Beschreibung
Ortsauflösendes Abstandsmeßsystem
Die Erfindung betrifft ein ortsauflösendes Abstandsmeßsystem zur Erstellung von dreidimensionalen Objekten. Derartige Systeme werden vorzugsweise zur Identifizierung von Personen oder Gegenständen zur Zugangskontrolle oder für allgemeine Überwachungsaufgaben eingesetzt. Dreidimensional aufnehmende und verarbeitende Sensorsysteme gewinnen für verschiedenste Aufgabenstellungen in der industriellen Technik zunehmend an Bedeutung. Die denkbaren Anwendungen sind äußerst vielseitig und umfangreich und müssen von einer neuen Generation von optischen Sensoren für die industrielle Meßtechnik unterstützt werden.
Bekannte optische Radarsysteme wie beispielsweise Laserradar basieren entweder auf dem Prinzip der Laserimpuls- LaufZeitmessung oder auf der Bestimmung der Phasenindifferenz von moduliertem Laserlicht zur Ableitung der Objektdistanz. Zum Aufbau eines dreidimensionalen bildgebenden Systems sind zusätzlich mechanische Scan-Einrichtungen erforderlich. Dies führt zu einem relativ teuren elektronischen und mechanischen Aufwand, der den Einsatz solcher dreidimensionalen Systeme auf wenige Spezialanwendungen beschränkt.
Ferner sind Verfahren bekannt, bei denen mit Kurzzeit- Laserbeleuchtung und elektro-optischen Schaltern sowie mit CCD-Kameras Tiefenphotos gewonnen werden (gated view) . Nach- teile dieser Sensoren bestehen in einer hohen Laserleistung sowie in teuren elektro-optischen Shuttern. Nachdem CCD- Kameras in der Regel nach der Fernsehnorm betrieben werden, lassen sich nur lange Auslesezeiten erzielen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, durch Vermeidung der Nachteile des Standes der Technik ein ortsauflösendes Ab-
standsmeßsystem bereitzustellen, mit dem schnell und kostengünstig dreidimensionale Bilder erzeugbar sind.
Die Lösung dieser Aufgabe geschieht durch die Merkmalskombi- nation entsprechend Anspruch 1.
Ein wesentliches Merkmal der Erfindung besteht darin, die Realisierung des Abstandsmesssystems ausschließlich in Festkörpertechnologie auszuführen. Weiterhin wird eine einzelne relativ starke Lichtquelle ersetzt durch eine beispielsweise matrixförmige Anordnung von schwächeren Lichtquellen. Somit wird die Lichtleistung im Verhältnis zu der vormals großen Leistung einer einzigen reduziert im Verhältnis der vollflächigen Ausleuchtung relativ zur Anzahl der Bildpunkte. Das Abstandsmeßsystem kommt ohne bewegte Teile aus. Grenzen von
Laserschutzbestimmungen können ohne weiteres eingehalten werden. Durch die korrespondierende Anordnung von Lichtquellen einerseits und Empfangselementen eines Festkörperbildwandlers andererseits können die durch eine Lichtquelle beleuchteten und damit definierten Objektpunkte mit genauer Zuordnung durch ein Empfangselement des Festkörperbildwandlers jeweils empfangen und hinsichtlich des Abstandes ausgewertet werden.
Durch die Aufteilung einer relativ großen Lichtleistung auf eine Vielzahl von Lichtquellen mit einer vorgegebenen Anordnung resultieren Vorteile wie eine kürzere Anstiegszeit der Amplitude des Lichtes, eine höhere Genauigkeit der Messung und einfache Einhaltung von Grenzen beispielsweise aus Laser- schutzbedingungen.
Das Abstandsmeßsystem ist pixelauflösend, so daß einzelne Objektpunkte bzw. deren Entfernung oder deren Höhenwert differenziert abgebildet werden können. Dies wird insbesondere durch eine vorteilhafte Ausgestaltung erreicht, die vorsieht, daß das System mit wahlfrei ansteuerbaren Lichtquellen und wahlfrei auslesbaren Empfangselementen versehen ist. Die Korrespondenz zwischen Lichtquellen und Empfangselementen kann
vorteilhafterweise derart variiert werden, daß nicht nur eine 1:1-Zuordnung vorliegt, sondern daß beispielsweise eine Lichtquelle mit mehreren zu einer Gruppe zusammengefaßten Empfangselementen korrespondiert. Genauso kann eine Gruppe von Lichtquellen ein einzelnes Empfangselement bedienen.
