Polyurethan-Zusammensetzungen mit stabiler
Reaktivität
Die vorliegende Erfindung betrifft verzögerte unkatalysierte und katalysierte Polyurethanzusammen¬ setzungen mit stabiler Reaktivität sowie deren Verwendung für Klebstoffe, Dichtungsmassen und Gießmassen.
Ein -bzw. mehrkomponentige Polyurethanzusammensetzungen werden schon seit langer Zeit als Klebstoffe, Dichtungs¬ massen oder Gießmassen eingesetzt. Zusammenfassend sind diese Einsatzgebiete für Polyurethanzusammensetzungen z.B. in den Kapiteln 8 bzw. 11 des Kunststoff-Handbuchs, 3. Auflage, Bd. 7, Hanser-Verlag, 1993, beschrieben. Bei zweikomponentigen Systemen besteht die eine Komponente in der Regel aus flüssigen PolyhydroxyVerbindungen, die ggf. Füllstoffe, Katalysatoren und weitere Hilfsstoffe enthält, die zweite Komponente enthält dabei im wesentlichen ein flüssiges Di- oder Polyisocyanat entweder in reiner Form oder als sogenanntes Quasi-Prepolymer oder in Form von Isomerenmischungen. Wegen ihrer guten Haftungseigenschaf¬ ten auf den unterschiedlichsten Materialien sowie hohen Zug-, Zugscher- sowie Schälfestigkeiten bei sehr hoher Bruchdehnung finden diese Klebstoffe, Dichtstoffe und Gießmassen in einer Vielzahl von industriellen und handwerklichen Applikationen Anwendung. Beispielhaft erwähnt seien hier nur der Automobilbau, der allgemeine Nutzfahrzeugbau, der Schiff- bzw. Bootsbau, der allgemeine Maschinenbau, die Elektroindustrie sowie der Hochbau.
Bei vielen Applikationen verlangen die Arbeitsabläufe sehr lange Topfzeiten, gleichzeitig müssen diese TopfZeiten über den Lagerungszeitraum der Polyurethanzusammensetzun¬ gen vor der Applikation konstant bleiben.
Unter Topfzeit wird der Zeitraum verstanden, der nach der vollständigen Vermischung eines Zwei- oder Mehrkomponen¬ tensystems zur sachgerechten Verarbeitung verbleibt, bevor die Viskosität der Mischung durch einsetzende Reaktion so hoch geworden ist, daß die Mischung nicht mehr sachgerecht verarbeitet werden kann.
Innerhalb gewisser Grenzen läßt sich die Topfzeit durch die Art und Menge des eingesetzten Katalysators steuern, bei einer gegebenen Formulierung ohne Katalysator ist es jedoch bisher nicht möglich gewesen, die Reaktion und damit die Topfzeit noch weiter zu verlängern. In diesen Fällen mußte dann auf reaktionsträgere Isocyanate ausgewichen werden. In der allgemeinen Literatur bzw. in der Patentliteratur wird vielfach vorgeschlagen, die un¬ katalysierte Reaktion durch Säurezugabe zu verzögern, siehe z.B. J.H. Saunders, K.C. Frisch, Polyurethanes Chemistry and Technology, Bd. 1, Che istry, S. 213, Interscience Publ., 1962. Es wird z.B. die Zugabe von Salzsäure oder von Säurechloriden vorgeschlagen, bei dieser Vorgehensweise handelt es sich jedoch nicht um eine echte Verzögerung der Reaktion, sondern um eine Neutrali¬ sation aller katalytisch wirkenden alkalischen Verunreini¬ gungen in der Zusammensetzung. Die Zugabe von Säuren zu Klebstoffen, Dichtmassen oder Gießharzen kann jedoch zu Korrosionseffekten an den Oberflächen der zu verklebenden bzw. zu vergießenden Substrate führen, so daß diese Methode in vielen Fällen nicht anwendbar ist.
