Beschreibung:
"Reinigungswerkzeug"
Die Erfindung betrifft ein Reinigungswerkzeug mit einem Besatz, der in Mischung mit saugfähigen Fäden eine stärker reinigende Komponente aufweist.
Ein solches Reinigungswerkzeug ist aus DE-A 38 21 857 in Form eines plüschartigen Reinigungstuches bekannt.
Die saugfähigen Fäden bestehen hier aus verzwirnten Polyesterfasern. Mit den engen Zwischenräumen zwischen den parallel geschlungenen, aneinanderliegenden Fasern haben die Fäden Kapillarwirkung und Wasseraufnahmekapazität. Sie können die zu reinigende Fläche anfeuchten und dann auch Schmutzwasser wieder aufnehmen.
Die stärker reinigende Komponente besteht aus gekräuselten Fäden. Die Fäden sind infolge der Kräuselung von ihren Enden her entdrillt, die Fasern sind verselbständigt. Die gekräuselten Fasern werden beim Andrücken und Bewegen des Reinigungstuches nicht einfach ihrer Länge nach über die zu reinigende Fläche gezogen, sondern mit quer, jedenfalls schräg verlaufenden und dementsprechend schabenden Abschnitten.
Die Polfäden sind durch Verschweißen in der Grundstruktur des plüschartigen Reinigungstuches verankert.
Die DE-A 27 26 485 hat ein textiles Flächengebilde für Reinigungszwecke zum Gegenstand und befaßt sich mit dem Problem des Festsaugens solcher Tücher am Boden. Dazu neigt vor allem die stark wasseraufnehmende Baumwolle. Als Lösung ist vorgeschlagen, ein Grundgewebe oder eine ähnliche saugfähige, wasseraufnehmende Schicht mit einem Samt- oder Plüschgewebe zu belegen oder mittels einer porösen Kleberschicht in vergleichbarer Anordnung feine Borsten an dem
BESTATIGUNGSKOPIE
Grundgewebe zu verankern. Infolge der dichten Anordnung der feinen Borsten bestehen zwischen diesen, die selbst nicht wasseraufnahmefähig sind, Kapillarräume, die eine Leitungsverbindung für abzugebendes Wasser und aufzunehmendes Schmutzwasser zwischen der Bodenoberfläche und dem in dem Grundgewebe zur Verfügung gestellten Reservoir schaffen. Die Funktion der Naßreinigung bleibt so erhalten. Die Samt- oder Plüschborsten aus nicht-wasseraufnahmefähigem Material verhindern aber ein Festsaugen. Dazwischen sollen ggf. einzelne dochtartige, saugende Fäden angeordnet sein.
Gleichfalls aus zwei Arten Fäden zusammengesetzt sein soll nach der DE-B 19 57 845 ein Staub-, Polier- oder Trocken-Reinigungstuch.
Vorgeschlagen ist, daß Chemiefaserfäden mit aufgerauhter, flauschartiger Oberfläche in Kett- oder Schußrichtung verlaufen, parallel zu diesen Baumwollfäden angeordnet sind und der Durchmesser der Chemiefaserfäden größer als der Durchmesser der Baumwollfäden ist. So soll das Gewebe eine Rippenstruktur mit zwischen den Rippen liegenden Staubsammelräumen aufweisen.
Zwei verschiedene Textilien an den beiden Seiten eines Reinigungshandschuhes für verschiedene Reinigungsaufgaben sind nach der US-A 4,670,930 vorgesehen. Der Reinigungshandschuh ist insbesondere für das Reinigen von Kraftfahrzeugen bestimmt. Die eine Seite ist mit einem zur Reinigung der Metall-, Glas- und Kunststoffoberflächen geeigneten Flormaterial versehen. Die andere Seite ist mit schräg angestellten Borsten besetzt, um damit die Polster zu reinigen.
Wiederum verschiedene Fasern innerhalb desselben Flors hat ein aus der DE-C 1 1 1 9 214 bekanntes Florgewebe.
Der Flor ist hier aus schrumpffähigen und nicht-schrumpffähigen Florfasern aufgebaut. Zweck der unterschiedlichen Schrumpfung ist, eine unterschiedliche Endlänge zu erzielen. Mit der unterschiedlichen Endlänge sollen entweder durch Vertiefungen gebildete Muster für Polstergewebe und Teppiche erzeugt werden oder Kunstfelle, in denen die geschrumpften Florfasern den Unterpelz bilden.
Ein Kunstfell als Reinigungstextilie ist aus der DE-A 28 44 1 85 bekannt. Es soll, in mehreren Lagen gewickelt, an einem Fensterreinigungsgerät eingesetzt werden. Seine Haare sollen eine den Schmutzfilm aufreißende Härte aufweisen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Reinigungswerkzeug zur Anwendung bei besonders schweren Verschmutzungen zur Verfügung zu stellen.
Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe hat mit dem plüschartigen Reinigungstuch nach der DE-A 38 21 857 die eingangs genannte Merkmalskombination gemeinsam. Sie unterscheidet sich von diesem dadurch, daß der Gegenstand kein Reinigungstuch sein muß und daß die genannte stärker reinigende Komponente bürstenartig ist, d.h. mit spitzen Enden über die zu reinigende Fläche kratzt.
Aus der anderen Richtung betrachtet, ist eine Bürste dahin abgewandelt worden, daß sie mit saugfähigen Fäden versehen worden ist und damit zusätzlich die Wasser abgebenden und Wasser und Schmutz aufnehmenden Eigenschaften eines Textilmaterials erhalten hat.
Die nach der Erfindung vorgesehene bürstenartige Komponente ist im Vergleich mit dem Stand der Technik, von dem die Erfindung ausgeht, kein textiler Faden mehr.
Sie kann, wiewohl das nur einen Teilbereich der vorgesehenen Anwendungen abdeckt, aus Naturborsten bestehen. Das Reinigungswerkzeug kann als Bürste mit einer von Hand faßbaren steifen Rückenplatte aus Kunststoff gestaltet sein, in der die saugfähigen Fäden und die bürstenartige Komponente verankert sind.
Es kann aber auch, und darin liegt eine besonders vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung, in Textiltechnik hergestellt und als Reinigungskissen, Reinigungshandschuh oder Bespannung eines Reinigungsgerätes konfektioniert sein.
Für die Herstellung des Reinigungswerkzeugs in Textiltechnik besteht die bürstenartige Komponente aus Kunststoff-Monofilen von einer solchen Länge und Biegesteifigkeit sowie Besatzdichte, daß bei normaler Kraftausübung die Enden mindestens teilweise im wesentlichen als Spitzen über die zu reinigende Fläche streichen, d.h. sich nicht mit einem Abschnitt ihrer Länge auflegen. Auch bei der in herkömmlicher Weise zu fassenden Bürste wird man in der Regel solche Kunststoff-Monofile verwenden. Sie lassen sich mit absolut reproduzierbaren Abmessungen und Materialeigenschaften herstellen.
Nach einer besonders vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist ferner vorgesehen, daß die Monofile eine strukturierte Oberfläche aufweisen.
Damit werden die Monofile auch in Arbeitsstellungen reinigungswirksam nutzbar gemacht, in denen ihre Enden sich umlegen. Dann schabt die Strukturierung.
Der Vorschlag betrifft insbesondere rauhere Bodenflächen, jedenfalls solche mit Vertiefungen. Hier sollen nicht oder kaum gebogene Monofile in die Vertiefungen ragen und den Grund der Vertiefungen mit ihren Spitzen erfassen, während in der Umgebung und auch schon in den höheren Randbereichen der Vertiefungen umgebogene Monofile mit der Strukturierung ihrer Oberfläche arbeiten.
Die Strukturierung läßt sich an Monofilen aus thermoplastischem Material mit einer
Warmverformung erreichen, beispielsweise unmittelbar nach dem Extrudieren durch von den Seiten her wirkende Luftdüsen.
Sie könnte aber auch als Aufrauhung durch eine schmirgelnde Behandlung erzeugt werden.
In der Regel werden die Monofile eine Länge von 7 bis 1 5 mm, vorzugsweise etwa 10 bis 1 2 mm, haben und einen Durchmesser von 0,3 bis 1 ,0 mm, vorzugsweise 0,5 bis
0,8 mm, und dabei eine Besatzdichte von 50 bis 200, vorzugsweise 70 bis 1 50, pro cm 2.
Es versteht sich, daß die drei verschiedenen Größen wechselseitig Einfluß aufeinander haben und auch von den Eigenschaften des Materials, in der Regel einem Polyester oder Polyamid, abhängig sind sowie in gewissem Maße von der anderen, aus den saugfähigen Fäden bestehenden Komponente des Besatzes. Auf diese entfällt ein Teil der auszuübenden Kraft.
Der Anteil der Monofile mag dabei 5 bis 50%, meist zwischen 10 und 40%, der Gesamtzahl von saugfähigen Fäden und Monofilen betragen.
Ein wesentlicher Aspekt der Erfindung ist, mit unterschiedlichem Aufbau hinsichtlich Materialauswahl, Länge, Durchmesser, Oberflächenstrukturierung und Besatzdichte der Monofile und ggf. hinsichtlich der saugfähigen Fäden einen Satz von Reinigungswerkzeugen zu schaffen, die in ihren Eigenschaften gestuft und für verschiedene Verschmutzungsgrade und/oder Böden oder sonstige Oberflächen optimiert sind.
