Aus mindestens drei Komponenten bestehender Beschichtungsstoff, Verfahren zu seiner Herstellung sowie seine Verwendung
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein aus mindestens drei Komponenten bestehender Beschichtungsstoff, enthaltend eine Komponente (I), enthaltend mindestens ein oligomeres oder polymeres Harz mit funktionellen Gruppen, die mit Isocyanatgruppen reagieren, als Bindemittel (A), eine Komponente (H), enthaltend mindestens ein Polyisocyanat als Vemetzungsmittel (B), und eine Komponente (JE), welche Wasser enthält. Außerdem betrifft die vorliegende Erfindung ein Nerfahren zur Herstellung dieses Beschichtungsstoffs sowie die Verwendung des Beschichtungsstoffs in der Automobilerst- und - repararurlackierung, der industriellen Lackierung, inclusive Coil Coating und Container Coating, der Kunststofflackierung und der Möbellackierung.
Beschichtungsstoffe der eingangs genannten Art sind aus den deutschen Patentschriften DE-A-195 42 626 oder DE-A-44 21 823 bekannt. Diese bekannten Beschichtungsstoffe weisen bereits vergleichsweise geringe Oberflächenprobleme, wie Kocher oder Strukturen, sowie hinsichtlich des Glanzes, der Auspannung, der Spritzsicherheit, der Fülle, der Witterungsbeständigkeit und anderer wichtiger technologische Eigenschaften ein gutes Eigenschaftsprofil auf. Diese bekannten Beschichtungsstoffe enthalten hydrophile Polyester.
Die stetig strenger werdenden Anforderungen des Marktes machen es indes notwendig, daß diese bekannten Beschichtungsstoffe in ihrer Homogenität, ihrer
Standsicherheit, ihrer Handhabung und ihrer Kochergrenzen noch weiter verbessert werden. Außerdem soll der Lösemittelgehalt noch weiter abgesenkt werden, als dies bislang möglich war. Des weiteren sollen die resultierenden Beschichtungen eine noch höhere Benzingbeständigkeit und einen noch geringeren Grauschleier aufweisen.
Demgemäß wurde der neue, aus mindestens drei Komponenten bestehende Beschichtungsstoff, enthaltend
(I) eine Komponente, enthaltend mindestens ein oligomeres oder polymeres Harz mit funktionellen Gruppen, die mit Isocyanatgruppen reagieren, als Bindemittel (A),
(H) eine Komponente, enthaltend mindestens ein Polyisocyanat als Vernetzungsmittel (B), und
(ILT) eine Komponente, welche Wasser enthält,
gefunden, welcher dadurch gekennzeichnet ist, daß die Komponente (I) und/oder (ILT) mindestens einen niedermolekularen und/oder oligomeren, im wesentlichen unverzweigten, hydrophoben Polyester (C) mit mindestens zwei Hydroxylgruppen im Molekül, einer OH-Zahl von 56 bis 500 mg KOH/g, einer Säurezahl <10 mg KOH/g und einem zahlenmittleren Molekulargewicht Mn von 300 bis 2.000 Dalton, enthält oder enthalten.
Im folgenden wird der neue, aus mindestens drei Komponenten bestehende Beschichtungsstoff der Kürze halber als „erfindungsgemäßer Beschichtungsstoff' bezeichnet.
Die vorliegende Erfindung betrifft außerdem ein Nerfahren zur Herstellung des erfindungsgemäßen Beschichtungsstoffs sowie seine Nerwendung in der Automobilerst- und -repararurlackierung, der industriellen Lackierung, inclusive Coil Coating und Container Coating, der Kunststofflackierung und der Möbellackierung.
Ln Hinblick auf den Stand der Technik war es nicht zu erwarten, daß die Lösung der Aufgabe mit all ihren Vorteilen mit Hilfe der erfindungsgemäß zu verwendenden niedermolekularen und/oder oligomeren, im wesentlichen unverzweigten, hydrophoben Polyestern (C) mit mindestens zwei 5 Hydroxylgruppen im Molekül, einer OH-Zahl von 56 bis 500 mg KOH/g, einer Säurezahl <10 mg KOH/g und einem zahlenmittleren Molekulargewicht Mn von 300 bis 2.000 Dalton erzielt werden konnte.
Ln folgenden werden diese erfindungsgemäß zu verwendenden niedermolekularen 10 und/oder oligomeren, im wesentlichen unverzweigten, hydrophoben Polyester (C) der angegebenen Spezifikation als „hydrophobe Polyester (C)" bezeichnet.
Der erfindungsgemäßen Beschichtungsstoff zeichnet sich überraschenderweise durch ein Eigenschaftsprofil aus, das insbesondere hinsichtlich des Glanzes, der 15 Fülle, der ausgesprochen geringen Kocherneigung, der Spritzsicherheit und des Verlaufs sowie der Witterungsbeständigkeit gegenüber dem Stand der Technik verbessert ist.
Es ist außerdem überraschend, daß der erfmdungsgemäße Beschichtungsstoff aus 20 den mindestens drei Komponenten, beispielsweise zumindest aus (I), (II) und (DI), durch einfaches Mischen hergestellt werden kann, ohne daß aufwendige Apparaturen zum Mischen bzw. Dispergieren erforderlich sind, wie sie beispielsweise in der deutschen Patentschrift DE-A-195 10 651 beschrieben werden. Der erfindungsgemäße Beschichtungsstoff eignet sich daher 25 insbesondere auch für den Bereich der Autoreparaturlackierung, da er vom Lackierer direkt vor seiner Applikation durch einfaches Mischen der Komponenten hergestellt und bei niedrigen Temperaturen ausgehärtet werden kann.
Vorteilhaft ist außerdem, daß der erfmdungsgemäße Beschichtungsstoff nur einen geringen Gehalt an flüchtigen organischen Lösemitteln aufweist, obwohl er unter Verwendung organisch gelöster bzw. dispergierter Bindemittel und Vernetzer hergestellt wird.
Darüber hinaus gewährleistet der erfindungsgemäße Beschichtungsstoff eine hohe Variabilität, da nicht nur für wäßrige Beschichtungsstoffe empfohlene Vernetzungsmittel, Pigmente und Additive, sondern auch solche, die in konventionellen Systemen verwendet werden, eingesetzt werden können.
Schließlich zeichnen sich die erfindungsgemäß zu verwendenden Komponenten (I), (H) und (IH) des erfmdungsgemäßen Beschichtungsstoffs durch eine sehr gute Lagerstabilität aus, die der von konventionellen Beschichtungsstoff en entspricht.
Der erfindungsgemäße Beschichtungsstoff ist thermisch und/oder mit aktinischer Strahlung härtbar.
Im Rahmen der vorüegenden Erfindung bedeutet der Begriff „thermische Härtung" die durch Hitze initiierte Härtung einer Schicht aus einem Beschichtungsstoff, bei der üblicherweise ein separat vorliegendes Vernetzungsmittel angewandt wird. Üblicherweise wird dies von der Fachwelt als Fremdvernetzung bezeichnet.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist unter aktimscher Strahlung Elektronenstrahlung oder vorzugsweise UV-Strahlung zu verstehen. Die Härtung durch UV-Strahlung wird üblicherweise durch radikalische oder kationische Photoinitiatoren initiiert.
Werden die thermische und die Härtung mit aktinischem Licht bei einem Beschichtungsstoff gemeinsam angewandt, spricht man auch von „Dual Cure".
Der erfmdungswesentliche Bestandteil des erfindungsgemäßen Beschichtungsstoffs sind die hydrophoben Polyester (C).
Erfindungsgemäß sind sie in den nachstehend im Detail beschriebenen Komponenten (I) und/oder (III) enthalten. Hierbei ist es von Vorteil, wenn sie hierin in einer solchen Menge enthalten sind, daß im fertigen erfmdunsgemäßen Beschichtungsstoff ein Gewichtsverhältnis der nachstehend im Detail beschriebenen Bindemittel (A) zu hydrophoben Polyestern (C) bis zu 30 : 1, vorzugsweise bis zu 20 : 1, besonders bevorzugt bis zu 15 : 1 und insbesondere bis zu 10 : 1 resultiert. Erfindungsgemäß ist es von besonderem Vorteil, wenn die hydrophoben Polyester (C) überwiegend oder nur in der Komponente (I) vorliegen.
Die hydrophoben Polyester (C) können niedermolekulare Verbindungen sein, welche ein Molekulargewicht von insbesondere 300 bis 700 Dalton aufweisen. Erfindungsgemäß sind niedermolekulare hydrophobe Polyester (C) von Vorteil, welche unter den Bedingungen der Herstellung und der Applikation des erfindungsgemäßen Beschichtungsstoffs nicht flüchtig sind.
Die hydrophoben Polyester (C) können indes auch oligomere Verbindungen sein, welche ein zahlenmittleres Molekulargewicht Mn von 400 bis 2.000, vorzugsweise von 450 bis 1.500, besonders bevorzugt von 600 bis 1.200 und insbesondere von 650 bis < 1.000 aufweisen.
Die niedermolekularen und oHgomeren hydrophoben Polyester (C) können einzeln oder als Gemisch verwendet werden.
Die Polyester (C) sind hydrophob. Im Rahmen der vorHegenden Erfindung bezeichnet der Begriff „hydrophob" nach DIN EN ISO 862: 1995-10 die
konstitutionelle Eigenschaft eines Moleküls, sich gegenüber Wasser exophil zu verhalten, d. h. es zeigt die Tendenz, in Wasser nicht einzudringen oder die wäßrige Phase zu verlassen.
Die hydrophoben Polyester (C) sind im wesentlichen unververzweigt, d. h., daß ihre Moleküle im Gegensatz zu den nachstehend als Reaktiverdünner beschriebenen Dendrimeren im wesentlichen Hnear sind.
Die hydrophoben Polyester (C) weisen mindestens 2, vorzugsweise 4 und insbesondere 3 Hydroxylgruppen im Molekül auf. Vorteilhafterweise wird die Anzahl der Hydroxylgruppen so gewählt, daß eine OH-Zahl von 56 bis 500, vorzugsweise 70 bis 450, besonders bevorzugt 80 bis 350 und insbesondere 100 bis 300 mg KOH/g resultiert.
Die hydrophoben Polyester (C) sind im wesentHchen säuregruppenfrei, das heißt, daß sie eine Säurezahl < 3 mg KOH/g aufweisen.
Erfindungsgemäß bevorzugt verwendete hydrophobe Polyester (C) weisen die allgemeine Formel 1 auf,
[R1-CH(OH)-CH2-OOC-]2R (1),
worin die Variablen die folgende Bedeutung haben:
R = substituierter oder unsubstituierter zweiwertiger - bis C2o-
Alkandiyl-, C2- bis C20-Alkendiyl-, C4- bis C20-Cycloalkandiyl- oder -Cycloalkendiyl-, C6- bis C12-AryHden- oder zweiwertiger C6- bis C20-Arylalkyl-, -Arylalkenyl-, -Arylcycloalkyl-, oder - Arylcycloalkenylrest; oder
substituierter oder unsubstituierter zweiwertiger aHphatischer, cycloaHphatischer, acycHscher oder cycHscher olefinisch ungesättigter, aromatischer, aHphatisch-aromatischer, cycloaUphatisch-aromatischer, acycHsch-ungesättigt-aromatischer oder cycHsch-ungesättigt-aromatischer Rest, welcher mindestens eine Carbonsäureestergruppe enthält;
R1 = Wasserstoffatom oder einwertiger substituierter oder unsubstituierter - bis C2o-Alkyl-, C2- bis C20-Alkenyl-, C4-bis C12-Cycloalkyl- oder -Cycloalkenyl-,
C6- bis C12-Aryl- oder C6- bis C2o-Arylalkyl-, -Arylalkenyl-, -Arylcycloalkyl-, -Arylcycloalkenyl-, - Alkylaryl-, -Alkenylaryl-, -Cycloalkylaryl-, -Cycloalkenylaryl-, - Alkylcycloalkyl-, -Alkylcycloalkenyl-, -Alkenylcycloalkyl-, -Alkenylcycloalkenyl-,
-Cycloalkylalkyl-, -Cycloalkenylalkyl-, -Cycloalkylalkenyl- oder -Cycloalkenylalkenylrest.
Beispiele geeigneter Ci- bis C20-Alkandiylreste R sind Methylen, Ethylen, Propan-l,3-diyl, Tetramethylen, Pentamethylen, Hexamethylen, Heptamethylen, Dodecan-l,12-diyl oder Hexadecan-l,16-diyl.
Beispiele geeigneter C2- bis C o-Alkendiylreste R sind Ethen-l,2-diyl, Propen- 1,3-diyl oderDecen-l,12-diyl.
Beispiele geeigneter C4- bis C2o-Cycloalkandiylreste R sind Cyclopentan-1,2- oder -1,3-diyl oder Cyclohexan-1,2-, -1,3- oder -1,4-diyl.
Beispiele geeigneter C - bis C2o-Cycloalkendiylreste R sind Cyclopenten-1,2- oder -1,3-diyl oder Cyclohexen-1,2-, -1,3- oder -1,4-diyl,
Beispiele geeigneter C6- bis C^-Arylidenreste R sind 1,2-, 1,3- oder 1,4-Phenylen oder 1,3-, 1,4- oder 2,5-Naphthylen oder 1,4'-Biphenylen.
Beispiele geeigneter zweiwertiger C6- bis C2o-Arylalkylreste R sind
— CH2- θ)— ■ -CH2— CH2— g>— ,
— CH2- > , — CH2— CH2— (Q) .
Beispiele geeigneter zweiwertiger Arylalkenylreste sind
Beispiele geeigneter zweiwertiger Arylcycloalkylreste R sind
Beispiele geeigneter zweiwertiger Arylcycloalkenylreste R sind
Beispiele geeigneter zweiwertiger aliphatischer, cycloaHphatischer, acyclischer oder cycHscher olefinisch ungesättigter, aromatischer, aHphatisch-aromatischer, cycloaliphatisch-aromatischer, acyclisch-ungesättigt-aromatischer oder cyclisch- ungesättigt-aromatischer Reste R, welche mindestens eine Carbonsäureestergruppe enthalten, sind
*HJ ~COO_CH2~CH_OOC_(Z)— ' OH
CH2OH
I
— <Q>-COO-C-CH2— OOC— (Q ,
CH2OH
CH2OH
— (CH2)3-COO-CH2-C=CH— CH2— OOC-(CH2)3—
Als Substitutienten für diese Reste R kommen aUe organischen funktioneUen Gruppen in Betracht, welche im wesentlichen inert sind, d. h., daß sie keine Reaktionen mit den Vemetzungsmitteln (B)eingehen. Beispiele geeigneter inerter organischer Reste sind Halogenatome, Nitrogruppen, Nitrilgruppen oder Alkoxygruppen. Des weiteren kommen als Substitutienten funktionelle Gruppen in Betracht, welche mit den Vernetzungsmitteln (B) Vernetzungsreaktionen eingehen wie Amino-, Thiol- oder Hydroxylgruppen, von denen die Hydroxylgruppen erfindungsgemäß besonders vorteilhaft sind und deshalb besonders bevorzugt verwendet werden.
Erfmdungsgemäß ist es von ganz besonderem Vorteil, wenn der Rest R mindestens eine Hydroxylgruppe als Substitutienten enthält.
Beispiele geeigneter erfindungsgemäß zu verwendender, gegebenenfalls substituierter Ci-Cio-Alkylreste Rl sind Methyl-, Ethyl-, Propyl-, Butyl-, Pentyl-, Hexyl-, Heptyl-, Octyl-, Nonyl- oder Decylreste.
Beispiele geeigneter substituierter oder unsubstituierter C2- bis C2o-Alkenyl-, C - bis C12-Cycloalkyl- oder -Cycloalkenyl-, C6- bis C12-Aryl- oder C6- bis C2o- Arylalkyl-, -Arylalkenyl-, -Arylcycloalkyl-, -Arylcycloalkenyl-, - AU ylaryl-, - Alkenylaryl-, -Cycloalkylaryl-, -Cycloalkenylaryl-, - Alkylcycloalkyl-, - Alkylcycloalkenyl-, -Alkenylcycloalkyl-, -Alkenylcycloalkenyl-, - Cycloalkylalkyl-, -Cycloalkenylalkyl-, -Cycloalkylalkenyl- oder Cycloalkenylalkenylreste R1 sind
CH*— CH2 , — CH2 — CH— CH2 , (CH2)8 CH*— CH (CH )3 CH3 ,
-CH2-CH=CH-CH=CH-CH3 , — . ~\_) .
-®~0- -©-O- -O®
-CH2-^} , ~(C 2)3-ζ^) , -CH=CH-^}
— <^ -CH3 , — ^>-CH=CH— CH3 ,
— ^>-CH=**CH— CH3 .
Erfindungsgemäß ist es von Vorteil, wenn der Rest R1 substituiert ist.
Beispiele geeigneter Substitutienten für den Rest R1 sind -F, -Cl, -Br, -I, -CN, NO2, -OH, -OR2, -SH, -SR2, -NH2, -NHR2, -N(NR2)2 und/oder -OOC-R2, worii die Variable R2 die Bedeutung von R1, ausgenommen das Wasserstoffatom, hat.
Beispiele geeigneter Reste R2 dieser Art sind die vorstehend bei den Resten R beschriebenen.
Weitere Beispiele geeigneter Reste R2 sind verzweigte C - bis C12-Alkylreste, insbesondere 1,1-Dimethyl-ethan-l-yl, -propan-1-yl, -butan-1-yl, -pentan-1-yl, - hexan-1-yl oder -heptan-1-yl, welche erfmdungsgemäß von Vorteil sind und deshalb bevorzugt verwendet werden.
Erfindungsgemäß ist es von besonderem Vorteil, wenn der Rest Rl eine einfach substituierte Methylgruppe ist.
