Beschreibung
Vorrichtung zur Verabreichung einer Infusion und/oder Perfu- sion an einen Patienten
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Verabreichung einer Infusion und/oder Perfusion an einen Patienten.
In der Intensivmedizin bestehen wesentliche Aufgaben darin,
Störungen des Flüssig eits- , Elektrolyt- und des Energiehaushaltes eines Patienten auszugleichen un den Patienten über eine gewisse Zeit parenteral zu ernähren. Dies wird üblicherweise durch eine Mischung verschiedener Infusionslösungen er- reicht, die parenteral über einen zentralvenösen Zugang dem Patienten gegeben werden. Die Zusammensetzung der Infusionslösungen richtet sich nach dem Bedürfnis des Patienten und den zugrunde liegenden Störungen der genannten Haushalte, die ausgeglichen werden müssen. Diese Störungen lassen sich grob unterteilen in eine Überwässerung oder einen Wassermangel, in
Störungen der Blutsalzzusammensetzung und in Störungen des Energiestoffwechsels, wobei diese Störungen sich mitunter gegenseitig beinflussen und komplexe Zusammenhänge aufweisen. Die Planung einer Infusionsbehandlung erfordert daher die Be- rechnung eines individuellen Infusionsplanes.
Der Wasserbedarf wird dabei über messbare Verluste und Abschätzungen betreffend nicht messbare Verluste anhand von Faustregeln bestimmt. Störungen des Wasserhaushaltes werden durch Messungen des Körpergewichts, durch Messung des zentralen Venendrucks, durch Beurteilung des Kreislaufs sowie von Ödemen oder Hautfalten und schließlich durch Bestimmung der Verluste (Urin, Atmung, Schweiß, Stuhlgang) abgeschätzt. Die Kontrolle der Wasserbilanzierung erfolgt über die gleichen Parameter. Anhand dieses grobgeschätzten Wasserbedarfs wird
dann die zuzuführende Infusionsmenge pro Zeiteinheit bestimmt. Der Elektrolytbedarf wird über geschätzte Verluste sowie über Elektrolytbestimmungen in Körperflüssigkeiten (Serum, Urin, Flüssigkeiten aus Drainagen) ebenfalls anhand von Faustregeln bestimmt. Störungen der Blutsalzzusammensetzung werden über Laboruntersuchungen des Blutes beurteilt, wobei hier insbesondere die Natrium-, Kalium- und Chloridspiegel im Blut relevant sind, wie aber auch andere Elektro- lyte . Schließlich wird auch der Kalorienbedarf ebenfalls zu- meist über Faustregeln abgeschätzt, in welche das Körpergewicht des Patienten, die Temperatur und die Krankheit des Patienten eingehen. Daneben ist auch eine Bestimmung des Kalorienbedarfs durch indirekte Kalorimetrie möglich. Die Aufteilung des Kalorienbedarfs auf die Nährstoffe Eiweiß, Kohlenhy- drate und Fett, die die zuzuführenden Kalorienträger bilden, erfolgt ebenfalls über Faustregeln. Die Kontrolle der paren- teralen Ernährung, also letztlich das Infusionsergebnis, erfolgt über die Messung des Blutzuckers und/oder der Blutfettwerte. Aus den genannnten groben Schätzungen wird für jeden Patienten ein individueller Infusionsplan errechnet, der dann durch Zusammenmischen von Infusionslösungen mit Salzen umgesetzt wird. Diese Lösungen werden dann mit einer ebenfalls von Hand vorgegebenen Infusionsgeschwindigkeit zugeführt. Die Therapie, also das Infusionsergebnis, wird anschließend durch Laborkontrollen überprüft und gegebenenfalls modifiziert.
Die obige Beschreibung zeigt, daß eine Infusionstherapie, wie sie momentan durchgeführt wird, viele Unsicherheitsfaktoren, Nährungen und Annahmen enthält, die eine an die tatsächlichen Erfordernisse angepaßte Infusionstherapie nicht ermöglichen.
Insbesondere ist eine kontinuierliche Kontrolle des Therapieergebnisses, also die Auswirkung der Infusion bzw. Perfusion auf den auszugleichenden Haushalt bzw. Parameter nur in groben Zeitabständen möglich, so daß die gesamte Infusions- bzw. Perfusionstherapie äußerst unflexibel ist.
In der DE-AS 28 49 367 ist eine Vorrichtung zur Regelung der Glucosekonzentration im Blutstrom einer Person beschrieben, bei der eine Infusionsvorrichtung veranlaßt wird, dem Blut- ström Insulin in einer Menge zuzuführen, die auf Grundlage einer mathematischen Gleichung ermittelt wird.
