Drehstrommotor
Beschreibung
Die Erfindung betrifft einen Drehstrommotor zum Betreiben an einem Drehstromnetz.
Drehstrommotoren mit drei Wicklungssträngen oder drei Gruppen von Wicklungssträngen zur Bildung einer Wicklung werden üblicherweise ein- und ausschaltbar an Drehstromnetzen betrieben. Dazu ist es bekannt, zwischen dem Drehstromnetz und netzseiti- gen Anschlußklemmen des Drehstrommotors zwei- oder dreiphasige elektromechanische Schalter, Relais oder Schütze' anzuordnen und mit diesen die elektrische Verbindung zwischen dem Drehstromnetz und dem Drehstrommotor herzustellen bzw. zu unterbrechen. Anstelle von elektromechanischen Schaltelementen werden in zunehmendem Maß auch elektronische Schaltelemente einge- setzt. Dadurch wird erreicht, daß kein Kontaktverschleiß mehr auftritt. Die elektronischen Schaltelemente lassen einen über Steueranschlüsse steuerbaren Stromfluß zu. Wie auch bei den elektromechanischen Schaltelementen werden mindestens zwei elektronische Schaltelemente benötigt. Üblicherweise kommen als elektronische Schaltelemente Triacs, Alternistoren oder eine Kombination aus je zwei antiparallel geschalteten Thyristoren mit den jeweils zugehörigen Ansteuerschaltungen zum Einsatz.
Zur Verminderung von Netz- und Funkstörungen durch das Ein- und Ausschalten des Drehstrommotors und zum Schutz der elektronischen Schaltelemente sind zusätzliche Schaltungen wie z. B. RC- Glieder, Freilaufdioden und Varistoren in die Schaltung eingefügt.
Sowohl die elektromechanischen Schalter als auch die elektronischen Schaltelemente werden üblicherweise räumlich getrennt von dem Drehstrommotor in Schaltschränken oder Schaltkästen ange- ordnet. Hierdurch wird zusätzlich zum Raumbedarf des Drehstrommotors weiterer Raum benötigt. Außerdem wird für die Schaltschränke oder Schaltkästen zusätzliches Material benötigt.
Weiterhin ist es bekannt, für jede Netzphase in der Versor- gungszuleitung ein mechanisches Relais (Schaltschütze) oder auch auf den Sternpunkt schaltende Relais vorzusehen. Der hierbei entstehende Verkabelungsaufwand wie auch der entstehende Raumbedarf sind hierbei erheblich.
Bei der Verwendung von elektronischen Schaltelementen zum Ein- und Ausschalten des Drehstrommotors wird insgesamt eine große Anzahl von Schaltelementen und Peripherieelementen verwendet. Hierdurch entstehen sowohl bei der Herstellung der Schaltungsanordnungen als auch bei der Wartung erhebliche Kosten.
Aufgabe der Erfindung ist es, einen Drehstrommotor mit elektronischen Schaltelementen zum Ein- und Ausschalten anzugeben, wobei der gesamte Raumbedarf und Bauaufwand gegenüber den bekannten Drehstrommotoren reduziert und die Betriebs- Sicherheit verbessert sind.
Diese Aufgabe wird durch einen Drehstrommotor mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst. Weiterbildungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
Der erfindungsgemäße Drehstrommotor zum Betreiben an einem Drehstromnetz weist drei Wicklungsstränge oder Gruppen von Wicklungssträngen zur Bildung einer Wicklung in Sternschaltung auf. Hierbei sind Sternpunktanschlußenden der Wicklungsstränge außerhalb der Wicklung zugänglich. Weiterhin weist der Drehstrommotor einen elektronischen Schalter auf, der so ausgebildet und über Schalteranschlußklemmen mit den Sternpunktanschlußenden verbunden ist, daß diese bei einem Einschaltvorgang
miteinander elektrisch verbindbar und bei einem Ausschaltvorgang voneinander trennbar sind. Zum Steuern des vorzugsweise Thyristoren umfassenden elektronischen Schalters ist eine Steuerschaltung mit dem elektronischen Schalter verbunden.
