Chipkarte mit elektronischer Sperrfunktion.
Technisches Gebiet:
Die Erfindung betrifft eine Chipkarte mit einem Halbleiterchip, bei der zur Energieversorgung des Chips und zur bidirektionalen Datenübertragung mittels eines Terminals von und zum Chip erste Übertragungsmittel, wie Kontakte, und/oder zweite Übertragungsmittel, wie kontaktfreie Spulen und/oder Kondensatoren, und/oder sonstige Energie- und Datenübertragungsmittel, vorgesehen sind, wobei auf dem Chip ein ansteuerbares Funktionselement vorgesehen ist, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Stand der Technik und Problemstellung:
Beim Einsatz von Chipkarten zur bidirektionalen Datenübertragung ist es in vielen Fällen erforderlich, jeweils nur einen Übertragungsweg für Daten und/oder Energie in einer aktiven Funktion zu halten und die anderen Übertragungswege von ihrer Verbindung zur Außenwelt zu trennen. Beispielsweise soll eine Chipkarte, die per Kontaktverbindung aktiv ist, gewährleisten, dass die kontaktfreien Verbindungen zur Außenwelt unterbrochen sind.
Durch die DE 39 35 364 sowie die US 5,206,495 ist eine Chipkarte bekannt geworden, die selbsttätig ihre Funktionsweise entweder über Kontakte oder Spulen zu bestimmen imstande ist. Dazu enthält die Chipkarte einen Chip (Teil 2), in dem die üblichen Teile eines Mikrorechners, wie Rechenwerk und Speicher, untergebracht sind. An den Chip ist einerseits ein Kontaktfeld mit Kontakten gemäß ISO-Norm 7816 angeschlossen. Andererseits sind an den Chip Spulen angeschlossen, welche zur Übertragung von Energie und bidirektionalem Datenfluß dienen. Im Chip ist eine Elektronik vorhanden, die das selbstätige Umschalten von Spulenfunktion auf Kontaktfunktion und umgekehrt ermöglicht, so dass die Chipkarte kontaktfrei oder kontaktbehaftet mit Schreib/Lese- Terminals Energie und Daten auszutauschen imstande ist. Der Chipteil 2 besteht aus zwei wesentlichen Funktionselementen, nämlich einem Teil 2.1, welcher entsprechend dem Schreib/Lese-Terminal die Umschaltung zwischen Kontaktfeld und Spulen vornimmt und einem Teil 2.2, in welchem sich die übrigen Chipfunktionen, wie Rechenwerk und Speicheransprecheinheit befinden. In die- sem Teil laufen jene Vorgänge ab, die für den Benutzer einer solchen Chipkarte von Bedeutung sind, wie Abbuchen von Geldbeträgen, Speichern von Identifi-
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zierungsnummern usw. Diese beiden Teile 2.1 und 2.2 sind mittels Leitungen AI, A2, A3, ... An miteinander verbunden, die im Chip dem Teil 2.2 als Ein- und Ausgangsleitungen zum Verarbeiten der Informationen im Rechenwerk des Teils 2.2 dienen.
Durch die EP 534 559 AI ist eine Chipkarte gemäß ISO-Standard 7816 und vorläufiger ISO-Standard 10536 vorgeschlagen worden, die kontaktfrei oder kontaktbehaftet mit Schreib/Lese-Terminals Energie und Daten austauschen kann. Die Daten können nach zwei unterschiedlichen Modi entweder über eine weite Entfernung mittels geringer Energie ausgelesen werden, wobei nur ein Teil des integrierten Schaltkreises aktiviert wird (Energiesparmodus), oder es findet ein Energie- und Datenaustausch gemäß dem normalen standardisierten Modus mittels der Kontakte statt. Als weitere einschlägige Veröffentlichungen sind die DE 43 10 334, PCT/IB 96/00518, DE 195 31 372 sowie DE 195 31 275 bekannt geworden.
Eine Analyse der Möglichkeiten der Trennung von Chipteilen und eine Lösung der Problematik ist der DE 197 52 695 "Elektronisches Schaltelement zur Sperrung von elektronischen Teilen in einer Chipkarte" zu entnehmen.
Durch die DE-C-44 03 753 ist eine kombinierte Chipkarte, die sowohl kontaktfrei als auch kontaktbehaftet arbeitet, bekannt geworden, dessen IC in einen Kontaktblock eingebettet ist, der einen zusätzlichen Schutz darstellt und als sensitives Schaltelement für elektronische Zwecke genutzt werden kann. Insbe- sondere kann durch die Funktion als Schaltelement die Elektronik von einem Kartennutzer für Zwecke der Fernübertragung ein- oder ausgeschaltet werden. Außerdem kann der Kontaktblock ausgetauscht werden.
