Glühkerze
Beschreibung
Die Erfindung betrifft eine Glühkerze gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1.
Eine solche Glühkerze wird beispielsweise in der DE-PS 28 02 625 beschrieben. Diese Glühkerze weist ein Glührohr auf, in dem im Spitzenbereich eine Heizwendel und im anschlußseitigen Bereich eine Regelwendel in einem elektrisch isolierenden Stoff angeordnet ist.
In der Folgezeit wurden weitere Patentanmeldungen mit dem Ziel hinterlegt, eine entsprechende thermische Entkopplung zwi¬ schen Regel- und Heizwendel zu erzielen, wodurch angeblich die Funktion der o.g. Glühkerze weiter verbessert wird.
Die aus dem Stand der Technik bekannten Glühkerzen dieser Gattung weisen den Nachteil auf, daß sie bei Dauerglühen bzw. längerem Glühen im laufenden Motor, das zu umweltverträglicheren
Abgasen führt, zu geringe -Standfestigkeit aufweisen, um den üblichen Anforderungen an die Standfestigkeit von Glühkerzen zu genüge .
Aufgabe der Erfindung ist es, unter Umgehung der im Stand der Technik aufgezeigten Nachteile eine Glühkerze zur Verfügung zu stellen, die hohe Standfestigkeit auch bei längerem Nachglü¬ hen aufweist; gleichzeitig soll die bisher erreichbare Vorglüh-. zeit praktisch eingehalten werden, sowie eine Massenproduktion in gewohnter Weise und wirtschaftlich wie bisher erfolgen kön¬ nen. Diese Aufgabe wird durch die Glühkerze gemäß Anspruch 1 gelöst. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung erge¬ ben sich aus den nachfolgenden Ansprüchen 2 bis 13.
Intensive Untersuchungen haben gezeigt, daß Veränderungen an dem System Heizwendel/Regelwendel, insbesondere auch die vorgeschlagene thermische Entkopplung von Heiz- und Regelwendel nicht zu dem gewünschten Erfolg führen. Vielmehr wurde gefunden, daß ein möglicher Grund für die geringere Standfestigkeit der vorbekannten Glühkerzen darin zu sehen ist, daß die Temperatur¬ verteilung über den Regelwiderstand ungleichmäßig ist, so daß sich örtliche Überhitzungen bilden, an denen sich zusätzlicher Energieumsatz konzentriert, wodurch eine weitere Temperaturerhö¬ hung erfolgt und zu erhöhtem Verschleiß bzw. zum Abbrennen des Regel-Widerstands führt. Eine erfindungsgemäße Ursache dafür wurde in dem Umstand gefunden, daß im Bereich der Regelwendel, der am Innenpol der Glühkerze angeschlossen ist, der Innenpol diesen Bereich kühlt. Hierdurch entsteht nicht nur eine un¬ gleichmäßige Temperaturverteilung über die Regelwendel; hinzu kommt, daß der kühlere Bereich niedrigohmiger bleibt und zur Abregelung des Glühkerzenstroms weniger beiträgt, als theore¬ tisch bei "ungestörtem" Erwärmen dieses Regelwendelbereichs erfolgen würde.
Die Lösung der erfindungsgemäßen Aufgabe wird demnach darin gesehen, das System Innenpol/Übergang Innenpol-Regelwendel/Re-
gelwendel derart zu gestalten, daß der nachteilige Kühleffekt durch den Innenpol minimiert wird, wobei gleichzeitig die ande¬ ren oben aufgeführten Anforderungen an eine Glühkerze erfüllt sein müssen, und wobei die übliche Geometrie von Glührohren bezüglich beispielsweise der Glührohrlänge, Länge und Geometrie der im Glührohr unterzubringenden Heiz- und Regelwendel usw. berücksichtigt werden muß.
Die Erfindung wird anhand der folgenden Figuren näher er¬ läutert.
Fig. 1 ist ein Querschnitt durch einen Heizεtab einer er¬ findungsgemäßen Glühkerze,
Fig. 2 ist der schematische Querschnitt durch eine Ausfüh¬ rungsform der erfindungsgemäßen Glühkerze.
Der Heizstab gemäß Fig. 1 besteht in an sich bekannter Weise aus dem Rohr 7, in dem die Heizwendel 1, die Regelwendel 2, der Innenpol 4 und der Abdichtring (0 - Ring) in elektrisch isolierendem Material (z.B. MgO) angeordnet sind. Die erfin¬ dungsgemäße Entkopplung zwischen dem eigentlichen Regelwendelbe¬ reich 2 (mit Windungen größeren Durchmessers) und dem Innenpol 4 erfolgt über den Wendelbereich 3 (mit kleinerem Windungsdurch¬ messer) .
Der Durchmesser der Windungen des Bereichs 3 ist bevorzugt kleiner als der halbe Durchmesser der Windungen des eigentlichen Regelbereichs 2 der Regelwendel.
Die Drahtlänge des Bereiches 3 entspricht etwa 1/1O bis etwa 1/20 der gesamten Drahtlänge des Regelwiderstands bei Raum¬ temperatur. Bevorzugt ist die Länge dieses Teils größer als etwa 2,5 bis 4 mm, insbesonders bevorzugt weist es mindestens vier Windungen auf .
