WERKZEUGKOPF FÜR DEN EINSATZ IN WERKZEUGMASCHINEN
Besehreibung
Die Erfindung betrifft einen Werkzeugkopf für den Ein¬ satz in Werkzeugmaschinen, mit einem um eine Drehachse rotierenden Grundkörper, mindestens einem relativ zum Grundkörper vorzugsweise quer zur Drehachse verstellba¬ ren, mit mindestens einem Schneidwerkzeug oder einem Werkzeugträger bestückbaren Schieber, einer aus einer Meßskala und einem Sensor bestehenden Einrichtung zur direkten Messung des Verstellwegs des Schiebers relativ zum Grundkörper und einer Auswerteelektronik zur Aus¬ wertung und/oder Anzeige der Wegmeßergebnisse, wobei die Meßskala und der Sensor in Form von Meßstrukturen auf einer Oberfläche"je einer ebenen mit dem Schieber bzw. dem Grundkörper verbundenen Subεtratplatte vor¬ zugsweise aus Glas, Keramik oder Metall so angeordnet sind, daß die die Meßstrukturen aufweisenden Oberflä¬ chen in durch einen Spalt voneinander getrennten, zu- einander parallelen Verschiebeebenen ausgerichtet sind.
Es ist ein Werkzeugkopf dieser Art bekannt (WO91/03345) , bei welchem die die kapazitiven Meßstrukturen aufwei¬ senden Oberflächen der Substratplatten in unmittelbarer Nähe der Drehachse in zur Drehachse senkrechten Ebenen fliehkraftneutral angeordnet sind. Die erste Substrat¬ platte ist dabei mit ihrer der Meßstruktur gegenüber¬ liegenden axial nach außen weisenden Oberfläche mit ei¬ ner Tragfläche des Schiebers flächig verbunden, während die zweite Substratplatte mit ihrer die Meßstruktur aufweisenden Oberfläche gegen zwei unter Freilassung
der Meßstruktur im Abstand voneinander angeordnete Mon- tageleisten angeklebt ist, die mit ihren über den Sub- stratplattenrand überstehenden freien Enden an einer axial ausgerichteten Montagefläche des Grundkörpers be¬ festigt sind, während die Substratplatte in eine zen¬ trale- Ausnehmung dieser Montageplatte eingreift. Mit dieser Befestigungstechnik wird erreicht, daß die die Meßstruktur tragende Oberfläche der Substratplatte mit der Montagefläche des Grundkörpers exakt fluchtet. Die¬ se Anordnung ist jedoch nur möglich, wenn die Substrat¬ platten fliehkraftneutral angeordnet sind. Es gibt je¬ doch Werkzeugkonstruktionen, bei denen beispielsweise wegen zentraler Einbauten eine fliehkraftneutrale An¬ ordnung der Substratplatten nicht möglich ist. Bei ei¬ ner exzentrischen Anordnung der Substratplatten können die bekannten Maßnahmen wegen der an den Substratplat¬ ten angreifenden Fliehkräfte nicht übernommen werden. Hinzu kommt, daß vor allem bei der Verwendung von kera¬ mischen Substratplatten Maßtoleranzen in der Wandstärke von + 100 μm auftreten können, die bei der vorbeka-nnten Anordnung nicht ohne weiteres kompensiert werden,kön¬ nen, wenn man berücksichtigt, daß die Spaltweite zwi¬ schen den aktiven Oberflächen der Substratplatten bei kapazitiven Meßstrukturen nur 10 bis 20 μm betragen darf.
Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfin¬ dung die Aufgabe zugrunde, einen Werkzeugkopf der ein¬ gangs angegebenen Art zu entwickeln, der trotz außer- mittiger Anordnung der die Meßstrukturen tragenden Sub-
stratplatten eine genaue Verstellwegmessung sowie einen Toleranzausgleich ermöglicht.
