Verfahren und Vorrichtung zum Beschichten von Leiterplatten.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Beschichten von Leiterplatten mit einer durch elektromagnetische Strahlung, vorzugsweise UV-Strahlung, vernetzbaren Beschichtung gemäss Oberbegriff des Patentanspruchs 1. Die Erfindung betrifft auch eine dazu geeignete Vorrichtung gemäss Oberbegriff des Patentanspruchs 16.
Die Leiterplatte hat die Funktion, die leitende Verbindung zu den Bauelementen herzustellen. Mit der fortschreitenden Miniaturisierung wird die Zahlen der Anschlüsse immer grösser, sodass die Leiterplattentechnologie nicht nur die Mehrebenenschaltung hervorgebracht hat sondern die Leiterzüge immer schmaler, die Bohrlochdurchmesser immer kleiner und die Anzahl von Leiterzügen zwischen zwei Bohrungen immer grösser werden.
Mit der Entwicklung der oberflächenmontierten Bauteile (surface mounted devices) konnte eine weitere Reduzierung der erforderlichen Fläche erreicht werden. Dies führte zu Leiterbreiten von kleiner 100 μm, zu Bohrlochdurchmessern von 0.3-0.2 mm und zu Lötaugendurchmessern von nur noch bis zu 0.4 mm bei bis zu sieben Leiterzügen zwischen einem Bohlochraster von 2.54 mm. Gleichzeitig müssen immer mehr Anschlüsse pro integrierter Schaltung realisiert werden, was zu Rastern der Anschlusspads von 0.3-0.4 mm führt. Die aus der immer höheren Integrationsdichte resultierenden Probleme sind sehr komplex und erfordern eine umfassende Lösung. Sie beginnen zunächst bei der Leiterbilderzeugung.
Zur Herstellung eines Leiterbildes wird das gebohrte kupferkas'chierte Basismaterial mit einem Resist beschichtet. Während dies früher siebdruckfähige Aetz- oder Galvanoresiste waren, so werden heute überwiegend Fotoresiste eingesetzt. Hierbei handelt es sich um Fest- bzw. Flüssigresiste. Diese werden entweder auf die Oberfläche auflaπüniert (Festresiste) oder mit einer Giessmaschine bzw. mit Walzen aufgetragen (Flüssigresiste). Das Leiterbild wird nach dem Auflegen einer Maske beispielsweise durch Belichtung mit
ERSATZBLAΓT (REGEL 26)
UV-Licht unter Polymerisation des Resistes fixiert und freientwickelt. Dies führt zu dem sogenannten Patternplating-Prozess. Beim Patternplating wird zunächst eine Maske aufgelegt und weiden nur die leiterfreien Bereiche belichtet und entwickelt Danach werden die Leiterzüge galvanisch aufgebaut und die gebohrten Kontaktierlöcher verkupfert. Nach der galvanischen Abscheidung der Leiter werden diese beispielsweise mit einer Zinnauflage versehen, der Galvanoresist wird enfemt und das Leiterbild geätzt. Da die Aetzgeschwindigkeit in allen Richtungen gleich ist, entspricht die Unterätzung etwa der Dicke der verwendeten Kupferfolie. Die im Ätzschritt des Patternplating-Prozesses auftretende Unterätzung stellt die Grenze für die grosstechnische Anwendung dieses Verfahrens dar. Ausserdem ist bedingt durch die Bad- bzw. Leiterplattengeometrie die Herstellung von Leitern gleicher Höhe oft nicht möglich.
Für die Feinstleitertechnologie wurde daher das sogenannte Panelplatingverfahren entwickelt Hierbei geht man von dem gebohrten, kupferkaschierten Basismaterial aus und verkupfert zuerst galvanisch die Leiterplattenfläche und die gebohrten Löcher, um eine gleichmässige Dicke der Kupferschicht zu erreichen. Anschliessend wird ein Trockenfilmresist auflaminiert, mit einer Maske belichtet und entwickelt
Bei Feinstleitern kommt es jedoch häufig zu Einschnürungen, weil der Liniendruck der Laminierwalze Unebenheiten des Basismaterials nicht ausgleichen kann, sodass die Haftung des Trockenfil resistes nicht überall gleich gross ist Besonders wichtig ist es, dass auch die bereits verkupferten Bohrlöcher vor dem Aetzangriff geschützt werden. Dies geschieht durch das Ueberdecken der Bohrungen mit Resist, dem sogenannten "Tenten".
Die weitere Miniaturisierung und die Technologie der oberflächenmontierten Bauelemente führte zu sogenannten restringfreien Durchsteigerbohrungen. Hier kann die Technologie der Trockenfilmlaminierung nicht angewandt werden, da der Resistfilm ohne die sogenannten Restrings nicht mehr auf der Leiterplattenoberfläche befestigt werden kann. Um jedoch auch restringfreie Bohrungen mit Resist bedecken zu können und sie derart vor dem Ätzangriff zu schützen, wurde die sogenannte Elektrotauchlackierung gefunden, welche aus einem Lackierbad einen 5-15 μm dicken Resistfilm in Loch und auf der Leiterplattenoberfläche abscheidet. Dieses Verfahren ist jedoch sehr kostenintensiv und kann auf Grund der geringen Schichtdicke nur zusammen mit dem Panelplatingverfahren eingesetzt werden.