Es bestand daher die Aufgabe, die Reaktivität von ein- bzw. vorzugsweise zwei- oder mehrkomponentigen Polyure-
thanzusammensetzungen unter die sogenannte "Grund- Reaktivität" der Zusammensetzung abzusenken, d.h. , unter die Reaktivität, die die Zusammensetzung ohne Katalysator¬ gehalt hat, zusätzlich sollte die mit dieser Reaktivität direkt zusammenhängende Topfzeit über die Lagerzeit der nicht vermischten Komponenten möglichst konstant bleiben.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß die ein- oder mehrkomponentigen Polyurethanzusammensetzungen
- ein- oder mehrere Di- oder Polyisocyanate
- ein- oder mehrere Di- und/oder Polyole
- hochdisperse Kieselsäuren
- Füllstoffe, sowie
- ggf. weitere Hilfs- und Zusatzstoffe enthalten, wobei zumindest ein Teil der Füllstoffe oberflächenbehandelt ist.
Unter "hochdisperser Kieselsäure" wird eine feinteilige im wesentlichen amorphe pyrogene Kieselsäure mit über 99,8 Gew.% Sio -Gehalt verstanden, wie sie z.B. durch Hydrolyse von Siliciumtetrachlorid in einer Knallgasflamme hergestellt wird. Diese Kieselsäuren sind z.B. unter dem Warenzeichen "Aerosil" im Handel erhältlich.
Die Zugabe von hochdispersen Kieselsäuren zu Klebstoffen, Dichtstoffen oder Gießharzen ist in der Praxis seit langem bekannt und üblich. Nach bisherigem Stand der Technik erfolgt die Zugabe von Kieselsäuren mit dem Ziel, das Absetzverhalten der Füllstoffe in den Zusammensetzungen zu reduzieren oder den Zusammensetzungen ein thixotropes Rheologie-Verhalten zu verleihen. Bei pastösen Produkten ist jedoch die Aerosilzugabe gemäß Stand der Technik häufig nicht nötig, da die rheologischen Eigenschaften bei diesen Produkten durch die feinteiligen Füllstoffe erzielt werden.
Die Verwendung von hochdispersen Kieselsäuren zur Absenkung der Reaktivität von Polyurethansystemen unter die Grundreaktivität ist neu und wurde bisher nicht beschrieben. Diese Wirkung der Kieselsäuren als Reaktions- verzögerer und -Stabilisator ist jedoch bei Füllstoff- haltigen Polyurethansystemen nur nutzbar, wenn zumindestens ein Teil der Füllstoffe oberflächenvor- behandelt ("gecoatet") ist.
Als hochdisperse Kieselsäuren werden dabei vorzugsweise die nicht nachbehandelten, sogenannten "hydrophilen" Kieselsäuren verwendet, die im Handel mit verschiedenen spezifischen Oberflächen (BET-Oberflächen) erhältlich sind. Beispielhaft erwähnt seien die folgenden Handels¬ produkte: Aerosil 380, Aerosil 300, Aerosil 200, Aerosil 150, Aerosil 130.
Neben den hydrophilen Kieselsäuren können auch die nachbe¬ handelten, sogenannten "hydrophoben" Kieselsäuren für die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen verwendet werden. Dabei können alle an sich bekannten nachbehandelten, hydrophoben Kieselsäuren eingesetzt werden, beispielhaft erwähnt seien die mit Dimethylchlorsilan, Dimethylsilazan, langkettigen Chlorsilanen wie z.B. Octyltrichlorsilan oder auch Polydimethylsiloxanen nachbehandelten Kieselsäuren. Diese Kieselsäuren sind beispielsweise unter dem Handels¬ namen Aerosil R 202, R 805, R 812, R 972, R 974 oder CAB- OSIL N 70-TS im Handel erhältlich.
Als Füllstoffe können alle in der Polyurethanchemie gängi¬ gen und an sich bekannten Füllstoffe verwendet werden, sofern zumindest ein Teil der Füllstoffe gecoatet ist. Beispiele für geeignete Füllstoffe sind Kalksteinmehl, natürliche, gemahlene Kreiden (Calciumcarbonate oder Calcium-Magnesiumcarbonate) , Schwerspat, Talk, Glimmer, Tone oder ggf. auch Ruß. Ein Teil der Füllstoffe, in der
Regel mindestens 20 Gew.%, vorzugsweise mindestens 30 Gew.% des Füllstoffs müssen dabei gecoatet sein. Die Oberflächenvorbehandlung von Füllstoffen ist an sich bekannt, in der Literatur empfohlen wird die Verwendung von gecoateten Füllstoffen, um deren Dispergierung in der Polymermatrix zu erleichtern. Ein Hinweis auf den Einfluß der Oberflächen-Vorbehandlung auf die Topfzeit von Polyurethansystemen ist nicht bekannt.
