Beschreibung
Verfahren zum Erzeugen eines einen Kurzschluß kennzeichnenden Fehlersignals
Es ist bekannt, dreiphasige Energieübertragungsleitungen mit Hilfe von Distanzschutzgeräten auf das Auftreten von ein- oder mehrpoligen Kurz- oder Erdschlüssen hin zu überwachen (vgl. Handbuch zum Siemens Distanzschutzgerät „Digitaler Ab- zweigschutz für Höchstspannungsleitungen" 7SA513 V3.2 der Siemens AG aus dem Jahre 1995, S. 329) .
Außerdem ist es bekannt, eine sog. Doppelleitung, die durch zwei dreiphasige Energieübertragungsleitungen gebildet ist, zu überwachen; dazu sind zwei Distanzschutzgeräte, die jeweils an eine der beiden dreiphasigen Energieübertragungsleitungen der Doppelleitung angeschlossen sind, örtlich an der gleichen Stelle an der Doppelleitung angebracht. Um Fehler bei der meßtechnischen Erfassung von Kurzschlüssen mit Erdbe- rührung bei einer der beiden Energieübertragungsleitungen zu vermeiden, wird der Nullstrom der nicht von einem Fehler betroffenen anderen Energieübertragungsleitung zusätzlich berücksichtigt, indem nämlich eine dem Nullstrom dieser anderen Energieübertragungsleitung entsprechende und voi; Di tanz- schutzgerät dieser anderen Energieübertragungsleitung erfaßte Meßgröße zu dem für die vom Kurzschluß betroffene Energieübertragungsleitung zuständigen Distanzschutzgerät übermittelt und von diesem ausgewertet wird („Schutztechnik in Elektroenergiesystemen" VDE-Verlag GmbH, Dr.-Ing. Heinz Clemens, Prof. Dr. Klaus Rothe, S. 94 - 99).
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein einfaches und zuverlässiges Verfahren zum Erzeugen eines zwischen einem ersten Phasenleiter und einem zweiten Phasenleiter zweier ver- schiedener parallel verlaufender, dreiphasiger Energieübertragungsleitungen aufgetretenen Kurzschluß kennzeichnenden Fehlersignals anzugeben.
Diese Aufgabe wird erfmdungsgemaß gelost durch ein Verfahren zum Erzeugen eines zwischen einem ersten Phasenleiter und einem zweiten Phasenleiter einer Energieubertragungsanordnung aufgetretenen Kurzschluß kennzeichnenden Fehlersignals, wobei der erste Phasenleiter ein Phasenleiter einer ersten dreiphasigen Energieubertragungsleitung und der zweite Phasenleiter ein Phasenleiter einer zweiten dreiphasigen, raumlich entlang der ersten Energieubertragungsleitung angebrachten Energieubertragungsleitung ist, bei dem den durch die beiden Phasenleiter fließenden Strömen proportionale Strommeßgrößen abgetastet und unter Bildung von Stromabtastwerten digital gewandelt werden, den an den beiden Phasenleitern anliegenden Leiter-Erde-Spannungen proportionale Spannungsmeßgroßen abgetastet und unter Bildung von Spannungsabtastwerten digital gewandelt werden, für die durch die beiden Phasenleiter gebildete Leiter-Leiter-Schleife mit den Strom- und Spannungsabtastwerten oder mit aus diesen abgeleiteten Hilfsmeßgrößen der beiden Phasenleiter ein komplexer Schlei- fenimpedanzmeßwert gebildet wird und das Fehlersignal gebildet wird, wenn der Schleifenimpedanzmeßwert innerhalb eines vorgegebenen Auslosegebietes liegt.
Der wesentliche Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens ist darin zu sehen, daß es sehr einfach durchzufuhren ist, weil aus den Strom- und Spannungsabtastwerten beider Phasenleiter lediglich ein komplexer Schleifeni pedanzwert gebildet werden muß und anschließend nur geprüft werden muß, ob der Schleifenimpedanzwert innerhalb eines vorgegebenen Auslosegebiets bzw. Auslosepolygons liegt.
