B e s c h r e i b u n g
Vorrichtung zum Verstellen der Neigung (Winkelstellung) einer Kopfstütze an einer Sitzlehne eines Fahrzeugsitzes
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Verstellen der Neigung (Winkelstellung) einer Kopfstütze an einer Sitzlehne eines Fahrzeugsitzes um eine horizontale und im wesentlichen parallel zur Sitzoberkante verlaufende Achse .
In einem Unfallgeschehen, insbesondere einem starken Heckaufprall, wird der Kopf des Fahrzeuginsassen nach vorne und nach hinten mit hohen Beschleunigungen bewegt, wobei aufgrund der dabei auftretenden Kräfte (Peitscheneffekt) insbesondere im Halswirbelbereich schwere Verletzungen auftreten können. Häufig geschehen diese Verletzungen aufgrund einer nicht korrekten Stel- lung der Kopfstütze in der zweiten Bewegungsphase, so daß der Kopf zu weit nach hinten bewegt wird.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen, bei welcher die Sicherheitsfunktion der Kopfstütze erheblich verbessert wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß eine Stützeinrichtung, mit welcher die Kopfstütze an der Sitzlehne abgestützt ist, an einem in der Sitzlehne drehbar gelagerten Drehelement gelagert ist, daß durch eine Antriebseinrichtung um eine im oberen Teil der Sitzlehne verlaufende Achse drehbar ist, wenn eine überhöhte Beschleunigung auf das Fahrzeug wirkt.
Durch die Erfindung wird eine aktive Sicherheitsfunktion der Kopfstütze dadurch erreicht, daß bei Einwirkung einer überhöhten Beschleunigung auf das Fahrzeug insbesondere von der Heckseite her, die Antriebsein- richtung ausgelöst wird, so daß die Kopfstütze um einen bestimmten Winkel, insbesondere 15° bis 20° nach vorne geschwenkt wird. Hierdurch wird verhindert, daß in der zweiten Bewegungsphase der Kopf des Fahrzeuginsassen zu weit nach hinten bewegt wird. Hieraus ergibt sich eine erhebliche Verringerung der Verletzungsgefahr durch den sogenannten Peitscheneffekt.
In bevorzugter Weise wird nach dem Nachvorneschwenken der Kopfstütze durch eine Sperre (Rücklaufsperre) das Drehelement und die daran gelagerte Kopfstütze gegen eine Rückdrehung gesichert. Die Sperre wirkt dabei bevorzugt direkt auf das Drehelement, welches in der Sitzlehne drehbar gelagert ist.
Für den Start der Antriebseinrichtung, welche nach einer ersten Ausführungsform ähnlich wie ein Gurtstraffer ausgebildet sein kann und eine pyrotechnisch angetriebene Kolbenzylindereinrichtung oder mechanische Antriebseinrichtung mit einer Druckfeder sein kann, wird bevorzugt durch eine ahrzeugsensitive Einrichtung
(Fahrzeugsensor) gestartet. Dieser Sensor ist an einem fahrzeugfesten Teil beispielsweise an der Sitzunterschiene befestigt. Bei einem bevorzugten Ausführungs- beispiel kann die fahrzeugsensitive Einrichtung, welche die Antriebseinrichtung auslöst, in die Antriebseinrichtung integriert sein, wobei auch die Antriebseinrichtung am Fahrzeugaufbau beispielsweise an der Sitzunterschiene befestigt ist.
Die Kopfstütze kann am Drehelement derart geführt sein,
daß bei der angetriebenen Drehbewegung nach vorne die Kopfstütze gleichzeitig bezüglich der Achse, um welche das Drehelement gedreht wird, radial nach außen bewegt wird. Hierdurch wird vermieden, daß die vertikale Hö- heneinstellung der Kopfstütze beim Nachvorneschwenken sich verringert .