Durch die DE-A-197 23 272 ist eine Chipkarte mit einer Mikrorechnereinheit bekannt geworden, die mit elektrisch leitenden Kontaktflächen verbunden ist zum kontaktbehafteten Datentransfer und die einen Datenspeicher aufweist, der zum kontaktlosen Datentransfer mit einer Antenne verbunden ist. Eine Steuereinheit in Abhängigkeit von einem Steuerpegel stellt eine Verbindung zwischen Antenne und Speicher oder Antenne und Mikrorechnereinheit her.
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Technische Aufgabe:
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die elektrische Trennung von Verbindungen der Chipkarte zur Außenwelt in Abhängigkeit von einer Funktionsbzw. Arbeitsweise der Karte sicher durchzuführen.
Offenbarung der Erfindung und deren Vorteile:.
Die erfindungsgemäße Chipkarte der vorgenannten Gattung besteht darin, dass
1. das Funktionselement in Abhängigkeit von einer ersten oder zweiten Funktion bzw. einem ersten oder zweiten Arbeitsmodus des Halbleiterchips eines von zwei Schaltelementen (Sl oder S2) ansteuert,
2. wobei die erste Funktion bzw. Arbeitsmodus des Halbleiterchips durch einen Energie- und/oder Datenaustausch über das/die ersten Übertragungsmittel gekennzeichnet ist,
3. wobei die zweite Funktion bzw. Arbeitsmodus durch einen Energie- und/oder Datenaustausch über das/die zweite/n Übertragungsmittel gekennzeichnet ist,
4. wobei die erste Funktion aktiv ist, indem sie Teile oder die gesamte elektrische Verbindung des Daten- und/oder Energieaustausches zur Aufrechterhaltung der zweiten Funktion der Karte über die weiteren Übertragungsmittel mit Ausnahme der aktiven Funktion unterbricht und umgekehrt.
Erfindungsgemäß handelt es sich um eine Chipkarte mit einem Chip, in dem unterschiedliche ansteuerbare Bauelemente, wie Mikroprozessoren und Speicher, enthaltenden sind. Zur Energieversorgung und bidirektionalen Datenübertragung von und zum Chip können unterschiedlichste Mittel dienen. Es sind Kontakte als auch Mittel zur kontaktlosen Datenübertragung in der Form von Spulen oder Kondensatoren möglich und bekannt. Es können auch sonstige Energie und Datenübertragungen und/oder Mittel vorgesehen sein, wie sie als elektronische, miniaturisierte Elemente zur Aufnahme von Schall oder Druck oder zur kapazitiven Aufnahme elektrischer Signale bei Fingerprintsensoren vorhanden sind. Auf dem Chip ist ein ansteuerbares Funktionselement vorgesehen, das den jeweiligen funktionalen Zustand bzw. Modus erkennt, ob die Chipkarte kontaktbehaftet oder kontaktlos arbeiten soll. Dieses Funktionselement kann ein Vergleichsglied, zum Beispiel Komparator oder Operationsverstärker, gemäß dem Teil 2.1.2 der DE-C-39 35 364 sein.
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Das Funktionselement steuert in Abhängigkeit von dieser ersten oder zweiten Funktion bzw. Arbeitsmodi des Chips eines der Schaltelemente Sl oder S2 an. Bei den Elementen Sl, S2 handelt es sich um elektronische Teile oder Schaltkreise, die geeignet sind, elektrische Leitungsverbindungen zu trennen, sofern sie eine Spannung an ihrem Steuereingang anliegen haben. Die erste Funktion/ Modus des Halbleiterchips ist durch einen Energieaustausch und/oder Datenaustausch mit der Außenwelt der Karte (mit Teilen, die nicht im Chip enthalten sind, wie z.B. Terminals) über das/die ersten Mittel gekennzeichnet. Die ersten Mittel sind diejenigen, die den aktiven Zustand der Karte markieren. Bei einer Karte kann das die Verbindung über die Kontakte oder über die Spulen sein. Die zweite Funktion/Modus ist durch einen Energie- und/oder Datenaustausch über weitere Mittel gekennzeichnet. Ist die erste Funktion aktiv, sollen Teile oder die gesamte elektrische Verbindung des Daten- und/oder Energieaustausches zur Aufrechterhaltung der weiteren Funktion der Karte mit Ausnahme der aktiven Funktion unterbrochen werden. Die jeweils aktive Funktion soll die möglichen anderen Funktionen von einem Datenaustausch trennen.