Eine weitere Problematik der Feinstleiter und "fϊne pitch" Technologie besteht in der
hohen Anschlussdiche der Bauelemente und des damit verbundenen Anschlussrasters von derzeit bis zu nur 0.3 mm. Hier macht sich insbesondere die runde Oberfläche des auf die Anschlusspads im Heissverzinnungsprozess aufgetragenen Lots negativ bemerkbar. Die Bauelemente rutschen auf der runden Oberfläche des Lots oft weg. Zur Abhilfe wird in der DE-A-41 37 045 vorgeschlagen, eine Lotpastenfolie ganzfläching auf die mit leitenden Bereichen versehene Leiterplatte aufzulaminieren, mit einer Positivmaske im UV-Licht zu belichten und die Anschlussstellen, die Pads freizuentwickeln. In diese Resistaussparungen wird mit einer Rakel Lotpaste eingefüllt. Die eingefüllte Lotpaste wird zu Lotdepots umgeschmolzen. Danach wird die restliche Lotpastenfolie wieder entfernt. Schliesslich wird die Leiterplatte mit den Bauelementen bestückt und diese im Reflow-Lötverfahren gelötet. Dieses Verfahren eignet sich für kleine Losgrössen. Bei industriellen Grossserien ist es jedoch unwirtschaftlich und führt zu deutlichen Mehrkosten pro qm Leiterplatte. Ausserdem kann es bei der Beschichtung der Leiterplatten mit der trockenen Lotpastenfolie zu Lufteinschlüssen zwischen den Leiterzügen kommen.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung verfügbar zu machen, mit denen es möglich ist, mit fotopolymerisierbaren Positiv- und Negativresisten Beschichtungen von unterschiedlicher Dicke zu erstellen, klebfireie im Kontakt belichtbare Aetz-, Galvano-, Permanent- und Lötstoppmasken sowie Masken für die Erstellung von hohen Lötdepots herzustellen und restringfreie Bohrungen sicher zu verschliessen. Des weiteren liegt der Erfindung die Aufgabe zu Grunde, ein einheitliches Verfahren verfügbar zu machen, mit dem es möglich ist, die Anforderungen, die von der Feinstleitertechnologie an die Qualität der Beschichtungen gestellt werden, zu erfüllen. Dabei soll ein wirtschaftliches und technologisch variables Verfahren verfügbar gemacht werden, welches die Vielzahl der bekannten, auf unterschiedlichen physikalischen Prinzipien beruhenden Verfahren ersetzen kann. Es soll auch eine Vorrichtung geschaffen werden, welche es erlaubt, das erfϊndungsgemässe Verfahren möglichst kostengünstig und in qualitativ hochstehender Weise durchzuführen.
Die Lösung dieser und noch weiterer damit zusammenhängender Aufgaben erfolgt durch ein Verfahren zum Beschichten von Leiterplatten mit einer durch elektromagnetische Strahlung, vorzugsweise UV-Strahlung, vernetzbaren Beschichtung gemäss Kennzeichen des Patentanspruchs 1 sowie durch eine dafür geeignete Vorrichtung gemäss Oberbegriff des Patentanspruchs 16. Insbesondere weist das erfϊndungsgemässe Verfahren zum Beschichten von Leiterplatten die folgenden Verfahrensschritte auf:
- die Leiterplatten werden beschichtungsseitig auf Raumtemperatur gehalten und gegebenenfalls bis auf etwa 120°C erwärmt; dann
- wird in einem ersten Schritt ein vorzugsweise fotopolymerisierbares, bei Raumtemperatur hochviskoses bis festes, schmelzbares, niedermolekulares Beschichtungsmittel, vorzugsweise mit einem mittleren Molekulargewicht von 500-1500, in einer Dicke von etwa 10 μm-200 μm auf die zu beschichtende(n) Oberfläche(n) der Leiterplatte aufgetragen;
- in einem zweiten Schritt wird über diese erste Schicht ein zweites, hochmolekulares, fotopolymerisierbares Beschichtungsmittel, vorzugsweise mit einem mittleren Molekulargewicht von 2'000-lOOOO, in einer Dicke von 2 μm-20 μm aufgebracht; und
- die derart beschichteten Leiterplatten werden auf Raumtemperatur abgekühlt und die zweilagige fotopolymerisierbare Beschichtung vorzugsweise im Kontakt mit einer Maske belichtet, entwickelt und ausgehärtet.
