Beschreibung
SENDEEINRICHTUNGEN ZUR ÜBERTRAGUNG VON FUNKSIGNALEN EINER BESTIMMTEN SENDEFREqUENZ NACH EINEM VORGEGEBENEN UBERTRAGUNGSZEITPROTOKOLL Die Erfindung betrifft eine Sendeeinrichtung mit einer Sende- signalquelle und einer Sendeantenne zur Abstrahlung von Funk¬ signalen einer bestimmten Sendefrequenz nach einem vorgege¬ benen Zeitprotokoll.
In Funksystemen, wie z.B. dem GSM-Mobilfunksystem, dienen
Sendeeinrichtungen zur Abstrahlung von Funksignalen als elek¬ tromagnetische Wellen, die von Empfangseinrichtungen aufge¬ nommen und ausgewertet werden. Zwischen Sendeeinrichtung und Empfangseinrichtung bestehen somit keine leitungsgebundene Verbindungen. In der Sendeeinrichtung werden die Sendesignale in einer Sendesignalquelle erzeugt, diese Sendesignale sind dabei hochfrequent. Über Kabelverbindungen und diverse wei¬ tere Einrichtungen wie Vorverstärker, etc. werden die Sende¬ signale einer Sendeantenne zugeführt, die letztendlich die Funksignale abstrahlt.
Eine Sendeantenne weist dabei eine bestimmte AbstrahlungsCha¬ rakteristik auf. Unter reellen Einsatzbedingungen für Funksy¬ steme sind die Funksignale verschiedenartigsten Störungen ausgesetzt und erreichen die Empfangseinrichtung auf sehr un¬ terschiedlichen Ausbreitungswegen. Außer einem direkten Aus¬ breitungsweg können die Funksignale auch an Hindernissen wie Bergen, Bäumen, Gebäuden u.a. reflektiert oder gebeugt wer¬ den. In der Empfangseinrichtung überlagern sich die Funk- Signale der verschiedenen Ausbreitungswege. Dies führt zu Auslöschungseffekten, die dem Empfang der Funksignale mit¬ unter stark beeinträchtigen, siehe dazu J.D.Parsons, „The Mo¬ bile Radio Propagation Channel", Pentech Press Publishers, London, 1992, S.108-113.
Um in diese Auslöschungseffekte, auch Fadingeffekte genannt, zu umgehen, sind verschiedene Methoden bekannt. Mit mehreren
Empfangsantennen in der Empfangseinrichtung kann z.B. der Auslöschungseffekt durch Antenna Diversity reduziert werden. Weiterhin ist es aus dem GSM-Mobilfunksystem bekannt über Frequency Hopping, d.h. die Sendefrequenz für die Sendeεig- nale zu ändern (M. Mouly, M.B.Pautet, „The GSM System for Mo¬ bile Communications", 1992, u.a. S.218-223), eine Verbes¬ serung der Empfangsbedingungen zu bewirken. Letztere Methode weist allerdings den Nachteil auf, daß sie eine aufwendige Implementierung erfordert. Auch kann dies nicht angewendet werden, wenn im GSM-Mobilfunksystem nur eine Trägerfrequenz zur Verfügung steht, wie es vor allem bei einfachen und preiswerten Basisstationen der Fall ist.
Weiterhin kann das Problem der starken Signalpegelschwan- kungen beim Empfänger dadurch ausgeglichen werden, daß die
Sendeleistung erhöht wird. Dies hat jedoch den Nachteil, daß auf benachbarten Funkstrecken mit erhöhten Störungen gerech¬ net werden muß.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, auch dann eine Reduzierung des Auslöschungseffektes in Funkstrecken zwischen Sendeeinrichtungen und Empfangseinrichtungen in Funksystemen zu bewirken, wenn nur eine Sendefrequenz zur Verfügung steht. Die Aufgabe wird durch die Sendeeinrichtung ausgehend vom Oberbegriff des Patentanspruchs 1 durch dessen kennzeichnende Merkmale gelöst.
Die Grundidee der Erfindung liegt der Nutzung einer weiteren Dimension der Veränderung des Abstrahlungsdiagramms der Sen- deeinrichtung. Auf der Sendeseite der Funkstrecke wird durch einen zeitgesteuerten Umschalter die Abstrahlungscharakteri- stik der Sendeeinrichtung so geschalten, daß für eine zu übertragende Informationssequenz zumindest zwei verschiedene dekorrelierte Funksignale, die unterschiedliche Informationen enthalten, mit unterschiedlicher Abstrahlungscharakteristik nacheinander, z.B. in aufeinanderfolgenden Zeitlagen einer Verkehrsbeziehung, entsprechend einem Zeitprotokoll der Nach-
richtenübertragung der Sendeeinrichtung entstehen. Dabei wird die Sendefrequenz nicht verändert.