Der Windungsdurchmesser im Bereich 3 sollte als untere Begrenzung etwa der vierfachen Regeldrahtstärke entsprechen.
Die Steigung dieses Teils 3 ist gleich oder größer der doppelten Drahtstärke.
Die Abbildung zeigt den Regelwendelbereich 2 (mit größerem Durchmesser) einstückig. Tatsächlich kann er jedoch auch zwei- oder mehrstückig ausgebildet sein, wobei die Unterbereiche je¬ weils aus verschiedenen Legierungen mit unterschiedlichen Te pe- ratur-Widerstands-Koeffizieήten bestehen können.
Die erfindungsgemäße Lösung" ist besonders vorteilhaft in dem Fall, in dem Regelwendeln mit hohen Temperatur-Widerstands- Koeffizienten verwendet werden, bei denen beispielsweise das Widerstandsverhältnis des Widerstandes bei 20° C/1.0000 C größer als etwa 7,5 ist (bei >12 wird es extrem kritisch); insbesondere gilt dieses auch für Regelwendeln aus Materialien, die nicht einen kontinuierlichen sondern einen sprunghaften Anstieg des Widerstands aufweisen, wie es beispielsweise in den Anmeldungen DE-OS 38 25 013 und 39 23 582 beschrieben wird. Unter diesen Umständen sind die erfindungsgemäßen Glühkerzen bei Dauerglühen bzw. längerem Glühen im laufenden Motor besonders geeignet.
Die Ausführungsform gemäß Fig. 1 weist einen üblichen In¬ nenpol 4 auf. Besonders bevorzugt ist dieser Innenpol 4 aus einem den Strom leitenden, schlecht wärmeleitenden Material hergestellt. Als Beispiel sei ein Stahl mit höherem Cr-Ni-Anteil genannt, der wie auch andere dem Durchschnittsfachmann auf dem Legierungsgebiet leicht zugänglich ist. Da er zusätzlich durch seine Zusammensetzung rostgeschützt ist, braucht der Kabelan¬ schluß (M5-, M4-Gewinde) nicht, wie oft gefordert wird, mit Rostschutz versehen werden. Als eine besondere Ausführungsform der Erfindung, die nicht abgebildet ist, besteht demnach der Innenpol aus einem den Strom leitenden und die Wärme schlecht leitendem Material. Bei dieser speziellen Ausführungsform kann auf den Zwischenbereich 3 verzichtet werden (bzw. mit Zwischen¬ bereich 3 zusammen ist Wärmeabführung noch weiter verringerbar) . Fig. 2 zeigt eine erfindungsgemäße Glühkerzenausführung, in der der Glühkerzenstift gemäß Fig. 1 eingebaut ist. Hierbei sind der Ubergangsbereich 3 und der Innenpol 4 durch einen an sich
bekannten "Steckanschluß" 8 mit zusätzlicher Verstemmung mitein¬ ander verbunden.
Bei dieser Ausführungsform wird deutlich, daß die Regel¬ wendel(n) 2 sich praktisch über ganze Länge auf gleiche Tempera¬ tur aufheizen kann, und daß weder die axial rückfließende Wärme aus dem Bereich der Heizwendel 7 noch die sich radial von der/- den Regelwendel(n) ausbreitende Wärme zum Glührohr ungleichför¬ mig abgezogen und die Wärmeabführung zum Innenpol ausreichend stark behindert wird.
Der Übergangsbereich 3 ist bei der Standardausführung der Erfindung einstückig und aus dem gleichen Material ausgebildet wie der benachbarte Regelwendelbereich 2. Gemäß erfinderischer Konzeption kann jedoch dieser Bereich 3 auch aus einem anderen Material bestehen, als das des sich anschließenden Bereichs der Regelwendel 2, wobei das Material dieses Bereiches 3 dann zwar Stromleitfähigkeit, jedoch geringe Wärmeleitfähigkeit aufweisen soll; derartiges Material und Legierungen sind an sich bekannt und können beispielsweise auch die Materialien sein, die zuvor bezüglich des Innenpols beschrieben wurden, wenn dieser geringe Wärmeleitfähigkeit aufweist.
Bei einer erfindungsgemäßen Ausführungsform beträgt der Glührohrdurchmesser etwa 6 mm; der Durchmesser der Regelwendel 2 beträgt etwa 3,8 mm und der Durchmesser des Ubergangsbereiches 3 etwa 1,8 mm bei einer Regeldrahtstärke von etwa 0,35 mm. Die Länge des Regeldrahtes insgesamt beträgt 200 bis 220 mm, wobei die Länge des Regeldrahtes im Bereich 3 etwa 12 mm beträgt.
Die erfindungsgemäße Lösung führt zu dem überraschenden Ergebnis, daß die Maximaltemperatur der Glühstiftspitze bzw. der Heizwendel selbst, bei der das Abregein einsetzt, erniedrigt wird, so daß einerseits die Vorglühzeit praktisch nicht vermin¬ dert, die Lebensdauer unter Nachglühbedingungen jedoch deutlich erhöht wird.
Bezugszeichenliste
Heizwendel Regelwendel(n) Übergangsteil Innenpol O-Ring Isoliermaterial Glührohr Steckanschluß (Verbindung Innenpol-Regelwendel)