Des weiteren ist es erfmdungsgemäß von besonderem Vorteil, wenn der Rest Rl , insbesondere die Methylgruppe, mit -OOC-R2 substituiert ist.
Die HersteUung der hydrophoben Polyester (C) weist keine methodischen Besonderheiten auf, sondern erfolgt mit Hilfe der üblichen und bekannten Methoden der Herstellung niedermolekularer und oHgomerer Polyester. Beispiele geeigneter Methoden sind die nachstehend bei der Herstellung des Bindemittels (A2) beschriebenen.
Erfindungsgemäß besonders vorteilhafte niedermolekulare hydrophobe Polyester (C) können insbesondere durch die Umsetzung von Hydroxydicarbonsäuren mit Epoxiden hergestellt werden.
Beispiele geeigneter Hydroxydicarbonsäuren sind Tartronsäure, Äpfelsäure oder Weinsäure.
Beispiele geeigneter Epoxide, insbesondere glycidylgruppenhaltiger, sind Ethylenoxid, Propylenoxid, Epichlorhydrin, Glycidol, Glycidylether, insbesondere Aryl- und Alkylglycidylether, oder Glycidylester, insbesondere die Glycidylester von tertiären, stark verzweigten, gesättigten Monocarbonsäuren, welche unter dem Handelsnamen VersaticR-Säuren von der Firma Deutsche SheU Chemie vertrieben werden. Von diesen sind die VersaticR-Säureglycidylester, welche unter dem Handelsnamen CarduraR E10 vertrieben werden, ganz besonders vorteilhaft und werden deshalb ganz besonders bevorzugt verwendet.
Ein Beispiel für ganz besonders vorteilhafte niedermolekulare hydrophobe Polyester (C) ist das Umsetzungsprodukt von Äpfelsäure mit CarduraR E10.
Erfindungsgemäß besonders vorteilhafte oHgomere hydrophobe Polyester (C) können insbesondere durch die Umsetzung der nachstehend bei den Bindemitteln (A2) beschriebenen Diole, Triole oder Tetrole mit den nachstehend bei den Bindemitteln (A2) beschriebenen Dicarbonsäuren sowie die Umsetzung der resultierenden Polyester mit den vorstehend beschriebenen Epoxiden hergestellt werden. Zur HersteUung der Polyester werden die Polyole in solchen molaren Verhältnissen miteinander umgesetzt, daß Hneare Strukturen resultieren. Der Fachmann kann daher die geeigneten Verhältnisse aufgrund seiner Erfahrung oder anhand einfacher Vorversuche ermitteln. Im Falle der Diole Hegt das molare Verhältnis von Hydroxylgruppen zu Carboxylgruppen vorteilhafterweise bei 1,0, im Falle der Triole vorteilhafterweise bei 1,5 und im Fälle der Tetrole vorteilhafterweise bei 2,0. Die Umsetzung kann stufenweise oder in einem Eintopfverfahren durchgeführt werden.
Erfindungsgemäß sind Triole besonders vorteilhaft und werden deshalb besonders bevorzugt verwendet. Ein Beispiel für die besonders vorteilhaften Triole ist Trimethylolpropan, welches ganz besonders bevorzugt verwendet wird.
Erfindungsgemäß sind die aHphatischen und cycloaHphatischen Dicarbonsäuren besonders vorteilhaft und werden deshalb besonders bevorzugt verwendet. Ein Beispiel für die besonders vorteilhaften aHphatischen Dicarbonsäuren ist Adipinsäure; ein Beispiel für die besonders vorteilhaften cycloaHphatischen Dicarbonsäuren ist Hexahydrophthalsäure.
An Stelle der Dicarbonsäuren können, sofern existent, auch deren Anhydride oder ihre zur Umesterung befähigten Derivate wie die Alkylester verwendet werden.
Der weitere wesentliche Bestandteil der Komponente (I) des erfmdungsgemäßen Beschichtungsstoffs ist mindestens ein in einem oder mehreren organischen, gegebenenfaUs wasserverdünnbaren Lösemitteln gelöstes oder dispergiertes, oHgomeres oder polymeres Harz mit funktioneUen Gruppen, die mit Isocyanatgruppen reagieren, als Bindemittel (A).
Beispiele geeigneter erfindungsgemäß zu verwendender funktioneUer Gruppen, die mit Isocyanatgruppen reagieren, sind Amino-, Thio- und/oder Hydroxylgruppen, von denen die Hydroxylgruppen besonders vorteilhaft sind und daher erfindungsgemäß besonders bevorzugt werden.
Somit handelt es sich bei den erfindungsgemäß bevorzugten Bindemittel (A) um hydroxylgruppenhaltige oHgomere oder polymere Harze.
Beispiele geeigneter erfmdungsgemäß bevorzugter Bindemittel (A) sind hydroxylgruppenhaltige Hneare und/oder verzweigte und/oder blockartig, kammartig und/oder statistisch aufgebaute Poly(meth)acrylate, Polyester, Alkyde,
Polyurethane, acryHerte Polyurethane, acryHerte Polyester, Polylactone, Polycarbonate, Polyether, Epoxidharz-Amin-Addukte, (Meth)Acrylatdiole, partiell verseifte Polyvinylester oder Polyharnstof e, von denen die Poly(meth)acrylate, die Polyester, die Polyurethane, die Polyether und die Epoxidharz-Amin-Addukte besonders vorteilhaft sind und deshalb besonders bevorzugt verwendet werden.
Hinsichtlich der HersteUbarkeit, der Handhabung und der besonders vorteilhaften Eigenschaften der hiermit hergestellten erfindungsgemäßen Beschichtungsstoff bieten die Poly(meth)acrylate, die Polyester und/oder die Polyurethane (A) ganz besondere Vorteile, weswegen sie erfindungsgemäß ganz besonders bevorzugt verwendet werden.
Neben den Hydroxylgruppen können diese Bindemittel (A) noch andere funktio- nelle Gruppen wie Acryloyl-, Amid -, hnid -, Carbonat- oder Epoxidgruppen enthalten.
Erfmdungsgemäß ist es desweiteren von Vorteil, wenn mindestens eines der in der Komponente (I) jeweils angewandten oder aUe der in der Komponente (I) jeweils angewandten Bindemittel (A) für sich gesehen in Wasser lösHch oder dispergierbar sind.
Beispiele geeigneter wasserlöslicher oder -dispergierbarer Bindemittel (A) enthalten entweder
(i) funktioneUe Gruppen, die durch Neutralisationsmittel und/oder Quaternisierungsmittel in Kationen überführt werden können, und/oder kationische Gruppen oder
(ii) funktioneUe Gruppen, die durch NeutraHsationsmittel in Anionen überführt werden können, und/oder anionische Gruppen
und/oder
(iii) nichtionische hydrophile Gruppen.
Beispiele geeigneter erfmdungsgemäß zu verwendender funktioneUer Gmppen, die durch Neutralisationsmittel und/oder Quatemisiemngsmittel in Kationen überführt werden können, sind primäre, sekundäre oder tertiäre Aminogruppen, sekundäre Sulfidgruppen oder tertiäre Phoshingruppen, insbesondere tertiäre Aminogruppen oder sekundäre Sulfidgruppen.
Beispiele geeigneter erfindungsgemäß zu verwendender kationischer Gmppen sind primäre, sekundäre, tertiäre oder quatemäre Ammomumgrappen, tertiäre Sulfoniumgmppen oder quatemäre Phosphomumgruppen, vorzugsweise quatemäre Arnmoniumgruppen oder quatemäre Ammoniumgruppen, tertiäre Sulfoniumgruppen, insbesondere aber tertiäre Sulfoniumgmppen.
Beispiele geeigneter erfindungsgemäß zu verwendender funktioneUer Gmppen, die durch Neutralisationsmittel in Anionen überführt werden können, sind Carbonsäure-, Sulf nsäure- oder Phosphonsäuregruppen. insbesondere Carbonsäuregruppen.
Beispiele geeigneter erfindungsgemäß zu verwendender anionischer Gmppen sind Carboxylat-, Sulfonat- oder Phosphonatgruppen, insbesondere Carboxylatgruppen.
Beispiele geeigneter erfmdungsgemäß zu verwendender nichtionischer hydrophiler Gmppen sind Polyethergrupppen, insbesondere
Poly(alkylenether)gruppen.
HinsichtHch der HersteUbarkeit, der Handhabung und der besonders vorteilhaften Eigenschaften der hiermit hergestellten erfindungsgemäßen Beschichtungsstoffe bieten die Bindemittel (A), welche die anionenbildenden Gmppen und/oder Anionen (ii), insbesondere die Carbonsäure- und/oder die Carboxylatgruppen enthalten, ganz besondere Vorteile, weswegen sie erfindungsgemäß ganz besonders bevorzugt verwendet werden.
Beispiele ganz besonders bevorzugter erfmdungsgemäß zu verwendender Bindemittel (A) der letztgenannten Art sind
(AI) in einem oder mehreren organischen, gegebenenfalls wasserverdünnbaren Lösemitteln lösHche oder dispergierbare, Hydroxylgruppen und Carbonsäure- und/oder Carboxlylatgmppen enthaltende
Acrylatcopolymerisate (AI) mit einem zahlenmittleren Molekulargewicht Mn zwischen 1.000 und 30.000 Dalton, einer OH-Zahl von 40 bis 200 mg KOH/g und einer Säurezahl von 5 bis 150 mg KOH/g,
(A2) in einem oder mehreren organischen, gegebenenfaUs wasserverdünnbaren Lösemitteln lösliche oder dispergierbare, Hydroxylgruppen und Carbonsäure- und/oder Carboxlylatgmppen enthaltende hydrophile wasserdispergierbare Polyesterharze (A2) mit einem zahlenmittleren
Molekulargewicht Mn zwischen 1.000 und 30.000 Dalton, einer OH-Zahl von 30 bis 250 mg KOH/g und einer Säurezahl von 15 bis 150 mg KOH/g und/oder
(A3) in einem oder mehreren organischen, gegebenenfalls wasserverdünnbaren Lösemitteln lösliche oder dispergierbare, Hydroxylgruppen und Carbonsäure- und/oder Carboxlylatgmppen enthaltende Polyurethanharze (A3) mit einem zaUenmittleren Molekulargewicht Mn zwischen 1.000 und 30.000 Dalton, einer OH-Zahl von 20 bis 200 mg KOH/g und einer
Säurezahl von 5 bis 150 mg KOH/g .
Die Bindemittel (AI), (A2) und (A3) liegen einzeln oder als Gemisch in der Komponente (I) vor, wobei diese gegebenenfalls noch mindestens eines der vorstehend beschriebenen Bindemittel (A) enhalten, ausgenommen derjenigen Bindemittel (A), welche funktioneUe Gmppen (i), die durch NeutraHsationsmittel und/oder Quatemisierangsmittel in Kationen überführt werden können, und/oder kationische Gmppen (i) enthalten. Ln folgenden werden diese mit den Bindemitteln (AI), (A2) und/oder (A3) gegebenenfalls verwendbaren Bindemittel (A) als Bindemittel (A4) bezeichnet.
Erfindungsgemäß bieten die Komponenten (I), welche die Bindemitteln (AI), (A2) und/oder (A3) sowie gegebenenfaUs (A4) enthalten, ganz besondere Vorteile und werden deshalb ganz besonders bevorzugt verwendet.
Desgleichen weisen die erfindungsgemäßen Beschichtungsstoff, welche diese ganz besonders bevorzugte Komponente (I) enthalten, ganz besondere Vorteile auf und werden deshalb ganz besonders bevorzugt verwendet.
Wenn die Vermischung der Komponenten (I), (U) und (IJT) durch manueUes Rühren erfolgen soU, ist es für das erfindungsgemäße Beschichtungsstoff von Vorteil, wenn die Bindemittel (A), insbesondere die Bindemitte (AI), (A2) und/oder (A3) und (A4), so ausgewählt werden, daß die 50 %ige Lösung der Bindemittel (A) in Ethoxyethylpropionat bei 23°C eine Viskosität von < 10 dPas aufweist. Sofern eine maschineUe Vermischung erfolgen soll, können
höherviskose Bindemittel (A) verwendet werden, deren 50 %ige Lösung in Ethoxyethylpropionat bei 23°C eine Viskosität von < 100 dPas aufweist. Die Viskosität wird nach oben ledigHch durch die Leistungsfähigkeit der Mischaggregate begrenzt.
Als Acrylatcopolymerisate (AI) sind alle Acrylatcopolymerisate mit den angegebenen OH-Zahlen, Säurezahlen, Molekulargewichten und Viskositäten geeignet.
Insbesondere werden Acrylatcopolymerisate (AI) eingesetzt, die erhältHch sind durch Polymerisation in einem organischen Lösemittel oder einem Lösemittelgemisch und in Gegenwart mindestens eines Polymerisationsinitiators von
al) einem von (a2), (a3), (a4), (a5) und (a6) verschiedenen, mit (a2), (a3), (a4), (a5) und (a6) copolymerisierbaren, im wesentHchen säuregrap- penfreien (Meth)acrylsäureester oder einem Gemisch aus solchen Monomeren,
a2) einem mit (al), (a3), (a4), (a5) und (a6) copolymerisierbaren, von (a5) verschiedenen, ethylenisch ungesättigten Monomer, das mindestens eine Hydroxylgruppe pro Molekül trägt und im wesentHchen säuregruppenfrei ist, oder einem Gemisch aus solchen Monomeren,
a3) einem mindestens eine Säuregrappe, die in die entsprechende Säureaniongruppe überführbar ist, pro Molekül tragenden, mit (al), (a2), (a4), (a5) und (a6) copolymerisierbaren, ethylenisch ungesättigten Monomer oder einem Gemisch aus solchen Monomeren und
a4) gegebenenfaUs einem oder mehreren Vinylestem von in alpha-SteUung verzweigten Monocarbonsäuren mit 5 bis 18 C- Atomen je Molekül und/oder
a5) gegebenenfaUs mindestens einem Umsetzungsprodukt aus Acrylsäure und/oder Methacrylsäure mit dem Glycidylester einer in alpha-SteUung verzweigten Monocarbonsäure mit 5 bis 18 C- Atomen je Molekül oder anstelle des Umsetzungsproduktes einer äquivalenten Menge Acryl- und/oder Methacrylsäure, die dann während oder nach der Polymerisationsreaktion mit dem Glycidylester einer in alpha-SteUung verzweigten Monocarbonsäure mit 5 bis 18 C- Atomen je Molekül umgesetzt wird,
a6) gegebenenfaUs einem mit (al), (a2), (a3), (a4), und (a5) copolymerisierbaren, von (al), (a2), (a4) und (a5) verschiedenen, im wesentHchen säuregmppenfreien, ethylenisch ungesättigten Monomer oder einem Gemisch aus solchen Monomeren,
wobei (al), (a2), (a3), (a4), (a5) und (a6) in Art und Menge so ausgewählt werden, daß das Polyacrylatharz (AI) die gewünschte OH-Zahl, Säurezahl und das gewünschte Molekulargewicht aufweist.
Zur HersteUung der erfindungsgemäß eingesetzten Polyacrylatharze kann als Monomer (al) jeder mit (a2), (a3), (a4), (a5) und (a6) copolymerisierbare (Meth) Acrylsäurealkyl- oder -cycloaUcylester mit bis zu 20 Kohlenstoffatomen im Alkylrest, insbesondere Methyl-, Ethyl-, Propyl-, n-Butyl-, sec.-Butyl-, tert.- Butyl-, Hexyl-, Ethylhexyl-, Stearyl- und Laurylacrylat oder -methacrylat; cycloaHphatische (Meth)acrylsäureester, insbesondere Cyclohexyl-, Isobornyl-, Dicyclopentadienyl-, Octahydro-4,7-methano-lH-inden-methanol- oder tert.- Butylcyclohexyl(meth)acrylat; (Meth)Acrylsäureoxaalkylester oder
oxacycloalkylester wie Ethyltriglykol(meth)acrylat und
MethoxyoHgoglykol(meth)acrylat mit einem Molekulargewicht Mn von vorzugsweise 550; oder andere ethoxylierte und/oder propoxyUerte hydroxylgrappenfreie (Meth)acrylsäurederivate; verwendet werden. Diese können in untergeordneten Mengen höherfunktionelle (Meth)Acrylsäurealkyl- oder - cycloaUcylester wie Ethylengylkol-, Propylenglykol-, Diethylenglykol-, Dipropylenglykol-, Butylenglykol-, Pentan-l,5-diol-, Hexan- 1,6-diol-, Octahydro-4,7-methano-lH-inden-dimethanol- oder Cyclohexan-1,2-, -1,3- oder - l,4-diol-di(meth)acrylat;Trimethylolpropan-di- oder -tri(meth)acrylat; oder Pentaerythrit-di-, -tri- oder -tetra(meth)acrylat; enthalten. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung sind hierbei unter untergeordneten Mengen an höherfunktionellen Monomeren solche Mengen zu verstehen, welche nicht zur Vernetzung oder Gelierang der Polyacrylatharze führen.
Als Monomere (a2) können mit (al), (a2), (a3), (a4), (a5) und (a6) copolymerisierbare und von (a5) verschiedene, ethylenisch ungesättigte Monomere, die mindestens eine Hydroxylgmppe pro Molekül tragen und im wesentlichen säuregruppenfrei sind, wie Hydroxyalkylester der Acrylsäure, Methacrylsäure oder einer anderen alpha,beta-ethylenisch ungesättigten Carbonsäure, welche sich von einem Alkylenglykol ableiten, der mit der Säure verestert ist, oder durch Umsetzung der Säure mit einem Alkylenoxid erhältlich sind, insbesondere Hydroxyalkylester der Acrylsäure, Methacrylsäure, Ethacrylsäure, Crotonsäure, Maleinsäure, Fumarsäure oder Itaconsäure, in denen die Hydroxyalkylgruppe bis zu 20 Kohlenstoffatome enthält, wie 2-Hydroxyethyl- , 2-Hydroxypropyl-, 3-Hydroxypropyl-, 3-Hydroxybutyl-, 4-Hydroxybutylacrylat.