Vorzugsweise sind sowohl der elektronische Schalter als auch die Steuerschaltung in einem Klemmkasten des Drehstrommotors angeordnet, in dem sich die Sternpunktanschlußenden der Wicklungsstränge befinden. In jedem Fall ist jedoch der Raumbedarf insgesamt für den Drehstrommotor und die mit ihm verbundene
Schaltungsanordnung zum Ein- und Ausschalten geringer als bei vorbekannten Drehstrommotoren. Auch wird durch die Sternpunktschaltung die Anzahl der elektronischen Bauteile reduziert. Desweiteren werden mehrphasige Leitungsverbindungen zwischen einem Drehstrommotor und einem Schaltschrank oder einem Schaltkasten eingespart.
Der Klemmenkasten ist aus einem gut wärmeleitenden Material vorzugsweise mit außenliegenden Kühlrippen gefertig, so daß die im elektronischen Schalter entstehende Wärme über den Klemmenkasten nach außen abgegeben werden kann. Darüber hinaus ist der Klemmenkasten über eine Dichtung am Gehäuse des Drehstrommotors so befestigt, daß der Wärmeübergangswiderstand zwischen Gehäuse und Klemmenkasten gering ist. Die Temperatur des Klemmenkastens ist darum etwas verschieden von derjenigen des Motorgehäuses.
Der elektronische Schalter ist zusammen mit dem Temperaturfühler, gegebenenfalls auch zusammen mit der elektronischen Steuerschaltung als Hybridschaltung ausgebildet, wobei die Bau- elemente auf einem Keramikmontagesubstrat angebracht und direkt auf einer aus gut wärmeleitendem Material, insbesondere aus Kupfer bestehenden Hybridplatine so montiert sind, daß die vom elektronischen Schalter abgegebene Wärme mit einem äußerst geringen Wärmewiderstand zur Hybridplatine und von dieser prak- tisch wärmewiderstandsfrei an den Klemmenkasten abgegeben wird. Der Montageort des Temperaturfühlers relativ zum elektronischen Schalter ist derart, daß die Temperatur der Kupfer-Hybridplatine derjenigen des Temperaturfühlers entspricht und ein gewis-
ser Rest-Wärmewiderstand zwischen dem elektronischen Schalter und dem Temperaturfühler besteht.
Vorzugsweise ist mindestens ein weiterer Temperaturfühler vor- gesehen, der die Temperatur der Wicklung mißt und hierzu in dieser montiert ist. Er ist mit der Steuerschaltung derart verbunden, daß der elektronische Schalter nur dann eingeschaltet werden kann, wenn auch die Wicklungstemperatur nicht oberhalb eines voreingestellten Wertes liegt. Dadurch ist in einfacher Weise auch ein Schutz der Motorwicklung gegeben.
Dadurch, daß die Temperatur des Motorgehäuses auch einen Einfluß auf die Temperatur des Klemmenkastens hat, wird insgesamt in einer einfachen Weise eine sehr sichere Temperaturüberwa- chung des Drehstrommotors gewährleistet. Durch diese indirekte Überwachung der Motortemperatur über dessen Gehäuse kann unter Umständen auch der weitere Temperaturfühler in der Wicklung entfallen.
Die Steuerschaltung weist einen Ausgang auf, der den Betriebszustand als Binärzustand meldet. Dann, wenn die Temperatur des Motors oder die Temperatur der Hybridplatine (des elektronischen Schalters) einen kritischen Wert überschreitet oder auch dann, wenn die Spannungsversorgung für die Elektronik ge- stört bzw. nicht vorhanden ist, wird ein anderer Binärzustand ausgegeben als in dem Fall, in welchem alle Betriebsparameter ordnungsgemäße Werte aufweisen. Dieses Signal kann auch zu anderen bzw. weiteren Zwecken, z.B. zur Ansteuerung eines Alarmsignals verwendet werden.