Für die Drehlagerung des Drehelements eignet sich eine rohrförmige Drehlagerung im oberen Teil der Sitzlehne. Im Normalbetrieb ist das Drehelement gegen Drehung um die in der Sitzlehne liegenden Achse verriegelt. Diese Verriegelung kommt bevorzugt zur Wirkung zwischen der Drehlagerung und dem Drehelement . Die Verriegelung kann in der Weise ausgebildet sein, daß sie durch die An- triebskraft der Antriebseinrichtung gelöst werden kann. Die Antriebskraft der Antriebseinrichtung wird bevorzugt durch einen Bowdenzug, welcher mit einem Bajonettverschluß an einem Antriebselement der Antriebseinrichtung angeschlossen sein kann, übertragen. Hierdurch wird eine Vormontage der Antriebseinrichtung am fahrzeugfesten Aufbau ermöglicht, wobei dann nach dem Einbau des Sitzes die Kraftübertragungseinrichtung zwischen der Antriebseinrichtung und dem Schwenkmechanismus für die Kopfstütze nachträglich angeschlossen wer- den kann .
Die Kopfstütze bzw. ein an der Kopfstütze angeordnetes und eine Abstütztlache für den Kopf eines Insassen bildendes Polsterteil kann gemäß einer Weiterbildung der Erfindung höhenverstellbar an der Stützeinrichtung ausgebildet sein, wobei die Höhenverstellung im Falle eines Frontal- bzw. Heckaufpralls durch die genannte bzw. eine weitere Antriebseinrichtung erfolgen kann. Die Kopfstütze' bzw. das Polsterteil ist bei dieser Ausfüh- rung verstellbar an einer mit der Stützeinrichtung ver-
bundenen Trageinrichtung angeordnet.
Wesentliche Vorteile dieser Ausbildung bestehen darin, daß die in der Regel aus Komfortgründen gegenüber der Rückenlehne etwas zurückgesetzte Kopfstütze im Falle eines Frontal- bzw. Heckaufpralls durch die Antriebseinrichtung nicht nur in eine optimale weiter vorne liegende Stützposition überführt, sondern auch in der Höhe verstellt wird. Für eine derartige aktive Verstel- lung der Kopfstütze ist besonders vorteilhaft, wenn die Antriebseinrichtung gemäß einer zweiten Ausführungsform in der rohrförmigen Drehlagerung integriert ist. Eine solche Antriebseinrichtung kann bei Aktivierung, beispielsweise durch eine zentrale Airbag- Steuerung, auf eine besonders schnelle Weise die Kopfstütze sowohl nach vorne als auch nach oben verstellen.
In Abhängigkeit von räumlichen Verhältnissen oder spezifischen Anforderungen an die aktive Verstellung einer derart ausgebildeten Kopfstütze in der einen oder anderen Richtung können auch mehrere Antriebseinrichtungen vorgesehen sein, welche in der Kopfstütze und/oder rohrförmigen Drehlagerung angeordnet und gleichzeitig oder nacheinander auslösbar ausgebildet sind.
Durch die aktive Verstellung wird die Abstützflache der Kopfstütze in eine Position gebracht, in der eine etwa gleichzeitige Abstützung des Insassen sowohl an der Rückenlehne als auch an der Kopfstütze stattfinden kann. Eine gefährliche Krümmung bzw. Uberbelastung der Halswirbelsäule des Insassen beim Heckaufprall bzw. einem Zurückschleudern in den Kraftfahrzeugsitz nach beispielsweise einem Frontalaufprall wird durch diese Verstellung der Kopfstütze vermieden.
Die aktive Verstellung der Kopfstütze erfolgt unabhängig von der in der Höhe bzw. in der Neigung eingestellten Position der Kopfstütze. Nach der Auslösung der Antriebseinrichtung wird somit eine sichere Anlage (Ab- stützung) des Kopfes des Insassen auch bei einer versehentlich nicht richtig oder zu niedrig eingestellten Kopfstütze erreicht . Da bei dieser Ausführung gleichzeitig eine zusätzliche Abstützflache zwischen der nach oben bewegten Kopfstütze und der Oberkante der Rückenlehne gebildet wird, v/erden mögliche Verletzungen durch Stützeinrichtungen vermieden.
Ein weiterer Vorteil der vorgeschlagenen Ausführung besteht darin, daß die Kopfstütze bei der Verstellung in der Höhenrichtung derart verriegelbar ausgebildet ist, daß eine zusätzliche Aufnahme von etwa in vertikaler Richtung wirkenden Kräften, beispielsweise bei einem nachfolgenden Überschlag des Kraftfahrzeuges, durch die Kopfstütze möglich ist.