Neben einer weiterhin möglichen Dekorrelation der Kanalbe- dingung durch Frequenzänderung kann erfindungsgemäß eine zusätzliche Dekorrelation der Kanalbedingung durch die unter¬ schiedliche Abstrahlungscharakteristik erreicht werden. Liegt in der Sendeeinrichtung nicht die Möglichkeit vor, eine Fre¬ quenzänderung durchzuführen, dann wird so erstmalig die Mög- lichkeit der Dekorrelierung von Funksignalen auf der Sende¬ seite erreicht.
Ist das KommunikationsSystem, in dessen Rahmen die Sendein¬ richtung eingesetzt wird, ein im Zeitlagenmultiplex betriebe- nes Kommunikationssystem εo wird der Umschalter vorteilhaf¬ terweise von einem Zeitgeber gesteuert, der nach einer vor¬ gebbaren Sequenz zeitlagengetreu die Abstrahlungscharakteri¬ stik umschaltet. Beispiele für solche im zeitlagenmultiplex betriebene Kommunikationssysteme εind das GSM-Mobilfunksystem und das DECT-Schnurlostelefonieεystem.
Um die Abstrahlungεcharakteriεtik der Sendeeinrichtung ohne Frequenzänderung zu beeinflussen, besteht die Möglichkeit, weitere Sendeantennen vorzusehen, eine Abstrahlung in ver- schiedenen Polarisationsebenen zu realisieren oder auch die Abstrahlungsrichtung der Sendeantenne zu verändern. Diese drei Maßnahmen können selbstverständlich auch miteinander kombiniert werden.
Wird zumindest eine weitere Sendeantenne vorgesehen, dann schaltet der Umschalter die Sendesignale zwiεchen den Sende¬ antennen. Ermöglicht die eine Sendeantenne die Abεtrahlung in verεchiedenen Polarisationsebenen, dann schaltet der Umschal¬ ter die Sendesignale derart auf die Sendeantenne, daß zwi- sehen den Polarisationsebenen umgeschaltet wird. Zur Änderung der Abstrahlungsrichtung ist die Sendeantenne vorteilhafter¬ weise als phasengesteuerte Gruppenantenne ausgeprägt, so daß
der Umschalter die Phasensteuerung der Gruppenantenne so vor¬ nimmt, daß zwischen zumindest zwei verschiedenen Abstrahlungscharakteristiken umgeεchaltet wird.
Die Sendeeinrichtung iεt entsprechend einer weiteren Ausge¬ staltung der Erfindung als Mobilstation oder als Basisstation innerhalb eines GSM-Mobilfunknetzes ausgebildet. Das Zeitpro¬ tokoll in der Sendeeinrichtung unterscheidet also zwiεchen Zeitlagen innerhalb eines Rahmens, wobei Rahmen wiederum zu Makrorahmen zusammengefaßt werden können. Der Umschalter schaltet somit mit jeder Zeitlage, jedem Rahmen oder Makro¬ rahmen die Abstrahlungscharakteriεtik der Sendeeinrichtung zeitlagengetreu um. Es kommt somit zu keinerlei Störungen der Nachrichtenübertragung.
Die Umschaltung, z.B. zwischen verschiedenen Sendeantennen erfolgt nach einer frei vorgebbaren Sequenz, d.h. alle vor¬ handenen Sendeantennen können nacheinander oder nach einem anderen vorteilhaften Muster angesteuert werden. Dabei können verschiedene Methoden angewendet werden, um eine statistische Dekorrelation der Funksignale zu erzielen. Vorteilhafterweise wird die Sendeeinrichtung für den Fall von mehreren Sende¬ antennen so ausgestaltet, daß die Sendeantennen so zueinander positioniert werden, daß in vorbestimmten Bereichen des Funk- bereiches der Sendeeinrichtung die Funksignale der verschie¬ denen Abstrahlungεcharakteriεtiken eine Mindestdekorrelation aufweisen. Besondere Problembereiche im Funkbereich z.B. Tun¬ nelinnenräume o.a. können damit bei der Positionierung der Sendeantennen besonders berücksichtigt werden. Die Wirksam- keit der erfindungsgemäßen Sendeeinrichtung kann bezüglich der Ausgleichung der Schwankungen des Sendepegels bei der Empfangseinrichtung auf diese Problembereiche konzentriert werden.