In der DE 39 02 497 AI ist außerdem eine Perfusionsvorrichtung in Form einer Herzunterstützungseinrichtung beschrieben, bei der der Perfusionsvorgang auf Grundlage eines fest vorgegebenen Modells gesteuert wird.
Die Erfindung liegt damit das Problem zugrunde, eine Vorrichtung anzugeben, welche eine verbesserte Infusions- und/oder Perfusionstherapie zuläßt und ein weitgehend auf die tatsächlichen Gegebenheiten abgestimmtes Arbeiten zuläßt.
Zur Lösung dieses Problems ist erfindungsgemäß eine Vorrichtung zur Verabreichung einer Infusion und/oder Perfusion an einen Patienten vorgesehen, umfassend:
-ein oder mehrere Sensormittel zum Messen von Ist-Werten eines oder mehrerer patientenspezifischer Parameter, -ein mit dem oder den Sensormittel (n) kommunizierendes Steuermittel, -eine mit dem Steuermittel kommunizierende und die zu verabreichende Infusions- und/oder Perfusionslosung enthaltende Infusions- und/oder Perfusionseinrichtung, wobei das Steuermittel die mittels der Infusions- und/oder Perfusionseinrichtung zuzuführende Infusions- und/oder Perfu- sionsmenge in Abhängigkeit der erfaßten Ist-Werte steuert.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung stellt mit besonderem Vorteil ein Regelungssystem dar, welches die Zufuhr an Infusions- und/oder Perfusionslosung abgestimmt auf die tatsächlich vorliegenden Bedingungen, die mittels der Ist-Werte fest-
stellbar sind, ermöglicht. Es erfolgt eine dauernde Kommunikation zwischen dem oder den Sensormitteln mit dem Steuermittel, wobei die Ist-Werte des oder der patientenspezifischen Parametern im wesentlichen kontinuierlich oder quasi kontinu- ierlich erfaßt werden. Abhängig von den Ist-Werten steuert dann das Steuermittel die Gabe der Infusions- und/oder Perfusionslösungen. Infolge des im wesentlichen kontinuierlichen oder quasi kontinuierlichen Erfassen der Ist-Werte erhält man auf diese Weise sofort eine Rückmeldung über den Erfolg der zugeführten Lösungen, d.h., es wird sehr rasch erkannt, ob die gewünschte Wirkung im Hinblick auf den auszugleichenden Haushalt erreicht wird.
Wie bereits beschrieben handelt es sich bei den auszuglei- chenden Haushalten bzw. den zu kontrollierenden Störungen jedoch um teilweise sehr komplexe Zusammenhänge, sowohl im Hinblick auf das Auftreten der Störung wie auch deren Auswirkung auf den Gesamtkörper. Im Hinblick auf diese komplexen Zusammenhänge, die aber medizinisch hinreichend erfaßt sind, ist erfindungsgemäß vorgesehen, das daß Steuermittel ein Expertensystem unfaßt, mittels welchem die eingehenden Ist-Werte verarbeitet werden, und basierend auf welchem die Steuerung erfolgt. Bei diesen Expertensystem handelt es sich um ein intelligentes Regelungs- und Steuerungssystem, wobei die Rege- lungs-und Steuermechanismen basierend auf physiologischen und pathophysiologischen Modellen des Stoffwechsels, also auf den medizinischen Erkenntnissen über die komplexen Zusammenhänge erstellt wurde. Auf diese Weise ist es also mit besonderem Vorteil möglich, die beschriebenen komplexen Zusammen- hänge im Rahmen der Steuerung zu berücksichtigen und eine verbesserte Therapie zu ermöglichen. Ein weiterer beachtlicher Vorteil des Einsatzes dieses Expertensystems, welches selbtverständlich in Form einer entsprechenden Regelungs- und Steuerungssoftware steuermittelseitig vorgesehen ist, liegt ferner darin, daß in dieses Expertensystem sämtliche bekann-
ten Zusammenhänge und Informationen aufnehmbar sind, die zur Festlegung der Therapie und damit zur entsprechenden Steuerung erforderlich sind, und die bisher vom Arzt nur aufgrund eigenen Wissens in die Erstellung des Therapieplans einzu- bringen waren, wobei hierbei selbstverständlich ein beachtliches Fehlerpotential gegeben war, welches mit dem beliebig ausbau- und strukturierbaren Expertensystem beseitigt ist. Die eingangs genannten Probleme treten nicht mehr auf, da die erfindungsgemäße Regelung basierend auf den Ist-Werten, die in dem als Expertensystem ausgebildeten Steuermittel verarbeitet werden, eine wesentlich genauere und schnell nachvollziehbare Infusions- bzw. Perfusionstherapie zulassen.