Zur Lösung dieser Aufgabe werden die im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmale vorgeschlagen. Weitere vorteil¬ hafte- Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Die erfindungsgemäße Lösung geht von dem Gedanken aus, daß die die Meßstrukturen aufweisenden Oberflächen der Substratplatten in zur Drehachse parallelen exzentri¬ schen Tangentialebenen angeordnet sind, daß die radial innen liegende Substratplatte mit: ihrer der Meßstruktur gegenüberliegenden, radial nach innen weisenden Ober¬ fläche mit einer schieberseitigen Tragstruktur verbun¬ den ist, daß die radial außen liegende Substratplatte von einer grundkörperseitigen Tragstruktur unterstützt ist, und daß die schieberseitige und/oder grundkörper- seitige Tragstruktur durch einen durch Oberflächenab¬ oder -auftrag nach Maßgabe der einzustellenden Spalt¬ weite und/ oder Planparallelität abstimmbaren Flächen¬ abschnitt des Schiebers oder Grundkörpers gebildet ist.
Alternativ hierzu ist es auch möglich, daß die die Me߬ strukturen aufweisenden Oberflächen der Substratplatten in zur Drehachse senkrechten exzentrischen Radialebenen angeordnet sind, daß die eine Substratplatte mit einer schieberseitigen Tragstruktur und die andere Substrat¬ platte mit einer grundkörperseitigen Tragstruktur ver- jζ_ bunden ist, und daß die schieberseitige und/oder grund-
körperseitige Tragstruktur durch einen durch Oberflä- chenab- oder -auftrag nach Maßgabe der einzustellenden
Spaltweite und/oder Planparallelität abstimmbaren Flä¬ chenabschnitt des Schiebers oder Grundkörpers gebildet ist.
Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß die Meßskala und der Sensor in Form von kapa¬ zitiven Meßstrukturen auf den Oberflächen der Substrat¬ platten angeordnet sind. Abweichend hiervon können die Meßskala und der Sensor auch in Form von inkrementalen Meßstrukturen auf den Substratplatten angeordnet sein. Hierbei ist die sensorseitige Substratplatte zweckmäßig Bestandteil eines optoelektronischen Abtastkopfes einer inkrementalen Meßeinrichtung.
Die Tragstruktur weist vorteilhafterweise eine Tragflä¬ che auf, mit welcher die der Meßstruktur gegenüberlie¬ gende Oberfläche der betreffenden Substratplatte flä¬ chig verbunden ist.
Vorteilhafterweise ist dabei die Tragstruktur Bestand- ~~ teil einer Tragleiste, die in eine radiale Fensteraus¬ sparung des Schiebers bzw. Grundkörpers oder eines mit dem Schieber oder Grundkörper starr verbindbaren Sub¬ stratträgers lösbar einsetzbar ist.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die radial innen liegende Substratplatte mit Hilfe einer vorzugsweise aus einem "Sekundenkleber" bestehen-
den KlebstoffSchicht mit der Tragfläche verbunden. Mit der elastischen Klebstoffschicht können unterschiedli¬ che Temperaturausdehnungen des keramischen Trägersub¬ strats und des metallischen Schiebers ausgeglichen wer¬ den.
Vorteilhafterweise ist die radial innen liegende Sub¬ stratplatte in einer radial nach außen offenen Ausneh¬ mung des .Schiebers angeordnet. Damit kann die betref¬ fende Substratplatte mit ihrer die Meßstruktur tragen¬ den Oberfläche gegenüber einer benachbarten Gleit- und Verschiebeebene des Schiebers versenkt in der Ausneh¬ mung angeordnet werden. Dies ist eine wesentliche Vor¬ aussetzung dafür, daß auch meßstrukturseitig oberflä- chenkontaktierte Substratplatten, wie sie bei der foto¬ chemischen Herstellung entstehen, ohne Kollisionsgefahr mit den Gleit- und Verschiebeflächen eingesetzt werden können. Aus konstruktiven Gründen hat es sich als be¬ sonders vorteilhaft erwiesen, wenn die Tragfläche oder die Fensteraussparung zur Aufnahme der Tragleiste an einem vorzugsweise winkelförmigen, am Schieber lösbar befestigbaren Substratträger angeordnet ist, und der Schieber an einem radial innerhalb der radial innen liegenden Substratplatte und deren benachbarten Gleit- und Verschiebefläche angeordneten Bereich mit radial nach außen weisenden und axial zu der dem Schneidwerk¬ zeug oder Werkzeugträger gegenüberliegenden Seitenflä¬ chen an einem grundkörperfesten Schubführungsteil abge¬ stützt und geführt ist. Die radial nach außen weisende Gleit- und Verschiebefläche des Substratträgers über-