Das erfindungsgemässe zweistufige Beschichtungsverfahren mit einem niedermolekularen, bei Raumtemperatur hochviskosen bis festen, schmelzbaren Beschichtungsmittel im ersten Schritt und mit einem hochmolekularen Beschichtungsmittel im zweiten Schritt erlaubt die Erstellung von Beschichtungen auf Leiterplatten, deren Oberfläche klebfrei ist, sodass die Leiterplatten problemlos weiter gehandhabt werden können, und insbesondere eine Belichtung mit Masken im Kontaktverfahren ermöglicht ist Das zweistufige Beschichtungsverfahren ist universell einsetzbar, beispielsweise können auf diese Weise auf wirtschaftliche Weise Lötstoppmasken, Ätz- bzw. Galvanoresists oder auch Permanentresists für Additiwerfahren und Masken für die Herstellung von hohen Lötdepots erstellt werden. Die erste Teilschicht der Beschichtung muss nicht notwendigerweise klebfrei sein, da im zweiten Schritt ein hochmolekulare Schicht aufgebracht wird, bei der Klebfreiheit gewährleistet ist Der erste Beschichtungsschritt kann mit lösungsmittelhaltigen Flüssigresists durchgeführt werden, vorzugsweise werden aber lösungsmittelarme bis lösungsmittelfreie Beschichtungsmittel verwendet Insbesondere ist das erst Beschichtungsmittel bei Raumtemperatur hochviskos bis fest, lässt sich aber bei erhöhten Temperaturen schmelzen, ohne dabei jedoch chemische Bindungen zu zerstören. Die erste Beschichtung kann im Vorhanggiessverfahren oder auch im Walzenbeschichtungsverfahren aufgetragen werden.
Die hochmolekulare zweite Teilschicht kann auf verschiedene Weise aufgetragen werden. Insbesondere aber wird die zweite Schicht im Vorhangguss, durch Walzenbeschichtung, durch Aufsprühen, durch Auflaminieren oder im Siebdruck aufgetragen. Nach dem Auftragen der zweite Teilschicht liegt eine Gesamt-Beschichtung vor, deren Oberfläche klebfrei ist, welche die erforderliche Dicke aufweist, und welche in der üblichen Weise weiterverarbeitet werden kann.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung zum Auftragen einer durch elektromagnetische Strahlung, vorzugsweise UV-Strahlung, vernetzbaren Beschichtung auf die Oberfläche(n) von Leiterplatten weist eine Reihe von Bearbeitungsstationen für die Leiterplatten auf, welche entlang einer Transportbahn für die Leiterplatten angeordnet sind. Sie umfasst wenigstens eine Beschichtungsstation zum Auftragen der Beschichtung auf die Leiterplattenoberfläche(n) und eine Einrichtung zum Temperieren der Leiterplattenoberfläche(n) auf eine Temperatur vorzugsweise grösser oder gleich Raumtemperatur. Insbesondere sind eine erste Beschichtungsstation und eine zweite Beschichtungsstation vorgesehen, wobei die erste zum ein- oder beidseitigen Auftragen eines vorzugsweise fotopolymerisierbaren, bei Raumtemperatur hochviskosen, schmelzbaren, niedermolekularen ersten Beschichtungsmittels, vorzugsweise mit einem mittleren Molekulargewicht von 500-1500, ausgebildet ist, und die zweite Beschichtungsstation zum Auftragen eines hochmolekularen, zweiten, fotopolymerisierbaren Beschichtungsmittels mit einem Molekulargewicht von etwa 2'000-10'000 über die erste Beschichtung ausgerüstet ist. Die Temperiereinrichtung für die Leiterplattenoberfläche(n) ist vor der ersten Beschichtungsstation angeordnet bzw. ist Bestandteil dieser Beschichtungsstation.
Bevorzugte Varianten des erfindungsgemässen Verfahrens und der dazu ausgebildeten Vorrichtung sind Gegenstand der jeweiligen abhängigen Verfahrens- bzw. Vorrichtungsansprüche. Die Vorteile der Varianten ergeben sich aus der Beschreibung in Verbindung mit den schematischen Zeichnungen.
Im folgenden wird die Erfindung mit den ihr als wesentlich zugehörigen Einzelheiten unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer erfindungsgemässen Gesamtanlage zur zweistufigen Beschichtung von Leiterplatten,
Fig. 2 eine erste Variante einer Vorhanggiess-Beschichtungsanlage,
Fig. 3 eine zweite Variante einer Vorhanggiess-Beschichtungsanlage, und
Fig. 4 eine Walzenbeschichtungsanlage.
Die in Fig. 1 schematisch dargestellte Beschichtungsanlage für Leiterplatten umfasst eine erste Beschichtungsstation 1 zum Auftragen eines ersten Beschichtungsmittels und eine
zweite Beschichtungsstation 3 zum Beschichten mit dem zweiten Beschichtungsmittel. Die erste Beschichtungsstation 1 umfasst beispielsweise zwei identisch ausgebildete Vorhanggiessanlagen 10 zwischen denen eine Wendestation 2 zum Wenden der Leiterplatten angeordnet ist. Die zweite Beschichtungsstation 3 ist beispielsweise eine Sprühbeschichtungsstation, in der die Leiterplatten gleichzeitig auf beiden Seiten mit dem zweiten Beschichtungsmittel besprüht werden. Im Anschluss an die zweite Beschichtungsstation 3 ist eine Trockeneinrichtung 4 vorgesehen, in der die zweilagig beschichteten Leiterplatten klebfrei getrocknet weiden.