Bei diesem Satz ist in erster Linie an einen Satz von Bespannungen eines Reinigungsgerätes gedacht.
Unabhängig davon sind die Varianten Reinigungskissen, Reinigungshandschuh oder Bespannung eines Reinigungsgerätes in einem Sortiment nebeneinander möglich. Auch
sie können graduell unterschiedlich konzipiert sein. Beispielsweise ist die Bürste mit einer faßbaren steifen Rückenplatte das härteste Reinigungswerkzeug, das Reinigungskissen etwas weicher und der Reinigungshandschuh noch etwas weicher. Bei der Bespannung eines Reinigungsgerätes wird die Kraft auf eine größere Fläche verteilt; hier mag entweder ein geringerer Anteil an noch härterer bürstenartiger Komponente oder ein größerer Anteil an weicherer bürstenartiger Komponente vorgesehen sein.
Zur Herstellung in Textiltechnik kommt in erster Linie das Doppel-Plüsch-Verfahren in Betracht; die Monofile werden zusammen mit den saugfähigen Fäden als Pol in ein Grundgewebe eingearbeitet. Sie sollten in dem Grundgewebe durch Schweißen verankert sein, wofür z.B. in an sich bekannter Weise im Material des Grundgewebes schweißbare Fasern enthalten sein können. In dem geweißten Gewebe sind die Monofile fest gehalten. Sie können sich nicht nach hinten heraus durchdrücken trotz der erheblichen Kraft, mit der sie sich infolge ihrer Steifigkeit in dem Gewebe abstützen. Durch die Verschweißung werden die Monofile außerdem an ihrem gesamten Umfang lückenlos eingefaßt, so daß Biegemomente vollständig in das Gewebe übertragen werden und die Monofile nicht durch Verwinkelung gegenüber dem Grundgewebe abknicken können. Das Grundgewebe kann steif genug ausgeführt werden, um die Biegekräfte zu halten.
Statt des Verschweißens ist auch ein Verkleben mittels einer auf der Rückseite aufgebrachten Appretur möglich.
Grundsätzlich kommt aber auch eine nicht gewebte Grundstruktur in Betracht, wie ein Gestricke oder Gewirke, in das die Monofile ebenso wie die saugfähigen Fäden z.B. eingetuftet werden können. Auch darin können sie durch Verschweißen oder Verkleben verankert sein.
Zweckmäßigerweise sind die saugfähigen Fäden und die Monofile im wesentlichen gleich lang und in gleichmäßiger Verteilung angeordnet.
Die saugfähigen Fäden können in an sich bekannter Weise aus Baumwolle oder gesponnenen Polyesterfasern bestehen.
Die Zeichnungen geben zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung wieder.
Fig. 1 zeigt ein Reinigungswerkzeug nach Art einer Bürste in perspektivischer Darstellung,
Fig. 2 zeigt schematisch ein Polgewebe zur Herstellung eines Reinigungskissens, Reinigungshandschuhs oder einer Bespannung eines Reinigungsgerätes.
Fig. 1 läßt eine Rückenplatte 1 aus Kunststoff erkennen, die in der Mitte eingezogen ist, um hier mit der Hand gefaßt werden zu können. Ein Riemen 2 erstreckt sich an der Einziehung schräg über die Breite der Kunststoffplatte. Die Hand kann mit den Fingern daruntergeschoben werden, der Daumen bleibt davor.
In der Kunststoffplatte 1 sind aus Fasern gedrillte, saugfähige Fäden 3 und im Vergleich dazu steife Monofile 4 durch Eingießen verankert.
Beim Gebrauch dieses Reinigungswerkzeugs feuchtet der Flor aus den saugfähigen Fäden 3 den Schmutz auf der zu reinigenden Fläche an und nimmt später Schmutzwasser und größere Schmutzpartikel auf. Die Monofile 4 kratzen nach Art einer Bürste den haftenden Schmutz von der zu reinigenden Oberfläche ab. So kann starke Verschmutzung, auch mit Fett, beseitigt werden.
Das in Fig. 2 dargestellte Polgewebe besteht in an sich bekannter Weise aus einem Grundgewebe 5 aus Kettfäden 6 und Schußfäden 7, um die gedrillte, saugfähige Fäden 8 und vergleichsweise steife Monofile 9 als Pol geschlagen sind. Der Pol ist in dem Grundgewebe verschweißt. Die Verschweißung eines Monofils 9 ist bei 10 angedeutet.
Ein aus dem Polstoff hergestelltes Reinigungswerkzeug, insbesondere ein Reinigungskissen, ein Reinigungshandschuh oder eine Bespannung eines Reinigungsgerätes wirkt im Prinzip in gleicher Weise wie das Reinigungswerkzeug nach Fig. 1 . Es ist eine Bürste mit einem Reinigungsplüsch kombiniert.