iederverschliessbarer Beutel
Die vorliegende Erfindung betrifft einen wiederverschliess- baren Beutel gemass Oberbegriff des Patentanspruches 1. Sie betrifft insbesondere einen Beutel für Schüttware aus dem Lebensmittelbereich, beispielsweise für Bonbons oder Kaugummi .
An heutige Verpackungen von Schüttwaren im Lebensmittelbereich werden mehrere Aufgaben gestellt. Sie müssen einen luftdichten und hygienischen Verschluss der Ware bis zu einer erstmaligen Oeffnung gewährleisten, sie sollten auf den Konsumenten ansprechend wirken und trotzdem möglichst einfach entsorgbar sein und ein geringes Abfallvolumen aufweisen. Nicht zuletzt sollten diese Verpackungen wiederverschliessbar sein, da gerade Bonbons in grösseren Zeitabständen genossen werden und die Verpackung zwischenzeitlich beispielsweise in einer Handtasche oder einer Jackentasche aufbewahrt wird.
Es sind wiederverschliessbare Kartonboxen bekannt, welche zur Verpackung von kleinen Mengen Bonbons oder Kaugummi eingesetzt werden. Diese Kartonboxen sind zwar sehr robust und werden deshalb auch bei Aufbewahrung in einer Handtasche nicht zu einer unappetitlichen Masse zusammengedrückt. Sie weisen jedoch andere Nachteile auf: Je nach Schüttgut muss der Karton innen beschichtet sein oder es muss ein Innensack vorhanden sein, damit den Hygienevorschriften Rechnung getragen wird. Ferner muss die Kartonbox mit einer Kunststoffolie umgeben werden, um eine Versiegelung vor dem Erstgebrauch -zu gewährleisten. Dies verteuert die Herstellung und erschwert eine sinnvolle Abfallentsorgung. Ein weiterer Nachteil zeigt sich, wenn die Kartonboxen in Hand- oder Kleidertaschen aufbewahrt werden. Da sie an anderen Gegenständen reiben, öffnen sie sich selbsttätig und die Schüttware ergiesst sich unerwünschterweise in die Tasche. Als weitere Nachteil lässt sich anfügen, dass die Kartonboxen bereits im leeren Zustand unnötigerweise viel Lagerplatz benötigen.
Einfacher und mit weniger Materialaufwand herstellbar sind Beutel aus einem Folienverbund. Die meisten derartigen Beutel sind rundherum mit Schweissnähten versiegelt, wobei beim erstmaligen Oeffnen eine Naht aufgerissen werden muss. Derartige Beutel lassen sich wieder verschliessen, indem die aufgerissene Kante umgefaltet wird. Eine Aluminiumschicht, welche die Folie versteift, soll dabei, wenn auch mit mangel¬ haftem Erfolg, gewährleisten, dass die umgefaltete Kante in ihrer Lage verbleibt. Wird die Kante nicht jedesmal sorg-
fältig umgebogen, so nehmen derartige Beutel sehr schnell ein unappetitliches Aussehen an.
DE-A-38'39'143, DE-A-38 ' 35 ' 721 und DE-A-37 ' 21 ' 675 offenbaren verschiedene Ausführüngsformen von Beuteln aus Kunststoff- Folie, welche einen Verschlusslappen zum wiederholten Ver- schliessen des Beutels auf. Diese Beutel weisen eine vordere und eine hintere Beutelwand auf, wobei die hintere Beutelwand die vordere um den Verschlusslappen überragt. Die hintere Beutelwand bildet zusammen mit einer oberen Kante der vorderen Beutelwand eine Einfüllöffnung, durch welche das Schüttgut eingefüllt wird. Diese Einfüllöffnung wird an- schliessend mit einer Siegelnaht verschlossen, beispielsweise verschweisst oder verklebt. Die in diesen Druckschriften beschriebenen Beutel weisen jeweils eine Aufreissnaht in Form einer Perforation auf, welche beabstandet zur Siegelnaht verläuft. Beim erstmaligen Oeffnen des Beutels wird diese Aufreissnaht aufgerissen, wodurch eine Entnahmeöffnung entsteht. Die Siegelnaht bleibt dabei intakt. Der Verschlusslappen lässt sich über diese Entnahmeöffnung umschlagen und in dieser Lage an der vorderen Beutelwand mit einem Klebelement lösbar fixieren. Dank dem Verschlusslappen lässt sich der Beutel wiederholte Male öffnen und schliessen. Das Kleb¬ element verhindert zudem, dass sich der Beutel ungewollt öffnet. Nachteilig an diesen Beuteln ist jedoch, dass die Anbringung einer Perforation relativ aufwendig ist. Zudem stellt die Perforation eine Schwachstelle des Beutels dar, welche einerseits ungewollt aufreissen kann und andererseits
auch im intakten Zustand die Dichtheit des Beutels vermin¬ dert .