Als Coatungsmaterial (Oberflächenvorbehandlungsmaterial) eignen sich dabei eine Vielzahl von Verbindungen, beispielhaft erwähnt sei die Oberflächenvorbehandlung mit langkettigen gesättigten oder ungesättigten Fettsäuren, insbesondere der Stearinsäure bzw. deren Alkali- bzw. Erdalkalisalzen, carboxylierten Polybutadienen, carboxyl- ierten Polyalphaolefinen, Harzsäuren (Abietinsäure bzw. deren Derivate) und/oder deren Metallsalze und/oder deren Ester.
Als Di- und/oder Polyole für das Bindemittel eignen sich vorzugsweise die flüssigen Polyhydroxyverbindungen mit zwei bzw. drei Hydroxylgruppen pro Molekül, wie z.B. di- und/oder trifunktionelle Polypropylenglykole im Molekular¬ gewichtsbereich von 200 bis 6000, vorzugsweise im Bereich von 400 bis 3000. Es können auch statistische und/oder Blockcopolymere des Ethylenoxids und Propylenoxids einge¬ setzt werden. Eine weitere Gruppe von vorzugsweise einzu¬ setzenden Polyethern sind die Polytetramethylenglykole, die z.B. durch die saure Polymerisation von Tetra- hydrofuran hergestellt werden, dabei liegt der Molekular¬ gewichtsbereich der Polytetramethylenglykole zwischen 200 und 6000, vorzugsweise im Bereich von 400 bis 4000.
Weiterhin sind als Polyole die flüssigen Polyester geeignet, die durch Kondensation von Di- bzw. Tri- carbonsäuren, wie z.B. Adipinsäure, Sebazinsäure,
Glutarsäure mit niedermolekularen Diolen bzw. Triolen wie z.B. Ethylenglykol, Propylenglykol, Diethylenglykol, Triethylenglykol, Dipropylenglykol, 1,4-Butandiol, 1,6-Hexandiol, Glyzerin oder Trimethylolpropan hergestellt werden können.
Eine weitere Gruppe der erfindungsgemäße einzusetzenden Polyole sind die Polyester auf der Basis von -Capro- lacton, auch "Polycaprolactone" genannt.
Es können aber auch Polyesterpolyole oleochemischer Herkunft verwendet werden. Derartige Polyesterpolyole können beispielsweise durch vollständige Ringöffnung von epoxidierten Triglyzeriden eines wenigstens teilweise olefinisch ungesättigte Fettsäure-enthaltenden Fettge¬ misches mit einem oder mehreren Alkoholen mit 1 bis 12 C-Atomen und anschließender partieller Umesterung der Triglyzerid-Derivate zu Alkylesterpolyolen mit 1 bis 12 C-Atomen im Alkylrest hergestellt werden (siehe z.B. DE-A-3626223) . Weitere geeignete Polyole sind Polycarbo- natpolyole und Dimerdiole (Fa. Henkel) sowie insbesondere Rizinusöl und dessen Derivate. Auch die Hydroxy-funktio- nellen Polybutadiene, wie sie z.B. unter dem Handelsnamen "Poly-bd" erhältlich sind, können für die erfindungsgemäs- sen Zusammensetzungen als Polyole eingesetzt werden.
Als Di- oder Polyisocyanate werden vorzugsweise die aroma¬ tischen Isocyanate verwendet, z.B. Diphenylmethandiiso- cyanat, entweder in Form der reinen Isomeren, als Isome¬ rengemisch der 2,4•-/4,4'-Isomeren oder auch das mit Carbodiimid verflüssigte Diphenylmethandiisocyanat (MDI) , das z.B. unter dem Handelsnamen Isonate 143 L bekannt ist. Außerdem kann das sogenannte "Roh-MDI", d.h., die Isomeren/Oligomerenmischung des MDI eingesetzt werden, wie sie z.B. unter dem Handelsnamen PAPI bzw. Desmodur VK im Handel erhältlich sind. Weiterhin können sogenannte
"Quasi-Prepolymere", d.h. Umsetzungsprodukte des MDI bzw. des Toluylendiisocyanats (TDI) mit niedermolekularen Diolen wie z.B. Ethylenglykol, Diethylenglykol, Propylenglykol, Dipropylenglykol oder Triethylenglykol verwendet werden. Obwohl die vorgenannten Isocyanate die besonders bevorzugten Isocyanate sind, können auch in Sonderfällen aliphatische bzw. cycloaliphatische Di- oder Polyisocyanate eingesetzt werden wie z.B. das hydrierte MDI (H12MDI) , Tetramethylxylylendiisocyanat (TMXDI) , 1-1socyanatomethy1-3-isocyanato-1,5,5-trimethy1- cyclohexan (IPDI) , Hexan-l,6-diisocyanat (HDI) , Biureti- sierungsprodukt des HDI, Isocyanuratisierungsprodukt des HDI oder Dimerfettsäure-diisocyanat.
