MOTORPUMPE EINHEIT FÜR EIN HOCHDRUCKREINIGUNGSGERÄT
Die Erfindung betrifft eine Motorpumpeneinheit für ein Hochdruckreinigungsgerät mit einem Gehäuse, einer Antriebseinheit, und eine von dieser angetriebenen Kolbenpumpe, deren Kolben federnd an einer von der Antriebseinheit angetriebenen Taumelscheibe anliegen, mit einer drehfest mit der Antriebseinheit an deren taumel- scheibenseitigern Ende verbundenen Antriebsplatte, die mit ihrer der Antriebseinheit zugewandten Seite über ein in einer im wesentlichen quer zur Längsrichtung der Kolben verlaufenden Ebene drehbares Stützlager an dem Gehäuse anliegt und mit einem Taumelscheibenlager, über das die Taumelscheibe auf der anderen Seite der Antriebsplatte an einem Teil derselben anliegt, wobei das Taumelscheibenlager in einer Ebene drehbar ist, die gegenüber der quer zur Längsrichtung der Kolben verlaufenden Ebene geneigt ist.
Eine Motorpumpeneinheit der eingangs beschriebenen Art ist beispielsweise aus der US 2,941,475 bekannt. Bei dieser Motorpumpeneinheit entspricht der Durchmesser des Stützlagers demjenigen des Taumelscheibenlagers. Die auftretenden Kippmomente können bei dieser Anordnung nicht direkt über das Stützlager auf ein Lagerschild des Gehäuses übertragen werden, ohne daß das Stützlager besonders stark beansprucht wird. Dies führt zwangsläufig zu einem erhöhten Verschleiß. Deshalb wird
ein zusätzliches Radiallager am Ende einer Motorwelle angeordnet, das die auftretenden Kippmomente auffängt.
Nachteilig bei dieser Motorpumpeneinheit ist, daß das zusätzliche Radiallager zur Abstützung der Antriebsplatte an einem Lagerschild des Gehäuses notwendig ist. Außerdem ist die Herstellung der Antriebsplatte umständlich und aufwendig.
Es ist dementsprechend Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Motorpumpeneinheit der gattungsgemäßen Art derart auszubilden, daß der TaumelScheibenantrieb mit einer minimalen Anzahl von besonders einfach herzustellenden Teilen gebildet werden kann.
Diese Aufgabe wird bei einer Motorpumpeneinheit für ein Hochdruckreinigungsgerät der eingangs beschriebenen Art erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Durchmesser des Stützlagers größer ist als der Durchmesser des Taumelscheibenlagers.
Durch diese Wahl der Lagerdurchmesser ist es möglich, auf ein weiteres Radiallager zur Abstützung des taumel- scheibenseitigen Endes der Antriebseinheit zu verzichten. Die an der TaumelScheibe auftretenden Kippmomente können sicher und ohne einen zu befürchtenden Verschleiß auf das Lagerschild des Gehäuses übertragen werden, denn durch den größeren Durchmesser des Stütz- lagers können auch Radialkräfte gut übertragen werden. Insgesamt wird dadurch eine Vereinfachung des Taumelscheibenantriebs erreicht, was insbesondere die Zahl der Verschleißteile, den konstruktiven Aufwand für die
Antriebsplatte sowie die Fertigungszeit für die Motorpumpeneinheit drastisch reduziert.
Besonders günstig ist es, wenn das Stützlager und das Taumelscheibenlager jeweils durch ein Wälzlager gebildet werden. Wälzlager sind in verschiedenen Größen und Ausführungen als Massenprodukte verfügbar. Dies reduziert die Herstellungskosten und erleichtert zusätzlich die Ersatzteilbeschaffung.
Bei einer besonderen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist vorgesehen, daß die Antriebsplatte kreisförmige Lagerrinnen für das Stützlager und das Taumelscheibenlager aufweist und daß die Drehachse der Antriebsplatte durch die Mittelpunkte der durch die Lagerrinnen beschriebenen Kreise verläuft. Die Anordnung der Lagerrinnen für die beiden Lager an der Antriebsplatte reduziert zusätzlich den Teilebedarf. Die Lagerkörper der beiden Lager werden dabei nur in die jeweils zugehörige Lagerrinne eingelegt. Eine Fixierung in axialer Richtung ist nicht nötig, da die Taumelscheibe durch die federnd gehaltenen Kolben gegen das Taumelscheibenlager drückt. Dadurch wird auch die Antriebsplatte gegen das Stützlager gepreßt, weshalb die beiden Lager sicher in den Lagerrinnen gehalten und geführt werden. Durch die besondere Anordnung der Drehachsen der Lager relativ zur Drehachse der Antriebsplatte wird die Unwucht der Einheit von Taumelscheibe, Antriebsplatte und der beiden Lager minimiert.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Antriebsplatte durch mindestens drei miteinander verbundene, gegeneinander geneigte, konzentrische kreisringförmige Bereiche
gebildet wird und wenn der mittlere und der äußere Bereich die beiden Lagerrinnen aufweisen. Auf diese Weise besteht die Möglichkeit, die Antriebsplatte individuell auf die verfügbaren Lager abzustimmen. Der mittlere und der äußere Bereich verlaufen dabei jeweils parallel zu den Ebenen, in denen die jeweils zugeordneten Lager drehbar sind.