-methacrylat, -ethacrylat, -crotonat, -maleinat, -fumarat oder -itaconat; 1,4- Bis(hydroxymethyl)cyclohexan-, Octahydro-4,7-methano-lH-inden-dimethanol- oder Methylpropandiolmonoacrylat, -monomethacrylat, -monoethacrylat, - monocrotonat, -monomaleinat, -monofumarat oder -monoitaconat; oder Umsetzungsprodukte aus cycHschen Estern, wie z.B. epsilon-Caprolacton und
diesen HydroxyaUcylestem; oder olefinisch ungesättigte Alkohole wie AUylaücohol oder Polyole wie Trimethylolpropanmono- oder diaUylether oder Pentaerythritmono-, -di- oder -triallylether; verwendet werden. HinsichtHch dieser höherfunktionellen Monomeren (a2) gut das für die höherfunktionellen Monomeren (al) Gesagte sinngemäß. Der Anteil an Trimethylolpro- panmonoaUylether beträgt üblicherweise 2 bis 10 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der zur Herstellung des Polyacrylatharzes eingesetzten Monomeren (al) bis (a6). Daneben ist es aber auch möglich, 2 bis 10 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der zur HersteUung des Polyacrylatharzes eingesetzten Monomeren, Trimethylolpropanmonoallylether zum fertigen Polyacrylatharz zuzusetzen. Die olefinisch ungesättigten Polyole, wie insbesondere Trimethylolpropanmonoallylether, können als alleinige hydroxylgmppenhaltige Monomere, insbesondere aber anteilsmäßig in Kombination mit anderen der genannten hydroxylgrappenhardgen Monomeren, eingesetzt werden.
Als Monomer (a3) kann jedes mindestens eine Säuregrappe, vorzugsweise eine Carboxylgrappe, pro Molekül tragende, mit (al), (a2), (a4), (a5) und (a6) copolymerisierbare, ethylenisch ungesättigte Monomer oder ein Gemisch aus solchen Monomeren verwendet werden. Als Komponente (a3) werden besonders bevorzugt Acrylsäure und/oder Methacrylsäure eingesetzt. Es können aber auch andere ethylenisch ungesättigte Carbonsäuren mit bis zu 6 C-Atomen im Molekül verwendet werden. Beispiele für solche Säuren sind Ethacrylsäure, Crotonsäure, Maleinsäure, Fumarsäure und Itaconsäure. Weiterhin können ethylenisch ungesättigte Sulfon- oder Phosphonsäuren, bzw. deren Teilester, als Komponente (a3) verwendet werden. Als Komponente (a3) kommen desweiteren Maleinsäuremono(meth)acryloyloxyethylester, Bernsteinsäuremo- no(meth)acryloyloxyethylester und Phthalsäuremono(meth)acryloyloxyethylester in Betracht.
Als Monomere (a4) werden ein oder mehrere Vinylester von in alpha-SteUung verzweigten Monocarbonsäuren mit 5 bis 18 C- Atomen im Molekül eingesetzt. Die verzweigten Monocarbonsäuren können erhalten werden durch Umsetzung von Ameisensäure oder Kohlenmonoxid und Wasser mit Olefinen in Anwesenheit eines flüssigen, stark sauren Katalysators; die Olefine können Crack-Produkte von paraffmischen Kohlenwasserstoffen, wie Mineralölfraktionen, sein und können sowohl verzweigte wie geradkettige acycHsche und/oder cycloaHphatische Olefine enthalten. Bei der Umsetzung solcher Olefine mit Ameisensäure bzw. mit Kohlenmonoxid und Wasser entsteht ein Gemisch aus Carbonsäuren, bei denen die Carboxylgruppen vorwiegend an einem quaternären Kohlenstoffatom sitzen. Andere olefinische Ausgangsstoffe sind z.B. Propylentrimer, Propylentetramer und Diisobutylen. Die Vinylester können aber auch auf an sich bekannte Weise aus den Säuren hergestellt werden, z.B. indem man die Säure mit Acetylen reagieren läßt. Besonders bevorzugt werden - wegen der guten Verfügbarkeit - Vinylester von gesättigten aHphatischen Monocarbonsäuren mit 9 bis 11 C-Atomen, die am alpha-C-Atom verzweigt sind, eingesetzt.
Als Monomere (a5) wird das Umsetzungsprodukt aus Acrylsäure und/oder Methacrylsäure mit dem Glycidylester einer in alpha-SteUung verzweigten Monocarbonsäure mit 5 bis 18 C-Atomen je Molekül eingesetzt. Glycidylester stark verzweigter Monocarbonsäuren sind unter dem Handelsnamen "Cardura" erhältHch. Die Umsetzung der Acryl- oder Methacrylsäure mit dem Glycidylester einer Carbonsäure mit einem tertiären alpha-Kohlenstoffato kann vorher, während oder nach der Polymerisationsreaktion erfolgen. Bevorzugt wird als Komponente (a5) das Umsetzungsprodukt von Acryl- und/oder Methacrylsäure mit dem Glycidylester der Versaticsäure eingesetzt. Dieser Glycidylester ist unter dem Namen "Cardura E10" im Handel erhältHch.
Als Monomere (a6) können aUe mit (al), (a2), (a3), (a4) und (a5) copolymerisierbaren, von (al), (a2), (a3) und (a4) verschiedenen, im wesentHchen
säuregrappenfreien ethylenisch ungesättigten Monomere oder Gemische aus solchen Monomeren verwendet werden. Als Komponente (a6) kommmen
Olefine wie Ethylen, Propylen, But-l-en, Pent-1-en, Hex-l-en, Cyclohexen, Cyclopenten, Norbonen, Butadien, Isopren, Cylopentadien und/oder Dicyclopentadien;
(Meth)Acrylsäureamide wie (Meth)Acrylsäureamid, N-Methyl -, N,N- Dimethyl-, N-Ethyl-, N,N-Diethyl-, N-Propyl-, N,N-Dipropyl, N-Butyl-, N,N-Dibutyl-, N-Cyclohexyl- und/oder N,N-Cyclohexyl-methyl-
(meth)acrylsäurea id;
Epoxidgrappen enthaltende Monomere wie der Glycidylester der Acrylsäure, Methacrylsäure, Ethacrylsäure, Crotonsäure, Maleinsäure, Fumarsäure und/oder Itaconsäure;
vinylaromatische Kohlenwasserstoffe, wie Styrol, alpha-Alkylstyrole, insbesondere alpha-Methylstyrol, und/oder Vinyltoluol;
- Nitrile wie Acrylnitril und oder Methacrylnitril;
Vinylverbindungen wie Vinylchlorid, Vinylfluorid, Vinylidendichlorid, VinyHdendifluorid; N-Vinylpyrrolidon; Vinylether wie Ethylvinylether, n-Propylvinylether, Isopropylvinylether, n-Butylvinylether, Isobutylvinylether und/oder Vinylcyclohexylether; Vinylester wie
Vinylacetat, Vinylpropionat, Vinylbutyrat, Vinylpivalat und/oder der Vinylester der 2-Methyl-2-ethylheptansäure; und/oder
Polysiloxanmakromonomere, die ein zahlenmittleres Molekulargewicht Mn von 1.000 bis 40.000, bevorzugt von 2.000 bis 20.000, besonders bevorzugt 2.500 bis 10.000 und insbesondere 3.000 bis 7.000 und im Mittel 0,5 bis 2,5, bevorzugt 0,5 bis 1,5, ethylenisch ungesättigte Doppelbindungen pro Molekül aufweisen, wie sie in der DE-A-38 07 571 auf den Seiten 5 bis 7, der DE-A 37 06 095 in den Spalten 3 bis 7, der EP-B-0 358 153 auf den Seiten 3 bis 6, in der US-A 4,754,014 in den Spalten 5 bis 9, in der DE-A 44 21 823 oder in der der internationalen Patentanmeldung WO 92/22615 auf Seite 12, Zeile 18, bis Seite 18, Zeile 10, beschrieben sind, oder Acryloxysilan-enthaltende Vinylmonomere, herstellbar sind durch Umsetzung hydroxyfunktioneller Silane mit Epichlorhydrin und anschließender Umsetzung des Reaktionsproduktes mit Methacrylsäure und/oder Hydroxyalkylestern der (Meth)acrylsäure;
in Betracht.
Vorzugsweise werden vinylaromatische Kohlenwasserstoffe eingesetzt.
Es ist von Vorteil, die Polysiloxanmakromonomeren (a6) zusammen mit anderen Monomeren (a6) verwenden. Hierbei soll die Menge des oder der Polysiloxanmakromonomeren (a6) zur Modifizierung der Acrylatcopolymerisate (AI) weniger als 5 Gew.-%, bevorzugt 0,05 bis 2,5 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,05 bis 0,8 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der zur Herstellung des Copolymerisats (AI) eingesetzten Monomeren, betragen. Die Verwendung derartiger Polysiloxanmakromonomerer führt zu einer Verbesserang des Slips und des Verlaufs der erfindungsgemäßen Beschichtungen.
Die Art und Menge der Komponenten (al) bis (a6) wird so ausgewählt, daß das Polyacrylatharz (AI) die gewünschte OH-Zahl, Säurezahl und
Glasübergangstemperatur aufweist. Besonders bevorzugt eingesetzte Acrylatharze werden erhalten durch Polymerisation von
(al) 20 bis 60 Gew.-%, bevorzugt 30 bis 50 Gew.-%, der Komponente (al),
(a2) 10 bis 50 Gew.-%, bevorzugt 15 bis 40 Gew.-%, der Komponente (a2),
(a3) 1 bis 15 Gew.-%, bevorzugt 1 bis 8 Gew.-%, der Komponente (a3),
(a4) 0 bis 25 Gew.- , bevorzugt 5 bis 15 Gew.-%, der Komponente (a4),
(a5) 0 bis 25 Gew.-%, bevorzugt 5 bis 15 Gew.-%, der Komponente (a5) und
(a6) 5 bis 30 Gew.-%, bevorzugt 10 bis 20 Gew.-%, der Komponente (a6),
wobei die Summe der Gewichtsanteile der Komponenten (al) bis (a6) jeweils 100 Gew.-% beträgt.
Die HersteUung der erfindungsgemäß eingesetzten Polyacrylatharze (AI) erfolgt in einem organischen Lösemittel oder Lösemittelgemisch und in Gegenwart mindestens eines Polymerisationsinitiators. Als organische Lösemittel und Polymerisationsinitiatoren werden die für die Herstellung von Polyacrylatharzen üblichen und für die HersteUung von wäßrigen Dispersionen geeigneten Lösemittel und Polymerisationsinitiatoren eingesetzt. Dabei können die Lösemittel an der Reaktion mit der vernetzenden Komponente (IT) teilnehmen und somit als Reäktivverdünner (E) wirken.
Beispiele geeigneter Reaktiverdünner (E) für die thermische Härtung sind oHgomere Polyole, welche aus oHgomeren Zwischenprodukten, die durch Metathesereaktionen von acycHschen Monoolefinen und cycHschen Mo-
noolefinen gewonnen werden, durch HydroformyHerang und anschHeßender Hydrierung erhältHch sind; Beispiele geeigneter cycHscher Monoolefme sind Cyclobuten, Cyclopenten, Cyclohexen, Cycloocten, Cyclohepten, Norbonen oder 7- Oxanorbonen; Beispiele geeigneter acyclischer Monoolefme sind in Kohlenwasserstoffgemischen enthalten, die in der Erdölverarbeitung durch Cracken erhalten werden (C5-Schnitt); Beispiele geeigneter, erfindungsgemäß zu verwendender oHgomerer Polyole weisen eine Hydroxylzahl von 200 bis 450, ein zahlenmittleres Molekulargewicht Mn von 400 bis 1000 und ein massenmittleres Molekulargewicht Mw von 600 bis 1100 auf;
Weitere Beispiele geeigneter Reaktivverdünner (E) sind verzweigte, cyclische und/oder acyclische C9-C16-Alkane, die mit mindestens zwei Hydroxylgruppen funktionaHsiert sind, insbesondere Diethyloctandiole.
Weitere Beispiele geeigneter Reaktivverdünner (E) sind hyperverzweigte Verbindungen mit einer tetrafunktionellen Zentralgrappe, abgeleitet von Ditrimethylolpropan, Diglycerin, Ditrimethylolethan, Pentaerythrit, Tetrakis(2- hydroxyethyl)methan, Tetrakis(3-hydroxypropyl)methan oder 2,2-Bis- hydroxymethyl-butandiol-(l,4) (Homopentaerythrit). Die Herstellung dieser Reaktivverdünner kann nach den übHchen und bekannten Methoden der HersteUung hyperverzweigter und dendrimer Verbindungen erfolgen. Geeignete Synthesemethoden werden beispielsweise in den Patentschriften WO 93/17060 oder WO 96/12754 oder in dem Buch von G. R. Newkome, C. N. Moorefield und F. Vögtle, "Dendritic Molecules, Concepts, Syntheses, Perspectives", VCH, Weinheim, New York, 1996, beschrieben.
Weitere Beispiele geeigneter Reaktivverdünner (E) sind Polycarbonatdiole, Polyesterpolyole, Poly(meth)acrylatdiole oder hydroxylgruppenhaltige Polyadditionsprodukte.
Beispiele geeigneter isocyanatreaktiver Lösemittel, welche als monofunktioneUe Reaktivverdünner (E) angesehen werden können, sind Butylglykol, 2-Methoxypropanol, n-Butanol, Methoxybutanol, n-Propanol,
EthylenglykoHnonomethylether, Ethylenglykolmonoethylether,
Ethylenglykolmonobutylether, Diethylenglykolmonomethylether,
Diethylenglykolmonoethylether, Diethylenglykolmonobutylether,
Trimethylolpropan, 2-Hydroxypropionsäureethylester oder
3 -Methyl-3 -methoxybutanol sowie Derivate auf Basis von Propylenglykol, z.B. Isopropoxypropanol genannt.
Die genannten Reaktivverdünner und/oder die isocyanatreaktiven Lösemittel (E) können auch in der Komponente (Hf) vorhanden sein.
Es ist dabei auch möglich, die Polyacrylatharze (AI) zunächst in einem Lösemittel, das nicht wasserverdünnbar ist, herzustellen und dieses Lösemittel nach der Polymerisation gegebenenfaUs teilweise durch wasserverdünnbares Lösemittel zu ersetzen.
Beispiele geeigneter Polymerisationsinitiatoren sind freie Radikale bildende Initiatoren, wie z.B. tert.-Butylperoxyethylhexanoat, Benzoylperoxid, Di-tert.-
Amylperoxid, Azobisisobutyronitril und tert.-Butylperbenzoat genannt. Die Initiatoren werden bevorzugt in einer Menge von 1 bis 25 Gew.-%, besonders bevorzugt von 2 bis 10 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Monomeren, eingesetzt.
Die Polymerisation wird zweckmäßigerweise bei einer Temperatur von 80 bis 200°C, vorzugsweise 110 bis 180°C, durchgeführt.
Bevorzugt wird das Polyacrylatharz (AI) nach einem Zweistufenverfahren hergesteUt, da so die resultierenden erfmdungsgemäßen Beschichtungsstoffe eine
bessere Verarbeitbarkeit aufweisen. Bevorzugt werden daher Polyacrylatharze eingesetzt, die erhältlich sind, indem
1. ein Gemisch aus (al), (a2), (a4), (a5) und (a6) oder ein Gemisch aus Teilen der Komponenten (al), (a2), (a4), (a5) und (a6) in einem organischen Lösemittel und/oder in einem der vorstehend genannten Reaktivverdünner polymerisiert wird,
2. nachdem mindestens 60 Gew.-% des aus (al), (a2), (a4), (a5) und gegebenenfaUs (a6) bestehenden Gemisches zugegeben worden sind, (a3) und der gegebenenfaUs vorhandene Rest der Komponenten (al), (a2), (a4), (a5) und (a6) zugegeben werden und weiter polymerisiert wird und
3. nach Beendigung der Polymerisation das erhaltene Polyacrylatharz gegebenenfaUs zumindest teilweise neutraHsiert wird, d.h. die
Säuregrappen in die entsprechende Säureaniongrappen überführt werden.
Daneben ist es aber auch mögHch, die Komponenten (a4) und/oder (a5) zusammen mit zumindest einem Teil des Lösemittels vorzulegen und die restlichen Komponenten zuzudosieren. Außerdem können auch die Komponenten (a4) und/oder (a5) nur teilweise zusammen mit zumindest einem Teil des Lösemittels in die Vorlage gegeben werden und der Rest dieser Komponenten wie oben beschrieben zugegeben werden. Bevorzugt werden beispielsweise mindestens 20 Gew.-% des Lösemittels und ca. 10 Gew.-% der Komponente (a4) und (a5) sowie gegebenenfalls Teilen der Komponenten (al) und (a6) vorgelegt.
Bevorzugt ist außerdem die HersteUung der erfindungsgemäß eingesetzten Polyacrylatharze (AI) durch ein Zweistufenverfahren, bei dem die erste Stufe 1 bis 8 Stunden, vorzugsweise 1,5 bis 4 Stunden, dauert und die Zugabe der Mischung aus (a3) und dem gegebenenfaUs vorhandenen Rest der Komponenten
(al), (a2), (a4), (a5) und (a6) innerhalb von 20 bis 120 Minuten, vorzugsweise innerhalb von 30 bis 90 Minuten, erfolgt. Nach Beendigung der Zugabe der Mischung aus (a3) und dem gegebenenfalls vorhandenen Rest der Komponenten (al), (a2), (a4), (a5) und (a6) wird so lange weiter polymerisiert, bis alle eingesetzten Monomeren im wesentHchen vollständig umgesetzt worden sind. Hierbei kann sich die zweite Stufe unmittelbar der ersten anschließen. Lides kann mit der zweiten Stufe erst nach einer gewissen Zeit, beispeilsweise nach 10 min bis 10 Stunden, begonnen werden.
