Verfahren zur zerstörungsfreien dreidimensionalen Erfassung von Strukturen in Bauwerken
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur zerstörungsfreien dreidimensionalen Erfassung von Strukturen in Bauwerken, insbesondere aus Beton oder ähnlichen Materialien, gemäß den im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 angegebenen Merkmalen.
Aus der DE-A-43 20 473 ist ein derartiges Verfahren bekannt, gemäß welchem die Echosignale aus dem Fernfeld eines einzigen Ultraschall-Prüfkopfes dedektierbar sind. Die Amplituden und Laufzeiten der Echosignale sind zusammen mit der Position des Ultraschall-Prüfkopfes in einer Speichereinheit als Laufzeit-Ortskurven mit zugehörigen Amplitudenwerten abspeicherbar. Aus der Gesamtheit der Laufzeit- Orts kurven sind mittels einer Filtervorrichtung, welcher einer bildgebenden Vorrichtung vorgeschaltet sind, auswählbare Anteile der abgespeicherten Ortskurven herausfilterbar.
Bei Ultraschall-Prüfverfahren werden regelmäßig Schallwellen im unteren Frequenzbereich ausgesendet und als Meßgröße wird die Vielfachreflexion von Schallwellen zwischen einem Sende- bzw. Empfangspunkt und dem zu messenden Objekt genutzt. In Frequenzdarstellungen ergeben sich hierbei signifikante Maxima, auf denen bei Kenntnis der Wellengeschwindigkeiten der Abstand zum Objekt berechnet werden kann. In der Druckschrift "Schickert, G (Hrsg.): Vorträge und Plakatberichte Internationales Symposium Zerstörungsfreie Prüfung im Bauwesen, Berichtsband 21 , Berlin: DGZfP 1991 , 488-504; Wüstenberg H., Möglichkeiten und Konzepte für Ultraschall- Prüfköpfe speziell für das Bauwesen" sind bezüglich des Einsatzes von Ultraschall- Echoverfahren an Bauteilen aus Beton Anregungen zur Anwendung einer künstlichen Apertur gemacht worden. Ziel ist es hierbei, die Schwierigkeiten zu ersetzen, welche bei der Verwendung großflächiger Ultraschall-Köpfe entstehen, durch die Bewegung kleiner vergleichsweise einfach aufgebauter Prüfköpfe und entsprechende Signalverarbeitung. Hierzu wurde an die Unterseite eines Betonblocks ein Beleuchtungsprüfkopf angekoppelt, wobei mittels einer Bohrung ein beugungsbedingter Schatten erzeugt wird. Durch eine numerische Speicherung der mit Amplitude und Phase registrierten Schallsignale und Rekonstruktion mit den Algorithmen der Holographie läßt sich die Größenordnung des Störers ermitteln. Nachteilig ist jedoch, daß infolge einer nicht konstanten Ankopplung merkbare Phasenfehler verursacht werden können, so daß die auf der Grundlage einer phasenempfindlichen Abtastung beruhenden Auswertung unsicher wird.