Die dargestellte Beschichtungsanlage ist üblicherweise Bestandteil einer grösseren Leiterplattenverarbeitungsanlage. So können vor der ersten Beschichtungsstation 1 beispielsweise Bohrstationen zum Erstellen von Bohrungen in den Leiterplatten, mechanische und/oder chemische Reinigungsstationen zum Reinigen der zu beschichtenden Oberflächen oder auch Galvaniesierstationen vorgesehen sein. Hinter der zweiten Beschichtungsstation 3 bzw. der Trockeneinrichtung 4 sind beispielsweise Belichtungsstationen angeordnet, in denen die aufgetragene zweilagige Beschichtung vorzugsweise mit UV-Strahlung belichtet wird. Im Anschluss daran können beispielsweise Ätzstationen angeordnet sein, in denen die belichtete Beschichtung in der gewünschten Weise strukturiert wird, um dann in weiterer! Stationen die Leiterplatten weiterzubehandeln. Vor der Beschichtung der Leiterplattenoberflächen mit dem ersten Beschichtungsmittel werden sie in einer Temperiereinrichtung 5 auf Raumtemperatur stabilisiert bzw. auf eine Temperatur bis etwa 120°C erwärmt Diese Temperiereinrichtung 5 ist entweder als separate Einheit ausgebildet und unmittelbar vor der ersten Beschichtungsstation angeordnet, wie beispielsweise bei einer Walzenbeschichtungsanlage (Fig. 4) oder sie ist Bestandteil der Vorhanggiessanlage, wie beispielsweise in den Fig.1-3 angedeutet ist.
In den Fig. 2 und 3 sind zwei bevorzugte Ausführungsvarianten von Vorhanggiessanlagen im Prinzip dargestellt, die speziell für die Applikation eines fotopolymerisierbaren Beschichtungsmittels ausgebildet sind, welches bei Raumtemperatur hochviskos bis fest ist und bei erhöhter Temperatur schmelzbar ist, und das vorzugsweise ein mittleres Molekulargewicht von 500-1500 aufweist. Die beispielsweise dargestellte Vorhanggiessanlagen 10 weisen einen beheizbaren Vorratstank 11,12 für das erste Beschichtungsmittel auf, der über eine thermisch isolierte bzw. gegebenenfalls beheizbare Verbindungleitung 20 mit einer Dosiereinrichtung 15,16 bzw. 22 verbunden ist. Mit der Dosiereinrichtung wird das erste Beschichtungsmittel auf eine beheizbare Rakel 17 oder
ein beheizbares Ablaufblech 23 oder ähnliches aufgetragen, welche(s) von der Dosiereinrichtung 15,16 bzw. 22 in Leiterplattentransportrichtung schräg nach unten geneigt verläuft und oberhalb der Transportebene der Leiterplatten L endet. Vorzugsweise beträgt der Neigungswinkel etwa 30°-60°, insbesondere etwa 45°, gegenüber der Horizontalen. Über der Rakel 17 bzw. dem Ablauf blech 23 ist eine Heizeinrichtung 18 oder eine beheizbare Abdeckung 24 angeordnet. Beispielsweise ist die Heizeinrichtung 18, wie in Fig. 2 angedeutet eine Infrarotstrahleranordnung, die schwenkbar aufgehängt ist, um auf diese Weise den Abstand der Infrarotstrahler entlang der Längserstreckung der Rakel 17 bzw. des Ablaufbleches 23 variieren zu können.
Der Giesstisch ist durch zwei Förderbänder 7 und 8 angedeutet, welche zwischen sich einen Spalt freilassen. In diesem Spalt ist unterhalb der Transportebene der Leiterplatten L ein Auffangbehälter 19 für das erste Beschichtungsmittel angeordnet, der über einen wärmeisolierten und/oder heizbaren Rücklauf 21 mit dem Vorratstank 11,12 in Verbindung steht In den Verbindungsleitungen 20 bzw. im Rücklauf 21 sind Förderpumpen angeordnet, mit denen das erste Beschichtungsmittel umgepumpt wird. Im Rücklauf können auch noch Wärmetauscher 25 vorgesehen sein, um das erste Beschichtungsmittel auf die gewünschte Temperatur einzustellen.
Bei der Dosiereinrichtung handelt es sich im Fall von Fig. 2 beispielsweise um eine beheizbare, im Querschnitt etwa V-förmige Wanne 16, in der eine ebenfalls beheizbare Auftragswalze 15 rotiert. Diese Auftragswalze nimmt das verflüssigte erste Beschichtungsmittel auf und streift es auf die Rakel 17 ab. Die Dosiereinrichtung gemäss Fig. 3 ist konventioneller Schlitzgiesser 22 mit verstellbaren Giesslippen. Vom Schlitzgiesser 22 ergiesst sich das flüssige erste Beschichtungmittel auf das beheizbare Ablaufblech 23.