Wie bereits beschrieben ist es insbesondere im Rahmen der In- tensivmedizin erforderlich verschiedene Haushalte zu kontrollieren, so daß unterschiedliche Infusions- oder Perfusionslösungen zuzuführen sind. Um dem Rechnung zu tragen kann in aus der DE 28 55 713 C2 an sich bekannter Weise vorgesehen sein, daß die Infusions- und/oder Perfusionseinrichtung mehrere zu verabreichende Infusions- und/oder Perfusionslösungen enthält, wobei das Steuermittel die Abgabe der einzelnen erforderlichen Infusions- und/oder Perfusionsmengen steuert. Die Vorrichtung ermöglicht also mit besonderem Vorteil, unterschiedlichste Lösungen zu verwenden und zu verabreichen, so daß es für eine Komplettversorgung verwendet werden kann. Dabei kann die Infusions- und/oder Perfusionseinrichtung eine Mischeinrichtung aufweisen, in welcher die über das Steuermittel gesteuert abgegebenen Infusions- und/oder Perfusionslösungen gemischt werden, d.h., daß Zusammenmischen erfolgt gesteuert, die zusammengemischte Lösung wird anschließend über eine gemeinsame Leitung zugeführt, so daß nicht mehrere Katheter gelegt werden müssen. Sämtliche Schritte erfolgen vorteilhaft stets unter Kontrolle des Steuermittels.
Mithin erfordern vom Arzt feststellbare physiologische Parameter oder Zusammenhänge, eine oder mehrere Infsuions- und/oder Perfusionslösungen defizitär, ausgleichend oder überschüssig zuzuführen. Um die Vorrichtung auch für solche Fälle einsetzbar zu gestalten, kann gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung des Erfindungsgedankens vorgesehen sein, das daß Steuermittel ein oder mehrere Wählmittel aufweist, über welche (s) die abzugebende Menge einer oder mehrerer Infusions- und/oder Perfusionslösungen benutzerseitig zur Einstel- lung einer defizitären, ausgeglichenen oder überschüssigen Zufuhr einstellbar ist. Unter „defizitärer, ausgleichender oder überschüssiger Zufuhr" ist sowohl eine entsprechende Zufuhr an Flüssigkeit im Hinblick auf den Flüssigkeits- oder Elektrolythaushalt zu verstehen, wie auch im Falle einer Be- einflussung des Kalorienhaushalts eine hypokalorische, normo- kalorische und hyperkalorische Zufuhr möglich ist. Dabei hat es sich als zweckmäßig erwiesen, wenn das Steuermittel selbst zur automatischen Einstellung einer defizitären, ausgeglichenen oder überschüssigen Zufuhr ausgebildet ist, um dem Arzt auch diese Entscheidung abnehmen zu können. Die steuermittel- seitige Entscheidung diesbezüglich erfolgt in Abhängikeit des Expertensystems und der gelieferten Ist-Werte bzw. der entsprechenden Parameterdaten.
Für den Fall, daß ein Haushalt oder ein patientenspezifischer Parameter mittels unterschiedlicher Infusions- und/oder Perfusionslösungen ausgeglichen werden kann, wie dies beispielsweise für den Kalorienhaushalt gilt, welche durch Zugabe von Fett-, Eiweiß- und/oder Kohlenhydratlösungen beeinflußt wer- den kann, die jeweils richtige Lösung (en) bzw. richtige Zusammensetzung zu verwenden, kann ferner vorgesehen sein, das daß Steuermittel ein oder mehrere, gegebenenfalls weitere Wählmittel zum Auswählen der Art der zuzuführenden Infusionsund/oder Perfusionslösungen aufweist. Mit Hilfe dieses Wähl- mittels kann also der Arzt die Zusammensetzung der zuzufüh-
renden Lösung einstellen. Dies kann beispielsweise so sein, daß er bestimmte Zusammensetzungsverhältnisse
„Fett/Eiweiß/Kohlenhydrate" wählen kann, welche im Rahmen der Abgabesteuerung entsprechend berücksichtigt werden. Auch hier kann das Steuermittel zum automatischen Auswählen der Art der zuzuführenden Infusions- und/oder Perfusionslösungen ausgebildet sein.
