Ge¬ wehres einsetzbar wäre, obwohl ein solcher Einsatzlauf einem weitverbreiteten Bedürfnis entspräche. Ausserdem gibt es keine Ladehülse für die Zentralfeuermunition M20, welche ein¬ zig als solche wirkt und die Manipulation zum Nachladen auf eine Minimum beschränkt.
Es ist deshalb die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Einsatz für Schusswaffen zum Verschiessen von Munition redu¬ zierten Kalibers mit einer Schusswaffe grösseren Kalibers, insbesondere für das Sturmgewehr 90 oder vergleichbare Waf¬ fen, zu schaffen, welcher eine höhere Schussgenauigkeit er¬ zielt und welcher zum Nachladen eine möglichst einfache Mani¬ pulation erfordert. Ferner ist es auch eine Aufgabe der Er¬ findung, ein Verfahren zur Herstellung des zugehörigen Ein- satziaufes anzugeben.
Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe mit einem Einsatz für Schusswaffen zum Verschiessen einer Munition kleineren Kalibers als jene, für welche die betreffende Schusswaffe ge¬ baut ist, mit einem Einsatzlauf und einer Ladehülse aus zwei trennbaren Teilen, der sich dadurch auszeichnet, dass bei ei¬ nem Innendurchmesser des Einsatzlaufes von weniger als 5 mm das Verhältnis der Masse seines Innen- zu seinem Aus¬ sendurchmesser mehr als 60 % beträgt, und dass in den vorde-
ren Teil der Ladehülse eine einteilige Munition aus Patronen¬ hülse und Kugel einsetzbar ist und in deren hinterem Teil ein Zündstift axial beweglich gelagert ist.
Die Erfindung löst die Aufgabe weiter mittels eines Verfah¬ rens zum Herstellen eines Einsatzlaufes zu diesem Einsatz, das sich dadurch auszeichnet, dass die Züge und Felder im Lauf mittels Kaltverformung aus der Innenseite eines Rohrs grösseren Aussen- und Innendurchmessers als des her¬ zustellenden Laufes herausgeknetet werden, indem mehrere pe- ripher um das Rohr angeordnete Hämmer gleichzeitig radial auf dessen Aussenseite und gegen einen sich in ihm befindlichen stationären Kern mit den Negativformen der entsprechenden Züge und Felder einwirken, während das bearbeitete Rohr unter den bearbeitenden Hämmern unter entsprechender Verdrehung vom Kern abgezogen wird, wonach es aussen abgedreht und feinge¬ schliffen wird.
Der erfindungsgemässe Einsatz erlaubt das Verschiessen von Munition reduzierten Kalibers mit Schusswaffen, die für grös- serkalibrige Munition ausgelegt sind. Die Ladehülse des erfindungsgemässen Einsatzes kann in das gewöhnliche Muniti¬ onsmagazin der Schusswaffe abgespitzt werden und genau gleich gehandhabt werden wie die richtige Munition. Insbesondere kann das gefüllte Magazin Schuss um Schuss leergeschossen werden, wobei zwischen den Schüssen einzig eine manuelle La¬ debewegung erforderlich ist. Die Ladehülse wird dabei automa¬ tisch ausgeworfen, gleich einer verschossenen Gewehrpatronen-
Hülse. Das besondere Herstellungsverfahren für den zugehöri¬ gen Einsatzlauf ermöglicht eine derart kostengünstige Her¬ steilung desselben, dass erstmals ein tatsächlich in den Ge- wehriauf einführbarer Einsatzlauf angeboten werden kann. Der erfindungsgemässe Einsatzlauf ist darüberhinaus von einer solch überzeugenden Präzision, dass die Effektivität des Schiesstrainings mit solcher Munition kleineren Kalibers be¬ trächtlich erhöht werden kann. Versuche zeigten, dass das Streubiid selbst auf eine Schussdistanz von 20 Metern hinrei¬ chend ist, um selbst auf diese Distanz sinnvoll zu üben.
Eine beispielsweise Ausführung der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung unter Bezugnahme auf diese Zeichnungen im einzelnen beschrie¬ ben.