Ferner beschreibt CH-A-675'711 einen wiederverschliessbaren Beutel für Bonbons in der Form eines traditionellen Samenbeutels, welcher ebenfalls mit einem Verschlusslappen und einer verklebten Einfüllöffnung versehen ist. Der Beutel lässt sich mittels einer Reisszunge öffnen, welche an der vorderen Beutelwand angeformt ist und ihre Fortsetzung in Form von perforierten Anrissschlitzen findet, welche sich in der vorderen Beutelwand guer über die verklebte Zone und weiter erstrecken. Beim Oeffnen des Beutels wird somit ein Fetzen der vorderen Beutelwand aufgerissen, wodurch- eine Entnahmeöffnung entsteht. Nachteilig an diesem Beutel erscheint, dass die Entnahmeöffnung bei hastigem Aufreissen des Beutels zu gross ausfallen kann oder dass sie sich während des Gebrauchs des Beutels immer mehr vergrössert. Zudem ist der herunterhängende Fetzen optisch störend.
Es ist somit Aufgabe der vorliegenden Erfindung einen wiederverschliessbaren Beutel der eingangs genannten Art zu schaffen, welcher die obengenannten Nachteile behebt.
Diese Aufgabe löst ein wiederverschliessbarer Beutel mit den Merkmalen des Patentanspruches 1. Weitere vorteilhafte Ausge- staltungsformen gehen aus den abhängigen Patentansprüchen hervor .
- A -
Beim erfindungsgemässen Beutel sind Siegelnaht und Aufreissnaht identisch. Perforationen sind nicht notwendig. Wird die Schüttware über eine Beutelöffnung eingefüllt, welche durch die obere Kante einer vorderen Beutelwand und einer hinteren Beutelwand gebildet ist, so sind auch Einfüll- und Entnahmeöffnung identisch. Ein Aufreisslappen erleichtert in Kombination mit dem Verschlusslappen das Lösen der Siegelnaht, ohne dass die Beutelwände zerstört werden, so dass keine lose hängenden oder wegzureissende Fetzen vorhanden sind. Die Kombination von Aufreiss- und Verschlusslappen ermöglicht es, den Aufreisslappen möglichst schmal zu gestalten, da der breite Verschlusslappen mit der Hand gut greifbar ist.
Der erfindungsgemässe Beutel lässt sich einstückig aus einer im wesentlichen rechteckigen Warenbahn, insbesondere einer Kunststoff-Folie, durch einfaches Falten fertigen. Dabei müssen lediglich zwei Seitenränder und eine Beutelöffnung versiegelt werden. Vorzugsweise wird für alle Siegelungen dasselbe Verfahren angewendet, wobei die Beutelöffnung mit einer schwächeren Versiegelung versehen wird als die Seitenränder. Letzteres lässt sich vorzugsweise dadurch erzielen, dass die Versiegelung der Seitenränder breiter ist.
In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Versiegelung der Beutelöffnung eine Aufreisshilfe auf, welche das erst¬ malige Aufreissen des Beutels erleichtert.
Der erfindungsgemässe Beutel eignet sich insbesondere für kleine Mengen Schüttware, das heisst für Beutel im Taschenformat .
In den Zeichnungen sind Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes dargestellt, welche in der nachfolgenden Beschreibung erläutert werden. Es zeigen:
Figur la eine Ansicht eines erfindungsgemässen Beutels von vorne im offenen Zustand; Figur lb eine perspektivische Ansicht des Beutels gemass
Figur la während der Herstellung;
Figur 2 der Beutel gemass Figur la im geschlossenem Zustand;
Figur 3 eine zweite Ausführungsform des erfindungsgemässen Beutels und
Figur 4 eine dritte Ausführungsform des erfindungsgemässen Beutels .
In den Figuren la,b und 2 ist eine erste Ausführungsform des erfindungsgemässen Beutels dargestellt. Er ist aus einem für das aufzunehmende Schüttgut geeigneten Material gefertigt. Vorzugsweise werden Folien aus Kunststoff-Verbund eingesetzt,
wie beispielsweise Polypropylen coextrudiert/ Polyäthylen peel, Polypropylen coextrudiert/ Polypropylen coextrudiert, Polypropylen orientiert/ Polypropylen coextrudiert, Polyamid orientiert/ Polyäthylen peel, Polyamid orientiert/ Polypropylen coextrudiert. Derartige Kunststoffe lassen sich durch einfache Wärmebehandlung mit untrennbaren und losbaren Schweiss-Siegelungen versehen.
Der Beutel weist eine vordere Beutelwand 1 und eine hintere Beutelwand 2 auf, wobei die hintere Beutelwand 2 die vordere um einen Verschlusslappen 3 überragt. Der Verschlusslappen 3 ist durch eine Faltlinie 30 von der restlichen hinteren Beutelwand 2 getrennt. Der Beutel ist aus einer rechteckigen Warenbahn gefaltet, wie dies aus Figur lb ersichtlich ist. In diesem Beispiel ist die Warenbahn w-formig gefaltet, so dass zwischen vorderer und hinterer Beutelwand 1,2 eine Bodenfalte 4 gebildet ist. Dadurch entsteht ein sogenannter Stehbeutel. Andere Faltungsarten, beispielsweise u- oder v-formige Faltungen sind ebenfalls möglich.