Das Ergebnis einer Messung besteht in einem erzeugten dreidimensionalen Bild eines Objektes, einem Höhenbild, oder in Form eines Schnittbildes, welches die äußere Form des Objek- tes an einem bestimmten Schnitt des Objektes mit den Beleuchtungsstrahlen wiedergibt.
Eine vollflächige Beleuchtung eines Objektes geschieht zweckmäßigerweise mit einer vollflächigen Anordnung mit Lichtquel- len und Empfangselementen jeweils für sich. Es ist vorteilhaft, diese Anordnungen jeweils rechtwinklig in Form einer Matrix auszubilden. Besteht kein Erfordernis einer vollflächigen Ausleuchtung bzw. Messung eines Objektes, so können die Lichtquellen und die Empfangselemente aufgabenspezifisch angeordnet sein. Dies bedeutet beispielsweise, daß unter Beibehaltung der Korrespondenz zwischen Lichtquellen und Empfangselementen jeweils eine bestimmte Linie oder Fläche als deren Anordnung ausgewählt wird, wobei eine entsprechende Linie oder Fläche am Objekt detektiert wird. Unter aufgabenspe- zifischer Ausführung dieser Anordnung ist zu verstehen, daß die korrespondierenden Anordnungen der Lichtquelle und der Empfangselemente an die Form des Objektes oder an wahrscheinliche Positionen des Objektes angepaßt sind.
Es ist vorteilhaft, als Lichtquellen modulierbare Laserdioden einzusetzen. Die Ausführung des Festkörperbildwandlers in Form eines CMOS (Metalloxid-Halbleiter) -Bildwandlers ist verbunden mit einer kostengünstigen Ausführung, die ein schnelles und zuverlässiges, wahlfreies Auslesen einzelner Emp- fangselemente ermöglicht.
Der Einsatz eines ortsauflösenden Abstandsmeßsystems nach der Erfindung zur Gebäudeeingangssicherung ist mit besonderen Vorteilen verbunden. Ein entsprechender Sensor arbeitet mit Licht und nicht mit eventuell schädigenden anderen Strahlen. Werden Laserdioden eingesetzt, so ist deren einzelne Lichtleistung derart gering, daß Laserschutzbestimmungen ohne weiteres eingehalten werden. Die Anordnung bzw. Gestaltung der Sende- und Empfangseinheiten des Meßsystems können objektspezifisch angepaßt werden.
Im folgenden werden anhand der begleitenden schematischen Zeichnungen die Erfindung nicht einschränkende Ausführungsbeispiele beschrieben.
Figur 1 zeigt einen optischen dreidimensional aufnehmenden Sensor mit bildpunktweiser Beleuchtung und Auslesung, wobei ein dreidimensionales Objekt vollflächig beleuchtet werden kann, Figur 2 zeigt ein System entsprechend Figur 1 mit an das Meßproblem angepaßter Ausgestaltung der Anordnung der Lichtquelle und der Empfangselemente, Figur 3 zeigt eine schematische Anordnung von Laserdioden relativ zu einer Optik und eine Anordnung von CMOS- Bildwandlerelementen, Figur 4 zeigt eine Sende- und Empfangseinheit über einer Gebäudeeingangstür zur Gebäudesicherung.
Die Aufnahme und Erstellung von dreidimensionalen Bildern spielt vor allem für die Identifizierung oder für die Zu- gangskontrolle, also allgemein für Überwachungsaufgaben, eine wesentliche Rolle. Somit kommt der schnellen, kostengünstigen und robusten Erfassung von dreidimensionalen Bildern in der industriellen Sensorik künftig eine Schlüsselrolle zu. Eine wesentliche Voraussetzung hierfür ist vor allen Dingen die Realisierung dieser Sensorik ausschließlich in Festkörpertechnologie. Die daraus resultierenden Anwendungen sind äußerst vielseitig und umfangreich und eröffnen eine neue Gene-
ration von optischen Sensoren für die industrielle Meßtechnik. Diese dreidimensionalen Mikrosysteme finden beispielsweise Anwendung in der Verkehrs- und Raumüberwachung sowie in der Führung von Transportvorgängen. Neben der Identifizierung von Objekten können auch Geschwindigkeiten gemessen werden. Ein Materialfluß kann überwacht und automatisiert werden.