nimmt hierbei also keine Führungsfunktion für den Schieber. Da der Schieber im Grundkörper regelmäßig ei¬ ner Schmierung bedarf, die Meßstrukturen auf den Sub¬ stratplatten jedoch von einem Schmiermittelzutritt freigehalten werden müssen, ist es vorteilhaft, wenn im Bereich der Gleit- und Verschiebefläche des Schiebers oder der Grundplatte eine die Substratplatten über den gesamten Verschiebeweg des Schiebers umfassenden Nut zur Aufnahme eines umlaufenden Dichtungsrings angeord¬ net ist. Der Dichtungsring ist dabei zweckmäßig als Ab¬ streifring, insbesondere Quadring ausgebildet. Um die über den Dichtungsring auf den Substratträger übertra¬ genen Reaktionskräfte aufnehmen zu können, trägt der Substratträger auf seiner der Substratplatte gegenüber¬ liegenden Seite vorteilhafterweise eine gegen eine ra¬ dial nach außen weisende Gleitfläche des Grundkörpers, insbesondere im Bereich des Schubführungsteils radial anliegende Gleit- und Stützleiste vorzugsweise aus Hartmetall.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Er indung ist zwischen dem Substratkörper und dem Schubführungsteil ein sich in Verschieberichtung er¬ streckender Zwischenraum zur Aufnahme einer Schleppver— bindung für mit dem Grundkörper und der Auswerteelek¬ tronik verbundene Anschlußkabel der radial innen lie¬ genden Substratplatte angeordnet. Weiter hat es sich als zweckmäßig erwiesen, daß die Fensteraussparung zur Aufnahme der Tragleiste für die radial außen liegende Substratplatte ebenfalls in einem am Grundkörper lösbar
befestigbaren Substratträger angeordnet ist. Zur Er¬ leichterung der Montage können die Substratträger mit vormontierten Tragleisten und Substratplatten gemeinsam in einen axial zugänglichen Zwischenraum zwischen Grund¬ körper und Schieber eingeführt und an den letzteren be¬ festigt werden. Die Handhabung der an die Auswerteelek¬ tronik anzuschließenden Kabel wird erleichtert, wenn im Bereich der Fensteraussparung ein zwischen Substratträ¬ ger und Tragleiste von der Tragfläche zur Rückseite des Substratträgers führender Kabelkanal zur Aufnahme der von der Seite der Meßstrukturen der Substratplatten zur Auswerteelektronik führenden Anschlußdrähte oder -fah- nen angeordnet ist.
Für die Laufruhe und Bearbeitungsgenauigkeit des Werk¬ zeugkopfes hat es sich als besonders vorteilhaft erwie¬ sen, wenn der Schieber auf seiner dem Substratträger diametral gegenüberliegenden Seite zusätzlich einen dem Substratträger entsprechenden Masseausgleichskörper trägt.
Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß die radial außen liegende Substratplatte lose gegen ihre Tragfläche anliegend unter der Einwirkung gummi¬ elastisch abgefederter Klemmorgane gegen die Tragfläche angepreßt wird. Zum Anklemmen der betreffenden Substrat¬ platte sind vorteilhafterweise zwei im Abstand vonein¬ ander die Fensteraussparung auf der Seite der Substrat¬ platte übergreifende, vorzugsweise mit einem Elastomer ausgefütterte, im Bereich ihrer freien Enden am Grund-
körper anschraubbare laschenartige Klemmorgane vorgese¬ hen.
Die abstimmbare Tragfläche kann dabei durch eine stu¬ fenförmig an der Tragleiste überstehende Plattform ge¬ bildet sein, während die Tragleiste mit seitlich an der überstehenden Plattform angeformten Flanschen in einer stufenförmigen Randausnehmung der Fensteraussparung des Grundkörp.ers bzw. des Schiebers befestigbar ist.