Ferner gelangen elektromagnetische Radarverfahren zum Einsatz, die auf der Grundlage basieren, daß im zu überprüfenden Material Schichten mit unterschiedlichen dielektrischen Eigenschaften vorhanden sind. Ein derartiges Verfahren ist bekannt aus der Druckschrift "Symposium Zerstörungsfreie Prüfung im Bauwesen, 27.2.-1 .3.91 in Berlin, Berichtsband 21 , Teil 2, S. 537-544/.; Verfasser: Dipl.-Ing. C. Flohrer, Hochtief, Frankfurt/Main; Dipl.-Ing. B. Bernhardt, Berlin, Das Orten von Spannbewehrung unter einer mehrlagigen Stahlbetonbewehrung". Mittels einer Antenne werden vorwiegend im Frequenzbereich zwischen 900 MHz und 2 GHz Pulse ausgesandt und empfangen. Die Tiefeninformation wird aus der Laufzeitmessung der reflektierten Signale erhalten, wobei die Ausbreitungsgeschwindigkeit aus der Lichtgeschwindigkeit im Vakuum dividiert durch die Wurzel aus der mittleren Dielektrizitätskonstanten des untersuchten Materials errechnet wird. Typische Werte für Dielektrizitätskonstanten sind beispielsweise für Beton 7, Ziegel 4, Wasser 81 und Eisen unendlich. Da ferner der Wert der Dielektrizitätskonstanten feuchtigkeitsabhängig ist, erfordert die Auswertung einen
fachkundigen und erfahrenen Spezialisten. Beim Radarverfahren wird eine Antenne kontinuierlich bewegt und entsprechend gelangt ein Manipulator bei den Ultraschall- Prüfverfahren zum Einsatz, welcher auf dem Prinzip der synthetischen Apertur beruhen. Aufgrund dieser Gemeinsamkeiten kann eine tiefenabhängige Darstellung des untersuchten Objekts durch Aneinanderreihen der aufgenommenen Amplituden ermöglicht werden. Aus den unterschiedlichen Laufzeiten der Signale sowie der Dielektrizitätskonstanten des Materials wird die Tiefenposition der abgebildeten Objekte abgeschätzt, doch ist die Genauigkeit der Ortung in hohem Maß u.a. vom Feuchtigkeitsgehalt des Materials oder von mit Wasser gefüllten Hohlräumen abhängig-
Des weiteren ist aus der Druckschrift "Acoustical Imaging Vol. 19, Edited by Helmut Ermert and Hans-Peter Harjes, Plenum Press, New York and London; Verfasser: Schmitz, V.; Müller, W.; Schäfer G.; Synthetic Aperture Focussing Technique - State of the Art" ein Abbildungsverfahren mit der Bezeichnung: "Synthetic Aperture Focussing Technique - SAFT" bekannt. Dieses Abbildungsverfahren ermöglicht die Berechnung des jeweiligen volumenhaften Bildes eines untersuchten Bereiches.
Schließlich ist aus der SU-A-1 364 868 ein Verfahren zur Messung der Dicke von dielektrischen Gegenständen bekannt. Gemäß diesem Verfahren werden abwechselnd elektromagnetische Wellen und Schallwellen auf den Gegenstand gerichtet und in Abhängigkeit der reflektierten Energie wird die Dicke des Gegenstandes berechnet.
Hiervon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, das Verfahren der eingangs genannten Art dahingehend weiterzubilden, daß die Genauigkeit der Ortung von Strukturen verbessert wird. Die Ergebnisse sollen von Umgebungsvariablen und Randbedingungen weitgehend unabhängig sein. Des weiteren soll das Verfahren mit einem möglichst geringen Aufwand realisierbar sein.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur zerstörungsfreien dreidimensionalen Erfassung von Strukturen gelangt vor allem zur Bauwerksprüfung und Bauwerksüberwachung zum Einsatz. Es ermöglicht eine optimale Bestimmung von Wand- und Fundamentdicken oder von Hohlräumen in Spannkanälen. Des weiteren kann die genaue Lage von Spanngliedern, Spannkanälen und anderen Konstruktionselementen festgestellt werden. Auch kann in zweckmäßiger Weise mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
eine Ortung und Klassifizierung von Material Inhomogenitäten erfolgen, insbesondere feinen Rissen, welche durch Korrosion von Bewehrungsstäben verursacht werden.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren wird der zu untersuchende Bereich flächenhaft sowohl mit Radar als auch mit Schall abgetastet, wobei die hochfrequenten, laufzeitabhängigen Daten an jedem Punkt aufgezeichnet werden. Mittels eines Ultraschall- Abbildungsverfahrens, insbesondere der Synthetic Aperture Focussing Technique, nachfolgend SAFT genannt, welches ein dreidimensinales Verfahren ist, wird ein gemeinsamer Voiumenbereich bildhaft erzeugt. Es werden wahlweise beliebige Schichtdicken und wahlweise diese Schichten in beliebigen Richtungen dargestellt. Diese Schichten können sowohl parallel zur Meßfläche als auch senkrecht zur Meßfläche vorgegeben werden . In zweckmäßiger Weise wird anhand von "Fingerprints" eine örtliche Kalibrierung der jeweiligen Volumenbereiche durchgeführt. Darüber hinaus wird bei der Volumenrekonstruktion mit dem besonderen und beschriebenen Integralverfahren das Signal-Rausch-Verhältnis verbessert. Die Daten werden in beliebigen Schnittebenen miteinander verknüpft, wobei aufgrund der ortsgenauen Verknüpfung eine quantitative Analyse des Volumenbereiches durchgeführt wird. Somit wird eine Bestimmung unbekannter Materialien über die Kenntnis der Dielektrizitätskonstanten und der Feuchteverteilung ermöglicht.
