Gleitringdichtung mit Rückförderstrukturen und Verfahren zu ihrer Herstellung
Die Erfindung betrifft eine Gleitringdichtung, in deren stimseitige Dichtflächen Vertiefungen einge¬ arbeitet sind, wobei jede Vertiefung innerhalb des ständig von den Dichtflächen bedeckten Bereichs einen in sich geschlossenen Rand aufweist, wobei das aus dem abzudichtenden Raum zwischen den Dicht¬ flächen in die Vertiefungen eingedrungene Huid von der rotierenden Gleitfläche mitgeschleppt und sowohl auf höheren Druck gebracht als auch möglichst nahe an den abzudichtenden Raum herangeführt wird, so daß das Huid aus den Vertiefungen wieder in den abzudichtenden Raum zurückströmt.
Gleitringdichtungen dichten in der Regel ein Huid (Flüssigkeit oder Gas) dadurch ab, daß sie durch einen sehr engen Dichtspalt zwischen ihren stirnseitigen Dichtflächen dem abzudichtenden Huid einen hohen Strömungswiderstand entgegensetzen, wodurch der den Spalt dtu-ch ringende Leckstrom klein ist. Um während des Betriebs einer Gleitringdichtung den Dichtspalt dauernd sehr eng zu halten, wird der axial bewegliche Dichtring sowohl mittels Federn als auch durch den Druck des abzudichtenden Fluids an den anderen Dichtring angepreßt. Obwohl das Fluid durch Kapillar¬ wirkung und eventuell infolge einer Druckdifferenz in den Dichtspalt eindringt, kann es vorkom¬ men, daß die Dichtflächen sich teilweise und zeitweilig berühren, sich dabei erwärmen und verschleißen. Um daraus resultierende Nachteile, nämlich den Ausfall der Dichtung durch Überhit¬ zung, Rißbildung, Zersetzung des Fluids im Dichtspalt und Bildung von Ablagerungen, übermäßi¬ gen Verschleiß usw. zu vermeiden, gibt es nach dem Stand der Technik [ 1 bis 12 ] eine Vielzahl von Maßnahmen, die darauf abzielen, im Dichtspalt einen tragfähigen Fluiddruck zu erzeugen und aufrecht zu erhalten und auf diese Weise die Dichtflächen zuverlässig zu trennen und dabei einen engen Dichtspalt stabil einzustellen. Diese Maßnahmen lassen sich einteilen in die Begriffe "hydrostatische" und "hydrodynamische" Spaltdruckerzeugung. Bei der hydrostatischen Spalt¬ druckerzeugung werden Maßnahmen ergriffen, die den Mittelwert des im Dichtspalt vom Druck¬ niveau im abzudichtenden Raum auf das Druckniveau des umgebenden Raums abfallenden Drucks zu verändern. Bei der hydrodynamischen Spaltdruckerzeugung werden Maßnahmen ergriffen, durch die das von der Dichtfläche des rotierenden Dichtrings im Dichtspalt mitgeschleppte Fluid an lokalen Spaltverengungsstellen aufgestaut wird, wodurch sich, wie bei einem hydrodynamischen Gleitlager, der Fluiddruck erhöht. Die Vergrößerung des Spaltdrucks hat jedoch einen dichtungs¬ technisch schwerwiegenden Nachteil, nämlich eine Vergrößerung des Dichtspalts mit der Folge einer oft beträchtlich vergrößerten Leckage. ImHinblick auf den Umweltschutz besteht heute jedoch allgemein der Wunsch, bei allen Gleitringdichtungen, die "Problemfluide" abdichten, die Leckage drastisch und zuverlässig zu reduzieren. Um die Leckage von hydrodynamisch geschmierten Gleitringdichtungen einzudämmen, gibt es nach dem Stand der Technik Sonderbauformen, bei denen der vom abzudichtenden Raum her in den Dichtspalt eindringende Fluidstrom mittels besonderer Strukturierung der Dichtflächen so gelenkt wird , daß er zum Teil in den diesen Raum zurückströmt [1; 13, 14]. Nachteile bekannter Ausfuhrungsformen mit dieser Wirkungsweise sind deren fertigungstechnisch komplizierte Struktur, die wegen der Fertigung der Str__kturen erforder¬ liche, verhältnismäßig große radiale Breite der Dichtflächen und die Tatsache, daß die Vertiefungen zur Niederdruckseite hin offen sind, wodurch bei manchen Bauarten bei ruhender Welle prinzipiell Leckage entsteht und bei anderen Bauformen die Gefahr besteht, daß bereits geringfügige Verfor¬ mungen der Dichtflächen beträchtliche Leckage verursachen. Bei manchen Bauformen wird das
Huid in Teilbereichen des Dichtrandes in der falschen Richtung geschleppt und dadurch Leckage erzeugt. Ein anderer Nachteil bekannter Ausführungsf örmen ist, daß ihre Rückförderwirkung nur in einer Drehlichtung der Welle funktioniert. Schließlich sind auch Gleitlingdichtungen [15] bekannt, bei denen Spiralnuten Huid aus dem niederdruckseitigen Raum in den abzudichtenden Raum pumpen. Diese Eigenschaft widerspricht jedoch der Aufgabe der vorliegenden Erfindung.
Aus einer Reihe von dichtungstechnischen Gründen, nicht zuletzt wegen der Reduzierung des reibungsbedingten Energieverlustes, haben moderne Gleitringdichtungen sehr schmale Gleit¬ flächen, mit einer radialen Breite von zwei Millimetern oder weniger. Die sich im Betrieb einstellende Spalthöhe einer Gleitringdichtung, die axiale Distanz der Dichtflächen, ist im Hinblick auf das Vermeiden von Leckage dann am günstigsten, wenn sie nicht wesentlich größer als die restliche Unebenheit der plangeläppten Dichtflächen ist Die Spalthöhen liegen somit in der Regel in der Größenordnung eines Mikrometers. Hydrodynamisch wirksame Vertiefungen in den Gleit¬ flächen funktionieren als druckerzeugende oder als rückfördernde Strukturen nur dann optimal, wenn ihre Tiefe von derselben Größenordung ist wie die Höhe des sie umgebenden Dichtspalts.