Bevorzugtermaßen ist die Steuerschaltung mit einer Meßeinrichtung verbunden, die mit den Schalteranschlußklemmen verbunden ist und die dort anliegende Sternpunkt-Spannung abgreift, wobei die Steuerschaltung derart ausgebildet ist, daß die Ein- und Ausschaltvorgänge in Abhängigkeit von den Sternpunkt-Spannungen steuerbar sind. Auf diese Weise kann die Sicherheit beim Betrieb des Drehstrommotors, insbesondere für die elektronischen Bauteile, erhöht werden, da die Höhe der Sternpunkt-Spannungen
bei der Steuerung des elektronischen Schalters berücksichtigt werden kann.
Bei einer Weiterbildung ist die Steuerschaltung derart ausge- bildet, daß auf ein externes Einschaltsignal hin der elektronische Schalter dann eingeschaltet wird, wenn gleichzeitig eine der Sternpunkt-Spannungen eine erste Schwellenspannung überschreitet, die höher ist als eine Restspannung zwischen den Schalteranschlußklemmen im eingeschalteten Zustand des Schal- ters, jedoch wesentlich niedriger ist als die Spannung des Drehstromnetzes. Insbesondere beträgt die erste Schwellenspannung 2-5%, vorzugsweise 3% der Spannung des Drehstromnetzes .
Bevorzugtermaßen ist die Steuerschaltung, insbesondere zum
Schutz gegen Überspannungen, derart ausgebildet, daß der Schalter dann eingeschaltet bzw. ausgeschaltet wird, wenn eine der Sternpunkt-Spannungen eine zweiten Schwellenspannung überschreitet bzw. unterschreitet, die höher als die Spannung des Drehstromnetzes, jedoch niedriger als eine Schädigungsspannung ist, oberhalb derer Bauteile des Schalters oder der Steuerschaltung geschädigt oder zerstört werden. Insbesondere wird der Schalter bei Überschreiten der zweiten Schwellenspannung unabhängig davon eingeschaltet, ob ein externes Einschaltsignal das Einschalten befiehlt oder nicht. Die Messung der Sternpunkt-Spannungen kann also mehrfach genutzt werden, wodurch insbesondere elektronische Bauteile, wie z. B. Zenerdioden oder Varistoren zur Sicherung elektronischer Bauteile gegen Beschädigung nicht erforderlich sind.
Bei der Erfindung kommt die räum- und bauteilesparende Eigenschaft des erfindungsgemäßen Drehstrommotors besonders zum Tragen, da lange Meßleitungen insbesondere zwischen temperaturempfindlichen Bauteilen (Wicklung) des Drehstrom- motors und einem entfernt angeordneten Schaltkasten oder
Schaltschrank entfallen. Messung und Auswertung finden unmittelbar in der Nähe der temperaturempfindlichen Bauteile statt.
Besonders bevorzugt wird eine Ausführungsform, bei der der elektronische Schalter eine Energieversorgungseinrichtung aufweist, welche den elektronischen Schalter mit Schalt- oder Zündenergie versorgt und die derart ausgebildet und den elektronischen Schalter überbrückend angeordnet ist, daß die im eingeschalteten Zustand des elektronischen Schalters über dessen Anschlußklemmen anliegende Restspannung als Versorgungsspannung für die Energieversorgungseinrichtung verwendbar ist.
Nachfolgend werden zur Erläuterung der Erfindung Ausführungsbeispiele anhand von Abbildungen beschrieben. Die Erfindung ist jedoch nicht auf diese Ausführungsbeispiele beschränkt. Hierbei zeigen:
Fig. 1 das Prinzipschaltbild eines Ausführungsbeispiels der Erfindung,
Fig. 2 eine Schaltungsanordnung mit einem elektronischen Schalter zum Ein- und Ausschalten eines Drehstrommotors ,
Fig. 3 eine Schaltungsanordnung mit einem weiteren elektronischen Schalter zum Ein- und Ausschalten eines Elek- trommotors,
Fig. 4 eine Variante eines Teils der Schaltungsanordnung nach Fig. 2,
Fig. 5 eine Variante der Schaltungsanordnung nach Fig. 3,
Fig. 6 eine Perspektive Darstellung eines Klemmenkastens mit darin montierter Hybridschaltung und
Fig. 7 eine schematische Seitenansicht der Hybridschaltung zur Erläuterung deren prinzipiellen Aufbaus.
