Für ein Peptid eines Papiπomvirus-Hauptcapsld-Proteins codierende DNA und dessen Vervendungen
Es ist bekannt, daß Papillomviren das Epithelgewebe von Mensch und Tier infizieren. Human-Papillomviren (nachstehend mit HP-Viren bezeichnet) finden sich in benignen, z.B. Warzen, Kondylome im Genitalbereich, und malignen, z.B. Karzinome der Haut und der Gebärmutter, epithelialen Neoplasmen (vgl. zur Hausen, H., Cancer Research 49 ( 1 989), Seiten 4677-4681 ). Auch werden HP-Viren für die Entwicklung maligner Tumoren des Respirations¬ trakts in Betracht gezogen (vgl. zur Hausen, H., Cancer Research 36 (1 976), Seite 530). Desweiteren werden HP-Viren für die Entwicklung squamöser Karzinome der Lunge als zumindest mitverantwortlich angesehen (vgl. Syrjänen, K.J., Lung 1 58 ( 1 980), Seiten 1 31 -142).
Papillomviren weisen ein ikosaedrisches Capsid ohne Hülle auf, in dem ein zirkuläres, doppelsträngiges DNA-Molekül von etwa 7900 bp vorliegt. Das Capsid umfaßt ein Hauptcapsid-Protein (L1 ) und ein Nebencapsid-Protein (L2). Beide Proteine, coexprimiert oder L1 alleine exprimiert, führen in vitro zur Ausbildung von Virus-ähnlichen Partikeln (vgl. Kirnbauer, R. et al., Journal of
Virology, ( 1 993), Seiten 6929-6936).
Papillomviren lassen sich nicht in Monolayer-Zellkultur vermehren. Ihre Cha¬ rakterisierung ist daher äußerst schwierig, wobei bereits der Nachweis von Papillomviren erhebliche Probleme schafft. Dies trifft insbesondere für Papil¬ lomviren in Karzinomen der Haut zu. Hier ist bisher kein verläßlicher Nachweis dieser und damit kein gezieltes Vorgehen gegen sie möglich.
Der vorliegenden Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein Mittel
bereitzustellen, mit dem Papillomviren, insbesondere in Karzinomen der Haut, nachgewiesen werden können. Ferner sollte ein Mittel bereitgestellt werden, um gegen diese Papillomviren therapeutisch vorgehen zu können.
Erfindungsgemäß wird dies durch die Bereitstellung der Gegenstände in den
Patentansprüchen erreicht.
Gegenstand der Erfindung ist somit eine für ein Peptid eines Papillomvirus- Hauptcapsid-Proteins (L1 ) codierende DNA, wobei das Peptid mindestens einen Teil der Aminosäuresequenz oder die Aminosäuresequenz von Fig. 1 ,
Fig. 2, Fig. 3, Fig. 4, Fig. 5, Fig. 6, Fig. 7, Fig. 8 oder Fig. 9 umfaßt.
Der Ausdruck "mindestens einen Teil der Aminosäuresequenz" weist darauf hin, daß die Aminosäuresequenz der einzelnen Figuren auch eine Variation von ein oder mehreren Aminosäuren aufweisen kann.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist eine für ein Peptid eines Papillomvi- rus-Hauptcapsid-Proteins codierende DNA, wobei die DNA mindestens einen Teil der Basensequenz oder die Basensequenz von Fig. 1 , Fig. 2, Fig. 3, Fig. 4, Fig. 5, Fig. 6, Fig. 7, Fig. 8 oder Fig. 9 umfaßt.
Der Ausdruck "mindestens einen Teil der Basensequenz" weist darauf hin, daß die Basensequenz der einzelnen Figuren auch eine Variation von ein oder mehreren Basenpaaren aufweisen kann.
Fig. 1 zeigt die Basensequenz und die davon abgeleitete Aminosäuresequenz einer für ein Peptid von L1 eines Papillomvirus codierenden DNA. Diese DNA wurde als Plasmid VS93-1 bei der DSM (Deutsche Sammlung von Mikroorga¬ nismen und Zellkulturen) unter DSM 91 33 am 1 2. April 1 994 hinterlegt.
Fig. 2 zeigt die Basensequenz und die davon abgeleitete Aminosäuresequenz einer für ein Peptid von L1 eines Papillomvirus codierenden DNA. Diese DNA
wurde als Plasmjd CR148-59 bei der DSM unter DSM 91 34 am 1 2. April 1 994 hinterlegt.
Fig. 3 zeigt die Basensequenz und die davon abgeleitete Aminosäuresequenz einer für ein Peptid von L1 eines Papillomvirus codierenden DNA. Diese DNA wurde als Plasmid VS40-7 bei der DSM unter DSM 91 35 am 1 2. April 1 994 hinterlegt.