Die Erfindung läßt zahlreiche Ausführungsformen zu. Zur weiteren Verdeutlichung ihres Grundprinzips sind einige davon in der Zeichnung dargestellt und nachfolgend be¬ schrieben. Die Zeichnung zeigt teilweise schematisch in
Fig. 1: in perspektivischer Darstellung ein Kraftfahrzeugsitz mit einem Ausführungsbeispiel der Erfindung;
Fig. 2: in perspektivischer auseinandergebauter
Darstellung Einzelteile des Ausführungsbeispiels nach Fig. 1 ;
Fig. 3-: eine schnittbildliche Darstellung durch einen wesentlichen Bestandteil dieses Aus-
führungsbeispiels ;
Fig. 4: eine schnittbildliche Darstellung eines modifizierten wesentlichen Teils der Er- findung, welches einen Höhenausgleich der
Kopfstütze beim Nachvorneschwenken ermöglicht ;
Fig. 5: einen Bajonettverschluß, mit welchem eine Antriebsverbindung zwischen einer Antriebseinrichtung und der Drehlagerung der Kopfstütze hergestellt werden kann;
Fig. 6: eine Schnittdarstellung einer alternativen Kopfstütze im vormontierten Zustand;
Fig. 7: eine Seitenansicht der Kopfstütze nach
Fig. 6 im eingebauten Zustand, teilweise geschnitte ;
Fig. 8: die Kopfstütze nach Fig. 7, jedoch in einem infolge eines Unfalls nach vorn und nach oben verstellten Zustand;
Fig. 9: eine räumliche Ansicht der Kopfstütze nach
Fig. 8;
Fig. 10: einen verti alen Längsschnitt durch die VerStelleinrichtung der Kopfstütze nach Fig. 6;
Fig. 11: Einzelteile der Kopfstütze nach Fig. 6 in räumlicher Darstellung;
Fig. 12: eine räumliche Darstellung einer alterna-
tiven Ausbildung der Kopfstütze nach Fig. 6;
Fig. 13: eine weitere alternative Ausbildung der Kopfstütze nach Fig. 6.
Bei einem Kraftfahrzeugsitz (Fig. 1) ist im oberen Teil einer Sitzlehne 6 eine Vorrichtung 15 zum Verstellen der Neigung einer Kopfstütze 1 dargestellt. Durch die Vorrichtung 15 kann die Kopfstütze 1 um eine durch den oberen Teil der Sitzlehne 6 verlaufende Achse 3 aktiv nach vorne verschwenkt werden. Wenn das Fahrzeug in einen Unfall verwickelt ist und insbesondere ein Heckaufprall auf das Kraftfahrzeug geschieht, wird durch eine Antriebsvorrichtung 8, welche über einen vorzugsweise in der Sitzlehne verlaufenden Bowdenzug 11 ihre Antriebskraft auf die Vorrichtung 15 überträgt, die Kopfstütze in einem bestimmten Winkel beispielsweise 15° bis 20° nach vorne um die Achse 3 verschwenkt. Diese Verschwenkung erfolgt nur dann, wenn das Fahrzeug in einen Unfall verwickelt ist . Im Normalbetrieb kann die Kopfstütze 1 um eine in der Kopfstütze 1 liegende Achse in herkömmlicher Weise noch verschwenkt werden. Die Kopfstütze 1 ist in bekannter Weise über Stützstäbe 4, 5 an der Sitzlehne abgestützt. Beim dargestellten Ausführungsbeispiel erfolgt die Lagerung der Kopfstütze 1 über die Stützstäbe 4, 5 in einem Drehelement 17 der Vorrichtung 15. Einzelteile dieser Vorrichtung 15 sind in den Fig. 2 und 3 dargestellt, wobei die Fig. 4 eine noch weiter verbesserte Ausführungsform darstellt .
Die die Stützeinrichtung für die Kopfstütze 1 bildenden Stützstäbe 4, 5 sind in der als Drehlagerung ausgebildeten Vorrichtung 15 schwenkbar um die Achse 3 gela- gert. Hierzu sind die Stützstäbe 4 , 5 in einem Drehele-
ment 7 gelagert, welches seinerseits in einem rohrförmigen Drehlager 10 gelagert ist. Die Stützen 4, 5 ragen dabei durch Langlöcher 16, 17 in einer steifen Abdek- kung 18 an der Oberseite der Vorrichtung 15. Die Lang- löcher 16, 17 sind so bemessen, daß die Schwenkbewegung der Stützstäbe 4, 5 nach vorne im gewünschten Winkelbereich von beispielsweise 15° bis 20° erreicht wird.