Dabei ist es besonders vorteilhaft, wenn der innere und der äußere Bereich in der gleichen Ebene liegen. Die Antriebsplatte kann so besonders einfach hergestellt werden, beispielsweise aus einer durchgehenden Platte, auf die eine kreisringförmige schiefe Ebene aufgesetzt wird.
Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung kann vorgesehen sein, daß die Antriebsplatte durch ein tiefgezogenes Blechteil gebildet wird. Auf diese Weise kann die Antriebsplatte mit minimalem Material- und Herstellungsaufwand geformt werden. Außerdem lassen sich die Lagerrinnen besonders leicht in ein Blechteil einprägen oder auf andere Weise einformen. Dadurch kann auch die Zahl der Bearbeitungsschritte für die Antriebsplatte minimiert werden.
Vorteilhaft ist es, wenn die Antriebseinheit durch einen Motor und ein von diesem angetriebenes Getriebe gebildet wird. Die Trennung der Antriebseinheit in Motor und Getriebe ermöglicht eine Kombination von Standardmotoren mit Standardgetrieben, um eine individuell gewünschte Drehzahl am taumelscheibenseitigern Ende der Antriebseinheit zu erreichen. Die Motoren können dann immer im optimalen Arbeitsbereich betrieben werden.
Besonders günstig ist es, wenn das von einer Motorwelle angetriebene Getriebe am taumelscheibenseitigen Ende der Motorwelle angeordnet ist. Auf diese Weise kann eine möglichst kompakte Bauform erreicht werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, die Motorwelle zusätzlich über das Getriebe am Gehäuse abzustützen. Ein zusätzliches Lager für die Motorwelle ist somit überflüssig.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung kann vorgesehen sein, daß das Getriebe durch ein Planetengetriebe gebildet wird. Ein Planetengetriebe bietet sich an, weil das zentrale Antriebsrad beispielsweise direkt von der Motorwelle angetrieben werden kann. Dies bietet eine optimale Kraftübertragung ohne eine zusätzliche Unwucht zu erzeugen. Außerdem bietet ein Planetengetriebe eine besonders günstige radiale Abstützung der Motorwelle.
Besonders günstig ist es dabei, wenn ein zentrales Antriebsrad des Planetengetriebes drehfest auf der Motorwelle angeordnet ist. Die Motorwelle treibt dadurch direkt das Planetengetriebe an, was zu einer optimalen Kraftübertragung führt, die Zahl der erforderlichen Bauteile reduziert und insgesamt die Bauform minimiert.
Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung kann vorgesehen sein, daß das taumelscheiben- seitige Ende des Getriebes mit der Antriebsplatte verbunden ist. Die Verbindung von Getriebe und Antriebsplatte ermöglicht es, auf ein zusätzliches Radiallager zu verzichten. Das taumelscheibensei ige Ende des Getriebes stützt sich damit indirekt über die Antriebs-
platte und das Stützlager am Gehäuse ab. Die direkte Verbindung reduziert zusätzlich die Baulänge der Motorpumpeneinheit, da keine zusätzliche Antriebswelle mehr erforderlich ist.
Grundsätzlich kann vorgesehen sein, daß die Antriebseinheit ein Mitnahmeelement aufweist, das in eine Ausnehmung der Antriebsplatte eingreift. Eine Verbindung der Antriebseinheit mit der Antriebsplatte wird so auf eine möglichst einfache Weise gebildet, was insbesondere ein einfaches Zusammenbauen durch Ineinanderstecken der beiden Teile erlaubt.
Das Mitnahmeelement muß dabei nicht die gesamte Ausnehmung der Antriebsplatte ausfüllen, jedoch ist es besonders vorteilhaft, wenn das Mitnahmeelement in die Ausnehmung formschlüssig eingreift. Dadurch wird die Kraftübertragung vom Mitnahmeelement auf die Antriebs- platte optimiert, die auftretenden Reibungskräfte dagegen auf ein Minimum reduziert.