Die Menge und Zugabegeschwindigkeit des Initiators wird vorzugsweise so gewählt, daß ein Polyacrylatharz (AI) mit einem zahlenmittleren Molekulargewicht Mn von 1000 bis 30.000 Dalton erhalten wird. Es ist bevorzugt, daß mit dem Initiatorzulauf einige Zeit, im aUgemeinen ca. 15 Minuten, vor dem Zulauf der Monomeren begonnen wird. Femer ist ein Verfahren bevorzugt, bei dem die Initiatorzugabe zum gleichen Zeitpunkt wie die Zugabe der Monomeren begonnen und etwa eine halbe Stunde nachdem die Zugabe der Monomeren beendet worden ist, beendet wird. Der Initiator wird vorzugsweise in konstanter Menge pro Zeiteinheit zugegeben. Nach Beendigung der Liitiatorzugabe wird das Reaktionsgemisch noch so lange (in der Regel 1 ,5 Stunden) auf Polymerisationstemperatur gehalten, bis alle eingesetzten Monomere im wesentHchen voUständig umgesetzt worden sind. "Im wesentHchen vollständig umgesetzt" soU bedeuten, daß vorzugsweise 100 Gew.-% der eingesetzten Monomere umgesetzt worden sind, daß es aber auch mögHch ist, daß ein geringer Restmonomerengehalt von höchstens bis zu etwa 0,5 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der Reaktionsmischung, unumgesetzt zurückbleiben kann.
Bevorzugt werden die Monomeren zur HersteUung der Polyacrylatharze (AI) bei einem nicht aUzu hohen Polymerisationsfestkörper, bevorzugt bei einem Polymerisationsfestkörper von 80 bis 50 Gew.-%, bezogen auf die Comonomeren, polymerisiert und anschUeßend die Lösemittel teilweise destiUativ entfernt, so
daß die entstehenden Polyacrylatharzlösungen (AI) einen Festkörpergehalt von bevorzugt 100 bis 60 Gew.-% aufweisen.
Die HersteUung der erfindungsgemäß zu verwendende Polyacrylatharze (AI) weist keine methodischen Besonderheiten auf, sondern erfolgt mit Hilfe der auf dem Kunststoffgebiet übHchen und bekannten Methoden der kontinuieriichen oder diskontinuierlichen Copolymerisation unter Normaldruck oder Überdruck in Rührkesseln, Autoklaven, Rohrreaktoren oder Taylorreaktoren.
Beispiele geeigneter (Co)Polymerisationsverfahren werden in den Patentschriften DE-A-197 09 465, DE-C-197 09 476, DE-A-28 48 906, DE-A-195 24 182, EP- A-0 554783, WO 95/27742 oder WO 82/02387 beschrieben.
Taylorreaktoren, die der Umwandlung von Stoffen unter den Bedingungen der Taylorströmung dienen, sind bekannt. Sie bestehen in wesentHchen aus zwei koaxialen konzentrisch angeordneten Zylindern, von denen der äußere feststehend ist und der innere rotiert. Als Reaktionsraum dient das Volumen, das durch den
Spalt der ZyUnder gebildet wird. Mit zunehmender Winkelgeschwindigkeit ωj des
LmenzyHnders treten einer Reihe unterschiedHcher Strömungsformen auf, die durch eine dimensionslose Kennzahl, die sogenannte Taylor-Zahl Ta, charakterisiert sind. Die Taylor-Zahl ist zusätzlich zur Winkelgeschwindigkeit des Rührers auch noch abhängig von der kinematischen Viskosität v des Fluids im Spalt und von den geometrischen Parametern, dem äußeren Radius des
LmenzyHnders r;, dem inneren Radius des Außenzylinders ra und der Spaltbreite d, der Differenz beider Radien, gemäß der folgenden Formel:
mit d = r
a - r;.
Bei niedriger Winkelgeschwindigkeit bildet sich die laminare Couette-Strömung, eine einfache Scherströmung, aus. Wird die Rotationsgeschwindigkeit des LmenzyHnders weiter erhöht, treten oberhalb eines kritischen Werts abwechselnd entgegengesetzt rotierende (kontrarotierende) Wirbel mit Achsen längs der Umfangsrichtung auf. Diese sogenannten Taylor-Wirbel sind rotationssymmetrisch und haben einen Durchmesser, der annähernd so groß ist wie die Spaltbreite. Zwei benachbarte Wirbel bilden ein Wirbelpaar oder eine Wirbelzelle.
Dieses Verhalten beruht darauf, daß bei der Rotation des Linenzylinders mit ruhendem Außenzylinder die Fluidpartikel nahe des LmenzyHnders einer stärkeren ZentrifugaUcraft ausgesetzt sind als diejenigen, die weiter vom inneren ZyHnder entfernt sind. Dieser Unterschied der wirkenden Zentrifugalkräfte drängt die Fluidpartikel vom Innen- zum AußenzyHnder. Der Zentrifugalkraft wirkt die Viskositätskraft entgegen, da bei der Bewegung der Fluidpartikel die Reibung überwunden werden muß. Nimmt die Rotationsgeschwindigkeit zu, dann nimmt auch die Zentrifugalkraft zu. Die Taylor- Wirbel entstehen, wenn die ZentrifugaUcraft größer als die stabiHsierende Viskositätskraft wird.
Bei der Taylor-Strömung mit einem geringen axialen Strom wandert jedes Wirbelpaar durch den Spalt, wobei nur ein geringer Stoffaustausch zwischen benachbarten Wirbelpaaren auftritt. Die Vermischung innerhalb solcher Wirbelpaare ist sehr hoch, wogegen die axiale Vermischung über die Paargrenzen hinaus nur sehr gering ist. Ein Wirbelpaar kann daher als gut durchmischter Rührkessel betrachtet werden. Das Strömungsystem verhält sich somit wie ein ideales Strömungsrohr, indem die Wirbelpaare mit konstanter Verweilzeit wie ideale Rührkessel durch den Spalt wandern.
Erfmdungsgemäß von Vorteü sind hierbei Taylorreaktoren mit einer äußeren Reaktorwand und einem hierin befindlichen konzentrisch oder exzentrisch
angeordneten Rotor, einem Reaktorboden und einem Reaktordeckel, welche zusammen das ringspaltförmige Reaktorvolumen definieren, mindestens einer Vorrichtung zur Zudosierang von Edukten sowie einer Vorrichtung für den Produktablauf, wobei die Reaktorwand und/oder der Rotor geometrisch derart gestaltet ist oder sind, daß auf im wesentHchen der gesamten Reaktorlänge im Reaktorvolumen die Bedingungen für die Taylorströmung erfüllt sind, d.h., daß sich der Ringspalt in Durchflußrichtung verbreitert.
Als Polyester (A2) sind alle Polyester mit den vorstehend angegebenen OHZahlen, Säurezahlen, Molekulargewichten und Viskositäten geeignet.
Insbesondere werden Polyester (A2) eingesetzt, die erhältlich sind durch Umsetzung von
pl) gegebenenfaUs sulfonierten Polycarbonsäuren oder deren veresterungsfähigen Derivaten, gegebenenfaUs zusammen mit Monocarbonsäuren,
p2) Polyolen, gegebenenfaUs zusammen mit Monoolen,
p3) gegebenenfalls weiteren modifizierenden Komponenten und
p4) gegebenenfaUs einer mit dem Reaktionsprodukt aus (pl), (p2) und gegebenenfaUs (p3) reaktionsfähigen Komponente.
Als Beispiele für Polycarbonsäuren, die als Komponente (pl) eingesetzt werden können, seien aromatische, aHphatische und cycloaHphatische Polycarbonsäuren genannt. Bevorzugt werden als Komponente (pl) werden aromatische und/oder aHphatische Polycarbonsäuren eingesetzt.
Beispiele für geeignete Polycarbonsäuren sind Phthalsäure, Isophthalsäure, Terephthalsäure, Phthalsäure-, Isophthalsäure- oder
Terephthalsäuremonosulfonat, Halogenphthalsäuren, wie Tetrachlor- bzw. Tetrabromphthalsäure, Adipinsäure, Glutarsäure, Acelainsäure, Sebacinsäure, Fumarsäure, Maleinsäure, TrimeUithsäure, Pyromellithsäure,
Tetrahydrophthalsäure, Hexahydrophthalsäure, 1,2-Cyclohexandicarbonsäure, 1,3-Cyclohexandicarbonsäure, 1 ,4-Cyclohexandicarbonsäure, 4-
Methylhexahydrophthalsäure, Endomethylentetrahydrophthalsäure, Tricy- clodecan-Dicarbonsäure, Endoethylenhexahydrophthalsäure, Camphersäure, Cyclohexantetracarbonsäure oder Cyclobutantetracarbonsäure. Die cycloaHphta- tischen Polycarbonsäuren können sowohl in ihrer eis- als auch in ihrer trans-Form sowie als Gemisch beider Formen eingesetzt werden. Geeignet sind auch die ver- esterangsfähigen Derivate der obengenannten Polycarbonsäuren, wie z.B. deren ein- oder mehrwertige Ester mit aHphatischen Alkoholen mit 1 bis 4-C-Atomen oder Hydroxyalkoholen mit 1 bis 4 C-Atomen. Außerdem können auch die Anhydride der obengenannten Säuren eingesetzt werden, sofern sie existieren.
GegebenenfaUs können zusammen mit den Polycarbonsäuren auch Monocarbonsäuren eingesetzt werden, wie beispielsweise Benzoesäure, tert.- Butylbenzoesäure, Laurinsäure, Isononansäure und Fettsäuren natürHch vorkommender Öle. Bevorzugt wird als Monocarbonsäure Isononansäure eingesetzt.
Geeignete Alkoholkomponenten (p2) zur HersteUung des Polyesters (A2) sind mehrwertige Alkohole, wie Ethylenglykol, Propandiole, Butandiole, Hexandiole,
HydroxypivaHnsäureneopentylester, Neopentylglykol, Diethylenglykol,
Cyclohexandiol, Cyclohexandimethanol, Trimethylpentandiol,
Ethylbutylpropandiol, Ditrimethylolpropan, Trimethylolethan, Trimethylolpropan. Glycerin, Pentaerythrit, Homopentaerythrit, Dipentaerythrit, Trishydroxiethyl- isocyanat, Polyethylenglykol, Polypropylenglykol, gegebenenfaUs zusammen mit
einwertigen Alkoholen, wie beispielsweise Butanol, Octanol, Laurylalkohol, Cyclohexanol, tert.-Butylcyclohexanol, ethoxylierten bzw. propoxyHerten Phenolen. Des weiteren kommen die nachstehend bei den Bindemitteln (A3) beschriebenen Diole (ul) der aUgemeinen Formel 2 und die Diole (u2) der allgemeinen Formel 3 in Betracht.
Als Komponente (p3) zur HersteUung der Polyester (A2) geeignet sind insbesondere Verbindungen, die eine gegenüber den funktioneilen Gruppen des Polyesters reaktive Gmppe aufweisen, ausgenommen die als Komponente (p4) genannten Verbindungen. Als modifizierende Komponente (p3) werden bevorzugt Polyisocyanate und/oder Diepoxydverbindungen, gegebenenfalls auch Monoisocyanate und/oder Monoepoxydverbindungen verwendet. Geeignete Komponenten (p3) sind beispielsweise in der DE-A-40 24 204 auf Seite 4, Zeilen 4 bis 9, beschrieben.
Als Komponente (p4) zur Herstellung der Polyester (A2) geeignet sind Verbindungen, die außer einer gegenüber den funktioneUen Gruppen des Polyesters (A2) reaktiven Gruppe noch eine tertiäre Aminograppe aufweisen, beispielsweise Monoisocyanate mit mindestens einer tertiären Aminograppe oder Mercapto Verbindungen mit mindestens einer tertiären Aminograppe. Wegen Einzelheiten wird auf die DE-A-40 24 204, Seite 4, Zeilen 10 bis 49, verwiesen.
Die HersteUung der Polyester (A2) erfolgt nach den bekannten Methoden der Veresterung, wie dies beispielsweise in der DE-A-40 24 204, Seite 4, Zeilen 50 bis 65, beschrieben ist.
Die Umsetzung erfolgt dabei übHcherweise bei Temperaturen zwischen 180 und 280°C, gegebenenfaUs in Gegenwart eines geeigneten Veresterangskatalysators, wie z.B. Lithiumoctoat, Dibutylzinnoxid, Dibutylzinndilaurat oder para- Toluolsulfonsäure.
ÜbHcherweise wird die Herstellung der Polyester (A2) in Gegenwart geringer Mengen eines geeigneten Lösemittels als Schleppmittel durchgeführt. Als Schleppmittel werden z. B. aromatische Kohlenwasserstoffe, wie insbesondere Xylol und (cyclo)aHphatische Kohlenwasserstoffe, z. B. Cyclohexan oder Methylcyclohexan, eingesetzt.
Besonders bevorzugt werden als Komponente (A2) Polyester eingesetzt, die nach einem zweistufigen Verfahren hergesteUt worden sind, indem zunächst ein hydroxylgruppenhaltiger Polyester mit einer OH-Zahl von 100 bis 300 mgKOH/g, einer Säurezahl von weniger als 10 mgKOH/g und einem zahlenmittleren Molekulargewicht Mn von 500 bis 2000 Dalton hergesteUt wird, der dann in einer zweiten Stufe mit Carbonsäureanhydriden zu dem gewünschten Polyester (A2) umgesetzt wird. Die Menge an Carbonsäureanhydriden wird dabei so gewählt, daß der erhaltene Polyester die gewünschte Säurezahl aufweist. Für diese Umsetzung sind aUe üblicherweise eingesetzten Säureanhydride, wie z.B. Hexahydrophthalsäureanhydrid, TrimeUithsäureanhydrid, PyromeUithsäureanhy- drid, Phthalsäureanhydrid, Camphersäureanhydrid, Te- trahydrophthalsäureanhydrid, Bemsteinsäureanhydrid und Gemische dieser und/oder anderer Anhydride und insbesondere Anhyride aromatischer Polycarbonsäuren, wie TrimeUithsäureanhydrid, geeignet.
Es ist gegebenenfaUs mögHch, daß das Polyacrylatharz (AI) zumindest teilweise in Gegenwart des Polyesters (A2) hergesteUt worden ist. Vorteilhafterweise werden in diesem FaU mindestens 20 Gew.-% und besonders vorteilhafterweise 40 bis 80 Gew.-% der Komponente (AI) in Gegenwart der Komponente (A2) hergesteUt.
Die gegebenenfalls restlich vorhandene Menge der Komponente (AI) wird der Bindemittellösung anschUeßend zugegeben. Dabei ist es mögHch, daß dieses bereits polymerisierte Harz die gleiche Monomerzusammensetzung aufweist wie das in Gegenwart des Polyesters aufgebaute Polyacrylatharz. Es kann aber auch
ein hydroxylgrappenhaltiges Polyacrylatharz mit einer unterschiedlichen Monomerzusammensetzung zugefügt werden. Außerdem ist es mögHch, eine Mischung verschiedener Polyacrylatharze und/oder Polyester zuzufügen, wobei gegebenenfalls ein Harz die gleiche Monomerzusammensetzung aufweist wie das in Gegenwart des Polyesters aufgebaute Polyacrylatharz.
Als hydroxyl- und säuregruppenhaltiges erfmdungsgemäß zu verwendendes Polyurethanharz (A3) sind alle Polyurethanharze mit den angegebenen OH- Zahlen, Säurezahlen, Molekulargewichten und Viskositäten geeignet.
Geeignete Polyurethanharze werden beispielsweise in den folgenden Schriften beschriebenen: EP-A-355 433, DE-A-35 45 618, DE-A-38 13 866. DE-A-32 10 051, DE-A-26 24 442, DE-A-37 39 332, US-A-4,719,132, EP-A-89 497, US-A- 4,558,090, US-A-4,489,135, DE-A-36 28 124, EP-A-158 099, DE-A-29 26 584, EP-A-195 931, DE-A-33 21 180 und DE-A-40 05 961.
Li der Komponente (I) werden vorzugsweise Polyurethanharze (A3) eingesetzt, die durch Umsetzung von isocyanatgmppenhaltigen Präpolymeren mit gegenüber Isocyanatgruppen reaktiven Verbindungen herstellbar sind.
Die Herstellung von isocyanatgmppenhaltigen Präpolymeren kann durch Reaktion von Polyolen mit einer Hydroxylzahl von 10 bis 1800, bevorzugt 50 bis 1200 mg KOH/g, mit überschüssigen Polyisocyanaten bei Temperaturen von bis zu 150°C, bevorzugt 50 bis 130°C, in organischen Lösemitteln, die nicht mit Isocyanaten reagieren können, erfolgen. Das Äquivalentverhältnis von NCO- zu
OH-Grappen liegt zwischen 2,0:1,0 und > 1,0:1,0, bevorzugt zwischen 1,4:1 und 1,1:1.
Die zur HersteUung des Präpolymeren eingesetzten Polyole können niedermolekular und/oder hochmolokular sein und reaktionsträge anionische bzw.
zur Anionenbildung befähigte Gruppen enthalten. Es können auch niedermolekulare Polyole mit einem Molekulargewicht von 60 bis zu 400 Dalton, zur HersteUung der isocyanatgmppenhaltigen Präpolymere mitverwendet werden. Es werden dabei Mengen von bis zu 30 Gew.-% der gesamten Po- lyol-Bestandteile, bevorzugt etwa 2 bis 20 Gew.-%, eingesetzt.