Durch eine geeignete Montagehilfe kann die radial innen liegende Substratplatte bezüglich der benachbarten Gleit- und Verschiebeebene des Schiebers sowohl in radialer Richtung als auch in Verschieberichtung im Zuge ihrer Befestigung am Schieber exakt ausgerichtet werden. Der notwendige Toleranzausgleich erfolgt zweckmäßig über die radial außen liegende Substratplatte durch Vermes¬ sung und Oberflächenabtrag der zugehörigen Tragleiste im Bereich ihrer Tragfläche. Dementsprechend kann die Tragfläche je nach den auszugleichenden Toleranzen ge¬ genüber der benachbarten Gleit- und Verschiebeebene des Grundkörpers versenkt, fluchtend oder überstehend in der Fensterausnehmung angeordnet sein. Da die radial innen liegende Substratplatte in ihrer Schieberausneh- mung vorzugsweise versenkt angeordnet ist, wird die ra¬ dial außen liegende Substratplatte mit ihrer die Me߬ struktur tragenden Oberfläche gegenüber der benachbar¬ ten Gleit- und Verschiebefläche des Grundkörpers vor¬ zugsweise überstehend angeordnet sein. Zur Aufnahme von überstehenden Teilen der radial außen liegenden Sub-
stratplatte und der Klemmorgane sind zweckmäßig in der Gleit- und Verschiebeebene des Schiebers zusätzliche, radial nach außen offene Ausnehmungen vorgesehen.
Weiter hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn die die Meßskala tragende Substratplatte am Schieber und die den Senr-r tragende Substratplatte am Grundkörper angeordnet c.
Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß der Schieber über eine axial im Grundkörper ausge¬ richtete, extern betätigbare Zugstange verschiebbar ist, wobei die Zugstange mindestens eine in eine Schräg¬ verzahnung des Schiebers eingreifende, hierzu komple¬ mentäre Schrägverzahnung als Getriebemittel aufweisen kann. Eine solche Schieberverstellung ist bereits bei Plan- und Ausdrehköpfen an sich bekannt (DE-C-26 08 930) . Im Grundkörper ist dort zweckmäßig ein weiterer, gegen¬ über dem ersten Schieber über die Zugstange gegensinnig verschiebbarer Massenausgleichsschieber vorgesehen.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Auswerteelektronik mit einem vorzugs¬ weise in einem Umfangsring des Werkzeugkopfs angeordne¬ ten optoelektronischen Sender-Empfänger für den Daten¬ austausch mit einer externen Sende-Empfangseinrichtung verbunden. Damit ist es möglich, über eine CNC-Steue- rung, die an die externe Sende-Empfangseinrichtung ei¬ nerseits und an einen Antriebsmechanismus für die Zug¬ stange angeschlossen ist, den Schieber des Werkzeugkop-
fes im Sinne einer CNC-Achse zu bewegen und zu positio¬ nieren.
Die Auswerteelektronik ist ebenso wie die Elektronik des Sender—Empfängers in dem vorzugsweise aus Leichtme¬ tall bestehenden Umfangsring angeordnet. Der Umfangs- ring kann dabei gegenüber dem Grundkörper vorzugsweise durch eine umlaufende Metallfolie abgedichtet und/oder abgeschirmt werden. Zur Befestigung wird der Umfangs¬ ring vorteilhafterweise zwischen einem Flanschdeckel und einer Ringschulter des Grundkörpers unter Zwischen¬ klemmen von an den stirnseitigen Enden des Umfangsrings angeordneten umlaufenden Dichtungsringen eingeklemmt.
Die Auswerteelektronik im Werkzeugkopf kann batteriebe¬ trieben sein. Besonders vorteilhaft ist jedoch eine in¬ duktive Energie- und Datenübertragungsstrecke zwischen der im rotierenden Werkzeugkopf angeordneten Meß- und Auswerteeinrichtung und einer externen Steuereinrich¬ tung. Durch die induktive Energie- und Datenkopplung kann die Batterie entfallen. Die Energie- und Daten¬ kopplung arbeitet hierbei zweckmäßig im Hochfrequenzbe¬ reich, wobei der Datenaustausch zweckmäßig auf die durch die Energiezuführung gebildete Trägerfrequenz mo¬ duliert ist. Die induktive Energiezufuhr ermöglich auch die motorische Ansteuerung des Schiebers innerhalb des Werkzeugkopfes, was bei Batteriebetrieb nicht ohne wei¬ teres möglich ist.