D__mtstellensich grundsätzlich die Aufgaben, bei Gleitringdichtungen.insbesonderebeisolchen mit kleiner Gleitflächenbreite, erstens mittels hydrodynamischer Schmierung Verschleiß und Überhitzung der Dichtflächen zu vermeiden, zweitens das in den Dichtspalt eingedrungene Huid hydrodynamisch in den abzudichtenden ersten Raum zurückzufordern und drittens die Leckage bei Stillstand der Welle so klein wie möglich zuhalten. Dabei istes wünschenswertdaß die die Aufgaben lösenden Dichtteile zuverlässig und wirtschaftlich herstellbar sind und daß sie möglichst in beiden Drehrichtungen der Welle gleichermaßen funktionieren. Für den Fall, daß sich im abzudichtenden Raum und im Umgebungsraum jeweils ein Huid befindet und die beiden -gleichartigen oder unterschiedlichen - Huide sicher voneinander getrennt werden müssen, besteht der Wunsch daß das jeweils voneinemder beiden Räume in denDichtspalteindringendeHuidwiederindenselbenRaum zurückgefordert wird, wobei auch diese Funktionsweise möglichst bei beiden Drehrichtungen der Welle wirksam sein sollte.
Diese Aufgaben werden mittels erfindungsgemäß strakturierter Vertiefungen gelöst, die in mindestens einederradialen Dichtflächen einer Gleitringdichtung eingearbeitet sind. Eine Gleitring¬ dichtung zum Abdichten der IXirchtrittsstellß einer _uτ_ü_ufenden Welle durch eine Wand, die einen das abzudichtende Huid enthaltenden Dichtraum von einem zweiten Raum trennt, wobei in der Regel im Dichtraum ein höherer Druck herrscht als im zweiten Raum, hat einen drehtest an der Wand gehaltenen und zu dieser abgedichteten ersten Dichtring mit einer ebenen, radial zur Wellenachse liegenden, durch einen Außenrand und einen Innenrand begrenzten ersten Stirnfläche sowie einen drehfest an der Welle gehaltenen und gegen diese abgedichteten zweiten Dichtring mit einer ebenen radial zur Wellenachse liegenden, durch einen Außenrand und einen Innenrand begrenzten zweiten Stirnfläche. Die beiden St-TT-flächen berühren sich bei stillstehender Welle und bilden bei rotierender Welle einen engen Dichtspalt. Einerder I chtrmge ist in Richtimg der WeUe_ιachse beweglich und an den anderen Dichtring anpreßbar. In der Regel erfolgt die Anpressung mittels Federkraft sowie durch die Wirkung des im Diditraum herrschenden Überdrucks.
-_-_rBesc-_reib__ιgdere-_md_mgsgern_^^ Begriffe definiert: emD_chtraum31,em_we_-CTR-U_m32,ei_--T_^^
ein Dichtkreis 33, ein Zonenkreis 34, eine Dichtzonenbreite B, ein Mittelkreis 36, eine erste radiale Linie 116, eine zweite radiale Linie 115, ein Rücl-fördeφunkt 46, ein Dichtabschnitt 411 , ein Zonenabschnitt 412, ein Rückförderkreis 461, eine erste Bezugsfläche Fl sowie eine zweite Bezugsfläche F2.
Der Raum, in dem sich das abzudichtende Huid befindet ist der Dichtraum 31. Der Umgebungsraum, der durch den Dichtspalt 13 vom Dichtraum getrennt ist wird als zweiter Raum 32 bezeichnet Die ringförmige Dichtzone 35 ist die während der Drehung der Welle ständig von beiden Stirnflächen 113, 213 der Dichtringe 11, 21 überdeckte Zone. Die Dichtzone wird eingegrenzt von zwei Begrenzungskreisen, deren Mittelpunkte auf der Wellenachse 114 liegen. Der Radius eines der beiden Begrenzungskreises ist gleich dem Abstand zwischen der Wellenachse und dem der Wellenachse am nächsten liegenden Punkt eines der Außenränder 111, 211 der Dichtringe. Der Radius des anderen Begrenzungskreises ist gleich dem Abstand zwischen der Wellenachse und dem von der Wellenachse am weitesten entfernt liegenden Punkt eines der Innenränder 112, 212. Derjenige Begrenzungskreis, der näher beim Dichtraum liegt wird als Dichtkreis 33, der andere als Zonenkreis 34 bezeichnet. In der Regel sind die Außenränder und die Irmenränder der Stirnflächen der beiden Dichtringe Kreise. In diesem Fall liegt die Dichtzone zwischen dem jeweils größten Innenrand und dem jeweils kleinsten Außenrand eines der beiden Dichtringe. Die Dichtzonenbreite B ist der Abstand z^vischen den beiden Begrenzungskreisen. Der Mittelkreis 36 ist konzentrisch zu den Begrenzungskreisen und sein Radius ist gleich dem -jithrnetischen Mittel der Radien der Begrenzungskreise.
Innerhalb der Dichtzone 35 sind in mindestens einen der Dichtringe von dessen Stirnfläche her mehrere Vertiefungen 4 eingearbeitet wobei jede Vertiefung auf der Stirnfläche einen in sich geschlos¬ senen Rand 41 aufweist Eine durch die Wellenachse gehende radiale Linie 115 tangiert den Rand der Vertiefung auf der einen Seite, eine radiale Linie 116 tangiert den Rand der Vertiefung auf der anderen Seite. Die radialen Linien schließen somit die Vertiefung ein. Beide radialen Linien 115,116 liegen in der Ebene der Stirnfläche. Jede radiale Linie kann dabei den Rand der Vertiefung an einem einzigen Ber-ihrpunkt oder an mehreren Berührpunkten berühren. Auf jeder der beiden radialen Linien 115, 116 gibt es jedoch je einen Beriihrpunkt 45,46, der dem Dichtkreis am nächsten liegt. Diese beiden Beriihrpunkte 45,46 teilen den Rand der Vertiefung in zwei Randabschnitte. Der dem Dichtkreis zugewandte Randabschnitt ist der Dichtabschnitt 411 , der andere ist der Zonenabschnitt 412. Falls die beiden Berührpunkte 45,46 nicht gleich weit vom Dichtkreis entfernt sind, wird derjenige Berühipunkt der den absolut kleinsten Abstand vom Dichtkreis hat, als Rückförderpunkt 46 und die radiale Linie, auf der der Rückfördeφunkt 46 liegt als erste radiale Linie 116 bezeichnet Ein Rückf ördeφunkt 46 hat vom Dichtkreis den Abstand A. Der andere Berühφunkt 45 hegt auf der zweiten radialen Linie 115. Der Kreis mit dem Mittelpunkt auf der Wellenachse, der durch den Rückfördeφunkt 46 geht, wird Rückförderkreis 461 genannt Falls beide Beriihφunkte 45,46 gleich weit vom Dichtkreis entfernt sind gibt es zwei Rückfördeφunkte. Ist insbesondere die Vertiefung 4 spiegelsymmetrisch zu einer Radialen, und somit beide Be_ühφunkte 45,46 gleich weit vom Dichtkreis entfernt, so geht demgemäß der Rückförderkreis durch beide Rückfördeφunkte 45,46.
