Beschreibung
Fehlerström-Schutzeinrichtung
Die Erfindung bezieht sich auf eine Fehlerstrom-Schutzem- richtung mit einem Summenstromwandler sowie mit in einem Aus¬ losekreis einer Ausloseschaltung und einem Auslösereiais zur Betätigung einer ein Leiternetz schaltenden Schaltmechanik. Als Auslosekreis wird ein Stromkreis bezeichnet, entlang des- sen eine elektrische Kontrollgröße erzeugt und diese bewertet wird, und der ein elektrisches Auslosesignal erzeugt, das bei Vorliegen einer Auslösebedingung ein Ausloserelais aktiviert, d.h. zur Auslosung bringt.
Eine derartige Fehlerstrom-Schutzeinπchtung dient zur Sicherstellung des Schutzes gegen einen gefährlichen Korperstrom m einer elektrischen Anlage. Ein solcher tritt beispielsweise dann auf, wenn eine Person ein spannungsführendes Teil einer elektrischen Anlage berührt. Der Fehlerstrom (oder auch Differenzstrom) fließt dann über die Person als Korperstrom gegen Erde ab. Die zum Schutz gegen gefahrliche Korperstrome eingesetzte Schutzeinrichtung trennt bei Überschreiten des sogenannten Auslosefehlerstroms den betroffenen Stromkreis sicher und schnell vom Netz.
Der Aufbau bekannter Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen ist beispielsweise aus der „etcw (1986), Heft 20, Seiten 938 bis 945, bekannt. Dort sind in den Bildern 1 bis 3 Pπnzipschalt- bilder und Funktionsprinzipien eines Fehlerstrom-Schutzschal- ters (Fl-Schutzschalter) und eines Differenzstrom-Schutzschalters (Dl-Schutzschalter) dargestellt. Der Fl- und der Dl-Schutzschalter sind m ähnlicher Art und Weise aus drei Baugruppen aufgebaut. In der Sekundärwicklung eines Summenstromwandlers, durch dessen Wandlerkern alle stromführenden Leiter eines Leiternetzes gefuhrt sind, wird im Fall eines
Fehlerstroms ein Spannungssignal induziert, das ein über eine Auslosekreiselektronik oder Ausloseschaltung mit der Sekun-
därwicklung verbundenes Auslöserelais ansteuert. Das Auslöse¬ relais betätigt daraufhin eine Schaltmechanik, mittels derer die Leiter des Leiternetzes getrennt werden. Dabei ist die Auslöseschaltung des Fl-Schutzschalters ausschließlich induk- tiv über den Summenstromwandler an das Leiternetz gekoppelt. Er entnimmt somit die zur Auslösung notwendige Energie netz- spannungsunabhängig aus dem Fehlerstrom selbst. Dagegen erfolgt beim Dl-Schutzschalter die Auslösung netzspannungsab¬ hängig mittels einer Verstärkerschaltung, die galvanisch mit dem Leiternetz verbunden ist.
Der Auslösefehlerstrom ist in der Norm DIN VDE 0664 Teil 10 (= deutsche Übersetzung der Vorschrift EN 61008) definiert. Er ist der Wert des Fehlerstroms, der einen Fl- oder DI- Schutzschalter unter festgelegten Bedingungen zum Auslösen bringt. Der Auslösefehlerstrom entspricht dabei dem 0,5- bis 1-fachen des Bemessungsfehlerstroms, der ein Maß für die Aus¬ löseempfindlichkeit des Fl- oder Dl-Schutzschalters ist. So kann der Bemessungsfehlerstrom beispielsweise auf 10mA oder auf 30mA festgelegt oder eingestellt sein.
Das Auslöseverhalten des Schutzschalters ist zudem üblicherweise auch auf eine bestimmte Frequenz, z.B. auf 50Hz, oder auf einen bestimmten Frequenzbereich, z.B. auf 50Hz bis 400Hz, abgestimmt. Trotz dieser Abstimmung können diese
Schutzeinrichtungen dennoch auch bei höheren Frequenzen Per¬ sonenschutz bieten, sofern der Auslösefehlerstrom unterhalb der vorgegebenen Grenzkurve für Herzkammerflimmern nach der Vorschrift IEC 479 liegt. Entsprechend dieser Grenzkurve darf der Auslösefehlerstrom bei 1kHz bis etwa 420mA ansteigen, um noch Personenschutz zu bieten.
Um darüber hinaus auch einen Brandschutz bei einer derartigen Schutzeinrichtung sicherzustellen, darf zur Brandvermeidung eine elektrische Leistung von maximal 100W unabhängig von der Frequenz nicht überschritten werden. Legt man eine Spannung zwischen einem Außenleiter und Erde von 230V zugrunde, ergibt
sich ein Fehlerstrom von maximal 430mA, der zur Brandvermei¬ dung nicht überschritten werden darf. Bei anderen Netzspan¬ nungen ergeben sich entsprechende andere Grenzwerte für den Fehlerstrom.