Besonders vorteilhaft ist es dabei, wenn der Formschluß durch eine sternförmige Verzahnung gebildet wird. Bei einer zentralen Anordnung der Verzahnung werden so die Antriebskräfte am gleichmäßigsten übertragen. Dabei sind alle möglichen Zähnezahlen denkbar, auch ein- oder zweizähnige.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung kann vorgesehen sein, daß die Ausnehmung am inneren der drei Bereiche der Antriebsplatte angeordnet ist. Jedem der drei Bereiche ist somit eine Funktion zugeordnet,
die innere dient dabei der Kraftübertragung von der Antriebseinheit.
Die nachfolgende Beschreibung einer bevorzugten Ausfüh- rungsform der Erfindung dient im Zusammenhang mit der Zeichnung der näheren Erläuterung. Es zeigen:
Figur 1 : einen Längsschnitt durch ein Hochdruckreinigungsgerät mit einer erfindungsgemäßen Motorpumpeneinheit;
Figur 2: eine Schnittansicht durch eine Motorpumpeneinheit im Bereich der Antriebsplatte und
Figur 3 : einen ausschnittsweisen Querschnitt durch den inneren Bereich der Antriebsplatte.
In Figur 1 ist schematisch ein Hochdruckreinigungsgerät 1 strichpunktiert dargestellt. In seinem Inneren befindet sich innerhalb eines Gehäuses 2 eine insgesamt mit dem Bezugszeichen 3 versehene Motorpumpeneinheit, die sich entlang einer Längsrichtung des Hochdruckreinigungsgeräts 1 erstreckt. Die Motorpumpeneinheit 3 umfaßt einen nur schematisch dargestellten Motor 4, der eine nicht näher dargestellte Motorwelle antreibt. Die Drehachse der Motorwelle erstreckt sich in axialer Richtung des Motors 4.
Am Ende der Motorwelle ist ein Planetengetriebe 5 angeordnet. Das zentrale Antriebsrad 6 des Planetengetriebes 5 ist drehfest mit der Motorwelle verbunden. Das zentrale Antriebsrad wird von drei Planetenrädern 7 um-
kreist. Die Planetenräder 7 sind jeweils auf einem fingerförmigen Lagerarm 8 angeordnet, der gegenüber der Drehachse seitlich versetzt ist. Jeder Lagerarm 8 ist über einen schräg auf die Drehachse hin gerichteten Verbindungssteg 9 mit einem zylindrischen Lagerkörper 10 des Planetengetriebes 5 an einer Stirnseite 11 des Lagerkörpers 10 verbunden. Der Lagerkörper 10 ist rota- tionssymmetrisch auf der Drehachse angeordnet.
Die Planetenräder 7 kämmen zusätzlich auf der verzahnten Innenseite einer hohlzylindrischen Getriebewand 12, die die Planetenräder 7 radial außenseitig umgibt.
Auf der anderen Seite des Lagerkörpers 10 ist ein Zylinder 34 angeordnet, dessen Höhe in axialer Richtung etwa der doppelten Höhe des Lagerkörpers 10 entspricht. Der Radius des Zylinders 34 ist etwa halb so groß wie der Radius des Lagerkörpers 10. Direkt an den Lagerkörper 10 ist ein sechszähniger Sternkörper 13 angeformt, der den Zylinder 34 umgibt, und dessen Höhe in axialer Richtung etwa ein Drittel der Höhe des Zylinders 34 beträgt. Der sechszähnige Sternkörper 13, dessen maximaler Durchmesser kleiner als derjenige des Lagerkörpers 10 ist, greift formschlüssig in eine korrespondierende Durchbrechung 14 einer Antriebsplatte 15 ein. Die im wesentlichen kreisförmige Antriebsplatte 15 weist in ihrem Zentrum die Durchbrechung 14 auf.
