Vorderbacken
Die Erfindung betrifft einen Vorderbacken gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.
Ein solcher Vorderbacken ist beispielsweise in der EP-A2- 0408 855 beschrieben. Bei dieser bekannten Lösung ist die Auslöseplatte in vertikaler Richtung eben ausgebildet. Der Lagerteil hat in seinem unteren Endabschnitt einen nach hinten gerichteten Vorsprung, der zur Anlage der Auslöseplatte dient.
Diese Lösung ist zwar durchaus praktikabel, es hat sich aber herausgestellt, daß die ebene Ausgestaltung der Auslöse¬ platte bei vertikaler Krafteinwirkung zu einem degressiven Auslöseverhalten der Skibindung führt. Die Erfindung hat sich zum Ziel gesetzt, einen Vorderbacken der eingangs genannten Art so zugestalten, daß das Auslöseverhalten der Skibindung linear oder leicht progressiv ist.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die kennzeich¬ nenden Merkmale des Anspruches 1 gelöst. Dadurch, daß die Auslöseplatte in ihrem unteren Abschnitt an ihrer dem Lager¬ teil zugewandten Seite eine Steuerfläche aufweist und daß die Steuerfläche - im Längsschnitt betrachtet - nach oben und nach vorne zu verläuft, wird im Zusammenwirken mit dem nach hinten gerichteten Vorsprung des Lagerteiles ein für ein lineares oder leicht progressives- Auslöseverhalten der Ski¬ bindung günstiger Verlauf der Kraftwirkungslinie erzielt.
Man könnte zwar die Steuerfläche als nach vorne zu an¬ steigende ebene Fläche ausbilden, es hat sich aber als vor¬ teilhaft erwiesen, die Steuerfläche der Auslöseplatte, gemäß den Merkmalen des Anspruches 2, kontinuierlich bogenförmig zu gestalten.
Durch die Ausgestaltung gemäß dem kennzeichnenden Teil des Anspruches 3 wird ein kompakter Aufbau der Skibindung und ein verbessertes Diagonalauslöseverhalten ermöglicht.
In Anspruch 4 ist eine vorzugsweise Ausgestaltung der Steuerkurve geschützt.
ERSATZBLATT
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Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten des erfin¬ dungsgemäßen Vorderbackens werden nun anhand der Zeichnung näher beschrieben. Dabei zeigen: Fig.l einen Längsschnitt durch den erfindungsgemäßen Vorderbacken in der einstiegsbe¬ reiten Position der Skibindung, Fig.2 ein Detail des Vorder¬ backens geschnitten nach der Linie II-II der Fig.l, Fig.3 eine Darstellung ähnlich der Fig.2 mit seitlich verschwenktem Lagerteil, Fig. Teile des Vorderbackens im Längsschnitt im leicht nach oben verschwenkten Zustand, Fig.5 eine Dar¬ stellung wie Fig.4, wobei die Sohlenhalter weiter nach oben verschwenkt sind und die Figuren 4a udn 5a jeweils Details der Figuren 4 und 5 in größerem Maßstab.
In der Fig.l ist der erfindungsgemäße Vorderbacken 1 in der einstiegsbereiten Stellung dargestellt. Er besitzt ein Gehäuse 2, das mittels nur angedeuteter Schrauben 51 auf einem Ski 50 befestigt ist. Im Gehäuse 2 ist eine Aus¬ lösefeder 40 untergebracht, deren Vorspannung in bekannter Weise durch eine Einsteilvorrichtung 43 eingestellt werden kann. Die Auslösefeder 40 ist zwischen einem Federteller 41 und, unter Zwischenschaltung einer Lagerbuchse 42, einer ver¬ tikal verlaufenden hinteren Querwand 3 des Gehäuses 2 ange¬ ordnet. Die Auslösefeder 40 wird in axialer Richtung von einer Zugstange 10 durchsetzt, deren eines Ende 11 mit der Einsteilvorrichtung 43 zusammenwirkt und deren anderes Ende 12 mit einer im wesentlichen vertikal verlaufenden Auslöse¬ platte 13 verbunden ist. Die Auslöseplatte 13 weist an ihrem unteren Ende 14 eine später noch genauer zu beschreibende zur Skispitze hin gerichtete Steuerfläche 15 und einen nach hinten, also in Richtung eines einzusetzenden Schuhs weisen¬ den Anschlag 16 auf.