An den beiden Stirnflächen des im wesentlichen zylin- drisch ausgebildeten Drehelementes 7 befinden sich
Rastverzahnungen 9, die mit entsprechend ausgebildeten Rastverzahnungen 19 an federnd gelagerten Rastelementen 20 in Eingriff kommen können. Die Rastelemente 20 sind verdrehsicher im rohrförmigen Drehlager 10, in welchem das Drehelement 7 drehbar gelagert ist, von den offenen Enden her eingesetzt. Zur Verdrehsicherung greifen Vor- sprünge 21 an den Rastelementen 20 in entsprechende Ausnehmungen 22 des rohrförmigen Drehlagers 10. Durch Druckfedern 23, die zwischen am Ende aufgesetzten Ver- schlußdeckeln 24 und den Rastelementen 20 angeordnet sind, werden die Rastelemente 20 mit ihren Rastverzahnungen 19 auf die Rastverzahnungen 9 des Drehelementes 7 aufgedrückt .
Die Zahnflanken der Verzahnungen 9 und 19 sind so ausgebildet und ausgerichtet, daß eine Schwenkbewegung um die Achse 3 in Vorwärtsrichtung ermöglicht wird, jedoch eine Rückdrehung verhindert wird. Bei der Vorwärtsdrehung des Drehelementes 7 ratschen die Verzahnungen 9 und 19 übereinander, was durch die federnde Auflage der Verzahnungen aufeinander ermöglicht wird. Es wird jedoch eine Rückwärtsdrehung verhindert, da die Rück- wärtsdrehrichtung im wesentlichen parallel und senkrecht zur Achse 3 verlaufende Zahnflanken der Verzah- nungen 9 und 19 miteinander in Eingriff kommen und auf-
grund der drehsicheren Lagerung der Rastelemente 20 an der rohrförmigen Drehlagerung 10 die Rückdrehung verhindert wird. Hierdurch erzielt man durch die Verzahnungen 9 am Drehelement 7 und die Verzahnungen 19 an den Rastelementen 20 eine Rücklaufsperre .
Zur festen Verankerung der rohrförmigen Drehlagerung 10 in der Lehnenkonstruktion der Sitzlehne 6 dienen dort fest verankerte Verankerungsstangen 25, an denen das Drehlager 10 befestigt ist.
In der normalen Betriebsstellung, welche in den Fig. 1 und 2 dargestellt ist, ist das Drehelement 7 mit Hilfe einer Verriegelungseinrichtung 14 an dem rohrförmigen Drehlager 10 und damit an der Lehnenkonstruktion verriegelt und gegen eine Vorwärtsdrehung gesperrt. Die Verriegelungseinrichtung besitzt hierzu einen Verriegelungsbügel 26, welcher schwenkbar an einer geeigneten Stelle des Drehelements 7 um eine Schwenkachse 35 schwenkbar gelagert ist. Die Schwenkachse 35 befindet sich in der Nähe einer Angriffsfläche 34, an welcher der Bowdenzug 11 am Drehelement 7 angreift. In der normalen Betriebsstellung, in welcher das Drehelement 7 gegen eine Vorwärtsdrehung gesichert ist, greift der Verriegelungsbügel 26 durch eine Verriegelungsöffnung 27 im rohrförmigen Drehlager 10 in eine Verriegelungs- ausnehmung 28 am Drehelement 7 (Fig. 3 und 4) ein.