Es zeigt:
Figur l: Den Vorderteil der Ladehülse in einem
Längsschnitt mit eingesetzter Munition und rechts daneben eine Ansicht der die¬ ses Ladehülsen-Teils von hinten;
Figur 2: Den Hinterteil der Ladehülse mit dem
Zündstift in einem Längsschnitt und rechts daneben eine Ansicht dieses Lade¬ hülsen-Teils von vorne;
Figur 3 Die Ladehülse mit der Munition vor dem
Zusammensetzen in einer perspektivischen Ansicht;
Figur 4 Die zusammengesetzte Ladehülse in ge¬ ladenem Zustand im Augenblick der Schus¬ sauslösung in einem Längsschnitt und dar¬ unter eine gewöhnliche Gewehrpatrone zum Vergleich;
Figur 5 : Den Einsatzlauf in einem Längsschnitt mit daran anschiiessender Ladehülse;
Figur βa - 6d: Das Verfahren zur Herstellung des Ein¬ satzlaufes in drei Momenten des Verfah¬ rensabiaufs, sowie den fertigen Einsatz¬ lauf, je in einem Längsschnitt.
Der erfindungsgemässe Einsatz besteht einerseits aus einer speziell entwickelten Ladehülse und andrerseits aus einem nach einem eigens entwickelten Verfahren hergestellten Ein- satziauf. Diese beiden Elemente des Einsatzes sind aufeinan¬ der abgestimmt und verwirklichen eine gemeinsame er¬ finderische Idee, indem sie zusammenwirken. Figur 1 zeigt in einem Längsschnitt den Vorderteil 1 der zum Einsatz ge¬ hörenden Ladehülse, welche erfindungsgemäss zweiteilig ausge¬ führt ist. Dieser Vorderteil 1 der Ladehülse ist im wesentli¬ chen ein Hohlzylinder und bildet einen weiblichen Teil für den Hinterteil der Ladehülse. Sein Aussendurchmesser ent¬ spricht weitgehend jenem einer gewöhnlichen Gewehrpatrone in
deren vorderem Bereich, sodass dieser Vorderteil 1 der Lade¬ hulse in das entsprechende Patronenlager der Schusswaffe passt. Die Innenseite weist abschnittsweise unterschiedliche Durchmesser auf. Im hintersten Bereich 2 ist der Innendurch¬ messer am grössten, dann schliesst ein Bereich 3 mit etwas kieinerm Innendurchmesser an und schliesslich folgt ein wei¬ terer Bereich 4 mit nochmals reduziertem Innendurchmesser. An diesen schliesst im Bereich der vorderen Mündung eine trich¬ terförmige Verjüngung 5 an, welche schliesslich in die ei¬ gentliche Mündung 6 mit dem kleinsten Innendurchmesser aus¬ läuft. In diese trichterförmige Ausformung 5,6 des Mündungs¬ bereiches des vorderen Teils 1 der Ladehülse passt die zu verschiessende Munition 7, die dann vorne etwas aus der Lade¬ hulse herausragt. Die Munition 7 kann dort eingesetzt werden, indem sie von hinten in den Vorderteil 1 der Ladehülse ge¬ steckt und schliesslich formschlüssig im Mündungsbereich 5,6 gehalten wird, wie das in der Figur 1 gezeigt ist. In der Praxis wird der Vorderteil 1 der Ladehülse zum Laden aufrecht gehalten, sodass der grösste Innendurchmesser oben ist, wo¬ nach die Munition 7 in diesen Vorderteil 1 der Ladehülse fal¬ lengelassen werden kann. Rechts in der Zeichnung ist der Vor¬ derteil der Ladehülse in einer Ansicht von hinten dar¬ gestellt. Zusammen mit dem Längsschnitt gesehen ist erkennt¬ lich, dass der Bereich 3 mit dem zweitgrδssten Durchmesser hinten zwei einander gegenüberliegende verjüngte Bereiche 8 aufweist, die sich je um etwa 90° des Umfanges erstrecken und einander gegenüberliegen. Dadurch werden Ausnehmungen 9 ge¬ bildet, die in der Ansicht von hinten einsehbar sind. Diese
Ausnehmungen 9 beziehungsweise die Verjüngungen 8 sind Teil eines Bajonettverschlusses, wie später noch klar wird.
