Vorrichtung zum Prüfen von Leiterplatten
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Prüfen von Leiterplatten.
Es wird von einem nachveröffentlichten internen Stand der Technik, nämlich der EP 875 767 A2 ausgegangen, die auf die Anmelderin der vorliegenden Patentanmeldung zurückgeht. Demgemäß wird eine Prüfvorrichtung vorgesehen, die eine Anzahl von Testanschlüssen aufweist, wobei Leiterplattentestpunkte der zu testenden Leiterplatte mit einem Testanschluß über eine elektrische Verbindung in Kontakt stehen.
Die Auswerteelektronik ist elektrisch mit einem Grundraster verbunden, wobei auf dem Grundraster ein Adapter und/oder ein Translator lagert, auf welche eine zu testende Leiterplatte aufgelegt werden kann. Der Adapter und/oder Translator stellt einen elektrischen Kontakt von auf der Leiterplatte befindlichen Leiterplattentestpunkten zu Kontaktstellen des Grundrasters her.
Diese Prüfvorrichtung zeichnet sich dadurch aus, daß zumindest zwei Kontaktstellen elektrisch miteinander verbunden sind. Insbesondere sind bei dieser Vorrichtung jeweils mehrere Kontaktstellen entlang je einem geradlinigen Scankanal elektrisch miteinander verbunden. Die einzelnen Scankanäle sind mit einer Auswerteelektronik elektrisch verbunden. Da jeder Scankanal mit mehreren Kontaktstellen verbunden ist, ist die Anzahl der Einheiten der Auswerteelektronik im Vergleich zu der Auswerteelektronik einer vergleichbaren Prüfvorrichtung erheblich vermindert und der gesamte Aufbau der Prüfvorrichtung gestaltet sich sehr einfach.
Obwohl bei dieser Prüfvorrichtung mehrere Testpunkte mit einem einzigen Scankanal elektrisch verbunden sind, hat sich überraschenderweise gezeigt, daß bei den allermeisten Anwendungen keine Doppelbelegungen der Scankanäle vorliegen bzw. derartige Doppelbelegungen mit einer gezielten Zuordnung der Leiterplattentestpunkte zu den Kontaktstellen der Prüfvorrichtung ausgeschlossen werden können. Dies wird dadurch erzielt, daß mit dieser bekannten Vorrichtung mit vergleichbar einfachen technischem Aufwand eine hohe Dichte an Kontaktstellen geschaffen wird. So wird ein mittlerer Abstand von 800 μm oder weniger zwischen benachbarten Kontaktstellen gefordert. Diese hohe Kontaktstellendichte ist vorteilhaft, da sie erlaubt, daß lokal eine entsprechend hohe Leiterplattentestpunktdichte kontaktiert werden kann, wobei gleichzeitig durch die Kontaktstellendichte eine ausreichende Redundanz zur Verfügung gestellt wird, so daß eine Doppelbelegung eines Scankanals sicher vermieden werden kann.
Mit der vorliegenden Erfindung soll eine einfache und kostengünstige Prüfvorrichtung zum Prüfen von großflächigen Leiterplatten geschaffen werden. Solche großflächigen Leiterplatten sind z.B. sogenannte „Backplanes", die eine Kantenlänge von z.B. 1000 mm x 750 mm besitzen. Großflächige Leiterplatten im Sinne der Erfindung sind Leiterplatten mit einer Kantenlänge von zumindest 500 mm x 500 mm bzw. einer Fläche von 250.000 mm2.
Die Erfindung wird durch eine Prüfvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen angegeben.
Die Erfindung wird nachfolgend beispielhaft anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen schematisch:
Fig. 1 einen Bereich einer Grundrasterplatte im Schnitt quer zu den Scankanälen,
Fig. 2 schematisch grob vereinfacht die Anordnung mehrerer Scankanäle und eine mehrere Scankanäle miteinander verbindende Busplatte, und
Fig. 3 die in Fig. 2 gezeigte Anordnung in der Frontansicht (mit Blickrichtung gemäß dem Pfeil A in Fig. 2).
Die erfindungsgemäße Prüfvorrichtung 1 weist eine Grundrasterplatte 2 mit einem an ihrer Oberseite angeordneten Grundraster 3 auf, das aus einer Vielzahl in einem regelmäßigen Raster angeordneten, elektrisch leitenden Kontaktstellen 4 ausgebildet ist.
Die Grundrasterplatte 2 ist vorzugsweise aus einer laminierten Leiterplatte ausgebildet. Das in Fig. 1 dargestellte Ausführungsbeispiel weist eine obere und eine untere Begrenzungslage 5, 6 und dreizehn Zwischenlagen 7 auf.