In der nachfolgenden Beschreibung werden für gleiche und gleichwirkende Teile die selben Bezugsziffern verwendet.
Fig. 1 zeigt das Prinzipschaltbild eines Ausführungsbeispiels der Erfindung. Hierin bedeuten 1 ein schematisch mit einer gewinkelten Klammer angedeutetes Drehstromnetz, 2 eine dreisträn- gige Wicklung eines Drehstrommotors, der an den Netzanschlußklemmen ül, VI und Wl dreiphasig an das Drehstromnetz 1 angeschlossen ist, 2u, 2v und 2w drei Wicklungsstränge, die die Wicklung 2 des Drehstrommotors bilden und an ihren den Netzanschlußklemmen UI, VI bzw. Wl abgewandten Enden Sternpunkt-Anschlußenden U2, V2 bzw. W2 aufweisen, U3 , V3 und W3 Schalteranschlußklemmen eines elektronischen Schalters 4, die jeweils mit einem der Sternpunkt-Anschlußenden U2 , V2 und W2 verbunden sind, und 5 eine Steuerschaltung, die zum Steuern des elektronischen Schalters 4 mit diesem verbunden ist.
Im folgenden wird ein Beispiel für den Betrieb der Schaltungsanordnung gemäß Fig. 1 gegeben. Zunächst ist der elektronische Schalter 4 in einem ausgeschalteten Zustand, d. h. die Schalteranschlußklemmen U3, V3 , W3 des Schalters 4 sind nicht derart leitend miteinander verbunden, daß ein für den Betrieb des Drehstrommotors ausreichender Stromfluß möglich ist. Ausgehend von diesem Zustand wird der Steuerschaltung 5 ein Kommando- signal gegeben, so daß die Steuerschaltung 5 dem Schalter 4 ein Steuersignal gibt, das den Schalter 4 in einen leitenden Zustand versetzt. In diesem leitenden Zustand sind die Schalteranschlußklemmen U3, V3 , W3 derart leitend miteinander verbunden, daß ein Betrieb des Drehstrommotors beginnt bzw. kontinu- ierlich fortgesetzt wird. Auf ein weiteres Kommandosignal hin gibt die Steuerschaltung 5 dem elektronischen Schalter 4 ein Steuersignal, so daß der Schalter 4 wieder in einen nicht-leitenden Zustand übergeht. Alternativ hierzu bleibt das erste Steuersignal, das den Schalter 4 in den leitenden Zustand ver- setzt, so lange bestehen, bis das zweite Kommandosignal gegeben wird. Auf das zweite Kommandosignal hin wird die Übermittlung des Steuersignals dann abgebrochen, so daß der Schalter 4 wieder in den nicht-leitenden Zustand übergeht.