Die Funktionsweise soll am Beispiel einer Chipkarte beschrieben werden, die sowohl Kontakte als auch Spulen zum Energie- und/oder Datenaustausch mit der Umwelt, wie mit einem Terminal, enthält. Kommen über die Kontakte Daten ein, werden diese für die weitere Verwendung in einem Teil, wie Eingangsport, zum Transport über Leitungen aufbereitet. Die von den Spulen einkommenden Daten werden von einem weiteren Teil, wie Eingangsport, zum Transport über weitere Leitungen aufbereitet. Erkennt nun das Funktionselement die Aktivierung der Chipkarte über die Kontakte oder die Spulen, indem z.B. die Herkunft der Spannung, z.B. gemäß DE-C-39 35 364, erkannt wird, kann eines der Schaltelemente, Sl und S2, aktiviert werden und die Verbindung zur Außenwelt der Karte kann getrennt werden. Derart können z.B. die aufmodulierten Signale, die über die Spulen eingehen, vor ihrer Demodulation zwecks Da- tengewinnung von dem Eingangsport, Teil 2.1.4, getrennt werden.
Es kann sein, dass bestimmte Funktionen innerhalb derselben kurzen Zeitspannen aktiviert werden. Es soll jeweils die Funktion dominant die anderen über die Schaltelemente Sl, S2 sperren, die zeitlich innerhalb der Zeitspanne zuerst auftritt.
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In allen Fällen, in denen bereits andere Funktionen aktiv sind, soll die Funktion über Kontakte dominant die Schaltelemente Sl oder S2 bedienen. Damit soll eine eindeutige Priorität zwischen den verschiedenen, möglichen, aktiven Zuständen hergestellt werden.
Ist eine Karte über Kontakte aktiviert oder wird sie während einer anderen Funktion über Kontakte aktiviert, stellen die Kontakte die stärkste Energieversorgung (Leistungsversorgung) dar. Auch ist das Bezugspotential (VCC der Kontakte) stabil gegenüber z.B. kontaktfreiem Bezugspotential, da es mit dem Potential in einem Terminal verbunden ist. Werden Leitungs Verbindungen oder Signalausgänge oder Datenleitungen von und/oder zu den weiteren Funktionsteilen an das Spannungsgrundpotential des Kontakteinganges gelegt, ist gewährleistet, dass kein anderes Signal, nämlich keine anderen Daten, Signale, logischen Pegel oder Energien, stabil bleiben, sie werden sich dem Bezugspoten- tial anpassen. Derart ist eine elektrische Dominanz der Kontaktfunktion bestimmt.
Kurzbeschreibung der Zeichnung, in der zeigen:
Figur 1 ein mögliches Schaltbild zur Verwirklichung der Erfindung und Figur 2 ein weiteres Schaltbild zur Verwirklichung der Erfindung.
Bevorzugte Ausführungsform der Erfindung:
Eine Chipkarte gemäß Figur 1 enthält ein Kontaktfeld mit Kontakten 3 einer
Kontaktverbindung und Spulen 4, 5 oder Kondensatoren oder andere Übertra- gungselemente einer kontaktfreien Verbindung für den kontaktbehafteten oder kontaktfreien Austausch von Daten und/oder Energie einer Chipkarte 1 mit einem (nicht gezeigten) Schreib/Lese-Terminal. Der/die in der Chipkarte vorhandene^) Chip (s) können sowohl an die Kontakte 3, wie auch an die Spulen 4, 5 und oder an Kondensatoren und/oder andere Übertragungselemente einer kon- taktfreien Verbindung angeschlossen werden. Je nach Umfeld der Chipkarte, d. h. je nach dem Schreib/Lese-Terminal, in welchem sich die Chipkarte befindet, werden aufgrund des von einem Funktionselement 2.1.6 festgestellten Arbeits- modus über Kontakte 3 oder Spulen 4, 5 und oder Kondensatoren und/oder andere Übertragungselemente einer kontaktfreien Verbindung mit dem Schreib/Lese-Terminal Energie und Daten ausgetauscht. Das Funktionselement
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2.1.6 entspricht dem Teil 2.1.2 in der DE-C-39 35 364 und wirkt mit seinem Ausgang auf eine Schaltung 2.1.3 (Figur 2) ein, die ein Umschalter oder Multi- plexer sein kann. Die Ausgänge AI ... An der Schaltung 2.1.3 stellen eine elektrische Energieversorgung für weitere Chipteile oder einen weiteren Chip oder mehrere Chips in einem Teil 2.2 (Figur 2) zur Verfügung, in welchem sich die übrigen Chipfunktionen wie Rechenwerk und Speichereinheiten befinden; die Chipkarte erfüllt derart ihre vorgesehene Funktion, z.B. in kontaktbehafteter oder kontaktloser Arbeitsweise.