Von den Kontaktstellen 4 erstreckt sich senkrecht durch die oberste Lage 5 und alle Zwischenlagen 7 jeweils eine vertikale Durchkontaktierung 8. Die Durchkontaktierungen 8 sind in der Regel als Bohrungen mit einer leitenden, metallischen Beschichtung ausgebildet. Die Durchkontaktierungen 8 und damit die Kontaktstellen 2 sind bspw. in einem regelmäßigen quadratischen Raster, dem Grundraster, mit einem Mittenabstand a von z.B. 1 ,27 mm angeordnet. Es sind auch andere Arten einer regelmäßigen Rasterung möglich.
Die Durchkontaktierungen 8 und damit die Kontaktstellen 2 sind somit in Reihen angeordnet. Zwischen zwei Reihen von Durchkontaktierungen 8 sind jeweils Leiterbahnen 9 in der Grundrasterplatte 2 eingebettet, die nachfolgend als Scankanäle bezeichnet werden.
Bei dem in Fig. 1 gezeigten Ausführungsbeispiel sind zwischen zwei Reihen von Durchkontaktierungen 8 jeweils zwölf Scankanäle vorgesehen, die jeweils paarweise in einer Zwischenschicht zwischen zwei Zwischenlagen 7 angeordnet sind. Die jeweils zwölf Paare benachbart zu einer Reihe von Durchkontaktierungen 8 angeordneten Scankanäle 9 sind dieser Reihe zugeordnet, d.h., daß jede Durchkontaktierung 8 und damit jede Kontaktstelle 4 einer bestimmten Reihe elektrisch mit einem der dieser Reihe zugeordneten Scankanäle 9 über eine Stichleitung 10 verbunden ist. Bei dem
vorliegenden Ausführungsbeispiel ist jede 24. Kontaktstelle 4 in einer Reihe jeweils mit dem gleichen Scankanal 9 elektrisch verbunden.
Fig. 2 zeigt eine Draufsicht auf die erfindungsgemäße Grund rasterplatte 2, wobei das Grundraster grob vereinfacht durch den Verlauf der Scankanäle 9 ohne Kontaktstellen 4 dargestellt ist. Zur Vereinfachung der zeichnerischen Darstellung sind lediglich wenige parallel in einer Ebene liegende Scankanäle 9 gezeigt.
Die Grundrasterplatte 2 weist einen, im dargestellten Ausführungsbeispiel etwa quadratischen Prüffeldbereich 11 und einen sich über den Prüffeldbereich 11 hinaus erstreckenden Anschlußbereich 12 auf. Am Anschlußbereich 12 sind wie beim Prüffeldbereich 11 an der Oberseite die in Fig. 1 gezeigten Kontaktstellen 4 als auch zusätzlich an der Unterseite Kontaktstellen 13 vorgesehen, die jeweils mittels der Durchkontaktierungen 8 und den Stichleitungen 10 mit den Scankanälen 9 elektrisch verbunden sind. Unmittelbar auf der Oberseite liegt ein Busadapter 14 auf, auf dem wiederum eine Busplatte 15 angeordnet ist. Die Busplatte 15 weist quer zu den Scankanälen 9 verlaufende, parallele Busleitungen 16 auf. Die Busleitungen 16 sind entweder auf der zum Busadapter 14 weisenden Oberfläche der Busplatte 15 offen liegend angeordnet oder in dem Abstand der Reihen von Durchkontaktierungen 8 mit an der Oberfläche der Busplatte 15 angeordneten Kontaktstellen elektrisch verbunden.
Der Busadapter 14 weist eine Vielzahl von Kontaktstiften 17 auf, die jeweils einen Scankanal 9 mit einer Busleitung 16 elektrisch verbinden. Die durch einen Kontaktstift 17 elektrisch verbundenen Kreuzungspunkte der Scankanäle 9 mit den Busleitungen 16 sind in Fig. 2 jeweils durch einen Kreis 18 gezeigt. Die Kontaktstifte 17 sind vorzugsweise als federnde Kontaktstifte ausgebildet.
Durch das Vorsehen des Busadapters 14 und der Busplatte 15 sind jeweils mehrere Scankanäle 9 über die Busleitungen 16 elektrisch miteinander verbunden.
Jede Gruppe von elektrisch miteinander verbundenen Scankanälen 9 ist mit einer Elektronikkarte 19 der Auswerteelektronik elektrisch verbunden, d.h., daß für mehrere
Scankanäle lediglich ein einziger Anschluß zur Auswerteelektronik vorgesehen ist. Hierdurch vermindert sich die Anzahl der Einheiten der Auswerteelektronik im Vergleich zu herkömmlichen Prüfvorrichtungen mit gleicher Kontaktstellenzahl drastisch, da die herkömmlichen Prüfvorrichtungen für jede Kontaktstelle einen separaten Anschluß und damit dem Anschluß zugeordnete Verarbeitungskapazität an Auswerteelektronik besitzt.
