Ersatzschaltung für mehrere Funktionseinheiten
Die Erfindung betrifft eine Ersatzschaltung für mehrere Funktionseinheiten.
Es ist bekannt, zur Erhöhung der Betriebssicherheit Ersatz¬ schaltungen vorzusehen. Fällt eine Funktionseinheit, bei- spielsweise eine Baugruppe, aus, wird diese aus dem Signalweg (oder den Signalwegen) herausgetrennt und eine Ersatz-Funk¬ tionseinheit wird an ihrer Stelle eingeschaltet. Zur Umschal¬ tung wurden Relais verwendet; bei digitalen Signalen ist auch eine Realisation der Umschaltung durch Logikbausteine mög- lieh.
Aus der Offenlegungsschrift DE 41 32 598 AI ist ein System zur Umschaltung von Geräten der Nachrichtentechnik bekannt, bei dem zum Zwecke des Ersatzes oder der Prüfung eines dieser Geräte auf ein Ersatzgerät umgeschaltet wird. Zur Umschaltung werden Relais verwendet.
Die Verwendung von Relais zur Umschaltung von Betriebs-Funk¬ tionseinheiten und Ersatz-Funktionseinheiten ist äußerst pro- blematisch. Die Zuverlässigkeit der Relais nimmt bei den äu¬ ßerst selten durchgeführten Umschaltungen rapide ab.
Bei einer Ersatzschaltung, die digitale oder analoge Signale mit höheren Frequenzen von ca. 30 Megahertz (MHz) oder sogar von einigen Gigahertz verarbeitet, ergeben sich weitere Pro¬ bleme.
Die Relais-Kontakte weisen zu hohe Kapazitäten auf, so daß bereits aus diesem Grunde eine Verwendung nicht in Frage kommt. Außerdem würde diese Lösung die Bereitstellung einer größeren Leistung erforderlich machen.
Die im allgemeinen verwendete ECL-Technik benötigt erhebliche Leistungen, so daß Logikschaltungen zur Umschaltung bereits aus Gründen des Leistungsverbrauchs nicht ideal sind. Bei höheren Frequenzen gibt es zu Zeit auch keine Bausteine, mit denen eine Realisation möglich wäre.
Aus der deutschen Auslegeschrift 26 08 117 sind Dioden¬ schalter bekannt, die für Umschaltzwecke im Hochfrequenz¬ bereich besser geeignet sind.
Aus der Offenlegungsschrift DE 41 02 930 AI ist eine Schal¬ tung zum Aufteilen oder Zusammenführen von Hochfrequenzlei¬ stung bekannt, bei der zum Aufteilen von einem Summentor zugeführter Hochfrequenzleistung auf mehrere Einzeltore bzw. zum Zusammenführen von Einzeltoren zugeführter Hochfrequenz- leistung in einen Summentor der zwischen den Einzeltoren jeweils wirkende Erstauslaßwiderstand durch einen einseitig an Masse geschalteten Absorberwiderstand gebildet wird. Bei dieser Anordnung ist jedoch nur eine geringe Entkopplung zwi- sehen den Eingängen bzw. den Ausgängen gegeben.
In der Zeitschrift "MICRO AVES and RF", December 1990, Seiten 100 bis 108 und October 93, Seiten 81 bis 86 und 132 sind Kombinierer für VHF- und UHF-Signale beschrieben. Ein Hinweis für die Verwendung bei digitalen Signalen und für Ersatz- Schaltungen wird nicht gegeben.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine für höhere Frequenzen geeignete Ersatzschaltung für mehrere Funktionseinheiten anzugeben. Diese Aufgabe wird durch eine ErsatzSchaltung nach Anspruch 1 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unter¬ ansprüchen angegeben.
Besonders vorteilhaft ist die Verwendung von jeweils nur einer Ersatz- Funktionseinheit für mehrere Betriebs-Funk-
tionseinheiten. Bei der hohen Ausfallsicherheit ist eine Dop¬ pelung von Systemen oder Funktionseinheiten meist nicht mehr erforderlich.
Als besonders zweckmäßig hat sich die Verwendung von mit Übertragern aufgebauten Zweifach-Verteilern/Kombinierern erwiesen. Die Zweifach-Verteiler/Kombinierer dienen zum Verteilen eines Signals von einem Eingang auf zwei Ausgänge oder zum Zusammenfassen zweier Signale auf diesen Ausgang. Diese passiven Bauelemente benötigen keinerlei
Betriebsleistung und weisen hervorragend entkoppelte Eingänge bz . Ausgänge auf.
Als besonders einfache, preiswerte und vorteilhafte Variante können Kombinierer und Verteiler mit PIN-Dioden ausgeführt werden.