An die vertikal verlaufende hintere Querwand 3 des Ge¬ häuses 2 schließt oben eine erste Kurve 5 und daran ein hori¬ zontal nach hinten verlaufender Abschnitt 6 an. An der Rück¬ seite 4 der hinteren Querwand 3 des Gehäuses 2 liegt in der einstiegsbereiten Stellung des Vorderbackens 1 ein Lagerteil 20 mit seiner Stützwand 22 an. Der Lagerteil 20 ist von
. hinten gesehen rahmenförmig, d.h. für die Zugstange 10 mit einer Durchgangsöffnung 21 versehen, und hat - in Seitenan¬ sicht gesehen - etwa die Form eines C. Der vertikal verlau¬ fende Abschnitt des C ist durch die Stützwand 22 gebildet und ist mit einer vorderen Stützfläche 23 und einer hinteren Stützfläche 24 ausgestattet. In oberen und unteren Schenkeln 32,33 des C sind symmetrisch zur Längsmittelachse des Vorder¬ backens 2 zwei nur angedeutete Achsen 34 für Winkelhebel 35 » angeordnet. Die kürzeren Hebelarme 36 der beiden Winkelhebel 35 stützen sich einerseits an der Auslöseplatte 13 und andererseits an der hinteren Stützfläche 24 des Lagerteils 20 ab. Die längeren Hebelarme der Winkelhebel 35 sind als Sohlenhalter 37 für den nicht dargestellten Skischuh ausge¬ bildet. Die vordere Stützfläche 23 des Lagerteiles 20 weist zwei in Höhenrichtung aneinander grenzende Abschnitte auf, wobei der untere Abschnitt 25, in der einstiegsbereiten Stel¬ lung des Vorderbackens 2 betrachtet, an der Rückseite 4 der hinteren Querwand 3 des Gehäuses 2 anliegt. Der obere Abschnitt 26 schließt mit dem unteren Abschnitt 25 einen stumpfen Winkel α ein. Zwischen dem oberen Abschnitt 26 und dem unteren Abschnitt 25 hat der Lagerteil 20 eine Kippkante 27. Der obere Schenkel 32 des Lagerteiles 20 ist im Bereich der Längsmittelachse mit einer nach hinten und nach unten zu geneigten Fläche 28 ausgestattet. Der Übergang zwischen dem oberen Abschnitt 26 der vorderen Stützfläche 23 und der nach hinten und unten geneigten Fläche 28 ist als weitere Kurve 29 ausgebildet. In seinem unteren Abschnitt ist der Lagerteil 20 im Bereich der Längsmittelachse in der Draufsicht gabelförmig ausgebildet und weist eine nach vorne offene Ausnehmung 30 und einen noch näher zu beschreibenden nach hinten gerichteten Vorsprung 31 auf. Der Ausnehmung 30 ist ein entsprechender keilartiger Vorsprung 7 des Gehäuses 2 zu¬ geordnet. Am Gehäuse 2 ist weiters ein dem Anschlag 16 der Auslöseplatte 13 zugewandter Wegbegrenzer 8 angeordnet.