Die Erfindung wird nachfolgend in der Zeichnung anhand besonderer Ausführungsbeispiele beschrieben, ohne daß die Erfindung hierauf eingeschränkt wird. Es zeigen:
Fig. 1 ein Flußdiagramm zur Erläuterung der grundlegenden Verfahrensschritte,
Fig. 2 eine schematische Darstellung zur Erläuterung der Datenerfassung mittels Ultraschall,
Fig. 3 eine Variante zur Datenerfassung mittels Ultraschall,
Fig. 4 schematisch die Anordnung eines Prüfkopfes,
Fig. 5 schematisch die Anordnung zur Datenerfassung mittels Bodenradar,
Fig. 6 die kombinierte Anordnung von Ultraschall-Prüfkopf und Radarantenne,
Fig. 7 schematisch die Bilderzeugung.
Anhand von Fig. 1 soll der grundsätzliche Verfahrensablauf näher erläutert werden, wobei den einzelnen Funktionsblöcken die nachfolgenden Funktionen zuzuordnen sind. Die Oberfläche des zu untersuchenden Bauteils wird flächenhaft abgetastet und gemäß Block 1 erfolgt zunächst die Abtastung mittels Ultraschall. In einem zweiten Schritt wird der Ultraschall-Sensor ausgewechselt und durch eine Radarantenne gemäß Block 2 ersetzt. Die Radarantenne wird ebenfalls rasterartig bewegt und erfaßt Signale aus dem gleichen Voiumenbereich unterhalb der abgetasteten Fläche. Die erfaßten Signale sind pro Ort des jeweiligen Sensors hochfrequente Signale, deren Amplituden von der jeweiligen Bodenstruktur und deren zeitliche Form von dem Abstand der jeweiligen Struktur von der Oberfläche abhängen. Sämtliche in den Verfahrensschritten 1 und 2 erfaßten zeitabhängigen Signale werden in einen Speicher 3 eingegeben und gespeichert.
Aus den gespeicherten Daten wird in Abbildungsverfahren gemäß der Blöcke 4.1 und 4.2, insbesondere gemäß der "Synthetic Aperture Focussing Technique - SAFT", das jeweilige volumenhafte Bild des untersuchten Bereiches ermittelt, wie es nachfolgend noch näher zu erläutern ist. Es sei ausdrücklich festgehalten, daß aus dem untersuchten Voiumenbereich keine zweidimensionaien Schnittebenen abgebildet werden, sondern für jede der beiden Verfahrenskomponenten Schall und Bodenradar jeweils ein dreidimensionales Volumen berechnet wird. Hierbei ist von Bedeutung, daß gemäß Block 5 die Strukturdarstellung des untersuchten Bereiches mittels Schall auf der Grundlage von Dichte- und Schallgeschwindigkeitsunterschieden beruht und daß demgemäß Block 6 die Strukturdarstellung des untersuchten Bereiches mittels Bodenradar von der Dielektrizitätskonstanten und folglich auch von der Feuchteverteilung abhängt. In einem erfindungswesentlichen Schritt erfolgt eine tiefenabhängige Kalibrierung der auf den beiden Verfahrenswegen erhaltenen Abbildungen. Gemäß Block 7 erfolgt somit ein Bildvergleich und eine Maßstabseichung anhand örtlicher Fingerprints. Es wurde erkannt, daß bei der dreidimensionalen Abbildung Strukturen vorliegen, welche in den beiden voneinander unabhängigen Abbildungsverfahren identifiziert werden können. Diese mit den beiden Verfahrenskomponenten gemeinsam erfaßten Strukturen, welche als Fingerprints bezeichnet werden, werden in besonders zweckmäßiger Weise zur Anpassung der Maßstäbe der beiden Abbildungen aufeinander erfindungsgemäß genutzt.