Für eine weiter erhöhte Zuverlässigkeit können auch mehrere Ersatz-Funktionseinheiten vorgesehen werden, die über eine separate Kombinationsschaltung jeweils mit der zugehörigen Ersatz-Funktionseinheiten verbunden sind.
Als elektronische Umschalter sind PIN-Dioden-Kombinationen vorgesehen. Die Dämpfung der Schalter wird durch gegen Masse geschaltete PIN-Dioden optimal.
Es ist zweckmäßig, die PIN-Dioden-Umschalter auf den Baugrup¬ pen der Funktionseinheiten unterzubringen.
Jede Funktionseinheit (Baugruppe) enthält zweckmäßigerweise zur Überwachung, Steuerung und Signalisierung einen sogenann¬ ten Einschubrechner. Seine Daten und die Daten weiterer Funk¬ tionseinheiten werden einer zweckmäßigerweise auf der Kombi- nationsbaugruppe befindlichen Logikschaltung zugeführt, die im Fehlerfall die defekten Funktionseinheiten abtrennt und die Ersatz-Funktionseinheit einfügt.
Zur weiteren Erhöhung der Sicherheit ist selbstverständlich auch die Verwendung von mehreren Ersatz-Funktionseinheiten möglich.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand von Figuren näher beschrieben. Es zeigen:
Figur l ein Blockschaltbild der Erfindung,
Figur 2 eine Ersatzschaltung mit mehreren Ersatz-Funktions- einheiten,
Figur 3 ein Ausführungsbeispiel eines Verteilers/Kombinierers Figur 4 eine vorteilhafte Ansteuerung eines PIN-Dioden-Um- schalters, Figur 5 eine weitere Ansteuerungsmöglichkeit eines PIN- Dioden-Umschalters.undFigur 6 ein Prinzipschaltbild eines Kombinierers, Figur 7 ein Prinzipschaltbild eines Verteilers, Figur 8 ein Ausführungsbeispiel eines Kombinierers und Figur 9 ein Ausführungsbeispiel eines Verteilers.
Figur l zeigt das Prinzip der erfindungsgemäßen Ersatzschal¬ tung. Mehreren gleichen Funktionseinheiten FEI, FE2, ... ist eine Ersatz-Funktionseinheit EFE zugeordnet. In dem Prinzip¬ schaltbild wird davon ausgegangen, daß jeweils nur ein digi- tales Eingangssignal ESI, ES2... und ein Ausgangssignal AS1, AS2... je Funktionseinheit vorhanden ist. Jeder Funktionsein¬ heit wird ihr Eingangssignal ESI, ES2, .. über einen Signal¬ eingang SEI, SE2, ...eines Eingangsumschalter EUS1, EUS2, .. zugeführt, während das Ausgangssignal AS1, AS2, ... über einen Ausgangsumschalter AUS1, AUS2, ... an einem Signalaus¬ gang SA1, SA2, ... abgegeben wird. Werden einer Funktionsein¬ heit mehrere Eingangssignale zugeführt und/oder werden mehre¬ re Ausgangssignale abgegeben, dann werden diese Signale über weiter Umschalter geführt.
Jeweils der zweite Ausgang jedes Eingangsumschalters EUS1, EUS2, .. wird an einen Eingang El, E2, ... einer Kombinations-
einheit KOM geführt. Entsprechend sind Ausgänge AI, A2, ... der Kombinationseinheit an zweite Eingänge der Ausgangsum¬ schalter AUS1, AUS2, ... geführt. Die Funktionseinheiten sind über Datenleitungen DL - hier einem Bussystem - mit einer auf der Kombinationseinheit KOM angeordneten Steuerlogik STL ver¬ bunden.
Auf der Kombinationseinheit KOM ist ein passiver Kombinierer VK1, der aus Zweifach-Verteilern/Kombinierern ZVK aufgebaut ist, dargestellt. Jeweils eines von acht möglichen Eingangs- Signalen wird an einen ersten Verstärker VI durchgeschaltet, der dieses Signal auf den ursprünglichen Eingangspegel ver¬ stärkt und als Ersatz-Eingangssignal EES an eine Ersatz- Funktionseinheit EFE weitergibt. Das Ersatz-Ausgangssignal EAS wird über einen zweiten Verstärker V2 und einen passiven Kombinierer VK2 auf (hier) acht Ausgänge aufgespalten und jeweils einem zweiten Eingang eines Ausgangsumschalters AUS1, AUS2, ... zugeführt. Über weitere Datenleitungen DLE ist auch die Ersatz-Funktionseinheit EFE mit der Logikschaltung LS verbunden. Über diese Datenleitungen kann auch die Funktion der Ersatz-Funktionseinheit überwacht werden.
