Verfahren zum Herstellen eines Schaumkörperteiles, insbesondere eines Polsterschaumteiles für einen Flug- oder Fahrgastsitz
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen eines Schaumkörperteiles, insbesondere eines Polsterschaumteiles für einen Flug- oder Fahrgastsitz, bei welchem Verfahren im Schaumkörperteil zumindest eine Ausnehmung, die sich zu dessen Oberfläche hin öffnet und zur Aufnahme eines Verankerungsteiles für ein Bezugsmaterial vorgesehen ist, ausgebildet wird, indem in einer den Schaumkörperteil formenden Einschäumform zumindest ein entfernbares Formteil angeordnet wird, das Formflächen aufweist, die in der Ausnehmung im Abstand von der Oberfläche des Schaumkörperteiles eine Erweiterung bilden.
Die Ausbildung einer inneren Erweiterung der Ausnehmung des Schaumkörperteiles ermöglicht eine gute Verankerung von in der Erweiterung sitzenden Verankerungsteilen, so daß eine sichere Befestigung von Bezugsmaterialien ermöglicht wird. Bei der Durchführung üblicher Verfahren zur Herstellung von Schaumkörperteilen mit Ausnehmungen, in denen Verankerungsteile aufzunehmen sind, treten jedoch Probleme auf. Ein Herausnehmen des Verankerungsteiles aus der Ausnehmung im Schaumkörperteil, wie es beim Anbringen der Bezugsmaterialien bei der Sitzherstellung vielfach erforderlich ist, gestaltet sich insbesondere dann schwierig, wenn die Ausnehmung eine die Verankerungswirkung begünstigende Querschnittsform besitzt. Solche Querschnittsformen ermöglichen den Austritt des betreffenden Verankerungsteiles nur unter einem hohen Kraftaufwand, was
zur Beschädigung des Schaumkörperteiles durch Bruch oder Riß führen kann.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren aufzuzeigen, das eine problemlose Herstellung eines Schaumkörperteiles mit einer im Hinblick auf eine gute Verankerungswirkung ausgelegten Ausnehmung ermöglicht.
Bei einem Verfahren der eingangs genannten Art ist diese Aufgabe erfin- dungsgemäß dadurch gelöst, daß als Verankerungsteil ein einen näherungsweise T-förmigen Querschnitt aufweisender Profilkörper verwendet wird, dessen Fußteil den zur Erweiterung führenden Teil der Ausnehmung im Schaumkörperteil durchgreift, daß der Querbalken der T-Form in die Erweiterung der Ausnehmung eingreift und daß eine solche T-Form ver- wendet wird, bei der die Unterseite des in zumindest einem ihrer an den Fußteil angrenzenden Abschnitte mit diesem einen stumpfen Winkel α bildet.
Dadurch, daß ein Verankerungsteil verwendet wird, bei dem sich auf zu- mindest einer Seite eine leicht geneigte Schrägfläche im Übergangsbereich zwischen Mündungskanal und Erweiterung der Ausnehmung des Schaumkörperteils befindet, wird das Herausnehmen des Verankerungsteiles, das unter Aufspreizen der Ausnehmung erfolgt, erleichtert. Trotz der leichten Abschrägung am Übergang zwischen Querbalken und Fußteil der T-Form bleibt die gute Verankerungswirkung jedoch erhalten.
Wird beim Einschäumvorgang zur Herstellung des Schaumkörperteiles für die Bildung der Ausnehmung ein im Querschnitt T-förmiges Formteil benutzt, dessen Formflächen in betreffenden Wandteilen einen entsprechend
schrägen Verlauf besitzen, wie dies bei dem bei der Erfindung verwendeten Verankerungsteil der Fall ist, so ergibt sich der zusätzliche Vorteil, daß beim Einschäumvorgang die Gefahr einer Lunkerbildung durch unter dem Querbalken der T-Form des Formteiles eingefangene Schaumblasen vermieden ist. Dadurch ergibt sich eine einwandfreie Struktur des Schaumkörperteiles.
