Faserbandtrennung an Spinnereivorbereitungsmaschinen
Technisches Gebiet der Erfindung
Die Erfindung besieht sich auf die Faserbandtrennung in einer Spinnereivorbereitungsmaschine, insbesondere einer Strecke. Diese stellt im Fadenherstellungsprozess eine vorgelagerte Verarbeitungsstufe dar, bei der aus einem beliebigen, wirren Faserverbund ein definiertes, die Faser parallelisierendes Faserband entsteht, welches in au begrenzenden definierten Laengen fuer den Prozesstransport getrennt wird.
Stand der Technik
Bekannte technische Loesungen verwenden zum Zweck der
Bandtrennung spezielle maschinentechnische Baugruppen.
Diese sind nach dem Ablieferorgan der jeweiligen Maschine angeordnet.
Es sind Loesungen bekannt, wo ein mechanisch schwenkbar gelagerter Hebel gegen das Band schlaegt oder wo solche Hebel als Nadelkamm ausgebildet sind und durch das Band senkrecht hindurch schwenken.
Andere Loesungen beinhalten angetriebene Walzen, die sich von zwei Seiten gegen das Band bewegen und dieses durch Friktion trennen.
Alle diese Loesungen beinhalten einen hohen Aufwand an
Konstruktionselementen.
Dies bedeutet Stoeranfaelligkeit und hohen Wartungsaufwand.
Entscheidender Nachteil all dieser Loesungen ist, dass der Bandtrennvorgang ausserhalb des Ablegeorganes der
Maschine erfolgt, wobei das abgetrennte Faserband nicht geordnet in der Spinnkanne abgelegt wird.
Dies ist mit Bandverlust und hoher Verschmutsungsgefahr fuer andere Maschinenelemente verbunden.
Des weiteren kann ein vom Ablagepaket einer Spinnkanne herunterhaengendes Bandende das unkontrollierte Herabfallen weiterer abgelegter Bandlaengen ausloesen.
Weiterhin sind Loesungen bekannt, bei denen Bandrueckhalte- und Trennelemente in einem Bandkanal untergebracht sind.
Fuer diese Loesung gilt ebenso der hohe konstruktive Aufwand, die Stoeranfaelligkeit und der Wartungsaufwand. Wie aus dem GM-G 9014575.5 bekannt, muessen
Sensoren vorhanden sein, die pruefen, ob der Trennvorgang und Bandlauf ordnungsgemaess funktionieren.
Die aus der DE 2912777 bekannte Art der Faserbandtrennung ist wiederum an das Vorhandensein zusaetzlicher Technik in Form einer Kannenverdichtervorrichtung gebunden, wobei auch bei dieser Loesung das Bandende nach dem Trennvorgang entweder aus dem Ablegeorgan der Maschine heraushaengt oder von der gefuellten Kanne herunterhaengt.
Bei schweren Baendern im Kammgarnbereich koennen dadurch Bandlagen selbstaendig von der gefuellten Kanne ablaufen.
Drstellung der Erfindung
Die Erfindung hat das Ziel, den Wartungsaufwand und die Stoeranfaelligkeit der Bandtrennorgane zu minimieren und die Bandtrennung materialschonend, ohne Herausloesen von Faseranteilen aus dem Band sowie ohne Bandverlust durchzufuehren.
Die Aufgabe besteht darin, die Bandtrennung ohne hohen Aufwand an Maschinentechnik zu realisieren und variabel auf die Anforderungen verschiedener Faserbandtypen reacieren zu koennen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemaess durch die im Patentanspruch 1 u. 7 angegebenen Merkmale geloest.
Die Ansprueche 2 - 6 und 8 - 10 gestalten die Erfindung weiterhin aus.
Gemaess der Erfindung erfolgt die Faserbandtrennung unter Ausnutzung bereits vorhandener Maschinentechnik im geschlossenen Querschnitt des Faserbandfuehrungskanals durch eine Liefergeschwindigkeitsdifferenz zwischen
vorhandenen Ausgangswalzenpaaren der Verzugszone und einem Kalanderwalzenpaar des Ablieferdrehwerkes,
wobei der Klemmlinienabstand dieser Walzenpaare groesser ist, als die laengsten Einzelfasern des Faserbandes.
Dabei besteht die Moeglichkeit, die Liefergeschwindigkeitsdifferenz zwischen den Walzenpaaren und deren Belastungsdruecke zu variieren.
Bei Stillstand der Ausgangswalzenpaare und gleichzeitiger Fortsetzung der Drehbewegung der Kalanderwalzen kommt es zur Trennung des Faserbandes im Faserbandfuehrungskanal. Durch das Fehlen zusaetzlicher Trennorgane im
Faserbandfυehrungskanal erfolgt die Trennung durch Ueberwindung der inneren Haftkraft des Faserbandes, wobei keine Einzelfaser beschaedigt wird. Das abgetrennte Faserbandende wird durch das Ablieferdrehwerk zykloidisch in der Spinnkanne abgelegt, ohne dass das Faserbandende ueber den Spinnkanrienrand haengt. Das im Faserbandfuehrungskanal verbliebene Faserbandende wird mit Hilfe der an diesem vorhandenen Blasduesen zur Fortsetzung des Arbeitsprozesses zu den Kalanderwalzen transportiert.