Wenn bei einem Auffahrunf ll die Antriebskraft der An- triebseinrichtung 8 über den Bowdenzug 11 auf das Drehelement übertragen wird, wird eine Bowdenzugdraht 31, welcher im Bowdenzugmantel 32 verschiebbar geführt ist, mit einer an seinem Ende vorgesehenen Verdickung 30 in Pfeilrichtung 36 (Fig. 3 und 4) nach unten gezogen. Da- bei wird zunächst der Verriegelungsbügel 26 aus seiner
dargestellten Ruheposition gegen die Kraft einer Druckfeder 33, welcher den Verriegelungsriegel normalerweise in der Ruheposition hält, gegen den Uhrzeigersinn in Pfeilrichtung 37 aus seiner Eingriffsposition ge- schwenkt, so daß das Drehelement 7 nunmehr frei drehbar im Drehlager 10 gelagert ist. Bei weiterem Zug, der von der Antriebseinrichtung 8 auf den Bowdenzugdraht 31 ausgeübt wird, wird das Drehelement 7 um einen bestimmten Winkel beispielsweise 15° bis 20° entgegen den Uhr- zeigersinn (Pfeilrichtung 38 in Fig. 2) nach vorne gedreht. Dabei werden die beiden Stützstäbe 4, 5 und die daran gelagerte Kopfstütze 1 nach vorne um die Achse 3 geschwenkt. Bei dem in der Fig. 4 dargestellten Ausfüh- rungsbeispiel ist ferner eine Schubführung 39 für die beiden Stützstäbe 4, 5 vorgesehen. Bei der angetriebenen Drehbewegung des Drehelementes 7 greift die Schubführung 39 an den unteren Enden der Stützstäbe 4, 5 an und verschiebt diese im Drehelement 7 nach oben (Pfeilrichtung 40) . Diese Schubbewegung erfolgt bezüglich der Drehachse 3 radial nach außen und bewirkt einen Höhenausgleich der Kopfstütze 1 bei ihrer Schwenkbewegung nach vorne (Pfeilrichtung 38) . Hierdurch wird gewährleistet, daß die Kopfstütze 1 aufgrund der angetriebenen Schwenkbewegung nach vorne mit ihrer Oberkante nicht niedriger liegt als in ihrer Normalposition.
Um eine einwandfreie Übertragung der Antriebskraft zu erhalten, ist als Kraftübertragungsmittel der Bowdenzug 11 vorgesehen. Der Bowdenzugmantel 32 stützt sich hier- zu an einer Bowdenzugabstützung 29 am rohrförmigen
Drehlager 10 ab. Der Bowdenzugdraht 31 und die an seinem Ende vorgesehene Verdickung 30 greifen bei der An- triebskraftübertragung an der Angriffsstelle 34, welche als Vorsprung an das Drehelement 7 angeformt ist, in der oben beschriebenen Weise an.
Zur Anbindung des Bowdenzugdrahtes 31 an ein Antriebs - element 13 der Antriebseinrichtung 8 kann ein in der Fig. 5 schematisch dargestellter Bajonettverschluß 12 dienen. Das untere Ende des Bowdenzugmantels 32 ist in nicht näher dargestellter Weise ähnlich wie an der Drehlagerung 10 am Gehäuse der Antriebseinrichtung 8 abgestützt .
Die Kopfstütze 1 nach Fig. 6 besteht im wesentlichen aus einem formstabilen, an einer Trageinrichtung 42 höhen- und neigungsverstellbar angeordneten Polsterteil 41. Das Polsterteil 41 sowie die Trageinrichtung 42 sind dabei . mittels der Vorrichtung 15 im oberen Bereich der nicht dargestellten Sitzlehne 6 um die Achse 3 drehbar gelagert. Die Vorrichtung 15 ist dabei durch zwei Verankerungsstangen 25 in an sich bekannten und mit der Sitzlehne 6 verbundenen Rasthülsen 43 festgehalten.
Zur Halterung des Polsterteils 41 weist die Trageinrichtung 42 zwei beabstandet zueinander angeordnete Stützeinrichtungen 4, 5 sowie einen mit den Stützeinrichtungen 4, 5 verbundenen Stützkörper 44 auf, wobei der Stützkörper 44 einschiebbar in einen Aufnahmeraum 45 des Polsterteils 41 ausgebildet ist. Zum Führen und Fixieren des Polsterteils 41 in der jeweiligen Stützposition ist eine Führungseinrichtung 46 vorgesehen, welche im wesentlichen aus zwei mit dem Polsterteil 41 verbundenen Führungsstangen 47 besteht, die in mit dem Stützkörper 44 verbundenen Führungshülsen 48 auf eine an sich bekannte Weise höhenverstellbar und rastposi- tionierbar aufgenommen sind. Dazu können beispielsweise an den Führungshülsen 48 federnde Rastmittel und an den Führungsstangen 47 Rastausnehmungen oder Kerben vorge-
sehen sein. Die Führungseinrichtung 46 ist derart ausgebildet, daß das Polsterteil 41 in der Höhenrichtung auf einfache Weise aus einer Stützstellung in die andere von Hand verstellt werden kann.