Die erste Bezugsfläche Fl wird eingegrenzt vom Rückförderkreis 461 , vom Wchtadαβchnitt 411 und von der durch den anderen Berühφunkt 45 gehenden radialen Linie 115. Der Flächeninhalt der ersten Be_Mgsfl_ιCteFlwi-dnegativgerec-met,woderI_ti^^ Rückförderkreis 461 liegt Der Hächeninhalt der ersten Bezugsfläche Fl wird positiv gerechnet wo der
Rückförderkreis 461 zwischen dem Dichtkreis 33 und dem Dichtabschnitt 411 liegt. Die zweite Bezugsfläche F2 wird eingegrenzt vom RüC-cförderkreis 461, vom Zonenabschnitt 412 sowie von der zweiten radialen Linie 115 und ihr Flächeninhalt wird positiv gerechnet Die Verbindungslinie vom Schnittpunkt 117 der Stirnflächenebene mit der Wellenachse zu einem beliebigen Punkt 40 des Zonenabschnitts 412 wird als Radiusvektor 110 bezeichnet
Erfindungsgemäß werden alle genannten Aufgaben gemeinsam mittels der in die Stirnflächen eingearbeiteten Vertiefungen 4 dadurch gelöst daß deren Ränder vollständig innerhalb der Dichtzone liegen, wobei in den Vertiefungen durch die Schleppwirkung der rotierenden Gleitfläche das Huid möglichst nahe an den Dichtkreis herangeführt und dabei hydrodynamisch auf höheren Druck gebracht wird, so daß das Huid bei geringem Strömungswiderstand in den Dichtraum zurückströmt indem erfindungsgemäß das Verhältnis des Abstands A zur Dichtzonenbreite B im Bereich 0,001 ≤ (A/B) < 0,2 liegt wodurch der Rückfördeφunkt vom Dichtkreis einen sehr kleinen Abstand A hat und indem zugleich das Verhältnis der ersten Bezugsfläche zur zweiten Bezugsfläche jeder Vertiefung imBe_eich-0,3 (F1/F2) s_+0,9 liegt wodurch das H-__lirme±__bcterVe_tie___ g___ -_ti(>r_sg_u stig_α-m Rückfördeφunkt geführt wird. Der Bereich von A/B berücksichtigt die Spannbreite der praxis¬ üblichen radialen Dichtzonenbreiten B.
Die an sich bekannte Anordnung von hy-_todynamisch wirksamen Vertiefungen innerhalb der Dichtzone und ohne Verbindung zum Dichtraum hat den Vorteil, daß bei Stillstand der Welle in den Vertiefungen ein kleinerer Druck herrscht als im Dicύ-traum. Im Gegensatz zu bekannten rückförderfä- higen Vertiefungen, die mit dem zweiten Raum verbunden sind, hat die erfindungsgemäße Anordnung derrüc- -bide-fahigen Vertiefungen den wesentlichen Vorteil, daß sich zwischen den Vertiefungen und dem zweiten Raum der sehr enge, bei WeUenstillstand nur durch die geringfügigen Unebenheiten der Stirnflächen gegebene Dichtspalt befindet Dadurch ist die Gefahr einer Leckage bei stillstehender Welle bei der erfindungsgemäßen Gleitringdichtung kaum größer als' bei einer Gleitringdichtung ohne Vertie¬ fungen, die dieselbe Dichtzonenbreite B hat Die Vertiefungen werden vorzugsweise zwischen dem Dichtkreis und dem Mittelkreis angeordnet um dadurch den Strömungswiderstand zwischen dem Zonenabschnitt einer Vertiefung und dem zweiten Raum möglichst groß zu machen.
Ein vonNull verschiedener Abstand Amuß vorhanden sein, damit imBereich des Rückföideφunkts 46 durch Schleppwirkung der rotierenden Gleitfläche hydrodynamisch ein hoher Druck entstehen kann, der sowohl die Rückförderung als auch die Gleitflächenschmiening begünstigt. Der Abstand A beträgt höchstens 0,5 mm, vorzugsweise ist er kleiner als 0,1 mm. Bei gut zentrierten und genau bearbeiteten Dichtringen ist beispielsweise ein Abstand A von ungefähr 10 Mikrometer ausführbar und ergibt eine hervorragende Rückförderwirkung. Ein guter Kompromiß zwischen Fertigungsauf- wand und Rückförderwirkung wird im Bereich A = 50 bis 100 Mikrometer erreicht
UmemverstiLdciesEinsttömen-jjsdemKchtt Vertiefung zu vermeiden, liegt vorzugsweise kein Punkt des IMcht-J-Schnitts 411 näher beim Dichtkreis 33 als der Rückfördeφunkt 46, womit Fl in der Regel ein positives Vorzeichen hat und demgemäß vorzugsweise 0 __ (F1/F2) < 0,9 ausgeführt wird. Eine besonders günstige Rücl-fö-derwirkung entsteht wenn das Huid in der Vertiefung im Mittel unter einem flachen Winkel an den Rück-förderkreis herangeführt wird. Dazu wird das Verhältnis vorzugsweise im Bereich 0,1 < (F1/F2) ≤ 0,5 ausge-ührt Falls der Dichtkreis größer ist als der Zonenkreis, der Dichtraum also die Gleitringdichtung
umgibt, ist bei erfindungsgemäß kleinem Abstand A des Rückfördeφunkts vom Dichtkreis die Rückförderwirkung besonders günstig, wenn erfindungsgemäß der Dichtabschnitt kürzer als der Zonenabschnitt ist. Eine in beiden I rehrichtungen der Welle gleichermaßen günstige Rückförder- wirkung wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß die Vertiefungen spiegelsymmetrisch zu einer Radialen sind. Eine günstige Rückförderwirkung wird auch dadurch erreicht, daß der Zonenab¬ schnitt so geformt ist, daß der Radiusvektor beim Überstreichen des Zonenabschnitts sich in höchstens einer Richtung dreht. Dies bedeutet, daß am Zonenabschnitt lückspringende Buchten und

- außer an der allein vorspringenden Stelle am Rückfördeφunkt - eine lokale übermäßige Druckerhöhung und ein damit verbundener verstärkter Austritt von Huid aus der Vertiefung in den Dichtspalt nicht stattfindet