Die Antriebsplatte 15 stützt sich mit ihrem die Durchbrechung 14 umgebenden Bereich gegen den Lagerkörper 10 ab. Auf ihrer dem Lagerkörper 10 zugewandten Seite weist sie eine durchgehende kreisförmige Lagerrinne 16 auf, deren Durchmesser etwa 6/7 des Durchmessers der
Antriebsplatte 15 beträgt. Die Lagerrinne 16 ist so geformt, daß in einem Lagerkäfig 18 geführte Lagerkugeln 17 möglichst reibungsfrei abrollen können. Im Übergangsbereich zwischen der Getriebewand 12 und einem daran anschließenden, im Durchmesser etwas größeren ebenfalls hohlzylindrischen Taumellagergehäuse 19 erstreckt sich ein radial auf die Drehachse hin weisender Vorsprung 20, der sich über den gesamten Umfang erstreckt. Dieser kreisringförmige Vorsprung 20 entspricht in seinen radialen Dimensionen in etwa dem Bereich der Antriebsplatte 15, der die Lagerrinne 16 trägt. An diesem Vorsprung 20 ist auf seiner dem Motor 4 abgewandten Seite ein kreisringförmiger Rinnenkörper 21 angeordnet, der sich parallel zum Vorsprung 20 in radialer Richtung zur Drehachse hin erstreckt, jedoch etwas über den Vorsprung 20 hinaus ragt. Der Rinnenkörper 21 weist eine Lagerrinne 22 auf, deren Durchmesser der Lagerrinne 16 entspricht und in der die Lagerkugeln 17 abrollen können. Der Rinnenkörper 21 mit der Lagerrinne 22, der Lagerkäfig 18 mit den darin geführten Lagerkugeln 17 und der äußere Bereich der Antriebsplatte 15 mit der Lagerrinne 16 bilden auf diese Weise ein Stützlager, über das sich die Antriebsplatte 15 an dem Vorsprung 20 abstützt.
Die Antriebsplatte 15 ist jedoch nicht durchgehend als flache Scheibe ausgestaltet, vielmehr weist sie eine sich etwa über ein Drittel des Radius erstreckende rin- nenförmige Vertiefung 23 auf, deren Tiefe in axialer Richtung linear über einen radialen Winkelbereich von 180° von 0 auf einen maximalen Wert ansteigt, um über einen weiteren 180°-Winkelbereich wieder auf 0 abzufallen. Die Mittellinie der radialen Vertiefung 23 er-
streckt sich dabei in einem Abstand von der Drehachse, der etwa 2/3 des Durchmessers der Antriebsplatte 15 beträgt. Durch die Vertiefung 23 entsteht auf der anderen Seite der Antriebsplatte 15 eine geneigte kreisscheibenförmige Bahn 24.
Diese auf der dem Motor 4 abgewandten Seite der Antriebsplatte 15 gebildete Bahn ist ebenfalls mit einer Lagerrinne 25 versehen. In dieser Rinne laufen die in einem Lagerkäfig 27 gehaltenen Kugeln 26 eines weiteren Wälzlagers. Gegen diese Kugeln wird eine flache kreisförmige Taumelscheibe 28 durch die sich in axialer Richtung erstreckenden Kolben 29 einer insgesamt mit dem Bezugszeichen 30 versehenen Axialkolbenpumpe durch die die Kolben 29 umgebenden Federn 31 in Richtung auf den Motor 4 hin vorgespannt. Die Taumelscheibe 28 weist auf ihrer den Kolben 29 abgewandten Seite eine weitere Lagerrinne 32 auf, deren Durchmesser demjenigen der Lagerrinne 25 entspricht.
Die Taumelscheibe mit der Lagerrinne 32, der Lagerkäfig 27 mit den darin gehaltenen Kugeln 26 und die Antriebsplatte mit der Bahn 24 und der darauf angeordneten Lagerrinne 25 bilden ein Taumelscheibenlager. Darüber hinaus weist die Taumelscheibe 28 eine zentrale kreisförmige Öffnung 33 auf, deren Durchmesser so gewählt ist, daß der Zylinder 34 berührungsfrei hindurchragen kann. Die Radien der Lagerrinnen 16 und 22 sind bei dieser Ausführungsform deutlich kleiner als diejenigen der Lagerrinnen 25 und 32. Durch den Anpreßdruck der Federn 31 werden die Kolben 29 so stark gegen die Taumelscheibe 28 gedrückt, daß ein Kippmoment auf die Antriebsplatte 15 übertragen wird. Die Wahl des größeren
Radius der Lagerrinnen 16 und 22 ermöglicht es, daß das Stützlager dieses Kippmoment aufnehmen und über den Rinnenkörper 21 auf den Vorsprung 20 übertragen kann. Es erfolgt somit ein Kraftfluß vom Kolben 29 über die Taumelscheibe 28, die Kugeln 26 auf die Antriebsplatte 15, weiter über die Lagerkugeln 17 auf den Rinnenkörper 21 und schließlich auf den Vorsprung 20.
Die Antriebsplatte 15 weist jeweils auf der anderen Seite der Lagerrinnen 16, 22, 25 und 32 Verstärkungen 35 auf, um die Stabilität der Antriebsplatte 15 zu erhöhen. Bevorzugt wird die Antriebsplatte 15 aus einer flachen Blechscheibe mittels Tiefziehverfahren hergestellt. Dadurch ist die Antriebsplatte 15 leicht formbar und aus einem Stück herzustellen.