Fig. 4 zeigt die Basensequenz und die davon abgeleitete Aminosäuresequenz einer für ein Peptid von L1 eines Papillomvirus codierenden DNA. Diese DNA wurde als Plasmid VS20-4 bei der DSM unter DSM 91 36 am 1 2. April 1 994 hinterlegt.
Fig. 5 zeigt die Basensequenz und die davon abgeleitete Aminosäuresequenz einer für ein Peptid von L1 eines Papillomvirus codierenden DNA. Diese DNA wurde als Plasmid VS102-4 bei der DSM unter DSM 91 37 am 1 2. April 1 994 hinterlegt.
Fig. 6 zeigt die Basensequenz und die davon abgeleitete Aminosäuresequenz einer für ein Peptid von L1 eines Papillomvirus codierenden DNA. Diese DNA wurde als Plasmid VS73-1 bei der DSM unter DSM 91 38 am 1 2. April 1 994 hinterlegt.
Fig. 7 zeigt die Basensequenz und die davon abgeleitete Aminosäuresequenz einer für ein Peptid von L1 eines Papillomvirus codierenden DNA. Diese DNA wurde als Plasmid VS42-1 bei der DSM unter DSM 91 39 am 1 2. April 1 994 hinterlegt.
Fig. 8 zeigt die Basensequenz und die davon abgeleitete Aminosäuresequenz einer für ein Peptid von L1 eines Papillomvirus codierenden DNA. Diese DNA wurde als Plasmid VS92-1 bei der DSM unter DSM 9140 am 1 2. April 1 994 hinterlegt.
Fig. 9 zeigt die B.asensequenz und die davon abgeleitete Aminosäuresequenz einer für ein Peptid von L1 eines Papillomvirus codierenden DNA. Diese DNA wurde als Plasmid VS75-3 bei der DSM unter DSM 9141 am 1 2. April 1 994 hinterlegt.
Vorstehende DNA weist zu bekannten Papillomviren folgende Sequenzhomo¬ logie auf:
DNA von Fig. 1 82.7 % zu HP-Virus 29 DNA von Fig. 2 75 % zu HP-Virus 49 DNA von Fig. 3 78.5 % zu HP-Virus 49 DNA von Fig. 4 75.6 % zu HP-Virus 25 DNA von Fig. 5 79 % zu HP-Virus 1 7 DNA von Fig. 6 73.6 % zu HP-Virus 17 DNA von Fig. 7 73, 1 % zu HP-Virus 1 5 DNA von Fig. 8 82.8 % zu HP-Virus 1 5 DNA von Fig. 9: 75.7 % zu HP-Virus 12
Erfindungsgemäß kann vorstehende DNA in einem Vektor bzw. Expressions¬ vektor vorliegen. Beispiele solcher sind dem Fachmann bekannt. Im Falle eines Expressionsvektors für E. coli sind dies z.B. pGEMEX, pUC-Derivate und pGEX-2T. Für die Expression in Hefe sind z.B. pY100 und Ycpad l zu nennen, während für die Expression in tierischen Zellen z.B. pKCR, pEF-BOS, cDM8 und pCEV4, anzugeben sind. Der Fachmann kennt geeignete Zellen, um vorstehende, in einem Expressionsvektor vorliegende DNA zu exprimieren. Beispiele solcher Zellen umfassen die E.coli-Stämme HB101 , DH1 , x1 776, JM101 und JM 109, den Hefe-Stamm Saccharomyces cerevisiae und die tierischen Zellen L, 3T3, FM3A, CHO, COS, Vero, und Heia. Der Fachmann weiß, in welcher Weise vorstehende DNA in einen Expressionsvektor inseriert werden muß. Ihm ist auch bekannt, daß vorstehende DNA in Verbindung mit einer für ein anderes Protein bzw. Peptid codierenden DNA inseriert werden
kann, so daß vorstehende DNA in Form eines Fusionsproteins exprimiert werden kann.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Papillomvirus-Genom, das vor- stehende DNA umfaßt. Der Ausdruck "Papillomvirus-Genom" umfaßt auch ein unvollständiges Genom, d.h. Fragmente eines Papillomvirus-Genoms, die vor¬ stehende DNA umfassen. Dies kann z.B. eine für L1 codierende DNA oder ein Teil davon sein.