Vorzugsweise besteht eine erfindungsgemäße Vertiefung aus mindestens zwei Gräben mit unter¬ schiedlichen Längen, wobei der jeweils längere Graben vom Dichtkreis einen kleineren Abstand hat als jeder kürzere Graben, daß die Gräben entlang von Teilen ihrer Längskanten aneinander angrenzen, dergestalt daß die von den Gräben und der ständigen Dichtfläche gebildeten Hohlräume ineinander übergehen. Als Graben wird im wesentlichen eine langgestreckte Vertiefung verstanden, die im wesentlichen einen rechteckigen Querschnitt aufweist Die Gräben sind im wesentlichen so angeordnet, daß ihre Längserstreckung hauptsächlich tangential verläuft, das heißt, in Richtung der Tangente an einen in der Dichtfläche liegenden Kreis, der seinen Mittelpunkt auf der Wellenachse hat. Minde¬ stens eines der Enden des längsten Grabens, auf dem der Rückfördeφunkt liegt, hat vom Dichtkreis erfindungsgemäß einen kleinen Abstand von weniger als 0,5 mm. Durch jede dieser Maßnahmen wird bewirkt, daß das im Graben befindliche und von der Dichtfläche, die sich relativ zu der mit den Vertiefungen versehenen Dichtfläche dreht, mitgeschleppte Huid - in Schlepprichtung gesehen - am hinteren Ende eines Grabens staut und in den angrenzenden Graben überströmt. Durch die Anordnung der Gräben relativ zum Dichtraum wird bewirkt, daß das Huid kaskadenartig letztlich in denjenigen Graben gelangt, der dem ersten Raum am nächsten liegt. Das in diesem Graben in dessen Längsrichtung geschleppte Huid wird zum Ende dieses Grabens hin, wo kein anderer Graben mehr angrenzt, aufgestaut. Dadurch steigt, jenach Schleppgeschwindigkeit, Viskosität undTiefe des Grabens, der Druck des Huids zum Ende dieses Grabens hin erheblich an. Dieses Ende hat erfindungsgemäß einen sehr geringen Abstand vom Dichtkreis. Somit ist innerhalb des Dichtspaltes die Distanz und somit auch der Strömungswiderstand zwischen dem Ende dieses Grabens und dem Dichtraum gering, wodurch ein großer Teil des aus diesem Graben abströmenden Huids in den Dichtraum strömt
Vorzugsweise sind die aneinander anliegenden Gräben unterschiedlich tief, dergestalt daß der längste Graben die geringste Tiefe und der kürzeste Graben die größte Tiefe aufweist wobei die von den Gräben und der ständigen Dichtfläche gebildeten Hohlräume jeweils in den Bereichen, in denen Gräben aneinander angrenzen, mit einer Stufe ineinander übergehen . Vorzugsweise liegt in einem Bereich, in dem zwei Gräben aneinander angrenzen, der jeweils die geringere Tiefe aufweisende Graben näher beim Diditkreis, mit anderen Worten, vom Dichtraum her gesehen ist ein jeweils weiter entfernter Graben tiefer als ein weniger weit entfernter. Ausnahmen von dieser vorzugsweise einzuhaltenden Regel sind dann angebracht wenn es günstig erscheint, zum Auffangen und Einlagern von in dm Dichtspalt
gelangten Frern artikeln, oder von im Spalt entstandenen Abrieb-, Reaktions-, Ausf llungs- oder Verko-amgsprodukten zwischendurch tiefere Gräben vorzusehea
Der Graben mit der geringsten Tiefe ist vorzugsweise zwischen 0,2 Mikrometer und 5 Mikrometer tief, und die Höhe einer Stufe - gleich dem Unterschied der Tiefen von zwei aneinander angrenzenden Gräben- beträgt vorzugsweise zwischen 0,2 Mikrometer und 5 Mikrorneter. Die Breite und die Tiefe einzelner Gräben kann in Längsrichtung des Grabens veränderlich sein. Vorzugsweise beträgt die Breite eines Grabens zwischen 0,05 und 0,2 Millimeter. Vorzugsweise nimmt die Tiefe mindestens eines der Gräben, in seiner Längsrichtung gesehen, zu mindestens einem seiner Enden hin ab. Vorzugsweise nimmt die Tiefe desjenigen Grabens, dessen Ende dem Dichtkreis am nächsten liegt, zu diesem Ende hin ab. Dadurch wird der Druck am Ende dieses Grabens besonders hoch und die Rückforderung besonders intensiv und günstig.
Vorzugsweise ist mindestens eine Längskante mindestens eines Grabens gekrümmt, wobei der Kritamungsmittelpunkt auf der Seite des Dichtraums liegt Diese Ausführung ist besonders vorteilhaft, wenn derkleinere der beidenBegrenzirngskreise derEWchtkreis ist I _rchc_ie_üümmungzumindestdes dem Spaltrand am nächsten liegenden Grabens wird in diesem Fall erreicht, daß mindestens ein Ende dieses Graber_seinensehrMe_nenAbst-_rκiAvomDicht__reish___Beieiner__ -^ derer__n-__ngsgem___enGleit-ing-ticht-mgsind d__rhei_-εnbeüebigenPι_nkte_r_srI___ιgsk-_^ zwischen 70° und 90° bilden. Bei einer besonders vorteilhaften, für beide Drehrichtungen der Welle geeigneten Ausführung sind die Gräben spiegelsyrnmetrisch zu einer Radialen angeordne
Bei einer weiteren Art der erfindungsge äßen Gleitringdichtung sind die Randabschnitte der Vertiefungen Polygonzüge aus geraden und/oder ge-criimmten Teilstücken. Bei einer von außen druckbelasteten Gleitringdichtung, bei der also der Dichtkreis größer ist als der Zonenkreis, ist vorzugs¬ weise der Dichtabschnitt eine einzige gerade Strecke und der Zonenabschnitt eine Kurve oder ein Polygonzugaus mindestens zwei Geraden. Bei besonders fertigungsgünstigen Ausführungsform, die beispielsweise durch stirnseitiges Einschneiden eines mit seiner Zylinderachse zur Stirnfläche schräg gestellten kreiszylindrischen Werkzeugs zustandekommt, hat der Rand der Vertiefung die Form eines Ellipsenabschnitts, dessen Sehne der Dichtabschnitt ist Bei einer weiteren vorzu¬ ziehenden Ausf -irungsform hat der Rand der Vertiefung die Form eines Dreiecks, dessen längste Seite der Dichtabschnitt ist Vorzugsweise istdie Tiefe der Vertieftmg«ιver__ιderiich, dergestalt daß sie im Bereich ihres Dic-itabschnitts die geringste Tiefe aufweisen. Vorzugsweise wird der Boden der Vertiefungen von einer ebenen, zur Stirnfläche geneigten Fläche gebildet Die größte Tiefe t der Vertiefung beträgt vorzugsweise zwischen 1 und 10 Mikrometer. Diese vorzuziehenden Randformen - Ellipsenabschnitt oder Dreieck - sind wiederum vorzugsweise spiegelsymmetrisch zu einer Radialen, wodurch sie in beiden Drehrichtungen der Welle dieselbe Rüclföitierwirkung aufweisen. Falls bei Verwendung von Vertiefungen mit spiegelsymmetrischem Rand bei Linkslauf und Rechtslauf der Welle eine etwas unterschiedliche Förderwirkung erwünscht ist, bildet die Sehne oder die längste Dreieckseite mit einer durch ihre Mitte gezogenen Radialen einen von 90 ° verschiedenen Winkel, vorzugsweise zwischen 70° und 89°.