Um ein NCO-Präpolymeres hoher Flexibilität zu erhalten, soUte ein hoher Anteil eines überwiegend Hnearen Polyols mit einer bevorzugten OH-Zahl von 30 bis 150 mg KOH/g zugesetzt werden. Bis zu 97 Gew.-% des gesamten Polyols können aus gesättigten und ungesättigten Polyestem und/oder Polyethern mit einer zahlenmittleren Molerkulargewicht Mn von 400 bis 5000 Dalton bestehen. Die ausgewählten Polyetherdiole sollen keine übermäßigen Mengen an Ethergrappen einbringen, weil sonst die gebildeten Polymere in Wasser anqueUen. Polyesterdiole werden durch Veresterung von organischen Dicarbonsäuren oder ihren Anhydriden mit organischen Diolen hergestellt oder leiten sich von einer Hydroxycarbonsäure oder einem Lacton ab. Um verzweigte Polyesterpolyole herzusteUen, können in geringem Umfang Polyole oder Polycarbonsäuren mit einer höheren Wertigkeit eingesetzt werden.
Bevorzugt besteht die zur Herstellung der Polyurethanharze eingesetzte Alkoholkomponente zumindest zu einem gewissen Anteil aus
u \ ) mindestens einem Diol der Formel 2
in der R
3 und R
4 jeweils einen gleichen oder verschiedenen Rest darsteUen und für einen Alkylrest mit 1 bis 18 C-Atomen, einen Arylrest oder einen cycloaHphatischen Rest stehen, mit der Maßgabe, daß R
3 und/oder R
4 nicht Methyl sein darf, und/oder U2) mindestens einem Diol der Formel 3
in der R5, R7, R8 und R9 jeweils gleiche oder verschiedene Reste darsteUen und für einen Alkylrest mit 1 bis 6 C-Atomen, einen Cycloalkylrest oder einen Arylrest stehen und R6 einen Alkylrest mit 1 bis 6 C-Atomen, einen
Arylrest oder einen ungesättigten Alkylrest mit 1 bis 6 C-Atomen darsteUt, und n entweder 0 oder 1 ist.
Als Diole
sind aUe Propandiole der Formel 2 geeignet, bei denen entweder R
3 oder R
4 oder R
3 und R
4 nicht gleich Methyl ist, wie beispielsweise 2-Butyl-2-ethylpropandiol- 1,3, 2-Butyl-2-methylpropandiol- 1,3,
2-Phenyl-2-methylpropan-diol- 1,3, 2-Propyl-2-ethylpropandiol- 1,3,
2-Di-tert.-butylpropandiol- 1,3, 2-Butyl-2-propylpropandiol- 1,3,
1 -Dihydroxymethyl-bicyclo[2.2.1 ]heptan, 2,2-Diethylpro-pandiol-l ,3, 2,2-Di- propylpropandiol-1,3, 2-Cyclo-hexyl-2-methylpropandiol-l,3 und andere.
Als Diole (u2) (Formel 2) können beispielsweise 2,5-Dimethyl-hexandiol-2,5, 2,5-Diethylhexandiol-2,5, 2-Ethyl-5-methylhexandiol-2,5, 2,4-Dimethyl- pentandiol-2,4, 2,3-Dimethylbutandiol-2,3, l,4-(2'-Hydroxypropyl)-benzol und 1 ,3-(2'-Hydroxypropyl)-benzol eingesetzt werden.
Bevorzugt werden als Diole (ui) 2-Propyl-2-ethylpropandiol-l,3, 2,2- Diethylpropandiol-1,3, 2-Butyl-2-ethylpropandiol-l,3 und 2-Phenyl-2-ethyl- propandiol-1,3 und als Komponente (U2) 2,3-Dimethyl-butandiol-2,3 sowie 2,5- Dimethylhexandiol-2,5 eingesetzt. Besonders bevorzugt werden als Komponente (ai) 2-Butyl-2-ethyl-propandiol-l,3 sowie 2-Phenyl-2-ethylpropandiol-l,3 und als Komponente (u2) 2,5-Dimethylhexandiol-2,5 eingesetzt.
Die Diole (uj) und/oder (u2) werden übHcherweise in einer Menge von 0,5 bis 15 Gew.-%, bevorzugt 1 bis 7 Gew.-% eingesetzt, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der zur HersteUung der Polyurethanharze (A3) eingesetzten Aufbaukomponenten.
Als typische multifunktioneUe Isocyanate zur Herstellung der Polyurethanharze werden aHphatische, cycloaHphatische und/oder aromatische Polyisocyanate mit mindestens zwei Isocyanatgruppen pro Molekül verwendet. Bevorzugt werden die Isomeren oder Isomerengemische von organischen Diisocyanaten. Aufgrund ihrer guten Beständigkeit gegenüber ultraviolettem Licht ergeben (cyclo)aliphatische Düsocyanate Produkte mit geringer Vergilbungsneigung. Die zur Bildung des Präpolymeren gebrauchte Polyisocyanat-Komponente kann auch einen Anteil höherwertiger Polyisocyanate enthalten, vorausgesetzt dadurch wird keine Gelbildung verursacht. Als Triisocyanate haben sich Produkte bewährt, die durch Trimerisation oder OHgomerisation von Diisocyanaten oder durch Reaktion von Diisocyanaten mit polyfunktioneUen OH- oder NH-Grappen enthaltenden Verbindungen entstehen. Die mittlere FunktionaHtät kann gegebenenfaUs durch Zusatz von Monoisocyanaten gesenkt werden.
Als Beispiele für einsetzbare Polyisocyanate werden Phenylendiisocyanat, Toluylendiisocyanat, Xylylendiisocyanat, Bisphenylendiisocyanat, Naphtylendi- isocyanat, Diphenylmethandiisocyanat, Isophorondiisocyanat, Cyclobutandiisocyanat Cyclopentylendiisocyanat, Cyclohexylendiisocyanat,
Methylcyclohexylendiisocyanat, Dicyclohexylmethandüsocyanat,
Ethylendiisocyanat, Trimethylendiisocyanat, Tetramethylendiisocyanat, Pentame- thylendiisocyanat, Hexamethylendiisocyanat, Propylendiisocyanat,
Ethylethylendiisocyanat und Trimethylhexandiisocyanat genannt.
Zur HersteUung festkörperreicher Polyurethanharzlösungen werden insbesondere Diisocyanate der aUgemeinen Formel 3
eingesetzt, wobei X für einen zweiwertigen, aromatischen Kohlenwasserstoffrest, vorzugsweise für einen ggf. Halogen-, Methyl- oder Methoxy-substituierten Na- phthylen-, Diphenylen- oder 1,2-, 1,3- oder 1 ,4-Phenylenrest, besonders bevorzugt für einen 1,3-Phenylenrest und R
10 und R
nfür einen Alkylrest mit 1 - 4 C-Atomen, bevorzugt für einen Methylrest, stehen. Diisocyanate der Formel 3 sind bekannt (ihre Herstellung wird beispielsweise in der EP-A-101 832, US-PS-3,290,350, US-PS-4, 130,577 und der US-PS-4,439,616 beschrieben) und zum Teil im Handel erhältlich (l,3-Bis-(2-isocyanatoprop-2-yl)-benzol wird beispielsweise von der American Cynamid Company unter dem Handelsnamen TMXDI (META)® verkauft).
Weiterhin bevorzugt als Polyisocyanatkomponente sind Diisocyanate der Formel 4:
mit: R
12 für einen zweiwertigen Alkyl- oder Aralkylrest mit 3 bis 20 Kohlenstoffatomen und
R13 für einen zweiwertigen Alkyl- oder Aralkylrest mit 1 bis 20 Kohlenstoffatomen;
Insbesondere 1 -Isocyanato-2-(3-isocyanatoprop- 1 -yl)cyclohexan.
Polyurethane sind im aUgemeinen nicht mit Wasser verträgHch, wenn nicht bei ihrer Synthese spezielle Bestandteile eingebaut und/oder besondere Herstellungs- schritte vorgenommen werden. So können zur HersteUung der Polyurethanharze Verbindungen verwendet werden, die zwei mit Isocyanatgruppen reagierende H-aktive Gruppen und mindestens eine Gruppe enthalten, die die Wasser- dispergierbarkeit gewährleistet. Geeignete Gruppen dieser Art sind nichtionische Gmppen (z. B. Polyether), anionische Gmppen, Gemische dieser beiden Gmppen oder kationische Gmppen.
So kann eine so große Säurezahl in das Polyurethanharz eingebaut werden, daß das neutraHsierte Produkt stabil in Wasser zu dispergieren ist. Hierzu dienen Verbindungen, die mindestens eine gegenüber Isocyanatgruppen reaktive Gruppe und mindestens eine zur AnionenbUdung befähigte Gruppe enthalten. Geeignete gegenüber Isocyanatgruppen reaktive Gruppen sind insbesondere Hydroxylgruppen sowie primäre und/oder sekundäre Aminogmppen. Gmppen, die zur AnionenbUdung befähigt sind, sind Carboxyl-, Sulfonsäure- und/oder Phosphonsäuregruppen. Vorzugsweise werden Alkansäuren mit zwei Substituenten am alphha-ständigen Kohlenstoffatom eingesetzt. Der Substituent kann eine Hydroxylgruppe, eine AUcylgrappe oder eine Alkylolgrappe sein. Diese Polyole haben wenigstens eine, im aUgemeinen 1 bis 3 Carboxylgmppen im Molekül. Sie haben zwei bis etwa 25, vorzugsweise 3 bis 10 Kohlenstoffatome. Das Carboxylgruppen enthaltene Polyol kann 3 bis 100 Gew.-%, vorzugsweise 5
bis 50 Gew.-%, des gesamten Polyolbestandteiles im NCO-Präpolymeren ausmachen.
Die durch die CarboxylgrappenneutraUsation in Salzform verfügbare Menge an ionisierbaren Carboxylgrappen beträgt im aUgemeinen wenigstens 0,4 Gew.-%, vorzugsweise wenigstens 0,7 Gew.-%, bezogen auf den Feststoff. Die obere Grenze beträgt etwa 12 Gew.-%. Die Menge an Dihydroxyalkansäuren im unneutraHsierten Präpolymer ergibt eine Säurezahl von wenigstens 5 mg KOH/g, vorzugsweise wenigstens 10 mg KOH/g. Bei sehr niedrigen Säurezahlen sind im aUgemeinen weitere Maßnahmen zur Erzielung der Wasserdispergierbarkeit erförderHch. Die obere Grenze der Säurezahl Hegt bei 150 mg KOH/g, vorzugsweise bei 40 mg KOH/g, bezogen auf den Feststoff. Bevorzugt Hegt die Säurezahl im Bereich von 20 bis 40 mg KOH/g.
Die Isocyanatgrappen des isocyanatgrappenhaltigen Präpolymers werden mit einem Modifizierangsmittel umgesetzt. Das Modifizierangsmittel wird dabei vorzugsweise in einer solchen Menge zugegeben, daß es zu Kettenverlängerangen und damit zu Molekulargewichtserhöhungen kommt. Als Modifizierungsmittel werden vorzugsweise organische Verbindungen, die Hydroxyl- und/oder sekundäre und/oder primäre Aminograppen enthalten, insbesondere di-, tri- und/oder höherfunktioneUe Polyole, eingesetzt. Als Beispiel für einsetzbare Polyole werden Trimethylolpropan, 1,3,4- Butantriol, Glycerin, Erythrit, Mesoerythrit, Arabit, Adonit usw. genannt. Bevorzugt wird Trimethylolpropan eingesetzt.
Zur HersteUung des erfindungsgemäßen Polyurethanharzes wird bevorzugt zunächst ein Isocyanatgrappen aufweisendes Präpolymer hergesteUt, aus dem dann durch weitere Umsetzung, bevorzugt Kettenverlängerang, das gewünschte Polyurethanharz hergesteUt wird. Die Umsetzung der Komponenten erfolgt dabei nach den gut bekannten Verfahren der organischen Chemie (vgl. z.B. Kunst-
stoff-Handbuch, Band 7: Polyurethane, herausgegeben von Dr. Y. Oertel, Carl Hanser Verlag, München, Wien 1983). Beispiele für die HersteUung der Präpolymeren sind in der DE-OS 26 24 442 und der DE-OS 32 10 051 beschrieben. Die HersteUung der Polyurethanharze kann nach den bekannten Verfahren erfolgen (z.B. Acetonverfahren).
Die Umsetzung der Komponenten kann gegebenenfaUs in Gegenwart eines Katalysators, wie Organozinnverbindungen und/oder tertiären Aminen, erfolgen.
Zur HersteUung der Präpolymeren werden die Mengen der Komponenten so gewählt, daß das Äquivalentverhältnis von NCO- zu OH-Grappen zwischen 2,0 : 1,0 und > 1,0 : 1,0, bevorzugt zwischen 1,4 : 1 und 1,1 : 1, Hegt.
Das NCO-Präpolymer enthält wenigstens etwa 0,5 Gew.-% Isocyanatgrappen, vorzugsweise wenigstens 1 Gew.-% NCO, bezogen auf den Feststoff. Die obere Grenze Hegt bei etwa 15 Gew.-%, vorzugsweise 10 Gew.-%, besonders bevorzugt bei 5 Gew.- NCO.
Als Komponente (A4) geeignet sind aUe mit den übrigen Bestandteilen der Komponente (I) verträgHchen, wasserverdünnbaren Bindemittel, beispielsweise acryHerte Polyurethanharze und/oder Polyesteracrylate.
Insbesondere enthält die ganz besonders bevorzugte Komponente (I) als Bindemittel (A)
(AI) mindestens 20 Gew.-% mindestens eines Polyacrylatharzes (AI),
(A2) 0 bis 30 Gew.-% mindestens eines Polyesters (A2),
(A3) 0 bis 80 Gew.-% mindestens eines Polyurethanharzes (A3) und
(A4) 0 bis 10 Gew.-% mindestens eines weiteren Bindemittels (A4),
wobei die Summe der Gewichtsanteüe der Komponenten (AI) bis (A4) jeweils 100 Gew.-% beträgt.
Neben den erfindungswesentUchen hydrophoben Polyestem (C) und den Bindemitteln (A) kann die Komponente (I) als Bestandteil (D) alle lackübHchen Pigmente und/oder FüUstoffe in Anteüen von 0 bis 60 Gew.-%, bezogen auf Komponente (I), enthalten. Dabei können sowohl die in wäßrigen Beschichtungsstoff en übHchen Pigmente, die mit Wasser nicht reagieren bzw. sich in Wasser nicht lösen, als auch die übHcherweise in konventioneUen Beschichtungsstoffn angewandtem Pigmente eingesetzt werden. Die Pigmente können aus anorganischen oder organischen Verbindungen bestehen und können effekt- und/oder farbgebend sein. Der erfindungsgemäße Beschichtungsstoff gewährleistet daher aufgrund dieser Vielzahl geeigneter Pigmente eine universelle Einsatzbreite der Beschichtungsstoff und ermögUcht die ReaHsierung einer Vielzahl von Farbtönen.
Als Effektpigmente (D) können MetaUplättchenpigmente, wie handelsübUche Alumimumbronzen, gemäß DE-A-36 36 183 chromatierte Alumimumbronzen, und handelsübUche Edelstahlbronzen sowie nicht metallische Effektpigmente, wie zum Beispiel Perlglanz- bzw. Literferenzpigmente, eingesetzt werden. Beispiele für geeignete anorganische farbgebende Pigmente sind Titandioxid, Eisenoxide, Sicotransgelb und Ruß. Beispiele für geeignete organische farbgebende Pigmente sind Lidanthrenblau, Cromophthalrot, Irgazinorange und HeHogengrün. Beispiele für geeignete FüUstoffe sind Kreide, Calciumsulfate, Bariumsulfat, Silikate wie Talk oder KaoHn, Kieselsäuren, Oxide wie Alumim'im hydroxid oder Magnesiumhydroxid, Nanopartikel oder organische FüUstoffe wie Textilfasern, CeUulosefasem, Polyethylenfasern oder Holzmehl.
Als weiteren Bestandteil (F) kann die Komponente (I) mindestens ein organisches, gegebenenfaUs wasserverdünnbares Lösemittel enthalten. Solche Lösemittel können auch an der Reaktion mit der vernetzenden Komponente (H) teilnehmen und somit als Reaktivverdünner (E) wirken.
Beispiele für geeignete Lösemittel (F) sind die schon bei der HersteUung der Polyacrylatharze (AI) genannten Verbindungen (siehe oben). Weiterhin geeignet sind Ester, Ketone, Ketoester, Glykolether wie Ethylen-, Propylen- oder Butylenglykolether, Glykolester wie Ethylen-, Propylen- oder Butylenglykolester oder Glykoletherester wie Ethoxyethylpropionat und Isopropoxypropanol. Außerdem kommen aHphatische und aromatische Lösemittel wie Dipenten, Xylol oder SheUsolR in Betracht.
Die Lösemittel (F) können weiterhin teilweise oder voUständig aus niedermolekularen oHgomeren Verbindungen bestehen, die gegenüber der vernetzenden Komponente (H) reaktiv oder auch nicht reaktiv sein können. Sofern sie reaktiv sind, handelt es sich um Reaktiverdünner (E).
Beispiele geeigneter Reaktiverdünner (E) werden vorstehend beschrieben.
Als Bestandteil (G) enthält die Komponente (I) gegebenenfaUs mindestens ein NeutraHsationsmittel.
Beispiele geeigneter NeutraHsationsmittel (G) für in Kationen umwandelbare funktioneUe Gmppen (i) sind anorganische und organische Säuren wie Schwefelsäure, Salzsäure, Phosphorsäure, Ameisensäure, Essigsäure, Milchsäure, Dimethylolpropionsäure oder Zitronensäure.