Zur Bereitstellung vorstehenden Papillomvirus-Genoms kann ein Verfahren verwendet werden, das folgende Verfahrensschritte umfaßt:
(a) Isolierung der Gesamt-DNA aus einer Biopsie epithelialen Neoplasmas,
(b) Hybridisierung der Gesamt-DNA von (a) mit vorstehender DNA, wo¬ durch ein in der Gesamt-DNA von (a) enthaltenes Papillomvirus-Genom nachgewiesen wird, und
(c) Klonierung der das Papillomvirus-Genom enthaltenden Gesamt-DNA von (a) in einem Vektor, und gegebenenfalls Subklonierung des erhalte¬ nen Klons, wobei sämtliche Verfahrensschritte üblicher DNA-Rekom¬ binationstechnik entstammen.
Hinsichtlich der Isolierung, Hybridisierung und Klonierung von Zeil-DNA wird ergänzend auf Sambrook et al., Molecular Cloning, A Laboratory Manual, zweite Ausgabe, Cold Spring Harbor Laboratory ( 1 989) verwiesen.
Der Ausdruck "epitheliales Neoplasma" umfaßt jegliche Neoplasmen des Epithelgewebes bei Mensch und Tier. Beispiele solcher Neoplasmen sind Warzen, Kondylome im Genitalbereich und Karzinome der Haut. Letztere werden vorliegend bevorzugt verwendet, um vorstehendes Papillomvirus- Genom zu isolieren.
Der Ausdruck "Vektor" umfaßt jegliche zur Klonierung von chromosomaler bzw. extrachromosomaler DNA geeignete Vektoren. Beispiele solcher Vekto¬ ren sind Cosmide, wie pWE1 5 und Super Cos1 , und Phagen, wie Λ-Phagen, z.B. ΛZAP Expressvector, ΛZAPII Vector und Λgt10 Vektor. Vorliegend wer- den Λ-Phagen bevorzugt verwendet. Vorstehende Vektoren sind bekannt und bei der Firma Stratagene erhältlich.
Erfindungsgemäße Papillomvirus-Genome können integriert in chromosomaler DNA oder extrachromosomal vorliegen. Dem Fachmann sind Verfahren bekannt, dies abzuklären. Auch weiß er um Verfahren, die zur Klonierung der
Papillomvirus-Genome optimalen Restriktionsenzyme herauszufinden. Er wird sich an Genomen bekannter Papillomviren orientieren. Insbesondere wird der Fachmann die vorstehend genannten HP-Viren entsprechend beachten.
Beispielhaft wird die Bereitstellung eines mit VS93-1 -G bezeichneten Papil¬ lomvirus-Genoms beschrieben. Hierzu wird die Gesamt-DNA aus einer Biopsie eines plattenepithelialen Karzinoms isoliert, mit BamHI gespalten und in einem Agarosegel elektrophoretisch aufgetrennt. Das Agarosegel wird danach einem Blotting-Verfahren unterzogen, wodurch die DNA auf eine Nitrozellulosemem- bran übertragen wird. Diese wird in ein Hybridisierungsverfahren eingesetzt, in dem die DNA von Fig. 1 , ggfs. in Kombination mit einer DNA von HP- Virus 29 als markierte Probe verwendet wird. Es wird eine Hybridisierung mit der in der Gesamt-DNA vorliegenden Papillomvirus-DNA erhalten.
Im weiteren wird vorstehende mit BamHI gespaltene Gesamt-DNA in einem
Λ-Phagen kloniert. Die entsprechenden Klone, d.h. die die Papillomvirus-DNA enthaltenden Klone, werden durch Hybridisierung mit der DNA von Fig. 1 , ggfs. in Kombination mit einer DNA des HP-Virus 29 identifiziert. Das Insert dieser Klone wird dann einer weiteren Klonierung in einem Plasmid-Vektor unterzogen, wodurch ein Klon erhalten wird, der das Papillomvirus-Genom
VS93-1 -G enthält. Das Genom wird durch Sequenzierung bestätigt.
In analoger Weise werden weitere Papillomvirus-Genome bereitgestellt. Sie werden entsprechend der zu ihrer Bereitstellung verwendeten DNAs bezeich¬ net, mit: CR148-59-G, VS40-7-G, VS20-4-G, VS102-4-G, VS73-1 -G, VS42- 1 -G, VS92-1 -G bzw. VS75-3-G.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Protein, das durch vorstehendes Papillomvirus-Genom codiert wird. Ein solches Protein ist z.B. ein Hauptcap- sid-Protein (L1 ) oder ein Nebencapsidprotein (L2). Die Herstellung eines vor¬ stehenden Proteins erfolgt in üblicher weise. Beispielhaft wird die Herstellung von L1 bzw. L2 des Papillomvirus-Genoms VS93-1 -G beschrieben. Hierzu wird das zu der DNA von Fig. 1 verwandte HP-Virus 29 herangezogen. Von diesem ist die vollständige Sequenz und die Lage einzelner für Proteine codie¬ render DNA-Bereiche bekannt. Durch parallele Restriktionsspaltungen beider Genome und anschließender Hybridisierung mit verschiedenen, die L1 bzw. L2 codierende DNA betreffenden Fragmenten werden diese DNAs auf dem
Papillomvirus-Genom VS93-1 -G identifiziert. Sie werden durch Sequenzierung bestätigt. Die für L1 codierende DNA wird mit VS93-1 -G-L1 -DNA und die für L2 codierende DNA mit VS93-1 -G-L2-DNA bezeichnet.