Im Falle der inkrementalen Verschiebewegmessung ist
der Abtastkopf zweckmäßig in einer am Grundkörper oder am Schieber befestigten Tragplatte eingespannt und zu¬ sammen mit dieser um eine zur Substratplattenebene senkrechte Achse gegenüber der gegenüberliegenden, als Meßskala ausgebildeten Substratplatte verschwenkbar und justierbar.
Im folgenden wird die Erfindung anhand einiger in der Zeichnung in schematischer Weise dargestellter Ausfüh¬ rungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen
Fig. la eine Draufsicht auf einen Plandrehkopf in teil¬ weise aufgebrochener Darstellung;
Fig. lb einen vergrößerten Ausschnitt aus Fig. la;
Fig. 2a einen Axialschnitt durch den Plandrehkopf nach Fig. la;
Fig. 2b einen vergrößerten Ausschnitt aus Fig. 2a;
Fig. 3a und b eine Draufsicht und einen Längsschnitt des grundkörperseitigen Substratträgers;
Fig. 4a und b eine Draufsicht und einen Längsschnitt der grundkörperseitigen Tragleiste;
Fig. 5a und b eine Draufsicht und einen Querschnitt (im Einbauzustand) des schieberseitigen Substrat¬ trägers;
Fig. 6a und b eine Draufsicht und eine Stirnseitigenan- sicht der Tragleiste für den Substratträger nach Fig. 5;
Fig. 7 ein Schema einer CNC-Steuerung der Schieberbe¬ wegung des Plandrehkopfes;
Fig. 8a eine Draufsicht auf einen gegenüber Fig. la ab¬ gewandelten Plandrehkopf in teilweise aufgebro¬ chener Darstellung;
Fig. 8b einen Axialschnitt durch den Plandrehkopf nach Fig. 8a;
Fig. 8c eine Draufsicht auf den Schieber in Richtung des Pfeils X der Fig. 8a.
Die in der Zeichnung dargestellten Werkzeugköpfe sind als Plan- und Ausdrehköpfe für den Einsatz in Werkzeug¬ maschinen bestimmt. Der Werkzeugkopf besteht im wesent¬ lichen aus einem um eine Drehachse 12 drehbaren Grund¬ körper 10, einem im Grundkörper 10 quer zur Drehachse 12 verschiebbaren, einen Paßzapfen 14 mit Pendelbolzen 16 für den Anschluß eines Werkzeugträgers aufweisenden, quer zur Drehachse 12 im Grundkörper 10 verschiebbaren Arbeitsschieber 18 sowie einem in entgegengesetzter Richtung des ArbeitsSchiebers 18 im Grundkörper 10 ver¬ schiebbaren Ausgleichsschieber 20. Die Betätigung des Arbeitsschiebers 18 und des Ausgleichsschiebers 20 er-
folgt über eine extern verschiebbare Zugstange 22, die mit ihren einander diametral gegenüberliegenden Schräg¬ verzahnungen 24 mit komplementären Schrägverzahnungen 26,28 des Arbeitsschiebers 18 und des Ausgleichsschie¬ bers 20 in Eingriff steht. Die Schrägverzahnungen 26,28 des Arbeitsschiebers 18 und des Ausgleichsschiebers 20 sind entgegengesetzt unter dem gleichen Winkel geneigt, während die Zugstange 22 zwei sich kreuzende, entgegen¬ gesetzt geneigte Schrägverzahnungen aufweist. Mit die¬ ser Maßnahme wird erreicht, daß sich der Arbeitsschie¬ ber 18 und der Ausgleichsschieber 20 beim Verschieben der Zugstange 22 nach entgegengesetzten Seiten ver¬ schieben.
Der Verstellweg des Arbeitsschiebers 18 kann mit Hilfe einer zwischen Arbeitsschieber 18 und Grundkörper 10 im Inneren des Werkzeugkopfs angeordneten kapazitiven oder inkrementalen Wegmeßeinrichtung 30 gemessen werden.