Es sei angemerkt, daß bei geologischen Untersuchungen vorwiegend Schnittebenen senkrecht zur Oberfläche abgebildet werden, welche regelmäßig als die y-z-Ebene bezeichnet wird. Durch das erfindungsgemäß vorgeschlagene Verfahren ist es nunmehr möglich, sowohl bei der Datenerfassung mittels Ultraschall als auch mittels Bodenradar Schnittebenen in beliebigen Ebenen auszusuchen und die bildhafte Darstellung der Bodenstrukturen mittels Bildverarbeitung zu verknüpfen, wie es im Funktionsblock 8 angedeutet ist. Bei der Bildverarbeitung können die Abbildungsstrukturen durch Ver-UND-ung, Ver-ODER-ung-, Maximumsbildung oder anderen Methoden optimiert dargestellt werden. In zweckmäßiger Weise richtet sich die Darstellung nach der Bodenstruktur. Ist die horizontale Strukturänderung von Interesse, so wird aus dem rekonstruierten Voiumenbereich eine horizontale Schicht in einem vorgebbaren Dickenbereich ausgewählt. Ergeben sich hieraus interessante Schlußfolgerungen für den vertikalen Verlauf, so sind erfindungsgemäß entsprechende vertikale Schichtdickenebenen auswählbar. Darüber hinaus ist es im Rahmen der Erfindung auch möglich, den untersuchten Voiumenbereich perspektivisch unter beliebigem Raumwinkel zu betrachten.
Nachdem eine maßstabsgetreue Darstellung gesichert und die Bauteiistruktur optimal dargestellt ist, erfolgt die Analyse gemäß Block 9. Diese beruht auf der Identifikation von Bereichen erhöhter Schallreflektion sowie auf der Identifikation von Bereichen unterschiedlicher Dielektrizitätskonstanten. Durch das Zusammenwirken der beiden physikalischen Parameter wird erfindungsgemäß ermöglicht, beispielsweise über die Maßstabsbeziehung die örtliche Dielektrizitätskonstante und aus dieser die Feuchtigkeit des untersuchten Bodenbereiches zu bestimmen. Ferner können über die Eichung des Bildes, welche auf der Grundlage der Ultraschall-Messung erfolgt, unbekannte Dielektrizitätskonstanten bestimmt werden, um hieraus Rückschlüsse über unbekannte Materialien zu ziehen.
Anhand von Fig. 2 werden die für die Datenerfassung mittels Ultraschall gemäß Funktionsblock 1 , in Fig. 1 , eingesetzten Prüftechniken erläutert. Bekanntlich können bei der Prüfkopfankopplung auf Strukturen, welche aus Stein oder Beton bestehen, Probleme aufgrund der Oberflächenrauhigkeit des jeweiligen Materials auftreten. Daher ist es nicht unüblich, Mörtel einzusetzen, um einen Prüfkopf ortsfest anzukoppeln. Dies erfolgt mit einem einzigen Prüfkopf 10, welcher als Sender ausgebildet ist. Mittels des Prüfkopfes 10 wird der Schall gesendet, aber nicht empfangen. Der Empfang der reflektierten Signale an den unterschiedlichen Oberflächenpunkten
erfolgt durch Abtastung der entsprechenden Positionen mittels eines Laserstrahles. Die Rasterabstände werden den Erfordernissen entsprechend vorgegeben und als typische Rasterabstände haben sich beispielsweise 2 x 2 cm oder 5 x 5 cm als zweckmäßig erwiesen.