Beispiele für geeignete NeutraHsationsmittel (G) für in Anionen umwandelbare funktioneUe Gmppen (ii) sind Ammoniak, Ammoniumsalze, wie beispielsweise Ammoniumcarbonat oder Ammoniumhydrogencarbonat, sowie Amine, wie z.B. Trimethylamin, Triethylamin, Tributylamin, DimethylaniHn, Diethylanilin, Triphenylamin, Dimethylethanolamin, Diethylethanolamin,
Methyldiethanolamin, Triethanolamin und dergleichen. Die NeutraHsation kann in organischer Phase oder in wäßriger Phase erfolgen. Bevorzugt wird als NeutraHsationsmittel (G) Dimethylethanolamin eingesetzt.
Die insgesamt in dem erfmdungsgemäßen Beschichtungsstoff eingesetzte Menge an NeutraHsationsmittel (G) wird so gewählt, daß 1 bis 100 Äquivalente, bevorzugt 50 bis 90 Äquivalente der funktioneUen
Gruppen (i) oder (ii) des Bindemittels (A) neutraHsiert werden. Das NeutraHsationsmittel (D) kann dabei der Komponente (I), (U) und/oder (IU) zugesetzt werden. Bevorzugt wird das Neutralisationsmittel (G) aber der Komponente (IU) zugesetzt.
Als Bestandteil (H) kann die Komponente (I) mindestens ein rheologiesteuerndes Additiv enthalten. Beispiele geeigneter rheologiesteuernder Additive sind die aus den Patentschriften WO 94/22968, EP-A-0 276 501, EP-A-0 249 201 oder WO 97/12945 bekannten; vernetzte polymere Mikroteilchen, wie sie beispielsweise in der EP-A-0 008 127 offenbart sind; anorganische Schichtsüikate wie Alumimum-Magnesium-SiHkate, Natrium-Magnesium- und
Natrium-Magnesium-Fluor-Lithium-SchichtsiHkate des MontmoriUonit-Typs; Kieselsäuren wie Aerosile; oder synthetische Polymere mit ionischen und/oder assoziativ wirkenden Gruppen wie Polyvinylalkohol, Poly(meth)acrylamid, Poly(meth)acrylsäure, PolyvinylpyrroHdon, Styrol-Maleinsäureanhydrid- oder Ethylen-Maleinsäureanhydrid-Copolymere und ihre Derivate oder hydrophob modifizierte ethoxyHerte Urethane oder Polyacrylate. Bevorzugt werden als rheologiesteuernde Additive Polyurethane eingesetzt.
Die Komponente (I) kann außerdem noch mindestens ein weiteres übUches Lackadditiv (H) enthalten. Beispiele für derartige Additive (H) sind
- UV-Absorber;
Radikalfanger;
Katalysatoren für die Vernetzung;
SHpadditive;
Polymerisationsinhibitoren;
- Entschäumer;
Emulgatoren, insbesondere nicht ionische Emulgatoren wie aUcoxylierte Alkanole und Polyole, Phenole und Alkylphenole oder anionische Emulgatoren wie Alkalisalze oder Ammoniumsalze von Alkancarbon- säuren, Alkansulfonsäuren, und Sulfosäuren von alkoxyHerten Alkanolen und Polyolen, Phenolen und Alkylphenole;
Netzmittel wie Siloxane, fluorhaltige Verbindungen,
Carbonsäurehalbester, Phosphorsäureester, Polyacrylsäuren und deren Copolymere oder Polurethane;
Haftvermittler;
Verlaufrnittel;
filmbildende Hilfsmittel wie Cellulose-Derivate;
Hammschutzmittel,
- Photoinitiatoren, wie Photoinitiatoren vom Norrish H-Typ, deren
Wirkungsmechanismus auf einer intramolekularen Variante der Wasserstoff-Abstraktionsreaktionen beruht, wie sie in vielfältiger Weise bei photochemischen Reaktionen auftreten; beispielhaft sei hier auf Römpp Chemie Lexikon, 9. erweiterte und neubearbeitete Auflage, Georg Thieme Verlag Stuttgart, Bd. 4, 1991 , verwiesen.
Weitere Beispiele geeigneter Additive (D) werden in dem Lehrbuch „Lackadditive" von Johan Bieleman, Wiley-VCH, Weinheim, New York, 1998, beschrieben.
Selbstverständlich können die genannten Additive (H) auch separat dem erfindungsgemäßen Beschichtungsstoff zugesetzt werden. Li diesem FaU werden die Additive (H) dann als Komponente (IV) bezeichnet.
Der erfindungsgemäße Beschichtungsstoff kann des weiteren Reaktiverdünner (E) für die Härtung mit aktinischer Strahlung enthalten.
Als strahlenhärtbare Reaktivverdünner (E) kommen niedermolekulare polyfunktioneUe ethylenisch ungesättigte Verbindungen in Betracht. Beispiele geeigneter Verbindungen dieser Art sind Ester der Acrylsäure mit Polyolen, wie Neopentylglykoldiacrylat, Trimethylolpropantriacrylat, Pentaerythrittriacrylat oder Pentaerythrittetraacrylat; oder Umsetzungsprodukte von Hydroxyalkylacrylaten mit Polyisocyanaten, insbesondere aHphatischen Polyisocyanaten.
Bevorzugt werden zur HersteUung des erfindungsgemäßen Beschichtungsstoffs Komponenten (I) eingesetzt, die aus
20 bis 90 Gew.-%, bevorzugt 35 bis 80 Gew.-%, des Bindemittels (A), insbesondere die polymeren oder oligomeren Harze (AI), (A2) und/oder
(A3),
1 bis 40 Gew.-%, bevorzugt 3 bis 30 Gew.-%, besonders bevorzugt 5 bis 25 Gew.-% und insbesondere 10 bis 20 Gew.-% des hydrophoben Polyesters (C),
0 bis 60 Gew.-% mindestens eines Pigments und/oder FüUstoffs (D),
0 bis 60 Gew.- mindestens eines Reaktiverdünners (E) für die thermische Härtung sowie gegebenenfalls für die Härtung mit aktinischer
Strahlung,
0 bis 50 Gew.-%, bevorzugt 10 bis 40 Gew.- , mindestens eines organischen, gegebenenfalls wasserverdünnbaren Lösemittels (F).
0 bis 20 Gew.-%, bevorzugt 0,1 bis 10 Gew.-%, mindestens eines NeutraHsationsmittels (G),
0 bis 30 Gew.-%, bevorzugt 2 bis 20 Gew.-%, mindestens eines übHchen Hufs- und/oder Zusatzstoffes (H) (Lackadditiv) und
0 bis 80 Gew.-% mindestens eines der nachstehend beschriebenen Bestandteile, welche mit aktimscher Strahlung härtbar sind
bestehen, wobei die Summe der Gewichtsanteile aller Bestandteüe jeweils 100 Gew.-% beträgt.
Der weitere wesentliche Bestandteil des erfindungsgemäßen Beschichtungsstoffs ist mindestens ein Vemetzungsmittel (B), welches in der Komponente (H) enthalten ist.
Bei den Vemetzungsmitteln (B) handelt es sich um mindestens ein gegebenfalls in einem oder mehreren organischen, gegebenenfaUs wasserverdünnbaren Lösemitteln gelöstes oder dispergiertes Di- und/oder Polyisocyanat (B).
Bei der Polyisocyanatkomponente (B) handelt es sich um organische Polyisocyanate, insbesondere sogenannte Lackpolyisocyanate, mit aHphatisch, cycloaliphatisch, araliphatisch und/oder aromatisch gebundenen, freien Isocyanatgrappen. Bevorzugt werden Polyisocyanate mit 2 bis 5 Isocyanatgrappen pro Molekül und mit Viskositäten von 100 bis 10.000, vorzugsweise 100 bis 5.000 und - sofern das manueUe Vermischen der Komponenten (I), (U) und (IE) vorgesehen ist - insbesondere 100 bis 2.000 mPas (bei 23 °C) eingesetzt. GegebenenfaUs können den Polyisocyanaten noch geringe Mengen organisches Lösemittel, bevorzugt 1 bis 25 Gew.-%, bezogen auf reines Polyisocyanat, zugegeben werden, um so die Einarbeitbarkeit des Isocyanates zu verbessern und gegebenenfalls die Viskosität des Polyisocyanats auf einen Wert innerhalb der obengenannten Bereiche abzusenken. Als Zusatzmittel geeignete Lösemittel für die Polyisocyanate sind beispielsweise Methoxypropylacetat oder Ethoxyethylpropionat, Amylmethylketon oder Butylacetat. Außerdem können die
Polyisocyanate in üblicher und bekannter Weise hydrophil oder hydrophob modifiziert sein.
Beispiele für geeignete Polyisocyanate (B) sind beispielsweise in "Methoden der organischen Chemie", Houben-Weyl, Band 14/2, 4. Auflage, Georg Thieme
Verlag, Stuttgart 1963, Seite 61 bis 70, und von W. Siefken, Liebigs Annalen der Chemie, Band 562, Seiten 75 bis 136, beschrieben. Beispielsweise geeignet sind die bei der Beschreibung der Polyurethanharze (A3) genannten Isocyanate und/oder isocyanatgrappenhaltigen Polyurethanpräpolymere, die durch Reaktion von Polyolen mit einem Überschuß an Polyisocyanaten hergesteUt werden können und die bevorzugt niederviskos sind.
Weitere Beispiele geeigneter Polyisocyanate (B) sind isocyanatgrappenhaltige Polyurethanpräpolymere, die durch Reaktion von Polyolen mit einem Überschuß an Polyisocyanaten hergestellt werden können und bevorzugt niederviskos sind. Es können auch Isocyanurat-, Biuret-, AUophanat-, Lninooxadiazindon-, Urethan- , Harnstoff- und/oder Uretdiongrappen aufweisende Polyisocyanate verwendet werden. Urethangrappen aufweisende Polyisocyanate werden beispielsweise durch Umsetzung eines Teüs der Isocyanatgrappen mit Polyolen, wie z.B. Trimethylolpropan und Glycerin, erhalten. Vorzugsweise werden aHphatische oder cycloaUphatische Polyisocyanate, insbesondere Hexamethylendiisocyanat, dimerisiertes und trimerisiertes Hexamethylendiisocyanat, Isophorondiisocyanat, 2-IsocyanatopropylcyclohexyHsocyanat, Dicyclohexylmethan-2,4'-diisocyanat, Dicyclohexylmethan-4,4'-diisocyanat oder 1 ,3-Bis(isocyanatomethyl)cyclohexan, Diisocyanate, abgeleitet von Dimerfettsäuren, wie sie unter der Handelsbezeichnung DDI 1410 von der Firma Henkel vertrieben werden, 1,8- Diisocyanato-4-isocyanatomethyl-oktan, l,7-Diisocyanato-4-isocyanatomethyl- heptan oder l-Isocyanato-2-(3-isocyanatopropyl)cyclohexan. 1,3-
Bis(isocyanatomethyl)cyclohexan, Diisocyanate, abgeleitet von Dimerfettsäuren, wie sie unter der Handelsbezeichnung DDI 1410 von der Firma Henkel vertrieben werden, 1 ,8-Diisocyanato-4-isocyanatomethyl-oktan, 1 ,7-Diisocyanato-4- isocyanatomethyl-heptan oder 1 -Isocyanato-2-(3-isocyanatopropyl)cyclohexan. oder Mischungen aus diesen Polyisocyanaten eingesetzt.
Ganz besonders bevorzugt werden Polyisocyanate (B) mit Uretdion- und/oder Isocyanuratgruppen und oder AUophanatgrappen oder Gemische solcher Polyisocyanate (B) auf Basis von Hexamethylendiisocyanat, wie sie durch katalytische OHgomerisierung von Hexamethylendiisocyanat unter Verwendung von geeigneten Katalysatoren entstehen, eingesetzt. Der Polyisocyanatbestandteil kann im übrigen auch aus beHebigen Gemischen der beispielhaft genannten freien Polyisocyanate (B) bestehen.
Der erfindungsgemäße Beschichtungsstoff kann desweiteren isocyanatgruppenfreie Vemetzungsmittel (B') enthalten. Diese können je nach ihrer Reaktivität in den Komponenten (I), (U) und/oder (IU) enthalten sein; wesentlich ist, daß die Vemetzungsmittel (B die Lagerstabilität der betreffenden
Komponente, etwa durch vorzeitige Vernetzung, nicht nachteiHg beeinflussen.
Der Fachmann kann deshalb die geeigneten Kombinationen von Vemetzungsmittel (B') einerseits und Komponenten (I), (IT) und/oder (IU) andererseits in einfacher Weise auswählen.
Beispiele geeigneter Vemetzungsmittel (B') sind blockierte Di- und/oder Polyisocyanate auf der Basis der vorstehend genannten Di- und/oder Polyisocyanate (B). Beispiele für geeignete Blockierangsmittel sind aHphatische, cycloaHphatische oder araUphatische Monoalkohole wie Methyl-, Butyl-, Octyl-, Laurylalkohol, Cyclohexanol oder Phenylcarbinol; Hydroxylamine wie Ethanolamin; Oxime wie MethylethyUcetonoxim, Acetonoxim oder Cyclohexanonoxim; Amine wie Dibutylamin oder Dnsopropylamin; CH-acide Verbindungen wie Malonsäurediester oder Acetessigsäureethylester; Heterocyclen wie Dimethylpyrazol; und/oder Lactame wie epsilon-Caprolactam. Weitere Beispiele für geeignete Blockierungsmittel gehen aus der Patentschrift US- Patentschrift US-A-4,444,954 hervor. Diese Vemetzungsmittel (B können in den Komponenten (I), (H) und/oder (III) enthalten sein.
Weitere Beispiele für geeignete Vemetzungsmittel (B') sind Polyepoxide (F'), insbesondere aUe bekannten aHphatischen und/oder cycloaHphatischen und/oder aromatischen Polyepoxide, beispielsweise auf Basis Bisphenol-A oder Bisphenol- F. Als Polyepoxide (F') geeignet sind beispielsweise auch die im Handel unter den Bezeichnungen Epikote® der Firma Shell, Denacol® der Firma Nagase Chemicals Ltd., Japan, erhältHchen Polyepoxide, wie z.B. Denacol EX-411 (Pentaerythritpolyglycidylether), Denacol EX-321
(Trimethylolpropanpolyglycidylether), Denacol EX-512 (Polyglycerol- polyglycidylether) und Denacol EX-521 (Polyglycerolpolyglycidylether). Diese Vemetzungsmittel (B können in den Komponenten (I) und/oder (IU) enthalten sein.
Als Vemetzungsmittel (B') können auch Tris(alkoxycarbonylamino)triazine der Formel
eingesetzt werden. Diese Vemetzungsmittel (B') können in den Komponenten (I) und/oder (IU) enthalten sein.
Beispiele geeigneter Tris(alkoxycarbonylamino)triazine (B werden in den Patentschriften US-A-4,939,213, US-A-5, 084,541 oder der EP-A-0 624 577
beschrieben. Insbesondere werden die Tris(methoxy-, Tris(butoxy- und/oder Tris(2-ethymexoxycarbonylamino)triazine verwendet.
Von Vorteil sind die Methyl-Butyl-Mischester, die Butyl-2-Ethylhexyl-Mi- schester und die Butylester. Diese haben gegenüber dem reinen Methylester den Vorzug der besseren Löslichkeit in Polymerschmelzen und neigen auch weniger zum AuskristaUisieren.
Insbesondere sind Aminoplastharze, beispielsweise Melaminharze, als Vemetzungsmittel (B') verwendbar. Hierbei kann jedes für transparente
Decklacke oder Klarlacke geeignete Aminoplastharz oder eine Mischung aus solchen Aminoplastharzen verwendet werden. Insbesondere kommen die übHchen und bekannten Aminoplastharze in Betracht, deren Methylol- und/oder
Methoxymethylgrappen z. T. mittels Carbamat- oder AUophanatgrappen defunk- tionaHsiert sind. Vemetzungsmittel dieser Art werden in den Patentschriften US -
A-4,710,542 und EP -B-0 245 700 sowie in dem Artikel von B. Singh und
Mitarbeiter "Carbamylmethylated Melamines, Novel CrossHnkers for the
Coatings Lidustry" in Advanced Organic Coatings Science and Technology
Series, 1991, Band 13, Seiten 193 bis 207, beschrieben. Diese Vemetzungsmittel (B können in den Komponenten (I) und/oder (ITf) enthalten sein.
Weitere Beispiele geeigneter Vemetzungsmittel (B') sind beta- Hydroxyalkylamide wie N,N,N N'-Tettakis(2-hydroxyethyl)adipamid oder N,N,N,,N'-Tetrakis(2-hydroxypropyl)-adipamid. Diese Vemetzungsmittel (B') können in den Komponenten (I) und/oder (HI) enthalten sein.
Weitere Beispiele geeigneter Vemetzungsmittel (B') sind Polyanhydride. Ein Beispiel für ein geeignetes Polyanhydrid ist Polysuccinsäureanhydrid.
Weitere Beispiele geeigneter Vemetzungsmittel (B sind Siloxane, insbesondere Siloxane mit mindestens einer Trialkoxy- oder Dialkoxysilangrappe. Diese Vemetzungsmittel (B') können in den Komponenten (I) und/oder (U) enthalten sein.
Die Polyisocyanate (B) werden vorteühafterweise in einer Menge von mindestens 70 Gew.-%, besonders bevorzugt in einer Menge von 80 bis 100 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Vemetzungsmittel (B) und (B') in dem erfmdungsgemäßen Beschichtungsstoff, eingesetzt.
Des weiteren kann die Komponente (U) die Bestandteile (F) und (H) der Komponente (I) enthalten, nur daß hier Bestandteile verwendet werden, welche nicht mit Isocyanatgrappen reagieren.