Die kapazitive Meßeinrichtung 30 nach Fig. 1 bis & um¬ faßt im wesentlichen zwei Substratplatten 32,34 aus ke¬ ramischem Material, von denen die eine, radial innen liegende Substratplatte 32 mit dem Arbeitsschieber 18 und die andere, radial außen liegende Substratplatte 34 mit einem grundkorperfesten Substrattrager 36 verbunden ist. Die Substratplatten 32,34 tragen an ihren einander zugewandten Oberflächen eine vorzugsweise fotochemisch aufgetragene kapazitive Meßstruktur 38. Die Meßstruktur der mit dem Arbeitsschieber 18 verbundenen Substrat¬ platte 32 ist dabei als Meßskala ausgebildet, während
die Meßstruktur 38 der mit dem Grundkörper 10 verbunde¬ nen Substratplatte 34 als Sensor fungiert. Die Meßstruk¬ turen 38 der Substratplatten 32, 34 sind über Leitungen 40 an eine Auswerteelektronik 42 angeschlossen, die in einem durch einen Aluminiumring 44 begrenzten Umfangs- gehäuse 46 des Werkzeugkopfs angeordnet ist. Die Strom¬ versorgung der Auswerteelektronik 42 sowie weiterer elektronischer Baugruppen erfolgt hier über Batterien 48, die in Batteriefächern 50 des Grundkörpers 10 ange¬ ordnet sind.
Wie aus den Fig. lb, 2b und 5b zu ersehen ist, ist die schieberseitige Substratplatte 32 an der radial nach außen weisenden Gleit- und Verschiebefläche 31 eines winkelförmigen Substratträgers 33 angeordnet, der mit¬ tels axial ausgerichteter Schrauben 35 starr mit dem Schieber 18 verbunden ist. Die Führung des Schiebers 18 in Verschieberichtung erfolgt in einem im Querschnitt im wesentlichen U-förmigen, grundkorperfesten Schubfüh¬ rungsteil 37, und zwar im Bereich der Führungsflächen 39 r und 39''. Der schieberseitige Substratträger 33 weist eine radial durchgehende Fensteröffnung 41 auf, in die radial von innen eine stufenförmig ausgebildete Tragleiste 43 eingesetzt und an den Flanschteilen 45 mittels Schrauben 47 im stufenförmigen Randbereich 49 zur Fensteröffnung 41 befestigt ist. Die Tragleiste 43 weist an ihrem plattformartig überstehenden Plattenteil 51 eine radial durch die Fensteröffnung 41 nach außen weisende Tragfläche 53 auf, an der die schieberseitige Substratplatte 32 mit Hilfe einer Klebstoffschicht 55
befestigt ist. Die Tragfläche 53 kann durch Oberflä¬ chenabtrag (Abschleifen) zur Einstellung der notwendi¬ gen Planparallelität der einander gegenüberliegenden Substratplatten abgestimmt werden. Zwischen dem Sub¬ stratträger 33 und dem Schubführungsteil 37 ist ein Zwischenraum 57 ausgespart, in welchem die Anschlußka¬ bel 61 der schieberseitigen Substratplatte 32 über eine Kabelschleppeinrichtung 59 zu der grundkörperseitig an¬ geordneten Auswerteelektronik 42 geführt sind. Zum Aus¬ gleich des Trägheitsmoments befindet sich auf der dem Substratkörper 33 diametral gegenüberliegenden Seite des Arbeitsschiebers 18 ein in der Zeichnung nicht dar¬ gestellter Ausgleichskörper.
Zur Positionierung der radial außen liegenden Substrat¬ platte 34 weist der grundkorperfeste Substratträger 36 eine Fensteraussparung 54 auf, in die~ radial von außen eine stufenförmig ausgebildete Tragleiste 56 eingesetzt und mittels Schrauben 58 befestigt ist. Die Tragleiste 56 weist an ihrem plattformartig überstehenden Platten¬ teil 60 eine radial durch die Fensteraussparung 54 nach innen weisende Tragfläche 62 für die Substratplatte 34 auf, die durch Oberflächenabtrag (Abschleifen) in ihrer Höhe so abgestimmt werden kann, daß zwischen den beiden Substratplatten 32 und 34 ein Spalt von 10 bis 20 μm verbleibt. Die Substratplatte 34 wird mit ihrer der Meßstruktur 38 gegenüberliegenden, radial nach außen weisenden Oberfläche auf die Tragfläche 62 der mon¬ tierten Tragleiste 56 aufgelegt und mittels zweier im Abstand voneinander angeordneter Laschen 64, die mit
elastomerem Material 66 ausgefüttert und mittels Schrau¬ ben 68 an den grundkorperfesten Substratträger 36 befe¬ stigt sind, gegen die Tragfläche 62 angedrückt. Im Ar¬ beitsschieber 18 sind zusätzliche Aussparungen 70 vor¬ gesehen, in die die über den grundkorperfesten Substrat- träger 36 überstehenden Laschen eingreifen.