Der Vorratstank ist in zwei Kammern, eine äussere 11 und eine innere Kammer 12 aufgeteilt, die in der Nähe des Behälterbodens miteinander kommunizieren. Die Kammern sind, wie in den Fig. 2 und 3 dargestellt, vorzugsweise konzentrisch angeordnet. Der Rücklauf 21 für das erste Beschichtungsmittel mündet an der Einlassöffnung 13 in die äussere Kammer 11, die beheizbar ist. Die innere Kammer 12 weist vorzugsweise an der tiefsten Stelle ihres Bodens, einen Auslass 14 für das flüssige erste Beschichtungsmittel auf. Der Auslass 14 der inneren Kammer 12 ist tiefer angeordnet ist als die Mündung 13 der Rücklaufleitung 21 in die äussere Kammer 11 und ist im Betrieb vollständig von dem geschmolzenen ersten Beschichtungsmittel bedeckt. Die spezielle Ausbildung des
Vorratstanks mit zwei Kammern 11,12 erlaubt ein luftblasenfreies Absaugen des ersten Beschichtungsmittels durch die an der tiefsten Stelle des Behälterbodens angeordnete Auslassöffnung 14.
Das bei Raumtemperatur hochviskose bis feste, schmelzbare erste Beschichtungsmittel wird vorzugsweise in in einem Wärmeschrank vorgewärmt und bei einer Viskosität von etwa 5000-10OOO mPas in den beheizbaren Vorratstank 11,12 gefüllt. Im Vorratstank wird das erste Beschichtungsmittel auf etwa 60°C erwärmt und durch die thermisch isoUerte und/oder beheizbare Verbindungsleitung 20 der Dosiereinrichtung 15,16 bzw. 17 zugeführt. Von dort wird das erste Beschichtungsmittel mit einer Temperatur von etwa 60°C und einer Viskosität von etwa 1000-5000 mPas auf die Rakel 17 abgestreift bzw. auf das schräge Ablauf blech 23 gegossen. Durch die Neigung der Rakel 17 bzw. des Ablaufbleches 23 fliesst das erste Beschichtungsmittel nach unten. Während des Abfliessens über die Rakel 17 bzw. das Ablaufblech 23, welche etwa 20-50 cm lang sind, wird das erste Beschichtungsmittel auf Giesstemperatur und Giessviskosität gebracht. Dies erfolgt durch die oberhalb des Rakels bzw. des Ablauf blechs angeordnete Heizeinrichtung, die entweder eine Infrarotstrahleranordnung 18 ist (Fig. 2) oder durch eine im Abstand von vorzugsweise etwa 10 mm über der Rakel oder dem Ablaufblech angeordnete beheizbare Abdeckung 24 gebildet ist (Fig. 3). Dadurch wird das erste Beschichtungsmittel auf eine Giesstemperatur von etwa 60°C-120°C erwärmt Seine Viskosität beim Giessen beträgt etwa 100-500 mPas. Die Leiterplattem L werden unter dem sich bildenden frei fallenden Giessvorhang V mit einer Geschwindigkeit von beispielsweise etwa 100-200 m/min hindurchbewegt und dabei in einer Dicke von etwa 30-200 μm mit dem ersten Beschichtungsmittel, das ein mittleres Molekulargewicht von etwa 500-1500 aufweist, beschichtet. Vor dem Transport der Leiterplatten unter dem Vorhang hindurch wird deren zu beschichtende Oberfläche in der Temperiereinrichtung 5 auf die erforderliche Temperatur gebracht. Dies kann beispielsweise eine Stabilisierung auf Raumtemperatur sein, es kann aber auch gewünscht sein, die Temperatur der Leiterplattenoberfläche auf bis zu etwa 120°C zu erwärmen. Dies erfolgt beispielsweise durch eine Infrarotstrahleranordnung, die oberhalb des ersten Transportbandes 7 des Giesstisches bzw. oberhalb eines Vorbeschleunigerbandes 6 angeordnet ist.
Dadurch dass das erste niedermolekulare Beschichtungsmittel erst unmittelbar vor der Beschichtung auf die erforderliche Giesstemperatur und die erforderliche Giessviskosität gebracht wird, ist gewährleistet, dass einerseits keine chemischen Bindungen durch allzulange thermische Beanspruchung degradieren, andererseits wird dadurch auch
sichergestellt, dass die Polymerisationsreaktion im ersten Beschichtungsmittel nicht schon unbeabsichtigt vor der Beschichtung ausgelöst wird. Das als Vorhang V abfliessende erste Beschichtungmittel wird in einem Auffangbehälter 19 gesammelt und über den Rücklauf 21 wieder zu dem Vorratstank 11,12 zurückgepumpt. Im Rücklauf 21 kann noch ein Wärmetauscher 25 vorgesehen sein, mit dem das erste Beschichtungsmittel wieder auf Temperatur eingestellt werden kann, die der gewünschten Temperatur im Vorratstank des ersten Beschichtungsmittels im Vorratstank 11,12 entspricht
Nachdem auf diese Weise die erste Seite der Leiterplatte L beschichtet worden ist kann sie entweder sofort zur zweiten Beschichtungsstation 3 weitertransportiert werden, oder aber sie wird in einer Wendestation 2 gewendet, um sie zunächst in einer identischen Vorhanggiessanlage auch auf der zweiten Seite mit dem ersten niedermolekularen Beschichtungsmittel zu beschichten.