Das hier vorgeschlagene Abstandsmeßsystem beruht auf der Basis, daß konsequente funktionale und räumliche Integration von Mikrpelektronik, Photonik und Optik in einem Mikrosystem ausschließlich in Festkörpertechnologie vorgenommen wurden. Durch die Mikroelektronik, insbesondere die CMOS- Mikroelektronik, wird es möglich, integrierende, photosensitive Anordnungen mit extrem kurzen Integrationszeiten, bei- spielsweise 50 ns, zu realisieren und damit indirekt über die empfangene Intensität von Laserimpulsen auf deren Laufzeit bzw. auf den Abstand des Objektpunktes vom Meßsystem zu schließen. Durch eine mehrfache Wiederholung einer Pulsbelichtung, Integration und Verknüpfung, läßt sich eine Redu- zierung der insgesamt erforderlichen Laserleistung erzielen.
Der Photonik kommt in diesem System eine ganz entscheidende Rolle zu. An die Laserlichtquelle müssen hohe Anforderungen hinsichtlich Anstiegszeit und Konstanz gestellt werden. Die Anstiegszeit sollte kleiner als 1 ns sein. Eine deutliche Reduzierung dieses Problemkreises wird durch den neuen Ansatz der Synchronisierung von objektsektionaler Beleuchtung und Adressierung korrespondierender Bereiche aus dem Sensor-Array erzielt. Darunter ist die korrespondierende Ausgestaltung des Meßsystems zu verstehen, die einzelne Lichtquellen, die entsprechende Objektpunkte beleuchten, korrespondierenden Empfangselementen zuordnet.
Dem Prinzip liegt die Überlegung zugrunde, daß bei der Aus- nutzung des der CMOS-Technologie eigenen wahlfreien Bildzugriffs (Random Access) im Extremfall nur das Pixel beleuchtet wird, dessen Intensität momentan ausgelesen wird. Damit ist
das System gleichzeitig pixelauflösend und auf bei mechanisches Scannen kann verzichtet werden. Die dann auf mehrere und deutlich leistungsschächere sowie seriell arbeitenden Lichtquellen bzw. Laserdioden verteilte Lichtleistung verrin- gert die Probleme von Anstiegszeiten, Stromversorgung sowie Kosten und Laserschutzaspekten drastisch. Die mit dem offenbarten Meßsystem erreichbaren Meßunsicherheiten von i 5 cm in einem Meßbereich von 0,5 bis 5 m sind realistisch.
Bei dem seriellen Betrieb von einzelnen Laserdioden mit den korrespondierenden Empfangselementen können wiederum am Objektort wesentlich höhere Leuchtdioden zugelassen werden als bei einer flächenhaften Beleuchtung ohne die Laserschutzbestimmungen zu verletzen. Dies führt zu einem deutlich verbes- serten Signal/Rauschverhältnis an den Empfangselementen und damit zu einer deutlich erhöhten Leistungsfähigkeit des gesamten Systems.
Die Figuren 1 und 2 zeigen ein ortsauflösendes Abstandsmeß- System, das linksseitig eine Anordnung von Lichtquellen 1 enthält, wobei ausgesandte Beleuchtungsstrahlen 5 über einen Teilerspiegel 8 und eine Optik 4 geleitet werden und ein dreidimensionales Objekt 7 zumindest partiell beleuchten. Vom Objekt 7 reflektierte Abbildungsstrahlen 6 werden über die gleiche Optik 4 und den Teilerspiegel 8 auf einen Festkörperbildwandler 3, 31 geleitet und durch zu den Lichtquellen 1 korrespondierende Empfangselemente 2 ausgewertet. Die Auswertung geschieht opto-elektronisch und ergibt ein vollständiges oder partielles Höhenbild des Objektes 7. Die in Figur 1 dar- gestellte Form der Anordnungen der Lichtquellen 1 und der Empfangselemente 2 in Form einer rechtwinkligen Matrix ist dazu geeignet, ein vollständiges dreidimensionales Bild eines Objektes 7 aufzunehmen. Die beschriebene partielle Beleuchtung durch serielle Betätigung der Lichtquellen 1 führt ins- gesamt zur vollständigen Aufnahme des Objektes 7. Das serielle Ansprechen der Lichtquellen 1 kombiniert mit dem seriellen Auslesen der korrespondierenden Empfangselemente 2 kann mit
hoher Geschwindigkeit durchgeführt werden. Wie in Figur 1 dargestellt, bedeutet die erwähnte Korrespondenz, daß ein mittig in der Anordnung der Lichtquellen 1 generierter Beleuchtungsstrahl 5 nach der Reflektion am Objekt 7 über den Teilerspiegel 8 in das mittig plazierte Empfangselement 2 des Festkörperbildwandlers 3 gelangt. Dies gilt in entsprechender Weise für sämtliche anderen Lichtquellen 1 und Empfangselemente 2. Durch den Einsatz einer Vielzahl von Lichtquellen 1 mit einer korrespondierenden Anzahl von Empfangselementen 2, kombiniert mit einer seriellen Beleuchtung des Objektes 7 ergeben sich keinerlei Probleme für die Stromversorgung der Lichtquellen für die Einhaltung von Grenzen einer Laser- schutzbeStimmung oder einer notwendigen kurzen Anstiegszeit bei der Modulation der Lichtquellen 1. Dies ist im Gegensatz zum Stand der Technik zu betrachten, bei dem eine einzige Lichtquelle mit hoher Leistung eingesetzt wird.