Eine umlaufende Quadring-Dichtung 72 die auf der Schie¬ berseite .den gesamten Bereich der Wegmeßeinrichtung 30 umgibt, sorgt dafür, daß das Schmieröl aus der Schieber- führung beim Verschieben des Schiebers abgestreift wird und nicht in den Innenbereich der Meßeinrichtung 30 ge¬ langen kann. Die über die Dichtung 72 auf den schieber¬ seitigen Substratträger 33 übertragenden Dichtkräfte werden über die sich auf" der Außenseite des Schubfüh- rungsteils 37 abstützende, in der Nut 65 des Substrat¬ körpers 33 angeordnete, aus Hartmetall bestehende Stütz- und Gleitleiste 67 übertragen.
Der das Umfangsgehause 46 bildende Aluminiumring 44 ist zwischen einem Flanschdeckel 74 und einer Ringschulter 76 des Grundkörpers dicht eingespannt. Weiter enthält der Aluminiumring 44 mehrere in Umfangsrichtung ver¬ teilt angeordnete Fensteröffnungen 78 zur Unterbringung von Sende- und Empfangselementen für Infrarotstrahlung, die mit einer im Umfangsgehause 46 angeordneten Sende- und Empfangselektronik elektrisch verbunden sind. Durch die Sende- und Empfangselemente kann Infrarotlicht auch bei schnelldrehendem Werkzeugkopf rundum gesendet und empfangen werden.
Im Aluminiumring 44 befindet sich außerdem eine mit ei¬ ner entsprechenden Elektronik verbundene Schnittstelle 79 für den seriellen oder Datenaustausch mit einem ex¬ ternen Computer.
Die Kommunikation mit der im Werkzeugkopf angeordneten Elektronik erfolgt über eine externe Sende- und Empfangs¬ einrichtung 80 für Infrarotstrahlung, die ihrerseits mit einer CNC-Steuerung 82, gegebenenfalls unter Zwi¬ schenschaltung einer Anpassungselektronik zur Koordi¬ nierung des Datenaustauschs, verbunden werden kann. Da¬ mit ist es möglich, über die CNC-Steuerung 82, einen Servoverstärker 84 und einen die Zugstange 22 betäti¬ genden Motor 86 den Arbeitsschieber 18 des Werkzeugkop¬ fes durch ein NC-Programm im Sinne einer CNC-Achse zu bewegen und zu positionieren (Fig. 7) .
Bei dem in Fig. 8a bis c gezeigten Ausführungsbeispiel ist eine inkre entale Wegmeßeinrichtung 30 zur unmit¬ telbaren Bestimmung des Verstellwegs des Arbeitsschie¬ bers 18 vorgesehen, die eine radial innen liegende, mit dem Arbeitsschieber 18 verbundene, als Inkrementalmaß- stab ausgebildete Substratplatte 32 und einen mit einem grundkorperfesten Substratträger 36 verbundenen opto¬ elektronischen Abtastkopf 100 aufweist. Der Abtastkopf weist an seiner der Substratplatte 32 zugewandten Seite ein Fenster 34 mit einer inkrementalen Meßstruktur auf, die in einem optoelektronischen Strahlengang auf die Meßstruktur 38 des Maßstabs 32 abgebildet und innerhalb
des Abtastkopfs in ein elektronisches Ausgangssignal übergeführt wird. Das elektronische Ausgangssignal wird in der Auswerteelektronik 42 unter Bildung eines Wegme߬ signals ausgewertet.