Figur 2 zeigt den männlichen Teil 10, der in den weiblichen Teil 1 steckbar ist, welcher in Figur 1 gezeigt und eben be¬ schrieben wurde. Dieser männliche oder Hinterteil 10 der er- fincungsge ässen Ladehülse bildet ebenfalls einen Hohlzylin¬ der, in dessen Innerem ein Zündstift 11 in axialer Richtung geführt ist, welcher einen entsprechend kleinen Durchmesser aufweist. Dieser Zündstift 11 ist hinten mittels einer Füh¬ rungsbüchse 12 zusätzlich geführt und vor Herausfallen gesi¬ chert. Er weist in seinem mittleren Bereich eine Verdickung 13 auf, welche etwas kürzer ist als eine entsprechende Aus¬ nehmung 14 aus der Hohlzylinder-Innenwand, sodass die Ver¬ dickung 13 in dieser Ausnehmung 14 geführt ist, jedoch der Zündstift 11 über einen gewissen Bereich in axialer Richtung bewegbar ist. Der Zündstift 11 hat die gleiche Länge wie der gesamte Hinterteil 10 der Ladehülse. Vorne hat er eine abge¬ rundete Spitze 15, die dazu bestimmt ist, auf den Boden des Zündhütches der Munition zu schlagen. Der hintere Teil 16 des männlichen Ladehülsen-Teils 10 ist vom aussen gleich wie je¬ ner einer gewöhnlichen Gewehrpatrone geformt. Er weist also ebenfalls einen vorstehenden Rand 17 auf, der durch entspre¬ chende Ausnehmungen 18 geschaffen ist und als Anschlag für den Hülsenauswerfer am Verschluss der Schusswaffe zu wirken bestimmt ist. Der vordere Teil 19 des männlichen Ladehülsen- Teils 10 entspricht in den Abmessungen seiner verschiedenen Aussendurchmesser jenen der zugehörigen Innendurchmesser des
weiblichen Vorderteils 1 der Ladehülse nach Figur 1. Er weist insbesondere zwei Verdickungen 20 auf, die sich ebenfalls um etwa 90° um den Umfang erstrecken und in einer entsprechenden Drehlage zum Vorderteil 1 der Ladehülse mit den Ausnehmungen 9 in demselben korrespondieren. Rechts vom Längsschnitt in Figur 2 ist eine Ansicht des männlichen Ladehülsen-Teils 10 von vorne gezeigt, in der diese beiden Verdickungen 20 er¬ kennbar sind.
Figur 3 zeigt eine perspektivische Ansicht der Ladehülse 21 und der in sie einzusetzenden Munition 7 vor dem Zusammenset¬ zen. Erkennbar ist der weibliche Vorderteil 1 und der männli¬ che Hinterteil 10 der Ladehülse 21. Am Hinterteil 10 sind im Bereich 19 die Abschnitte mit den verschiedenen Durchmessern erkennbar wie auch die Verdickungen 20, welche einen Teil des Bajonettverschlusses bilden. Am hinteren Ende des hinteren Teils 10 der Ladehüise 21 ist der Rand 17 erkennbar, welcher für das Auswerfen der Ladehülse 21 nach dem Verschiessen der Munition nötig ist. Zwischen den beiden Teilen 1,10 der Lade¬ hülse 21 ist die Munition 7 eingezeichnet, so wie sie in den Vorderteil 1 der Ladehülse 21 geschoben wird. Sie besteht aus einer Patronenhülse 22 und einer 4mm Kugel 23, welche vorn auf der Patronenhülse 22 sitzt. Nach dem Zusammensetzen der Ladehülse 21 wird die Kugel 23 und der vordere Rand der Pa¬ tronenhülse 22 aus der Bohrung im vorderen Teil der Ladehülse 21 herausragen.