Die elektronischen Umschalter sind als PIN-Dioden-Umschalter ausgeführt und weisen zwei mit ihren gleichen Anschlüssen zusammengeschaltete Dioden Dl und D2 auf.
Bei den Eingangsumschaltern ist zumindest an einem ihrer Aus¬ gänge jeweils eine weitere Diode DU oder D12 vorgesehen, die zur Dämpfungserhöhung durchlässig geschalten wird, wenn der zweite Schalterausgang nicht aktiv ist. Für die Ausgangsum¬ schalter werden dieselben Umschalter verwendet.
Wenn beispielsweise die Überwachung der ersten Funktionsein¬ heit FEI einen Defekt feststellt, so wird dieser über die Datenleitungen DL der Steuerlogik STL gemeldet. Diese schal¬ tet über Steuerleitungen LS das erste Eingangssignal ESI auf den zweiten Ausgang des ersten Eingangsumschalters EUSl und
damit an den ersten Eingang El der Kombinationseinheit KOM durch. An sämtliche anderen Eingängen E2 bis E8 des ersten Verteiler/Kombiniers VK1 liegt kein Signal an. Das Eingangs¬ signal ESI gelangt zum Verstärker VI, wird dort auf den ursprünglichen Pegel verstärkt und als Ersatz-Eingangssignal EES der Ersatz-Funktionseinheit EFE zugeführt. Diese erzeugt ein entsprechendes Ersatz-Ausgangssignal EAS, dessen Pegel durch den zweiten Verstärker V2 zunächst erhöht wird, und gibt dieses dann mit normalem Pegel an sämtlichen Ausgängen AI bis A8 des zweiten Verteiler/Kombinierers VK2 ab.
Nur der erste Ausgangsumschalter AUS1 schaltet jedoch das Ersatzausgangssignal EAS an seinen Signalausgang SA1 durch.
Die Logikschaltung signalisiert außerdem, welche Funktions¬ einheit ausgefallen ist. Die defekte Funktionseinheit FEI kann entnommen und durch eine intakte Funktionseinheit ersetzt werden.
In Figur 2 ist ein Blockschaltbild mit zwei Kombinationsein¬ heiten KOMI und KOM2 sowie zwei Ersatz-Funktionseinheiten EFEl und EFE2 dargestellt. Es werden Eingangsumschalter EUS31 und EUS32 mit jeweils drei Ausgängen verwendet, von denen jeweils einer mit der Funktionseinheit FEI bzw. FE2 verbunden ist und die anderen mit jeweils einer Kombinationseinrichtung KOMI oder KOM2 verbunden sind. Auch sind entsprechend ausge¬ führte Ausgangsumschalter AUS31, AUS32, ... mit jeweils drei Eingängen vorgesehen. Über nicht dargestellte Datenleitungen kann jetzt anstelle jeder beliebigen Funktionseinheit eine Ersatzfunktionseinheit ausgewählt werden. Durch diese Schal¬ tungsanordnung kann der Betrieb aufrecht erhalten werden, wenn insgesamt zwei Funktionseinheiten FE bzw. Ersatz-Funk¬ tionseinheiten EFE ausfallen.
Selbstverständliche können auch mehr als zwei Ersatz-Funk¬ tionseinheiten vorgesehen werden oder - je nach Zuverlässig¬ keit - Mischformen realisiert werden.
In Figur 3 ist das Prinzip eines Zweifach-Verteilers/Kombi- nierers dargestellt. Dieser besteht aus einer ersten Wicklung Wl mit einer Anzapfung, die mit einer Mittelanzapfung einer zweiten Wicklung W2 verbunden ist. Ein am Anschlußpunkt Kl anliegendes Signal wird gleichmäßig auf die Anschlußpunkte K2 und K3 verteilt. Ebenso können zwei an den Anschlußpunkten K2 und K3 anliegende Signale zusammengefaßt an dem Anschlußpunkt Kl abgegeben werden. Die Dämpfung zwischen den Anschlußpunkten K2 und K3 ist außerordentlich hoch. Aus den Zweifach-Verteiler/Kombinierern können Mehrfachverteiler gebildet werden. Je nach erforderlichen Frequenzbereich können herkömmliche Wicklungen oder auch Streifenleiter verwendet werden.
Aus diesen Verteilern/Kombinierern werden der Kombinierer VK1 und der Verteiler VK2 aufgebaut, die bis auf die Verstärker die gleiche Schaltung aufweisen.