Fig. 2 zeigt beispielhaft eine Ausführungsform einer Schaltungsanordnung, die dem rechten Teil des Prinzipschaltbilds nach Fig. 1 entspricht. Mit einer gewinkelten Klammer und dem Bezugszeichen 2 sind schematisch der linke Teil der Fig. 1 angedeutet. Innerhalb eines von einem mit einer unterbrochenen Linie umrahmten Rechteck ist der Schalter 4 dargestellt. Er weist eine ungesteuerte Gleichrichterbrücke 10 mit insgesamt 6 Halbleiterdioden auf, die jeweils paarweise gleichgerichtet auf jeweils einem Leitungsstrang angeordnet sind. Jeweils der
Strangabschnitt zwischen einem Paar der Halbleiterdioden ist mit einer der Schalteranschlußklemmen U3, V3 , W3 verbunden. Die einander entsprechenden Enden der drei Leitungsstränge sind jeweils miteinander kurzgeschlossen. Die so gebildete unge- steuerte Gleichrichterbrücke 10 weist somit zwei Enden auf, die über ein ein- und ausschaltbares elektronisches Ventil 12 miteinander verbunden sind. Das Ventil 12 ist vorzugsweise ein Schalttransistor, der so geschaltet ist, daß in seinem leitenden Zustand ein Stromfluß in Dioden-Durchlaßrichtung der Gleichrichterbrücke 10 möglich ist. Das ein- und ausschaltbare elektronische Ventil 12 ist mit einer Ansteuerungseinheit 9 verbunden, die wiederum mit einer Energieversorungseinrichtung 8 verbunden ist, welche den elektronischen Schalter 4 mit Schaltenergie versorgt.
Die Energieversorungseinrichtung 8 ist jeweils separat mit den drei Schalteranschlußklemmen U3, V3 , W3 verbunden. Weiterhin ist mit den Schalteranschlußklemmen U3, V3 , W3 eine Meßeinrichtung 6 verbunden, die wiederum mit der Steuerschaltung 5 ver- bunden ist. Zum Übertragen des Steuersignals ist die Steuerschaltung 5 mit der Ansteuerungseinheit 9 verbunden.
Zur Erfassung von Temperaturen temperaturempfindlicher Bauteile weist die Schaltungsanordnung nach Fig. 2 insgesamt 3 Tempera- turfühler T auf. Auf der linken Seite der Fig. 2 ist ein Temperaturfühler T erkennbar, der eine Temperatur an einer über- hitzungsgefährdeten Stelle der Wicklung 2 mißt. Ein weiterer Temperaturfühler T mißt die Temperatur der ungesteuerten
Gleichrichterbrücke 10, die auf einem gut wärmeleitenden Träger installiert ist, um eine geeignete Kühlung zu gewährleisten. Der dritte Temperaturfühler T mißt die Temperatur des ein- und ausschaltbaren elektronischen Ventils 12. Alle 3 Temperaturfüh- 1er T sind über eine Meßleitung mit der Steuerschaltung 5 verbunden.
Die Funktionsweise der Schaltungsanordnung gemäß Fig. 2 ist folgende: Ausgehend von dem nicht-leitenden Zustand des elek- tronischen Schalters 4 wird auf ein Kommandosignal hin von der Steuerschaltung 5 ein Steuersignal an die Ansteuerungseinheit 9 gegeben, so daß das Ventil 12 in den leitenden Zustand versetzt wird. Voraussetzung hierfür ist jedoch, daß keiner der Temperaturfühler T eine Temperatur mißt, die für das jeweilige tempe- raturempfindliche Bauteil gefährlich ist. Andernfalls ignoriert die Steuerschaltung 5 das Kommandosignal und gibt kein Steuersignal zum Einschalten des Ventils 12 an die Ansteuerungseinheit 9. Im leitenden Zustand des Ventils 12 sind die Enden der drei Leitungsstränge der Gleichrichterbrücke 10 leitend mit- einander verbunden. In diesem Zustand ist der zugehörige Drehstrommotor in Betrieb. Auf ein weiteres Kommandosignal hin, oder bei Abbruch des ersten Kommandosignals, wird der Ansteuerungseinheit 9 von der Steuerschaltung 5 ein Steuersignal übermittelt, so daß das Ventil 12 in den nicht-leitenden Zustand versetzt wird, mit der Folge, daß er Stromfluß zwischen den Enden der drei Leitungsstränge der Gleichrichterbrücke 10 unterbrochen wird. Als Energiequelle für diesen Schaltvorgang nutzt die Ansteuerungseinheit 9 von der Energieversorgungseinrichtung 8 bereitgestellte Schaltenergie. Hierzu greift die Energieversorgungseinrichtung 8 eine oder mehrere zwischen den Schalteranschlußklemmen U3, V3 , W3 anliegende Restspannungen ab. Aufgrund der Verwendung der Halbleiterdioden für die ungesteuerte Gleichrichterbrücke und des ein- und ausschaltbaren elektronischen Ventils 12, insbesondere eines Schalttran- sistors, bestehen solche Restspannungen auch während des Betriebs des Drehstrommotors. Für den Einschaltvorgang stehen, sofern das Drehstromnetz in Betrieb ist und angeschlossen ist,
ohnehin Spannungen zwischen den Schalteranschlußklemmen U3 , V3 , W3 zur Verfügung.