Die obere Kante der vorderen Beutelwand 1 bildet mit der hinteren Beutelwand 2 eine Beuteloffnung, welche eine Entnahmeoffnung für das Schuttgut bildet und vorzugsweise auch als Emfullof nung für das Schuttgut dient. Der Verschlusslappen 3 lasst sich an der Faltlinie 30 um die obere Kante der vor¬ deren Beutelwand 1 umschlagen und in diese Lage fixieren, wo¬ durch die Beuteloffnung überdeckt ist. Zur losbaren Fixierung des Verschlusslappens 3 ist an der vorderen Beutelwand eine
Klebzone 6 vorhanden, an welche der Verschlusslappen 3 angedrückt wird. Je nach Beutelmaterial ist lediglich ein oder beide Verbindungspartner, das heisst Beutelwand und/oder Verschlusslappen, mit einer Klebschicht versehen.
Die Seitenrander 11 der vorderen und hinteren Beutelwand 1,2 sind miteinander untrennbar versiegelt, vorzugsweise ver- schweisst oder verklebt. Die Art der Siegelung hängt vom Beutelmaterial ab sowie deren genauer Verlauf von der Art seiner Faltung abhängt.
Die Beuteloffnung ist mit einer Verschlussnaht 5 versehen, welche gleichzeitig eine Siegelnaht und eine Aufreissnaht bildet, wie weiter unten erläutert wird. Bildet die Beutelöffnung ebenfalls die Einfüllöffnung, so erfolgt die Ver- schweissung nach der Abfüllung des Beutels. In einer anderen Variante lasst sich das Schuttgut auch durch einer der Seitenrander einfüllen. In diesem Fall erfolgt die Versiegelung der Beuteloffnung bereits bei der Produktion des Beutels .
Die Verschlussnaht 5 ist losbar und somit schwacher ausgebildet als die Siegelung der Seitenrander 11. Dies lasst sich dadurch erreichen, dass die Verschlussnaht 5 schmaler ist als diejenige der Seitenrander 11. In diesem Beispiel betragt die Breite der Verschlussnaht 5 mindestens annähernd 2mm und die Breite der Siegelung der Seitenrander 11 ungefähr 6 mm. Die Erstellung derartiger losbaren Siegelungen ist dem Fachmann
bekannt und wird deshalb nicht im Detail beschrieben. Bei Verwendung von Verbundmaterialien, insbesondere der obengenannten Kunststoff-Folien, lassen sich die Verbindungspartner so trennen, dass beide nach wie vor eine intakte Fläche bilden .
Die Verschlussnaht 5 verläuft unterhalb der oberen Kante der vorderen Beutelwand 1 und beabstandet zu dieser. Sie verläuft zudem oberhalb der Klebzone 6. Die Siegelung der Seitenränder 11 endet mindestens annähernd auf der Höhe der Verschlussnaht 5. Die vordere Beutelwand 1 bildet somit zwischen Verschlussnaht und oberer Kante eine Aufreisslasche 10, welche gemeinsam mit dem Verschlusslappen 3 ein Greifmittel zum Äufreissen der Verschlussnaht 5 bildet. Der durch die Verschlussnaht 5 geschlossene Beutel lasst sich somit auf einfache Art und Weise öffnen, indem Aufreisslasche 10 in einer Hand und Verschlusslappen 3 in der anderen Hand gehalten und auseinandergezogen werden. Da der Verschlusslappen 3 relativ gross ist und gut in der Hand liegt, genügt eine schmale Auf eisslasche 10 als Gegenstuck. In diesem Beispiel betragt die Höhe der Aufreisslasche 10 5-10 mm.
Um das erstmalige Oeffnen des Beutels noch mehr zu erleichtern, ist die Verschlussnaht 5 vorzgusweise gebogen, wobei sie sich im mittleren Bereich der oberen Kante der vorderen Beutelwand 1 annähert. Dadurch wird zuerst dieser mittlere Bereich gelost und erst anschliessend die restliche Verschlussnaht 5 gelost. So lasst sich verhindern, dass bei zu
hastigem Aufreissen auch die Seitenränder 11 gelöst werden. Vorzugsweise ist auch der Uebergang zwischen Verschlussnaht 5 und Versiegelung der Seitenränder 11 derart, dass die Seitenränder 11 nicht mit aufgerissen werden. Dies lässt sich beispielsweise durch Abschrägung und Verdünnung der Verschlussnaht 5 in diesem Bereich erreichen.
In den Figuren 3 und 4 sind zwei weitere Ausführungsformen des erfindungsgemässen Beutels dargestellt. In Figur 3 ist von der reinen rechteckigen Form abgewichen, indem der Verschlusslappen 3 gerundet ausgebildet ist. In beiden Ausführungsbeispielen ist am Verschlusslappen 3 ein Klebelement in Form einer Schnalle 7 angeordnet, durch welche" der Verschlusslappen 3 an der vorderen Beutelwand 1 lösbar fixierbar ist.