Besonders kosteng nstig laßt sich aas erfmdungsgemaße Verfahren durchfuhren, wenn auf kommerziell erhaltliche Standard-Meßgeräte für dreiphasige Energieubertragungsleitungen zurückgegriffen werden kann; dies laßt sich konkret dadurch erreichen, daß die Strom- und Spann ngsabtastwerte des ersten
Phasenleiters mit einem an die erste Energieubertragungsleitung an einer ersten Stelle angeschlossenen Meßgerat erfaßt werden, die Strom- und Spannungsabtastwerte oder die aus diesen abgeleiteten Hilfsmeßgroßen des ersten Phasenleiters über eine Datenverbindung zu einem zweiten an die zweite Energieubertragungsleitung an einer m der Nahe der ersten Stelle befindlichen zweiten Stelle angeschlossenen Meßgerat übertragen werden, mit dem die Strom- und Spannungsabtastwerte des zweiten Phasenleiters der zweiten Energieubertragungs- leitung erfaßt werden, und m dem zweiten Meßgerat mit den
Strom- und Spannungsabtastwerten oder mit den aus diesen abgeleiteten Hilfsmeßgroßen der beiden Phasenleiter die Schlei- feni pedanz ermittelt und das Fehlersignal erzeugt wird; konkret können also die im wesentlichen üblichen Meßgerate für dreiphasige Energieubertragungsleitungen eingesetzt werden, falls diese Meßgerate zum Austausch von Meßdaten über eine Datenverbindung und zum Verarbeiten von über die Datenverbindung übertragenen Meßdaten anderer Meßgerate geeignet sind.
Besonders schnell laßt sich das erfmdungsgemaße Verfahren durchfuhren, wenn als Hilfsmeßgroße bereits im Hinblick auf die Ermittlung der Schleifenimpedanz besonders geeignet aufbereitete Meßgroßen erzeugt und übertragen werden; dies wird beispielsweise dadurch erreicht, daß aus den Strom- und Spannungsabtastwerten als Hilfsmeßgroßen komplexe Strom- und Spannungszeigermeßgroßen gebildet werden.
Das erfmdungsgemaße Verfahren laßt sich beispielsweise mit Distanzschutzmeßgeraten als Meßgeraten durchfuhren.
Die Erfindung bezieht sich außerdem auf eine Anordnung, mit der ein zwischen einem ersten Phasenleiter und einem zweiten Phasenleiter zweier verschiedener parallel verlaufender, dreiphasiger Energieubertragungsleitungen aufgetretener
Kurzschluß besonders einfach und zuverlässig erkannt werden kann .
Diese Aufgabe wird erf indungsgemaß gelöst durch eine Anord- nung zum Erzeugen eines zwischen einem ersten Phasenleiter und einem zweiten Phasenleiter einer Energieubertragungsanordnung aufgetretenen Kurzschluß kennzeichnenden Fehlersignals , wobei der erste Phasenleiter ein Phasenleiter einer ersten dreiphasigen Energieübertragungsleitung und der zweite Phasenleiter ein Phasenleiter einer zweiten dreiphasigen , räumlich entlang der ersten Energieübertragungsleitung angebrachten Energieübertragungsleitung ist, mit einem ersten an die erste Energieübertragungsleitung an einer ersten Stelle angeschlossenen Meßgerät, das eine dem durch den ersten Phasenleiter fließenden Strom proportionale Strommeßgröße abtastet und unter Bildung von Stromabtastwerten digital wandelt und das eine der an dem ersten Phasenleiter anliegenden Leiter-Erde-Spannung proportionale Spannungsmeßgröße abtastet und unter Bildung von Spannungsabtastwerten digital wandelt, und mit einer das erste Meßgerät mit einem zweiten an die zweite Energieübertragungsleitung an einer in der Nähe der ersten Stelle befindlichen zweiten Stelle angeschlossenen Meßgerät verbindenden Datenverbindung, über die die Strom- und Spannungsabtastwerte oder aus diesen abgelei- tete Hilfsmeßgrößen des ersten Meßgerätes zu dem zweiten
Meßgerät übertragen werden, wobei das zweite Meßgerät derart ausgebildet ist, daß es eine dem durch den zweiten Phasenleiter fließenden Strom proportionale Strommeßgröße abtastet und unter Bildung von Ξtromabtastwerten digital wandelt, eine der an dem zweiten Phasenleiter anliegende Leiter-Erde-Spannung proportionale Spannungsmeßgröße abtastet und unter Bildung von Spannungsabtastwerten digital wandelt und für die durch die beiden Phasenleiter gebildete Leiter-Schleife mit den Strom- und Spannungsabtastwerten oder mit aus diesen abgeleiteten Hilfsmeßgrößen des ersten Meßgerätes sowie mit
den eigenen Strom- und Spannungsabtastwerten oder mit aus diesen abgeleiteten Hilfsmeßgroßen einen komplexen Schleifenimpedanzmeßwert bildet und das Fehlersignal erzeugt, wenn der Schleifenimpedanzmeßwert innerhalb eines vorgegebenen Auslosegebietes liegt.