Außer den bereits beschriebenen Betriebsweisen gibt es noch weitere Betriebsweisen. Zur Gewährleistung eines Über- spannungsschutzes der Bauteile der Schaltungsanordnung gemäß Fig. 2 mißt die Meßeinrichtung 6 die Spannungen zwischen den Schalteranschlußklemmen U3, V3 , W3 und übermittelt die Meßwerte und/oder ein den Meßwerten zugeordnetes Meßsignal der Steuer- Schaltung 5. Auf diese Weise kann die Steuerschaltung 5 eine für die Bauteile des elektronischen Schalters 4 gefährlich hohe Spannung erkennen und unabhängig von einem Kommandosignal das Ventil 12 über die Ansteuerungseinheit 9 in den elektrisch leitenden Zustand versetzen. So können sich kurzzeitige gefähr- liehe Überspannungen abbauen. Hierbei wird der Anstieg des
Kurzschlußstroms in dem elektronischen Schalter 4 durch die Induktivitäten der Wicklungsstränge des Drehstrommotors gedämpft. Weiterhin wird ein Absinken der Überspannungen durch die Meßeinrichtung 6 gemessen und von der Steuerschaltung 5 erkannt, woraufhin die Ansteuerungseinheit 9 auf ein Steuersignal der
Steuerschaltung 5 das Ventil 12 in den nicht-leitenden Zustand versetzt. Als Maß für das Ein- oder Ausschalten des elektronischen Schalters 4 zum Schutz gegen Überspannungen ist der Wert einer Schwellenspannung vorgegeben, die höher als die Spannung des Drehstromnetzes, jedoch niedriger als eine Schädigungsspannung ist, oberhalb derer Bauteile des Schalters 4 oder der Steuerschaltung 5 oder weiterer Bestandteile der Schaltungsanordnung geschädigt oder zerstört werden.
Fig. 3 zeigt ausschnitthaft eine der in Fig. 2 dargestellten
Schaltungsanordnung entsprechende Schaltungsanordnung mit einem anderen elektronischen Schalter. Der elektronische Schalter 14 weist anstelle einer ungesteuerten Gleichrichterbrücke und eines elektronischen Ventils eine halbgesteuerte Gleichrichter- brücke 20 auf. Dementsprechend ist eine modifizierte
Ansteuerungseinheit 19 vorgesehen. Die halbgesteuerte Gleichrichterbrücke 20 ist ähnlich wie die ungesteuerte Gleichrichterbrücke 10 gemäß Fig. 2 aufgebaut, jedoch ist in jedem der
drei Leitungsstränge ein Paar Halbleiterbauteile vorhanden, bestehend aus einer Halbleiterdiode und einem gleichgepolten Thyristor. Der Thyristor nimmt also jeweils die Stelle einer der Halbleiterdioden gemäß Fig. 2 ein. Im Fall der Fig. 3 lie- gen die Thyristoren jeweils in technischer Stromflußrichtung gesehen stromabwärts der jeweiligen Halbleiterdiode desselben Leitungsstranges. Es ist jedoch auch möglich, die Thyristoren stromaufwärts der Halbleiterdioden anzuordnen.