Im Hinblick auf einen reibungslosen und kontinuierlichen Ein- satz der Vorrichtung hat es sich ferner als vorteilhaft erwiesen, wenn ein oder mehrere Sensormittel mittels einer in der Infusions- und/oder Perfusionseinrichtung vorgesehenen Eichlösung spülbar und kalibrierbar sind, so daß die Sensormittel stets korrekte Ist-Werte messen und liefern können. Die Spülung und Kalibrierung, die mittels dem Steuermittel steuerbar sein kann, kann mehrmals in vorgegebenen Zeitabständen erfolgen und erfordert lediglich den Einsatz einer Eichlösung im Mikroliter-Bereich, so daß die gegebenenfalls in den Patienten nach dem Spülen eingebrachte Eichlösung die Therapie in keinem Fall beeinflussen kann. Schließlich hat es sich als zweckmäßig erwiesen, wenn eine in Abhängigkeit wenigstens eines gemessenen Ist-Wertes mittels des Steuermittels betätigbare Alarmeinrichtung vorgesehen ist, welche im Falle einer festgestellten Komplikation, in der Regel dann, wenn ein Ist-Wert von einem im Steuermittel abgelegten Soll- Wert erheblich abweicht, eine ensprechende Alarmierung des Personals ermöglicht.
Die Vorrichtung kann zur infusions- und/oder perfusionsge- stützen Beeinflussung des Glycose- und/oder Kaliumhaushalts eines Patienten ausgebildet sein. Alternativ oder zusätzlich kann die Vorrichtung zur infusions- und/oder perfusionsge- stützten Beeinflussung des Kalorienhaushalts eines Patienten ausgebildet sein, wie auch -alternativ oder zusätzlich- eine Ausbildung der Vorrichtung zur infusions- und/oder perfusi-
onsgestützten Beeinflussung des Flüssigkeits- und/oder Elektrolythaushalts eines Patienten vorgesehen sein kann. Im Hinblick auf ein möglichst breites Einsatzspektrum der erfin- dugsgemäßen Vorrichtung, was insbesondere in der Intensiv- medizin gefordert wird, sollte die Vorrichtung zur Beeinflussung jedes der genannten Haushalte ausgebildet sein.
Gemäß einer Variante der Erfindung werden zusätzlich zu den auszugleichenden oder zu beeinflussenden Parametern (Haushalten) weitere physikalische und/oder chemische Parameter mittels der Sensormittel gemessen werden und von dem Steuermittel verarbeitst, und zwar zumindest ein Teil der folgenden Parameter: Patialdruck 02 der Ein- und Ausatemluft, Partialdruck C02 der Ausatemluft, Raumtemperatur, Luftdruck, Temperatur des Patienten, Kalium-, Natrium- und Chloridspiegel im Blut, pH-Wert des Bluts, Partialdruck 02 und C02 im Blut, Glucosespiegel im Blut, Triglyceridspiegel im Blut, zentraler Venendruck, arterieller Blutdruck, Urinproduktion pro Zeiteinheit, Kreatininspiegel, Körpergewicht.
Die Infusions- und/oder Perfusionseinrichtung kann sich dadurch auszeichnen, daß sie zur Aufnahme mehrerer Infusionsund/oder Perfusionslösungen ausgebildet ist, die über separate Leitungen einer zentralen Ausgabeleitung zuführbar sind, und daß ein oder mehrere den Lösungsfluß beeinflussende
Stell- und/oder Pumpelemente vorgesehen sind, die über ein mit der Einrichtung über einen Kommunikationsanschluß verbindbares oder verbundenes Steuermittel steuerbar sind. In die erfindungsgemäße Vorrichtung können also beliebig viele Lösungen, insbesondere Standardlösungen eingebracht, beispielsweise eingehängt werden, die dann an entsprechende separate Leitungen anschließbar sind. Mittels der Stell- und/oder Pumpelemente, die jeder Leitung bzw. jeder Infusions- und/oder Perfusionslosung zugeordnet sein können, werden dann die abgegebenen Mengen separat und individuell gesteu-
ert . Des weiteren kann eine Mischeinrichtung zum Mischen der verschiedenen, über die gemeinsame Abgabeleitung zuzuführenden Infusions- und/oder Perfusionslösungen vorgesehen sein, wobei diese Mischeinrichtung als gemeinsamer Tropfenfänger ausgebildet sein kann, in den die einzelnen zuzuführenden Infusion- und/oder Perfusionslösungen tropfenweise gebbar sind.