Figur 4 zeigt die beiden Teile 1,10 der Ladehülse 21 in zu¬ sammengesetztem Zustand im Moment vor der Schussauslösung. Der männliche Hinterteil 10 der Ladehülse 21 wurde nach Ein¬ setzen der Munition 7 in den weiblichen Vorderteil 1 hinein¬ gesteckt. Hierzu mussten die beiden Teile 1,10 in eine Drehlage zueinander gebracht werden, dass die Verdickungen 20 auf dem Hinterteil 10 auf die Ausnehmungen 9 im Vorderteil 1 stiessen. Nur in dieser Drehlage können die beiden Teile 1,10 ineinander gesteckt werden. Hernach werden sie vor dem Auseinanderf llen durch eine Verdrehung gesichert, wobei sich die Verdickungen 20 am Hinterteil 10 nach der Weise eines Bajonettverschlusses über die entsprechenden Verjüngungen 8 am Vorderteil 1 verdrehen und auf diesen einen festen An¬ schlag oder Rückhalt finden. Durch eine leichte Steigung der aneinander anliegenden Flächen der Verdickungen 20 bezie¬ hungsweise Verjüngungen 8 an den beiden Teilen 1,10 wird durch das Verdrehen der Teile 1,10 gegeneinander eine stei¬ gende Haftreibung erzielt, welche die Teile 1,10 vor einem Losdrehen sichert. In dieser zusammengesteckten Lage presst das vordere Ende des männlichen Ladehülsen-Teils 1 die Muni¬ tion 7 in die trichterförmige Ausformung 5,6 im Mündungsbe¬ reich des vorderen Ladehülsen-Teils 1. Natürlich könnten auch andere Mittel zur Verbindung der beiden Teile 1,10 vorgesehen werden. Zum Beispiel wäre eine GewindeVerbindung denkbar, so¬ dass die beiden Teilen miteinander verschraubt werden könn¬ ten. Ist die zusammengesetzte und geladene Ladehüse in der Waffe eingesetzt und wird nun der Abzug an der Waffe betä¬ tigt, so schlägt der Zündstift des Gewehrverschlusses auf den
Zündstift 11 in der Ladehülse 21, welcher dann seinerseits mit seiner Spitze 15 auf den Boden 24 der Munition 7 schlägt und deren Ladung zum Explodieren bringt. Die wie in der Figur 4 dargestellte, geladene beziehungsweise vorbereitete Lade¬ hülse 21 kann genau gleich wie eine gewöhnliche Gewehrpatrone gehandhabt werden. Zum Vergleich ist unter der Zeichnung der zusammengesetzten Ladehülse 21 eine gewöhnliche Gewehrpatrone 25 dargestellt, die in Ihren Abmessungen bis auf das vorne herausragende Projektil 26 identisch mit der Ladehülse 21 ist. Ξε lassen sich also ohne weiteres mehrere derart vorbe¬ reitete Ladehüiscn 21 in das Magazin der Waffe abspitzen und eine Ladebewegung des Gewehrverschlusses wird diese Ladehülse 21 genau gleich wie die ausgeschossene Hülse einer gewöhnli¬ chen Gewehrpatrone auswerfen, wenn auch die Ladebewegung des Verschlusses nicht durch den Explosionsdruck der verschosse¬ nen Munition ausgelöst wird, sondern durch eine manuelle Be¬ tätigung.
Bisher wurde bioss die Ladehülse 21 des Einsatzes beschrie¬ ben. Es wird mit dieser Ladehülse 21 Munition kleineren Kali¬ bers verschossen, als jene, für die der Gewehrlauf dimensio¬ niert und ausgelegt ist. Das zweite Element des er- findungsgemässen Einsatzes ist deshalb ein Einsatzlauf, wel¬ cher also in den bestehenden Lauf der Schusswaffe einsetzbar ist und diesen gewissermassen im Innendurchmesser beziehungs¬ weise im Kaliber reduziert. Das besonders Schwierige an einem Einsatziauf für das Sturmgewehr 90 ist dabei, dass das Kali¬ ber dieses Gewehres nicht viel grösser als jenes der zu ver- schiessenden kieinerkalibrigen Munition. Es beträgt 5,5 mm,
während die zu verschiessende kleinerkalibrige Munition mit der Bezeichnung Zentralfeuermunition M20 einen Durchmesser von 4 mm aufweist. Die Wandstärke eines dafür geeigneten Ein¬ satzlaufes, welcher also tatsächlich in den gewöhnlichen Lauf des Sturmgewehres 90, das auch unter der Bezeichnung EP 90 bekannt ist, eingesetzt werden soll, wird dadurch unweiger¬ lich sehr dünn.