Problematisch bei bisherigen Schutzeinrichtungen, insbesonde¬ re bei Fl-Schutzemπchtungen, ist es "jedoch, dass deren Auslosefehlerstrom mit zunehmender Frequenz stetig ansteigt und bei hohen Frequenzen, insbesondere im Kilohertz-Bereich, den für den Brandschutz maximal vertretbaren Wert von m diesem Beispiel 430mA überschreitet. Bei Anwendungsfallen m elektrischen Anlagen, m denen Frequenzumrichter und Gerate mit getakteten Stromversorgungen eingesetzt sind, können zudem im Fehlerfall auch Fehlerstrome mit Fehlerstromfrequenzen bis etwa 20kHz auftreten mit der Folge, dass der Auslosefehlerstrom der Schutzeinrichtung oder des Schutzschalters m der beschriebenen Weise über den Grenzwert hinaus ansteigt und ein Brandschutz nicht mehr m allen Fallen sichergestellt ist. Durch die stark zunehmende Anzahl von Betriebsmitteln, die im Fehlerfall solche Fehlerstrome mit höherer Frequenz generieren können, gewinnt dieses Problem zunehmend an Bedeutung.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Fehler- strom-Schutzeinrichtung oder einen Fl-Schutzschalter derart weiterzubilden, dass auch bei oberhalb von 1kHz liegenden Frequenzen eines erfassten Fehlerstroms eine Brandvermeidung gewahrleistet und ein zuverlässiger Personenschutz sicherge¬ stellt ist.
Diese Aufgabe wird erfmdungsgemaß gelost durch die Merkmale des Anspruchs 1. Dazu ist einerseits der Wandlerkern des Summenstromwandlers zur Erfassung Wechsel- und/oder pulsstrom- formiger Fehlerstrome gemäß Typ A oder Typ AC der Vorschrift EN 61008 und damit zur Erfassung sowohl niederfrequenter Fehlerstrome, insbesondere unterhalb von 1kHz, als auch hochfrequenter Fehlerstrome, insbesondere ab 1kHz bis z.B. 20kHz,
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Zudem ist der Wert des Widerstandes des RC-Gliedes derart be¬ messen, dass dieser Widerstand den Auslosefehlerstrom bei hohen Frequenzen bis ca. 20kHz auf einen bestimmten Wert be¬ grenzt. Dieser Widerstand stellt dann nämlich eine definier- te, frequenzunabhangige Bürde für den Summenstromwandler dar, wahrend gleichzeitig der kapazitive Widerstand des Konden¬ sators gegen Null geht. Der Widerstand wird daher vorzugs¬ weise derart gewählt, dass auch bei höheren Frequenzen der für den Brandschutz maximal vertretbare Auslosefehlerstrom, z.B. 430mA bei 100W/230V, nicht überschritten wird.
Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, dass durch Einsatz von amorphem oder nanokπ- stallinem Werkstoff für den Kern des Summenstromwandlers bei gleichzeitiger Schaltung eines RC-Gliedes parallel zum Eingang der Ausloseschaltung des Auslosekreises mit nur einem einzigen Fehlerstrom-Erfassungssystem und mit nur einer einzigen Sekundärwicklung ein Personenschutz und gleichzeitig ein zuverlässiger Brandschutz auch bei Fehlerstromfrequenzen oberhalb von 1kHz sichergestellt ist.
Nachfolgend wird ein Ausfuhrungsbeispiel der Erfindung anhand einer Zeichnung naher erläutert. Darin zeigen:
FIG 1 schematisch eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung mit einem ein RC-Glied zwischen einem Summenstromwandler und einer Ausloseschaltung aufweisenden Aus- losekreis, und FIG 2 m einem logarithmisch aufgetragenen Frequenz/- Auslosefehlerstrom-Diagramm eine Grenzkurve für
Herzkammerflimmern gemäß IEC 479 und eine Grenzkurve zur Brandvermeidung sowie die Auslosefehler- stromkurve der Schutzeinrichtung gemäß FIG 1.
Die in FIG 1 dargestellte Fl-Schutzeinnchtung 1 umfasst einen Summenstromwandler 2 mit einem aus nanokristallmem oder amorphem Werkstoff bestehenden Wandlerkern 3, durch welchen
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stromwandler 2 darstellt, während der kapazitive Widerstand des Kondensators C gegen Null geht.
Um dabei den frequenzabhängigen Auslösefehlerstrom-Verlauf lA(f) mit dem RC-Glied R, C definiert einstellen zu können und somit den Frequenzgang nicht negativ zu beeinflussen, sollte die Auslöseschaltung 5 eingangsseitig keine parallelliegenden Kapazitäten aufweisen.
Die dargestellte und beschriebene Schutzeinrichtung kann auch bei einer mit einer Mittelanzapfung der Sekundärwicklung N2 arbeitenden Auslöseschaltung 5 eingesetzt werden. Das Ziel, den Auslösefehlerstrom IA einerseits zumindest bis zu einer Fehlerstromfrequenz f von 1kHz unterhalb der Grenzkurve Gl für Herzkammerflimmern nach IEC 479 und andererseits gleichzeitig ab 1kHz unterhalb der Grenzkurve G2 für eine Brandvermeidung (430mA bei 230V) zu halten, wird durch die Reihenschaltung des RC-Gliedes parallel zum Eingang der Auslöseschaltung 5 mit nur einem Fehlerstrom-Erfassungssystem und mit nur einer Sekundärwicklung N2 in fertigungs- und auslegungstechnisch besonders einfacher Weise erreicht.