Die im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Verfahren erläuterten Vorteile gelten für die erfindungsgemaße Anordnung entsprechend.
Zur Erläuterung der Erfindung zeigt eine Figur ein Ausführungsbeispiel für eine erfindungsgemaße Anordnung zum Erzeugen eines zwischen einem ersten Phasenleiter einer ersten dreiphasigen Energieubertragungsleitung und einem zweiten Phasenleiter einer zweiten dreiphasigen Energieubertragungsleitung aufgetretenen Kurzschluß kennzeichnenden Fehlersignals; die Anordnung ist auch zum Durchführen des erfindungs- gemaßen Verfahrens geeignet.
Die Figur zeigt eine erste dreiphasige Energieubertragungsleitung 5 und eine zweite dreiphasige Energieubertragungsleitung 10, an die über Strom- und Spannungswandler eweils ein Distanzschutzgerat angeschlossen ist. Dabei ist die erste Energieubertragungsleitung 5 mit einem ersten Distanzschutz- gerat 15 und die zweite Energieubertragungsleitung 10 mit einem zweiten Distanzschutzgerat 20 verbunden.
Das erste Distanzschutzgerat 15 ist über einen Steuerausgang S15 mit einem Eingang E23A einer ersten Ausloseeinrichtung 23 verbunden, der an einem weiteren Eingang E23B ein Steuerausgang S20 des zweiten Distanzschutzgerates 20 vorgeschaltet ist und der an ihrem Ausgang A23 ein Leistungsschalter 25 nachgeordnet ist. Der Leistungsschalter 25 schaltet bei entsprechender Ansteuerung durch die Ausloseeinrichtung 23 bzw. bei entsprechender Ansteuerung durch das erste Distanz-
schutzgerat 15 und das zweite Distanzschutzgerat 20 die von einem Fehler betroffenen Phasenleiter der ersten Energieubertragungsleitung 5 ab.
Das zweite Distanzschutzgerat 20 ist darüber hinaus in entsprechender Weise über seinen Steuerausgang S20 mit einem Eingang E27A einer zweiten Ausloseeinrichtung 27 verbunden, der an einem weiteren Eingang E27B der Steuerausgang S15 des ersten Distanzschutzgerätes 15 vorgeschaltet ist und der an ihrem Ausgang A27 ein zweiter Leistungsschalter 30 nachgeordnet ist. Der zweite Leistungsschalter 30 schaltet bei entsprechender Ansteuerung durch die zweite Auslόseeinrichtung 27 bzw. bei entsprechender Ansteuerung durch das erste Distanzschutzgerat 15 und das zweite Distanzschutzgerat 20 die von einem Fehler betroffenen Phasenleiter der zweiten Energieubertragungsleitung 10 ab.
In der Figur ist außerdem eine Sammelschiene 35 dargestellt, die die Phasenleiter der beiden Energieubertragungsleitungen 5 und 10 paarweise miteinander verbindet. Die beiden Distanzschutzgeräte 15 und 20 sind über Datenanschlüsse D15 bzw. D20 mittels einer Datenleitung 40 als Datenverbindung miteinander verbunden.
Mit der Anordnung gemäß der Figur läßt sich ein Fehlersignal F bzw. F' erzeugen, wenn zwischen einem Phasenleiter der ersten Energieubertragungsleitung 5 und einem Phasenleiter der zweiten Energieubertragungsleitung 10 ein Kurzschluß aufgetreten ist. Dies soll anhand eines Beispieles erläutert wer- den, bei dem zwischen einem ersten Phasenleiter 45 der ersten Energieubertragungsleitung 5 und einem zweiten Phasenleiter 50 der zweiten Energieubertragungsleitung 10 ein Kurzschluß aufgetreten ist; selbstverständlich können mit der Anordnung gemäß der Figur alle mögliche Phasenleiterpaare der beiden Energieubertragungsleitungen 5 und 10 auf das Auftreten eines
Kurzschlusses hin m gleicher Weise berwacht werden, wie es nachfolgend beispielhaft ausschließlich für die beiden
Phasenleiter 45 und 50 erläutert wird.