In der Ausführungsvariante gemäß Fig. 3 erfolgt die Abtastung mittels eines Ultraschall-Prüfkopfes 12, welcher Schall sowohl aussenden als auch empfangen kann. Dies erfolgt an vorgegebenen Stellen einer ersten Reihe, also an den Stellen x1 1 , x12 ..., einer zweiten Reihe, also x21 , x22, ... usw. der Betoπwand 10. Um die Probleme der Ankopplung an die Oberfläche 18 zu lösen, gelangt die Methode der Kontakttechnik zum Einsatz.
Wie in Fig. 4 dargestellt, ist der kombinierte Prüfkopf 16 in einem Gehäuse 20 angeordnet, welches bezüglich der Betonoberfläche 18 mittels eines Ringes 22, insbesondere aus Gummi oder Styropor kombiniert mit Fett, abgedichtet wird. Durch geeignete Kanäle wird über Schläuche 24 Flüssigkeit, vorzugsweise Wasser, zu- und abgeführt, wobei lediglich das durch die Oberflächenrauhigkeit und die Saugfähigkeit des Bodens verlorene Flüssigkeit/Wasser zu ersetzen ist. Es ist zweckmäßig ein Kreislaufsystem vorgesehen, wobei die Flüssigkeit bzw. das Wasser bei jedem Durchlauf gefiltert wird.
Die Abtastung der Wand mittels Bodeπradar soll anhand von Fig. 5 näher erläutert werden. Es erfolgt gleichfalls ein ortsabhängiges Aussenden von Signalen sowie deren Empfang durch Abtastung der Wand bzw. des Bauwerkes. Die Abtastung mittels Bodenradar kann zwar in zweckmäßiger Weise an den gleichen Positionen wie bei der Abtastung mit Ultraschall erfolgen, doch ist dies keine zwingende Voraussetzung. Für unterschiedliche Abtastpositionen wird zusätzlich die relative Lage aller Abtastpunkte zueinander erfaßt und/oder gespeichert.
In einer besonders zweckmäßigen Ausgestaltung gelangt eine Kombisensortechnik gemäß Fig. 6 zur Anwendung, um in vorteilhafter Weise bei der Datenerfassung Zeit einzusparen. Hierbei gelangen die anhand von Fig. 4 und 5 erläuterten Verfahrensschritte zum Einsatz. Erfindungsgemäß wird hierbei der Abstand der Radar- und der Schallsensoren derart vorgegeben, daß er dem Rasterabstand dx multipliziert mit einem ganzzahligen Faktor gleich oder größer 1 entspricht. Hierdurch ist automatisch sichergestellt, daß die Einschallorte von Prüfschuß zu Prüfschuß für die gewählten
Sensoren identisch übereinstimmen. In der Position P1 sind der Ultraschall-Prüfkopf 16 und die Radarantenne 26 mit ausgezogenen Linien dargestellt. Der Ultraschall- Prüfkopf 16 und die Radarantenne 26 sind in einem Abstand 28 zueinander angeordnet. In der nächsten Position P2, welche mit gestrichelten Linien angedeutet ist, sind der Ultraschall-Prüfkopf um den Weg dx versetzt. Da die jeweiligen Abstände dx der Meßpunkte entsprechend den Positionen P1 und P2 erfindungsgemäß dem Abstand 28 der Sensoren entsprechen, befindet sich in der Position P2 der Ultraschall-Prüfkopf an der gleichen Stelle wie die Radarantenne in der Position P1 .