Weitere Vorteile, Neuerungen und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus dem im folgenden beschriebenen Ausführungs- beispiel sowie anhand der Zeichnung.
Die Figur zeigt in Form einer Prinzipskizze eine erfindungsgemäße Vorrichtung. Gezeigt ist ein Patient 1, welcher durch Gabe einer Infusion oder Perfusion zu therapieren ist. An einem Tubus 2 ist ein Sensormittel 3 vorgesehen, welches der Atemgassensorik dient. Mittels dem Sensormittel 3 können die Partialdrucke des Sauerstoffs und des Kohlendyoxids in der Ausatemluft gemessen werden, wie auch der Partialdruck des Sauerstoffs in der Einatemluft. Über eine Kommunikationsleitung 4 werden die im wesentlichen kontinuierlich oder quasikontinuierlich gemessenen Ist-Werte an ein Steuermittel 5 gegeben. Am Arm 6 des Patienten 1 ist ein arterieller oder venöser Dauerkatheter 7 angeordnet, dem Sensormittel 8 für die Blutsensorik nachgeschaltet sind, die über eine Kommunikationsleitung 9 mit dem Steuermittel 5 verbunden sind. Mittels der Sensormittel 8 können beispielsweise die Kalium-, Natrium- und Chloridspiegel im Blut, der Blut-pH der Sauer- stoffpartialdruck und der Kohlensäurepartialdruck im Blut ge- messen werden, wie gegebenenfalls auch die Blutglucose- und Triglyceridspiegel . Auch der zentrale Venendruck kann hierüber messbar sein, wie gegebenenfalls auch der arterieller Blutdruck. Auch hier werden kontinuierlich oder quasi kontinuierlich Ist-Werte ermittelt, die dem Steuermittel 5 gegeben werden .
Die Figur zeigt lediglich ein Ausführungsbeispiel . Eine Beschränkung hinsichtlich der einsetzbaren Sensormittel und der mit diesen messbaren Parametern ist hierdurch nicht gegeben. Vielmehr können beliebige Sensormittel zur Messung beliebiger Parameter eingesetzt werden, solang diese für die Steuerung erforderlich sind. Die Sensormittel sollten ein möglichst geringes Probenvolumen erfordern, um die Belastung des Patienten möglichst gering zu halten, beispielsweise hinsichtlich des erforderlichen Blutverbrauchs für die Sensorik. Auch sollte die Baugröße möglichst klein sein, da auf Intensivstationen zumeist Platzmangel herrscht. Insbesondere im Hinblick auf den Blutkontakt sollte der Preis gering sein, da es sich um ein Wegwerfprodukt handeln muß. Schließlich sollte auch die Lebensdauer der Sensormittel nach Möglichkeit der Behandlungsdauer entsprechen, damit nicht ein dauernder Austausch erforderlich ist. Die Sensormittel können ferner mittels einer Eichlösung spülbar und kalibrierbar sein, wobei dies über das Steuermittel gesteuert erfolgen kann.
Über eine Kommunikationsleitung 10 steht das Steuermittel 5 mit einer Infusions- und/oder Perfusionseinrichtung 11 in Kommunikationsverbindung. Die Einrichtung 11 weist mehrere Aufnahmen 12 zur Aufnahme unterschiedlicher Infusions- und/oder Perfusionslösungen 13 a,b,c,d,e auf, wobei im gezeigten Beispiel lediglich fünf Aufnahmen vorgesehen sind, jedoch beliebig viele vorgesehen sein können. Bei den Lösungen 13 a-e handelt es sich um Standardlösungen. Jede Lösung 13 a-e ist über eine Leitung 14 mit einer Mischeinrichtung 15 in Form eines Tropfenfängers verbunden. In jede Leitung 14 ist ein Stell- und/oder Pumpelement 16 geschalten, wobei jedes Stell- und/oder Pumpelement 16 in seinem Betrieb über das Steuermittel 5 gesteuert wird. D.h., hierüber kann die abzugebende Menge der jeweiligen Lösung 13 a-e gesteuert werden. Da dem Steuermittel 5 die ist-Werte aufgrund der Sensorik be-
kannt sind, kann auf diese Weise umgehend auf entsprechende Änderungen reagiert werden und durch Ansteuern des jeweiligen Stell- und/oder Pumpelements die zugegebene Menge der jeweiligen Lösung variiert werden.