Mit einem ersten Spannungswandler 55 wird die an dem ersten Phasenleiter 45 anliegende Leiter-Erde-Spannung Ua(t) m eine dieser Leiter-Erde-Spannung proportionale Spannungsmeßgroße MUa umgewandelt und zu dem ersten Distanzschutzgerat 15 übermittelt. Gleichzeitig wird mit einem ersten Stromwandler 60 der m dem ersten Phasenleiter 45 fließende Strom Ia(t) m eine diesem Strom proportionale Strommeßgroße MIa gewandelt, und es wird diese zu dem ersten Distanzschutzgerat 15 übermittelt. Die entsprechenden Meßwerte werden auch für den zweiten Phasenleiter 50 m entsprechender Weise ermittelt und zu dem zweiten Distanzschutzgerat 20 übertragen. Dabei wird konkret die an dem zweiten Phasenleiter 50 anliegende Leiter- Erde-Spannung Ub(t) mit einem Spannungswandler 65 m eine dieser Spannung proportionale Spannungsmeßgroße MUb gewandelt und diese Spannungsgroße MUb zu dem zweiten Distanzschutzge- rat 20 übertragen. Der durch den zweiten Phasenleiter 50 fließende Strom Ib(t) wird mit einem zweiten Stromwandler 70 m einer diesem Phasenstrom Ib(t) proportionale Strommeßgroße Mlb gewandelt, unα es wird diese Strommeßgroße Mlb zu dem zweiten Distanzschutzgerat 20 übertragen. Die jeweiligen Strom- und Spannungsmeßgroßen MUa, MIa, MUb und Mlb m den beiden Distanzschutzgeraten 15 und 20 werden eweils abgetastet und unter Bildung von Strom- und Spannungsabtastwerten digital gewandelt. In jedem der beiden Distanzschutzgerate 15 und 20 werden aus den jeweiligen Strom- und Spannungsabtastwerten komplexe Stromzeiger- und
Spannungszeiger-Meßgroßen ermittelt und es werden diese über die Datenleitung -t0 zu dem jeweils anderen Distanzschutzgerat übermittelt; konkret wird von dem ersten Distanzschutzgerat 15 über die Datenleitung 40 eine aus der Spannungsmeßgroße MUa gebildete komplexe Spannungszeigermeßgroße Ua und eine
aus der Strommeßgroße MIa gebildete komplexe Stromzeigermeßgroße la. zu dem zweiten Distanzschutzgerat 20 übertragen. Dabei gibt also die komplexe Spannungszeigermeßgroße Ua die an dem Phasenleiter 45 anliegende Leiter-Erde-Spannung Ua(t) und die komplexe Stromzeigermeßgroße a die durch den ersten Phasenleiter 45 fließenden Phasenstrom Ia(t) an. Von dem zweiten Distanzschutzgerat 20 wird m gleicher Weise eine komplexe Stromzeigermeßgroße Ib und eine komplexe Spannungszeigermeßgroße Üb zum ersten Distanzschutzgerat 15 übertragen; dabei gibt die komplexe Spannungszeigermeßgroße
Üb die an dem zweiten Phasenleiter 50 anliegende Leiter-Erde- Spannung Ub(t) und die Stromzeigermeßgroße Ib den durch den zweiten Phasenleiter 50 fließenden Phasenstrom Ib(t) an.
In dem zweiten Distanzschutzgerat 20 wird aus den nun dort vorliegenden Strom- und Spannungszeigermeßgroßen la., Ib, Ua und Üb ein Schleifenimpedanzmeßwert Z2 gebildet:
Üb - Ua
Z2
Ib - la
Der resultierende Schleifenimpedanzmeßwert Z_2 wird hinsichtlich seiner Lage m der komplexen Impedanz-Ebene ausgewertet; konkret wird das Fehlersignal F' erzeugt, wenn der Schleifenimpedanzmeßwert Z2 innerhalb eines vorgegebenen Auslose- gebiets bzw. Auslosepolygons m der Impedanz-Ebene liegt. Wie ein solches Auslosepolygon aussehen kann, laßt sich dem obengenannten Handbuch zum Schutzgerat 7SA 513 auf den Seiten 49 und 65 ebenfalls entnehmen.