Fuehren dem gegenueber die Ausgangswalsen eine geringere Liefergeschwindigkeit aus als die Kalanderwalzen des des Ablieferdrehwerkes, wird im Faserbandfuehrungskanal eine Duennstelle des Faserbandes erzeugt. Diese Duermstellenbildung wird durch einen Bogen im Faserbandfuehrungskanal unterstuetzt.
Passiert diese Duennstelle das Kalanderwalzenpaar, werden die Ausgangswalzenpaare und die Kalanderwalzen gleichzeitig gestoppt. Dabei wird die Trennung des Faserbandes innerhalb des Ablegeorganes des Ablieferdrehwerkes mittels einer Relativbewegung der Spinnkanne durch üeberwindung der inneren Haftkraft des Faserbandes erreicht, wobei das Faserbandende im Ablegeorgan verbleibt. Das abgetrennte Faserbandende wird zykloidisch in der Spinnkanne abgelegt. Gesteuert wird dieser Trennvorgang ueber einen Mikrorechner.
Weitere Besonderheiten und Vorzuege der Erfindung sind in einem Ausfuehrungsbeispiel verwirklicht, das anhand der Figur erlaeutert wird.
Wege zur Ausfuehrung der Erfindung
An einer Strecke befinden sich nach der Verzugszone mit Nadelfeld 4 des Verarbeitungsorganes 2 die Ausgangswalzen 5 und ein nachgeordnetes Walzenpaar 6, welches der BandVerdichtung dient. Diesem nachgeordnet ist ein rohrfoermiger gebogener, geschlossener Faserbandkanal 8, der bis zu einem ortsfestem Kalanderwalzenpaar 10 ueber dem
Bandablegeorgan des Ablieferdrehwerkes 3 fuehrt.
Am Beginn des Bandkanales 8 befindet sich eine Blasduese 7. Am ausgangsseitigem Ende des Bandkanales ist ortsfest ueber dem Kalanderwalzenpaar 10 eine zweite Blasduese 9 angeordnet, die gleichzeitig die Funktion eines Faserbandverdichterorgans hat.
Die Ausgangswalzen 5 und das Walzenpaar 6 sind mit einer Kupplung aus dem Gesamtantrieb heraustrennbar.
Beim Ausloesen des Trennvorganges durch den Mikrorechner wird zunaechst die Gesamtmaschine gestoppt. Danach tritt die Kupplung, in Funktion, so dass der Antrieb nur noch auf die Kalanderwalzen 10 und das Ablieferdrehwerk 3 wirken kann. Danach tritt der Antrieb in Funktion.
Die Klemmlinien der stillstehenden Ausgangswalzen 6 halten das Faserband 1 fest.
Die weiterlaufenden Kalanderwalzen 10 ueben nun auf das Faserband 1 in Laengsrichtung eine Zugkraft aus. Dieser Vorgang ist ueber den Mikrorechner in der Zeitdauer variierbar und auf verschiedene Faserbandtypen einstellbar.
Der Vorgang dauert so lange, bis die innere Haftkraft des Faserbandes 1 ueberwunden ist und es getrennt wird. Durch die Reibkraft im Bogen des Bandfuehrungskanales 8 wird dieser Vorgang unterstuetzt. Das Ablegeorgan des Ablieferdrehwerkes 3 transportiert das abgetrennte
Faserband 1 bis zuletzt zykloidisch in die Spinnkanne. Danach wird die Kupplung wieder vom Mikrorechner angesteuert und der Antrieb fuer die Ausgangswalzen 5 und 6 zugeschaltet.
Die Blasduese 7 transportiert durch ihren Druckluft- ström das im Bandfuehrungskanal 8 verbliebene maschinenseitige Faserbandende beim Wiederanlauf der Maschine bis zu den ortsfesten Kalanderwalzen 10. Die darueber angeordnete Blasduese 9 unterstuetzt das Einfuehren des Faserbandes 1 in die Klemmlinie der Kalanderwalzen 10 und verdichtet es gleichzeitig.
Danach werden die Blasduesen 7 und 9 abgeschaltet und die Maschine laeuft bis zum naechsten Trennvorgang.
In einem zweiten Anwendungsfall wird der Antrieb der Ausgangswalzen 5 und 6 nicht total gestoppt, sondern laeuft nur langsamer als der der Kalanderwalzen 10 weiter. Dabei laeuft der eingangs beschriebene Anwendungsfall mit dem Unterschied ab, dass eine Duennetelle im Faserband 1 erzeugt wird, die erst am Ablegeorgan des Ablieferdrehwerkes 3 vollstaendig abreisst. Bei dieser Methode ist das maschinenseitige Faserbandende fuer den Wiederanlauf der Maschine bereits in der Klemmlinie des ortsfesten Kalanderwalzenpaares 10 vorhanden. Die Duesen 7 und 9 haben beim Wiederanlauf der Maschine nur unterstuetzende Transportfunktion.