Bevorzugt werden zur HersteUung der erfindungsgemäßen Beschichtungsstoffe Komponenten (U) eingesetzt, die aus
(B) 50 bis 100 Gew.-%, bevorzugt 60 bis 90 Gew.-%, mindestens eines
Vemetzungsmittels,
(F) 0 bis 50 Gew.-%, bevorzugt 10 bis 40 Gew.-%, mindestens eines organischen, gegebenenfaUs wasserverdünnbaren Lösemittels und
(H) 0 bis 20 Gew.-%, bevorzugt 0 bis 10 Gew.-% mindestens eines übHchen Hilfs- und/oder Zusatzstoffes (Lackadditiv),
bestehen, wobei die Summe der Gewichtsanteile der Bestandeile jeweils 100 Gew.-% beträgt.
Der weitere wesentliche Bestandteile des erfmdungsgemäßen Beschichtungsstoffs ist Komponente (ITf).
Erfmdungsgemäß enthält diese Komponente (III) Wasser oder besteht hieraus. Erfindungsgemäß ist es von Vorteil, wenn die Komponente (III) außer Wasser noch weitere geeignete Bestandteile enthält.
Beispiele geeigneter Bestandteile sind die vorstehend im Detail beschriebenen Bindemittel (A), insbesondere die Bindemittel (A), welche
(i) funktioneUe Gmppen, die durch Neutralisationsmittel und/oder Quatemisierangsmittel in Kationen überführt werden können, und/oder kationische Gmppen
oder
(ii) funktioneUe Gruppen, die durch Neutralisationsmittel in Anionen überführt werden können, und/oder anionische Gruppen
und/oder
(iii) nichtionische hydrophile Gruppen
enthalten. Von diesen sind die in Wasser gelösten oder dispergierten Bindemittel (AI), (A2) und/oder (A3) besonders vorteilhaft und werden deshalb besonders bevorzugt verwendet.
Sofern die Komponente (I) Bindemittel (A) enthält, welche nicht oder nur in geringem Umfang in Wasser lösHch oder dispergierbar sind, empfiehlt es sich,
vor allem die in Wasser gelösten oder dispergierten Bindemittel (AI), (A2) und/oder (A3) zu verwenden.
Die Bindemittel (A) können indes auch in der Form einer Pulverslurry vorHegen. Hierbei können die weiteren Vemetzungsmittel (B') in den Pulverslurry-Partikeln enthalten sein. Pulverslurries sind übHch und bekannt und werden beispielsweise in den Patentschriften EP-A-0 652 264, US-A-4,268,542, DE-A-196 13 547 oder die DE-A-195 18 392 beschrieben.
Darüber hinaus kann die Komponente (IU) noch mindestens einen der vorstehend beschriebenen Reaktivverdünner (E) enthalten.
Ganz besonders bevorzugt werden zur Herstellung der erfmdungsgemäßen Beschichtungsstoff Komponenten (III) eingesetzt, die aus
20 bis 90 Gew.-%, bevorzugt 30 bis 85 Gew.-% Wasser,
5 bis 80 Gew.-%, bevorzugt 10 bis 60 Gew.-% des Bindemittels (A), insbesondere die polymeren oder oligomeren Harze (AI), (A2) und/oder (A3), in in Wasser dispergierter oder gelöster Form,
0 bis 20 Gew.-%, bevorzugt 1 bis 10 Gew.-%, mindestens eines NeutraHsationsmittels (G) und
- 0 bis 20 Gew.-%, bevorzugt 2 bis 10 Gew.- , mindestens eines übHchen
Hilfs- und/oder Zusatzstoffes (H) (Lackadditiv),
bestehen, wobei die Summe der Gewichtsanteile der Bestandteile jeweils 100 Gew.-% beträgt.
Die die in Wasser dispergierten Bindemittel (A), insbesondere die in Wasser dispergierten Bindemittel (AI), (A2) und/oder (A3), enthaltende Komponente (HI) kann einerseits durch HersteUung der Bestandteile in organischen Lösemittel, anschließende Neutralisierang der Säuregruppen, insbesondere Carboxylgrappen, mit dem NeutraHsierangsmittel (G) und abschHeßend Einbringen der neutraHsierten Bestandteile in deionisiertes Wasser, andererseits durch Emulsionspolymerisation der monomeren Bausteine der Bindemittel (A) in Wasser hergestellt werden.
Vorzugsweise werden die Komponenten (AI), (A2) und/oder (A3) zunächst in organischen Lösemitteln hergesteUt, anschUeßend neutralisiert und abschHeßend in neutralisierter Form als Sekundärdispersion in Wasser dispergiert.
Bei der Herstellung der in Wasser dispergierten Form der Polyacrylatharze (AI) wird die Polymerisation im organischen Lösemittel vorzugsweise mehrstufig mit seperaten Monomeren- und Initiatorzuläufen durchgeführt. Ganz besonders bevorzugt wird das Polyacrylatharz (AI) nach dem schon zuvor beschriebenen Zweistufenverfahren hergestellt, indem
1. ein Gemisch aus (al), (a2), (a4), (a5) und (a6) oder ein Gemisch aus Teilen der Komponenten (al), (a2), (a4), (a5) und (a6) in einem organischen Lösemittel polymerisiert wird,
2. nachdem mindestens 60 Gew.-% des aus (al), (a2), (a4), (a5) und gegebenenfaUs (a6) bestehenden Gemisches zugegeben worden sind, (a3) und der gegebenenfalls vorhandene Rest der Komponenten (al), (a2), (a4), (a5) und (a6) zugegeben werden und weiter polymerisiert wird und
3. nach Beendigung der Polymerisation das erhaltene Polyacrylatharz (AI) gegebenenfaUs zumindest teilweise neutraHsiert wird.
Beispiele für geeignete NeutraHsationsmittel (G), wie sie in Schritt 3. eingesetzt werden, sind die schon bei der HersteUung der Komponente (I) beschriebenen Ammoniak, Ammoniumsalze und Amine, wobei die NeutraHsation in organischer oder in wäßriger Phase erfolgen kann. Die insgesamt zur NeutraHsierang der Komponente (AI) eingesetzte Menge an NeutraHsationsmittel (G) wird so gewählt, daß 1 bis 100 Äquivalente, bevorzugt 50 bis 90 Äquivalente der Säure- grappen des Bindemittels (AI) neutraHsiert werden.
Als Bestandteile (A2) in Komponente (IU) bevorzugt eingesetzt werden Polyester (A2), die nach einem zweistufigen Verfahren hergestellt worden sind, indem zunächst ein hydroxylgrappenhaltiger Polyester mit einer OH-Zahl von 100 bis 300 mg KOH/g, einer Säurezahl von weniger als 10 mg KOH/g und einem zahlenmittleren Molekulargewicht Mn von 500 bis 2000 Dalton hergestellt wird, der dann in einer zweiten Stufe mit Carbonsäureanhydriden zu dem gewünschten Polyester (A2) umgesetzt wird. Die Menge an Carbonsäureanhydriden wird dabei so gewählt, daß der erhaltene Polyester die gewünschte Säurezahl aufweist.
Nach Beendigung der Umsetzung wird der Polyester (A2) zumindestens teilweise neutraHsiert, wobei wiederum die schon bei der Herstellung der Komponente (I) beschriebenen NeutraHsationsmittel (G) zum Einsatz kommen und wobei die NeutraHsation in organischer oder in wäßriger Phase erfolgen kann.
Zur HersteUung der Polyurethanharze (A3) für die Komponente (III) wird vorzugsweise zunächst ein Isocyanatgrappen aufweisendes Präpolymer hergesteUt, aus dem dann durch weitere Umsetzung, bevorzugt durch Kettenverlängerang, das Polyurethanharz (A3) hergesteUt wird.
Nach Beendigung der Polymerisation wird das erhaltene Poylurethanharz zumindest teilweise neutralisiert, wobei als geeignete NeutraHsationsmittel (G)
wiedemm beispielhaft die schon bei der HersteUung der Komponente (I) beschriebenen Ammoniak, Ammoniumsalze und Amine zum Einsatz kommen können und wobei die NeutraHsation in organischer oder in wäßriger Phase erfolgen kann.
Als gegebenenfaUs zusätzHch anwesende Komponente (A4) geeignet sind aUe mit den übrigen Bestandteilen der Komponente (III) verträglichen, wasserverdünnbaren und/oder wasserdispergierbaren Bindemittel, beispielsweise acryHerte Polyurethanharze und/oder Polyesteracrylate.
Die vorstehend beschriebenen wasserverdünnbaren und/oder wasserdispergierbaren Bindemittel (A), insbesondere die Bindemittel (AI), können nach ihrer Herstellung getrocknet, beispielsweise durch Sprühtrocknung oder Gefriertrocknung, und getrennt gelagert werden. Für die Herstellung des erfindungsgemäßen Beschichtungsstoffs können sie insbesondere der Komponente (TJT) als feinteüige, feste Komponente (V) zugegeben werden.
Darüber hinaus kann das erfindungsgemäße Beschichtungsmittel, bezogen auf seine Gesamtmenge, bis zu 40 Gew.-% Bestandteile (J) enthalten, welche mit aktinischem Licht, insbesondere UV-Strahlung, und/oder Elektronenstrahlung härtbar sind. Diese können in der Komponente (I), (U) und/oder (JE), insbesondere in der Komponente (I), enthalten sein. Dies bietet den Vorteil, daß die erfindungsgemäßen Beschichtungsmittel thermisch härtbar und/oder strahlenhärtbar sind.
Als Bestandteile (J) kommen grundsätzlich alle mit aktinischer Strahlung härtbaren niedermolekularen, oHgomeren und polymeren Verbindungen in Betracht, wie sie übHcherweise auf dem Gebiet der UV-härtbaren oder mit Elektronenstrahlung härtbaren Beschichtungsmittel verwendet werden. Diese strahlenhärtbaren Beschichtungsmittel enthalten üblicherweise mindestens ein,
bevorzugt mehrere strahlenhärtbare Bindemittel, insbesondere auf Basis ethylenisch ungesättigter Präpolymerer und/oder ethylenisch ungesättigter OHgomerer, gegebenenfalls einen oder mehrere Reaktivverdünner (E) sowie gegebenenfaUs einen oder mehrere Photoinitiatoren (H).
Vorteilhafterweise werden die strahlenhärtbaren Bindemittel als Bestandteile (J) verwendet. Beispiele geeigneter strahlenhärtbarer Bindemittel (J) sind (meth)acrylfunktioneUe (Meth)Acrylcopolymere, Polyetheracrylate,
Polyesteracrylate, ungesättigte Polyester, Epoxyacrylate, Urethanacrylate, Aminoacrylate. Melaminacrylate, Silikonacrylate und die entsprechenden Methacrylate. Bevorzugt werden Bindemittel (N) eingesetzt, die frei von aromatischen Straktureinheiten sind. Bevorzugt werden daher Urethan(meth)acrylate und/oder Polyester(meth)acrylate, besonders bevorzugt aHphatische Urethanacrylate, eingesetzt.
Die Komponenten (I), (U) und (JE) sowie gegebenenfaUs (IV) und (N) werden zur HersteUung der erfindungsgemäßen Beschichtungsstoffe bevorzugt in solchen Mengen eingesetzt, daß das Aquivalentverhälmis von Hydroxylgrappen der Bindemittel (A) sowie der erfindungsgemäß zu verwendenden hydrophoben Polyester (C) und gegebenenfalls der Reaktivverdünner (E) zu den vernetzenden Gmppen des Vemetzungsmittels (B) sowie gegebenenfaUs (B') zwischen 1 : 2 und 2 : 1, bevorzugt zwischen 1 : 1,2 und 1 : 1,5, Hegt.
Die erfindungsgemäßen Beschichtungsstoff weisen außerdem bevorzugt einen Gesamtgehalt an
erfindungswesentHchen hydrophoben Polyestem (C) 1 bis 40 Gew.-%, bevorzugt 2 bis 30 Gew.-%,
Bindemitteln (A) von 10 bis 70 Gew.-%, bevorzugt von 20 bis 60 Gew.-
%,
Vemetzungsmitteln (B) von 5 bis 40 Gew.-%, bevorzugt von 10 bis 30 Gew.-%,
Pigmenten und/oder FüUstoffen (D) von 0 bis 50 Gew.-%, bevorzugt von 0 bis 30 Gew.-%,
- Reaktiverdünnern (E) von 0 bis 30 Gew.-%,
organischen Lösemitteln (F) von 5 bis 25 Gew.-%, bevorzugt von 7 bis 20 Gew.-%,
- Wasser von 20 bis 60 Gew.-%, bevorzugt von 30 bis 50 Gew.- ,
üblichen Lackadditiven (H) von 0 bis 10 Gew.-% sowie
mit aktinischer Strahlung härtbaren Bestandteile (J) von 0 bis 40 Gew.-%,
jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht des erfindungsgemäßen
Beschichtungsstoffs auf.
Die HersteUung der Komponente (I) erfolgt nach dem Fachmann bekannten Methoden durch Mischen und gegebenenfaUs Dispergieren der einzelnen
Bestandteile. So erfolgt beispielsweise die Einarbeitung von farbgebenden Pigmenten (D) übHcherweise durch Anreiben (Dispergieren) der jeweiligen Pigmente in einem oder mehreren Bindemitteln. Das Anreiben der Pigmente erfolgt mit Hilfe übHcher Vorrichtungen, wie beispielsweise Perlmühlen und Sandmühlen.
Die HersteUung der Komponenten (U), (JE) und gegebenenfalls (IV) erfolgt ebenfalls nach dem Fachmann gut bekannten Methoden durch Mischen bzw. Dispergieren der einzelnen Bestandteile.
Die erfindungsgemäßen Beschichtungsstoff werden insbesondere durch folgendes Mischverfahren aus den Komponenten (I), (IT), (JE) sowie gegebenenfaUs (IN) und/oder (N) hergesteUt:
Zur Herstellung der erfindungsgemäßen Beschichtungsstoff werden zunächst die Komponenten (I) und (U) gemischt, wobei bevorzugt diese Komponenten (I) und (U) kein NeutraHsationsmittel (G) enthalten. Dann wird zu dieser Mischung gegebenenfaUs die Komponente (IN) zugesetzt. Entweder wird dann die so erhaltene Mischung in die NeutraHsationsmittel (G) enthaltende Komponente (JE) gegeben und das erhaltene Beschichtungsstoff vermischt, oder es wird dann in die so erhaltene Mischung die NeutraHsationsmittel (G) enthaltende Komponente (JE) gegeben.
Femer kann der erfindungsgemäße Beschichtungsstoff analog zu dem gerade beschriebenen Verfahren hergestellt werden, wobei aUerdings das NeutraHsationsmittel (G) nicht in der Komponente (JE) enthalten ist, sondern vor der Zugabe der Komponente (JE) separat zugegeben wird.
Außerdem kann der erfindungsgemäße Beschichtungsstoff auch dadurch hergesteUt werden, daß die Komponente (I) zunächst mit dem NeutraHsationsmittel (G) versetzt wird. Selbstverständlich kann anstelle dieser Mischung auch eine Komponente (I) eingesetzt werden, die bereits das NeutraHsationsmittel (G) enthält. Die so erhaltene Komponente (I) wird dann mit der Komponente (H) und gegebenenfaUs der Komponente (IV) gemischt (gleichzeitig oder aufeinanderfolgende Mischung mit (U) und gegebenenfaUs
( )), die so erhaltene Mischung wird dann entweder zu der Komponente (JE) gegeben oder mit der Komponente (E) versetzt, und der so jeweils erhaltene erfindungsgemäße Beschichtungsstoff wird noch durch Rühren homogenisiert.
Wenn ausschHeßUch nichtionische hydrophile Gruppen (üi) enthaltende Bindemittel (A) verwendet werden, entfällt die Anwendung der Neutralisationsmittel (G).
Die erfindungsgemäßen Beschichtungsstoffe können durch übHche Applikationsmethoden, wie z.B. Spritzen, Rakeln, Streichen. Gießen, Tauchen oder Walzen auf beliebige grundierte oder ungrundierte Substrate aufgebracht werden.
Die Substrate können aus MetaU, Holz, Kunststoff, Glas, Keramik oder Papier bestehen oder diese Stoffe als Verbünde enthalten. Vorzugsweise handelt es sich um Automobilkarosserieteile oder industrieUe Bauteile, inclusive Container, aus Metall oder um Möbel.
Das Substrat kann mit einer Grundierung versehen sein. Im Falle von Kunststoffen handelt es sich um eine sogenannte Hydrograndierang, welche vor der AppHkation des erfindungsgemäßen Beschichtungsstoffs, insbesondere des Wasserbasislacks oder des Klarlacks, ausgehärtet wird. n FaUe von MetaUen, insbesondere Automobilkarosserieteilen, handelt es sich um übHche und bekannte ausgehärtete Elektrotauchlacke, auf die ein FüUer appHziert und eingebrannt wird.
Bei ihrer Verwendung in der Autoreparaturlackierung werden die erfindungsgemäßen Beschichtungsstoff übHcherweise bei Temperaturen von unter 120°C, bevorzugt bei Temperaturen von maximal 80°C, gehärtet. Bei ihrer
Verwendung in der Autoserienlackierung werden auch höhere Härtungstemperaturen angewendet.
Sofern die erfindungsgemäßen Beschichtungsstoffe auch mit aktinischer Strahlung härtbare Bestandteile (J) enthalten, können sie zusätzlich in übHcher und bekannter Weise mit UV-Licht oder Elektronenstrahlung gehärtet werden.
Für die Aushärtung können die üblichen und bekannten Methoden wie Erhitzen in einem Umluftofen, Bestrahlen mit IR-Lampen sowie gegebenenfalls mit UV- Lampen angewandt werden.