In Figur ,5 ist ein derartiger Einsatzlauf 27 in einem Längs¬ schnitt dargestellt, und auch die an ihm anstehende Ladehülse 21 mit der Munition 7 ist gezeigt. Für das Verschiessen der verbreiteten Zentralfeuer unition M20 weist dieser Einsatz¬ lauf 27 über die Züge gemessen einen Innendurchmesser von 4 mm auf, während der Innendurchmesser über die Felder gemessen 4,3 mm beträgt. Das Verhältnis der Masse des Innen- zum Aus¬ sendurchmesser des Einsatzlaufes 27 beträgt daher mehr als 60 %, im Vergleich etwa zu jenem des Lienhard-Einsatzlaufes, bei welchem dieses Verhältnis für die gleiche Munition deutlich unter 60 % liegt. Auf der Einsatzlauf-Innenseite sind die Züge 28 und Felder 29, die sich über die Lauflänge um 90° verwinden, eingezeichnet. Am verschlussseitigen Ende 30 ist der Einsatzlauf 27 über einen kleinen Bereich 31 verdickt und der endseitige Rand 32 ist aussen trichterförmig ausgebildet. Das Projektil 23 der Munition 7 steht im geladenen Zustand an der Trichteröffnung 5 des Einsatzlaufes 27 an, wie das aus der Figur 5 ersichtlich ist. Die an die Verdickung 31 an- schliessende, restliche Aussenseite 33 des Einsatzlaufes.27
ist über ihre ganze Länge glatt geschliffen und weist also weder Vertiefungen noch Erhebungen auf.
Es stellt ein besonderes technisches Problem dar, die nötigen Züge 28 und Felder 29 in einen solchen dünnwandigen Einsatz¬ lauf 27 einzuschaffen, sodass sich die Bearbeitungskosten in vertretbaren Grenzen halten. Ein Heraushobeln der einzelnen Züge 28 mit anschliessendem Honen und Läppen des Laufes fällt infoige des bereits erwähnten hohen Bearbeitungsaufwandes zum vcrneherein ausser Betracht. Die damit verbundenen Kosten wä¬ ren nicht tragbar. Ausserdem müsste jeder Lauf anschliessend nachgerichtet werden, da die Reaktionskräfte dieser Bearbei¬ tung ihn unvermeidbar verziehen würden. Die Erfindung hat an¬ gesichts dieser Probleme ein Verfahren geschaffen, das für solch kleine Laufdurchmesser völlig neue Wege beschreitet, indem die Züge 28 und Felder 29 mittels einer Kaltverformung des Laufes 27 um einen entsprechend geformten Kern von wenig¬ stens der Lauflänge in die Laufinnenseite hinein"geknetet" werden. Wohl werden Züge 28 und Felder 29 bei wirklichen Ge- wehriäufen bereits durch Kaltverformung um einen Kern ge¬ schmiedet. Die verwendeten Kerne sind jedoch bloss einige Zentimeter lang, niemals jedoch von der Länge des Gewehr¬ laufes selbst. Sie werden beim Verformen von einem verjüngten Fortsatz am Kern, der sich über die Lauflänge erstreckt, auf Zug gehalten, während der Lauf unter den bearbeitenden Häm¬ mern über den Kern gezogen wird. Nach der Verformung werden die Läufe gerichtet, da sie durch die Bearbeitung unvermeid¬ bar verzogen werden. Umso mehr wäre ein Verziehen bei noch kleineren Laufdurchmessern zu erwarten. Das Nachrichten wäre
für kleine Einsatzläufe ausserdem zu kostspielig. Die Fach¬ welt ist der Meinung, dass die Herstellung eines Einsatz¬ laufes mit entsprechend deutlich kleinerem Durchmesser nach dem bekannten Verfahren zur Kaltverformung überhaupt unmög¬ lich sei, da das dünnwandige Material unweigerlich zerrissen werde. Demgegenüber schafft die Erfindung ein Verfahren zur Erzeugung von Zügen 28 und Feldern 29 in einem Einsatzlauf 27 derart kleinen Innendurchmessers mittels Kaltverformung, in¬ dem der Lauf über einen Kern gehämmert wird, welcher der Ne¬ gativform der gewünschten Laufinnenseite entspricht und sich über die gesamte Lauflänge