Die Steueranschlüsse der drei Thyristoren sind über Steuerleitungen mit der Ansteuerungseinheit 19 verbunden. Die Ansteuerungseinheit 19 ist außerdem mit den Enden der drei Leitungsstränge der Gleichrichterbrücke 20 verbunden. Wie bei der Schaltungsanordnung gemäß Fig. 2 ist eine Energieversorgungs- einheit 8 Bestandteil des elektronischen Schalters 14. Temperaturfühler, die SteuerSchaltung, die Meßeinrichtung zur Messung von Spannungen zwischen den Schalteranschlußklemmen des Schalters 4 und die zugehörigen Leitungsverbindungen sind in Fig. 3 nicht dargestellt.
Auf ein entsprechendes Kommandosignal hin gibt die Steuerschaltung ein Steuersignal an die Ansteuerungseinheit 19, woraufhin diese einen Zündimpuls an die drei Thyristoren gibt und die Thyristoren so in den elektrisch leitenden Zustand versetzt. Bevorzugt wird, daß dies jedoch nur dann geschieht, wenn zur Zeit des Eintreffens des Kommandosignals eine der Spannungen zwischen den Schalteranschlußklemmen des Schalters 4 einen Schwellenwert überschreitet, der zum einen größer ist als die Restspannung zwischen den Anschlußklemmen des Schalters 4 im elektrisch leitenden Zustand der Thyristoren, der zum anderen aber sehr viel kleiner ist als die Spannung des Drehstromnetzes. Vorzugsweise beträgt der Schwellwert etwa 3% der Spannung des Drehstromnetzes. Auf ein Kommandosignal zum Abschalten des Schalters 4 hin oder wenn eine zu hohe Temperatur eines tempe- raturempfindlichen Bauteils erfaßt wird, übermittelt die Steuerschaltung 5 ein Steuersignal an die Ansteuerungseinheit 19, woraufhin diese den Impuls zum Zünden der Thyristoren nicht mehr gibt, so daß diese beim nächstfolgenden Kommutierungszeit-
punkt der halbgesteuerten Gleichrichterbrücke 20 in den nichtleitenden Zustand versetzt werden. Bevorzugt wird, daß ein Einschalten der Thyristoren bzw. des Schalters 4 in den elektrisch leitenden Zustand auch bei Vorliegen eines Meßsignals erfolgt, das durch eine Überspannung an den Schalteranschlußklemmen des Schalters 4 ausgelöst wurde.
Fig. 4 zeigt ebenfalls ausschnitthaft eine Schaltungsanordnung, die wie in Fig. 2 gezeigt, um weitere Bauteile ergänzt sein kann. Die Schaltungsanordnung gemäß Fig. 4 entspricht im wesentlichen Teilen des elektronischen Schalters gemäß Fig. 2, jedoch weist die Ansteuerungseinheit 9 zwei weitere Leitungsverbindungen auf, so daß sie das Ventil 12 überbrückend mit den Enden der drei Leitungsstränge der Gleichrichterbrücke 10 ver- bunden ist. Alternativ hierzu kann eine der beiden zusätzlichen Leitungsverbindungen entfallen, wenn eine der zwei dargestellten Ansteuerungsverbindungen zwischen der Ansteuerungseinheit 9 und dem Ventil 12 mit einem Ende der Leitungsstränge der Gleichrichterbrücke 10 verbunden ist bzw. mit dem entsprechen- den Anschluß des Ventils 12 verbunden ist.
Bevorzugtermaßen wird der Ansteuerungseinheit 9 über die zusätzlichen Leitungsverbindungen bzw. über eine zusätzliche Leitungsverbindung und eine Ansteuerungsverbindung eine über die Leitungsstränge der Gleichrichterbrücke 10 abfallende Restspannung zum Steuern des elektronischen Ventils 12 zugeleitet. Auf diese Weise kann eine Zündenergie zum Ansteuern des Ventils 12 bezogen werden.