Anhand von Fig. 7 soll die dreidimensionale Bilderzeugung des Abbildungsverfahrens entsprechend den Funktionsblöcken 4.1 und 4.2 von Fig. 1 näher erläutert werden. In zweckmäßiger Weise wird die dreidimensionale Rekonstruktion nach dem Prinzip der dreidimensionalen "synthetischen Apertur" durchgeführt. An den Stellen x1 1 , x12, .. wurden die Meßdaten, vorzugsweise die hochfrequenten Ultraschall- und Radardaten gespeichert. Der zu untersuchende/abzubildende Materialbereich wird in kleine Volumenzellen zerlegt. Typische Größenordnungen liegen im mm- bzw. im cm-Be- reich. Die Strecke von den Meßpunkten zu den Volumenzellen wird bereichnet. Mit Hilfe der Lichtgeschwindigkeit und der Dielektrizitätskonstanten e wird die Strecke für den Bodenradar in Laufzeiten umgerechnet. Ferner wird mit Hilfe der Schallgeschwindigkeit und der Dichte die Strecke für den Bodenschall ebenfalls in Laufzeiten umgerechnet. Somit kann aus den laufzeitmäßig abgelegten Amplitudenwerten eine ortsabhängige Zuordnung in die jeweils betroffenen Volumenzellen erfolgen. Die zu den errechneten Laufzeiten gehörenden Amplituden werden in den Volumenzellen abgelegt bzw. diesen zugeordnet. Die von sämtlichen Meßpunkten aufgenommenen Informationen werden in den Volumenzellen laufzeitkorrigiert aufsummiert. Nachfolgend wird von dem untersuchten Voiumenbereich das Videosignal für die Darstellung gebildet. Es erfolgt somit aus den laufzeitmäßig abgelegten Amplitudenwerten eine ortsabhänige Zuordnung in die jeweils betroffenen Volumenzellen. Besonders vorteilhaft ist dieses Verfahren für den bei Beton eingesetzten Frequenzbereich, welcher insbesondere zwischen 50 KHz liegt, wobei die eingesetzten Prüfköpfe Schall in Winkelbereichen vorteilhaft bis zu +/- 90° abstrahlen.
Durch das erfindungsgemäß zum Einsatz gelangende Verfahren SAFT ist es möglich, den Einfluß von Oberflächenwellen und modeumgewandelten Wellen auf die bildhafte Darstellung weitgehend zu unterdrücken. Es ist von besonderer Bedeutung, daß, unabhängig vom Öffnungswinkel der Radarantenne oder vom Schall, die reflektieren-
den Inhomogenitäten im Boden ortsgetreu zugeordnet werden. In dem letzten Verfahrensschritt wird in dem verarbeiteten Voiumenbereich das Videosignal gebildet und das Ergebnis in beliebigen Schichtebenen und Schichtrichtungen dargestellt.
In einer besonderen Ausgestaltung wird bei der Rekonstruktion nach dem Prinzip der synthetischen Apertur eine spezielle Variante der Signalauswertung vorgegeben, nämlich eine der Pulsenergie proportionale Größe. Es sei festgehalten, daß bei den bekannten SAFT-Algorithmen für jedes Volumenelement die Signalintensität zu dem entsprechenden Zeitpunkt bei jeder Prüfkopf-Position aufsummiert wird. Eine Verbesserung der Auflösung und des Signal-Rausch-Abstandes wird in zweckmäßiger Weise jedoch dadurch erreicht, daß eine der Pulsenergie proportionale Größe ausgewertet wird. Erfindungsgemäß wird zu diesem Zweck für jedes Volumenelement das Quadrat der Ultraschall-Intensität gebildet und dieses von dem erwarteten Einsatzpunkt des Echos für die gesamte Pulsdauer integriert. Da die Pulslängen am jeweiligen Ort aufgrund der frequenzabhänigen Schallschwächung und Mikrowellenschwächung nicht exakt bekannt ist, wird in zweckmäßiger Weise in einer Vorabsimulation an einem der im Volumen vorhandenen bekannten Reflektor die Pulsbreite in der Auswertung variiert und für den jeweiligen Tiefenbereich der richtige Wert bestimmt.
Bezugszeichen
Datenerfassung mittels Ultraschall Datenerfassung mittels Bodenradar Speicher Abbildungsverfahren Strukturdarstθllung unter Berücksichtigung von Dichte und Schallgeschwindigkeitsunterschieden Strukturdarstellung unter Berücksichtigung von Unterschieden von Dielektrizitätskonstanten Bildvergleich Bildverarbeitung Darstellung Betonwand Prüfkopf-Sender Empfänger kombinierter Prüfkopf Oberfläche Gehäuse Ring Schlauch Radarantenne Raster-Abstand