Figur 4 zeigt eine besonders vorteilhafte Ansteuerung für die PIN-Diodenschalter. Zwei Dioden Dl und D2 sind mit gleichen Anschlüssen zusammengesehaltet, die den Eingang eines Ein¬ gangsumschalters oder den Ausgang eines Ausgangsumschalters bilden. Eingänge E, (El, E2) oder Ausgänge AI, A) , (A) sind durch Kondensatoren C, Cl, C2 gleichspannungsmäßig entkop- pelt. Durch eine über eine Drossel DR1 angelegte Betriebs¬ spannung Ul (ca. +3 bis +5 V) ist die Diode Dl über den Widerstand R durchgeschaltet, während die andere Diode D2 durch eine Steuerspannung U2 = 0 V gesperrt ist. Wird die Steuerspannung U2 auf +10 V erhöht, so wird die Diode D2 durchgeschaltet, jedoch ist die Diode Dl gesperrt, da an ihrer Kathode nunmehr ca. +9 V anliegen. Durch die Steuer¬ spannung U2 kann gleichzeitig eine am Eingang El (Ausgang AI) angeschaltete Querdiode nach Masse durchgeschaltet werden. Bei dieser vorteilhaften Anordnung wird nur eine Steuerspan- nung 0/U2 und nur eine Steuerleitung benötigt.
Figur 5 zeigt eine PIN-Dioden-Anordnung, die Querdioden DU und D12 aufweist.Durch eine positive Steuerspannung Uli wer¬ den die Dioden Dl und D12 leitend geschaltet, während die Dioden D2 und DU durch eine SteuerSpannung U2 gesperrt wer- den.
Die Zuführung der SteuerSpannung an die Längsdioden Dl und D2 über Widerstände Rl und R2. Der gemeinsame Verbindungspunkt ist über eine Drossel R3 an Masse geführt. Diese Schaltung benötigt nur eine Drossel D3. Anstelle der Widerstände Rl und R2 bzw. R3 und R4 können natürlich ebenfalls Drosseln verwen¬ det werden.
In Figur 6 ist das Prinzipschaltbild einer Variante des passiven Kombinierers dargestellt. Dieser ist mit elektronischen Schaltern SKI, SK2, ... aufgebaut, deren Eingängen El, E2, ... die Eingangssignale ESI, ES2 ...zugeführt werden, von denen jeweils eines über einen einzigen geschlossenen elektronischen Schalter als Ersatz- Eingangssignal EES über einen zugeordneten Entkopplungswider¬ stand RE an einen gemeinsamen Verbindungspunkt und - meist über einen Verstärker VI - zur Ersatz-Funktionseinheit durchgeschaltet wird.
In Figur 7 ist das Prinzipschaltbild eines entsprechenden
Verteilers dargestellt, bei dem das Ersatzausgangssignal EAS - meist über einen Verstärker V2 - von einem Verzweigungs- punkt über jeweils einen Entkopplungswiderstand RE und wiederum einen elektronischen Schalter SVi, SV2, ... auf einen der Ausgänge AI, A2, ... durchgeschaltet wird. Im Gegensatz zu einem mit beispielsweise Zweifach-Vertei- lem/Kombinierern aufgebauten Verteiler wird hier das Ersatzausgangssignal nur an einen Ausgang durchgeschaltet.
In Figur 8 ist eine vorteilhafte Ausführung des passiven Kombinierers dargestellt, bei dem jeweils zwei PIN-Dioden DK1, DK2 mit ihren gleichen Elektroden zusammengeschaltet
sind. Ihr anderer Anschluß ist jeweils über einen Koppelkon¬ densator C auf einen Eingang El, E2, ... geführt. Über eine Drossel DR und einen Siebkondensator CS kann eine der Dioden über Steuereingänge SE11, SE12, ... leitend geschaltet werden. Dann wird das durchgeschaltete Eingangssignal ESI vom Verbindungspunkt der PIN-Dioden über einen gemeinsamen Entkopplungswiderstand REK zum Eingang des Verstärkers VI geführt, an dem in der Regel noch weitere gleich aufgebaute Schalterpaare angeschlosssen sind.
In Figur 9 ist ein entsprechender Verteiler aufgebaut. Der Ausgang des zweiten Verstärkers V2 ist über jeweils einen weiteren Entkopplungswiderstand REV an ein PIN-Diodenpaar geführt, dessen gleiche Elektrodenanschlüsse zusammengeschal- tet sind, während die anderen Dioden Anschlüsse jeweils über Koppelkondensatoren auf einen Ausgang AI, A2, ... geführt sind, über den das Ersatzausgangssignal EAS durchgeschaltet wird. Jeweils eine PIN-Diode wird über eine Drossel und Siebkondensator bestehende Siebschaltung durch an Steuerein- gangen SE21, SE22, ... anliegende SteuerSpannungen durch¬ geschaltet.