Die in Fig. 5 gezeigte Schaltungsanordnung ist, entsprechend der in Fig. 4 gezeigten, eine Modifikation der Schaltungsanordnung nach Fig. 3. Hier ist zum Bereitstellen einer Zündenergie zum Zünden der Thyristoren ein Hilfsgleichrichter 11 vorgesehen, der drei Halbleiterdioden aufweist. Jede der drei Halblei- terdioden ist über eine gemeinsame Leitungsverbindung des
Hilfsgleichrichters 11 mit der Ansteuerungseinheit 19 verbunden. Das jeweils andere Ende der Halbleiterdioden ist mit einer der Schalteranschlußklemmen des elektronischen Schalters ver-
bunden. Auf diese Weise kann eine Schaltenergie zwischen den Schalteranschlußklemmen und dem Thyristor-seitigen Ende der drei Leitungsstränge der Gleichrichterbrücke 20 abgegriffen werden. Es ist ebenfalls möglich, eine Schaltenergie zwischen den Schalteranschlußklemmen und dem Dioden-seitigen Ende abzugreifen, wenn eine Leitungsverbindung zwischen diesem Ende und der Ansteuerungseinheit 19 vorgesehen ist.
Entsprechend der in Fig. 2 gezeigten Schaltungsanordnung kann eine Einrichtung zur Temperaturüberwachung temperaturempfindlicher Bauteile vorgesehen sein. Dies ist beim Hilfsgleichrichter 11 mit einem Temperaturfühler T angedeutet.
Auch kann eine Einrichtung zum Schützen der Bauteile gegen Überspannungen vorgesehen sein. Beim Vorhandensein einer solchen Überspannung wird der elektronische Schalter durch Zünden der Thyristoren in einen elektrisch leitenden Zustand versetzt.
Drehstrommotoren, insbesondere bei Verwendung als Getriebe- motoren, werden häufig mit einer elektromagnetisch betätigbaren, mechanischen Bremse kombiniert, die die an sich schon gute Steuerbarkeit der Drehstrommotoren noch verbessert. Bevorzugtermaßen wird zwischen den Anschlußklemmen von einer der drei Ständerwicklungen, also z. B. zwischen dem Netzanschlußende Ul und dem Sternpunktanschlußende U2 nach Fig. 1, eine Versorgungsspannung für eine solche elektromagnetisch betätigbare, mechanische Bremse abgegriffen. Bei Stromfluß durch die entsprechende Wicklung, d. h. wenn der elektronische Schalter 4 in einem elektrisch leitenden Zustand ist, fällt an den Anschluß- klemmen eine Spannung ab. Daher wird während des Betriebes des Drehstrommotors eine Erregerspule der Bremse mit Strom versorgt, so daß die Bremse gelüftet wird. Sobald der elektronische Schalter ausgeschaltet wird, bricht die Versorgungsspannung zusammen, so daß die Bremse einfällt und der Dreh- strommotor festgehalten wird.
In Figur 6 ist ein Klemmenkasten 21 dargestellt, der über eine (nicht gezeigte) Dichtung auf dem Drehstrommotor (nicht ge-
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nicht direkt die Temperatur des elektronischen Schalters 4 mißt. Dadurch wird eine korrekte Temperaturmessung des Gesamt- bauteils ermöglicht.
Bezugszeichenliste
I Drehstromnetz 2 Wicklung
4 elektronischer Schalter
5 Steuerschaltung
6 Meßeinrichtung
8 Energieversorungseinrichtung 9 Ansteuerungseinheit
10 ungesteuerte Gleichrichterbrücke
II Hilfsgleichrichter
12 ein- und ausschaltbares elektronisches Ventil
14 elektronischer Schalter 19 Ansteuerungseinheit
20 halbgesteuerte Gleichrichterbrücke
21 Klemmenkasten
22 Klemmenleiste
23 Hybridschaltung 24, 24^ Befestingungsschraube
25 Steuerausgang
2u, 2v, 2w Wicklungsstrang
T Temperaturfühler
UI, VI, Wl Netzanschlußenden U2, V2, W2 Sternpunktanschlußenden
U3 , V3 , W3 Schalteranschlußklemmen