Die erfindungsgemäßen Beschichtungsstoffe sind daher hervorragend für die Herstellung einschichtiger oder mehrschichtiger klarer oder pigmentierter Lackierangen für die Automobilerst- und -repararurlackierung, die industrieUe Lackierang, inclusive Coil Coating und Container Coating, die Kunststofflackierang und die Möbellackierang geeignet. Insbesondere werden die erfindungsgemäßen Beschichtungsstoffe als Klarlacke, Wasserbasislacke, Unidecklacke oder Grundierangen oder FüUer in der Automobilerst- und - repararurlackierung verwendet.
Ln FaUe der HersteUung mehrschichtiger Lackierangen können die erfindungsgemäßen Beschichtungsstoffe mit Vorteil nach dem Naß-in-naß- Verfahren (Base Coat-Clear Coat- Verfahren) sowohl als Basislack als auch als Klarlack appHziert werden.
Beispiele und Vergleichsversuch VI
Herstellbeispiel 1
Die Herstellung eines Polyacrylatharzes 1
Li einem für die Polymerisation geeigneten Stahlreaktor, ausgestattet mit Monomerzulauf, Initiatorzulauf, Temperaturmessvorrichtungen, Ölheizung und Rückflußkühler wurden 402,7 Gewichtsteile Ethoxyethylpropionat (EEP) eingewogen und auf 130°C erhitzt. Hierzu dosierte man unter Rühren innerhalb von zweieinhalb Stunden gleichmäßig eine Mischung aus 50 Gewichtsteilen Styrol, 20,5 Gewichtsteilen Methylmethacrylat, 26,6 Gewichtsteilen Laurylmethacrylat, 56,9 Gewichtsteilen Hydroxyethylacrylat, 41,4 Gewichtsteilen tert.-Butylacrylat und 46,1 Gewichtsteilen Butylmethacrylat. Gleichzeitig mit diesem Zulauf wurde der Initiatorzulauf gestartet. Die Initiatorlösung (21,2 Gewichtsteile tert.-Butylperoxyethylhexanoat in 34,6 Gewichtsteilen EEP) wurde gleichmäßig paraUel zum ersten Zulauf zur Reaktionsmischung zudosiert. AnschUeßend wurde die Reaktionsmischung während einer Stunde auf 130°C erhitzt.
Anschließend wurde bei 130°C innerhalb von eineinhalb Stunden eine Monomermischung aus 30 Gewichtsteilen Styrol, 12,3 Gewichtsteilen Methylmethacrylat, 16 Gewichtsteilen Laurylmethacrylat, 72,3 Gewichtsteilen Hydroxyethylacrylat, 27,6 Gewichtsteilen Butylmethacrylat, 24,9 Gewichtsteilen tert.-Butylacrylat und 18,3 Gewichtsteilen Acrylsäure zudosiert. Gleichzeitig wurde mit dem Zulauf einer Liitiatormischung aus 25,7 Gewichtsteilen EEP und 15,7 Gewichtsteilen tert.-Butylperoxyethylhexanoat begonnen. Der Initiatorzulauf wurde während zwei Stunden fortgesetzt.
Danach wurde die Reaktionsmischung während zwei Stunden auf 130°C erhitzt, wonach EEP bei 100 °C im Vakuum abdestiUiert wurde, bis ein Festkörpergehalt von 80 Gew.-% erreicht war. Nach der Zugabe von 40,2 Gewichtsteilen Butylglykol bei 60 °C wurde mit EEP ein Festkörpergehalt von 75 Gew.-% eingesteUt.
Es resultierte das Polyacrylatharz 1 einer Säurezahl von 30 mg KOH/g und einer Viskosität von 3,5 dPas (55 %ig in EEP).
Herstellbeispiel 2
Die Herstellung einer Polyesterharz- orstufe 2
Li einem für Polykondensationreaktionen geeigneten Stahlreaktor wurden 297,2 Gewichtsteile HydroxypivaUnsäureneopentylglykolester, 32,8 Gewichtsteile Phthalsäureanhydrid, 346,4 Gewichtsteile Isophthalsäure, 5,7 Gewichtsteile 2- Butyl-2-ethylpropandiol-l,3, 133,5 Neopentylglykol und 11,2 Gewichtsteile Cyclohexan vorgelegt. Anschließend wurde aufgeheizt, und das Kondensationswasser wurde kontinuierlich entfernt, bis eine Säurezahl von 3,5 mg KOH/g erreicht war. AnschUeßend wurde die Reaktionsmischung auf 60 °C abgekühlt, und es wurde mit Methylethylketon ein Festkörpergehalt von 80 Gew.-% eingesteUt. Die Viskosität des resultierenden Polyesterharzes 2 betrug 3,5 dPas (23 °C , 60 %ig in EEP).
Herstellbeispiel 3
Die Herstellung eines in Wasser dispergierten Polyurethanharzes 3
Li einem für die Polyurethanharzsynthese geeigneten Stahlreaktor wurden 264,7 Gewichtsteile der Polyesterharz-Vorstufe des HersteUbeispiels 2, 2,3 Gewichtsteile-Butyl-2-ethylpropandiol-l,3, 24,4 Gewichtsteile
Dimethylolpropionsäure und 112,4 Gewichtsteile m-
Tetramethylxylylendiisocyanat vorgelegt und bei 82°C Produkttemperatur reagieren lassen, bis ein konstanter Isocyanatgehalt erreicht war. Danach wurden 36,2 Gewichtsteile Trimethylolpropan in einer Portion zugesetzt, und es wurde bis zur Beendigung der Reaktion weiter erhitzt. AnschUeßend wurden 44,5
Gewichtsteile MethylethyUceton hinzugegeben. Nach 30minütigem Rühren wurde mit 13 Gewichtsteilen Dimethylethanolamin neutraHsiert. Das resultierende Polyurethanharz wurde in 480 Gewichtsteilen 60°C warmem deionisiertem Wτassers dispergiert. AnschUeßend wurde das MethylethyUceton im Vakuum abdestiUiert. Die resultierende Polyurethandispersion wurde mit deionisiertem Wasser auf einen Festkörpergehalt von 40 Gew.-% eingestellt. Die resultierende Dispersion war frei von Gelteilchen, homogen und wies eine Säurezahlen von 30 mg KOH/g Festharz und einen pH-Wert von 7,2 auf.
Herstellbeispiel 4
Die Herstellung einer Polyacrylatharzdispersion 4
Li einem für die Polymerisation geeigneten Stahlreaktor, ausgestattet mit Monomerzulauf, Initiatorzulauf, Temperaturmessvorrichtungen, Ölheizung und Rückflußkühler wurden 94 Gewichtsteile MethyHsobutylketon eingewogen und auf 110°C erhitzt. Hierzu dosierte man unter Rühren innerhalb von drei Stunden gleichmäßig eine Mischung aus 32,9 Gewichtsteilen Styrol, 38,3 Gewichtsteilen Methylmethacrylat, 22,0 Gewichtsteilen Laurylmethacrylat, 49,5 Gewichtsteilen Hydroxyethylmethacrylat und 43,9 Gewichtsteilen Butylmethacrylat. Gleichzeitig mit diesem Zulauf wurde der Initiatorzulauf gestartet. Die Lütiatorlösung (11,3 Gewichtsteile tert.-Butylperoxyethylhexanoat in 25,8 Gewichtsteilen MethyHsobutylketon) wurde gleichmäßig paraUel zum ersten Zulauf zur Reaktionsmischung zudosiert. Anschließend wurde die Reaktionsmischung während einer Stunde auf 110°C erhitzt.
Anschließend wurde bei 110°C innerhalb von eineinhalb Stunden eine Monomermischung aus 14,1 Gewichtsteilen Styrol, 16,4 Gewichtsteilen Methylmethacrylat, 9,4 Gewichtsteilen Laurylmethacrylat, 52,4 Gewichtsteilen Hydroxyethylmethacrylat, 18,8 Gewichtsteilen Butylmethacrylat und 15,9
Gewichtsteilen Acrylsäure zudosiert. Gleichzeitig wurde mit dem Zulauf einer Liitiatormischung aus 16,6 Gewichtsteilen MethyHsobutylketon und 7,5 Gewichtsteilen tert.-Butylperoxyethylhexanoat begonnen. Der Initiatorzulauf wurde während zwei Stunden fortgesetzt.
Danach wurde die Reaktionsmischung während zwei Stunden auf 110°C erhitzt. Nach dieser Zeit wurden 17,5 Gewichtsteüe Dimethylethanolamin hinzugegeben. Das resultierende Reaktionsgemisch wurde bei 80 °C in 149,5 Gewichtsteilen deionisiertem Wasser dispergiert und während einer Stunde bei 80 °C gehalten. Anschließend wurden 330 Gewichtsteüe deionisiertes Wasser zugesetzt, und das MethyHsobutylketon wurde im Vakuum abdestiUiert.
Die resultierende Polyacrylatharzdispersion 4 wurde mit deionisiertem Wasser auf einen Festkörpergehalt von 40 Gew.-% eingestellt. Sie wies bei einem pH- Wert von 7,5 eine Säurezahl von 40 mg KOH g Festharz auf.
Herstellbeispiel 5
Die Herstellung eines erfindungsgemäß zu verwendenden hydrophoben Polyesters 5
Li einem Stahlreaktor wurden 308 Gewichtsteüe Hexahydrophthalsäureanhydrid und 134 Gewichtsteüe Trimethylolpropan eingewogen und auf 150°C erhitzt. AnschUeßend wurden hierzu während einer Stunde gleichmäßig 457 Gewichtsteüe Versaticsäure®-glycidylester (Cardura® E 10) zudosiert. Die Reaktionsmischung wurde so lange bei 150 °C gehalten, bis eines Säurezahl <3 mg KOH/g erreicht war. Der resultierende Polyester 5 wurde bei 120 °C mit Butylglykolacetat auf ein Feststoffgehalt von 80 Gew.-% eingestellt. Die Viskosität der Anlösung lag bei 28 dPas.
Herstellbeispiel 6
Die Herstellung eines erfindungsgemäß zu verwendenden hydrophoben Polyesters 6
Es wurden ein Mol Äpfelsäure mit zwei Molen Versaticsäure®-glycidylester (Cardura® E 10) so lange umgesetzt, , bis eines Säurezahl <3 mg KOH/g erreicht war. Der resultierende Äpfelsäureester 6 wurde mit Butylglykolacetat vermischt, so daß eine 80 Gew.-% ige Anlösung resultierte.
Beispiel 1
Herstellung und Verwendung des erfindungsgemäßen Beschichtungsstoffs 1
1.1 Die Herstellung der Komponente (I)
Zur Herstellung der Komponente (I) wurden die folgenden Bestandteile durch Mischen mittels eines Rührers (600 U/min) miteinander vermischt:
58,0 Gewichtsteüe des Polyacrylatharzes 1 des HersteUbeispiels 1,
16 Gewichtsteüe des hydrophoben Polyesters 5 des HersteUbeispiels 5,
11,5 Gewichtsteüe Butylglykolacetat
2.4 Gewichtsteüe EEP,
7.5 Gewichtsteüe eines handelsübüchen Benetzungsmittels (Tensid S der Firma Biesterfeld, 50 %-ig in Butylglykol),
1 Gewichtsteil eines Verlaufmittels auf Basis eines polyethermodifizierten Dimethylsiloxancopolymerisats (BykR 331 der Firma Byk Gulden),
0,8 Gewichtsteüe eines handelsüblichen HALS -Lichtschutzmittels (TinuvinR 292 der Firma Ciba) und
0,8 Gewichtsteüe eines handelsüblichen UV- Absorbers (TinuvinR 1130 der Firma Ciba).
1.2 Die Herstellung der Komponente (II)
Zur Herstellung der Komponente (H) wurden 51,2 Gewichtsteüe Desmodur® VPLS 2025/1 (trimeres Polyisocyanat auf Basis von Hexamethylendiisocyanat der Firma Bayer), 15,3 Gewichtsteüe Desmodur® VPLS 2102 (Polyisocyanat auf Basis von Hexamethylendiisocyanat-aUophanat der Firma Bayer) und 33,5 Gewichtsteüe Butylglykolacetat miteinander vermischt.
1.3 Die Herstellung der Komponente (III)
Zur HersteUung der Komponente (JE) wurden unter Rühren 37,9 Gewichtsteüe deionisiertes Wasser, 0,2 Gewichtsteüe Dimethylethanolamin, 1,5 Gewichtsteile Butylglykol, und 0,4 Gewichtsteüe eines handelsübUchen Verdickungsmittels auf Polyurethanbasis (Dapral® T210), 20 Gewichtsteüe der Polyacrylatharzdispersion 4 des HersteUbeispiels 4 und 40 Gewichtsteüe der Polyurethanharzdispersion 3 des HersteUbeispiels 3 miteinander vermischt.
1.4 Die Herstellung eines erfindungsgemäßen Klarlacks
Zur HersteUung des erfindungsgemäßen Klarlacks wurden 25 Gewichtsteüe der Komponente (U) in 25 Gewichtsteüe der Komponente (I) per Hand eingerührt.
Die resultierende Mischung (1/11) wurde in 50 Gewichtsteüe der Komponente (JE) eingerührt. Hierzu wurde ein Rührer verwendet. Der resultierende erfindungsgemäße Klarlack 1.4 wurde durch Zugabe von 25 Gewichtsteilen deionisiertem Wasser auf Spritzviskosität eingesteüt.
1.5 Die Herstellung erfindungsgemäßer Beschichtungen und Prüftafeln
Phosphatierte Stahltafeln, welche in üblicher und bekannter Weise mit einem handelsübUchen Elektrotauchlack und einem handelsüblichen FüUer beschichtet waren, wurden mit einem Wasserbasislack gemäß der Europäischen Patentschrift EP-A-0 279 813 in einer Stärke von 12 bis 15 μm beschichtet. Der Wasserbasislack wurde während fünf Minuten bei Raumtemperatur und während zehn Minuten bei 60°C vorgetrocknet. Hiemach wurde der erfindungsgemäße Klarlack in zwei Spritzgängen mit drei bis vier Minuten währender Zwischenablüftzeit auf die Wasserbasislackschicht appHziert.
Die resultierenden Lackschichten wurden während 10 Minuten bei Raumtemperatur abgelüftet und während 45 Minuten bei 60°C im Umluftofen getrocknet. Die so erhaltenen mehrschichtigen Lackierangen wiesen hervorragende anwendungstechnische Eigenschaften auf. Die Ergebnisse der betreffenden Untersuchungen finden sich in der TabeUe.
Hierbei wurden der Glanz bei 20° und der Grauschleier nach DIN 67530 mit dem Haze-Meßgerät Microglass Haze der Firma Byk-Gardner gemessen.
Beispiel 2
Herstellung und Verwendung des erfindungsgemäßen Beschichtungsstoffs 2
Beispiel 1 wurde wiederholt, nur daß diesmal der hydrophobe Polyester 5 des HersteUbeispiels 5 nicht in der Komponente (I), sondern in der Komponente (III) enthalten war. Es wurden die gleichen hervorragenden anwendungstechnischen Eigenschaften wie bei Beispiel 1 erhalten.
Beispiel 3
Herstellung und Verwendung des erfindungsgemäßen Beschichtungsstoffs 3
Beispiel 1 wurde wiederholt, nur daß anstelle des dort verwendeten hydrophoben Polyesters 5 des HersteUbeispiels 5 der hydrophobe Polyester 6 des HersteUbeispiels 6 verwendet wurde. Es wurden die gleichen vorteilhaften Ergebnisse wie bei Beispiel 1 erhalten.
Beispiel 4
HersteUung und Verwendung des erfindungsgemäßen Beschichtungsstoffs 4
Beispiel 2 wurde wiederholt, nur daß diesmal der hydrophobe Polyester 6 des HersteUbeispiels 6 nicht in der Komponente (I), sondern in der Komponente (JE) enthalten war. Es wurden die gleichen hervorragenden anwendungstechnischen Eigenschaften wie bei Beispiel 1 erhalten.
Vergleichsversuch VI
Herstellung des nicht erfindungsgemäßen Beschichtungsstoffs VI
Beispiel 1 wurde wiederholt, nur daß kein erfindungsgemäß zu verwendender hydrophober Polyester und ansteUe der Komponente (I) des Beispiels 1 die folgende Komponente (I) verwendet wurde:
74 Gewichtsteüe des Polyacrylatharzes 1 des HersteUbeispiels 1 ,
10 Gewichtsteüe Butylglykolacetat
5,9 Gewichtsteüe EEP,
7,5 Gewichtsteüe eines handelsüblichen Benetzungsmittels (Tensid S der Firma Biesterfeld, 50 %-ig in Butylglykol),
1 Gewichtsteil eines Verlaufmittels auf Basis eines polyethermodifizierten Dimethylsiloxancopolymerisats (BykR 331 der Firma Byk Gulden),
0,8 Gewichtsteüe eines handelsüblichen HALS-Lichtschutzmittels (TinuvinR 292 der Firma Ciba) und
0,8 Gewichtsteüe eines handelsübUchen UV-Absorbers (TinuvinR 1130 der Firma
Ciba).
Die erhaltenen Testergebnisse werden in der Tabelle denjenigen des Beispiels 1 gegenübergesteUt. Der Vergleich belegt die Vorteilhaftigkeit des erfindungsgemäßen Beschichtungsstoffs.
Tabelle: Anwendungstechnische Eigenschaften des erfindungsgemäßen
Beschichtungsstoffs 1 gemäß Beispiel 1 und des nicht erfindungsgemäßen Beschichtungsstoffs VI gemäß Vergleichsversuch VI
Eigenschaft Beispiel 1 Vergleichsversuch VI
Glanz 88 87
Haze 9,8 11,5
Schichtdicke (μm) 50 50
Kochergrenze (Keütafel)
Trocknung: 45 Minuten, 60°C 75 μm 50 μm Trocknung: Raumtemperatur,
12 Stunden 100 μm 75 μm
optischer Eindruck (visuell) sehr klar klar
Verlauf (visueU) sehr gut gut