In einer alternativen Variante des erfindungsgemässen Verfahrens erfolgt die erste Beschichtung der Leiterplatte in in einer Walzenbeschichtungsanlage. Je nach der gewünschten Beschichtungsart, einseitig oder beidseitig, kann es sich dabei um eine einzelne Walzenbeschichtungsanlage für einseitige Beschichtung handeln, oder es können zwei einseitige Walzenbeschichtungsanlagen hintereinandergeschaltet werden. Wie im Fall der Vorhanggiessanlagen ist dann zwischen den Anlagen eine Wendestation angeordnet. Vorzugsweise wird für die beidseitige Beschichtung von Leiterplatten jedoch eine doppelseitige Walzenbeschichtungsanlage 30 eingesetzt, wie sie beispielsweise in Fig. 4 dargestellt ist Bei der dargestellten Anlage handelt es sich insbesondere um eine doppelseitige Walzenbeschichtungsanlage 30, welche für die gleichzeitige beidseitige Beschichtung der Leiterplatten ausgerüstet ist und über zwei beheizbare Auftragwalzen 31,33 verfügen. Die Auftragfläche der Auftragwalzen 31,33 ist vorzugsweise gummiert. Unmittelbar benachbart zu jeder Auftragswalze 31,33 ist eine gleichfalls beheizbare Dosierwalze 32,34 angeordnet. Dabei sind die Dosierwalzen derart angeordnet, dass jeweils zwischen der Dosierwalze 32,34 und der Auftragwalze ein schmaler Spalt freibleibt. Die Spaltweite definiert die dicke des Films aus erstem Beschichtungsmittel, der sich auf der Auftragwalze 31,33 bildet. Zur Versorgung mit erstem Beschichtungsmittel ist vorzugsweise oberhalb der Auftragswalzen 31,33 ein beheizbarer Vorratsbehälter 35 für das Beschichtungsmittel vorgesehen, von dem thermisch isolierte bzw. heizbare Versorgungsleitungen 36,37 zu den jeweiligen Walzenpaaren 31,32 bzw. 33,34 führen. Die obere und die untere Auftragwalze 31,33 sind vorzugsweise einen Abstand voneinander entfernt, der etwa 50%-95 der
Leiterplattendicke entspricht.
Die Dosierspalte zwischen den auf 60°C-90°C beheizten gummierten Auftragswalzen 31,33 und den auf 70 bis 110°C aufgeheizten Dosierwalzen 32,34 wird derart eingestellt, dass zwischen ihnen eine Lackwanne entsteht Das bei Raumtemperatur hochviskose bis feste erste Beschichtungsmittel wird im Vorratsbehälter 35 soweit verflüssigt, dass es den beiden Walzenpaaren 31,32 bzw. 33,34 zugeführt werden kann. Zur Beschichtung werden die Leiterplatten L mit einer Geschwindigkeit von etwa 5-20 m/min durch den Durchtrittsspalt zwischen den beiden Auftragwalzen 31,33 hindurchtransportiert Dadurch dass die Auftragwalzen und die Dosierwalzen beheizbar sind, kann das erste Beschichtungsmittel erst unmittelbar vor dem Auftrag auf die Leiterplattenoberfläche auf die erforderliche Auf tragtemperatur und die erforderliche Auftragviskosität gebracht werden. Vor der Beschichtung werden die Leiterplatten L in einer vor der Walzenbeschichtungsanlage 30 angeordneten Temperiereinrichtung auf die gewünschte Beschichtungstemperatur gebracht.
In einer bevorzugten Verfahrensvariante werden die Leiterplatten L vor der Beschichtung in der Temperiereinrichtung 5 aufgeheizt, so dass ihre Oberfläche eine höhere Temperatur aufweist als das aufgetragene Beschichtungsmittel. Auf diese Weise wird erreicht, dass das erste Beschichtungsmittel auf der Leiterplattenoberfläche noch weiter verflüssigt wird, um Unebenheiten besser auszugleichen. Die Auftragsviskosität des ersten Beschichtungsmittels bei dieser bevorzugten Verfahrensvariante beträgt dabei etwa IOOO-20'OOO mPas, vorzugsweise etwa 8000-12O00 mPas. Die aufgetragene Schichtdicke beträgt etwa 30-200 μm.
Die der Walzenbeschichtungsanlage nachgeschalte Trockeneinrichtung 4 ist beispielsweise als Luftkühler ausgebildet, in dem die beschichteten Leiterplatten L auf Raumtemperatur abgekühlt werden.
Nach dem Auftragen des ersten Beschichtungsmittels werden die Leiterplatten L zu der zweiten Beschichtungsanlage 3 transportiert, in der die zweite Beschichtung mit hohem Molekulargewicht von etwa 2000-10O00 über die erste aufgetragen wird. Die zweite Beschichtungsanlage 3 kann eine Walzenbeschichtungsanlage, eine Sprühbeschichtungsanlage, eine Siebdruck-Beschichtungsstation, eine Laminierstation oder eine Vorhanggussbeschichtungsanlage zum ein- oder beidseitigen Auftragen des zweiten Beschichtungsmittels sein. Danach wird die zweilagige Schicht getrocknet.