Obwohl eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungs¬ gemäßen Zusammensetzungen katalysatorfrei ist, können auch Katalysatoren verwendet werden. Als Katalysatoren werden dann die üblichen, in der Polyurethan-Chemie bekannten metallorganischen Verbindungen eingesetzt, wie z.B. Eisen¬ oder auch insbesondere Zinn-Verbindungen. Beispiele hierfür sind 1,3-Dicarbonyl-Verbindungen des Eisens wie Eisen (III)acetylacetonat sowie insbesondere die zinnorganischen Verbindungen des 2- bzw. 4-wertigen Zinns, hier insbesondere die Sn(II)-Carboxylate bzw. die Dialkyl-Sn(IV)-Dicarboxylate oder die entsprechenden Dialkoxylate wie z.B. Dibutylzinndilaurat, Dibutylzinndiacetat, Dioctylzinndiacetat, Dibutylzinn- maleat, Zinn(II)-Octoat, Zinn(II)-Phenolat oder auch die Acetylacetonate des 2-bzw. 4-wertigen Zinns. Weiterhin können die hochwirksamen tertiären Amine oder A idine als Katalysatoren verwendet werden, ggf. in Kombination mit den oben genannten Zinnverbindungen. Als Amine kommen dabei sowohl acyclische als auch insbesondere cyclische Verbindungen in Frage. Beispiele sind das Tetramethyl- butandiamin, Bis(dimethylaminoethyl)ether, 1,4-Diaza-
bicyclooctan (DABCO) , l,8-Diaza-bicyclo-(5.4.0)-Undecen, 2,2'-Dimorpholinodiethylether oder Dimethylpiperazin oder auch Mischungen der vorgenannten Amine.
Weiterhin kann der erfindungsgemäße Klebstoff ggf. zu¬ sätzlich Stabilisatoren enthalten. Als "Stabilisatoren" im Sinne dieser Erfindung sind Antioxidantien, UV-Stabilisa¬ toren oder Hydrolyse-Stabilisatoren zu verstehen. Die Auswahl dieser Stabilisatoren richtet sich zum einen nach den Hautpkomponenten der Zusammensetzung und zum anderen nach den Applikationsbedingungen sowie den zu erwartenden Belastungen der Verklebung, Dichtungsfuge oder Einkapsel- ung. Wenn das Polyurethanprepolymer überwiegend aus Polyetherbausteinen aufgebaut ist, sind hauptsächlich Antioxidantien, ggf. in Kombination mit UV-Schutzmitteln, notwendig. Beispiele hierfür sind die handelsüblichen sterisch gehinderten Phenole und/oder Thioether und/oder substituierten Benzotriazole und/oder Amine vom "HALS"-Typ (Hindered Amine Light Stabilizer) .
Bestehen wesentliche Bestandteile des Polyurethanprepoly- mers aus Polyesterbausteinen, werden vorzugsweise Hydro¬ lyse-Stabilisatoren, z.B. vom Carbodiimid-Typ, eingesetzt.
Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen können außerdem noch weitere an sich bekannte Hilfs- und Zusatzmittel ent¬ halten, wie z.B. Weichmacher (beispielsweise Phthalsäure- ester) oder zusätzliche Thixotropiermittel (z.B. Bentone, Harnstoffderivate, fibrilierte oder Pulp-Kurzfasern) oder Farbpasten bzw. Pigmente.