Die Elektronikkarten sind z.B. mittels einer Flexleitung und Federstiften, wie es aus der DE 196 27 801 C1 bekannt ist, elektrisch und mechanisch mit der Grundrasterplatte verbunden.
Durch die Erfindung sind nicht nur entlang eines geradlinigen Scankanals angeordnete Kontaktstellen, sondern auch über die Fläche der Grundrasterplatte verteilt angeordnete Kontaktstellen elektrisch verbunden.
Simulationen haben gezeigt, daß bei großflächigen Leiterplatten, wie z.B. Backplanes, die Mehrzahl der auf der Grundrasterplatte vorgesehenen Kontaktstellen 4 nicht elektrisch kontaktiert werden, so daß eine Mehrfachbelegung der miteinender elektrisch verbundenen Scankanäle 9 einfach vermieden werden kann, wobei gleichzeitig eine hohe Dichte an Kontaktstellen 4 zur Verfügung gestellt wird, die bei lokalen Ansammlungen von Leiterplattentestpunkten auf der zu prüfenden Leiterplatte von Vorteil ist.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann z.B. zum Prüfen von sogenannten Backplanes mit einer Größe von 1000 mm x 600 mm ausgelegt sein. Solche Backplanes besitzen z.B. etwa 20.000 Leiterplattentestpunkte, die mit der Prüfvorrichtung kontaktiert werden müssen. Übliche Testgeräte weisen ein Raster von 1/10 Zoll (inch) auf, so daß herkömmliche Testgeräte ein Grundraster mit 160.000 Kontaktstellen aufweisen, wobei jede Kontaktstelle einzeln mit der Prüfelektronik verbunden ist. Diese Prüfvorrichtungen weisen deshalb eine Prüfelektronik für 160.000 Kontaktstellen auf, wobei eine entsprechend große Anzahl an Elektronikkarten vorzusehen ist. Durch die erfindungsgemäße Verknüpfung der Kontaktstellen 4 im Prüffeldbereich sind eine Vielzahl von Kontaktstellen gemeinsam mit jeweils einem einzigen Eingang der
Prüfelektronik verbunden. Hierdurch kann die Anzahl an Elektronikkarten drastisch verringert werden und dennoch alle mit der zu prüfenden Leiterplatte in Kontakt stehenden Kontaktstellen 4 der Prüfvorrichtung ordnungsgemäß angesteuert werden.
Mit der erfindungsgemäßen Ausgestaltung einer Prüfvorrichtung ist es auch möglich, derart große Prüffeldbereiche mit erhöhter Kontaktstellendichte, z.B. doppelter Kontaktstellendichte zu versehen, wobei die eingesetzte Elektronik nicht erhöht werden muß. Eine solche Erhöhung der Kontaktdichte ist zweckmäßig, wenn an der Leiterplatte Kontaktstellenbereiche mit hoher lokaler Dichte vorgesehen sind, wie sie z.B. für moderne, hochintegrierte ICs notwendig sind.
Ein weiterer Vorteil der Erfindung liegt darin, daß man mit einer einzigen Grundrasterplatte 2 durch Variieren der Anordnung der Kontaktstifte 17 im Busadapter 14 die elektrischen Verbindungen zwischen den Scankanälen 9 verändern kann. Hierdurch kann man an einer einzigen Grundrasterplatte 2 unterschiedliche
Verknüpfungen der Kontaktstellen 4 im Prüffeldbereich 11 erzeugen und individuell an die zu prüfende Leiterplatte anpassen.
Die Erfindung ist nicht auf obiges Ausführungsbeispiel beschränkt; im Rahmen der Erfindung liegt z.B. auch eine Ausführungsform, bei der die Elektronikkarten an der
Busplatte angeschlossen sind, wobei bspw. der Busadapter und die Busplatte unterhalb der Grundrasterplatte angeordnet sind. Es ist auch möglich, daß die Busplatte mit Steckstiften versehen ist, die direkt in die hohlen, ohne Abdeckung ausgebildeten Durchkontaktierungen des Anschlußbereichs 12 eingesteckt werden können. Bei einer solchen Ausführungsform wird kein Adapter benötigt, da die Busplatte unmittelbar mit der Grundrasterplatte verbunden wird. Es sind jedoch auch beliebige andere Verbindungstechniken möglich zum selektiven elektrischen Verbinden der Scankanäle. Der Busadapter kann z.B. auch als Gummiadapter ausgebildet sein. Ein solcher Gummiadapter ist eine elastische Gummiplatte mit elektrisch leitenden Abschnitten, die die Scankanäle mit den Busleitungen elektrisch verbinden.