Wie aus Fig. 8a zu ersehen ist, erfolgt die Stromver¬ sorgung der Auswerteelektronik 42 über ein induktives EnergiekopplungsSystem, bestehend aus einer maschinen¬ festen Statorspule 104 und einer werkzeugkop festen Ro¬ torspule 106. Die Datenübertragung von der Auswerte¬ elektronik zu einem externen Steuerungs- und Auswerte- system erfolgt ebenfalls induktiv über die Rotorspule 106 und die Statorspule 104, und zwar durch Modulation der Datensignale auf^die Trägerfrequenz der Stromzu¬ fuhr. Die maschinenseitig angeordnete Statorspule 104 ist zweckmäßig ringförmig oder segmentförmig ausgebil¬ det und um die Maschinenspindel herum am nicht darge¬ stellten Spindelkasten angeordnet. Die Rotorspule 106 kann unmittelbar am Werkzeugkopf oder an einem zwischen Werkzeugkopf und Spindel angeordnetem Zwischenflansch angeordnet und mit dem Werkzeugkopf elektrisch verbun¬ den werden.
Der Abtastkopf 100 ist an dem als Flanschplatte ausge¬ bildeten Substratträger 36 angeordnet, der einen Durch¬ bruch 112 für das Meßfenster 34 sowie einen Flanschan¬ satz 114 zur Befestigung am Grundkörper aufweist. Zur Einstellung der Spaltweite zwischen dem Fenster 34 des Abtastkopfs 100 und der Substratplatte 32 erfolgt durch Materialauf- oder -abtrag im Bereich der Abstimmfläche
116 zwischen dem Flanschansatz 114 und der zugehörigen Anschlagfläche am Grundkörper. Zur FeinJustierung des Abtastkopfes 100 ist dieser in der Flanschplatte 36 um seine Achse 108 gegenüber der inkrementalen Meßstruktur 38 der Maßstab-Substratplatte 32 mittels Stellschrauben 118 in Richtung des Doppelpfeils 120 verstellbar. Grund¬ sätzlich ist es möglich, auch eine Ausrichtung des Ab¬ tastkopfes um mindestens eine der beiden zur Achse 108 senkrechte Achsen beispielsweise in einem nicht darge¬ stellten Kugelgelenk vorzunehmen. Bei entsprechender Gestaltung des Abtastkopfes kann statt einer getrennten Flanschplatte 36 auch das Gehäuse des Abtastkopfes mit angeformtem Flanschansatz 114 zur unmittelbaren Befe¬ stigung am Grundkörper vorgesehen werden.
Wie aus Fig. 8c zu ersehen ist, ist die Substratplatte 32 mittels Klemmpratzen 110 am Arbeitsschieber 18 ein¬ gespannt und von einer umlaufende Quadring-Dichtung 72 umgeben.
Die in Fig. 8a bis c gezeigte Ausführungsform kann grundsätzlich auch dahingehend abgewandelt werden, daß der Abtastkopf nicht radial, sondern achsparallel am Grundkörper ausgerichtet ist. In diesem Falle ist die Maßstab-Substratplatte 32 .um 90° gegenüber dem Ausfüh- rungsbeispiel nach Fig. 8a bis c am Arbeitsschieber an¬ zuordnen.
Zusammenfassend ist folgendes festzustellen: Die Erfin¬ dung bezieht sich auf einen Werkzeugkopf für den Ein-
satz in Werkzeugmaschinen mit einem relativ zum Grund¬ körper 10 quer zu dessen Drehachse 12 verstellbaren, mit einem Werkzeugträger bestückbaren Schieber 18 sowie einer Einrichtung 30 zur direkten Messung des Verstell¬ wegs des Schiebers 18. Die Meßeinrichtung 30 weist zwei Substratplatten 32,34 auf, an deren einander zugewand¬ ten Oberflächen kapazitive Meßstrukturen einer Meßskala und eines Sensors angeordnet sind. Die Substratplatten 32,34 sind erfindungsgemäß in zur Drehachse parallelen exzentrischen Tangentialebenen angeordnet, wobei die radial innen liegende Substratplatte mit einer Trag¬ fläche des Schiebers 18 flächig verbunden ist, während die radial außen liegende Substratplatte von einer durch Oberflächenabtrag abstützbaren Tragfläche 62 ei¬ ner in eine radiale Fensteraussparung 54 des Grundkör¬ pers 10,36 lösbar einsetzbaren Tragleiste 56 flächig unterstützt ist.