Im weiteren wird die für L1 bzw. L2 codierende DNA in einen Expressions¬ vektor inseriert. Beispiele eines solchen für E. coli, Hefe und tierische Zellen sind vorstehend genannt. Ergänzend hierzu wird für die Expression in E. coli auf den Vektor pGEX-2T verwiesen (vgl. Kirnbauer, R. et al., supra) . Nach Insertion der VS93-1 -G-L1 - bzw. VS93-1 -G-L2-DNA wird pGEX-2T-VS93-1 - G-L1 bzw. pGEX-2T-VS93-1 -G-L2 erhalten. Diese Expressionsvektoren exprimieren nach Transformation von E. coli ein Glutathion S-Transferase-L1 - bzw. Glutathion S-Transferase-L2-Fusionsprotein. Die Reinigung dieser Protei¬ ne erfolgt in üblicher Weise.
Für eine weitere Expression vorstehender L1 bzw. L2 codierender DNA wird das Bacculovirus- bzw. Vacciniavirus-System genannt. Hierfür verwendbare Expressionsvektoren sind z.B. pEV mod. und pSynwtVI" für das Bacculovirus-
System (vgl. Kirnbauer, R. et al., supra). Für das Vacciniavirus-System sind insbesondere Vektoren mit dem Vacciniavirus "early" (p7.5k)- bzw. "late"(Psynth, p1 1 K)-Promotor zu nennen (vgl. Hagensee, M., E. et al., Journal of Virology ( 1 993), Seiten 31 5-322). Vorliegend wird das Bacculovi- rus-System bevorzugt. Nach Insertion vorstehender L1 bzw. L2 codierender
DNA in pEV mod. wird pEVmod.-VS93-1 -G-L1 bzw. pEVmod.-VS93-1 -G-L2 erhalten.
Der erstere Expressionvektor alleine bzw. beide Expressionsvektoren zusam- men führen nach Infektion von SF-9 Insektenzellen zur Ausbildung von Virus¬ ähnlichen Partikeln. Im ersteren Fall umfaßt ein solches Partikel ein L1 -Pro¬ tein, während es im letzteren Fall neben einem L1 - auch ein L2-Protein ent¬ hält.
Ein Virus-ähnliches Partikel letzteren Falls wird auch erhalten, indem die vorstehenden VS93-1 -G-L1 - und VS93-1 -G-L2-DNAs gemeinsam in den Expressionsvektor pSynwtVI" inseriert werden und das erhaltene pSynwtVI" VS93-1 -G-L1 /L2 zur Infektion von SF-9 Insektenzellen verwendet wird. Die Reinigung vorstehender Virus-ähnlicher Partikel erfolgt in üblicher Weise. Sie stellen auch einen Gegenstand der Erfindung dar.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein gegen ein vorstehendes Protein bzw. Virus-ähnliches Partikel gerichteter Antikörper. Die Herstellung eines solchen erfolgt in üblicher Weise. Beispielhaft wird es für die Herstellung eines Antikörpers beschrieben, der gegen ein L1 von VS93-1 -G umfassendes
Virus-ähnliches Partikel gerichtet ist. Hierzu wird das Virus-ähnliche Partikel BALB/c-Mäusen subcutan injiziert. Diese Injektion wird im Abstand von jeweils 3 Wochen wiederholt. Etwa 2 Wochen nach der letzten Injektion wird das den Antikörper enthaltende Serum isoliert und in üblicher Weise getestet.
In bevorzugter Ausführungsform ist der Antikörper ein monoklonaler Antikör¬ per. Zu seiner Herstellung werden nach vorstehender vierten Injektion den
Mäusen Milzzellen entnommen und diese in üblicher weise mit Myelomzellen fusioniert. Die weitere Klonierung erfolgt ebenso nach bekannten Verfahren.