Um die Dichtflächen hydrodynamisch zu schmieren und den Dichtspalt zu stabilisieren werden vorzugsweise außer den lückföiderfähigen Vertiefungen in an sich bekannter Weise in die Stiii-fläche
mindestens eines Dichtrings zusätzliche Vertiefungen eingearbeitet, die sich radial mindestens bis zum Dichtkreis erstrecken, so daß während der relativen Drehung der beiden Dichtringe die von den zusätzlichen Vertiefungen zusammen mit der Stirnfläche des anderen Dichtrings gebildeten Hohlräume mit dem Dichtraum ziimindest zeitweilig in Verbindung stehen. Erfindungsgemäß ist eine zusätzliche Vertiefung vorzugsweise zwischen 1 Mikrometer und 20 Mikrometer tief. Eine zusätzliche Vertiefung ist in Verbindung mit der Definition der Dichtzone ein Bestandteil der Stirrtfläche, in der die zusätzliche Vertiefung eingearbeitet ist das heißt, die Lage der Begrenzungskreise wird durch die Existenz zusätzlicher Vertiefungen nicht verändert Um eine vorteilhafte symmetrische Verteilung des hydrody¬ namischen Huiddrucks über der Dichtfläche zu erhalten, sind vorzugsweise mindestens zwei zusätzliche Vertiefungen in gleichem Abstand von der Wellenachse und jeweils in gleichem Winkelabstand am Umfang angeordnet Vorzugsweise ist zwischen zwei benachbarten erfindungsgemäßen r_te__förderfähi- gen Vertiefungen mindestens eine zusätzliche Vertiefung angeordnet
Schließlich sindzαimZweckederTrennungzweierunterschiedlicherHuide, diedie Etichtringe jeweils außen bzw. innen umgeben, die Vertiefungen 4 erfindungsgemäß so angeordnet, daß jedes Huid für sich in denjenigen Raum zurückgefordert wird, aus dem es in den Spalt eingeströmt ist. In diesem Fall ist auch der zweite Raum 32 definitionsgemäß ein Dichtraum und demgemäß sind beide Begrenzungskreise def-tritionsgemäß Dichtkreise. Zugleich ist in geringem Abstand vom zweiten Dichtkreis 34 ein zweiter Rückförderkreis 462 definiert auf dem die Rückfördeφunkte 46 eines Teils der Vertiefungen liegen.
Damit die erfindungsgemäß nur Bruchteile eines Mikrometers bis einige Mikrometer tiefen Vertiefungen und zusätzlichen Vertiefungen nicht infolge von Verschleiß der Dichtfläche ver¬ schwinden können, werden sie erfindungsgemäß in einen Dichtring aus sehr hartem, verschlei߬ festem Werkstoff eingearbeitet Vorzugsweise bestehen diejenigen Gleitringe der erfindungs¬ gemäßen Gleitringdichtung, in die Vertiefungen eingearbeitet sind, aus keramischem Werkstoff. Wegen der hohen Verschleißfestigkeit, der chemischen Beständigkeit und der guten Wärmeleitfä¬ higkeit von Siliciumkarbid wird vorzugsweise dieser Werkstoff für Gleitringe mit den erfindung¬ sgemäßen Rüc__förderstrukturen verwendet.
Vertiefungen mit zum Zweck einer optimale Rückförderwirkung erfindungsgemäß sehr geringen Tiefe von Bruchteilen eines Mikrometers bis zu wenigen Mikrometern werden in die Dichtringe vorzugsweise mittels Laserstrahl oder Elektronenstrahl eingearbeitet. Bei einem bekannten Bearbeitungsverfahren [16] werden vergleichsweise tiefe Strakturen mittels Laserstrahlen in ungesinterte "Grünfolien" keramischer Werkstoffe eingearbeitet Im Falle der erfϊndungsgemäßen Gleitringdichtung werden hingegen die erfindungsgemäßen Vertiefungen in den harten Werkstoff des Dichtrings eingearbeitet Speziell werden in die nach dem Stand der Technik für Gleitring¬ dichtungen vorzugsweise verwendeten keramischen Werkstoffe die erfindungsgemäßen Vertiefun¬ gen erfindungsgemäß in die gesinterten, also harten und durch Planläppen der Dichtflächen bereits fertig bearbeiteten Dichtringe eingearbeitet Wegen des besonderen Vorteils eines direkten, hoch¬ genauen Materialabtrags durch Aufbrechen von chemischen Verbindungen mit der hohen Photonen - energie sehr kurzwelliger Excimer-Laserstrahlen, werden die erfindungsgemäß sehr kleinen Vertie¬ fungen in extrem harte Werkstoffe der Dichtringe erfindungsgemäß vorzugsweise mittels Excimer- Laser eingearbeitet. Vorzugsweise werden die Vertiefungen nach der Endbearbeitung der Dicht¬ ringe in die bereits plangeläppte Dichtfläche mittels Excimer-Laser eingearbeitet. Vorzugsweise
wird mindestens ein Teil der Vertiefungen durch mehrmalige zeitlich aufeinanderfolgende Laser- Bestrahlung der Projektionsfläche oder von Teilen der Projektionsfläche der Vertiefungen eingear¬ beitet.