Infolge des hohen Molekulargewichts des zweiten Beschichtungsmittels ist gewährleistet, dass die erzielte Oberfläche nach dem Trocknen klebfrei ist
Je nach Wahl der Beschichtungsmittel eignet sich die zweilagige Beschichtung für unterschiedliche Anwendungen. Es hat sich gezeigt, dass die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung bei der Feinstleitertechnologie nicht primär an den Rohstoff-, Personal- und Investitionskosten ausgerichtet werden kann, sondern dass die Ausschussrate bzw. die Ausbeute die entscheidende Wirtschaftlichkeitsgrösse darstellt. Dies zeigt sich um so dringlicher, je höher der Verarbeitungsgrad ist. Daher sind Lötfehler an mit hochwertigen Bauelementen bestückten Platinen von entscheidender Bedeutung. Mit der Verwendung von Festoff-armen Fluxmitteln und dem Wegfall der Reinigung haben sich Probleme bei der Lötung eingestellt Es kommt beim Wellenlöten zur Bildung von Lotperlen, die besonders an glatten Oberflächen anhaften und zu Kurzschlüssen führen können. Da diese Erscheinung bevorzugt auf Lötmaskenoberflächen auftritt jedoch nicht bei Basismaterial, hat man die Ursache in der durch das Treatment der Kupferfolie nach dem Aetzen erzeugten rauhen Oberfläche des Basismaterials gesehen. Entsprechende Aufrauhversuche der Lötstoppmaske chemisch und mechanisch brachten zwar Erfolge, jedoch beeinträchtigen sie die Beschichtung in ihren Isolationseigenschaften und der elektrolytischen Korrosion.
Um diesem Problem abzuhelfen werden dem zweiten Beschichtungmittel Füllstoffe beigefügt, die eine relativ grosse Korngrösse aufweisen. Vorzugsweise beträgt der Anteil an Füllstoffen im zweiten Beschichtungsmittel etwa 20-70 Gew.-%. Die mittlere Korngrösse der Füllstoffe beträgt dabei etwa 5-20 μm. Auf diese Weise wird eine Oberfläche mit definierter Rauhigkeit erhalten, die eine Anhaftung von Lötperlen beim Lötprozess verhindert.
Die zweilagige Beschichtung kann aber auch einen Ätz- bzw. Galvanoresist ergeben, der nach der entsprechenden Behandlung der Leiterplatten wieder entfernt wird. Sie kann aber auch einen zweilagigen Permanentresist für Additivverfahren ergeben oder als Mske für die Erstellung von hohen Lötdepots eingesetzt werden.
Im folgenden werden Beispiele für unterschiedliche zweilagige Beschichtungen erläutert. In den Beispielen werden zur Herstellung der Beschichtungsmittel folgende Harzkomponenten eingesetzt:
Harzkomponente A: Mittels Strahlen vernetzbares und thermisch härtbares Harz, welches bei Raumtemperatur eine Viskosität von 200000 mPa-s und bei 100°C eine Viskosität von 200 mPa-s aufweist. Dieses Harz wird erhalten, indem man 1 Mol eines Kresolnovolak- triglycidylethers mit einem Molekulargewicht von 580 mit 1 Mol Acrylsäure umsetzt und anschliessend das erhaltenen Umsetzungsprodukt während 3 Stunden bei 60°C mit einem ungesättigten Isocyanatocarbamatester mit einem Molekulargewicht von 290 umsetzt, der durch Umsetzung von 1 Mol Toluylen-2,4- und -2,6-diisocyanat-Isomerengemisch mit 1 Mol Hydroxyethylacrylat gemäss EP-A-0 194360, Beispiel 2, erhalten wurde.
Harzkomponente B: Zusatzmittel, wie Füllstoffe, Verlaufsmittel und
Härtungsbeschleuniger, enthaltender Phenolnovolak mit einem Molekulargewicht von 250 der folgenden Zusammensetzung:
30 Gewichtsteile Phenolnovolak,
30 Gewichtsteile Microtalkum,
30 Gewichtsteile Aluminiumoxidtrihydrat,
6 Gewichtsteile Ethylanthrachinon,
3 Gewichtsteile 2-Methylimidazol und
1 Gewichtsteil Verlaufsmittel Byk®361.
Harzkomponente C: 50%-ige Lösung eines lichtempfindlichen Epoxidharzes aus Bis-l,3-(4-glycidyloxybenzal)-aceton, Bisphenol A und Tetrabrombipshenol A mit einem Molekulargewicht von 3000-3500, hergestellt gemäss Beispiel 1 des EP-Patentes 0075 537.
Beispiel 1:
In einem zweistufigen Beschichtungsverfahren wird eine Lötstoppmaske mit lötperlenabweisender Oberfläche erstellt.