Die erfindungsgemäße Sendeeinrichtung soll nun anhand von zeichnerischen Darstellungen näher erläutert werden. Dabei zeigt
FIG 1 eine GSM-mobilfunkεystemtypiεche Einεatzumgebung, die durch Mehrwegeausbreitung gekennzeichnet ist,
FIG 2 eine Basisεtation mit mehreren Sendeantennen,
FIG 3 eine Basisεtation mit einer Gruppenantenne zum Umschal- ten der Polariεationserrichtung bzw. der Ausbreitungs- richtung,
FIG 4 ein Zeitdiagramm der Ausnutzung von Zeitlagen zur Nach¬ richtenübertagung ohne Frequenz-Hopping und
FIG 5 Zeitdiagramme deε Zeitprotokolls des Umschalters
FIG 1 verdeutlicht die Einsatzumgebung eineε Funksystems, z.B. eines GSM-Mobilfunksystems (GSM, DCS1800, PCS1900) . Eine Basisstation BS als Sendeeinrichtung soll zur Nachrichten¬ übertragung zu einer Mobilstation MS Funksignale abεtrahlen, die dann von der Mobilεtation MS aufgenommen werden. Dazu wird zwischen Baεiεεtation BS und Mobilεtation MS biε zum Ende der Nachrichtenübertragung eine Verkehrεbeziehung aufge¬ baut, für im Zeitmultiplex betriebene Funkεysteme wird aller¬ dings nur während bestimmter Zeitlagen für diese Verkehrsbe- ziehung tatsächlich Informationen übertragen. Neben der Ba¬ sistation BS und der Mobilstation MS εind jedoch noch weitere aktive oder paεεive Komponenten im Funkbereich der Basissta¬ tion BS zu beachten. Diese sind skizzenhaft als Haus bzw. Berg angegeben. Die Funksignale ausgehend von der Baεiεεta- tion BS erreichen die Mobilεtation MS über verschiedene Aus¬ breitungswege. Dies ist der klassische Fall der Mehrwegeauε- breitung der durch Einfach- oder Mehrfachreflektionen, Beu¬ gungen aber auch den direkten Ausbreitungsweg entsteht.
FIG 2 zeigt eine Basisstation BS, die zur Reduzierung der Auslöschungseffekte, die bei der Mobilstation MS durch die Überlagerung der Funkεignale der verεchiedenen Ausbreitungs-
wege entstehen, durch den Einsatz von mehreren Sendeantennen Al..n. Der Funktionsteil Sendeeinrichtung der Basisstation BS als umfaßt erfindungsgemäß eine Sendesignalquelle SQ, die mit einem Umschalter US verbunden ist. Der Umschalter US wird durch einen Zeitgeber ZG entsprechend dem Zeitprotokoll des GSM-Mobilfunksystems gesteuert. Der Umεchalter US schaltet die Sendesignale, die in der Sendesignalquelle SQ erzeugt werden auf die verschiedenen Sendeantennen Al..n. Jede Sende¬ antenne Al..n hat dabei ein individuelles Abstrahlungsdia- gramm, das sich von den übrigen unterscheidet. Für jedes die¬ ser Abstrahlungsdiagramme (Abεtrahlungεcharakteriεtiken) ent- εteht somit ein eigentümliches Szenarium bezüglich der Mehr¬ wegeausbreitung. Dies bringt den Vorteil mit sich, daß durch Umschaltung zwiεchen zwei Abstrahlungscharakteristiken die Auεlöschungseffekte bei der Mobilstation MS verändert und ggf. verringert werden können. Erfolgt die Umschaltung zwi¬ schen den Sendeantennen Al..n in der Basisstation BS unabhän¬ gig von Rückmeldungen der Mobilstation MS, so kann trotzdem eine statiεtische Verbesserung erreicht werden. In die Basis- Station BS kann jedoch auch gezielt, abhängig vom Empfangser¬ gebnis in der Mobilstation MS, die Umschaltung der Abstrah- lungscharakteristik genutzt werden, um die Empfangsergebnisse zu verbesεern.