erstreckt. Ein derart gestalteter Kern aus Hochleistungs-Schnellstahl (HSS) vermag dem Lauf während der Bearbeitung durch die Hämmer stets die notwendige Stabilität zu gewährleisten, sodass ein Verziehen gar nicht erst vorkommt und deshalb ein Nachrichten des Laufes ent¬ fällt. Anhand der Figuren 6a bis 6c werden drei verschiedene Momente des erfindungsgemässen Verfahrensablaufes dargestellt und Figur 6c zeigt den fertigen Einsatzlauf. Zum besseren Einblick wurden die Einsatzläufe in den Figuren 6a bis 6d alle in einem Längsschnitt gezeichnet. Für einen Einsatzlauf zum Beispiel von 110 mm Länge, der dazu bestimmt ist, in das Schweizer Sturmgewehr 90 eingesetzt zu werden, wird ein Norm- röhrchen 34 mit einem Aussendurchmesser von 11 mm und einem Innendurchmesser von 5 mm gewählt. Dieses Rδhrchen 34, wel¬ ches für die Zwecke der Bearbeitung vorteilhaft eine Länge von wenigstens etwa 180 mm aufweisen sollte, wird über einen Kern 35 aus Hochleistungs-Schnellstahl der Länge von etwa 150 mm gestülpt. Von seinem einen Ende 36 aus entspricht die Aus-
senseite dieses Kerns 35 über eine Länge von wenigstens 110 mm den Negativformen von acht Zügen 28 und acht Feldern 29, welche über diese Länge von 110 mm um eine Viertelumdrehung verwunden sind.
In Figur 6a ist die Situation zu Beginn des Kaltverformungs- verfahrens gezeigt. Das Normröhrchen 34 ist ganz über jenen Teil des Kerns 35 geschoben, welcher die Züge 28 und Felder 29 aufweist. Es wird mit seinem freien Ende 37 in eine Bear¬ beitungsmaschine eingespannt, mittels der es in axialer Rich¬ tung unter einer überlagerten Drehung vom Kern 35 weggezogen werden kann. Der Kern 35 seinerseits ist mit seinem freien Ende 38 fest eingespannt. Die Hämmer 39 bearbeiten bezüglich des Kerns 35 stets die gleiche, stationäre Stelle. Am Anfang des Verfahrens, wie in Figur 6a gezeigt, schlagen die Hämmer 39 auf die Aussenseite des einen Endes des späteren Einsatz- laufes ein. Vorteilhaft lässt man acht Hämmer 39 gleichzeitig schlagen, wobei diese acht Hämmer 39 gleichmässig um den Um¬ fang des Röhrchens 34 verteilt angeordnet sind und je radial auf seine Aussenflache schlagen. Je zwei der Hämmer 39 stehen sich gegenüber, sodass die Schlagkräfte zueinander entgegen¬ gesetzt wirken und sich damit ausgleichen. Vorteilhaft weisen die Hämmer 39 eine etwa entsprechend der Rδhrchenaussenfläche konkav gewölbte Hammerfläche auf. Während des Hämmerns wird nun das Röhrchen 34 langsam vom Kern 35 weggezogen, wobei der linearen Zugbewegung eine Drehbewegung überlagert wird, ent¬ sprechend den Verwindungen der Züge 28 und Felder 29 bezie¬ hungsweise deren Negativformen auf dem Kern 35. Nach einer
weile stellt sich die Situation wie in Figur 6b gezeigt dar, in welcher das Röhrchen 34 etwa um die Hälfte der Kernlänge über den Kern 35 abgezogen wurde und entsprechend etwa die Hälfte des späteren Laufes bereits verformt ist. Die Verfor¬ mung ist durch die Verjüngung des Rόhrchens 34 im bereits be¬ arbeiteten Bereich 27 erkenntlich. Die Bearbeitung wird fort¬ gesetzt, bis schliesslich das Rδhrchen 34 über den Kern 35 hinaus weggezogen wurde, wie das die Figur 6c zeigt. Bei den in diesem Beispiel gegebenen Massen erleidet das Rδhrchen 34 unter den Hammerschlägen eine Verjüngung des Aussendurch- messers um ca. 2 mm auf neu ca. 9 mm. Der Aussendurchmesser des Einsatziaufes 27 muss jedoch so klein ein, dass der Ein- satziauf 27 gerade noch in den Gewehrlauf hineinpasst. Dieser weist beim