Leiterplatte: Basismaterial FR 4 Dicke 1.6 mm
Kupferkaschierung: 17.5 μm
Leiterhöhe: 50 μm
Beschichtungsmittel 1: 59 Gewichtsteile Harzkomponente A und
41 Gewichtsteile Harzkomponente B.
Die Viskosität des ersten Beschichtungsmittels beträgt bei 25°C etwa 200'000 mPas. Das erste Beschichtungsmittel wird im Vorhanggiessverfahren aufgetragen. Die Giesstemperatur beträgt etwa 100°C. Die Giessviskosität beträgt etwa 200 mPas. Die Oberflächentemperatur der Leiterplatte wird auf etwa 30 °C eingestellt. Die Transportgeschwindigkeit der Leiterplatte unter dem Giessvorhang wird auf 150 m/min eingestellt. Die erzielte Schichtdicke der ersten Beschichtungslage beträgt etwa 50 μm.
Beschichtungsmittel 2: 45 Gewichtsteile Harzkomponente C,
8 Gewichtsteile Aluminiumoxid, 5 Gewichtsteile Talcum,
5 Gewichtsteile Bariumsulfat, 4 Gewichtsteile Calciumcarbonat,
9 Gewichtsteile Magnesiumoxid,
1 Gewichtsteil Phthalocyaningrün und 23 Gewichtsteile Methylglykol.
Das zweite Beschichtungsmittel wird in einer Sprühbeschichtungsanlage in einer Dicke von etwa 5 μm aufgetragen und mit Luft getrocknet.
Beispiel 2:
Im zweistufigen Beschichtungsverfahren wird eine Lötstoppbeschichtung in einer Dicke von grösser 100 μm aufgetragen. Die Beschichtung soll soll im weiteren Verfahren zur Bereitstellung von Depotvolumina über fine-pitch IC-Rastern zur Aufnahme von festem Lot bearbeitet werden.
Leiterplatte: Basismaterial FR 4 Dicke 1.6 mm
Kupferkaschierung: 17.5 μm
Leiterhöhe: 65 μm
IC-Raster: 0.3 mm
Als erstes Beschichtungsmittel wird das Beschichtungsmittel 1 aus dem Beispiel 1 im Walzenbeschichtungsverfahren aufgetragen. Die Temperatur der Auftragwalze beträgt etwa 70°C. Die Viskosität des ersten Beschichtungsmittels bei 70°C beträgt etwa 1000 mPas. Die Leiterplattenoberfläche weist bei der Beschichtung eine Temperatur von
etwa 120°C auf. Die Transportgeschwindigkeit der Leiterplatte bei der Walzenbeschichtung beträgt 8 m/min. Die aufgetragene Schichtdicke beträgt etwa 100 μm.
zweites Beschichtungsmittel: Harzkomponente C
Das zweite Beschichtungsmittel wird gleichfalls im Walzenbeschichtungsverfahren aufgetragen. Die Viskosität beim Auftrag auf die Leiterplattenoberfläche beträgt etwa 2000 mPas. Die Transportgeschwindigkeit der Leiterplatten bei der Beschichtung beträgt etwa 10 m/min. Die erzielte Schichtdicke beträgt etwa 10 μm. Danach wird die Leiterplatte in senkrechter Stellung in einem Lufttrockner getrocknet. Nachdem sie bei Raumtemperatur klebfrei sind, werden die Leiterplatten unter Auflage einer Maske beidseitig mit UV-Strahlung belichtet und die unbelichteten Bereiche mit einer Entwicklerlösung herausgelöst und die verbleibende Beschichtung ausgehärtet. In die über den IC- Anschlusspads entstandenen Volumina wird Lotpaste eingefüllt und bei etwa 210°C umgeschmolzen.
Beispiel 3:
Im zweistufigen Beschichtungsverfahren wird ein Galvanoresist aufgetragen, wobei das erste schmelzbare niedermolekulare Beschichtungsmittel im Vorhanggiessverfahren aufgetragen wird und das hochmolekulare zweite Beschichtungsmittel in Form einer Folie als Trockenfilmresist mit Walzen auflaminiert wird.
Leiterplatte: Basismaterial FR 4 Dicke 1.6 mm
Leiterhöhe: 65 μm
Bohrlochdurchmesser 6 mm (maximal)
erstes Beschichtungsmittel: Phenolnovolak mit einem Molekulargewicht von 500 und einer Viskosität bei 75°C von 20000 mPa-s und bei 120°C von 100 mPa-s.
Die Giesstemperatur des ersten Beschichtungsmittels beträgt etwa 120°C, seine Giessviskosität etwa 100 mPas. Die Leiterplattentemperatur wird auf etwa 80°C eingestellt. Die Transportgeschwindigkeit der Leiterplatten unter dem Vorhang beträgt etwa 170 m/min. Die erzielte Beschichtungsdicke beträgt etwa 50 μm.
zweites Beschichtungsmittel 5: Trockenfotoresist.
Die beidseitig mit Schmelzresist beschichtete Leiterplatte wird in einem zweiten Beschichtungsvorgang mit einem Trockenfilmfotoresist beschichtet, indem eine 25 μm dicke Folie mit einem Rollenlaminator bei etwa 40°C auf laminiert wird. Anschliessend wird die Leiterplatte unter Auflage einer Maske beidseitig belichtet, und werden die unbelichteten Bereiche herausentwickelt Die geöffneten Bereiche können dann in gewünschter Weise mit Edelmetallen selektiv metallisiert werden.