In Fig. 7 ist die Befestigung der Kopfstütze 1 an der Sitzlehne 6 verdeutlicht. Dazu sind die Rasthülsen 43, welche jeweils eine Verankerungsstange 25 lösbar aufnehmen, an einer tragenden Struktur 49 der Sitzlehne 6 formschlüssig aufgenommen. Die Vorrichtung 15 ist dabei versenkt im oberen Bereich der Sitzlehne 6 angeordnet. Die Vorrichtung 15 besteht im wesentlichen aus einem rohrförmigen Drehlager 10, in dem zur Aufnahme der Stützeinrichtungen 4, 5 jeweils ein verdrehbares Dreh- element 7 vorgesehen ist. Die Drehelemente 7 sind dabei mit der jeweiligen Stützeinrichtung 4, 5 im Bereich eines Lagerabschnitts 50 formschlüssig verbunden und können zusammen mit den Stützeinrichtungen 4, 5 um die Achse 3 verdreht werden. Dazu sind am rohrförmigen Drehlager 10 in den Schwenkbereichen der Lagerabschnitte 50 Langlöcher 16, 17 vorgesehen, welche von der in Fig. 6 dargestellten Abdeckung 18 stilistisch verkleidet sind.
Der Stützkörper 44 und somit auch das Polsterteil 41 sind - wie aus Fig. 8 und Fig. 9 ersichtlich - schwenkbar mit den Stützeinrichtungen 4, 5 verbunden. Zu diesem Zwecke sind für die jeweilige Stützeinrichtung 4, 5 am Stützkörper 44 eine segmentförmige Ausnehmung 52 so- wie ein Schwenklager 53 vorgesehen, die entsprechend den Schwenkbereich und die Drehachse 51 des Stützkörpers 44 definieren. Als Schwenklager 53 können dabei übliche, bei neigungsverstellbaren Kopfstützen verwendbare Schwenklager in den Stützkörper 44 eingesetzt wer- den.
Zum aktiven Verstellen der Kopfstütze 1 bzw. des Polsterteils 41 aus der normalen Stützposition in die weiter vorn und oben liegende Stützposition weist die Vor- richtung 15 eine Antriebsvorrichtung 84 auf, welche - wie in Fig. 10 und Fig. 11 dargestellt - im wesentlichen aus einem innerhalb des rohrförmigen Drehlagers 10 zwischen den Drehelementen 7 angeordneten Druckverteiler 55 (Diffusor) besteht, dessen Druckkammer 56 durch einen nicht dargestellten pyrotechnischen Treibsatz oder einen Hybridgenerator (Gasspeicher) bei Aktivierung mit Druckgas befüllbar ist. Im Druckverteiler 55 sind Kanäle 57 ausgebildet, welche zu jeweils einem innerhalb des rohrförmigen Drehlagers 10 axial verschieb- baren und in Verbindung mit dem jeweiligen Drehelement 7 stehenden Kolben 58 führen. Die Kanäle 57 münden dabei in jeweils einen ringförmigen Raum 59 ein, welcher zwischen dem jeweiligen relativ dicht im Drehlager 10 geführten Kolben 58 und dem Druckverteiler 55 gebildet ist. Über die Kanäle 57 können somit die Räume 59 mit Druckgas beaufschlagt werden.
Die Kolben 58 sind axial verschiebbar, aber unverdreh- bar im Drehlager 10 geführt. Dazu sind am jeweiligen Kolben 58 zwei radial abstehende Nasen 60 vorgesehen, welche in diametral zueinander angeordnete und axial ausgerichtete Führungsschlitzen 61 des Drehlagers 10 eingreifen. Die Drehelemente 7 sind dagegen verdrehbar, aber axial unverschiebbar im Drehlager 10 gelagert. An den Drehelementen 7 ist jeweils ein in axialer Richtung ausgerichteter schraubenförmiger Fortsatz 62 ausgebildet, welcher im Querschnitt ein Vierkantprofil aufweist und im montierten Zustand eine entsprechend am Kolben 58 vorgesehene zentrale Öffnung 65 durchsetzt. Jede Seite des Vierkantprofils bildet eine schraubenförmige
Führungsfläche 63, welche an einer entsprechenden Seite 66 der Öffnung 65 spielfrei anliegt.