Vorzugsweise bei der Herstellung von langgestreckten, grabenförmigen Vertiefungen werden in Längsrichtung des Grabens aufeinanderfolgende Bereiche überlappend bestrahlt, wodurch Teilbereiche öfter bestrahlt werden und infolgedessen tiefer sind als daran anschließende Bereiche. Dies geschieht erfindungsgemäß zu dem Zweck, daß bei der Bearbeitung am Übergang von einem Graben zum anderen keinesfalls ein Steg stehen bleibt. Ein solcher Steg würde die Strömung des Huids in der Vertiefung blockieren und somit die Rückförderwirkung der Vertiefungen erheblich beeinträchtigen. Aus demselben Grund werden an ihren Längsseiten aneinander angrenzende Gräben vorzugsweise überlappend bestrahlt, wodurch am Übergang vom einen zum anderen Graben ein tieferer Einschnitt entsteht.
Imfolgenden wird die Erfindung anhand einer Reihe von in Zeichnungen dargestellten, beispiels¬ weisen Amf hrungsformen erläutert. In den Zeichnungen zeigen Fig. 1 einen Längsschnitt durch eine Gleitringdichtung,
Fig.1 a eine Teilansicht der Stirnfläche mit der prinzipiellen Darstellung und den B ezeichnungen des Randes der Vertiefung der erfindungsgemäßen Gleitringdichtung,
Fig. lb eine Teilansicht der Stirnfläche mit der prinzipiellen Darstellung des Rückfördeφunkts und des Rückförderkreises der erfindungsgemäßen Gleitringdichtung,
Fig. lc zwei Teilansichten der Stirnfläche mit der prinzipiellen Darstellung der ersten Bezugs¬ fläche der erfindungsgemäßen Gleitringdichtung,
Fig. ld eine Teilansicht der Stirnfläche mit der prinzipiellen Darstellung der zweiten Bezugs¬ fläche der erfindungsgemäßen Gleitringdichtung,
Fig.2 die Ansichtvon Sektoren von insgesamt 8 Ausfuiirungsfoπnen des Randes der Vertiefungen der erfindungsgemäßen Gleitringdichtung,
Fig. 3 in zwei Teilansichten die Stirnflächen mit zwei verschiedenen Ausführungsformen der Vertiefungen der erfindungsgemäßen Gleitringdichtung mit zusätzlichen Vertiefungen,
Fig.4 die Erläuterung der Strömung durch grabenförmige Vertiefungen und zusätzliche Vertie¬ fungen der erfindungsgemäßen Gleitringdichtung,
Fig. 5 in perspektivischer Darstellung einen Schnitt durch einen Dichtring der erfindungs¬ gemäßen Gleitringdichtung mit grabenförmigen Vertiefungen.
Hg. 6 in perspektivischer Darstellung einen Schnitt durch einen Dichtring der erfindungs¬ gemäßen Gleitringdichtung mit schräg eingeschnittenen Vertiefungen mit elliptischem Rand,
Fig. 7 in zwei Teilansichten die Stirnflächen von zwei verschiedenen Ausführungsformen mit innenliegenden und außenliegenden Vertiefungen der erfindungsgemäßen Gleitringdichtung zur Trennung von zwei Huiden,
Fig.8 eine Teilansichte der Stirnfläche einer erfindungsgemäßen Gleitringdichtung mit innen¬ liegenden und außenliegenden Vertiefungen zur Trennung von zwei Huiden,
Fig.9 die Erläuterung der Strömung durch die Vertiefungen und zusätzlichen Vertiefungen einer erfindungsgemäßen Gleitringdichtung mit innenliegenden und außenliegenden Vertiefungen zur Trennung von zwei Huiden.
Die in der Fig. 1 beispielhaft dargestellte Anordnung enthält die Grundelemente und Merkmale einer Gleitringdichtung, die den Durchtritt einer umlaufenden Welle 1 von einem Dichtraum 31 durch eine Wand 2 in einen zweiten Raum 32 abdichtet, nämlich einen an der Wand mit einem Verdrehsicherungselement 200 gehaltenen, mit einem statischen Dichtelement 20 gegen diese abgedichteten, axial beweglichen ersten Dichtring 21 mit einer Stirnfläche 213, einen an der Welle mit einem Verdrehsicherungselement 100 gehaltenen, mit einem statischen Dichtelement 10 gegen diese abgedichteten zweiten Dichtring 11 mit einer Stirnfläche 113, eine Vertiefung 4, eine axial auf den ersten Dichtring einwirkende Feder 23, sowie einem im Betrieb zwischen den Stirnflächen sich einstellenden Dichtspalt 13.
Fig. la zeigt eine Teilansicht der Stirnfläche des erfindungsgemäßen Dichtrings 11 aus Fig. 1 mit einer prinzipiellen Darstellung einer in den Dichtring eingearbeiteten Vertiefung 4. Der in Fig. la gerastert wiedergegebene Teil der Stirnfläche 113 ist die Dichtzone 35. Sie ist die während der Drehung der Welle ständig von beiden Stirnflächen überdeckte Zone und liegt zwischen dem Dichtkreis 33 und dem Zonenkreis 34. Falls die Außenränder und Innenränder der Dichtringe kreisförmig und konzentrisch zur Wellenachse hergestellt sind, ist der Dichtkreis 33 identisch mit dem kleineren der beiden Außenränder lll,211 undder Zonenkreis identisch mit dem größeren der beiden Innenränder 112, 212. In der Mitte der Dichtzone liegt der Mittelkreis 36. Der Rand 41 der Vertiefung wird links von der ersten radialen Linie 116 im Berühφunkt 46 berührt. Rechts berührt die zweite radiale Linie 115 den Rand entlang eines geradlinigen Teils des Rands. Derjenige Punkt auf dem geradlinig berührten Teil des Rands, der unter allen Punkten dieses geradlinigen Teils vom Dichtkreis 33 den kleinsten Abstand hat ist definitionsgemäß der andere Berühφunkt 45. Unter beiden Berühφunkten hat der Berühφunkt 46 den kleinsten Abstand vom Dichtkreis 33 und ist somit definitionsgemäß der Rückfördeφunkt 46. Zwischen den Berürupunkten 45 und 46 erstreckt sich auf der Seite des Dichtkreises 33 der Dichtabschnitt 411 und auf der Seite des Zonenkreises 34 der Zonenabschnitt 412. Der Radiusvektor 110 ist die Verbindungslinie vom Schnittpunkt 117 der Dichtflächenebene mit der Wellenachse und einem beliebigen Punkt 40 auf dem Zonenabschnitt 412.