In gleicher Weise wird von dem ersten Distanzschutzgerat 15 ein I pedar zmeßwert ZI gebildet:
Ua Üb
ZI = =- la Ib
Falls dieser Schleifenimpedanzmeßwert ZI innerhalb des vorgegebenen Auslösepolygons liegt, wird von dem ersten Distanzschutzgerät 15 in entsprechender Weise ebenfalls das Fehler- signal F erzeugt, also ein Fehlersignal das einen zwischen dem ersten Phasenleiter 45 und dem zweiten Phasenleiter 50 aufgetretenen Kurzschluß kennzeichnet.
Falls von dem ersten Distanzschutzgerät 15 das Fehlersignal F generiert wird, so wird gleichzeitig am Steuerausgang S15 auch ein Steuersignal SI erzeugt und an die beiden Auslöseeinrichtungen 23 und 27 weitergeleitet; das Steuersignal SI gibt an, welche Phasenleiter von einem Kurzschluß betroffen sind - hier die Phasenleiter 45 und 50 - und somit abge- schaltet werden müssen. Bei Vorliegen eines solchen Steuersignals SI steuern die Auslöseeinrichtungen 23 und 27 die Leistungsschalter 25 und 30 derart an, daß diese die vom Fehler betroffenen Phasenleiter der beiden Energieübertragungs- leitungen 5 und 10 abschalten.
In gleicher Weise arbeitet das zweite Distanzschutzgerät 20: Falls von dem zweiten Distanzschutzgeräte 20 das Fehlersignal F' generiert wird, so wird gleichzeitig auch ein Steuersignal S2 erzeugt und an die beiden Auslöseeinrichtungen 23 und 27 weitergeleitet; das Steuersignal S2 gibt an, welche Phasenleiter von einem Kurzschluß betroffen sind und somit abgeschaltet werden müssen. Bei Vorliegen dieses Steuersignals S2 steuern die Auslöseeinrichtungen 23 und 27 die Leistunσs- schalter 25 und 30 derart an, daß diese die vom Fehler be- troffenen Phasenleiter 45 und 50 abschalten.
Das von dem ersten Distanzschutzgerät 15 erzeugte Fehlersignal F wird an einem Ausgang AI5 des ersten Distanzschutzgerät 15 abgegeben und außerdem über die Datenleitung 40 zu dem zweiten Distanzschutzgerät 20 übermittelt; in gleicher Weise
wird das von dem zweiten Distanzschutzgerat 20 erzeugte Feh- lersignal F' an einem Ausgang A20 des zweiten Distanzschutz- gerates 20 abgegeben und außerdem über die Datenleitung 40 zu dem ersten Distanzschutzgerat 15 übermittelt. Damit liegt also im Kurzschlußfall in jedem der beiden Distanzschutzgerate jeweils das erzeugte eigene Fehlersignal sowie jeweils das erzeugte Fehlersignal des jeweils anderen Distanzschutz- gerates vor; bei entsprechender Ausgestaltung der beiden Distanzschutzgerate 15 und 20 - beispielsweise durch den Einsatz von die beiden Fehlersignale verknüpfenden logischen UND-Gliedern in jedem der beiden Distanzschutzgerate - läßt sich erreichen, daß die beiden Distanzschutzgerate ausschließlich dann ein Steuersignal SI bzw. S2 an die beiden Ausloseeinrichtungen 23 und 27 abgeben, wenn von beiden Distanzschutzgeraten 15 und 20 jeweils Fehlersignale F und F' erzeugt wurden; ein fehlerhaftes Abschalten von Phasenleitern aufgrund einer Fehlfunktion eines der beiden Distanzschutzgerate laßt sich so zuverlässig vermeiden.
Selbstverständlich ist es ebenfalls möglich, statt der Strom- und Spannungszeiger-Meßgroßen Ua, Üb, .la, Ib über die Datenleitung 40 die Strom- und Abtastwerte oder auch andere aus diesen Strom- und Abtastwerten abgeleitete Hi li.smer.> roßen zu übertragen; dabei muß natürlich sichergestellt sein, daß aus den Hilfsmeßgroßen die entsprechenden Strom- und Zeigermeß- großen Ua, Üb, la., Ib oder andere entsprechende zur Berechnung des Schleifenimpedanz eßwertes geeignete Meßgroßen wiedergewonnen werden können.
Statt der Datenleitung 40 kann als Datenverbindung beispielsweise auch eine Funkverbindung eingesetzt werden.