Figur 2 zeigt eine Anordnung entsprechend Figur 1, bei der die Lichtquellen 1 und der Festkörperbildwandler 31 aufgaben- spezifisch ausgebildet sind. Die in der Darstellung gewählte Ausbildung in Form eines Kreuzes beleuchtet auf dem Objekt 7 lediglich ein ähnliches Kreuz, welches über die ebenfalls als Kreuz ausgebildete Anordnung von Empfangselementen 2 auswertbar ist. Somit können wesentliche charakteristische Merkmale eines Objektes 7 detektiert werden, wobei eine anschließende Kategorisierung möglich ist. Dies bedeutet, dass beispielsweise bei einem Gesicht bestimmte Konturen betrachtet werden, ohne das gesamte Gesicht zu beleuchten und auszuwerten.
In der Figur 3 ist schematisch die Wirkungsweise des Laser- dioden-Arrays als Beleuchtungseinheit, der Optik 4 und des CMOS-Sensor-Arrays auf der Empfangsseite dargestellt. Die zeichnerisch herausgehobene Lichtquelle 1 des Laserdioden- Arrays sendet einen Beleuchtungsstrahl 5 aus, der über die Optik 4 zum Objekt 7 geführt wird. Der reflektierte Abbildungsstrahl 6 wird über die Optik 4 entsprechend auf ein zur vorgenannten Lichtquelle 1 korrespondierendes Empfangselement
2 geleitet, welches ebenfalls in Figur 3 zeichnerisch hervorgehoben ist. Die aktuell betrachteten bzw. aktiven Beleuch- tungs- 5 und Abbildungsstrahlen 6 sind in Figur 3 mit durchgezogenen Strichen dargestellt. Entsprechendes gilt für die durch unterbrochene Striche dargestellten Strahlen, die jedoch zeitlich versetzt vorhanden sind.
Mögliche Anwendungsgebiete von ortsauflösenden Abstandsmeßsy- stemen sind die Geschwindigkeitsmessung, die Fahrzeugidenti- fizierung, die Sicherheitsüberwachung, die Bahnsteigüberwachung, die Bahnübergangsüberwachung, Materialflußmessung auf Transportbändern oder Automatisierung von Krananlagen durch dreidimensionale Positionsbestimmung.
In Figur 4 wird die intelligente Überwachung einer Gebäudeeingangstür skizziert. Die Sende/Empfangseinheit 9 ist über eine Haustür 10 eines Hauses 11 angebracht. Die Auftreffpunk- te der entsprechenden Lichtstrahlen auf dem Boden sind in Figur 4 in Form eines Halbkreises 12 angeordnet. Sie decken so- mit den Bereich vor der Haustür 10 ab. Nachdem das Abstandsmeßsystem in diesem Fall eine partielle Beleuchtung eines vor der Haustür 10 auftauchenden Objektes vornimmt, kann die Kontur des Objektes ausgewertet und kategorisiert werden. Somit läßt sich beispielsweise feststellen, ob sich ein Hund, eine Katze oder ein Mensch vor der Tür befindet. Eine vollflächige Beleuchtung des Objektes ist in diesem Fall nicht notwendig. Für die Überwachung von anders gearteten Objekten lassen sich entsprechende Anordnungen der Strahlengänge definieren. Entsprechend der Ausgestaltung in Figur 4 ist die Anordnung der Lichtquellen 1 sowie die Anordnung der Empfangselemente 2 ebenfalls halbkreisförmig. Zusätzlich kann jeder Strahlengang gezielt durch eine entsprechend ausgebildete Optik geführt werden.