Vorzugsweise wird als Verankerungsteil ein Profilkörper verwendet, bei dem der Fußteil die Form eines leistenartigen Flachprofiles hat, an dem das betreffende Bezugsmaterial beispielsweise durch Verkleben oder Ver- schweißen befestigt ist.
Die T-Form des als Verankerungsteil verwendeten Profilkörpers kann je nach Anforderungen abgewandelt sein. Beispielsweise brauchen nicht beide an den Fußteil angrenzenden Unterseiten des Querbalkens unter Bil- düng des stumpfen Winkels α schräg zum Fußteil verlaufen, vielmehr kann dieser einen zur Haupterstreckung des Querbalkens schrägen Verlauf besitzen, so daß nur auf einer Seite des Fußteiles mit der Unterseite des Querbalkens ein stumpfer Winkel gebildet wird.
Der Querbalken der T-Form kann unsymmetrisch oder an der Oberseite gewölbt ausgebildet sein. Derartige Formgebungen erhöhen die Torsionsfestigkeit der Verankerung.
Die das betreffende Verankerungsteil aufnehmende Ausnehmung im Schaumkörperteil kann der jeweiligen Querschnittsform des Verankerungsteiles genau angepaßt sein oder so ausgebildet sein, daß die Erweiterung der Ausnehmung eine größere Tiefe, verglichen mit der Dicke des Querbalkens des Verankerungsteiles, aufweist. Bei solcher Ausbildung der Ausnehmung ergibt sich der Vorteil, daß Verankerungsteile unterschiedlicher
Formgebung zur Anwendung gebracht werden können, was eine besonders rationelle Herstellung der betreffenden Schaumkörperteile ermöglicht.
Nachstehend ist die Erfindung anhand der Zeichnung im einzelnen erläu- tert. Es zeigen:
Fig. 1 eine vergrößert gezeichnete perspektivische Ansicht eines Verankerungsteiles, das für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens verwendbar ist, und
Fig. 2 bis 9 mit jeweils abgebrochenem Fußteil gezeichnete Querschnitte weiterer Beispiele von Verankerungsteilen für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Fig. 1 zeigt ein als Ganzes mit 1 bezeichnetes Verankerungsteil, das in einer nicht dargestellten Ausnehmung eines betreffenden Schaumkörperteiles, beispielsweise eines Polsterschaumteiles, verankerbar ist. Das Verankerungsteil 1 ist ein Profilkörper, vorzugsweise aus thermoplastischem Werkstoff, der eine der T-Form angenäherte Querschnittsform mit einem leisten- artigen Fußteil 3 und einem kopfseitigen Querbalken 5 besitzt. Das Verankerungsteil 1 ist in der im Schaumkörperteil gebildete Ausnehmung so aufnehmbar, daß sich der Fußteil 3 durch einen schmalen, an der Oberfläche des Schaumkörperteiles mündenden Kanal erstreckt, der an seinem inneren Endbereich in eine den Querbalken 5 aufnehmende Erweiterung übergeht. Der vom Fußteil 3 durchgriffene Kanal der Ausnehmung im Schaumkörperteil kann der Dicke des Fußteiles angepaßt sein oder demgegenüber eine etwas größere lichte Weite besitzen.
Bei dem Verankerungsteil 1 erfolgt der Übergang zwischen dem Querbalken 5 und dem Fußteil 3 nicht über eine scharfe, rechtwinklige Kante, sondern über eine durch die Unterseite des Querbalkens 5 gebildete, leicht schräg zum Fußteil 3 verlaufende geneigte Fläche, die mit dem Fußteil 3 außenseitig einen stumpfen Winkel α von mehr als 90° einschließt. Der Winkel α liegt näherungsweise im Bereich von etwa 93° bis 100°, vorzugsweise bei etwa 95°. Außerdem ist der Übergang zwischen Fußteil 3 und Querbalken 5 abgerundet. Aufgrund dieser Formgebung läßt sich das Verankerungsteil 1 unter mäßigem Aufspreizen des vom Fußteil 3 durchgrif- fenen Kanals ohne Schwierigkeiten herausziehen. Trotz der den Entnahmevorgang begünstigenden Formgebung stellt der Querbalken 5 des Verankerungsteiles 1 eine sehr gute Verankerungswirkung sicher.