FIG 3 zeigt eine Baεiεεtation BS, die wiederum eine Sende- εignalquelle SQ einen Umεchalter US und einen Zeitgeber ZG, wie zuvor geεchildert, aufweist. Der Umschalter US ist jedoch nicht mit mehreren Sendeantennen Al..n, sondern nur mit einer Sendeantenne AI, die alε Gruppenantenne ausgebildet ist ver- bunden. Die Einzelelemente der Gruppenantenne AI können nach bekannten Methoden der Phasenanεteuerung so durch den Um¬ schalter US gesteuert werden, daß sich die Abstrahlungscha- rakteristik der Sendeantenne AI durch Änderung der Polarisa¬ tion der Funksignale oder durch Änderung der Abstrahlungε- richtung der Funksignale modifiziert. Damit ergibt sich ein neueε Szenanrium für die Ausbreitungswege der Funksignale. Auch bei der Baεiεstation BS nach FIG 3 wird die Dekorrela-
tion der Funkεignale der verschiedenen Funksignale ohne Fre¬ quenzänderung erreicht.
Die Justierung der Abstrahlungsdiagramme kann vorteilhafter- weiεe so geschehen, daß in beεtimmten als kritisch bekannten Bereichen des Funkbereiches der Basiεεtationen BS eine beεon¬ derε hohe Dekorrelation realisiert wird. Diese Dekorrelation liegt über einem beεtimmten Mindeεtwert. Diese εpezielle Ju¬ stierung ist jedoch nicht Bedingung, da auch über eine rein εtatistische zufällige Unterscheidung der Abstrahlungscharak- teriεtiken eine εtatiεtische Reduzierung der Auslöschungsef¬ fekte bei der Mobilstation MS erreicht werden kann.
FIG 4 verdeutlicht an einem räumlichen Diagramm mit den Ach- sen Zeit t, Frequenz f und x für die zusätzliche Dimension:
- zusätzliche Sendeantenne,
- zusätzliche Polarisationsebenen,
- zusätzliche Abstrahlungsrichtung die Möglichkeiten der Nachrichtenübertragung über eine Funk- strecke.
Die Nachrichtenübertragung erfolgt im GSM-Mobilfunknetz im Zeitmultiplex und falls mehrere Trägerfrequenzen zur Verfü¬ gung stehen auch im Frequenzmultiplex. Einer Verkehrsbezie- hung zwischen Basisstation BS und Mobilstation MS ist eine
Zeitlage, beispielhaft Zeitlage S3, zugeordnet. In jedem Rah¬ men (Rahmen 1, Rahmen 2, ..) wird diese Zeitlage S3 zur Nach¬ richtenübertragung zwischen Basisstation BS und Mobilstation MS benutzt. Erfindungsgemäß wird jedoch die Dimension Fre- quenz f nicht zur Erzielung einer Dekorrelation der Kanalbe¬ dingungen benutzt, sondern die zuvor genannte Dimension x.
In FIG 5 wird verdeutlicht, daß die Umεchaltung der Sende- εignale z.B. von einer Sendeantenne AI zu einer Sendeantenne A2 für einen Zeitεchlitz S3 von Rahmen zu Rahmen geschehen kann oder auch innerhalb eines Makrorahmenε konεtant bleibt jedoch von Makrorahmen 1 zu Makrorahmen 2 umgeεchaltet wird.
Weiterhin ist zu beachten, daß die Umschaltung für verschie¬ dene Verkehrsbeziehungen, die eine der Zeitlagen SO..7 bele¬ gen, auch von Zeitschlitz zu Zeitschlitz erfolgen kann.
Die erfindungsgemäße Sendeeinrichtung BS, MS ermöglicht es auch bei nur einer zur Verfügung stehenden Sendefrequenz die Kanalbedindungen für Funksignale in zu einer Verkehrsbezie¬ hung gehörenden Zeitlagen zu dekorrelieren, somit ergeben sich z.B. in GSM-Mobilfunkεyεtemen verbeεserte Gesprächsbe- dingungen. Steht nur ein einziger Träger, d.h. eine Sende¬ frequenz in der Sendeeinrichtung BS, MS zur Verfügung so er¬ öffnet die Dimension x die einzige Möglichkeit die Kanalbe¬ dingungen in aufeinanderfolgenden Zeitlagen zu dekorrelieren.
Die erfindungsgemäße Ausgestaltung, die Kanalbedingungen über die in der Dimension x angegebenen Varianten zu dekorrelieren kann selbεtverständlich auch mit dem Frequency Hopping kombi- iert werden. Damit ergibt sich eine weitere Verbesserung der Empfangsbedingungen, da z.B. bei zwei Antennen und zwei Trä- gerrequenzen vier dekorrelierte Kanalbedingungen vorliegen