Kommen über die Kontakte 3 Daten ein, werden diese für die weitere Verwendung in einem Teil 2.1.5 zum Transport über Leitungen II... 16 aufbereitet. Die von den Spulen 4, 5 einkommenden Daten und/oder Energie werden von einem Teil 2.1.4 zum Transport über Leitungen Kl... K5 aufbereitet. Die Teile 2.1.4 sowie 2.1.5 stellen beispielsweise Eingangsports bzw. Eingangslatches oder Eingangsgatter dar zum Unterdrücken von Spannungsspitzen bzw. zur Signalaufbereitung.
In der Kontaktverbindung der Leitungen II... 16 der Kontakte 3 liegt ein Schaltelement Sl zu Unterbrechung der Kontaktverbindung bzw. der Leitungen II... 16; ebenso wie in der kontaktfreien Verbindung der Leitungen Kl... K5 der Spulen 4, 5 und/oder der Kondensatoren und/oder anderer Übertragungselemente ein Schaltelement S2 zur Unterbrechung der kontaktfreien Verbindung bzw. der Leitungen Kl... K5 liegt. Erkennt das Funktionselement Teil 2.1.6 die Aktivierung der Chipkarte entweder über die Kontakte 3 oder über die Spulen 4, 5, indem z.B. die Herkunft der Spannung, z.B. gemäß DE-C-39 35 364, erkannt wird, kann entweder das Schaltelement Sl oder das Schaltelement S2 aktiviert und die diesem Schaltelement nachfolgende Verbindung zur Außenwelt der Chipkarte kann getrennt werden.
Figur 2 zeigt ein der Figur 1 ähnliches Schaltbild. In allgemeiner Weise liegt in einer Kontaktverbindung II ...16 ... von Kontakten 3 zu einem Schaltkreis 2.1.3, welcher gemäß der DE-C-39 35 364 ein Umschalter oder ein Multiplexer sein kann, ein elektrisches bzw. elektronisches Schaltelement Sl. Ebenso liegt in einer Kontaktverbindung K1...K5 ... von Spulen 4, 5 und/oder Kondensatoren und oder anderen Übertragungselementen zum Schaltkreis 2.1.3 ein Schaltele-
- 7 - ment S2, wobei beide Schaltelemente Sl, S2, die symbolisch als Schalter dargestellt sind, bei ihrer jeweiligen Ansteuerung durch den Schaltkreis 2.1.6 die entsprechende Kontaktverbindung unterbrechen. Wenn das Funktionselement 2.1.6 über eine Verbindung bzw. Kopplung E2 die Aktivierung der kontaktbe- hafteten Kontaktverbindung II ...16 ... mitgeteilt erhält, so wird durch das Funktionselement 2.1.6 das Schaltelement S2 aktiviert und die Kontaktverbindung K1...K5 ... von Spulen 4, 5 und/oder Kondensatoren und/ oder anderen Übertragungselementen zum Schaltkreis 2.1.3 unterbrochen. Dann können gleichzeitig über die Spulen 4, 5 keine Manipulationen ausgeübt werden, wäh- rend die Kontakte aktiviert sind.
Wenn umgekehrt das Funktionselement 2.1.6 über El die Aktivierung der kontaktlosen Kontaktverbindung Kl ...K5 ... mitgeteilt erhält, so wird durch das Funktionselement 2.1.6 das Schaltelement Sl aktiviert und die Kontaktverbin- düng II...16 ... unterbrochen, so dass über die Kontakte 3 gleichzeitig, also während die Spulen 4, 5 aktiviert sind, keine Manipulationen über die Kontakte 3 ausgeführt werden können.
Gewerbliche Anwendbarkeit: Die Erfindung ist gewerblich zur Erhöhung der Sicherheit von Chipkarten gegen Manipulationen anwendbar, welche sowohl kontaktbehaftet als auch kontaktfrei zu arbeiten imstande sind. Die Nützlichkeit der Erfindung besteht insbesondere darin, dass auf diese Weise durch eine aktive Funktion bzw. durch einen aktiven Arbeitsmodus der Chipkarte weitere Funktionen der Chipkarte hingegen deaktiviert werden, indem elektrische Verbindungen unterbrochen werden.