Die Fig. 2 bis 9 zeigen einige ausgewählte Beispiele aus der Vielzahl mög- licher Querschnittsformen von Profi Ikörpern, die als Verankerungsteile für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens verwendbar sind. In den Fig. 2 bis 9 sind Teile, die solchen von Fig. 1 entsprechen, mit Bezugszahlen versehen, die gegenüber Fig. 1 , von Figur zu Figur jeweils um 10 fortschreitend, erhöht sind. So zeigt Fig. 2 eine der Fig. 1 ähnliche T-Form des Profilkörpers 1 1 , bei der im Unterschied zum Profilkörper 1 die Außenseiten des Querbalkens 15 nicht abgerundet sind. Diese Formgebung erhöht die Verankerungswirkung für das in das Schaumkörperteil eingesetzte Verankerungsteil, wobei die beidseitigen, stumpfwinkligen und abgerundeten Übergänge zwischen Fußteil 1 3 und Querbalken 15 ein störungsfreies Herausnehmen des Profilkörpers 1 1 ermöglichen.
Fig. 3 zeigt eine Formgebung des Profilkörpers 21 , die sich gegenüber Fig. 3 dadurch unterscheidet, daß der Fußteil 23 zur Haupterstreckung des Querbalkens 25 nicht senkrecht, sondern schief verlaufend angeordnet ist,
wobei lediglich auf einer Seite ein stumpfer Winkel zwischen Fußteil 23 und Querbalken 25 gebildet ist. Dieser Profilkörper zeichnet sich dadurch aus, daß er im Schaumkörperteil besonders sicher gegen Torsion gesichert ist, wodurch die Gefahr vermieden ist, daß bei der Benutzung, wenn das Schaumkörperteil beispielsweise als Sitzpolsterung fungiert, ein Herausdrehen des Verankerungsteiles durch die wechselnden Sitzbelastungen durch den Sitzbenutzer erfolgt.
Bei dem in Fig. 4 gezeigten Profilkörper 31 ist der Fußteil 33, ähnlich wie bei Fig. 3, gegenüber dem Querbalken 35 schräg verlaufend, während der Querbalken 35 unsymmetrisch, mit geschwungenen Endrändern, ausgebildet ist. Diese Formgebung zeichnet sich ebenfalls durch eine torsionsfeste Verankerungswirkung aus.
Fig. 5 zeigt einen Profilkörper 41 mit an der Oberseite kreisbogenförmig abgerundetem Querbalken 45 und leicht gekrümmten Unterseiten des Querbalkens 45 zu beiden Seiten des Fußteiles 43. Auch hierbei ergibt sich eine hohe Torsionssicherheit.
Bei dem Beispiel von Fig. 6 sind die an den Fußteil 43 angrenzenden Unterseiten des Querbalkens 55, im Unterschied zu Fig. 5, nicht geschwungen, jedoch ist der Fußteil 53 relativ zum Querbalken 55 schräg stehend, wodurch sich auch bei diesem Ausführungsbeispiel eine besonders gute Torsionssicherheit der Verankerung bietet.
Fig. 7 bis 9 zeigen weitere Beispiele für Profilkörper 61 , 71 bzw. 81 mit jeweils senkrecht stehenden Fußteilen 63, 73 bzw. 83, wobei jedoch die Querbalken 65, 75 bzw. 85 unregelmäßige Formgebungen aufweisen.
Bei sämtlichen dieser Konfigurationen erfolgt der Übergang zwischen Querbalken und Fußteil auf zumindest einer Seite desselben unter Bildung eines stumpfen Winkels von mehr als 90°, wobei die Übergangsstellen jeweils abgerundet, d.h. nicht scharfkantig sind, so daß ein störungsfreies Herausnehmen des betreffenden Profilkörpers aus dem Schaumkörperteil erfolgen kann.