Bevorzugt werden die Polyole und die Polyisocyanate als Zweikomponentensystem eingesetzt, wobei die sog. Harz¬ komponente die Polyole sowie die Füllstoffe, die hoch¬ disperse Kieselsäure sowie ggf. Trocknungsmittel enthält. Als Trocknungsmittel können hierbei alle gängigen Wasser-
fänger eingesetzt werden wie z.B. monofunktioneile Iso¬ cyanate, Orthoameisensäureester, ganz besonders bevorzugt sind die Natrium-Aluminiumsilikate in Form der Molekular¬ siebe.
Die sog. Härterkomponente enthält in der Regel nur das Di- bzw. Polyisocyanat bzw. das "Quasiprepolymer", jedoch kann auch diese Komponente gegebenenfalls geringe Mengen an Füllstoffen, Thixotropiermitteln oder Pigmenten enthalten.
Wie bereits eingangs erwähnt, können die erfindungsgemäs- sen Polyurethan-Zusammensetzungen als Klebstoffe, Dichtstoffe und/oder Gießmassen in einer Vielzahl von Applikationen Anwendung finden, insbesondere eignen sie sich für die Montage-Verklebung und strukturelle Verkle¬ bung, z.B. bei der Herstellung von Sandwich-Bauteilen.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand einiger besonders bevorzugter Ausführungsbeispiele näher erläutert. Die Mengenangaben in den Beispielen sind Gewichtsteile, wenn nicht anders angegeben.
Beispiel 1: (Vergleichsbeispiel gemäß Stand der Technik) Unverzögertes katalysatorfreies Polyurethansystem.
Harzkomponente Massenanteile in %
Rizinusöl OH-Zahl ca. 160 29,0 Polypropylenglykol, OH-Zahl ca. 240, trifunktioneil 5,0
Na-Al-Silikat in Rizinusöl (1:1-Mischung) 6,0
Kalksteinmehl ungecoatet 20,5
Kalksteinmehl gecoatet 39,5
Härterkomponente
Diphenylmethan-4,4'diisocyanat (Roh-MDI) 100
Mischungsverhältnis Harz:Härter 6:1
Topfzeit 45 min
Topfzeit nach 8 Wochen getrennter Lagerung 37,5 min der Harz- und Härterkomponente
Beispiel 2: (Erfindungsgemäß)
Verzögertes katalysatorfreies Polyurethansystem
Harzkomponente
Rizinusöl OH-Zahl ca. 160 29,0
Polypropylenglykol, OH-Zahl ca. 240, 5,0 trifunktioneil
Na-Al-Silikat in Rizinusöl (l:l-Mischung) 6,0
Kalksteinmehl ungecoatet 20,5
Kalksteinmehl gecoatet 39,0
Aerosil 150 0,5
Härterkomponente und Mischungsverhältnis entsprechen Beispiel 1
Topfzeit 60 m n
Topfzeit nach 8 Wochen Lagerung 60 min
Ein Vergleich der Beispiele 1 (Vergleichsbeispiel) und 2 zeigt, daß der erfindungsgemäße Zusatz von Aerosil im Bei¬ spiel 2 auch nach 8-wöchiger Lagerung der Harz- und Härterkomponente keine Veränderung der Topfzeit beobachtet wird. Außerdem wird wie gewünscht die Topfzeit insgesamt verlängert.
Wird als Füllstoff jedoch nur nicht-gecoatetes Kalkstein¬ mehl verwendet, so läßt sich durch die Aerosilzugabe keine Beeinflussung der Topfzeit erzielen.
Beispiel 3: (Erfindungsgemäß)
Beschleunigtes katalysatorhaltiges Polyurethansystem.
Harzkomponente
Rizinusöl 27,0
Polypropylenglykol, OH-Zahl ca, 240, 3,0 trifunktione11
Na-Al-Silikat in Rizinusöl (l:l-Mischung) 6,2
Kalksteinmehl ungecoatet 49,475
Kalksteinmehl gecoatet 13,5
Aerosil 200 0,8 l,4-Diazabicyclo[2.2.2]octan (33,3%ige Lösung in 0,025
Dipropylenglykol)
Härterkomponente und Mischungsverhältnis entsprechen Beispiel 1
Topfzeit 35 min
Topfzeit nach 12 Wochen Lagerung 35 min
Dieses Beispiel zeigt, daß auch bei katalysatorhaltigen Formulierungen bei erfindungsgemäßer Verwendung von Aerosil und zumindest teilweise gecoatetem Füllstoff die Topfzeit nach langer Lagerzeit konstant bleibt.