Bei Beaufschlagung der Druckkammer 56 mit Druckgas wer- den über die Kanäle 57 auch die ringförmigen Räume 59 und somit auch die Kolben 58 mit Druckgas beaufschlagt. Dadurch bewegen sich die Kolben 58 in Pfeilrichtung X auseinander und verdrehen dabei zwangsweise die Drehelemente 7 um einen bestimmten Winkelbetrag (ca. 15° - 20°), welcher durch die Steigung der schraubenförmigen Führungsflächen 63 festgelegt ist. Durch diese Verdrehung der Drehelemente 7 wird auch die mit den Drehelementen 7 verbundene Trageinrichtung 42 zusammen mit dem Polsterteil 41 nach vorne um die Achse 3 um den o. g. Winkelbetrag geschwenkt.
Zum aktiven Verstellen der Kopfstütze 1 bzw. des Polsterteils 41 aus der normalen Stützposition in die weiter oben liegende Stützposition ist - wie aus Fig. 6 bis Fig. 8 ersichtlich - innerhalb des Aufnahmeraumes 45 zwischen dem Polsterteil 41 und dem Stützkörper 44 ein Expansionsraum 64 vorgesehen, welcher mit Druckgas aus der Druckkammer 56 beaufschlagbar ausgebildet ist. Dazu sind die Stützeinrichtungen 4, 5 und die Drehele- mente 7 - wie in Fig. 10 dargestellt - jeweils hohl bzw. mit inneren Kanälen 67, 68 sowie der Druckverteiler 55 mit jeweils einem entsprechenden Kanal 80 ausgebildet, welche derart angeordnet und miteinander verbunden sind, daß jeweils ein dichter Verbindungskanal zwischen der Druckkammer 56 und dem Expansionsraum 64 gebildet wird. Bei Druckbeaufschlagung des Expansionsraumes 64 dehnt bzw. vergrößert sich dieser in der etwa vertikalen Richtung, wodurch das Polsterteil 41 nach oben verstellt wird.
Die Kanäle 80 sind im Querschnitt größer als die Kanäle 57 gestaltet, damit der Druckaufbau im Expansionsraum 64 schneller als im Raum 59 der Kolben 58 erfolgen kann. Durch diese Gestaltung wird eine höhere Sicher- heit für den Insassen erreicht, da das Polsterteil 41 bei der aktiven Verstellung seine obere Position früher als die weiter vorn liegende Position erreicht.
In Fig. 9 ist eine alternative aktive Verstellung der Kopfstütze.1 in der Höhe dargestellt. Bei dieser Ausführung ist in der hohlen Stützeinrichtung 5 ein Stößel 69 axial verschiebbar eingesetzt, welcher beim Druckgasaufbau in einem innerhalb der Stützeinrichtung 5 ausgebildeten Expansionsraum 83 das Polsterteil 41 ge- gen den Widerstand der Rasteinrichtungen der Führungseinrichtung 46 in eine höhere Stützposition verstellt. Der Stößel 69 liegt dabei mit seinem oberen Ende 70 an einer tragenden Struktur 71 des Polsterteils 41 an.
In der nach oben verstellten Position ist das Polsterteil 41 verriegelbar ausgebildet. Dazu ist an der Stützeinrichtung 5 bzw. am Stützkörper 46 ein senkrecht zur Verstellbewegung des Stößels 69 bewegbares Verriegelungselement 72 vorgesehen, welches in Verriegelungs- richtung (zum Stößel 69 hin) durch eine Feder 79 vorgespannt ist und in der Verriegelungsposition des Polsterteils 41 das untere Ende 74 des Stößels 69 untergreift . Das Verriegelungselement 72 kann auch mit einer am Stößel 69 angeordneten Raste, Ausnehmung oder Kerbe zusammenwirken. Durch diese Verriegelung können die bei einem Unfall auftretenden, etwa vertikal auf die Kopfstütze 1 einwirkenden Kräfte über den Stößel 69 auf die Sitzlehne 6 übertragen werden.