Sturmgewehr 90 über die Felder gemessen einen Innendurchmesser von 5,5 mm auf. Dieses Mass ist jedoch, nachdem der Lauf nach einer gewissen Schusszahl ausgeschossen ist, geringfügig erweitert, im Mittel um etwa drei bis sechs Hundersteimiliimete . Auf dieses Endmass wird nun der Aussen¬ durchmesser des Einsatziaufes 27 endbearbeitet, indem er zu¬ erst auf einen Aussendurchmesser von 5,7 mm abgedreht wird. Bloss an seinem verschlussseitigen Ende wird eine Verdickung 31 stehengelassen, deren Rand 32 aussen Trichterform auf¬ weist. Schliesslich wird der Aussendurchmesser auf das Mass von 5,56 mm feingeschliffen, wonach der Einsatzlauf 27 noch auf die gewünschte Länge, im gezeigten Beispiel auf 110 mm, zugeschnitten wird, sodass er schliesslich wie in Figur 6d gezeigt aussieht. Der so endbearbeitete fertige Einsatzlauf ist in Figur 6d in einem Längsschnitt gezeigt. Die Präzision
des derart hergestellten Einsatziaufes 27 ist so hoch, dass die Toleranz des Innendurchmessers über seine Länge von 110 mm im vorliegenden Beispiel 1/100 mm nicht übersteigt! Ent¬ sprechend genau liegen die durch ihn abgegebenen Schüsse. Zur Ermittlung der Streugenauigkeit eines Gewehres wird dieses fest eingespannt und es werden 10 Schüsse abgegeben. Das To¬ tal der erreichten Punktzahl ist ein Mass für die Präzision des Gewehres. Gewehre, die auf eine Schussdistanz von 300 Me¬ tern auf eine A-Scheibe mit Zehnereinteilung mit 10 solchen Schüssen eine Punktzahl von 96 und mehr erreichen, gelten in einschlägigen Kreisen als Schusswaffen erster Güte und dürfen als seiche angeboten werden. Auf die entsprechend kleinere Scheibe mit Zehnereinteilung für Kleinkaliberwaffen wird aus einer Distanz von 10 Metern geschossen. Versuche haben ge¬ zeigt, dass ein Sturmgewehr 90 mit dem erfindungsgemässen Einsatz mit M20 Zentraifeuermunition auf sogar 20 Meter Schussdistanz auf der Zehnerscheibe als Streubild ein 100er- Schussbild, also eine Totaipunktzahi von 100, erreicht! Der erfindungsgemässe Einsatz eignet sich aufgrund seiner über¬ ragenden Präzision bestens für das Schiesstraining. In einer bisher nicht erreichten Effektivität kann sowohl die Schuss¬ abgabe wie auch das Zielen kostengünstig geübt werden. Das Umrüsten des Gewehres erfolgt sehr einfach durch Hineinschie¬ ben des Einsatziaufes 27 auf der verschlussseitigen Mündung des Gewehrlaufes. Nach dem Verschiessen von Munition kleine¬ ren Kalibers mittels des erfindungsgemässen Einsatzes wird das Gewehr wieder auf Normalbetrieb umgerüstet, indem der
Einsatzlauf 27 mittels eines Kunststoffdorns, welcher mün- dungsseitig in den Lauf gesteckt wird, herausgestossen wird. Es versteht sich, dass der erfindungsgemässe Einsatz durch eine abweichende Dimensionierung für viele weitere Gewehre oder auch Pistolen und Revolver hergestellt werden kann. Be¬ dingung ist bloss, dass der Aussendurchmesser des zugehörigen Einsatziaufes dem Kaliber des zu verwendenden Gewehres oder der zu verwendenden Faustfeuerwaffe angepasst ist und die La- dehüise in bezug auf deren Aussenmasse einer normalen Gewehr- patrone für die betreffende Schusswaffe entspricht. Insbeson¬ dere kann daher auch ein Einsatz für das Schweizer Sturmge¬ wehr 57 und den Schweizer Karabiner hergestellt werden. Der Einsatziauf weist dann einen Aussendurchmesser von 7,55 mm auf und das Aeussere der zugehörigen zweiteiligen Ladehülse entspricht jenem der Gewehrpatrone 11, die mit diesen Geweh¬ ren normalerweise verschossen wird.