Bei der in den Figuren 1 und 1 a gezeigten Dichtungsanordnung liegt beispielhaft der Dichtraum 31 außerhalb der Außenränder der Dichtringe 11, 21 und der zweite Raum befindet sich innerhalb deren Innenränder. Selbstverständlich kann der Dichtraum auch innen und demgemäß der zweite Raum außen liegen. Im letzteren Fall sind die Bezeichnungen hinsichtlich des Dichtkreises und des Zonenkreises in Figur la zu vertauschen. Der Dichtkreis liegt in diesem Fall auf der Innenseite der Dichtzone und die Vertiefung ist erfindungsgemäß wiederum so angeordnet daß der Rückfördeφunkt 46 einen sehr kleinen Abstand A vom Dichtkreis hat
Fig. lb zeigt eine andere Form einer Vertiefung 4. Durch den Rückfördeφunkt 46, geht die erste radiale Linie 116 sowie der Rückförderkreis 461, der vom Dichtkreis 33 den Abstand A hat Der Abstand des Dichtkreises 33 vom Zonenkreis 34 wird als Dichtzonenbreite B bezeichnet Durch den zweiten Berühφunkt 45, geht die zweite radiale Linie 115. Der Rand der Vertiefung hat den Dichtabschnitt 411 und den Zonenabschnitt 412.
Fig. lc zeigt oben die erste Bezugsfläche Fl, die eingeschlossen wird vom Rückförderkreis 461, vom Dichtabschnitt 411 und von der zweiten radialen Linie 115. Die Fig. lc zeigt unten eine andere
Form des Randes einer Vertiefung, bei dem der Dichtabschnitt den Rückförderkreis mehrmals schneidet Dadurch ergeben sich definitionsgemäß positive und negative Anteile der Bezugsfläche Fl.
Fig. ld zeigt die zweite Bezugsfläche F2, die eingeschlossen wird vom Rückförderkreis 461 , vom Zonenabschnitt 412 und von der zweiten radiale Linie 115. Die Figuren lc und ld verdeutlichen das Hächenverhältnis F1/F2 und lassen - in Verbindung mit dem erfindungsgemäßen Merkmal, daß die in radialer Richtung gemessene Breite einer Vertiefung in der Nähe des Rückfördeφunkts, kleiner ist als im mittleren Bereich der Vertiefung - den Zusammenhang zwischen der Gestalt der Vertiefung und der Rückförderwirkung erkennen.
Fig.2 zeigt in den Teilfiguren 2a bis 2h die Ansichten von insgesamt 8 Ausf nrungsformen der Vertiefung 4 der erfindungsgemäßen Gleitringdichtung. Für alle Beispiele der Fig.2 ist angenom¬ men, daß der Dichtraum 31 außen liegt. Dies ist bei Gleitringdichtungen der Regelfall . Die erfindungsgemäßen Merkmale sind jedoch ohne weiteres auch bei einer Gleitringdichtung anwend- bar, bei der der Dichtraum31 innen und der zweite Raum32 außen liegt. Fig.2a zeigt eine allgemeine Grundform mit den Randabschnitten 411 und 412, die durch die Berühφunkte 45 und 46 der beidseits tangierenden radialen Linien bestimmt sind. Bild 2b zeigt eine abgewandelte Grundform. Die Randkonturen nach den Bildern 2c, 2d, 2e und 2f sind Dreiecke. Bei Fig.2d erstreckt sich der Zonenabschnitt definitionsgemäß um die innere Ecke bis zum Punkt 45, da die kürzeste Dreiecks¬ seite radial gerichtet ist Fig.2gzeigt eine sehr spitz zulaufende Randkontur mit dem Zonenabschnitt 412. Fig.2h zeigt eine Vertiefung mit einem Rand, der die Form eines Kreisabschnitts oder eines Ellipsenabschnitts hat Die Ausführungsbeispiele nach den Figuren 2f, 2g und 2h sind spiegel- symmetrisch zu einer Radialen 118 und zeigen somit in beiden Drehrichtungen der Welle gleiche Eigenschaften. Bei allen in Fig.2 gezeigten AtLsführungsformen der Randkontur der Vertiefungen liegt erfindungsgemäß mindestens einer der Berühφunkte sehr nahe beim Dichtkreis 33.
Fig.3 zeigt in zwei Teilansichten die ständigen Dichtzonen 35 der Stirnflächen 113 bzw.213 von zwei verschiedenen Ausführungsformen, nämlich rechts mit Vertiefungen 43, deren Rand ein zur Radialen 118 spiegelsymmetrischer Kreis- oder Ellipsenabschnitt ist und links mit spiegel¬ symmetrischen Vertiefungen 42, die aus mehreren aneinandergrenzenden schmalen Gräben beste¬ hen. Zwischen den Vertiefungen sind zusätzliche Vertiefungen 51 angeordnet die mit dem ersten, hier außenliegenden, Dichtraum 31 in Verbindung stehen.
Fig. 4 erläutert die Strömung durch die Vertiefungen und zusätzlichen Vertiefungen der erfindungsgemäßen Gleitringdichtung am Beispiel der Strömung durch grabenförmige, aneinander angrenzende, spiegelsymmetrische Vertiefungen 422. Huid aus dem Dichtraum 31 gelangt in die Dichtrand hin offene zusätzliche Vertiefung 51 und wird von der relativ darüber hinweggleitenden Stirnfläche des anderen Dichtrings aus der zusätzlichen Vertiefung in den Dichtspalt geschleppt Dort wird es weiter bis über die Ränder der Gräben der Vertiefung in die Gräben 421,422,423 und 424 geschleppt. Zugleich strömt Huid infolge Kapillarwirkung und eventuell infolge eines Über- drucks imDichtraum 31 radial überden Dichtkreis 33nachinnenin den Dichtspaltund in die Gräben. Durch axiale Huktuationen der Spaltwände wird zudem Huid in die Vertiefung gequetscht, abgestreift und in den Gräben wiederum durch Schleppwirkung an den Enden der Gräben aufgestaut. Am Ende eines jeweils kürzeren Grabens weicht das aufgestaute Huid seitlich in den angrenzenden
längeren Graben aus und wird dort weiter geschleppt und gelangt so kaskadenartig schließlich in den längsten Graben 421. Am Ende 420 dieses erfindungsgemäß sehr flachen Grabens entsteht ein verhältnismäßig hoher hydrodynamischer Druck, der ohne weiteres sehr viel größer sein kann als der Druck im Dichtraum 31. Da das Ende 420 des längsten Grabens 421 erfindungsgemäß sehr nahe am Dichtkreis 33 liegt, ist der Strömungswiderstand im Spalt zwischen dem Ende 420 des Grabens 421 und dem Dichtraum 31 verhältnismäßig klein und ein großer Teil des von der Vertiefung "aufgesammelten" und umgelenkten Huidstroms gelangt über den Dichtkreis 33 zurück in den ersten Raum.