Jede abgegebene Lösung wird tropfenweise über die entsprechende Leitung 14 der Mischeinrichtung 15 zugegeben, wo die einzelnen Lösungen miteinander vermischt werden. Über die Leitung 17 wird die in ihrer Zusammensetzung auf die tatsäch- liehen Ist-Gegebenheiten abgestimmte Lösung dem Patienten am Arm 18 über einen entsprechenden Katheter 19 zugegeben.
Wie bereits beschrieben erfolgt die gesamte Steuerung der Einrichtung 11 über das Steuermittel 5. Zu diesem Zweck ist das Steuermittel 5 das als Steuerrechner ausgebildet ist, mit einem Expertensystem in Form einer Regelungs- und Steuerungssoftware versehen. Das Expertensystem wurde auf Basis physiologischer und pathophysiologischer Stoffwechselmodelle konfiguriert und dient zur Verarbeitung der gelieferten Ist-Werte, um hieraus den entsprechenden Steuerungsplan zu generieren.
Wie bereits beschrieben sind die einsetzbaren Sensormittel nicht begrenzt. Beispielsweise kann die gesamte Vorrichtung als Glucose- und Kalium-System ausgebildet sein. In diesen Fall wird mittels eines entsprechenden Sensormittels im Blut der Kalium- und der Glucosespiegel bestimmt und durch die Regelung der Einrichtung 11, die in diesen Fall zumindest eine Glucose- und eine Kaliumlösung enthält, in einem konstanten Bereich gehalten, wobei zusätzlich ein Insulinperfusor zum Einsatz kommen kann.
Alternativ (oder zusätzlich) kann die Vorrichtung auch kalo- rienbedarfsgesteuert sein. In diesen Fall wird über das Verfahren die indirekten Kalorimetrie der aktuelle Kalorienver- brauch des Patienten bestimmt (Kalorien/Minute) . Die Einrich-
tung 11 enthält in diesen Fall (gegebenenfalls zusätzlich) Elektrolyt-, Kohlenhydrat-, Aminosäurelösungen und Fettemulsionen, wie auch fertige Mischungen hieraus eingesetzt werden können. Zusätzlich kann auch hier ein Insulinperfusor vorge- sehen sein. Durch entsprechende Steuerung/Regelung über das Steuermittel 5 wird dem Patienten eine adäquate Kalorienmenge zugeführt. Hierbei kann zwischen einer hypokalorischen, einer normokalorischen und einer hyperkalorischen Ernährung gewählt werden, wozu geeigneterweise entsprechende Wählmittel- und Steuermittel 5 (in der Figur durch die Schalter 20 dargestellt) vorgesehen sein können. Über die jeweiligen festgestellten Kalorienverbräuche kann auch festgestellt werden, was der Patient verbrennt, d.h., ob er bevorzugt Fette verbrennt, oder aber Kohlenhydrate, so daß die Zusammensetzung entsprechend eingestellt werden kann. Die Auswahl kann aber auch automatisch vom Steuermittel gesteuert erfolgen. Auch können mittels der Wählmittel 20 nur bestimmte zu verabreichende Lösungen oder gegebenenfalls bestimmte Mischungsverhältnisse eingestellt werden. Zur Sicherheit kann hier zu- sätzlich noch der Blutglucosespiegel, der Kaliumspiegel wie auch der Natriumspiegel und der zentrale Venendruck gemessen werden. Eine Volumenüberlastung des Patienten kann durch Erfassung des zentralen Venendrucks und der Urinproduktion ermittelt werden.
Schließlich kann die Vorrichtung auch zur Regelung des Wasser- und Elektrolythaushalts ausgebildet sein. Über das Körpergewicht, die Temperatur, die Verluste (Drainagen, Urin, Stuhlgang) und den zentralen Venendruck wird von dem Steuer- mittel 5 die Menge Wasser berechnet, die der Patient benötigt. Auch hier kann der Arzt beispielsweise mittels der Wählmittel 20 wählen, ob ein Defizit, ein genauer Ausgleich oder ein Überschuß an Volumen erzielt werden soll, einschließlich des gewünschten Grades. Im Blut werden über ge- eignete Sensormittel die Elektrolyte, Natrium, Kalium, ect.
bestimmt. Die Menge und die Zusammensetzung der Infusionslösung bezüglich ihres Salzgehalts werden dann mittels des Steuermittels berechnet. Zusätzlich kann noch die Nierenfunktion über den Kreatininspiegel ermittelt werden.
Schließlich ist eine Alarmeinrichtung 21 vorgesehen, mittels welcher im Falle einer Komplikation ein Alarm gegeben werden kann.