Die Steuerfläche 15 ist nach vorne (zur Skispitze hin) zu ansteigend und kontinuierlich bogenförmig ausgebildet. Im
Horizontalschnitt (s.Fig.2) erkennt man, daß die Steuerfläche 15 im wesentlichen aus einem ersten etwa quer zur Ski¬ längsachse verlaufenden Abschnitt 15a, einem daran an¬ schließenden, nach hinten gekrümmten zweiten Abschnitt 15b, einem daran anschließenden, etwa quer zur Skilängsrichtung verlaufenden dritten Abschnitt 15c, einem daran anschließen¬ den, nach vorne gekrümmten Abschnitt 15d und einem daran anschließenden, wieder etwa quer zur Skilängsachse verlaufen¬ den fünften Abschnitt 15e besteht.
Der nach hinten gerichtete Vorsprung 31 des Lagerteiles 20 ist zur Steuerfläche 15 passend ausgebildet und weist ebenfalls einen nach hinten gekrümmten ersten Abschnitt 31a, daran anschließend einen etwa quer zur Skilängsachse verlau¬ fenden zweiten Abschnitt 31b, und danach einen nach vorne ge¬ krümmten dritten Abschnitt 31c auf.
In den Figuren 4 und 5 ist dargestellt, wie Lagerteil 20 und Winkelhebel 35 bei einer nach oben gerichteten erhöhten Kraft, beispielsweise bei einem Rückwärtsstürz oder Rück¬ wärtsdrehsturz, verschwenkt werden. Dabei wird der Lagerteil 20 gegen die Kraft der Auslösefeder 40 um die Kippkante 27 verschwenkt. Wie in Fig.4 erkennbar, löst sich dabei die Aus¬ löseplatte 13 von den kürzeren Hebelarmen 36 der Winkelhebel 35. Dadurch wird ein zunächst nahezu kraftloses Verschwenken der Winkelhebel 35 für eine Seitwärtsauslösung ermöglicht. In den Figuren 4 und 5 ist weiters erkennbar, daß die Feder 40 über die Auslöseplatte, 13 mit deren unterem Ende 14 den Fortsatz 31 in Schließrichtung des Vorderbackens 1 beaufschlägt. Dabei berühren einander der Fortsatz 31 und die Steuerfläche 15 je nach dem Grad der Verschwenkung an verschiedenen Punkten bzw. Linien. Die keilförmige Ausbildung des Vorsprunges 7 gestattet im Zusammenwirken mit der Ausnehmung 30 ein seitliches Verschwenken des Lagerteiles 20. In Fig.3 ist die Position des Fortsatzes 31 relativ zur Steuerfläche 15 bei einem Rückwärtsdrehsturz vereinfacht dargestellt. Der Fortsatz 31 berührt hier mit seinem etwa
quer zur Skilängsachse verlaufenden Abschnitt 31b den ersten Abschnitt 15a der Steuerfläche 15.
Es ist leicht erkennbar, daß dadurch die Auslöseplatte 13 weiter in Öffnungsrichtung (in der Zeichnung nach rechts) gedrückt wird. Dadurch vergrößert sich gleichzeitig der Abstand zwischen dem oberen Abschnitt der Auslöseplatte 13 und der hinteren Stützfläche 24 des Lagerteils 20, wodurch der Bereich des kraftlosen Verschwenkens der Winkelhebel 35 vergrößert wird. Ein allzuweites Hochschwenken der Sohlenhalter 37 und damit ein unerwünschtes Freikommen des Skischuhes wird dadurch vermieden, daß der Schwenkweg des Lagerteils 20 durch das Auftreffen des Anschlages 16 der Aus¬ löseplatte 13 auf den Wegbegrenzer 8 begrenzt ist.
Die Erfindung ist nicht an das in der Zeichnung darge¬ stellte und im vorstehenden beschriebene Ausführungsbeispiel gebunden. Vielmehr sind verschiedene Abänderungen desselben möglich, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen. Bei¬ spielsweise wäre es möglich, den am Gehäuse vorgesehenen Weg¬ begrenzer so nach oben zu verlängern, daß er gleichzeitig das Eindringen von Schnee in die Skibindung hintanhält.