Mit der vorliegenden Erfindung wird es ermöglicht, Papillomviren, insbesonde- re in Karzinomen der Haut, nachzuweisen. Hierzu kann die erfindungsgemäße
DNA als solche oder von einer weiteren DNA umfaßt eingesetzt werden. Letztere kann auch ein Papillomvirus-Gom oder ein Teil davon sein.
Die vorliegende Erfindung ermöglicht ferner die Bereitstellung von bisher nicht gekannten Papillomviren. Diese finden sich insbesondere in Karzinomen der
Haut. Desweiteren liefert die Erfindung Proteine und Virus-ähnliche Partikel, die auf diese Papillomviren zurückgehen. Darüberhinaus werden Antikörper bereitgestellt, die gegen diese Proteine bzw. Partikel gerichtet sind.
Die vorliegende Erfindung ermöglicht es also, diagnostische und therapeuti¬ sche Maßnahmen bei Papillomvirus-Erkrankungenzu ergreifen. Darüberhinaus liefert sie die Möglichkeit, eine Vakzine gegen Papillomvirus-Infektionen aufzubauen. Die vorliegende Erfindung stellt somit einen Durchbruch auf dem Gebiet der Papillomvirus-Forschung dar.
Die Erfindung wird durch die Beispiele erläutert.
Beispiel 1 : Identifizierung des Papillomvirus-Genoms VS93-1 G
Aus der Biopsie WV-8495 eines plattenepithelialen Karzinoms einer immunsupprimierten Person wird die Gesamt-DNA isoliert. 10/vg dieser DNA werden mit dem Restriktionsenzym BamHI gespalten und in einem 0,5 % Agarosegel elektrophoretisch aufgetrennt. Gleichzeitig werden auch 10μg vorstehender DNA aufgetrennt, die nicht gespalten worden ist. Das Ergebnis der
Elektrophorese ist in der Figur 10 gezeigt. Aus dieser geht her¬ vor, daß in der nicht-gespaltenen DNA ein DNA-Molekül in der
für eine extrachromosomale DNA typischen Form, d.h. "super- coiled molecule" bzw. "open circular molecule" vorliegt. Dieses DNA-Molekül wird durch BamHI in zwei Fragmente gespalten.
Vorstehendes Agarosegel wird einem Blotting-Verfahren unter¬ zogen, wodurch die DNA aus dem Agarosegel auf eine Nitrozel¬ lulosemembran übertragen wird. Diese wird in ein Hybridisie- rungsverfahren eingesetzt, in dem die vorstehende DNA von Fig.
1 in Kombination mit HP-Virus-29 DNA als p32-markierte Probe verwendet wird. Es wird eine Hybridisierung mit vorstehendem DNA-Molekül erhalten.
Vorstehende Verfahren sind dem Fachmann auf dem Gebiet der DNA-Rekombinationstechnik bekannt. Ergänzend wird auf Sam- brook et al., supra verwiesen.
Beispiel 2: Klonierung des Papillomvirus-Genoms VS93-1-G
Die aus Beispiel 1 erhaltene DNA der Biopsie WV-8495 wird mit dem Restriktionsenzym BamHI gespalten. Die erhaltenen Frag¬ mente werden in eine Ligasereaktion eingesetzt, in der der mit BamHI gespaltene und dephosphorylierte Vektor ΛZAP Express vorliegt. Die hierbei erhaltenen rekombinanten DNA-Moleküle werden in Bakteriophagen verpackt und diese zur Infektion von Bakterien verwendet. Für diese Verfahrensschritte wird der von der Firma Stratagene angebotene ZAP Express Vektor Kit ver¬ wendet. Die erhaltenen Phagenplaques werden dann einem Hybridisierungsverfahren unterzogen, in dem die in Beispiel 1 verwendete p32-markierte DNA von Fig. 1 in Kombination mit p32-markierter HP-Virus-29-DNA verwendet wird. Es wird eine Hybridisierung mit entsprechenden Phagenplaques erhalten. Aus
diesen werden die beiden BamHI-Fragmente von VS93-1 -G isoliert und zusammen mit einem BamHI-gespaltenen, de- phosphorylierten Plasmid-Vektor, d.h. pBluescript, in eine weite¬ re Ligasereaktion eingesetzt. Die erhaltenen rekombinanten DNA-Moleküle werden zur Transformation von Bakterien, d.h. E. coli XI1 -Blue, verwendet. Durch Restriktionsspaltungen bzw. Hybridisierung mit vorstehenden DNA-Proben wird ein das Papil¬ lomvirus-Genom VS93-1 -G enthaltender Bakterienklon identifi¬ ziert. Das Plasmid dieses Bakterienklons wird mit pBlue-VS93-1 - G bezeichnet.