Fig.5 zeigt in perspektivischer Darstellung einen Schnitt durch einen Dichtring der erfindungs¬ gemäßen Gleitringdichtung mit grabenförmigen Vertiefungen 421, 422,423, die erfindungsgemäß vorzugsweise mittels Laserstrahl hergestellt sind. Die Tiefe h des flachsten und zugleich längsten Grabens 421 nimmt zu dessen Ende 420 hin im Bereich 453 einen noch kleineren Wert an, wodurch der Druck am Ende des Grabens extrem hoch wird. Die Kante des Grabens 421 ist Teil des Dichtrandes 411. Der Graben 421 hat die Breite b. Die Stufe Δh zwischen den Gräben ist annähernd so groß wie die Tiefe des flachsten Grabens. Der tiefste Graben 423 hat die Tiefe t. Bei der Herstellung der langgestreckten Vertiefungen werden in Längsrichtung der Gräben aufeinander¬ folgende Bereiche überlappend bestrahlt, wodurch Teilbereiche 452 tiefer sind als daran anschlie¬ ßende Bereiche der Gräben. Ebenso werden an ihren Längsseiten aneinander angrenzende Gräben vorzugsweise überlappend bestrahlt, wodurch am Übergang vom einen zum anderen Graben tiefere Einschnitte 451 entstehen.
Fig. 6 zeigt in perspektivischer Darstellung einen Schnitt durch einen Dichtring der erfindungs¬ gemäßen Gleitringdichtung mit schräg eingeschnittenen Vertiefungen mit einem beispielsweise elliptischen Zonenabschnitt 412. Die Vertiefung ist nach innen begrenzt von der beispielsweise ebenen Hache 431 und hat an der tiefsten Stelle die Tiefe t Hier nimmt der Querschnitt der Vertiefung in Schlepprichtung erfindungsgemäß zum Ende 430 hin auf doppelte Weise ab, nämlich einerseits die radiale Breite und andererseits die Tiefe. Dadurch entsteht mit vorteilhafter Wirkung am Rückf ördeφunkt ein besonders hoher, für die Spaltbildung und für die Rückförderung des Huids wirksamer hydrodynamischer Druckaufbau.
Fig. 7 zeigt in zwei Teilansichten die ständigen Dichtzonen von zwei verschiedenen Ausfüh- rungsformen der erfindungsgemäßen Gleitringdichtung, die zur trennenden Abdichtung von zwei Huiden geeignet ist, die sich jeweils im Raum 31 und im Raum 32 befinden. Sowohl innerhalb als auch außerhalb des Mittelkreises 36 sind jeweils zu einer Radialen spiegelsymmetrische Vertiefun¬ gen 4 in die Stirnflächen eingearbeitet. Zwischen den Vertiefungen sind außen zusätzliche Vertie¬ fungen 51 und innen weitere zusätzliche Vertiefungen 52 eingearbeitet, die jeweils mit den angrenzenden Räumen 31 bzw.32 in Verbindung stehen. Die Vertiefungen 4 fördern das über den jeweiligen Begrenzungskreis - der demgemäß Dichtkreis ist - aus dem jeweils angrenzenden Raum in den Spalt eintretende Huid in denselben Raum zurück.
Fig. 8 veranschaulicht die Strömung durch die Vertierungen und zusätzlichen Vertiefungen zwischen den Stirnflächen der in Fig. 7 in der linken Teilansicht gezeigten erfindungsgemäßen Gleitringdichtung. Der Strömungsverlauf ist analog zu dem in Fig. 4 erläuterten Verlauf. Auf der Innenseite sind grabenförmige Vertiefungen 4 mit jeweils zum Begrenzungskreis hin gekrümmten
Gräben in die Stirnflächen eingearbeitet Dadurch ist es erfindungsgemäß möglich, die Enden des dem inneren Dichtkreis 34 am nächsten liegenden Grabens sehr nahe an den Dichtkreis 34 heraj zαiführen. Auf der Außenseite entspricht die Form und Funktion der Gräben der Vertiefung 4 der mit Fig.4 erläuterten Ausführung.
Fig. 9 zeigt schließlich eine Teilansicht der ständigen Dichtzone einer erfindungsgemäßen Gleitringdichtung zum. trennenden Abdichten von zwei Huiden, die sich jeweils im Raum 31 und im Raum 32 befinden. Sowohl innerhalb als auch außerhalb des Mittelkreises 36 sind Vertiefungen 4 in die Stirnfläche eingearbeitet. Der Rückfördeφunkt 46 der außenliegenden Vertiefungen liegt auf einem äußeren Rückförderkreis 461 , der den geringen Abstand A vom äußeren Dichtkreis 33 hat Der Rückfördeφunkt 46 der innenliegenden Vertiefungen liegt auf einem inneren Rückförderkreis 462, der den geringen Abstand A vom inneren Dichtkreis 34 hat Der Abstand der beiden Dichtkreise isthier die DichtzonenbreiteB . Zwischen den Vertiefungen sind außen zusätzliche Vertiefungen 51 und innen weitere zusätzliche Vertiefungen 52 eingearbeitet, die jeweils mit den angrenzenden Räumen 31 bzw. 32 in Verbindung stehen. Da in diesem Ausführungsbeispiel nur einer der Berühφunkte der radialen Linien 115, 116, nämlich jeweils der Rückfördeφunkt 46, auf dem jeweiligen Rückförderkreis liegt, hat diese Gleitringdichtung nur in einer Drehrichtung der Welle eine Rückförderwirkung. In der anderen Drehrichtung der Welle würde hier das Huid in den Vertiefungen jeweils radial zum Mittelkreis hin bis zumBerühφunkt45 gelenktund verhältnismäßig weit entfernt vom jeweiligen Dichtkreis aus der Vertiefung in den Dichtspalt strömen. Dadurch würden zwar die Gleitflächen hydrodynamisch geschmiert, die Dichtwirkung wäre jedoch schlecht
Zitierte Literatur zum Stand der Technik:
[I] Müller, H.K.: Abdichtung bewegter Maschinenteile, Waiblingen, 1990 [2] DE OS 1 475621
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[II] DE OS 3722303 [12] EP 0298324 [13] DE OS 3839 106 [14] EP 0369295 [15] EP 0037210 [16] DE OS 38 35794