Bei der aktiven Verstellung der Kopfstütze 1 bzw. des
Polsterteils 41 kann es vorkommen, daß sich ein Hindernis, wie beispielsweise der an der Abstützflache des in Normalstellung befindlichen Polsterteils 41 anliegende Kopf des Insassen bzw. ein über dem Polsterteil 41 be- fmdliches sonstiges Körperteil im Verstellweg der Kopfstütze 1 befindet. Um in diesem Falle die Kraft, mit welcher die Kopfstütze 1 bzw. das Polsterteil 41 durch die ausgelöste Antriebseinrichtung 84 nach vorn und nach oben verstellt wird, zu begrenzen, ist gemäß Fig. 10 an der Vorrichtung 15 an einem Drehelement 7 ein Überdruckventil 75 vorgesehen. Das Überdruckventil 75 ist als eine federbelastete und eine Öffnung 73 des Verbindungskanals schließende Dichtklappe 76 ausgebildet, welche bei Überdruck das Druckgas in die äußere Umgebung entweichen läßt. Das Überdruckventil 75 regelt somit den Druckaufbau sowohl in der Druckkammer 56 als auch im Expansionsraum 64 bzw. 83.
Die aktive Kopfstütze 1 kann sowohl an einem Vordersitz als auch an einem Hintersitz angeordnet sein. Bei einer auf der Sitzlehne des Hintersitzes befestigten Kopfstütze 1 kann die Vorrichtung 15 - wie in Fig. 9 bis Fig. 11 gezeigt - derart ausgebildet sein, daß bei Betätigung einer federbelasteten Riegeltaste 54 die Kopf- stütze 1 nach vorn bzw. nach hinten um etwa 90° weggeklappt werden kann. Dies ermöglicht eine drehbare Lagerung des rohrförmigen Drehlagers 10 in einem Lagergehäuse 77, welches fest mit den Verankerungsstangen 25 verbunden ist. Mit einer nicht dargestellten aber an sich bekannten mechanischen oder elektrischen (elektronischen) Sensorik kann die Antriebseinrichtung 84 im weggeklappten Zustand der Kopfstütze 1 entaktiviert werden. Mit dieser Ausbildung der Kopfstütze 1 kann die Sitzlehne ohne Demontage der Kopfstütze 1 umgeklappt bzw. eine bessere Sicht nach hinten ermöglicht werden.
Der Stützkörper 44 der Kopfstütze 1 kann gemäß einer alternativen, in Fig. 12 dargestellten Ausführung höhenverstellbar mit den Stützeinrichtungen 4, 5 verbunden sein, wenn die Stützeinrichtungen 4, 5 durch ringförmige, teleskopisch auseinanderziehbare elastische Abdeckelemente 78 verkleidet sind. Die Abdeckelemente 78 bilden somit die zusätzliche Abstützflache bei der nach oben verstellten Kopfstütze 1. Zum Verstellen der Kopfstütze' 1 in der Höhe können bei dieser Ausführung die mit dem Stützkörper 44 verbundenen Schwenklager 53 höhenverstellbar, rastpositionierbar und in der aktiv nach oben verstellten Position verriegelbar an den Stützeinrichtungen 4, 5 ausgebildet sein.
In Fig. 13 ist eine weitere alternative aktive Kopfstütze 1 dargestellt, bei der zum Vergleich mit der Ausführung nach Fig. 12 die zusätzliche Abstützflache durch einen im Bereich der Stützeinrichtungen 4, 5 zwi- sehen dem Stützkörper 44 und der Oberkante der Sitzlehne 6 spannbaren elastischen Vorhang 81 gebildet ist. Der Vorhang 81 wird bei der Höhenverstellung in der jeweiligen Stützposition von einer Federspannvorrichtung 82 in einem leicht gespannten Zustand gehalten, während bei der aktiven Verstellung der Kopfstütze 1 in der
Höhe zur Bildung einer Abstützflache eine straffe Vorspannung des Vorhangs 81 vorgesehen ist.